In der fotografischen Zwickmühle

Alle paar Monate, zum Beispiel jetzt wieder zum Berg, juckt’s mich ja schon in den Fingern, wieder eine Digiknipse zu kaufen, weil die Fotos einfach schneller im Rechner sind.

Mit 3 Megapixeln ist die Auflösung auch passabel, aber mit gelingen mit Digitalkameras einfach keine guten Fotos, weil sie tatsächlich nur verbesserte Modelle von billigen Sucher-/Knipserkameras sind. Viele der von mir mit meiner ersten Digicam gemachten Fotos hatten eine arge »Körnigkeit« auf (Kodak DC4800 mit 3 Megapixeln aus dem Jahr 2001). Siehe dieses Foto als Beispiel: Ein Bildausschnitt aus einem größeren Foto, hier jedoch in Originalgröße belassen (der Ausschnitt ist also nicht von mir vergrößert oder verkleinert worden) mit der Originalqualität (JPEG, 86%). Woran liegt das?
Und Tiefenunschärfe, wie ich sie gerne für Portraits verwende, geht baulich bedingt nicht, da die Blende nicht groß genug ist.

Ich muss also wohl oder übel meine Kleinbild-Spiegelreflex, eine Z20 von Pentax mit 28-80-Objektiv, weiter benutzen und mit der Entwicklung des Papierfilms eine Picture-CD bestellen. Unnötigerweise ist das nur in Verbindung mit Papierabzügen möglich, die ich nicht brauchen kann, ich will die Fotos ja digital haben. Insofern finde ich es auch einen Gag, wenn für Consumer die Angebote »Papierabzüge Ihrer digitalen Fotos« wie Pilze aus dem Boden schießen (ok, ich will eine Digicam nur, um nicht mehr mit physischen Fotos zu tun haben zu müssen; für Consumer haben Digicams bei der Aufnahme natürlich Vorteile und ich kann ein wenig verstehen, warum diese noch Papierabzüge haben wollen).

Die Picture-CD hat mit 2,5 Megapixeln (1.536×1.024) leider eine relativ niedrige Auflösung und die entwickelten Bilder ersaufen in zu kräftigen Farben.
Aber Diafilme sind mit noch mehr physischem Gefuddel verbunden und die Speicherung auf Photo-CD (Auflösung: 3.072×2.048 Pixel) ist mit etwa einem Euro pro Bild sündhaft teuer.
Digitale Spiegelreflex-Kameras sind für mein Budget noch zu teuer (z.B. EOS10D von Canon für 1.900 Euro) und kommen für den Preis unverschämterweise mit einer USB- statt einer FireWire oder wenigstens USB2-Schnittstelle daher (ist sogar bei der D100 von Nikon für 2.270 Euro der Fall). Die EOS1D für knapp 5.000 Euro hat dann FireWire und 4 Megapixel Auflösung, die EOS1Ds bringt es mit 11 Megapixeln auf 9.000 Euro und darf dann auch FireWire an Bord haben. Und bei digitalen SLR-Kameras kommen nur Canon und Nikon in Frage, da will ich nichts von Minolta oder Olympus wissen.

Ergo: Digitale Qualität ist für mich im Moment unbezahlbar, und daher muss ich weiter auf Kleinbild (aber Spiegelreflex) fotografieren, eine Woche nach Filmabgabe (Film erstmal voll kriegen…) auf die CD warten und mich dann mit Bildern zufrieden geben, die mit zweieinhalb Megapixeln eine vergleichsweise niedrige Auflösung haben und in Farben ertrinken.
Und bei der Picture-CD gilt »Sekt oder Selters«: Es können nur alle Bilder eines Films auf die CD gespeichert werden (pro 36er Film etwa fünf Euro), eine Auswahl kann ich vorher nicht treffen. Und nachträgliches Speichern vom Negativ oder Papierabzug geht nicht (einzelnes per Hand scannen von Papierabzügen ist mir zu mühsam). Einzelne Bilder auf CD speichern geht nur vom Dia bei der teuren Photo-CD.

 
Erschienen am Montag, 09.06.2003 @ 0:49
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