Archiv für Montag, 30.06.2003

Montag, 30.06.2003

Es gibt nur einen Anlass, an dem ein Nicht-Biertrinker wie ich Bier trinkt

Kurz ein paar Worte zum Samstag.
Nach wenigen Stunden Schlaf stand ich um kurz vor 7 Uhr morgens auf und fuhr zum Kollegtag nach Fürth. Die zweite und letzte Deutsch-Feststellungsprüfung stand auf dem Programm; in einem Monat ist in Deutsch Abitur-Prüfung. Es lief ganz gut. Wenn’s eine drei wird, wäre ich schon ganz zufrieden, denn in einer der ersten Aufgaben gibt’s Punktabzug (Unterschied zwischen Schelmen- und Bildungsroman, je zwei Merkmale nennen, gibt bei mir eher nur zwei statt vier Punkte) und in der letzten, umfangreichsten Aufgabe mit 18 Punkten muss ich auch mit Abzügen rechnen. Es handelte sich um eine Textanalyse. Sprachliche Mittel benennen, Wirkungsweise erklären und mit Zitat belegen. Eine Mischung aus Müdigkeit, zu wenig lernen und Blackout führte dazu, dass ich kein einziges von vier bis fünf geforderten sprachlichen Mitteln benennen konnte. Mal sehen. Ein 3er wäre wie gesagt in Ordnung, mit viel Glück wird’s eine zwei, aber ich glaube nicht so recht daran.

Am Rückweg wollte ich noch bei einem früheren Kollegen in der Bank vorbeischauen, aber ich hatte mir fälschlicherweise gemerkt, dass er an diesem Samstag arbeiten würde. Zum Rathaus und meinem samstäglichen Lahmacun vor der Heimfahrt mit dem Bus fuhr ich nicht per U-Bahn, sondern lief die paar Minuten. An der Fürther Freiheit verweilte ich einige Zeit, um einen Crepe zu essen und mir eines der Beach-Volleyball-Spiele anzusehen. Die Veranstalter des »Tucher Beach Cup« schütteten Sand auf den Platz und bauten insgesamt vier Spielfelder.

Das Nachtbrä-Logo: Brauhaus FrauenaurachZurück zu Hause fiel ich ins Bett für einen kurzen, einstündigen Mittagsschlaf, um das Pensum voll zu bekommen, das ich in der Nacht nicht abbekam. Vier Stunden später, irgendwann zwischen 18 und 19 Uhr, war ich wieder auf den Beinen. Es gab noch einiges für mich zu tun und um 21 Uhr schwang ich mich wieder auf’s Fahrrad. Raus nach Uttenreuth, 45 Minuten radeln. Ich wohne zehn Kilometer südlich des Erlanger Zentrums, Uttenreuth liegt etwa fünf Kilometer nordöstlich der Innenstadt. Ankunft dort um 22 Uhr statt, wie angekündigt, um 21 Uhr. Freunde brauen ihr eigenes Bier, Nachtbräu (da vor über zehn Jahren während der ersten Braugänge nachts gebraut wurde), und veranstalten einmal im Jahr ein Kellerfest. Keller deswegen, weil sie in Uttenreuth einen Seitengang in einem Keller angemietet haben. Drei Parallelgänge, die hundert Meter tief in einen Hang gehen und bis zu elf Meter unter der Erde liegen. In dem Keller lagert freilich nur das Bier, getrunken und gegrillt wird draußen im Freien auf Bierbänken und -Tischen. Bis 1916 nutzte eine ortsansäßige Brauerei die Keller zur Biereinlagerung.
Es war mal wieder recht gesellig und ich traf einige Leute wieder, die ich eher seltener sehe. Auch wenn ich recht spät kam war es mir sehr wichtig, zum Kellerfest hinzugehen. Letztes Jahr um die Zeit war, wie einigen bekannt ist, ein eher dunkles Kapitel in meinem Leben. Meiner Mutter ging es sehr schlecht und sie starb zwei Wochen später, und wegen des Arbeitsstress in der Bank war mir im Sommer 2002 alles egal, ob es nun Freunde waren, das Kellerfest, das Stadtjubiläum oder Live im Westbad. Ein Jahr danach kann ich sagen, dass es mir besser geht. Ich habe zwar nicht mehr Zeit als vorher, aber ich bin nicht nur an zwei Tagen die Woche daheim und Montag bis Freitag auf Achse, sondern nur noch montags und dienstags unterwegs und das geht. Meine Prioritäten haben sich zum Besseren geändert, denn ganz oben stehen wieder Freunde und Familie.
Ich blieb bis 2 Uhr nachts und fuhr mit Steffi und Klaus wieder heim. Auf dem Rückweg trafen wir noch auf den Besitzer des English Pub, Gary, der zusammen mit seinem Hund nach Hause ging. Steffi kennt viele Leute.   :-)
Verabredung für »Matrix: Reloaded« auf Deutsch für nächste Woche und evtl auch mal einen DVD-Abend mit Double-Feature »About a Boy« und »High Fidelity«.

Der letzte Samstag im Juni ist generell ein recht vollgepackter Tag: Nachtbräu-Kellerfest, wegen der Sonnenwende die Sonnwendfeuer (mit dem größten der Region in Frauenaurach), das Zollhausviertel-Fest (bin auf dem Weg nach Uttenreuth dran vorbeigefahren; zwei gute Bands, die Soul und R’n'B spielten) und das Schlossgarten-Fest.
Mit dem Wetter hat man an diesem Datum grundsätzlich glück. Ich kann mich an kein Kellerfest erinnern, an dem es geregnet hat.

Über den Sonntag gibt es nichts besonderes zu berichten. Mal wieder viel zu spät aufgestanden (Holger hat mich mit einer Frage zu CSS wachgeklingelt, die ich ihm aber immerhin im Schlaf beantworten konnte) und ansonsten habe ich mich mit dem Download der Developer Preview eines gewissen Betriebssystems aus dunklen Kanälen rumgeärgert. Habe dreimal je ein Gigabyte gesaugt, konnte aber die .img.gz-Dateien nicht entpacken. Überhaupt, welcher Idiot ist auf die Idee gekommen, gepackte .img-Dateien nochmal zu zippen?

Erschienen am Montag, 30.06.2003 @ 1:12 | Kommentare deaktiviert
Tags:

 

Zwei Filme, wie sie unterschiedlicher nicht sein können

Ich bin noch zwei Berichte zu Filmen schuldig: »Old School« von Sonntag vor einer Woche und »Hero« von Mittwoch.

Bei »Old School« (Trailer) war ich etwas skeptisch. Es schien auf den ersten Blick nur eine weitere High School/College-Komödie zu sein, aber ich wagte es trotzdem, mir den Film ganz allein im Kino anzusehen. Und wurde belohnt: Ja, es ist eine College-Komödie, aber eine gute. Drei Männer Anfang 30 ziehen in ein Haus auf dem Campus einer Uni ein. Allerdings ist die Vermietung des Hauses zweckgebunden: Es darf nur für Zwecke der Universität verwendet werden. Die Lösung? Die drei gründen eine Studentenverbindung. Der weitere Verlauf ist schon aus tausend anderen Filmen bekannt: Alles geht schief, Typ bekommt von seinem Mädchen eine vor den Latz und der Dekan will gegen die Verbindung vorgehen. Der Film steuert natürlich auf ein Happy End hin, aber der Weg dahin ist durchaus amüsant. Will Ferrell und Kollegen sorgen für einige Lacher, die sich, im Gegesatz zum Konkurrenten »Van Wilder« (deutscher Titel: »Party Animals«) größtenteils über der Gürtellinie bewegen.
Dass Ehemänner, Anwälte und Ladenketten-Besitzer eine Studentenverbindung gründen und auf die Sahne hauen, sorgt im ausgelutschten College-Movie-Genre durchaus für Abwechslung, ist aber eigentlich nur noch ein letztes Zucken eines toten Genres. Für die nächsten Jahre reicht’s jetzt wirklich. Falls sich jemand vor der hoffentlich einbrechenden College-Movie-Flaute noch einen Film dieser Gattung ansehen möchte, dann kann man jedoch durchaus bei »Old School« zugreifen, der nochmal für einen kurzweiligen Abend sorgen kann.

Letzten Mittwoch war ich abends nach meiner Rückkehr aus München mit Micha und Markus in »Hero« (Trailer). Es handelt sich um einen chinesischen Film (deutsch synchronisiert), der die Geschichte um einen mächtigen König vor 2.000 Jahren erzählt, der das Potential hat, die sechs Königreiche zu einem Kaiserreich China zu vereinen, aber sich auch ständigen Anschlägen ausgesetzt sieht. Er lässt aus Sicherheitsgründen jeden Besucher höchstens hundert Schritte an sich heran. Die Geschichte erzählt vom »Namenlosen«, einem Beamten aus der Provinz, der es nach zehnjährigem Schwertkampf-Studium geschafft hat, die zwei gefährlichsten Gegner des Königs zu töten. Der Namenlose wird zum Hof des Königs von Qin eingeladen um dem König zu berichten, wie der Held im Stande war, die beiden Attentäter auszuschalten.
Mir hat »Hero« wesentlich besser gefallen als das von allen über den grünen Klee gelobte »Tiger and Dragon«. Ich fand in TaD die Geschichte eher fad und, obwohl es ein Märchen war, störte mich sehr, wie die Akteure über den Baumwipfeln schwebten. Das gibt es in Hero zwar auch, aber nicht in diesem Umfang. In Hero gefiel mir, wie sich die Geschichte mit der Zeit zusammenfügte und nach einigen Wendungen klarer wurde. Außerdem wusste das Spiel mit Farben zu begeistern. Jede der in fünf Variationen erzählten Geschichten wurde komplett in einer symbolhaften Farbe gehalten: Gelb, Rot, Grün, Blau, Weiß. Darüber hinaus eine exzellente Kamera und ein brillanter Schnitt, die die Schwertkämpfe gekonnt in Szene setzen (beste Szene: die Blätter).

Zwei lesenswerte Artikel zu diesem Film:
- Meister aller Klassen (Spiegel-online)
- Die Liebkosung der Erde mit den Fußsohlen (SZ)

Erschienen am Montag, 30.06.2003 @ 2:11 | Kommentare deaktiviert
Tags: ,

 

Duschen mit Sandalen

Im Gegensatz zu gestern bin ich heute sehr gut gelaunt! Bin zwar erst um 6 Uhr früh eingeschlafen (lag ein paar Stunden wach), habe aber bis kurz vor 10 trotzdem genug Schlaf abbekommen. Eine freie Videokassette kann die Schmidt-Show heute Abend aufzeichnen. Ich habe es gestern Abend noch geschafft, 20 GB Daten von meiner Festplatte freizuschaufeln. Der Zug um 11:09 bringt nur fünf Minuten Verspätung von Saalfeld mit, so dass ich wahrscheinlich pünktlich um 14 Uhr in der SAE ankomme. Und er hat eine Steckdose für mein iBook. Das Beste: Ein Treffen heute Abend mit einer Freundin klappt!
So, ich muss los!

Erschienen am Montag, 30.06.2003 @ 10:41 | Kommentare deaktiviert
Tags:

 

+++

Archiv
RSS-Feeds: Einträge und Kommentare (zu allen Einträgen).