Insanely great!
Ein Traum! Als ich ihn zum ersten Mal nach der WWDC im Juni auf den Produktfotos sah, fand ich die Käsereibe ja potthässlich. Ich favorisierte das alte El Capitano-Gehäuse. Aber nach zwei Tagen hatte ich mich damit angefreundet. Er ist sehr funktionell, elegant und schlicht, und die Löcheroptik ist wohl wegen der Durchlüftung notwendig. Und ist Design nicht auch die Kunst des Weglassens?
Gespannt war ich aber, wie das Teil »in echt« aussieht. Es sieht verdammt gut aus. Und der G5 ist angenehm leise! Hätte ich jetzt keinen Power Mac, ich würde sofort einen kaufen.
Irgendwelche Geschwindigkeitstests oder ähnliche Gimmicks habe ich nicht durchgeführt. Ich weiß nicht mal, vor was für einem Gerät ich stand, aber ich vermute mal, dass es sich um den mit 1,6 GHz gehandelt hat, da das mittlere und das obere Modell noch immer kaum lieferbar sind. In ehrfürchtiger Erstarrung vergaß ich ganz, im »About this Mac«-Menü nachzusehen.
Hier noch ein paar Links:
- Bildergalerie von Pixelhead Media (Auspackfotos und Vergleiche mit dem G4)
- »Power Mac G5«, Flash-Bildergalerie von Bill Noll (mit Nahaufnahmen in sehr guter Qualität; der Flash-Einsatz ist hier reichlich sinnbefreit).
- »Powa Mack A5«, die Anti-Seite zur vorgenannten Bildergalerie. Ein Allerwelts-PC in all seiner Hässlichkeit.
Jörn von Mac-TV gab sich beleidigt ob des Trubels über die ersten Bilder zum G5. Ganz Unrecht hat er nicht, denn tatsächlich gab es schon vor einigen Wochen zwei sehr interessante Filme zum G5 (z.B. vom 30.6.), inklusive eines aufschlussreichen Vortrags von Apple-Deutschlands Pressemann Holger Niederländer (vom 29.8.).
Heute schlug die neue c’t bei mir auf, mit einem ersten ausführlichen Test zum G5. Jedoch hat auch die c’t-Redaktion nur den kleinsten G5 zur Verfügung gestellt bekommen (was sollte das mit diesem Leuchteffekt auf der Gehäuseseite?!). Die Benchmarks waren teilweise recht durchwachsen, was die Aussagekraft angeht, darauf wies die c’t auch hin. An den G5 angepasste Software fehlt noch, ansonsten lässt er einen 1,0-GHz-G4 allein wegen des höheren Takts hinter sich und ist teilweise bei manchen Aufgaben auch schneller als ein Dual-1,42-GHz-G4. Aber wenn es für den Dual-G4 Aufgaben gab, die von zwei Prozessoren profitieren, sah der Single-1,6-GHz-G5 wieder alt aus. Außerdem verglich man die Geräte mit einem Single-2,6-GHz-PC von Dell mit Pentium 4 zum halben Preis. Der Pentium zog dem G5 öfter davon, was aber eben auch an der nicht angepassten Software lag, siehe oben.
Sicher, wer sich heute einen G5 kauft, will mit den heute verfügbaren Programmen arbeiten. Daher schockte es mich schon etwas zu sehen, wie langsam mein 1-GHz-G4 tatsächlich im Vergleich zum G5 und im Vergleich zum 1,5-mal schneller getaktetem Pentium-System war. Der größte Nachteil des Pentium ist freilich, dass kein OS X auf ihm läuft.
Man darf gespannt sein, was die Revision B der G5s bringen wird. Steve Jobs sprach auf der WWDC davon, dass man in zwölf Monaten bei 3,0 GHz sein möchte. Mit den nächsten Software-Updates (MX 2006? CS 2.0?) sind mit angepasster Software auch Geschwindigkeits-Zuwächse zu erwarten, die natürlich zu teuren Update-Preisen verkauft und als neue Features angepriesen werden (»Jetzt G5-optimiert!«, obwohl man die Programme nur einmal neu durch den Compiler schieben müsste).
Und die c’t versprach, Tests der G5 mit 1,8 GHz und Dual-2,0 GHz nachzuschieben.
Erschienen am
Montag, 09.06.2003 @ 19:22
Tags: Apple, hardware
