Letzte Nacht

Hier noch der versprochene Eintrag zu den Ereignissen des gestrigen Abends.
Ich fuhr kurz nach halb sechs mit dem Rad runter nach Vach und von dort dann mit dem 173er Bus um zehn vor sechs nach Fürth. Am Fürther Rathaus noch ein Lahmacun, dann mit der U-Bahn weiter bis zur Station »Lorenzkirche« in Nürnberg. Mit Martin hatte ich vereinbart, dass wir uns um sieben vor dem Admiral-Kino treffen (ist direkt an einem U-Bahnaufgang der Station »Lorenzkirche«). Bis er kam, las ich noch die Titelgeschichte des am Montag erscheinenden Spiegel. Die 85 Cent dafür habe ich mir gegönnt, weil ich Spiegel-Stories zu Strukturproblemen (Arbeit, Bildung, Gesundheit, demographische Entwicklung…) immer verschlinge und den Montag nicht abwarten wollte. Äußerst lesenswert; ich komme in den nächsten Tagen vielleicht nochmal darauf zu sprechen.
Martin kam pünktlich um sieben. Wir holten die Karten an der kombinierten Kasse (Kino-Tickets und Kino-Proviant) ab und setzten uns noch ins Admiral-Cafe. Sehr nett: Bei schönem Wetter lässt sich die Glasfront an zwei Seiten zur Straße öffnen, so dass es keinen Unterschied mehr macht, ob man »drinnen« oder »draußen« sitzt. Es war schönes Wetter und wir wählten einen Tisch, der etwas im Schatten war. Ich nahm ein Ginger Ale (für die Laien: Ingwer-Limonade) und ließ mir von Martin die Bilder seines Bali-Urlaubs zeigen. Hat mich wirklich beeindruckt! Er fuhr mit seinem Bruder in der Nebensaison, es gab relativ wenig andere Touris. Was heißt fuhr, sie flogen mit Singapore Airlines und verbrachten zunächst zwei Tage in Singapur und dann zehn Tage in Bali. Mit circa 1.000 Euro pro Nase waren sie dabei.

Zum Kino: Wie bereits früher erwähnt, hat das Admiral vor einigen Wochen neu eröffnet. Ich kannte das alte Admiral nur von außen, aber Martin zufolge hat man es vom Kopf auf die Füße gestellt, kein Stein blieb auf dem anderen. Und ich muss sagen: äußerst ansprechend!
Die Karte kostete acht Euro, die Eintrittspreise sind aber zu jeder Zeit günstiger als im CineCitta’. »Spider-Man« wurde im Ad 5 gezeigt, einer von zwei THX-zertifizierten Sälen, die auch mit Dolby Digital Surround EX ausgestattet sind. Für die Statistik-Freaks:

 Ad 1Ad 5Ad 2, 3 und 4
Sitzplätze270 in 12 Reihen256 in 11 Reihenca. 160 in 8 Reihen
Rollstuhlplätze222
Leinwandgrößeca. 69 m2ca. 66 m2ca. 58 m2
Lichtleistung3.000 Watt3.000 Watt2.500 Watt
SoundsystemDolby Digital Surround EX, THX-zertifiziertDolby Digital Surround EX, THX-zertifiziertDolby Digital
Verstärkerleistung8.000 Watt8.000 Watt4.200 Watt

Am Ende der Werbung natürlich der aktuelle Langnese-Spot mit dem »Like Ice in the Sunshine«-Cover der »No Angels«, aber nachdem sich der Vorhang schloss, erklang tatsächlich das Original von »Beagle Music« aus den 80ern. Anhand eines Admiral-Haus-Werbespots war zu erkennen, dass der Kinosaal auch mit einem Digital-Projektor ausgestattet ist. Sehr grobpixelig, ist die Technik wirklich noch nicht weiter?
Die Werbung dauerte selbst mit Trailern lediglich zehn Minuten, der Eisverkäufer blieb auch nicht lang, das Licht wurde gelöscht und nach ein paar weiteren Trailern startete der Film.

Hmm. Viel Action, eine relativ vorhersagbare Geschichte (auch wenn man sich, so wie ich, bisher nicht mit Spider-Man befasst hat), nette special effects und eine gut aussehende Kirsten Dunst (»Wag the Dog«). Tobey Maguire (»Pleasantville«) lieferte mit seinen vier Gesichtsausdrücken zwar eine durchschnittliche, aber keine schlechte Arbeit ab. Zu Beginn längte die Erzählung teilweise etwas, was freilich damit zusammenhing, dass die Geschichte erstmal entwickelt werden musste, noch war Peter Parker ja noch nicht Spider-Man. Ab der Mitte des Films driftete die Erzählweise sehr stark in Richtung Comic ab – einerseits ok, da Spider-Man nunmal ein Comic ist, andererseits verabschiedete sich der Film ab diesem Zeitpunkt von einer »ernsthaften« Erzählweise und wurde zu einem eher platten FSK12-Film.
Die »Zeit« nutzt »Spider-Man«, um von der Website movie-mistakes.com zu erzählen. In deren Artikel werden aber nicht nur einige der über hundert Anschlussfehler in »Spider-Man« angeführt, sondern auch etwas übergreifender von der Arbeit von Script Girls berichtet. Mir sind während des Films keine besonders frappierenden Fehler aufgefallen, so wie es sie z.B. bei »Armageddon« oder »Godzilla« gab und die jedem vernunftbegabtem Wesen die Tränen der Verzweiflung in die Augen trieben.
Insgesamt nicht unbedingt ein DVD-Kandidat. Kurz zu den technischen Details: laut Trailer wurde der Film in DD-EX gezeigt, das Bildformat war 1,85:1.

Nach dem Film schlenderten wir noch etwas durch die Stadt, peilten das »Lucas« an, das allerdings überfüllt war. Wir gingen zurück und setzten und noch ca. anderthalb Stunden hinter das CineCitta’ (draußen, beim italienischen Restaurant). Ein großes Spezi und ein Gin Fizz standen am Schluss auf meiner Rechnung (der Fizz für 5, 60 Euro, beim Admiral gäbe es den für sieben Euro). Ein gute Fizz. Wir quatschten noch über dies und das, die Bank, den Bali-Urlaub (ich sah mir noch den letzten der drei Filme an), Pläne für den Sommer und über PCs und Macs.
Pläne für den Sommer: Wir müssen mal festhalten, dass wir uns zusammen Berlin für ein paar Tage ansehen wollen. Es ist einige Zeit her, dass wir zuletzt dort waren, Martin 1987, ich 1998. Die Lufthansa bietet derzeit und noch bis 30. September ein Special für alle Unter-24-jährigen an: 99 Euro für Inlandsflüge hin- und zurück, inklusive aller Steuern und Gebühren. Evtl fliegen wir dann von NUE bis THF. Der Flug dauert eine Stunde. Mit der Bahn wäre es nur unwesentlich billiger (78,20 Euro hin und zurück mit BahnCard im ICE ohne umsteigen). Die Fahrt dauert allerdings fünf Stunden. Mal sehen. Um Mitternacht beendete die Kino-Security etwas unfreundlich das Beisammensitzen (»Wir machen jetzt draußen Schluss.«). Wir gingen an der Stadtsparkasse (Loplatz) vorbei zurück zur Königstraße. Martin genehmigte sich noch etwas bei McDonald’s, ich testete einen Big King bei Burger King (naja). Wir aßen draußen, innen wäre es zu warm gewesen. Um zehn vor eins radelte Martin heim und ich nahm den Nightliner am Hauptbahnhof (N9). Ankunft in Fürth um 01:24, Abfahrt des N17 Richtung Atzenhof um 01:27. Ich stieg in Vach aus und war zehn Minuten später, um zwei, zu Hause.

 
Erschienen am Sonntag, 23.06.2002 @ 23:59
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