Archiv für Juli 2003

Dienstag, 01.07.2003

Keynotes und Schlecht-Wetter-Griechen, Choco Colada und Billard, sowie Bombenstimmung am Ostbahnhof

Dieser Eintrag berichtet nicht über Montag und Dienstag dieser Woche sondern über Montag, Dienstag und Mittwoch letzter Woche.
Die Abenteuer eines Studenten in München von dieser Woche gibt’s morgen, gleiche Welle, gleiche Stelle.

Der Wecker klingelte am Montag, 23. Juni um 07:45 Uhr. Zuvor wurde ich bereits von meinem Vater und meiner Schwester geweckt (ich habe einen Zettel mit der Bitte an die Wohungstür gehängt, sicher ist sicher). Aber ich drehte mich noch ungefähr fünfmal um und ließ mich jedes Mal von meinem Handy wecken. Um kurz nach 8 Uhr unter die Dusche. Noch ein paar Umpackprobleme mit Rucksack, Fahrradtasche und Office-Bag. Der Ordner des B-Projekts verschwand im Ortlieb Office-Bag, die zusätzliche Fahrradtasche packte ich noch für Kleidung. 8 Uhr 45, ich stürme aus dem Haus und schwinge mich auf’s Rad. Ich brauche, wie schon öfter erwähnt, 30 Minuten um mit dem Rad die zehn Kilometer bis zum Bahnhof zu kommen (ich fahre also nicht langsam). Wäre also um 9 Uhr 15 drin, der ICE fährt um neun nach neun. So schnell war ich noch nie in der Stadt, neue Weltbestzeit: 20 Minuten.
Über die Schienen von vier Gleisen auf die andere Seite. Anzeige: Zug hat fünf Minuten Verspätung. Naja, ok, geschenkt. Den Zug zu erwischen war mir wichtig, denn ich wollte mein iBook im Zug nutzen, um diesen Eintrag zu schreiben, und ich wollte endlich mal den 1.-Klasse-Gutschein einlösen. Ein Zug später wäre ein ICE1 gewesen, nix Steckdose, nix schicke erste Klasse. Noch einen Zug später wäre ich zu spät in München angekommen.
Die erste Klasse war überraschend gut besucht; fast jeder Platz war besetzt. Es gibt insgesamt mehr Platz, da die Bestuhlung großzügiger ist. Angeblich sind auch die Sitze breiter, aber das habe ich nicht mit Sicherheit feststellen können. Das Kopfkissen ist etwas dicker gepolstert und die Sitze sind aus Leder, aber ich finde die Sitze in der zweiten Klasse der neueren ICEs (ICE-T, ICE-TD und ICE3) schon auch sehr komfortabel. In der ersten Klasse hat man immer ein ganzes Fenster aus dem man hinaussehen kann und die Beinfreiheit bei gegenüberliegenden Sitzen ist größer. Insgesamt alles Features, die mir den Aufpreis nicht wert wären, aber ich habe es ja in diesem Fall von der Bahn mittels Gutschein geschenkt bekommen (eine Hin- und Rückfahrt). Wobei ich in der zweiten Klasse darauf achte, mich nicht an einen Tisch zu setzen (mit gegenüberliegenden Sitzen), da es dann schon eng wird; in einer Reihenbestuhlung gibt’s aber mit der Beinfreiheit keine Probleme und ich bin 1,86.

Holger und Stefie waren bei meiner Ankunft noch nicht im Büro. Es war kurz vor zwölf und ich ging gleich vom Frühstück zum Mittagessen über, aß eine Pizza in einer nahen Pizzeria (»Ischia« in der Neherstr. 9, Tel.: 089-471983). Salami-Pizza für 6 Euro 50, die zwar durchaus lecker war, allerdings nur in Tiefkühlpizza-Größe daher kam.
Das Büro. Ich war ja schon einmal kurz da, aber ich muss sagen, ich bin vom neuen Büro der drei begeistert. Die Anbindung erwies sich auf den zweiten Blick als durchaus gut: U4/U5 in sieben Minuten vom Hauptbahnhof zum Prinzregentenplatz, dann fünf Minuten zu Fuß, bzw. vom Ostbahnhof der 53er Bus in etwas über fünf Minuten bis »Friedensengel«, dann nur noch zweimal über die Straße. Die Prinzregentenstraße ist sehr laut, man kann auf dem Gehweg kaum eine Unterhaltung führen. Durch die Tür in den Hinterhof und man hört von der Straße nichts mehr, stattdessen Vogelgezwitscher. Dort ist es auch etwas kühler. Eine kurze Treppe in den Keller. Das Büro ist halb im Keller drin. Sommers steht die Tür offen und im Büro ist es angenehm kühl; ich habe sogar ein wenig gefroren. Während es draußen auf der Straße 35 Grad hatte!
Ich blieb nur eine halbe Stunde und fuhr dann zur SAE (darüber schrieb ich bereits separat).

Zurück von der SAE, wieder im Büro. Halb sechs, die Keynote von Steve Jobs beginnt um 19 Uhr. Da sie nicht live übertragen wurde beschlossen wir, jetzt dann was essen zu gehen und nachher den Schluss der Live-Berichterstattung in den Tickern und bei Mac-TV anzusehen/-hören. Zuvor versuchten wir jedoch noch verzweifelt, das Netzwerk im Büro zum Laufen zu bekommen. Kurzfassung: Der Server (Sun Cobalt Qube) kommt nicht mit PPtP klar, der Provider bietet aber nur PPtP statt PPPoE an, das ansonsten üblich ist. Maximal einen Rechner (Powerbook oder iBook) konnten wir direkt ans DSL-Modem anschließen und damit online gehen, aber brachten wir Internet-Sharing über Airport (Software-Basisstation) zum Laufen? Um’s Verrecken nicht. Ein Trost: Der direkt ans DSL-Modem angeschlossene Win2000-PC konnte mit PPtP auch nichts anfangen. Bei allen unseren Rechnern, egal welchen wir anschlossen, stand in Internet-Sharing stets, dass die Verbindung über per Ethernet angeschlossene Rechner geteilt wird, aber nicht über Airport. [Update vom 2. Juli: In Panther wird das besser gelöst.] Server dazwischen geschaltet, aber es ging auch nicht. Um halb sieben erstmal zum Essen, zum nahen Schlecht-Wetter-Griechen (Poseidon in der Grillparzerstraße beim Prinzregentenplatz, fünf Minuten zu Fuß). Wäre die Keynote live übertragen worden und wir wären zum Essen gegangen hätte ich ja gesagt, das sei Luxus.   :-)

Die vier Mac-TV-Redakteure klapperten Ticker ab und hatten wohl auch Zuschauer vor Ort, so dass die Berichterstattung schon zeitnah war, aber ohne Bild. Nach der Keynote sahen wir noch ein wenig bei der Wiederholungs-Schleife rein, gingen dann aber um 23 Uhr.
Über die Keynote schreibe ich noch einen Extra-Eintrag.

Um elf Uhr schlugen wir am Dienstag, 24. im Büro auf. Ich schrieb zunächst weiter an two cents-Einträgen. Zwei Stunden später bereits wieder Aufbruch Richtung Ostbahnhof, um mit der S-Bahn nach Perlach zur SAE raus zu fahren.
Zurück im Büro, aber ich blieb nicht lang, denn ich hatte mich mit Matthias verabredet. Ich traf ihn im Büro und wir arbeiteten noch bis 20 Uhr jeder an seinen Projekten (okay, ich surfte hauptsächlich, denn im Büro des Kollektivs mussten wir uns zu dritt mit der Internet-Verbindung abwechseln, da das Internet-Sharing nicht funktionierte). Wir gingen ein paar hundert Meter weiter ins »Baal«, benannt nach Brechts Erstlingswerk. Ebenso wie im »Edison & Co.« hat es hier viele Bücher. Die Kneipe, die sich zwar Osteria nennt, aber Kneipe ist, bietet außen einige Sitzgelegenheiten. Es war kein Platz mehr und wir gingen hinein. Innen einige gemütliche Tische, viele Bücher in den Regalen an den Wänden und in der Mitte des ersten der beiden Räume ein Billard-Tisch. Es spielte in angenehmer, Unterhaltungs-tauglicher Lautstärke Jazz-Musik. Im Verlauf des Abends trank jeder von uns zwei Spezi und wir spielten ungefähr eine Stunde (für 7,50) fünf Spiele an dem Tisch. Die Unterhaltung drehte sich um’s Geschäft, die SAE und was sonst so ist.
Insgesamt recht angenehm. Das Baal soll laut Matthias’ Aussage auch gutes Essen haben, aber ich hatte an dem Abend schon gegessen und daher gab es keinen Bedarf, das direkt auszuprobieren. Gelegen in der Kreitmayrstr. 26, 80335 München, Fon: 089-1298518 (keine telefonische Reservierung des Billard-Tischs). Öffnungszeiten: MO-FR von 12 bis 1 Uhr, SA und SO von 19 bis 1 Uhr. Die nächste U-Bahnstation ist »Stiglmaierplatz«. Holger und Stefie gingen an diesem Abend in »Hero«, den ich mir am Mittwoch mit Micha und Markus ansah. Wir trafen uns noch gegen 23 Uhr im »Wirtshaus zur Au« und ich fand einen neuen Lieblingscocktail: Choco Colada (Cherry Fizz ist allerdings nach wie vor unerreicht). Das Wirtshaus sieht aus wie ein Wirtshaus, ist eingerichtet wie ein Wirtshaus und hat eine Speisekarte wie ein Wirtshaus. Gespielt wird allerdings »Café del Mar« und es gibt eine Cocktail-Karte, die sich sehen lassen kann. Es ist nicht weit von der S-Bahn-Station »Isartor« entfernt: Ausgang Richtung Deutsches Museum, über die Isar drüber und wenn man vor den Museumslichtspielen steht, dann die Straße linker Hand. Nach zwei Minuten auf der linken Seite.

Ich blieb extra einen Tag länger in München, um am Mittwoch, 25. Juni nochmal in die SAE zu gehen. Schon seit drei Wochen geplant und letzte Woche gebucht: ein Platz in der Edit Lounge, um meine Wavelab-Übung zu schneiden, auf MiniDisc auszuspielen und den Audio-Supis zur Kontrolle zu geben. Wie ich bereits in meinem SAE-Eintrag schrieb, kam es etwas anders. Ich ging aus dem Büro um 11:45, stieg in den 54er Bus am Prinzregentenplatz und fuhr die sieben Minuten zum Ostbahnhof. Ich kam gerade rechtzeitig, um bei der Schließung des Bahnhofs zuzusehen: Ich dachte erst, auf dem Vorplatz hat es vielleicht einen Unfall gegeben, weil dort so viele Menschen und Polizei waren. Ich ging in das Tiefgeschoss um den Menschentrauben auszuweichen und als ich am Eingang des Bahnhofs ankam, versperrten zwei Mitarbeiter der Bahn-Sicherheit den Weg und Polizisten rollten Absperrband aus. Beim Hinuntergehen rief mir ein Passant »Bombendrohung!« hinterher aber ich wollte ihm nicht glauben. Im Untergeschoss vergewisserte ich mich beim Anblick der Absperrmaßnahmen bei einem der Sheriffs nur mit »Das dauert wahrscheinlich länger, oder?«, was natürlich bejaht wurde.
Mit dem 53er Bus fuhr ich wieder zurück über den Prinzregentenplatz zur Haltestelle »Friedensengel«, zurück ins Büro. Ich verbrachte den Nachmittag noch mit lesen, schreiben und surfen. Inzwischen lief Internet; Holger kaufte am Vortag eine Airport-Basisstation (die »Extreme«, ich habe zu Hause die ältere »Snow«, die erste Generation hieß »Graphite«), die aber kein PPtP verstand. Ein Anruf beim Apple-Service führte zur Ernüchterung. Laut Holger konnte man über das Telefon förmlich das Abwinken des Apple-Mitarbeiters sehen, als Holger nur das Kürzel PPtP erwähnte: »Vergessen Sie’s.« Der Mann war Österreicher, und in Österreich gibt’s nur PPtP. Die Klagen über die mangelnde PPtP-Unterstützung von Airport hörte er bestimmt nicht das erste Mal; tausende Österreicher müssen bereits an ihm gescheitert sein. PPtP wird für DSL nur in Österreich benutzt. Wir befinden uns im Jahre 2003 n. Chr. Die ganze Welt benutzt PPPoE. Die ganze Welt? Nein! In einem kleinen Dorf namens München am Rande der Republik gibt es den Provider M-Net, der tapfer Widerstand leistet…
Ich kam gegen 16:20 Uhr am Hauptbahnhof an, kaufte mir für die Fahrt was zu trinken und ein Salami-Baguette für knapp einen Euro bei »Yorma’s«. Das stillte den ersten Hunger ganz gut (hat etwa die Größe von zwei herkömmlichen Salami-Brötchen) und war ganz lecker. Der Zug fuhr pünktlich um 16:38 ab, und auch bei der Rückfahrt war die erste Klasse überraschend gut besucht. Nur um einen freien Sitzplatz zu bekommen lohnt die erste Klasse nicht, da dürften die Chancen in der zweiten Klasse in etwa gleich sein. Bereits bei der Abfahrt informierten die ZuBs darüber, dass wir wohl mit einer knappen halben Stunde Verspätung in Nürnberg, Erlangen und den weiteren Bahnhöfen ankommen würden, da wegen eines Stellwerkschadens eine Umleitung in Kauf genommen werden musste. Wir fuhren nicht über Augsburg, sondern über Treuchtlingen. Ich hörte mir die einstündige Mac-TV-Sendung an, die direkt im Anschluss an die Keynote gesendet wurde und las Websites (über Panther und den neuen Power Mac G5).
Die bei der Abfahrt prognostizierte Verspätung traf zu: 25 Minuten spätere Ankunft in Erlangen. Ich radelte heim, legte meine Sachen ab, checkte E-Mails, druckte ein paar Webseiten aus und fuhr wieder in die Stadt. Kino mit Micha und Markus, »Hero«.

Erschienen am Dienstag, 01.07.2003 @ 23:05 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 02.07.2003

Trainspotting

Hier nun die Ereignisse von gestern und vorgestern.

Montag, 31. Juni 2003
Die zweite Woche Audiotechnik in der SAE bei Armand (letzte Woche: siehe Eintrag vom 25.06.03). Über die Hinfahrt gibt’s nichts besonderes zu erzählen. Am Morgen drehte ich mich natürlich noch fünfmal um, ging kurz vor knapp unter die Dusche (mit Sandalen, die mussten einfach mal gewaschen werden) und ging spät aus dem Haus, 10:40 Uhr. An sich zu knapp, um den ICE nach München um 11:09 am Erlanger Bahnhof zu erwischen, aber ich sah mir im Web die Pünktlichkeitsabfrage für meinen Zug an. Der brachte von Saalfeld her fünf Minuten Verspätung mit, was mir entgegen kam. Trotzdem pünktliche Ankunft im Münchner Hauptbahnhof um 13 Uhr zerquetschte (13:08?). Schnell den Bahnsteig vorgelaufen, einen Stock tiefer, eine MVV-Tageskarte für den Innenraum gekauft (4,50) und am Stand neben den Treppen ins S-Bahn-Tiefgeschoss zwei Brezeln zum Frühstück. Die kosten dort nur 50 Cent das Stück; ein Stockwerk höher bei den Bahnsteigen kann man für die selben Brezeln auch jeweils einen Euro ausgeben. Überhaupt sind die Geschäfte direkt in der Bahnhofshalle sehr teuer, nicht nur, was Brezeln betrifft. 2 Euro 20 für einen halben Liter Cola sind schon horrend. Bei Yorma’s an der Außenseite des Bahnhofs gibt’s das für 1,75 und anderswo für noch weniger (z.B. im Karstadt am Stachus oder Marienplatz, aber mit Gepäck ist es nicht gerade angenehm, dort einzukaufen).

Es war heiß an diesem Montag; ich war in kurzen Hosen und frisch gewaschenen Sandalen unterwegs. Nach dem Brezelkauf direkt zur SAE; ich erreichte sogar noch die S-Bahn um 13:14 im Hauptbahnhof-Tiefgeschoss. Beim Audio-Supi ließ ich mir erstmal meine vom Buchungscomputer automatisch eingetragene Sperre rausnehmen, da ich ja nichts dafür konnte, dass ich letzten Mittwoch nicht zum gebuchten Zeitpunkt am Schnittcomputer in der Edit Lounge erschien; der Ostbahnhof war ja wegen einer Bombendrohung geschlossen. Ich nutzte die Gunst der Stunde und buchte mir einen Platz in der Edit Lounge für morgen von 12 bis 14 Uhr, vor dem Unterricht; da war zufällig noch was frei (sogar beide Schnittplätze).
Zu Beginn des Unterrichts machteAlex, unser Course Coordinator, noch ein paar organisatorische Ansagen, verteilte einen Packen Unit Outlines und kündigte einen Gastvortrag eines früheren SAE-Absolventen an (namentlich Holger).
Der 1. Level der SAE, der BMC (Basic Media Certificate), neigt sich schnell und unaufhaltsam dem Ende. Diese Woche noch Audio-Technik bei Armand, nächste Woche, 7./8. Juli, Einführung in 3D (Cinema4D soweit ich weiß und übernächste Woche, 14./15. Juli, Web-Animation/Flash bei Matthias. Dann ist die SAE zwei Wochen geschlossen. Am 4. August geht’s weiter. Hier gerade nochmal die Übersicht der BMC-Übungen:

  • Graphics: CD-Cover in Photoshop (Abzeichnung bis 19.07.03)
  • HD-Recording: Pop-Song in Wavelab gemäß Vorlage zusammenschneiden (Abzeichnung bis 19.07.03)
  • Mixdown: Ein bisschen am Mischpult spielen (keine Abzeichnung; freiwillige Übung)
  • Sprachaufnahme (Abzeichnung bis 09.08.03)
  • Multimedia: Kleine Website als Endprojekt des BMC; Note taucht im BMC-Zeugnis auf (Abgabe bis 09.08.03)

»Abzeichnung« heißt, dass es bis dahin von den Supervisoren für »gut« befunden worden sein muss. Wer seine Arbeit zur Nachbesserung nochmal zurückbekommt, kann noch zweimal nachbessern, aber wer erst zwei Tage vor dem letzten Abzeichnungstermin abgibt, hat’s natürlich enger. Am 11. August ist dann die BMC-Abschlussprüfung: 70 Multiple Choice-Aufgaben mit knapper Zeitvorgabe.

Der weitere Verlauf des Kurses ist jetzt auch bekannt: Die ersten drei Wochen (Wochen vom 11.08., 18.08. und 25.08.) Photoshop bei Alex inklusive einer Übung, dann zwei Wochen Screendesign bei Caro (01.09. und 08.09.) mit einer zweiten Photoshop-Übung), eine Woche Freehand-Grundlagen bei Caro, zwei Wochen HTML bei Alex (22.09. und 29.09.) mit der 3. Übung »HTML« und in der Woche vom 06.10. »Medienoptimierung« bei Matthias. Vom 25.08. (dritte Photoshop-Woche) bis einschließlich 06.10. läuft das »Projekt 1«.

Die zwei wichtigsten Merksätze beim Arbeiten mit Mischpulten:
»Alles von hinten.«
»Erst schalten, dann fahren.«

Heute (Montag) war der Unterricht vom Thema her ehrlich gesagt recht ätschig. Armand ist ein guter Dozent und hat auch ein offenes Ohr für unsere Probleme, aber sein Thema ist halt in erster Linie Audio. Das gehört peripher schon zu Multimedia dazu, aber für das professionelle Audio-Zeugs gibt’s den Audiokurs. Die Multimedias basteln nur alles zusammen (ganz vereinfacht ausgedrückt) und sind nicht unbedingt in einem Tonstudio heimisch.
Nach den Grundlagen letzter Woche schrieben wir zu Beginn des heutigen Unterrichts erstmal einen angekündigten Test. Wir brachten Aramand letzten Dienstag durch ein paar nicht so ernst gemeinte Äußerungen auf die Idee und nach ein bisschen quengeln bot er uns einen fairen Deal an. Zum Einen konnten wir dann mal sehen, wie potentielle SAE-Prüfungsfragen aussehen können (die Beantwortung war allerdings offen; in den offiziellen Tests gibt es Multiple Choice-Aufgaben). Zum Anderen schlug er vor, den Test nur dann in die Endnote für den BMC einfließen zu lassen, wenn sich jemand dadurch seine Abschlusstest-Note verbesern könnte. Fünf Aufgaben, wenn ich’s richtig im Kopf habe, mit jeweils zwei oder drei Teilaufgaben, Viertelstunde Zeit, Testrückgabe am Dienstag. Ich konnte nach dem Test gar nicht einschätzen, wie es für mich ausfallen würde; zwischen vier und eins hielt ich alles für möglich.
Dann weiter im Stoff. Letzte Woche gab es Audiotechnik-Grundlagen (Aufbau eines Tonstudios, Signalwege im Tonstudio und im Mischpult…), heute ging es darum, sich mal ein richtiges Mischpult anzusehen, und nicht nur ein fiktives 08/15-Pult. Wir sahen uns heute ein analoges Pult an, ein Mackie 1604-VLZ pro. Zwar auch nur auf Papier und Overhead-Folie, aber immerhin etwas näher an der Realität als nur schematische Zeichnungen. Wir erhielten als Kopien zwei komplette Abbildungen des Input- und Masterbereichs des Pults sowie eine Abbildung der Rückseite (Schalter und Anschlüsse) und eines Kanalzugs aus der Inputsektion und den Masterbereich im Detail. Anschließend sprachen wir verschiedene Szenarien durch: Einpegeln und Mixdown mit mehreren Geräuschquellen. Welche Schalter wann wieso gedrückt werden müssen und was man mit den Fadern anstellt.
Wie gesagt, mich hat’s nicht so interessiert.

An diesem Montag ging es Schlag auf Schlag. Aufstehen, fertig machen, in die Erlanger Innenstadt radeln, in den Zug nach München steigen, in die SAE fahren. Nach der SAE zurück in die Münchner Innenstadt zu Stefie und Holger ins Büro. Dort umziehen: Das T-Shirt war verschwitzt und die kurze Hose ist auch eher zweckmäßig als schön; die Sandalen gegen Socken und Halbschuhe eingetauscht. Ich traf mich mit Tini, die ich aus verschiedenen Gründen dieses Jahr noch gar nicht gesehen habe. Wir gingen ins Baal, aßen an einem der draußen aufgestellten Tische Nudeln und unterhielten uns gut. Details zu Gesprächsinhalten tun hier nichts zur Sache, denn es gibt Dinge, über die man nicht öffentlich sprechen muss (siehe auch den NYT-Artikel »Dating a Blogger, reading all about it«). Tini hat mal bei der gleichen Bank gearbeitet wie ich und sie war für mehrere unterschiedlich lange Zeiträume, insgesamt ein paar Monate, meine Chefin, als ich als Springer 2000 und 2001 in einer der Münchner Filialen gearbeitet habe. Mittlerweile sind wir Freunde geworden.
Später am Abend traf ich wieder auf Stefie und Holger, nur noch ein kurzer, einstündiger Stopp im »Wirtshaus zur Au«. Die Happy Hour dort (22 bis 1 Uhr, alkoholische Cocktails für 5,50 Euro) bot sich an, um mal einen Cocktail zu probieren, auf den ich es schon länger mal abgesehen habe: Long Island Ice Tea. Mehrere Rumsorten und in einigen Lokalitäten ist es durchaus üblich, in der Getränkekarte darauf hinzuweisen, dass maximal zwei pro Person ausgegeben werden. In einer Kneipe in Westerland auf Sylt trägt ein weiterer Cocktail in der Karte dieses Attribut mit sich: »Dr. Timbu’s Knock-out«, der aus zwanzig Rum-Sorten zubereitet wird. Wie hat er mir geschmeckt? So lala. Ich hab’ ihn jetzt mal probiert, aber es gibt bessere Cocktails. Um sich schnell und effizient die Kante zu geben, tut’s auch Absinth.
Ein weiterer Cocktail, der auf meiner »Noch probieren«-Liste steht ist Frozen Margarita, den das Wirtshaus jedoch nicht führt. Heimweg zu Fuß; inzwischen kenne ich den oberirdischen Weg vom Isartor zum Rosenheimer Platz, vorbei am Veranstaltungszentrum Gasteig.

Um 5:38 wurde ich am Dienstag geweckt, auf der Straße fünf Stockwerke weiter unten ging’s hoch her. Müllabfuhr oder ähnliches, das weckte mich letzte Woche schon in etwa zur gleichen Zeit. Ich schlief nochmal ein und Holger weckte mich um 9 Uhr irgendwas wieder. Als letzter ins Bad, fertig gemacht und dann ins Büro. Stefie und Holger fuhren per Rad, ich kaufte mir im gegenüberliegenden Plus ein Zivi-Frühstück (Bahlsen Butter-Kekse mit Vollmich-Schokoladenfüllung) und im Ostbahnhof was zu trinken (der Plus führt nur 2-Liter-Partybomben). Mit dem 53er Bus vom Ostbahnhof wenige Haltestellen bis »Friedensengel«, zweimal über die Prinzregentenstraße ins Büro. Dort angekommen eben die Startseite von entervisions.de aktualisiert.
Kaum eine halbe Stunde war vergangen, machte ich mich wieder auf den Weg zur SAE.

Mein Studentenausweis hat auf der Rückseite einen Barcode: Einmal durch den Leseschlitz des Barcode-Lesers gezogen und ich war für die gebuchte Übung angemeldet. Frühestens eine halbe Stunde vor und eine halbe Stunde nach Beginn eines zweistündigen Übungsblocks kann man dem Buchungscomputer gegenüber sein Erscheinen mitteilen. Wer dieses einstündige Zeitfenster verpasst, zahlt fünf Euro Strafe. Außer er kann gute Gründe für eine Verhinderung vorbringen, zum Beispiel die Sperrung des Ostbahnhofs wegen einer Bombendrohung und in Folge dessen Ausfall der S-Bahn-Verbindung raus nach Perlach. Ich muss mal HAFAS befragen, ob theoretisch auch ein Bus nach Perlach raus führe, aber ich nehme mal an, dass das einer Weltreise gleich kommt (inzwischen mal nachgesehen: 37 Minuten mit 1x umsteigen statt 7 Minuten).
Ich begann meine Wavelab-Übung. Ein Kürzungsschnitt des Songs »Never be the same again« von Mel C von rund sechs Minuten auf eine halbe Minute. Aber nicht irgendwie, sondern die halbminütige Fassung sollte sich so anhören wie eine von einem SAE-Dozenten geschnittene halbminütige Vorlage, in der hier und da noch Sounds aus dem Song hineinkopiert wurden. Meine Mitschriften vom 2. Juni waren zum Glück recht ausführlich (Armand ging die Übung mit uns durch), ich hatte mir auch die Shortcuts aufgeschrieben und konnte mich noch gut an den Selektionsvorgang und das Hinein- und Hinaus-Zoomen erinnern. Ich kam daher recht gut voran, aber nach anderthalb Stunden war’s dann trotzdem genug; da muss ich demnächst nochmal ran, werde es dann aber hoffentlich fertig machen können. Die restliche Zeit bis zum Unterrichtsbeginn verbrachte ich im Multimedia-Übungsraum im zweiten Stock mit ein wenig Surfen (spiegel.de und spiggl.de) sowie Mails lesen an einem Lampen-iMac.

Im Unterricht bekamen wir von Armand den korrigierten Test von gestern zurück. Der Grat zwischen einer guten und einer schlechten Note war schmal, da es nur 15 Punkte gab (quasi für jede Teilaufgabe einen Punkt, entweder richtig oder falsch). Ich konnte daher nicht einschätzen, wie der Test bei mir ausfällt und rechnete mit allem zwischen eins und vier. Mein Ergebnis: 13,5 von 15 Punkten, 90 Prozent. Aber es hätten auch genausogut 80, 70 oder 60 Prozent sein können.
Nachdem wir uns gestern ein analoges Mischpult ansahen, ging es heute an ein digitales: Das ProMix01 von Yamaha. Wird laut Armand gerne von Alleinunterhaltern verwendet, da es relativ günstig ist, außerdem kompakt, es sind Effekte mit drin und Pult-Einstellungen sind speicherbar. Der Nachteil des ProMix01 ist, dass einem der große Überblick fehlt; man muss alles über ein Display einstellen. Digitale Pulte, die die Vorteile beider Welten vereinigen und ebenso viele Knöpfe und Fader haben wie herkömmliche analoge Pulte, kosten gerne mal eine Million Dollar. Wir besprachen die generelle Funktionsweise (damit wir’s mal gesehen haben) und die Einstellunsmöglichkeiten mit Hilfe des Displays. Eine der BMC-Übungen lautet »Mixdown«. Das ist zwar eine freiwillige Übung, aber Armand empfahl uns, dass wir uns ruhig mal an eines der Pulte in den Studios im Keller setzen sollten, um einen praktischen Bezug herzustellen; das kann für die Prüfung nur von Vorteil sein.
Nach der Pause gingen wir das Thema Sprachaufnahme durch. Worauf bei einer Sprachaufnahme generell zu achten ist, welche Mikrofone verwendet werden, der Popschutz, wohin die Zischlaute gehen, wie das ganze aufgebaut wird usw. Abschließend zeigte er uns das SAE-eigene Sprachstudio im Erdgeschoss (das ebenso über den Buchungscomputer gemietet wird wie die Wavelab-Schnittplätze mit angeschlossenen MD-Recordern in der Edit Lounge). Die Sprachaufnahme ist auch eine Übung, die abgegeben werden muss (siehe oben).

Armand überzog 20 Minuten und wir erwischten die S-Bahn noch knapp: vor dem Zug über die Gleise auf den Bahnsteig (aber keine Gefahr, der Zug fuhr am anderen Ende der Station gerade in den Bahnhof ein und hält vor der Stelle, an der wir rüber gingen).
In München war es nach einem heißen Dienstag am Mittwoch merklich abgekühlt, nur noch 20 Grad. Mittags begann es dann zu regnen, abends regnete es dann nicht mehr, es pisste.
Mein Rückweg führte über den Stachus, um bei McD das Mittagessen nachzuholen. Das Abendessen folgte eine halbe Stunde später in Form eines kleinen Salami-Baguettes von Yorma’s, das ich im Zug aß. Der Zug war eine halbe Stunde vor Abfahrt leer, so dass ich mir meinen Lieblingsplatz aussuchen konnte, aber bei Abfahrt recht voll, fast jeder Platz besetzt; vielleicht wegen der ISPO?
Im Zug Musik gehört, geschrieben (diesen Eintrag bis »Mein Studentenausweis hat auf der Rückseite einen Barcode«). In Erlangen die leere Wasserflasche von Yorma’s München bei Yorma’s Erlangen abgegeben, das Pfand zurückbekommen, zum Rad gegangen, heim gefahren. Meine Ahnung, dass das Wetter 200 Kilometer weiter nördlich besser wäre, bewahrheitete sich: die Erde war zwar auch nass und der Himmel bedeckt, aber es regnete nicht mehr.
Es tat gut, wieder daheim zu sein, und wieder meinen Vater und meine Schwester um mich zu haben. Meinem Vater zeigte ich alle meine Bergbilder, die er durchaus gut fand. Verena war wieder mit dem Telefon verwachsen und amüsierte sich über ein Flash-Movie von irgendwo aus dem Web.

Erschienen am Mittwoch, 02.07.2003 @ 21:18 | Kommentare deaktiviert
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Foto-Session

Heute Abend fotografierten mein Vater und ich im Garten; wir brauchten noch Bilder für seine Website. Seine Homepage geht in ein paar Wochen an den Start und wird von ihm aufgenommene Bilder zeigen, die inzwischen teilweise an mehrere Kalenderverlage verkauft wurden.
Kürzlich stieg er nach Jahrzehnten mit Pentax auf Nikon um; die Umstellung ist bald abgeschlossen. Ein einwöchiger Fotourlaub mit ebenfalls fotografierenden Kollegen auf Sylt im Mai überzeugte ihn. Für meine Ansprüche tut’s nach wie vor die Pentax Z-20.   :-)



Aufgenommen am 16.06.2003 auf dem Dach des Kopfklinikums.

Erschienen am Mittwoch, 02.07.2003 @ 23:47 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 03.07.2003

War Photographer

*argl*, gestern lief »War Photographer« und ich hab’s verpasst. Christian hat einen guten Beitrag in seinem Blog zu diesem Film geschrieben, mit weiterführenden Links.
Damit mir das nicht nochmal passiert, habe ich gleich mal einen entsprechenden Eintrag bei Myrna gemacht…

Erschienen am Donnerstag, 03.07.2003 @ 0:33 | Kommentare deaktiviert
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Köstlich

Eben im SAT.1-Frühstücksfernsehen: Die Kamera zeigt den Himmel über Berlin, strahlender Sonnenschein.

Andreas Franke: Der Himmel brennt und die Engel backen Kuchen.

Jessica Witte-Winter: Ist das nicht romantisch?

Andreas Franke:Soll ich Dir mal Deine Romantik nehmen?
[Schlägt die Bild-Zeitung auf]
Naddel flirtet für zwei Euro mit Männern am Telefon.

Erschienen am Donnerstag, 03.07.2003 @ 5:45 | Kommentare deaktiviert
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Ein Zug ist kein Flugzeug

»Wir haben verstanden«, sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn mehrfach auf der gestrigen Pressekonferenz, als er die Überarbeitung des erst Mitte Dezember eingeführten Preissystem bekanntgab. Die Überarbeitung wurde fällig, da viele Kunden mit den Füßen abgestimmt haben und der Bahn die Umsätze etwas abbröckelten. Erste Details, nämlich die Rückkehr der alten BahnCard mit 50% Rabatt zum Preis von 200 Euro für die 2. Klasse, waren schon am Wochenende bekannt. Bereits letzte Woche berichtete der Spiegel, dass sich die Bahn den Erfinder der »Rosaroten Zeiten« und der BahnCard zurück ins Unternehmen holt und dass Bahnchef Mehdorn diese Woche seine neuen Ideen dem Aufsichtsrat und dann der Öffentlichkeit vorstellen will. Insofern war der gestrige Mittwoch nicht unspannend für mich.
Bereits bei der Einführung des neuen Preissystems im Dezember war vielen Leuten in debts klar, dass die 45 Euro Stornogebühr eine Verhandlungsmasse sind. Als die Umsätze zu Jahresanfang einbrachen, wurde diese Gebühr Mitte Mai erwartungsgemäß auf 15 Euro gesenkt und die verantwortlichen Manager an die Luft gesetzt. Mehdorn versprach, das Preissystem nachzubessern, über dessen Wirkung man sich eigentlich erst nach Ablauf eines Jahres Gedanken machen wollte.

Die Veränderungen im groben Überblick:

  • Wiedereinführung der BC50 für 200 statt 140 Euro in der 2. Klasse
  • Beibehaltung der BC25 für 50 statt 60 Euro in der 2. Klasse
  • Preissenkung für die persönliche Netzkarte von 3.350 auf 3.000 Euro in der 2. Klasse und Umbenennung in BC100
  • Halber Preis für die BC25 und BC50 für Senioren und junge Leute (wie bei der früheren BC50)
  • Abschaffung der Kombinierbarkeit von Rabatten (z.B. Sparpreis und BC), aber für BC25-Inhaber noch eine Übergangszeit bis Ende 09/2004 (eine sehr kundenfreundliche Übergangsregelung)
  • Neuordnung der Sparpreise: 25 und 50% Frühbucherrabatt für Hin- und Rückfahrt bei einheitlich 3 Tagen Vorausbuchung (sofern das Kontingent noch nicht erschöpft ist) statt vorher 10, 25 und 40 Prozent mit unterschiedlichen Vorausbuchungsfristen
  • Die Zugbindung bei den Sparpreisen gilt weiterhin
  • Lockerung der Wochenendbindung beim 50%igen Frühbucherrabatt (Hin- und Rückfahrt kann nun auch am gleichen Samstag oder Sonntag erfolgen, es muss nicht mehr eine Nacht von Samstag auf Sonntag dazwischen liegen)
    [In debts hieß der PS40-Preis mit 7 Tagen Vorausbuchung, Zugbindung bei Hin- und Rückfahrt und einer Nacht von Samstag auf Sonntag zwischen Hin- und Rückfahrt »höchste Knebelungsstufe«.]

Alle Details finden sich auf der Website der Bahn:

Die Änderungen am Preissystem lassen sich mit einem Satz zusammenfassen: Warum nicht gleich so?
Auch Fahrgastverbände äußern sich zufrieden und tatsächlich kann die Bahn nun wirklich jedem Kunden attraktive Angebote machen: Wer nur selten Bahn fährt kann durch die Frühbucherpreise dennoch 25 oder 50 Prozent sparen, ohne eine BahnCard besitzen zu müssen, wenn einige Bedingungen in Kauf genommen werden (nur Hin- und Rückfahrt, Vorausbuchung, Zugbindung und ausschließliche Geltung des 50%igen Sparpreises am Wochenende). Für ambitioniertere Bahnfahrer gibt es jetzt drei BahnCards, je nach persönlichem Bedarf mit Rabatten von 25, 50 oder 100 Prozent auf den Normalpreis bei voller Flexibilität (keine Vorausbuchung, keine Zugbindung, keine Wochenendbindung). Für Leute die nur einmal in ihrem Leben mit der Bahn fahren gibt es natürlich weiterhin den Normalpreis, ebenfalls ohne Einschränkungen wie Zug- und Wochenendbindung oder Vorausbuchung.

Die schärfsten Kritiker der Bahn, die Regulars in debts, äußerten sich auch überwiegend positiv. Natürlich waren auch die ein oder anderen Träumer dabei, die vor ein paar Tagen bei den ersten halbwegs gesicherten Meldungen über die Wiedereinführung der BC50 forderten, sie solle genausoviel oder eher weniger als die alte BC50 kosten und zudem nicht nur im Zusammenhang mit den Mitfahrer-Rabatten gelten, sondern auch mit den Sparpreisen für Frühbucher kombinierbar sein.

Die neuen Regelungen gelten ab 1. August 2003. Die Kritik des Spiegel, dass dann in vielen Bundesländern die Ferien wieder vorbei sind, kann ich nicht teilen; knapp vier Wochen Zeit für die Umsetzung will ich der Bahn gerne zugestehen. Auch vor der Kritik der tagesschau will ich die Bahn etwas in Schutz nehmen, wenn von der Rückkehr der alten BahnCard zum »Liebhaberpreis« gesprochen wird. Ein neuer Preis von 140 auf 200 Euro ist in Prozenten ausgedrückt eine relativ satte Preiserhöhung (43%), aber der absolute Betrag von 60 Euro hält sich IMHO gerade noch in Grenzen (wie einer der Vorstände meiner Bank mal meinte: »Nichts ist so relativ wie Prozentzahlen.«). Zudem wurde das Leistungsspektrum der BC50 erweitert: Es gilt der Mitfahrer-Rabatt (bis zu 4 Mitfahrer zahlen ohne eigene BC nur 50%), Kinder unter 15 können kostenlos mitfahren (müssen aber auf dem Fahrschein vermerkt sein) und die am 15.12.2002 eingeführte Entfernungsdegression gilt ebenso (allerdings macht sie sich nur bei langen Strecken bemerkbar) wie die gleichfalls Mitte Dezember eingeführten, etwas niedrigeren Normalpreise auf mittleren Strecken. Susanne Amann vom Spiegel stellt dann auch fest, dass die Wiedereinführung der BC50 für die Bahn ein teures Vergnügen ist. In einem SZ-Artikel wird Mehdorn zitiert: »Es sei eigentlich ein Fehler, mit der Bahncard50 wieder halbe Preise für ausgebuchte Züge zu anzubieten.« Sehr interessant in diesem Zusammenhang (Kalkulation der BC50 aus Sicht der Bahn) ist auch das Posting von Christoph Münzing in debts (und die folgenden in der Diskussion, auch von anderen Teilnehmern).

Damit die Bahn in Zukunft besser mit Flugzeug und vor allem Auto konkurrieren kann, sollte die Politik aber nicht nur fordern (wie z.B. bei der Wiedereinführung der BC50), sondern auch der Bahn etwas entgegen kommen: Befreiung von der Ökosteuer, Absenkung des Mehrwertsteuersatzes von 16 auf 7 Prozent, höhere Besteuerung von Flugbenzin; die Forderungen sind alt.

Was bedeutet für mich persönlich die Überarbeitung des Preissystems?
Für mich war schon vor knapp drei Monaten so gut wie sicher, dass ich ab August eine Netzkarte kaufen würde. Die großzügige Abrundung von 3.350 Euro auf glatte 3.000 Euro kommt mir da natürlich entgegen (außerdem lassen sich glatte Preise wie 50, 200 oder 3.000 Euro leichter/angenehmer merken als 60, 140 und 3.350 Euro). Die Differenz von 350 Euro von dem Geld, das ich mir bereits für den Kauf der NetzCard auf die seite gelegt habe, kann ich jetzt für was anderes ausgeben, zum Beispiel für den Lebensunterhalt während meines Studiums. Oder um iSight und Panther zu finanzieren. Heute habe ich mal nachgerechnet, wie viel ich in den ersten beiden Monaten meines Studiums in München für Zugfahrkarten ausgegeben habe. Theoretisch, wenn ich nur Montag-Morgen von Erlangen nach München fahre, kostenlos bei Freunden übernachte und Dienstag-Abend wieder heim fahre, gebe ich pro Woche 40 Euro und pro Monat 160 Euro für Fahrscheine aus (mit BC50). Praktisch ist das aber nicht jede Woche machbar, und tatsächlich waren es im Mai 214,60 Euro und im Juni 289,95 Euro (die krummen Zahlen kommen durch eingerechnete S-Bahn-Preise, einen 10-Euro-Gutschein, einen Bordpreis und ähnliche Dinge zustande). Bei durchschnittlich 250 Euro im Monat komme ich exakt auf 3.000 Euro Jahreskosten, und damit ist der Fall klar: BC100 kaufen und weniger Zettelwirtschaft/Buchhaltung haben, auch mal »außer der Reihe« nach Fürth, Nürnberg oder in den Urlaub nach Westerland fahren können, in Nürnberg und München kostenlos die S-Bahn benutzen. Und überhaupt bequemer Bahn fahren, weil ich mich nicht um Fahrscheine kümmern muss. Der Restwert meine noch bis Mitte Dezember gültigen BC50 wird auf den Kaufpreis der BC100 angerechnet (dürfte nicht die Welt sein, aber immerhin).

Ansonsten bleibt mir nur zu wiederholen, dass ich gerne Bahn fahre. Zweimal die Woche ein paar Stunden im Zug zu sitzen macht mir nichts aus, weil ich lese, schlafe, Musik höre oder am Notebook Webseiten lese oder schreibe.
Bei 3.000 Euro Fahrkarten-Jahresumsatz darf ich wohl behaupten, vom Bahnfahren Ahnung zu haben. Leute die behaupten, die »Bundesbahn« sei teuer, unpünktlich und voll fahren anscheinend selten Bahn und haben dann auf ihren seltenen Reisen schlicht Pech. Oder sie fahren Montag-morgens oder Freitag-nachmittags auf Pendler-Rennstrecken wie Mannheim-Frankfurt, ok. Ich fahre jeden Montag-Morgen um 9, 10 oder 11 Uhr von Erlangen über Nürnberg und Augsburg nach München, mit Zügen, die von Leipzig oder Berlin kommen. Ich bekomme immer einen Platz, meistens habe ich sogar eine ganze 2er Sitzbank allein für mich und mein iBook, manchmal allerdings erst nach einer Viertelstunde, wenn in Nürnberg, Bayerns zweitgrößter Stadt und Nordbayerns wichtigster Bahnknotenpunkt, viele Fahrgäste aussteigen. Nach zwei Monaten auf dieser Strecke kann ich auch behaupten, dass die Züge nach ihrer zweistündigen Fahrt sehr püntklich ankommen: In der Regel genau zur im Fahrplan genannten Zeit, zweimal sogar fünf Minuten zu früh und nur wenige Male fünf Minuten später. Ausreißer mit zwanzig oder 30 Minuten gibt’s immer mal und waren bei den zwei oder drei Mal auf einen Stellwerkschaden und ein Unwetter zurückzuführen. Auf der Rückfahrt montags oder dienstags kommt der Zug ab 18:48 von München meistens mit 10 Minuten Verspätung in Erlangen an, um 20:55 statt 20:46 Uhr. Das ist aber auch noch im Rahmen; meistens wird in Nürnberg auf Anschlussreisende gewartet (wie erwähnt der wichtigste Knotenpunkt in Nordbayern).
Auch über den Service kann ich nicht klagen. Durchsagen bei Halen auf der Strecke oder Verspätungen kommen zeitnah, mit Begründung und einem Ausdruck des Bedauerns. Die ZuBs sind stets freundlich, begrüßen und verabschieden einen, wenn man mit einem aus dem Zug steigt (»Tschüss!«). Und ich glaube nicht, dass dies daran liegt, dass ein bahn.comfort-Aufdruck auf meiner BahnCard mich als Vielfahrer ausweist (gibt’s ab 2.000 Euro Fahrkarten-Umsatz in 12 Monaten).

Das »Serviceprogramm für Vielfahrer« habe ich übrigens noch nicht in Anspruch genommen. Aber ich finde es allemal sinnvoller als Ein-Prozent-Rabatte, die einem sonst so unterkommen.

Weitere Artikel zur Überarbeitung des Preissystems:

Erschienen am Donnerstag, 03.07.2003 @ 5:55 | Kommentare deaktiviert
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Wer ist im W3C eigentlich dafür verantwortlich, dass es in der CSS-Spec keinen list-style-type für Spiegelstriche gibt? Ich will nicht dauernd diese dämlichen Bullets benutzen, ich will Spiegelstriche haben!
- So muss eine Aufzählung aussehen
- Und nicht anders.

Erschienen am Donnerstag, 03.07.2003 @ 6:17 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 04.07.2003

Seltsam

2003 scheint das Jahr zu sein, in dem Beziehungen in die Brüche gehen. Bislang gingen in meinem Bekanntenkreis drei Beziehungen zu Ende. Gestern Abend erfuhr ich von einer Freundin, dass auch sie und ihr LAP sich voneinander getrennt haben.
Das betrübt mich. Ich finde es immer sehr schade, wenn man sich im Schlechten trennt, und so ist es ja meistens.

Erschienen am Freitag, 04.07.2003 @ 6:50 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 05.07.2003

Informatik-Hausaufgaben für Masochisten, oder: Access-Blues

Habe eben den Hausaufgaben-Bogen »Access« beendet. Boah, ich wäre fast ausgeflippt. Ich glaube man sieht meiner Hausaufgabe auch an, dass ich eher unlustig drauf war. Mit gehöriger Verspätung von vier Wochen eben per E-Mail an den Informatik-Lehrer geschickt. Ich hab’s ewig vor mir her geschoben, da ich schon von der Excel-Hausaufgabe gezeichnet war und Access eh nicht für ein gutes Programm halte. Der Reihe nach: Das Informatik-Buch und die beiden Hausaufgaben-Bögen von Christa Ott (1, 2, 3, 4) sind die totale Katastrophe.
Das Grundübel ist wahrscheinlich, dass Excel und Access im Lehrplan stehen und somit der Informatik-Unterricht nichts mehr mit Informatik zu tun hat, sondern mehr mit einer Microsoft-Schulung. Aber daneben macht es einem Frau Ott, ob bewusst oder unbewusst sei dahin, unnötig schwer. Nicht damit genug, dass sich Unterricht, Sendungen und das Buch wenig über grundsätzliche Themen auslassen (z.B.: wie funktionieren Datenbanken?). In den Hausaufgaben werden Belanglosigkeiten abgefragt wie:

»Nennen Sie drei unterschiedliche Abfragetypen.«

»Mit welcher Tastenkombination übernehmen Sie bei der Dateneingabe in eine Tabelle die Eintragungen des darüber liegenden Feldes?«

»Wie werden in einem Formular die beiden Bereiche eines Feldes bezeichnet, also die Beschriftung und die dazugehörigen Daten?«

Abfrage von auswendig gelerntem Wissen, das sofort nach dem Aufschreiben wieder vergessen und niemals wieder gebraucht wird. Wobei ich es gar nicht erst soweit habe kommen lassen: Der Informatik-Lehrer kündigte bereits an, dass der Schwerpunkt seiner Prüfung bei Excel liegen werde und dass er nicht so ein Trivia-Quiz veranstalten wird und tausend Shortcuts und Menüpunkte abfragt, sondern z.B. nach der Lösung eines Abfrageproblems fragt (wobei ich fairerweise sagen muss, dass sich auch die Hausaufgaben-Bögen von Frau Ott größtenteils mit Abfragen befassen; übrigens geben die Lehrer im Kollegtag so gut wie keine Hausaufgaben auf; es sind die Hausaufgaben-Bögen der TR-Verlagsunion abzugeben). Auch sehr ärgerlich bei den Hausaufgaben: In allen Fächern werden die Aufgaben in chronologischer Reihenfolge gestellt: Zu Beginn werden Aufgaben aus den ersten Lektionen gestellt und zum Schluss hin die aus den hinteren Lektionen. In allen Fächern, nur in "Informatik" nicht, da sind sie bunt durcheinander gewürfelt. Das lässt mich fast schon Vorsatz vermuten, um das Leid der Telekollegiaten noch ein Stück zu vergrößern.
Das führt mich zu dieser Katastrophe von einem Lehrbuch. Ich las mir gestern und heute die 70 Seiten zu Access durch (die zweite Hälfte des Buchs; die erste befasst sich mit Excel). Es gibt viele Screenshots und die Schrift kann bei der Größe sogar ein Drittklässler oder ein Rentner mühelos lesen. Satz und Typographie könnten direkt einem Buch »Wie man’s nicht macht« entflohen sein (siehe Bild, GIF, 52 K). Alles an diesem Buch schreit mich an: »Ich wurde mit Word geschrieben!« Weitere Probleme: Man weiß in diesem Buch nie, wo man sich befindet. Bin ich kurz vor Schluss eines Kapitels oder mitten drin? Zu welchem Oberthema/Kapitel Abschnitt gehört gerade dieses Unterthema/Abschnitt? Es fehlt eine Nummerierung der Überschriften. In der Kopfzeile wird ständig »Access« wiederholt. Himmel, ich weiß, dass ich mich im Access-Abschnitt befinde, der sich immerhin über drei Lektionen bzw. die Hälfte des Buches erstreckt! Ich erwarte in der Kopfzeile die Abschnittsüberschrift, zum Beispiel »Tabellen: Auswahlbasierter Filter«. Nachschlagen bei solchen Kopfzeilen auf den Seiten ist ungefähr so sinnvoll, wie die Kopfzeile »Telefonbuch« im Telefonbuch statt »Gerk-Getr« oder in einem Nachschlagewerk »Lexikon« statt »Chondroblastom«. Um das ganze noch zu toppen, fehlt ein Befehlsverzeichnis der angesprochenen Funktionen, aber noch viel wichtiger: Es gibt auch kein Stichwortverzeichnis. Noch nie habe ich mich mehr über 19 Euro 95 geärgert.
Jetzt kann man vielleicht nachvollziehen, weswegen ich mich durch die Hausaufgaben gequält habe:

  • Langweiliges Thema: die Spielzeug-Datenbank Access
  • Bescheuerte Fragen im Hausaufgaben-Bogen
  • Wild durcheinander gewürfelte Fragen
  • Nachschlagen (hin und her!) im Buch ist eine Tortur (kein Stichwortverzeichnis, keine Themenüberschriften in der Kopfzeile, keine Nummerierten Abschnittsüberschriften)

Da bleibt mir nur, ein Zitat aus dem Hörspiel »Die fränkische Unabhängigkeit« (»Franken endlich frei!«) anzubringen: »Ich bin so froh’, dass alles vorbei is’.«

Erschienen am Samstag, 05.07.2003 @ 12:07 | Kommentare deaktiviert
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Das fing ja gut an

Wer hätte gedacht, dass der Spiegel-Titel von dieser Woche so hoch aktuell sein würde? Sicher, Italien übernahm am 1. Juli turnusmäßig für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft; Grund genug, um mal etwas die dunkleren Seiten der Persönlichkeit Berlusconi zu beleuchten, der sich keine zwei Wochen zuvor wieder mit einer neuen Lex Berlusconi in die Schlagzeilen gebracht hat (siehe meine Quicklinks vom 21.06.03).
Dass man dem italienischen Ministerpräsident nicht gerade Kritikfähigkeit nachsagt, dürfte inzwischen bekannt sein. Mit seinem Nazi-Vergleich gegenüber einem deutschen Europa-Abgeordneten, der ihn zuvor mit berechtigten Fragen provoziert hat, sammelte er keine weiteren Sympathiepunkte: Ein breiter Sturm der Entrüstung ging durch Europa, nicht nur in Deutschland wurden Entschuldigungen gefordert. Nebenbei bemerkte er, dass es außerhalb seines Landes, von ihm zu einer Bananenrepublik umgeformt, eine Presse gibt, die noch nicht gleichgeschaltet ist. Seine Entgleisung war nicht durch Ironie oder eine rhetorische Spitze abzutun.
Dass solche Ausfälle fast schon sein Markenzeichen sind, dokumentierte sowohl die SZ als auch der Spiegel. Schuld sind immer die anderen (1, 2): Die Opposition und linke Richter und Staatsanwälte, die ihn stürzen wollen aber einfach nur ihren Job machen.

Den eingangs erwähnten Spiegel-Titel (»Die Akte Berlusconi«) kann ich in diesem ganzen Zusammenhang nur sehr empfehlen. Detailiert wird Berlusconis Werdegang, seine Medienmacht und auch die ihm zur Last gelegten Vorwürfe beschrieben. Berlusconi ist mit mehreren Milliarden Euro Vermögen der reichste Italiener. Er hat über 90% der italienischen Fernsehsender das Sagen, entweder, weil er Privatsender selbst besitzt oder als Ministerpräsident, der die Aufsicht über die öffentlich-rechtlichen Sender wahrnimmt. Seine Medienmacht hat er bereits für seine Wahlkämpfe eingesetzt (über seine Ausfälle vom Mittwoch wurde natürlich nichts gesendet, wie den tagesthemen zu entnehmen war), kritische Stimmen in den Sendern wurden rausgeworfen. Ihm werden Verbindungen zur Mafia nachgesagt, ebenso Vetternwirtschaft, Korruption, Geldwäsche und Bilanzfälschung. Durch diverse maßgeschneiderte Gesetze gelang es ihm bisher, einer Verurteilung zu entgehen.
85 Cent, die sich lohnen (für die drei Titel-Artikel online) bzw. 3 Euro für die Print-Ausgabe, noch bis morgen am Kiosk.

Kuriosität am Rande: Die europäischen Konservativen forderten den Abgeordneten Schulz auf, er solle sich bei Berlusconi entschuldigen.

»"Martin Schulz hat mit seinen Bemerkungen den italienischen Premierminister und das italienische Volk in unannehmbarer Weise angegriffen", sagte der EVP-Fraktionsvorsitzende im Europäischen Parlament, der CDU-Politiker Hans-Gert Pöttering.«

Erschienen am Samstag, 05.07.2003 @ 12:49 | Kommentare deaktiviert
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Where’s nothing to see here

Die letzten Tage habe ich wenig persönliches geschrieben und mir auch mit anderen Einträgen viel Zeit gelassen (Berlusconi, Änderungen bei der Bahn).
Das hat mehrere Gründe. Erstens mal passierte einfach nichts besonderes. Zumindest nicht bei mir, bei einer Freundin gab es durchaus Entwicklungen, leider nicht zum Positiven. Außerdem bin ich die letzten Tage früh ins Bett. »Früh« im Sinne von »8 Uhr früh«. Zudem habe ich manchmal das Problem, andere Dinge nicht anzugehen, ehe nicht ein großer Brocken Arbeit erledigt ist, der mir schwer fällt und den ich vor mir her schiebe. Ich meine diesmal nicht Buchhaltung, die habe ich sogar vor zwei Tagen gemacht, sondern eine spezielle Telekolleg-Hausaufgabe.
Aber ich habe nichts verpasst: Das Wetter ist drübe, es hat seit Anfang der Woche nachts nur noch 14 Grad und tagsüber um die 20, und es ist regnerisch. Nicht die schlechteste Zeit, um mal eine Woche zu verschlafen.

Wie sehen die nächsten Tage aus?
Heute werde ich es auch eher ruhig angehen lassen. Hier und da fernsehen, viel lesen, Wäsche aussortieren und aufräumen, evtl noch ein bisschen schreiben und Fotos für eine Website bearbeiten und über ein Konzept nachdenken.
Morgen in etwa das selbe, mit Schwerpunkten auf »viel lesen« (in den Telekolleg-Büchern zu Wirtschaft und Technologie) und die neue Website.
Am Montag geht’s wieder nach München. Auf dem Lehrplan in der SAE steht 3D und ich muss mal sehen, ob ich wieder an der Wavelab-Übung weiterarbeiten kann. Von Montag auf Dienstag übernachte ich wahrscheinlich bei Matthias.
Am Mittwoch will ich zwei Freunde in der Bank besuchen: Markus in der Filiale Fürth und Jochen in der Nürnberger Zentrale. DVDs austauschen, Döner essen gehen (mit Jochen, ich geb’ einen aus).

Am Donnerstag ist der erste Todestag meiner Mutter. An diesem Tag werde ich prinzipiell alles vermeiden, was auch nur im Entferntesten mit Arbeit zu tun hat. Ich werde auch nicht erreichbar sein. Handy bleibt aus, aus dem Festnetz-Telefon nehme ich die Akkus, ich werde keine Mails abfragen und nicht per Instant-Messenger zu erreichen sein. Das wird künftig jedes Jahr am 10. Juli so laufen, und wenn die Welt untergeht: Ich arbeite nicht und ich bin nicht zu erreichen.
Das hat mit den Umständen von vor einem Jahr zu tun. Ohne all zu sehr ins Detail zu gehen: Die Arbeit in der Bank als Springer hat mich kaputt gemacht und dass ich mich an ihrem Todestag ausgerechnet am Arsch der Welt befand, in Karlsruhe, in der am weitesten entfernten Filiale, hat mir den letzten Tritt gegeben, als ich schon am Boden lag (und schon so abgestumpft war, dass ich es in den Wochen davor nicht mal merkte).
Ich brauchte fünf Stunden nach Hause.

Erschienen am Samstag, 05.07.2003 @ 13:44 | Kommentare deaktiviert
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Keine Frage des Geschmacks

Welche der hier im Vordergrund abgebildeten Personen ist stilsicher gekleidet?

  1. Der Kandidat auf der linken Seite
  2. Die Moderatorin Sabrina Staubitz in der Mitte
  3. Die Kandidatin auf der rechten Seite

In diesem Zusammenhang beantrage ich, dass Gerd Rubenbauer ab sofort nur noch wie folgt tituliert wird:



Die deutsche Antwort auf Tom Jones.

Erschienen am Samstag, 05.07.2003 @ 23:43 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 06.07.2003

Quicklinks: Strukturreformen, Studiengebühren, Drogen, Puma, Bahnfahren

Wieder einige schnelle Links, ohne all zu ausführlich über jeden zu schreiben.

Thema Deutschland:
Der Spiegel 28/03: »Schmiergeld für die Wähler« von Gunther Latsch, Harald Schumann und Andreas Wassermann. Über Subventionen in Deutschland, Lobbygruppen und wie man durch die Streichung von Subventionen, mit denen oft den falschen geholfen wird, viel Geld sparen kann.

Die Zeit 28/03: »Vertreibung aus dem Paradies« von Bernd Ulrich. Warum sich die Politik mit der »Wahrheit der Reformen« zurückhält: »Mehr einzahlen, weniger kriegen.«

Die Zeit 28/03: »Die Mitte und der Abgrund« von Frank Drieschner. Wie ergeht es aktuell verschiedenen fiktiven Personen in einem Haus irgendwo in Deutschland?

Die Zeit 31/02: »Vor uns: 30 magere Jahre« von Meinhard Miegel, der für die Einführung einer aus Steuermitteln finanzierten Grundversorgung plädiert, da sich das jetzige soziale System auf Dauer nicht mehr finanzieren lasse.

Was man mir sicher nicht nachsagen kann ist eine Nähe zum RCDS, aber beim Thema Studiengebühren haben sie IMHO den Nagel auf den Kopf getroffen:

»Studiengebühren sind nicht ‘unsozial’! ‘Unsozial’ ist, wenn die Küchenfrau, die Euch vor fünf Minuten den Kartoffelbrei auf den Teller geklatscht hat, Euer Studium mitfinanziert, obwohl sie weiß, dass ihre Tochter mit größter Wahrscheinlichkeit niemals auf einer Universität studieren wird.«

Der Gebrauch der Worte »sozial ist, was…« wurde in letzter Zeit in jeder Polit-Talkshow ja inflationär betrieben und eine Suggestivfrage jagte die nächste (BDI-Chef Rogowski zum DGB-Chef Sommer: »Würden Sie mir zustimmen, dass sozial ist, was Arbeitsplätze schafft?«). Aber der Formulierung des RCDS kann ich mich hier anschließen. Ich befürworte Studiengebühren. Nicht einer ausgleichenden Gerechtigkeit wegen, weil ich davon selbst nicht zu knapp bezahle. Ich plädiere dafür, lieber jedem Kind einen Kindergarten-Platz zu finanzieren und bei der Bildung entsprechend früh anzusetzen.
Davon ab findet sich vielleicht auch ein Mittelweg.

Der Spiegel 28/03: »Lass mich die Nacht überleben«. Ein etablierter Journalist, der seit zehn Jahren für deutsche Zeitungen und Magazine schreibt, auch den Spiegel, berichtet über seine Drogensucht und die Hölle, die hinter ihm liegt. Mit Zwischentexten von Spiegel-Redakteurin Fiona Ehlers. Exzellenter Text.

Die Zeit 28/03: »In riesigen Sprüngen« von Dietmar H. Lamparter über den Sportartikel-Hersteller Puma und seinen Vorstandsvorsitzenden Jochen Zeitz, der die Marke in den letzten zehn Jahren aus der Krise führte und in einer gehobenen Nische platzierte. In diesem Zusammenhang auch lesenswert: Ein Artikel aus dem Spiegel 3/03 zum gleichen Thema (die Krise, der Chef, die Marke und ihr Image bzw. die Imagepflege und Markenpositionierung) sowie aus dem Spiegel von letzter Woche: »Weltmacht Nike«.

SPON: »Das Zen des Bahnfahrens« von Horst Heinz Grimm erzählt über das Bahnfahren in langsameren Zügen. Nicht im ICE, sondern im RegionalExpress durch Deutschland und die Landschaft abseits von Schallschutzmauern genießen. Ich sehe auch gerne mal beim Zugfahren aus dem Fenster und sehe mir die Landschaft an (im ICE zwischen Nürnberg und München über Augsburg durchaus praktikabel). Der Text gibt Empfehlungen für Strecken.

Erschienen am Sonntag, 06.07.2003 @ 9:15 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 07.07.2003

Nachschlag in Sachen Berlusconi

Der Telepolis-Artikel von Goedart Palm: »Berlusconitalia – Die etwas andere Demokratie«. Zu Beginn eine Zusammenfassung dessen, was wir im Spiegel der letzten Woche schon gelesen haben. Es folgt ein bissiger Kommentar. Auszüge:

»Nun handelte es sich bei dem Besetzungsvorschlag nach des Potentaten eigener Auslegung nur um eine Ironie, eine "scherzhafte", fehlinterpretierte Bemerkung. Selten so geschmunzelt! An den Maßstäben gewisser Boulevard-Blätter diesseits und jenseits der Alpen gemessen mag die Suada geradezu feinsinnig gewesen sein, wenn man großzügig über den Inhalt der Bemerkung hinwegsieht.«

[...]

»Dem demokratischen Paten ist die ungeteilte demo-autokratische Macht offensichtlich längst ins Herrscherhirn gestiegen, obwohl er doch selbst Grund genug hätte, darüber nachzudenken, ob er für seinen eigenen Politikstil nicht auch auf historische Referenzen verweisen könnte.«

Zur Frage, ob sich Berlusconi nun entschuldigt hat (so der Kanzler) oder nicht (so Berlusconis Dementi), fiel jemandem in der Spiegel-online-Redaktion mal wieder eine leckere Überschrift ein: »Italienisch für Anfänger«

Erschienen am Montag, 07.07.2003 @ 21:43 | Kommentare deaktiviert
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Kein Grund, zum 20. Mal das nahe Ende der Mac-Plattform herbeizubeschwören

Adobe gab heute die baldige Verfügbarkeit der neuen Version des Videoschnitt-Programms Premiere bekannt. Die neue Version, Nachfolger der 6.5 und genannt »Pro«, wird nur noch unter WinXP lauffähig sein, eine Mac-Version wird es nicht mehr geben.

Ich selbst bin mangels Bedarf noch nicht über iMovie hinaus gekommen, aber mich interessiert der Markt und beobachte, welche Video-Software Freunde einsetzen und was sie darüber berichten. Mich wundert daher Adobes Entscheidung gar nicht. Ich kenne niemanden, der Premiere einsetzt, allenfalls After Effects (mit Zweckentfremdung als Videoschnitt-Tool), ansonsten die Produkte von Apple: Final Cut Pro und die günstigere semi-professionelle Lösung Final Cut Express. Adobe bietet auch sein DVD-Authoring-Programm nicht für Mac OS an, denn hier ist Apple mit DVD Studio Pro ebenfalls der Platzhirsch.
Mit Shake hat Apple auch ein High-End-Compositing-Tool im Sortiment (aber auch für einen High End-Preis), allerdings weiß ich nicht, in wie weit das mit After Effects vergleichbar ist.

Wegen der »neuen Entwicklung« mache ich mir noch keine Sorgen. Adobe bietet Premiere nicht mehr an, da Apple mit FCE und FCP Marktführer im Bereich Videoschnitt am Mac ist. After Effects wird es weiterhin für OS X geben, ebenso wie Photoshop, InDesign und andere.

Lesenswerte Kommentare zur heutigen Meldung gibt bei Kai und bei Mac-TV.

Erschienen am Montag, 07.07.2003 @ 22:02 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 09.07.2003

Harvester

Für mein aktuelles »Projekt K« muss ich zunächst noch neue Inhalte in die alte Site einpflegen, da das Projekt aus mehreren Phasen besteht (und der Noch-Klinikleiter würde gerne noch diese Inhalte online sehen, wobei der künftige Klinikleiter sicher gern etwas beim Design mitreden würde).
Problem: Ich komme nicht an die alten Dateien heran. Ich kenne zwar den Kollegen, der anno 1996 die Seiten gemacht hat, aber falls es aus der Zeit überhaupt noch Backups gibt, sind sie nicht so schnell aufzutreiben. Login und Passwort für den Webspace im Uni-Rechenzentrum sind in der Hand der Kundin, und das soll auch so bleiben. Wie komme ich also bequem an die alten Dateien ran, ohne mir selbst den Wolf zu surfen? Ich brauche ein Programm, das diese Aufgabe für mich erledigt.
»Never send a human to do a machine’s job.«

Der IE für den Mac hat die Funktion »Speichern unter«, die eine komplette Website inklusive Bilder und einer einstellbaren Linktiefe auf die Festplatte runterlädt. Allerdings nicht einzelne Dateien in eine Verzeichnisstruktur, wie sie auch auf dem Webserver liegen, sondern in eine einzige, propritäre Datei. Ich brauche ein FTP-Programm ohne FTP: Kein Login/Passwort, aber trotzdem ein Download Datei für Datei über mehrere Verzeichnisse und Unter-Verzeichnisse, ohne an den Dateien was zu verändern, per http-Protokoll.
Kai schlug verschiedene Alternativen vor (danke):

  • »WebArchiveConverter« (WAC)
    Vom selben Entwickler, der auch iCab geschrieben hat. WAC läuft nur unter OS 9 bzw. Classic und wandelt die Webarchive des IE/Mac in Zip-Dateien um. Problem: Irgendwas passt bei mir mit den von WAC generierten Zip-Dateien nicht: StuffIt Expander entpackt aus einer 2,3 MB großen Zip-Datei nur eine leere Datei »iCabWebArchive« und ein leeres Verzeichnis, das als Namen die URL der gezogenen Website trägt. Der Explorer von WinXP kann in die Zip-Datei hinein sehen und zeigt auch Dateien und Unterverzeichnisse an, aber der Extrahier-Assi (!) von WinXP findet nichts zum Entpacken. Selbst wenn es auf Windows gegangen wäre: Kann doch nicht sein, dass ich für so eine simple Aufgabe drei Betriebssysteme mobilisieren muss: OS X, OS 9-Emulation, WinXP-Emulation…
     
  • Interarchy
    Ist ein FTP-Programm für den Mac, Konkurrent von Transmit. Es stammt von von Stairways Software und wird von Kagi vertrieben. Als ich zum Mac gewechselt bin, wollte ich eine Demo-Version von Interarchy ziehen aber es gab keine oder ich habe sie übersehen. Ich testete Transmit und kaufte das dann. Kai meinte vorhin im Chat, dass man Interarchy nun tatsächlich von der Website runterladen könne, was ich dann auch gleich tat. Nach dem Start wurde ich von einem Nag-Screen mit zwei Buttons begrüßt: »Purchase new license« und »Use existing license«, nix von Demo-Version zu sehen. Kai zufolge gab es früher an der Stelle mal einen Demo-Button. Die scheinen auch nicht zu wissen, was sie wollen…
     
  • rsync, ein Terminal-Programm.
    Wuah, Shell! Nicht, dass ich mich mit dem Terminal bzw. der Shell nicht auskennen würde (habe zusammengenommen etwa anderthalb Jahre Linux-Erfahrung), aber ich bin ja wegen »Power of Unix with the legendary elegance and simplicity of the Macintosh« zum Mac gewechselt. Wenn ich eine spartanische Oberfläche mit tausend Config-Files haben wollen, hätte ich auch bei Linux bleiben können.

Beim Surfen fand ich noch eine Alternative: wget. Als ich es sah, viel mir auch wieder ein, dass ich sogar schon mal davon gehört habe. Ein GNU-Tool; zwar auch für die Shell, aber über Versiontracker fand ich schnell einen Installer für OS X (das Programm wird nach /usr/local/bin installiert) und ein Cocoa-Frontend: SimpleWget.

Um’s kurz zu sagen: wget und SimpleWget funktionieren genau so, wie sie sollen und das auch noch einfach; einfacher geht’s kaum. Eben Mac-like. Man gibt einfach eine URL im Frontend an, macht ggf. noch einige optionale Einstellungen wie Linktiefe oder Speicherort, klickt auf »Get« und wenn wget fertig ist, spielt SimpleWget einen Sound ab. Danach ist eine komplette Website auf der lokalen Festplatte, alle einzelnen Dateien in den Verzeichnissen, in die sie gehören, auch Bilder.
Übrigens lässt sich damit noch einiges anstellen: Da es ein Programm für die Kommandozeile ist, ließe es sich auch per cron fernsteuern…

Erschienen am Mittwoch, 09.07.2003 @ 2:48 | Kommentare deaktiviert
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Don’t call me a web designer




© by Illiad

Erschienen am Mittwoch, 09.07.2003 @ 18:58 | Kommentare deaktiviert
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Vielfalt

Ich fahre auch deswegen gerne Bahn, weil ich mir gerne Mitreisende ansehe. Leute, die man so trifft. Auf der Hinfahrt am Montag zum Beispiel. Ich war kurz vor zehn von Erlangen nach Nürnberg gefahren, um mir mal wieder einen Döner vom weltbesten Dönermann am Rathenauplatz zu geben. Die weitere Planung sah vor, mit dem ICE um 11:29 (Erlangen um 11:09) nach München zu fahren, denn früher hätte ich nicht in München sein müssen, weder bei Matthias noch bei Holger wäre wohl um elf Uhr jemand im Büro gewesen. So war ich um Viertel nach elf am Nürnberger Bahnhof auf Gleis 8. Neben mir auf den Wartesitzen ein älterer Geistlicher, wohl jenseits der 60. Er fragte mich, ob dies das richtige Gleis nach Augsburg sei, was ich ihm bestätigen konnte. Man frage mich nicht, welcher Konfession der Mann angehörte und welchen Titel er bekleidete; das hat mich schon als Noch-Gläubiger nicht sonderlich interessiert. Er trug eine schwarze Kutte mit einem breiten, lila Band darüber, ähnlich einem Kummerbund. Um den Hals trug er eine Kette mit einem großen, gut 15 Zentimeter langen goldenem Kreuz, das er in den Kummerbund gesteckt hat, so dass es nicht baumelte. Unter dem Rock lugte eine schwarze Hose hervor, passend mit schwarzen Halbschuhen. Seiner Eminenz (oder Exzellenz?) ging es nicht besonders, Frosch im Hals. Er bat mich, kurz auf seinen Aktenkoffer zu achten, während er sich etwas zu trinken besorgte. Rechtzeitig vor Einfahrt des Zuges kam er wieder zurück und seiner Tasche ist auch nichts passiert.
Im Zug selbst ging ich durch drei Wagen, auf der Suche nach dem perfekten Sitzplatz: eine Reihe für mich allein ohne Tisch mit einem 3/4-Fenster in Fahrtrichtung auf der rechten Seite (wegen der Sonne); so einen Platz gibt es in jedem Wagen nur einmal. Wenn sich so ein Platz nach dem Durchgehen von drei Wagen nicht findet, schraube ich meine Ansprüche freilich auch zurück und nehme zum Beispiel einen Platz eine Reihe weiter vorne mit nur einem 1/4-Fenster auf der rechten Seite.
Vor mir, auf dem 1/4-Fensterplatz, ein Rucksack-Tourist. Einer von diesen Rucksäcken mit metallenem Außengestell, bei denen die Träger für das Auf- und Absetzen einen eigenen Sherpa brauchen. Aber mitgedacht hat der schlafende Mann vor mir: Ein kleines Kissen ging noch rein. Direkt links von mir ein Mädchen von vielleicht 15 bis 17 Jahren. Buffalos an den Füßen, was sie eher in Richtung 12 rückte, aber eine schwarze Stoffhose und ein schwarzes Jackett über einem weißen T-Shirt das bis zum Bauchnabel reichte, was sie eher in Richtung 17 brachte. Später während der Fahrt packte sie ein Buch »Katzen« aus, in dem sie eine ganze Weile blätterte und las. Nach Augsburg verschwand das Katzen-Kompendium wieder in der Tasche und sie ging mit ihren Sachen zur Toilette. Sie musste wohl schon etwas länger im Zug sitzen als nur Erlangen oder Bamberg, denn das Jackett roch unangenehm verschwitzt, als ich in München nach ihr ausstieg.
Was mich ja manchmal fasziniert und amüsiert sind Leute, die nur einmal alle zehn Jahre mit der Bahn fahren. Typischerweise im Rentenalter, so auch diese Vertreter dieses Bahnfahrer-Typs. Rentnerin, mit quer über den Körper verlaufenden, für diese Anbringung viel zu kurzen Handtaschen-Trageriemen, die eng anlagen wie ein Sicherheitsgurt. Sie begab sich bereits original zehn Minuten vor Augsburg zur Tür. Bei 160 km/h also rund 26 Kilometer vor Augsburg. Naja, sicher ist sicher, man kann ja nie wissen, ob man um halb eins in Augsburg noch rechtzeitig aus dem Zug kommt, wenn zwei andere Leute ebenfalls gleichzeitig den Wagen verlassen möchten.
Am Anfang des Wagens, noch eine Reihe vor dem Touri, saß der Beweis, dass es Zeitmaschinen gibt. Der hagere Mann um die fünfzig muss direkt aus dem Jahr 1973 ins Jahr 2003 gereist sein: Ein Hemd jenseits von Gut und Böse: Blassgelb, mit symetrisch angeordneten Mustern aus Wellenlinien darauf, mit riesigem Kragen. Kragen, wie sie bei drittklassigen Schlagersängern im Dutzend im Kleiderschrank hängen. Kragen von solcher Größe, dass sie bei Regen fast als Kapuze taugen. Der riesige Schlag, der vor ein paar Jahren mal bei Hosen wieder in Mode war, machte sich bei ihm um seinen Hals breit. In dem Kragen steckte ein Kopf, bedeckt von nackenlangem Haar, lockig aber speckig und in Strähnen nach hinten gekämt. Darunter ein unrasiertes 5-Tage-Bart-Gesicht mit schwarzer Briller. Die Hinfahrt brachte aber auch noch schönere Aussichten.   :-)
In der S-Bahn vom Hauptbahnhof raus nach Perlach: Schräg gegenüber auf der anderen Seite des Gangs, auf der Bank am Fensterplatz eine junge Frau Anfang zwanzig. Lange, dunkelbraune Haare (andere Leute würden sagen »brünett«, ich sage dunkelbraun), was ja eigentlich nicht so mein Geschmack ist, über die fensterseitige Schulter geworfen. Sie las in einem Roman, Taschenbuch, blaues Softcover. Schlanke Figur insgesamt, ein weißes, enges Top ohne Ärmel. Nett anzusehen die C-Oberweite, Details spare ich mir.   :-)
Dann die SAE, darüber habe ich schon geschrieben.
Auf dem Rückweg von der SAE ein Abstecher in Richtung Kollektiv-Büro. Die Kontaktaufnahme vorab per Handy ergab, dass Holger und Stefie runter Richtung Isar gegangen waren, kurz nach dem Friedensengel. Ich blieb nur kurz, ging dann zurück zur Bushaltestelle der 53er Linie (»Museumslinie«) und fuhr bis Odeonsplatz. Umsteigen in die U-Bahn, am Hauptbahnhof nochmal umsteigen, eine Station bis Stiglmaierplatz, dann in die Pappenheimer Straße zu Matthias ins Büro. Es war 18:15 und wir blieben bis etwa halb elf. Matthias hatte noch viel zu tun, ich surfte und versuchte hauptsächlich, noch etwas wach zu bleiben (ich war seit halb ein Uhr morgens auf den Beinen). Matthias fuhr mich mit seinem Mini zu seiner Wohnung. Ich habe ja schon kritische Stimmen über diesen Wagen gehört, aber seit diesem Montag weiß ich: Ich mag ihn nicht nur von außen, er gefällt mir auch von innen. Das Auto liegt satt auf der Straße und ist sehr spritzig. Die Liste der Autos die in die engere Wahl kommen, sollte ich mir jemals ein Auto kaufen, wird von Audi A4 (silber) und VW Polo (mein Fahrschulauto) erweitert um den Mini.
Matthias ließ mich nach kurzer Führung allein in seiner Wohnung zurück, er übernachtete bei seiner Freundin.

Dienstag-Morgen. Ausgeschlafen nach nur sechs Stunden Schlaf. Ich krabbelte um halb sechs Uhr morgens aus dem Bett. Naja, nicht wirklich, ich war nur wach, blieb aber noch liegen und las den Spiegel zu Ende. Um kurz nach zehn machte ich mich auf den Weg: Ich warf den Wohnungsschlüssel weisungsgemäß in Matthias’ Briefkasten. Dann ging’s die paar Meter Richtung der S-Bahn-Station St.-Martin-Straße. Frühstück-Mittagessen bei McDonald’s am Ostbahnhof, dann zum Kollektiv-Büro. Ich wollte gerade wieder von dort weggehen da niemand anwesend war, als ich hinter mir Fahrrad-Klingeln hörte: Stefie und Holger kamen an. Im Büro blieb ich auch nur zwanzig Minuten, packte gerade noch Roberts Pro Speaker ein die er verkaufen wollte (an dem 17er Powerbook können sie mangels speziellen Mini-Jack nicht betrieben werden, der die passiven Boxen mit verstärktem Sound und Strom versorgt). Dann wieder Richtung SAE, von zwölf bis zwei meine Wavelab-Übung schneiden (ich kam um 12:20 gerade noch rechtzeitig; man hat nur eine halbe Stunde vor bzw. nach dem Termin Zeit, seine Anwesenheit per Studentenausweis dem Buchungscomputer mitzuteilen, danach gibt’s fünf Euro Strafe).
Ansonsten auf der Rückfahrt nichts, worüber zu berichten lohnen würde. Der Zug war voll, in Erlangen schien die Sonne und ich fuhr bei angenehmen 23 Grad nach Hause.

Am Mittwoch eine kleine Besuchstour in der Bank. Um halb eins nur kurz bei Markus in der Filiale Fürth reingeschaut, ihm ein paar DVDs in die Hand gedrückt und 25 Euro dafür kassiert. Ich kam gerade zwischen zwei Kunden, ich musste eh gleich weiter. Um 13 Uhr Treffen mit Jochen in der Zentrale. Ein kurzer Plausch mit dem netten Pförtner Herr G., bis Jochen nach unten kam. Er gab mir einen Stapel DVDs zurück, ich packte sie in meinen Rucksack ein und wir gingen auf die andere Straßenseite zum Döneressen.
Am Rückweg noch ein Abstecher zum Saturn Nähe Weißer Turm und in Richtung der Postbank, Geld abheben. Dazwischen eine Überraschung: Müller & Rösch sind wieder da. An der Stelle, oder ganz in der Nähe, in der Vorderen Ledergasse 14, gab es den Laden schon mal. Oder war es ein anderer Betreiber? In der Erlanger Goethestraße gab es auch mal einen Ableger. Das kleine, vollgeräumte Geschäft ist im weitesten Sinne ein Computerladen, aber es werden nur Medien verkauft. Diverse Papiere, Patronen für Tintenpisser und Toner für Laserdrucker, CD-Rs und DVDs verschiedener Formate von diversen Herstellern in allen erdenklichen Abpackungsvarianten. Dass es CD-Rs im 100er Pack auf Spindeln gibt war mir bekannt, aber neu ist, dass jetzt sogar schon die Spindeln weggelassen werden, für die heavy user. Ich sah mir das Regal mit den DVD-Rohlingen an. Plus- und Minus-R, Plus- und Minus-RW von Fuji, Maxell, Sony, TDK und natürlich Verbatim, um nur ein paar zu nennen. Zugriff bei einem 5er Pack DVD-Rs, 2-fach von Verbatim für 13,50 Euro, sehr günstig bei umgerechnet 2,70 das Stück. 4-fach im 10er Pack hätte es auch gegeben, aber das musste jetzt nicht sein.
Abends surfen, mailen und lockeres Arbeiten. Die Pro Speaker von Robert, regulär 80 Euro, von ihm gebraucht für 55 gekauft, klingen brutal gut: In den kleinen Dingern steckt mehr drin, als ihre Größe vermuten lässt. Mein Vater kochte Marmelade aus Kirschen, die er zuvor vom Baum im Garten gepflückt und dann auf der Terasse entkernt hat. Zwischendurch zeigten Verena und ich ihm die Telefonie-Funktion in iChat AV. Sobald auf meinem Display zu Hause eine iSight klemmt und so für Mikrofon und Bild sorgt, werden wir öfter mal »telefonieren«, wenn ich in München unterwegs bin und mein iBook in ein Netz hängen kann.
Später am Abend, um zehn, machte ich mich noch auf zu meinem neuen Stammgriechen. Eine Jahres-Flatrate gibt’s bei ihm leider nicht…

Erschienen am Mittwoch, 09.07.2003 @ 22:10 | Kommentare deaktiviert
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What is a Vertex?

In diesen zwei Tagen stand in der SAE »3D« auf dem Programm. Wir waren im Unterrichtsraum untergebracht (jeder ein eigener PC) und Silvio zeigte uns Grundlagen in Cinema 4D XL Release 8 von Maxon. Das Programm gibt’s sowohl für Mac als auch Win, kostet 700 Euro, eine Demoversion ist verfügbar. Teurere Alternativen sind 3D Studio Max oder Softimage.
Das Ziel dieser sechs Stunden, das stellte Silvio gleich am Anfang klar, sei nur, uns einen Einblick in die grundsätzliche Begrifflichkeit eines 3D-Programms und speziell Cinema 4D zu geben. Nach diesen sechs Stunden sollen wir in der Lage sein, eine kleine 3D-Animation zu erstellen, zum Beispiel ein animiertes Logo für eine Website. Im Creative Media ab August gibt’s Cinema nochmal etwas ausführlicher.

Silvio legte los mit der Bedienung der Programm-Oberfläche und zeigte uns einige Objekte. Wir arbeiteten an den PCs vor uns seinen Ausführungen hinterher, ab und an wurde die ein oder andere Frage geklärt. Cinema hat eine eigene Oberfläche, die leicht von den üblichen Windows-Konventionen abweicht. Außerdem hat es auf dem Bildschirm gleich fünf Bearbeiten-Menüs (1x für das Programm sowie in 4 Paletten: Ansicht, Objekte, Attribute, Materialien. Diverse kleinere Symbolleisten in den Paletten und zwei große. Wenn man’s mal gezeigt bekommt, lässt es sich aber auch durchaus angenehm damit arbeiten. Sehr positiv fand ich, dass gleich mehrere Sprachen mitgeliefert werden, die sich in den Preferences umstellen lassen, unter anderem Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. Hallo Adobe, hallo Macromedia! Daran könnt Ihr Euch mal ein Beispiel nehmen!!
Wir befassten uns mit den verschiedenen Ansichten, Kameras, Drahtgitter-Modellen und Gouraud-schattierten Objekten. Nach der »Grundobjekt-Konvertierung« spielten wir mit Polygonen, Kanten und Punkten.
Nach der Pause zog Silvio das Tempo an, um uns noch möglichst viel zeigen zu können. Es ging weiter mit Splines und NURBS.

Ich kam ganz gut mit dem Programm klar, nur am Schluss bei den NURBS brachte ich teilweise nicht mehr das selbe Ergebnis zu stande wie Silvio auf seinem Beamer. Ein wenig 3D-Grundlagen, wenn man’s überhaupt so nennen will, brachte ich schon mit: vor ungefähr acht Jahren habe ich mal mit POVray experimentiert, Gouraud-Shading ist mir aus dem Spiel X-Wing ein Begriff, Wireframes kenne ich natürlich auch, und die Frage, was ein Vertex ist, beantwortete schon vor ebenfalls rund acht Jahren die Anleitung zu den »Doom Editor Utilities«, dem legendären Doom-Leveleditor DEU. Dieses »Grundwissen« war freilich schon nach fünf Minuten überholt.   :-)
Mir hat’s Spaß gemacht und Cinema ist ein Programm, in dem man sich austoben kann. Nicht unbedingt die Richtung, in die ich mal hinwill, aber es war gut, es mal gesehen zu haben. Und falls ich mal damit arbeiten muss, stehe ich zumindest nicht wie der Och’s vor’m Berg.

Am Dienstag war ich etwas früher in der SAE, denn für die Zeit von 12 bis 14 Uhr war ein Platz in der Edit Lounge für mich gebucht. Dummerweise der gegenüberliegende PC-Schnittplatz, so dass ich nochmal von vorn anfangen musste (keine Möglichkeit, meine beim letzten Mal geschnittenen Dateien auf den anderen Rechner zu bekommen). Nächste Woche bin ich auch etwas länger in der SAE: Am Montag um 12 zusammen mit Tim die Sprachaufnahme und am Dienstag, wieder um 12, die Fortsetzung der Wavelab-Schnittübung.
Im Unterricht um 14 Uhr ging es weiter mit Cinema. Arrays, Boole-Objekte, Symetrie-Objekt, Deformer. Anschließen erstellten wir eine kleine Animation für’s Web (mit exportierten als Einzelbilder und Zusammenfügen der Bilder zu einem Animated GIF). Außerdem sprach Silvio noch die Themen Materialien, Lichter und Kamera an.
Es stürzten mal wieder vier Rechner bei der Hitze ab, übrigens AMD Athlons 2000 mit 128 MB RAM und W2K.

Kleine Anekdote am Rande: In der Edit Lounge ist folgender Warnhinweis zum Thema MiniDisc-Klau angebracht:

»Wenn wir denjenigen erwischen, der die Dinger klaut, dann passiert folgendes: Er wird an den Eiern aufgehängt und der dabei entstehende "Sound" wird gesampelt! Diese Samples können/müssen dann beim Supi ausgeliehen werden, weil es dann eine neue Sampling/Sequenzing-Übung geben wird.«

Erschienen am Mittwoch, 09.07.2003 @ 22:10 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 10.07.2003

Andenken

my two cents und freimark.de bleiben am 10. Juli geschlossen.

Bitte besucht roswitafreimark.de

Erschienen am Donnerstag, 10.07.2003 @ 2:15 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 11.07.2003

I still recall the taste of your tears. Echoing your voice just like the ringing in my ears.

Der 10. Juli ist der Todestag meiner Mutter Roswita. Am gestrigen Donnerstag war es genau ein Jahr her. Ich ließ alles etwas langsamer angehen und nahm mir Zeit, schaltete zwei Gänge zurück.

Ich stand um halb acht auf. Vormittags etwas Hausarbeit: Küche putzen, den Spiegel im großen Bad, die Waschbecken, zweimal die Waschmaschine angeworfen, Staub gesaugt (oder wie ich auch gerne sage: gestaubsaugt). Die Post entgegengenommen, für meinen Vater gab’s ein Nachnahme-Paket. Irgendwann zwischen 12 und 13 Uhr setzte ich mich auf’s Rad und fuhr in die Stadt. Beim Altstadtmarkt mal wieder einen Rucksack leerer Flaschen abgegeben. Anschließend bei der Dresdner am Schlossplatz Geld abgehoben und in der Krankenhausstraße ein Lahmacun besorgt. Rückweg durch den Wiesengrund, hinten an Gery’s Pub vorbei und nach dem Fluss den Siedlerweg an der Kreuzung mit dem Baum genommen, halb-links. Den Weg fahre ich sehr selten, ich wusste gar nicht, wo man raus kommt (am Minigolf-Platz). Die letzten Meter die Kanalbrücke an der Aral-Tankstelle schob ich das Rad hinauf. Ich sah zwei Binnenschiffe auf mich zukommen und wartete beide ab, um sie mir von oben anzusehen. Dann auf der anderen Seite runter von der Brücke, nach Büchenbach. Bei der Aral-Tankstelle ein Eis, ich wollte mal das Nesquick-Milcheis probieren. Nach all den Jahren weiß ich jetzt auch, woher »Nesquick« kommt: Gehört Nestle.
Durch Büchenbach hindurch Richtung Fahrrad Schreiber und dann »über die Dörfer«. Zwischen dem Stadtteil Büchenbach und dem Vorort Steudach gibt’s eine Landstraße die über einen kleinen Hügel führt, der einen Radfahrer aber durchaus ins Schwitzen bringt. Auf der Kuppe gibt es neben der Straße einen schönen Radweg. Ich bin ja sonst nicht für Radwege, aber neben einer Landstraße ohne Kreuzungen macht das schon Sinn. Seit einigen Jahren pflanzen Bauern in der Region auf ihren Feldern Blumen an, die Passanten und Vorbeifahrende selbst pflücken und bezahlen können. Ich nahm eine Sonnenblume mit und fuhr weiter zum Friedhof.
Dort steckte ich die Sonnenblume in die rechte der beiden neuen Schalen und goss das Grab mit drei Gießkannen. Ich setze mich vor das Grab auf den Boden und blieb einige Zeit, ließ die Gedanken schweifen.

Kurz nach 15 Uhr kam ich wieder zu Hause an. Um 17 Uhr kam mein Vater von der Arbeit nach Hause und eine Viertelstunde später meine Schwester. Ich fuhr mit ihr nochmal zum Friedhof, diesmal nahm sie mich in ihrem Auto mit. In Frauenaurach bat ich sie, beim Equermeier zu halten, einem vor zwei Jahren sehr schön eingerichteten Blumengeschäft. Dort traf ich auf meine Cousine Kristin. Wir wechselten kurz ein paar Worte, denn wir würden uns eh gleich wieder sehen, sie musste aber vorher noch woanders hin. Ich entschied mich für etwas Farbe: blauer Eisenhut und orange Nelken. Mit Blumensymbolik habe ich’s nicht so, aber sie sehen gut aus.
Zufällig trafen Verena und ich am Friedhof nicht nur Kristin wieder, sondern auch meinen Vater und meine Tante (die Frau des Bruders meiner Mutter), die alle unabhängig voneinander gekommen waren. Wir arrangierten die Blumen und unterhielten uns ein wenig. Irgendwann nach 18 Uhr trennten sich unsere Wege wieder.
Verena kaufte im Edeka noch etwas für den Kindergarten ein, dann fuhren wir in die Pizzeria auf dem Berg im Altstädter Schießhaus, »La Vita e bella«. Unser Vater ging in den Fotoclub. Ich hatte eine sehr gute Salami-Pizza, Verenas Knoblauch-Pizza war etwas lasch. Sie erzählte ein wenig von der Arbeit. Die Kurzen kommen teilweise auf verrückte Ideen, zum Beispiel Fluchttunnel aus dem Kindergarten.
Abends bald ins Bett (zehn), ich war müde.

Lektüre:
jetzt: »Eltern als Wunschvorstellung« von Ariane Söhnlein (leider nicht mehr online, aber ich habe einen Ausdruck vom letzten Juli abgetippt).
Der Spiegel 26/2003: »Noch mal leben vor dem Tod« von Beate Lakotta. Über ein Sterbehospiz in Berlin. Ins Ricam kommen Patienten, um zu sterben. Die nicht im Krankenhaus sterben wollen, aber auch umfassende Pflege brauchen, so dass sie nicht zu Hause sterben können.

Ich erinnere mich gut an die letzten Tage und Wochen des Lebens meiner Mutter und ich erinnere mich auch genau an das letzte Mal, als ich sie sah und mit ihr sprach.
Meine Mutter starb am 10. Juli 2002 mit 50 Jahren und acht Monaten zu Hause zwischen 9 Uhr 30 und 10 Uhr morgens. Meine Schwester war bei ihr; meine Mutter hatte sie darum gebeten zu bleiben und sie packte für eine Fahrt ins Krankenhaus. Mein Vater war auf der Autobahn, auf dem Weg zurück von der Arbeit nach Hause nach Erlangen; er hat sich telefonisch bei meiner Schwester erkundigt. Ich verließ in Karlsruhe mein Hotel und ging in die Filiale; der Anruf meines Vaters erreichte mich um kurz nach zehn, nach der Filialöffnung.
Verena ging nach einigen Wochen wieder arbeiten (die Kolleginnen und die Kinder halfen ihr sehr). Mein Vater nach einigen Monaten.
Der 9. Juli 2002, Dienstag, war mein letzter Arbeitstag in der Bank. Ich ging nie wieder in einer Filiale oder der Zentrale arbeiten, nachdem mich am Mittwoch-Morgen der Anruf erreichte.

Musik:
Enya, »Watermark« (Watermark)

Erschienen am Freitag, 11.07.2003 @ 22:05 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 13.07.2003

Ruhe

Es war nach dem Donnerstag noch nicht an der Zeit, wieder komplett zur normalen Tagesordnung überzugehen.
Am Freitag-Vormittag dennoch zwei Dinge, die schon Anfang der Woche geplant waren, ein Besuch bei einem Kunden und mittags zum Friseur. Aber ansonsten wieder viel Zeit gelassen, nochmal zum Friedhof gefahren und ansonsten einfach den Tag langsam vorübergehen lassen. Am Samstag wäre eigentlich Kollegtag gewesen, aber ich habe ihn ausfallen lassen. Abends griechisch essen mit meinem Vater und anschließend die Blumen am Grab geschnitten und gegossen. Verena übernachtete als Teamer in Hersbruck auf einer Freizeit der Gemeinde.

Erschienen am Sonntag, 13.07.2003 @ 14:11 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 14.07.2003

Werbung

Was ich nie verstehen werde ist, wenn kleinere Firmen stolz mit ihrer eigenen Domain www.xyz.de werben und dann in der selben Werbung eine E-Mail-Adresse »xyz@compuserve.com« oder »xyz@t-online.de« angeben. Ist mir unbegreiflich.

Erschienen am Montag, 14.07.2003 @ 21:35 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 16.07.2003

Flash as Flash can

Über die Hinfahrt zur SAE am Montag von Erlangen nach München gibt’s nichts besonderes zu erzählen. ICE um neun nach neun. Kurz vor Pasing hielt der Zug und die Zugchefin gab per Durchsage bekannt, dass sich die Weiterfahrt wegen eines Personenunfalls vor uns auf der Strecke laut Rücksprache mit der Transportleitung München auf unbestimmte Zeit verzögern würde. Ich malte mir schon worst case-Szenarien aus: drei Stunden Verspätung, mit irgendeinem Bus über die Dörfer oder der Zug muss riesige Umwege fahren. Aber nach ein paar Minuten ging’s weiter, so dass wir mit 20 Minuten Verspätung noch im Münchner Hauptbahnhof ankamen, und zwar über die reguläre Strecke. Andere Züge vor uns hatten weniger Glück und wurden über den Nordbahnhof umgeleitet (ich wusste gar nicht, dass München einen Nordbahnhof hat).
Der frühe Zug deswegen, da ich mit Tim das Sprachstudio gebucht habe, um unsere Sprachaufnahme über die Bühne bringen zu können (ist eine 2-Mann-Übung). Wir brauchten einige Zeit für Aufbau und Einstellungen und ratz-fatz waren die zwei Stunden von 12 bis 14 Uhr um und wir wurden nicht fertig. Speichern der bisherigen Arbeit am Wavelab-Schnittcomputer im Sprachstudio, dann buchten wir das Studio nochmal für Dienstag von 10 bis 12 Uhr. Um 14 Uhr begann erstmal der reguläre Unterricht.

In dieser Woche war in der SAE »Flash« das Thema. Als Dozent trat Matthias von den Gameworkern auf. Matthias ist ein Freund von mir, den ich aus meiner Zivi-Zeit im Kopfklinikum kenne; er kommt auch aus Erlangen. Er legte ein gehöriges Tempo vor, machte seine Sache aber sehr gut.

Zunächst eine kurze Einführung in die Geschichte von Flash, dann sprach er über die Oberfläche des Programms und empfahl eine Panel-Einstellung (Property-Inspector und Actions unten, rechts Transform, Info, Align und der Color Mixer).
Die erste Aktion: Erhöhung der Undo-Schritte von 100 auf 300, da Flash sehr kleinlich beim Speichern der Rückschritte ist und 100 Schritte in der History schnell mal nicht ausreichen. Dann einige sinnvolle Einstellungen bzgl der Farben im ActionScript-Editor (um Keywords gut von Identifiern unterscheiden zu können), außerdem die Änderung der Default-Framerate von 12 auf 18.
Einige Worte zu den Export-Einstellungen und den Plug-ins für Flash (Flash Player) und Director (Shockwave). Die Begriffe Vektoren/Shapes einerseits und Symbole andererseits. In welche Symbole man mit dem Shortcut F8 ein Shape konvertieren kann (Movieclip, Button, Grafik) und wann die Verwendung welches Symbols geboten ist.
Wir bauten mit Hilfe der Timeline eine erste Animation. Dazu einige Tipps, Massen von Shortcuts und wichtige Hinweise (nie auf der Hauptebene animieren sondern in der Timeline eines Movieclips, außer man will nach Quicktime oder Animated-GIF exportieren). Meine Vorkenntnisse reichten hier ein paar Minuten länger als bei Cinema, aber die Sache mit den verschachtelten Symbolen zum Beispiel habe ich noch nicht gewusst. Das hier ist übrigens meine erste Flash-Animation gewesen:

Stammt noch aus dem Jahr 2001 und ich habe alle Fehler gemacht, die man nur machen konnte (wer sich die Quelldatei ansehen will: Download der .fla, gezippt). Matthias behandelte in den drei Stunden alle drei Animationsarten: Motion Tween (inkl. Masken-Animation), Motion Tween an einem Pfad und Shape Tween (mit Shape Hints).
Nach dem Unterricht fuhr ich mit Matthias in seinem Mini (übrigens ein Cooper, kein One oder Cooper S) in die Stadt zurück. Wir waren noch einige Zeit im Büro, gingen was essen und fuhren dann heim. Er schlief wieder bei seiner Freundin und überließ mir die Wohnung.

Am Dienstag kam ich kaum aus dem Bett; den Wecker in meinem Handy habe ich ungefähr zehn Mal auf neue Uhrzeiten gestellt. Gegen halb neun aber dann doch raus aus den Federm fertig gemacht und eine Station von St.-Martin-Straße bis Ostbahnhof mit der S-Bahn gefahren. Hätte gerne eine Tageskarte gekauft, aber der Fahrschein-Automat bootete gerade durch (NT4-SP6 mit 128 MB RAM) und machte keine Anstalten, bald damit fertig zu werden. Beim Ostbahnhof im McDonald’s gegessen, denn bis heute Abend um halb neun würde es nichts mehr geben. Dann in die SAE, Mamutprogramm: von 10 bis 20 Uhr.

10-12 Uhr: Sprachaufnahme
12-14 Uhr: Harddisk-Recording-Übung
14-17 Uhr: Regulärer Unterricht
17-20 Uhr: Vortrag von Holger

Da Tim und ich gestern nicht fertig wurden, mussten wir heute nochmal ran. Die Sprachaufnahmen von gestern konnten wir wegen zu viel Rauschens nicht verwenden und Tim wollte eh nochmal einen neuen Text sprechen. Diesmal pegelten wir perfekt aus und nahmen die in Wavelab zusammengeschnittenen Sprachaufnahmen auf MiniDisc auf und gaben die Disc bei den Audio-Supis zur Kontrolle ab. Wir brauchten wegen anfänglicher falscher Einstellungen tatsächlich bis 12 und dann ging es gleich im Raum nebenan weiter: Wir arbeiteten in der Edit Lounge beide an je einem Wavelab-Schnittcomputer (der Kürzungsschnitt des Mel C-Songs, ist eine Einzelübung). Auch hier gaben wir beide unsere Übung ab (die Sprachaufnahme zusammen auf einer MD, die HD-Übung jeder auf einer eigenen).
Es ging Schlag auf Schlag weiter, denn es war bereits 14 Uhr und Matthias brachte uns heute in den drei Stunden des zweiten Tages dieser Übungswoche wieder Flash näher. Das Frühstück hielt noch gut vor.
Heute gab es einen lockeren Einstieg mit weiteren Hinweisen zu den Panels (z.B. Ausrichtung im Info-Panel), den Registrierungspunkt eines Objekts, Arbeiten mit dem Align-Panel und so weiter.
Dann wieder Animationen. Wie kann man ein Shape-Tween gleichzeitig, während es shapet und tweent, gleichzeitig über die Bühne bewegen, also ein Motion-Tweening? Ein Movieclip im Movieclip macht’s möglich. Nach dieser kurzen Wiederholung des gestrigen Stoffs kam Matthias zu einem neuen Thema: Interaktivität. Hier kamen die Buttons ins Spiel und dann auch multistate Buttons (an- und abschalten einer Masken-Animation eines Texts). Nach dem ersten Happen ActionScript, nämlich stop(); (den kannte ich auch schon) gab’ heute ein bisschen mehr: Der An/Aus-Button bekam in Frame 1 das hier verpasst:

on(release) {
   gotoAndStop(10);
   _root.ani.stop();
}


In Frame 10 das selbe, nur mit _root.ani.play().
Im Anschluss daran einige Hinweise zu den Publish-Settings, dann ein Export und ein Import in Dreamweaver, außerdem noch ein paar Worte zu Sound.

Zum Abschluss dieses kurzen, sechstündigen Flash-Überblicks ein Ausblick, was im Hauptkurs kommt (nur noch ActionScript; später im Kurs auch im Zusammenarbeit mit PHP und SQL) und eine Buch-Empfehlung: das Standardwerk, das »Wolter-Buch«, »der Wolter«. Zusammen mit dem Hinweis, dass wir im Hauptkurs, mit mehreren Wochen Flash (zu je 2x 6 Stunden), den Stoff des Buchs nach zwei Wochen hinter uns lassen würden. Aber bis dahin sei es ein guter Einstieg, um das Wissen zu vertiefen, neben den Links zu Tutorials, die uns Matthias gleichfalls an die Hand gegeben hat.

17 Uhr, kurze Pause (in der Unterrichtspause von 16:00 bis 16:20 gönnte ich mir ein Snickers), dann ging’s weiter mit Holger (private und geschäftliche Website). Wie Matthias ebenfalls ein Freund von mir und wie Matthias SAE-Absolvent und gut im Geschäft. Sein Vortrag wurde mit »Overview over the Industry« grob überschrieben und es war weniger ein Vortrag, mehr eine Diskussion. Holger stellte neun Themen zur Auswahl und wir, die rund 15 Zuhörer, konnten uns die Themen rauspicken die uns besonders interessierten (bis 20 Uhr blieb keine Zeit, um alles zu besprechen). Die Themen waren:

  1. Industrie
  2. Browser
  3. Flash
  4. Mobil
  5. HTML
  6. Copyright
  7. Programmierung
  8. Software-Firmen
  9. Projekte (bzw. Projektarbeit)

Überspannendes Thema bei allen Punkten: Wie ist der Stand der Dinge und welche Entwicklungen zeichnen sich für die Zukunft ab?
Das Auditorium wählte in dieser Reihenfolge: Mobil, Flash und Projekte. Nach »Projekte« (mit Viertelstunde Pause) war die Zeit bereits um, es war 20 Uhr, und einige von uns gingen (ich auch, denn wenn ich die S-Bahn um 20:05 nicht erwischt hätte, wäre ich nicht um 23 Uhr in Erlangen angekommen, sondern um halb zwei nachts). Holger erzählte mir später, dass sie noch bis etwa halb neun mit dem Thema Copyright weitergemacht haben. Ich beschrieb vier Blätter beidseitig, will daher nicht weiter ins Detail gehen und mein Script abschreiben. Die drei Stunden waren jedenfalls lohnend, Holger hat das sehr gut gemacht.

Von der Heimreise gibt’s nichts besonderes zu berichten. Inzwischen ist es bei mir fast schon Tradition geworden, dass ich vor dem Besteigen des Zuges Richtung Heimat noch bei Yorma’s vorbeischaue (Systemgastronom mit 24 Filialen überwiegend in Süddeutschland), was zu trinken kaufe sowie ein Salami-Baguette für 95 Cent (hat die Größe von zwei Salami-Brötchen, ist recht lecker wenn man die zwei Gurkenscheibchen entfernt und sättigt für die zweistündige Heimfahrt, bevor es dann wieder was richtiges zu essen gibt). Faszinierend: Die nehmen sogar noch D-Mark. Aber warum nicht, wenn der Kunde Geld bringt, weswegen davor weglaufen? Eine Kundin neben mir bezahlte 4 Mark 30.
Der ICE, der um die Zeit (20:44) nur bis Nürnberg fährt, fuhr mit zehn Minuten Verspätung ab, um noch Anschlussreisende aufzunehmen. Ein ICE1, recht leer, mit viel Beinfreiheit (und die Sitze lassen sich auch weiter zurücklehnen als in den neuen ICEs, trotzdem gefallen mir die Züge der dritten Generation, ICE3, ICE-T und -TD besser: schöner eingerichtet, dennoch bequemere Sitze und Stromanschluss unter jeder Sitzreihe). In Donauwörth hielt auf dem Gleis gegenüber ein ICE-T, laut LED-Anzeige (schon geil…) aus Hamburg kommend und bis München fahrend. Muss wohl über Berlin gefahren sein, sonst wär’s ein ICE1 oder ein ICE3 gewesen. Hmm, so im Nachhinein finde ich keine ICE-Ts, die von Hamburg nach München in Donauwörth halten. War anscheinend ein außerplanmäßiger Halt…
Die Verspätung holte der Zug bis Nürnberg nicht auf, Ankunft auf Gleis 8 um 22:45 statt 22:36 Uhr. Der IC auf Gleis 14, Abfahrt laut Plan um 22:44, wartete jedoch. Übrigens ist speziell dieser InterCity, der von Karlsruhe kommend über Stuttgart, Nürnberg, Erlangen, Bamberg bis Lichtenfels fährt (Nahe Coburg, an der Landesgrenze zu Thüringen), ein ehemaliger InterRegio. Das gab bekanntlich reichlich Frust bei Stamm-IR-Fahrern, als die Bahn zur Umstellung des Preissystems am 15.12.2002 die IRs zu ICs »aufwertete«, wobei das nur ein klarer Fall von altem Wein in neuen Schläuchen war: Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix, denn die Wagen, Strecken und Halte blieben die gleichen, die Preise wuchsen aber wegen der Umbenennung teilweise auf das Doppelte.
Im »IC« fragte mich eine ältere Frau, ob das der Zug nach Lichtenfels sei. Ich bejahte. Der hätte doch um 44 abfahren sollen? Ja, aber er hat auf den ICE aus München gewartet, der zehn Minuten Verspätung hatte.

Erschienen am Mittwoch, 16.07.2003 @ 19:40 | Kommentare deaktiviert
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Ach Scheiße,

jetzt kommt Stargate und auf RTL2 geht der Ton wegen des Gewitters nicht, bei allen anderen Sendern schon. Wird natürlich nicht wiederholt…

Nachtrag (20:28 Uhr): So, in der Werbepause hat’s RTL2 auch gemerkt…

Erschienen am Mittwoch, 16.07.2003 @ 20:21 | Kommentare deaktiviert
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Wie geht’s weiter mit der SAE?

Die nächsten zwei Wochen ist kein Unterricht, denn die SAE ist vom 20. Juli bis 3. August geschlossen (zwei Wochen Sommerferien).
In der Woche vom 4. August, am 4. und 5., sind die letzten beiden Unterrichtstage im BMC-Level mit dem Thema »Video« (ich vermute, dass es um Premiere und After Effects geht). Bis zum 9. August muss das BMC-Abschlussprojekt abgegeben werden: Eine kleine Website mit einigen verlinkten HTML-Dokumenten, einem Download-Bereich (z.B. die Sprachaufnahme oder ein geschnittenes Musikstück), ein 3D-Logo und etwas Flash, zum Beispiel ein Intro. Ich habe alle Pflichtübungen abgegeben (CD-Cover am 7.7., Sprachaufnahme und Kürzungsschnitt/HD-Recording gestern), aber mit dem Abschlussprojekt habe ich noch nicht begonnen, geht nächste Woche los. Im Moment habe ich etwas Stress mit dem Telekolleg (bis Samstag).

Am 11. August ist nicht nur der erste Tag des nächsten Levels (der Hauptkurs CMD, Creative Media Diplom) von 10 bis 13 Uhr, sondern auch die BMC-Abschlussprüfung von 14 bis 15:30 Uhr. Die Prüfung wird ziemlich haarig: 77 Multiple-Choice-Fragen in 90 Minuten, mit mehreren richtigen Lösungen pro Frage, die alle richtig angekreuzt werden müssen (bei einer Frage ein Kreuz zu wenig, zu viel oder falsch angekreuzt, gibt Punktabzug). Dazu ein sehr harter Notenschlüssel.
Die »Sommerferien« werde ich daher für das Projekt nutzen sowie zum Lernen für die Prüfung. Allerdings muss man die Prüfung nicht bestehen, um mit dem CMD weitermachen zu dürfen (gute Note wäre aber natürlich schon schön).

Wo wir gerade beim Thema Prüfungsstress sind: das Telekolleg.
Bis Samstag, eigentlich schon früher, muss ich noch eine Hausaufgabe in Technologie abgeben und zwei in VWL. In Technologie entspricht das drei Buchlektionen (57 Seiten) und drei halbstündigen Sendungen, in VWL sieben Lektionen (90 Buchseiten, sieben Sendungen). Mit den Sendungen bin ich auf dem Laufenden. Am kommenden Samstag ist die Abschlussprüfung in Technologie und ich darf nur mitschreiben, wenn bis Samstag noch die Hausaufgabe auf den Tisch kommt. Falls ich’s nicht schaffe, müsste ich Technologie im nächsten Kurs machen (wie schon Mathe und Physik). In Wirtschaft ist die Prüfung noch etwas hin (Dezember), da nach VWL im laufenden dritten Trimester noch BWL im vierten Trimester kommt.
Am 26.7. ist Abiturprüfung in Deutsch. Das sollten vier relativ unkritische Stunden werden, da mir Deutsch liegt (Abschlussnote Realschule: 1; Abschlussnote Berufsschule: 2) und ich eines der beiden angebotenen Erörterungsthemen wählen werde. Trotzdem muss ich dazu auch noch ein bisschen was tun.

Von daher nicht wundern, wenn es in diesem Weblog in nächster Zeit etwas dünner zugeht. Ich will versuchen, zumindest jeden Tag einen Eintrag zu schreiben.

Erschienen am Mittwoch, 16.07.2003 @ 20:58 | Kommentare deaktiviert
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Kunde droht mit Abschluss, Verkäufer zerredet

Im Zusammenhang mit der Flash-Einführung in der SAE:
Merken: Nie wieder deutsche Programmversionen von Macromedia kaufen.

Das Motion-Tweening heißt im deutschen Flash (bzw. der Hilfe) »Bewegungs-Tweening« und das Shape-Tweening »Form-Tweening«. Noch nicht so dramatisch, aber wer weiß, welche Ausreißer noch kommen, wenn Macromedia es sogar fertig brachte, Fachbegriffe/technical terms wie Onion-Skinning mit »Zwiebelschicht-Effekt« oder »Windows Gamma« mit »Fenster-Gamme« zu übersetzen (bei letzterem war der Standard-Gammawert von Windows-Betriebssystemen gemeint, nicht das Fenster in der Wand, wie die deutsche Übersetzung vermuten lassen könnte). An sich sind bei Updates weder Cross-Updates von der einen (Windows) auf die andere Plattform (Mac) erlaubt; Switcher müssen eine neue Vollversion kaufen. Und meines Wissens sind auch Updates von einer Sprache auf eine andere nicht möglich, aber das muss ich bei der nächsten Version des Macromedia Studio unbedingt nochmal hartnäckig versuchen, von deutsch auf englisch upzudaten. Nehmt mein Geld Macromedia, aber gebt mir die englische Version! Böser Fehler seinerzeit…
Ich hoffe sehr, dass sich Macromedia zu einem Update von deutscher nach englischer Version erweichen lässt ohne dass es heißt: »Kauf’ doch eine neue Vollversion.« Dann würde nicht nur ein sehr harscher Brief nach San Francisco in die Townsend Street gehen, dann würde ich mir auch genau überlegen, ob ich mit den alten Versionen nicht doch noch etwas länger auskäme.

Der Ehrliche ist der Dumme
Es ist ja nicht damit genug, dass Macromedia dem Kunden Stolpersteine in den Weg legt wenn es darum geht, das Geld zu Macromedia zu tragen. Wie eben die fehlende Möglichkeit von Cross-Updates zwischen Plattformen oder von einer Sprache zu einer anderen (was sich noch zeigen wird).
Es macht langsam auch so keinen Spaß mehr, Macromedia für seine Software zu bezahlen.
Zum Beispiel das Programmpaket »Studio MX«, das immerhin tausend Euro kostet. In der Mac-Version enthalten: Dreamweaver MX, Fireworks MX, Flash MX und Freehand MX. Zusätzlich in der Windows-Version enthalten, genannt »Studio MX Plus«: ColdFusion MX Developer Edition, Contribute und die CD »DevNet Resource Kit Special Edition«. Der Gag: Mac- und Windows-Versionen kosten das selbe, nämlich die besagten 1.000 Euro. Ich gebe gerne rund 500 Euro für das Update im Herbst aus, aber ich will nicht nochmal 1.000 Euro bezahlen, nur um eine Arbeitsoberfläche mit vernünftigen Texten zu bekommen.
Was einem das Arbeiten zusätzlich zu den grottigen Übersetzungen verleidet: Staubtrockene Handbücher die wohl aus der Marketing-Abteilung stammen, Bugs, eine uneinheitliche Benutzeroberfläche (Macromedia sagt was anderes, aber das ist nicht wahr) und Bugfixes die ewig auf sich warten lassen wenn man eine deutsche Version benutzt (dass es anders geht, zeigt Apple, die Fixes und Updates für alle Sprachen in einem Download zur Verfügung stellen).
Um den ehrlichen Kunden noch weiter zu ärgern, wird es in künftigen Versionen eine Produkt-Aktivierung geben (siehe Heise und Kai hier und Kai da).
Habe ich was vergessen?

Erschienen am Mittwoch, 16.07.2003 @ 22:04 | Kommentare deaktiviert
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Taten statt Warten

Kann man in Politik und Medien bitte mal damit aufhören zu sagen, dass erst »die Landtagswahlen in Bayern im September abgewartet werden« bevor man gedenkt, mal Reformen tatsächlich anzugehen?
Das geht jetzt schon seit einigen Wochen so. Ist ja verständlich, dass sich eine jede Partei vor einer Wahl im bestmöglichen Licht zeigen will, aber hier mal eine Neuigkeit: In Bayern gibt es für die SPD nichts zu holen und für die CSU fast nichts zu verlieren. Seit 1970 (siebzig!) erreichte die CSU bei allen Landtagswahlen mehr als 50 Prozent. Zwischen 1946 und 1998 gab es für die SPD bei 14 Landtagswahlen Ergebnisse (Erst- und Zweitstimme) zwischen 26,0% (1990) und 35,8% (1966). Die Union hatte vor 1970 bei den Wahlen von 1966, 1962 und 1958 immer noch Ergebnisse über 45%; 1954 waren es 38,0%; 1950 27,4% und 1946 52,3%.
Um’s deutlich zu sagen: Nach dem Krieg hat die Union in Bayern immer den Ministerpräsidenten gestellt und die SPD hat in Bayern traditionell einen schlechteren Stand als im Rest Deutschlands. Also was spricht dagegen, endlich mit der Arbeit anzufangen, statt eine sichere Wahl-Niederlage abzuwarten, die dank der schlechten SPD-Umfrageergebnisse im Bund noch wahrscheinlicher geworden ist? Für die SPD in Bayern geht es bei der Wahl im Herbst allenfalls noch darum, eine 2/3-Mehrheit des CSU zu verhindern (siehe SPON zum Ersten und zum Zweiten).

Ähnliches Thema: Mein Wort des Jahres ist »Subventionsabbau«. Keine andere Maßnahme wurde in letzter Zeit ebenso häufig in der Politik gefordert und in den Medien genannt und gleichzeitig nicht umgesetzt.
Liegt das womöglich an den nahen bayerischen Landtagswahlen oder am Sankt-Florian-Prinzip: »Bei den anderen gerne, aber nicht bei mir«?
Oder irgendwie an beidem?

Erschienen am Mittwoch, 16.07.2003 @ 22:43 | Kommentare deaktiviert
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Harald Schmidt zum heutigen Wetter

»Es war so heiß, die Lachse im Rhein beneiden schon die Kollegen im Kühlregal bei Aldi.«

»Bei dieser Hitze kommt es wirklich sehr, sehr leicht zu Sinnestäuschungen. Man hat teilweise das Gefühl, man hört Flip-Flops, dabei sind es Oberschenkel, die gegeneinander knallen.«

Ich habe heute nicht so oft auf’s Thermometer geschaut, aber irgendwann nachmittags hatte es mal 32 Grad im Schatten. Abends gegen acht hat es abgekühlt wegen eines Sommergewitters.
In der Wohnung war es tagsüber kühler, ich habe das Fenster deswegen auch nur einen Spalt aufgemacht. Hand rausgestreckt, und an der Hand waren’s gefühlte zehn Grad mehr.

Ansonsten eine Schmidt-Show der Extra-Klasse heute. Schmidt versuchte, ein Ei auf einer Motorhaube zu braten, um die Redensart »So heiß, dass man Spiegeleier auf der Motorhaube braten kann« zu überprüfen. Erst scheiterte er jedoch am Verschluss der Olivenöl-Flasche. Dann gab er etwas Öl auf die Motorhaube, schlug das Ei am Mercedes-Stern auf (»Viele fragen sich ja, wozu dieser Stern gut ist«) und gab das Ei auf die Haube. Es rutschte allerdings herunter.
Dann ein Einspieler, wie er am Nachmittag in einem Campingstuhl vor einem Campingtisch und unter einem Sonnenschirm an der Zufahrtsstraße zum Studioparkplatz sitzt und Gäste begrüßt.
Gen-i-al!

Erschienen am Mittwoch, 16.07.2003 @ 23:59 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 17.07.2003

»Your feedback is important.«

Nachtrag zu meinem gestrigen Posting zum Thema Produkt-Aktivierung bei Macromedia.
Macromedia hat einen Bereich auf seiner Website zum Thema Aktivierung eingerichtet. Dort finden sich u.a. eine Seite »Our Plans«, eine FAQ, eine Feedback-Seite und eine Breeze-Präsentation.

Man wird ein nicht aktiviertes Macromedia-Produkt 30 Tage vollumfänglich nutzen können und nur ab und an von Nag-Screens belästigt werden, so dass man sich nicht nachts um drei Sorgen über eine eventuell scheiternde Aktivierung machen muss, wenn einem der Rechner gecrasht ist und der Abgabetermin in fünf Stunden näher rückt.
Bei der Aktivierung werden angeblich keine persönlichen Daten übertragen; laut der Breeze-Präsentation muss man lediglich seine Seriennummer eingeben, eine Registrierung mit Name und Anschrift kann im Anschluss erfolgen (ob Seriennummer und Käuferdaten bei einem direkt von MM bezogenen Produkt hinterher bei MM verknüpft werden?).
Laut einem »White Paper« wird für die Aktivierung per SSL folgende, beispielhafte XML-Datei übertragen:

<LicenseRequest Version="1.0"
   ClientVersion="1.0.2,3.31,9.0" LicenseType="SafeCast"
   Locking="NodeLock">
  <LicenseFulfillment Type="New">
    <ProductLicenseID>123595487</ProductLicenseID>
    <ProductBuildID>ProductName, en, 8.0,
     Windows</ProductBuildID>
    <ReportingDetail>Windows XP, en, 1.5.1
     </ReportingDetail>
    <ActivationCode>ABC800-45222-19255-88161
     </ActivationCode>
    <ClientData>12ED9798DD9898CB009809809098909089938489
     </ClientData>
  </LicenseFulfillment>
</LicenseRequest>


Bei der optionalen telefonischen Aktivierung wird man es nicht mit radebrechenden Indern zu tun haben, sondern mit einem Computer und Tastenwahl (wobei ich sagen muss, dass die Leute im schottischen Call-Center sogar sehr gut Deutsch sprechen).

Ich bleibe trotz allem skeptisch, weitere Gründe habe ich gestern genannt.

Kai hat gestern einen guten Einwand geschrieben, nämlich, dass MM gerade in Contribute nicht mit solchen Scherzen wie Aktivierung anfangen sollte, denn Contribute ist ein Produkt, dass der Web-Designer an seinen Kunden verkauft. [Kai schrieb heute auch nochmal über die Aktivierung; lesenswert.]

Erschienen am Donnerstag, 17.07.2003 @ 16:28 | Kommentare deaktiviert
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Amerikanischer Humor

Sehr nett, was heute bei SPON zu lesen war:

»Auf seinem Rückflug wird Fischer ein ungewöhnliches Gepäckstück tragen. Colin Powell überreichte ihm einen Kasten Flensburger Bier – allerdings mit leeren Flaschen. Fischer hatte das Bier seinem amerikanischen Kollegen bei dessen Deutschlandbesuch am 16. Mai geschenkt. In Amerika habe er keinen Händler gefunden, der die Flaschen zurücknehme, scherzte Powell offenbar in Anspielung auf die deutsche Pfanddebatte. Überdies überreichte Powell dem deutschen Außenamtschef ein Fischbesteck. Offen blieb, ob es sich dabei um eine Anspielung auf Fischers Namen handelte. Sicher scheint jedoch, dass auf Außenministerebene das Tief im transatlantischen Verhältnis überwunden ist.«

Erschienen am Donnerstag, 17.07.2003 @ 16:30 | Kommentare deaktiviert
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Nachbesserungsbedarf

Tim hat mir vorhin eine E-Mail geschickt: Er war in der SAE und hat nach unseren Projekten gesehen.
Meine »Graphics«-Übung (CD-Cover in Photoshop) bekam ein OK, auch unsere gemeinsame Sprachaufnahme ging durch. Seine Harddisk-Recording-Übung (Kürzungsschnitt eines Pop-Songs nach Vorlage in Wavelab) erhielt auch grünes Licht, meine allerdings nicht.
Die Übung muss bis Samstag als OK abgezeichnet sein, bedeutet: Morgen muss ich noch mal nach München fahren.   :-(   Und zwar auf gut Glück; ich weiß nicht, ob der Schnittplatz frei sein wird (wenn nicht, muss ich sehen was ich buchen kann und übe in der Zwischenzeit ein Stockwerk höher Flash).
Das passt mir nicht wirklich in den Kram, da ich wegen der anderen Baustelle (Telekolleg-Hausaufgaben) eigentlich keine Zeit habe und natürlich kostet’s auch Geld (40 Euro für die Zugfahrt hin und zurück). Und die Übung hat mich fast wahnsinnig gemacht: Die Sprachaufnahme mit zweimal zwei Stunden war durchaus angenehm, bei der HD-Recording-Geschichte haben mich die bislang dreimal zwei Stunden aber ziemlich genervt (Mittelfeld; manche haben es in zwei Stunden fertig gemacht, andere in 18).

Sonst? Das Wetter ist trübe bei 21 Grad, es hat den ganzen Morgen, Vormittag und bis in den frühen Nachmittag hinein geregnet.

Erschienen am Donnerstag, 17.07.2003 @ 16:41 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 19.07.2003

Morgäänn.

Ich hänge im Moment etwas durch. Weil ich keines meiner drei Ziele erreicht habe, die ich mir Anfang der Woche für dieses Wochenende vornahm.
Allerdings überlege ich, ob ich hier nicht Ursache mit Wirkung verwechsle. Gut, die Ziele waren anspruchsvoll, aber es wäre zu schaffen gewesen, denn in den letzten Tagen hätte ich mehr tun können, speziell was die beiden Hausaufgaben für VWL betrifft (Telekolleg). Andererseits bin ich an Technologie nicht erst in den letzten Tagen gescheitert, da hätte ich schon vor Wochen mehr tun müssen. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich es zum Kotzen finde, wenn Fächer, die nichts miteinander zu tun haben, kombiniert werden? Aktuell im Telekolleg »Technologie/Informatik«: Beim Technologie-Teil handelt es sich um Physik und bei Informatik um eine Microsoft-Schulung. Wenn ich mich anstrenge, dann kann ich in Physik, pardon, Technologie, mit einer Drei zufrieden sein und im Informatik-Teil mit einer Eins. So wird aber im Zeugnis eine Zwei, vielleicht auch eine Drei stehen. Ich will nicht, dass in meinem Zeugnis hinter dem Eintrag »Informatik« nur eine Zwei oder eine Drei steht, egal, ob davor noch »Technologie« geschrieben steht. Das selbe war schon in der Berufsschule (Ausbildung zum Bankkaufmann): »Rechnungswesen mit Datenverarbeitung«. Man muss Rechnungswesen nicht mögen, um eine Ausbildung zum Bankkaufmann zu machen. Die Leute die Rechnungswesen mögen, werden später nicht Bankkaufleute im Vertrieb, sondern Buchhalter oder Controller. Meine Abschlussnote im Fach »Rechnungswesen mit Datenverarbeitung«: Vier. Am Informatik-Teil lag’s nicht.
Mein drittes Ziel war, die Harddisc-Recording-/Wavelab-Übung in der SAE zu bestehen. Der Plan sah vor, gestern nach München zu fahren. Ich fuhr nicht nach München, denn bei Licht betrachtet wäre das eh schon zu spät gewesen. Evtl bekomme ich hier nochmal eine Chance zur Nachbesserung, das werde ich nach den Ferien am 4. August erfahren, denn mein Problem ist, dass ich in Erlangen wohne und die SAE mit ihrem Schnittcomputer in München ist; ich bin nicht ganz so flexibel wenn es darum geht, mal eben in die SAE reinzurutschen, um sich noch mit dem Kürzungsschnitt zu befassen.

Konsequenzen?
Telekolleg/VWL: Keine. Am heutigen Kollegtag haben wir eh kein Wirtschaft. Der Fachlehrer wünschte sich eine Abgabe im Laufe dieser Woche, ich gebe es jetzt halt am Montag ab, so what. Prüfung ist im Dezember (da habe ich nichts dagegen, wenn man VWL und BWL zu einem Fach zusammenschmeißt).
Telekolleg/Technologie-Informatik: Wir sehen uns im nächsten Kurs wieder. Etwas ärgerlich, denn es ist nach Mathe und Physik schon das dritte Fach, das ich auf den nächsten Kurs schiebe. Dort wird mich dann die ersten drei Semester Mathe begleiten, zusätzlich im zweiten Trimester Physik und im dritten Trimester Technologie/Informatik. Vorteil: Ich weiß jetzt immerhin, wann welches Fach auf mich zukommt und was ich zu erwarten habe (bzgl Stoff, Umfang und Hausaufgaben; und teilweise habe ich die Hausaufgaben ja auch schon).
SAE/HD-Recording: Wenn’s schlecht läuft, passiert folgendes: Wer die Übung bis zu einem bestimmten Datum, 19. Juli, nicht als OK abgezeichnet hat, hat die Übung nicht bestanden. Das trifft in meinem Fall erstmal zu, aber mal sehen, evtl gibt’s ja noch eine Gnadenfrist. Falls nicht, oder wenn ich es auch dann nicht gebacken bekomme, ist das erstmal noch nicht dramatisch. Ich könnte trotzdem im August mit dem Hauptkurs anfangen. Aber: Am 11. August schreiben wir für den ersten Level die Abschlussprüfung. Ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme am BMC-Level gibt’s nur, wer in der Prüfung mehr als 70% schafft, und das wird nicht leicht. Für jede nicht bestandene Prüfung gibt’s 10 Prozentpunkte Abzug. Will ich also ein BMC-Zertifikat haben (und das will ich) und haut das mit dem HD-Recording nicht noch irgendwie hin, muss ich in der Prüfung mindestens 80 Prozent erreichen. Evtl hilft mir Armands Test noch etwas, in dem ich 90 Prozent erreichte, aber darauf kann ich mich nicht verlassen. Abgesehen davon, dass ein BMC-Kurs ohne BMC-Zertifikat nicht so schön ist weiß ich nicht, ob einem das dann evtl später nochmal Probleme macht, wenn’s um den Bachelor of Arts geht (oder viel später vielleicht sogar mal um einen Master of Arts).

Ansonsten?
Ich habe einen würdigen Nachfolger für die Rustica-Kartoffelchips gefunden. Die verloren erheblich in meiner Gunst, als man sie auf ein neumodisches Riffel-Design umstellte und dadurch noch fettiger machte. Meine neuen Lieblings-Chips kommen aus dem Hause Lorenz (ehemals Bahlsen) und heißen »Crunchips Crust« in der Geschmacksrichtung »Sunny Paprika«. Der Teufel in der Marketing-Hölle für schlechte Copy-Texter wird wissen, warum die Dinger »Sunny Paprika« heißen müssen. 150 Gramm kosten stolze 1,59 Euro.

Ausblick?
In einer Stunde zum Kollegtag fahren. Doppelstunde Technologie/Informatik (Abschlussprüfung) fällt für mich aus, die Doppelstunde Deutsch nehme ich mit (letzte Stunde vor der Abiturprüfung am 26.7. und mal erkundigen, welche Note ich in der Feststellungsprüfung vor drei Wochen geschrieben habe), Doppelstunde Mathe brauche ich auch nicht.
Bis Montag die beiden Wirtschafts-Hausaufgaben erledigen. Bis September ungefähr 400 Englisch-Hausaufgaben (die letzte aus dem zweiten Trimester und alle vier Bögen aus dem laufenden dritten Trimester, ist aber nicht so wild). Die Materialien für das vierte und letzte Trimester werden ab 25. August verschickt. Am Montag Treffen mit Klaus wegen seiner neuen Website. In diesem Zusammenhang beginnt ab Montag auch der SAE-Endspurt: Flash üben, am Projekt arbeiten und auf die Prüfung vorbereiten. Ich glaube, ich schließe mich ein.

Erschienen am Samstag, 19.07.2003 @ 7:46 | Kommentare deaktiviert
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Drama in 15 Minuten

Auf dem Weg runter in den Nachbarort, nach Vach zur Bushaltestelle »Vach Nord« des 173ers Richtung Fürth, da formulierte ich schon meinen Nachfolgeeintrag zu meinem Text von heute Morgen. Da schrieb ich, dass ich mich auf den Weg zum Kollegtag machen würde, um mir noch die Doppelstunde Deutsch zu geben. Ich fuhr mit dem Rad den Hügel runter und formulierte die Überschrift: »hätte ich nicht den Bus verpasst.«

Der 173er fuhr mir vor der Nase weg, 500 Meter vor mir. Ich überlegte einen Moment, ob ich jetzt wieder umdrehen sollte, den Hang rauf und die eben genannte Überschrift in mein Weblog schreiben sollte. Ich trat in die Pedale und fuhr dem Bus hinterher. An der nächsten Haltestelle (»Am Vacher Markt«) konnte ich ihn überholen, da er hielt und Fahrgäste aufnahm. Bis zur dritten Haltestelle, »Schönblick«, war es ein ganzes Stück weiter, schon fast wieder am Ortsende und noch einen kleinen Anstieg rauf. Ich sah über die Schulter und sah den Bus im Nacken, 300 Meter hinter mir. Die nächste Haltestelle im Blick: Wartende Menschen, bingo. Der Bus würde wieder anhalten müssen und ich konnte die Zeit und meinen dreisekündigen Vorsprung nutzen, um mein Rad abzuschließen. Perfekt.

Die Kollegen stöhnten über die Prüfung in Technologie/Informatik. Eine Hälfte Informatik mit einem Tick mehr Excel als Access, die andere Hälfte Technologie, und die soll es in sich gehabt haben. Nicht die schlechteste Entscheidung, auf das Mitschreiben der Prüfung heute zu verzichten.
In Deutsch nahm ich meine Feststellungsprüfung von vor zwei Wochen in Empfang: Eine Drei; mit der Note hatte ich schon gerechnet. In der ersten Feststellungsprüfung vom Dezember, mit dem Thema Erörterung statt jetzt Textanalyse, war es noch eine Zwei. Bedeutet: Schreibe ich in der Abiturprüfung nächsten Samstag eine Zwei, gibt’s die Zwei ins Zeugnis. Wird’s eine Drei, dann die Drei. Wenn ich das richtig sehe, würde mir eine Eins in der Abschlussprüfung nichts helfen, wäre im Zeugnis trotzdem nur eine Zwei.
Wir sprachen noch einige letzte Dinge vor der Prüfung durch und stimmten über den Raum ab, in dem wir die Prüfung schreiben wollten. In der Prüfung selbst gibt’s einige Textanalysen zur Auswahl. Im Telekolleg-Newsletter vom 11.7. hieß es:

»Die Kollegiaten wählen aus fünf Aufgaben eine Aufgabe zur Bearbeitung aus.
Art der Aufgaben:
2 textgestützte Erörterungen,
3 Textaufgaben,
  davon: 1 Analyse eines journalistischen Textes oder einer Rede (Inhaltsangabe, Erläuterung, persönliche Stellungnahme, Untersuchung stilistischer Mittel),
  1 Interpretation einer dramatischen Szene,
  1 Interpretation eines epischen Textes

Als Hilfsmittel ist der Rechtschreibduden zugelassen.
Die Arbeitszeit beträft 240 Minuten.«

Die meisten von uns, das stellte heute auch unser Fachlehrer fest, haben sich schon auf die Erörterung »eingeschossen«. Dennoch musste er heute den letzten Stoff durchnehmen, und es war sogar durchaus interessant: Das klassische Drama. Begriff, Typen, Aufbau. Was mir unter anderem neu war: Drama heißt eigentlich nur »Handlung durch Dialog« und auch die Komödie ist ein Dramen-Typ (insofern ist es nicht ganz richtig, wenn heute über einen Film gesagt wird, er sei ein Drama, und damit nur meint, er sei eine Tragödie). Im Anschluss einige Empfehlungen (zum Beispiel soll »Lysistrata« in Langenzenn ganz gut sein. Zum Abschluss ein Filmausschnitt aus »Hamlet« in der Verfilmung mit Mel Gibson, der letzte Akt.

»Der Rest ist Schweigen.«

Erschienen am Samstag, 19.07.2003 @ 22:18 | Kommentare deaktiviert
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Internet für Anfänger

Das Handelsblatt hat nicht begriffen, wie das Internet funktioniert, und wie die eigenen Kunden, Leser und Surfer das Internet gerne benutzen möchten. Der Bundesgerichtshof war so freundlich, es dem Verlag nochmal zu erklären.

Erschienen am Samstag, 19.07.2003 @ 22:20 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 22.07.2003

deutsch kalifornische freundschaft

»Geht das nur mir so? Ein regelmässig mit Freude gelesenes Weblog, gefüllt mit Gonzo, Hardcore und feinsten Texten verliert plötzlich jeden Reiz weil der/die Autor(in) sich frisch verliebt hat und jetzt hart die Gefühlsschiene fährt. Würg, als ob man sich die neue Platte seiner Lieblingsdepridüstermisanthroplärm-Kapelle besorgt und mit schaudern feststellt, dass nur Liebesliedchen drauf sind.«

Wo er Recht hat, hat er Recht. Wobei ich zugeben muss, dass es bei mir auch eher zart als hart zugeht. Aber ich lese sehr gerne »Gonzo, Hardcore und feinste Texte«, wie es Andreas von der dekaf nennt.
Empfehlungen zur regelmäßigen Lektüre: dogfood, Siebenviertel.

Erschienen am Dienstag, 22.07.2003 @ 22:15 | Kommentare deaktiviert
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Wo er Recht hat, hat er Recht (II)

Harald Schmidt im Focus-Interview:

Focus: Öffentlich spricht man höchstens über seine Herzprobleme, kaum über Verstopfung und Darmkrämpfe.

Schmidt: Das hat damit zu tun, dass der Darm Scheiße produziert. Tja, das ist für mich als Medienschaffender nichts Ungewöhnliches, deshalb habe ich kein Problem, damit umzugehen. Der Darm ist ein phantastisches Organ, das nur ein Imageproblem hat.

Focus: Wie könnte man das ändern?

Schmidt: Mit einer Sendung "Deutschland sucht den Superdarm". Das ist eigentlich auch kein großer Unterschied zu der Sendung, wie sie jetzt läuft.

Via IT&W.
Davon ab ein geiles Interview!

Erschienen am Dienstag, 22.07.2003 @ 22:22 | Kommentare deaktiviert
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Web-Design für Entdecker und Abenteurer

Dirk Hesse von Ligne Claire hat sich mal die Zeit genommen, auf der Website der Süddeutschen Zeitung nach Links zu suchen. Das Webdesign der SZ ist legendär, allerdings nicht unbedingt in positiver Hinsicht. Der Quellcode – bislang der ultimative Parcours, um die Qualitäten eines neuen Webbrowsers zu testen, wie in manchen Foren ab und an zu lesen war – hat sich mittlerweile etwas gebessert, evtl wird’s beim nächsten Relaunch auch mal was mit der Oberfläche.
Dirk beschreibt in einem Weblog-Eintrag einige Design-Fehler betreffend der Links.

Noch was zum Aufmuntern: Blister.

Erschienen am Dienstag, 22.07.2003 @ 22:50 | Kommentare deaktiviert
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Video-Conferencing for the rest of us.

Tipp für diejenigen, die sich Apples neue Videochat-Kamera mal genauer ansehen möchten: Es gibt zwei Videostreams von und mit der Produktmanagerin Danika Cleary für iSight:
»Product Manager« (7 min 7 sec; 14,3 MB) und »Out of the Box« (3 min 10 sec; 6,8 MB).
Vor allem letzteres Video können sich mal die Nicht-Macianer geben um zu sehen, mit welcher Liebe zum Detail Apple sogar bei den Verpackungen ans Werk geht.

Die Videos zeigen das Auspacken, den fünfsekündigen Zusammenbau und die einsekündige Inbetriebnahme der Kamera. Mac-like eben. Möchte nicht wissen, durch wie viele hundert Einstellungsmenüs ein Windows-User mit NetMeeting waten muss.

Erschienen am Dienstag, 22.07.2003 @ 23:32 | Kommentare deaktiviert
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Feuer

Unsere Wohnung ist im nördlichen Teil eines kleinen Dorfes zehn Kilometer südlich des Zentrums von Erlangen. Mit Neubau-Häusern (das Haus in dem wir wohnen, steht inzwischen auch schon seit zwanzig Jahren; wir zogen damals direkt in den fertig gestellten Neubau ein); zwei Straßen weiter westlich gibt es noch eine »Neubau-Siedlung«, auch knapp 20 Jahre alt (der Veilchenweg markiert die »Grenze«). Im südlichen Teil des Dorfes sind noch alte Bauernhöfe. Keine Ahnung, wie viele Leute hier insgesamt leben, aber nicht viele.
Wenn bei uns mal ein Krankenwagen mit Blaulicht durchfährt, dann hat das schon Seltenheitswert. Heute fuhren mindestens zehn Einsatzwagen von Polizei und Feuerwehr an unserer Wohnung an der Hauptstraße vorbei, auch ein Krankenwagen. Die letzte größere Katastrophe liegt vielleicht zehn Jahre zurück, als ein Bauernhof ausbrannte. Ich dachte, dass sich vielleicht bei der trockenen Luft und der Hitze (32 Grad) ein Feld selbst entzündet hat. Etwa eine Stunde später machte ich mich auf den Weg in die Stadt, Klaus treffen. Bei der Gelegenheit radelte ich die 300 Meter in Richtung des alten Dorfes runter, kam aber nicht weit: Ein VW-Transporter der Polizei hatte sich quer auf die Straße gestellt und versperrte die Durchfahrt. Zumindest für Autos. Dennoch musste ich einen Weg außen rum fahren und stellte fest, dass die Hauptstraße ein ziemlich weites Stück um die Kurve rum abgesperrt war, es musste also ein Feuer im Dorf gegeben haben.
Ich fuhr erstmal in die Stadt; einige Feuerwehr- und Polizei-Fahrzeuge zogen bereits wieder ab. Später dann, als ich aus der Stadt zurückkehrte, war die Hauptstraße nicht mehr gesperrt, nur noch der »Talblick«. Viele Leute auf der Straße und zwei Häuser innen drin ein Bild der Verwüstung. Eines der beiden alten Gasthäuser (»Zur Krone«) war bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Das THW und einige Kräfte von Polizei und Feuerwehr waren noch vor Ort. Die letzten Mauern wurden wegen Einsturzgefahr eingerissen.

Die Krone war ein gutes Lokal, überregional bekannt und bei einer gehobeneren Kundschaft geschätzt, und der Sohn hat in den letzten Jahren sehr viel Geld und Arbeit investiert. Und an einem Nachmittag alles zerstört.
Die Erlanger Nachrichten (Lokalausgabe der Nürnberger Nachrichten) brachten am Abend auf ihrer Website einen Artikel. Die Einschätzung des Schadens zwischen 500.000 Euro und einer Million dürfte eher im oberen Bereich liegen.

+++

Was war die letzten Tage noch los?
Am Samstag-Abend fuhr ich mit meinem Vater nach Herzogenaurach rüber. An sich nur, um noch um 19 Uhr einen Kasten Spezi zu kaufen (der Handelshof »Altstadtmarkt« in der Innenstadt wäre zu weit gewesen). Wir gingen auf eine nahe Lichtung in der Umgebung des Flugplatzes um zu sehen, ob zufällig ein Heißluftballon starten würde. In der Tat, man begann gerade mit dem Aufbau. Keine zehn Minuten später war der Ballon in der Luft.
Nach dem Spezi-Kauf fuhren wir weiter in die Stadt und landeten schließlich bei einem Italiener in Bruck (war aber nicht so gut).

Am Sonntag-Abend grillten mein Vater und ich (Verena ist in letzter Zeit ziemlich viel unterwegs wegen des Kindergartens und der Jugendarbeit).

Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse. Aus Großbritannien kam jedoch eine DVD-Lieferung von amazon.co.uk bei mir an. Nach der ersten Folge von »Six Feet Under« kam ich nicht umhin, mir auch gleich den Rest anzusehen. Ich werde noch darüber berichten.

Dienstag: Treffen mit Klaus im Büro, um seine neue Website zu besprechen (gleichzeitig mein Abschlussprojekt für den BMC in der SAE).

Erschienen am Dienstag, 22.07.2003 @ 23:50 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 23.07.2003

Sunlog: Sag’ zum Abschied leise »Servus«

Schon seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach einem neuen Weblog-System und es kann sein, dass ich gestern meine neue Software gefunden habe: Blosxom, am vergangenen Montag erst in der Version 2.0 erschienen.

Lange Zeit hat mir Sunlog 2.1 und dann Sunlog 2.2. von Andreas Ahlenstorf gute Dienste geleistet. Tatsächlich gäbe es my two cents wahrscheinlich gar nicht mehr, hätte mir Sunlog nicht die Arbeit der handgepflegten Blog-Dateien abgenommen. Die Version 2.3, jetzt in der Hand von Daniel Fiene, lässt leider seit über einem Jahr auf sich warten und die Qualität von Daniels HTML-Code verheißt für die neue Sunlog-Version nichts Gutes.   :-(   [Von einer Weblog-Software, die mit HTML umgeht, darf ich einwandfrei produzierten HTML-Code erwarten, zumal HTML wesentlich leichter als eine Programmier- oder Skriptsprache zu lernen sind; von daher möchte ich nicht wissen, welche Bugs im PHP-Code stecken werden].

Gründe, Sunlog den Rücken zu kehren gibt es viele:

  • Sunlog hat viele Bugs (das sagt auch Andreas selbst)
  • Die Suchfunktion ist unter aller Kanone
  • Einträge können nicht vor- oder rückdatiert werden
  • Das Template-System ist seit 2.2 eine Katastrophe (Andreas hat das genial-einfache Header/Footer-System gekippt, da es viele Nutzer nicht kapiert haben)
  • Es gibt keine prev/next-Links zu vorherigen und nächsten Einträgen

Zu den Schnitzern, die mittlerweile behoben sind gehören: Ein Bug im Archiv (zeigte als Jahreszahl immer das aktuelle Jahr, auch bei Einträgen älter als 12 Monate), das Default-RSS hat nicht besonders viel getaugt und die URLs waren standardmäßig auch nicht Google-freundlich.

Zu all diesen Dingen kam Daniels seltsame Politik als Maintainer, die man nicht gerade mit dem Begriff »vertrauensbildende Maßnahmen« verbinden kann. Im Juli 2002 veröffentlichte Andreas die Version 2.2 von Sunlog und am 01.09.02 gab er das Ende der weiteren Entwicklung bekannt. Kurz darauf übernahm Daniel die Betreuung der Software.
Im März (27.03.03) wurde die Verfügbarkeit der Version 2.3 für die nächsten vier Wochen angekündigt, dann hörte man nichts mehr. Am 19. Mai teilte Daniel auf Anfrage im Forum mit, dass sich der Release noch verzögern wird. Dann lange wieder nichts, am 20. Juni mal eine Antwort auf eine neue Anfrage von mir im Forum (»Ich krieg’ langsam Depressionen.«), dass es bald soweit sei.
Am 21. Juni die Ankündigung:

»Ich gehe davon aus, dass die 2.3er Anfang übernächster Woche erscheint.«

3. Juli, jemand fragt nach:

»Wir sind jetzt schon fast am Ender der “übernächsten Woche”. Wie schauts aus?«

Am 8. Juli Daniels Antwort:

»Ich stelle gleich ein kleines Entwicklertagebuch ins Netz :-) Wollte ja eigentlich gestern S2.3 veröffentlichen, aber das ist noch ein Bug drin – kann sich nur noch um Stunden handeln :-)«

Dann endlich, am 14. Juli wurde die Startseite von sunlog.org aktualisiert, auf der seit März stand, dass in den nächsten vier Wochen die neue Version rauskommen würde. Also, am 14. Juli erschien auf der Startseite ein Text der beschrieb, was fertig, und was noch nicht in trockenen Tüchern sei, außerdem ein neuer Release-Termin:

»Am 26. Juli 2003 wird es "Sunlog 2.3 für alle" heißen! Dann können alle die neue Version ausprobieren.«

Man darf gespannt sein. Robert vom Roblog schrieb dazu:

»Es glaubt nicht zufällig jemand an Gott oder sowas in der Art… Sowas ist echt langsam ein Witz, obwohl das noch milde ausgedrückt ist.«

Sorry Daniel, aber die Kritik von mir und anderen musst Du Dir gefallen lassen.
Selbst wenn die 2.3 noch vor dem Winter erscheint, werde ich wohl nicht umsteigen.

Also, ich will Sunlog kicken, aber was sind die Alternativen?
Vor einiger Zeit beschrieb Matthew Thomas das seiner Ansicht nach perfekte Weblog-System, und ich kann mich ihm da nur anschließen.
Es gibt eine Reihe von verbreiteten Weblog-Systemen. Zu den größeren (im Sinne großer Verbreitung) gehören ohne jeden Zweifel Movable Type von Mena und Ben Trott und pMachine, das von drei Leuten um Rick Ellis stammt. Ich habe beide installiert. Im Falle von MT 2.6 habe ich dies zumindest versucht, ich scheiterte jedoch für’s erste an der Installation. Wenn ich mich nochmal drüber machen würde, bekäme ich es aber wahrscheinlich hin. Interessehalber: Kann mir jemand mal einen Screenshot der Template-Verwaltung von MT an stefan@freimark.de schicken? Danke.
pM 2.3 war in der Installation sehr einfach, aber dessen Template-System finde ich ziemlich abschreckend. Ich will einfach nur Header und Footer editieren können, nicht komplette Template-Dateien wie in Sunlog 2.2 und nicht ein Gefuddel mit, ungelogen, 31 Vorlagenformularen (ich weiß, man wird sicher nicht alle brauchen).
Zwei vielversprechende Weblog-Systeme, die es derzeit noch nicht allgemein verfügbar gibt, könnten TypePad und Textpattern werden. Ersteres stammt von den MT-Machern und wird wohl nur ein kostenpflichtiges Rundum-glücklich-Paket werden, das man nicht selbst auf einem eigenen Webserver installieren kann. Über Textpattern weiß man noch gar nichts, außer, dass es von Dean Allen kommt, der Ahnung von Design hat – wie man auch schon an seinen Websites sehen kann –, Macher von Textile ist und die neue Website des WaSP entworfen hat. Sowohl TypePad als auch Textpattern befinden sich in einem nicht-öffentlichen Beta-Test. Über Release-Termine ist nichts bekannt.
Zwei kleinere, nicht so weit verbreitete Systeme sind Nucleus von Wouter Demuynck und Greymatter von Noah Grey.

Es gibt weitere viel genutzte Systeme wie Blogger, Radio und Manila. Letzteres ist ein 900 USD teures CMS, zu viel für ein privates Weblog. Radio, von den gleichen Leuten, die auch Manila produzieren (Userland), ist eine Desktop-Applikation für 40 USD (nicht sehr praktisch, um unterwegs in einem Internet-Café einen Beitrag abzusetzen). Was Blogger von Pyra ist, ist mir nicht ganz klar. Scheint ein Web-Tool für Einsteiger zu sein, kostet aber auch was und wird, so weit ich erkennen konnte, auf Pyra-Servern gehostet.
Das sind sicher nicht alle Weblog-Systeme, aber die wichtigsten.

Ach ja, es sei noch erwähnt, dass 20six am 7. März 2003 um 10 Uhr das Weblog von Amerika nach Deutschland gebracht hat. Zumindest glauben sie das (siehe Dr. Web-Redaktionslog vom 10. März). Oder wie Holger sagt:

»Kai war in Paris, jetzt ich, also fehlen noch zwei Menschen-mit-eigener-Website, damit die Medien wieder einen neuen Trend ausrufen können. Dann vergehen 5-6 Jahre und dann wird Twentysix eine Pressemitteilung herausgeben mit dem Titel "Paris-Reisen kommen jetzt auch nach Deutschland".«

Mal sehen, wie lange es die ehemaligen Ricardo-Gründer diesmal bei einer Firma hält. Im New Economy-Style hat man gleich mal eine AG gegründet und unterhält Ableger im Ausland (co.uk, fr, nl).

+++

Blosxom (»blossom«) von Rael Dornfest ist in mehrfacher Hinsicht ein Kandidat für die engere Wahl, auch wenn es nicht alle Punkte von MPTs Liste erfüllt. Es ist kein Feature-überladenes Weblog, sondern besteht lediglich aus einem 20 K großen Perl-Skript (444 Zeilen, mit vielen Kommentarzeilen).

Im Skript werden einige Zeilen angepasst, dann wird es ins cgi-bin-Verzeichnis des eigenen Webspace gepackt, das war’s zum Thema Konfiguration und Installation (ggf. sind noch Anpassungen an der .htaccess notwendig, um eine schöne URL zu formen).

Blogging is simple. Um einen neuen Eintrag zu schreiben, startet man seinen Lieblings-Texteditor, schreibt seinen Text – gerne auch mit HTML-Tags – und speichert ihn in einem Verzeichnis auf dem Webserver als Textdatei. Die erste Zeile ist die Überschrift, alles was danach kommt ist Eintragstext. Eintrag ändern? Einfach die Datei editieren. Eintrag löschen? Einfach die Datei löschen.
Ein Web-Interface gibt’s also nicht, aber mehr als ein Texteditor und ein FTP-Client oder telnet/ssh sind nicht notwendig, um on the road schreiben zu können (oder nachträglich von der Notebook-Festplatte aus hochladen und die Dateizeit per touch-Befehl einstellen; touch ist auch nach dem Editieren einer Datei notwendig, da ein Eintrag sonst chronologisch ganz oben als neuer Eintrag eingeordnet wird; gegen diese »Vergesslichkeit« gibt es aber auch Plug-ins für’s Indexing).

Richtig cheffig wird’s beim Thema Lesen. Um alle Einträge des Jahres 2002 zu erhalten, hängt man an die URL yourdomain.com/blosxom.cgi einfach die Jahreszahl: yourdomain.com/blosxom.cgi/2002. Für alle Einträge aus dem Mai 2002 wird um den Monat erweitert: blosxom.cgi/2002/05. In der Konsequenz geht das natürlich auch mit einem konkreten Tag: blosxom.cgi/2002/05/22. Die Einträge kann der Blogger in einer verschachtelten Verzeichnisstruktur pflegen. /computers/operating_systems/apple/osx zeigt alle Einträge aus dem Unterverzeichnis osx an. Lässt der Surfer (oder der Linksetzende) eine Verzeichnisebene weg, werden alle Einträge aus …/apple und den Unterverzeichnissen ausgegeben, also auch die Text aus …/apple/osx und …/apple/os9 (die Verzeichnistiefe, bis zu der hinunter Blosxom sich Texte herholen soll, lässt sich im Skript einstellen, standardmäßig sind es das aktuelle Verzeichnis und alle Unterverzeichnisse). Ein Beispiel für einen Permalink: Raels Kurzkritik zum Film »The Italian Job«: raelity.org/archives/society/film/the_italian_job.html (die Textdatei the_italian_job.txt liegt auf seinem Webserver im Verzeichnis society/film). Der Eintrag ist aber auch gleichzeitig über das Datumssystem erreichbar: raelity.org/archives/2003/06/27.
Das gleiche Schema gilt für RSS-Feeds. Der normale Feed ist über example.com/blosxom.cgi/index.rss erreichbar und wird bei Aufruf der URL automatisch vom Perl-Skript generiert; die Anzahl der Einträge für HTML- oder XML-Ausgabe ist im Skript einstellbar. Der Clou: RSS funktioniert auch mit den Pfaden und dem »time-travel«. Die URL für alle Einträge aus dem Juli 2003 lautet: …/blosxom.cgi/home/repair/2003/07/index.rss

»This means that folks can subscribe their RSS readers not only to your weblog as a whole, but to discrete parts of your hierarchy that are of interest to them.«

Wie cool ist das?!

Stichwort Templates. Ein einfaches Header-Footer-System, nicht von hinten durch die Brust ins Auge wie bei pMachine. Alles überhalb der dynamisch erzeugten Inhalte kommt in eine Datei head.html, alles darunter in foot.html. Wer will, kann den Inhalten in story.html noch ein eigenes Aussehen geben und zum Beispiel die Variablen anders anordnen. Optional können noch die Dateien content_type.html und date.html angelegt werden. Mit ersterem können andere Content-Types ausgegeben werden, z.B. text/xml; der Standard ist text/plain. Mit date.html kann die ursprüngliche Einstellung zur Darstellung des Datums überschrieben werden.

Was Blosxom vermissen lässt, ist eine Suchfunktion. Macht aber nichts, da es eine Plug-in-Struktur mit inzwischen 140 Plug-ins gibt, auch für Suchfunktionen. Empfehlenswert ist hier »find« von Fletcher Penney. Ein 8 K großes Perl-Skript, in dem entweder ODER-Verknüpfung bei der Suche oder UND-Verknüfung eingestellt werden kann. Die Installation sollte einfach sein (bin noch nicht dazu gekommen):

»To use this program, add $find::searchform anywhere in your flavor templates. This will create a search box that will be configured to perform a default search of your site. If you wish, you can alter the html code for the form within the plugin. I also suggest putting $find::results somewhere so that the user can see what they searched for when the results are displayed. Otherwise, it really requires no configuration.«

Für Kommentarfunktionen gibt es auch Plug-ins.

Blosxom kann das Weblog auch statisch erzeugen (um dann die einzelnen Dateien nach der lokalen Erzeugung per Hand auf einen Webserver laden zu können, falls auf dem Server keine CGI-Skripte ausgeführt werden dürfen), der Standard ist aber dynamisch.

Beispiele für Blosxom-Blogs in Action sind raelity bytes von Rael Dornfest, dem Blosxom-Erfinder, Where we’re bound von Danny Henke oder My Wandering Thoughts von Fletcher Penney.

Es gibt von einem anderen Entwickler auch eine frühe PHP-Version statt des Perl-Skripts von Blosxom: PHPosxom; auch nur ein Skript, 28 K groß mit 823 Zeilen Code.

Ich werde mich in den nächsten Tagen entscheiden, ob ich auf Blogsxom umsteigen werde und dann erst noch einige Tests machen. Vielleicht installiere ich spaßeshalber auch nochmal MT, Nucleus und Greymatter. Bei Textpattern gehe ich nicht davon aus, dass es in Bälde erscheinen wird. TypePad wird, so wie ich das sehe, nur ein kostenpflichtiger Hosting-Service für Einsteiger werden, pMachine werde ich nicht nochmal testen (bei deren Template-System läuft’s mir immer noch kalt den Rücken runter). Sunlog, falls die 2.3 vor Weihnachten überhaupt noch rauskommt, habe ich endgültig abgeschrieben.
Generell will ich bis vor meinem Urlaub ab 13. August auf ein neues System umgesattelt haben, da ich im Urlaub durchaus mal einige Zeilen schreiben will, aber nicht Stunden im Internet-Café verbringen und bezahlen möchte. Da muss ein neues System mit Vor- und Rück-Datierungsmöglichkeit her, und das bietet mein altes Sunlog 2.2 nicht (ohne direkt im phpMyAdmin die Tabellen in der Datenbank zu editieren).

Erschienen am Mittwoch, 23.07.2003 @ 16:12 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 24.07.2003

»Der Usus von non-germanischen Wörtern ist zu dezimieren.«

Pflichtlektüre: KommDesign.de: schlechte Kommunikation
Dr. Thomas Wirth besuchte die Website der Deutschen Bank, deren Webauftritt mit Phrasen wie »weitere Businesses« gepflastert ist.
Ich gehöre nicht zu den Fanatikern, die um jeden Preis englische Begriffe durch deutsche Worte ersetzen möchten (»Zehnholz-Kegeln« statt »Bowling«) und ich sage auch gerne »gedownloadet«. Aber so wie der Verein Deutsche Sprache das eine Extrem ist, so überschreitet die Deutsche Bank mit ihrer Website (»Netzstandort«) die Grenze zur Lächerlichkeit in der anderen Richtung.
Wäre »Weitere Geschäftsfelder« statt »Weitere Businesses« nicht passender gewesen? Ich denke doch.

Bei Thomas’ Artikel musste ich an eigene Erlebnisse zurückdenken, und es lief mir kalt den Rücken runter:
»learnings«
»Wir hatten doch committet…«

*schüttel*

Erschienen am Donnerstag, 24.07.2003 @ 22:05 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 25.07.2003

Aus der gestrigen Schmidt-Show

Schmidt: Und dann sagt dieser Herr zu mir: "Sachen Sie mal, warum machen Sie nich’ mal ‘ne schöne Schiffsfahrt?"
Ich sag’: "Ich bin neulich auf’m Schiff gefahren." Und er sagt, weißt Du, was er zu mir sagt?

Andrack: Nein.

Schmidt: "Oh dat Schiff, auf dem Sie gefahren sind, dat war aus der braunen Zeit."

Andrack: Ouh.

Schmidt: Jetzt konnte ich natürlich nicht sagen: "Das habe ich gespürt, als ich es betreten habe." Ich war für einen Bruchteil einer Sekunde irritiert. Soll ich sagen: "Was?! Ich bin auf einem Nazi-Schiff gefahren?!?! Und man hat mir nichts gesagt?" Ja? Nein, ich habe gesagt: "Da kann das Schiff nichts dafür."

Erschienen am Freitag, 25.07.2003 @ 10:30 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 26.07.2003

Gleich in »die nacht«

»Gefahrenquelle Flip-Flops.«

Erschießt mich.

Erschienen am Samstag, 26.07.2003 @ 0:06 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 27.07.2003

Der Informatiker-Strich

»Edelnutte bietet sich an. Edel heißt nur unixoide Systeme. Sonst alle Schweinereien. Sogar SM-Spiele wie PERL. Auf Wunsch code ich sogar tagsüber und gegen Aufpreis schreibe ich auch an AOL-Accounts. Dass ich in Unterwäsche code versteht sich von selbst.«

[...]

»Stehst Du auf versaute Syntax? Ich raune Dir reguläre Ausdrücke ins Ohr, wie Du noch nie welche gehört hast…
Wenn Dir hingegen eine strenge Erziehung gefällt, solltest Du nicht verpassen, wie ich in Deinem Code vor allen geschweiften Klammern Zeilenumbrüche einfüge.«

Gesehen bei Markus.

Übrigens: Windows NT ist zehn Jahre alt geworden.

Erschienen am Sonntag, 27.07.2003 @ 1:46 | Kommentare deaktiviert
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Für das Protokoll

Von Sunlog erschien heute die Version 2.3, »release candidate 1«. Meine Meinung zum Hergang der Entwicklung habe ich bereits vor einigen Tagen zusammengefasst.
Updaten auf die neue Version werde ich sicher nicht, aber ich sehe es mir mal an.

Erschienen am Sonntag, 27.07.2003 @ 2:22 | Kommentare deaktiviert
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Den Finger in die Wunde gelegt

Okay, ich habe jetzt mal die Vollversion von Sunlog 2.3 RC1 installiert. Die Installation verlief problemlos. Hier ein paar Fehlerberichte für Daniel, aber auch gedacht als Review. Mal sehen, was sich in einem Jahr Entwicklungszeit getan hat. Nit-Picker-Mode: ON.

In der Setup-Routine wird das CHMOD 666 für rss.xml zweimal erwähnt.
Nach der Installation: Die Admin-Oberfläche entspricht im Wesentlichen der von Sunlog 2.2 gewohnten. Im frischen Blog prankt ein XHTML1-Button mit einem Check-Referer-Link zum W3-Validator. Mal beherzt angeklickt: Die Startseite validiert jedoch nicht. Es gibt verschiedene strukturelle Fehler (ein <tr> wo keins stehen darf), Ampersands der Session-IDs sind nicht maskiert, ein <td> hat das Attribut »widht«, diverse <br /> werden falsch mit </br> »geschlossen«, es gibt auch einige <br> (statt der für XHTML vorgeschriebenen <br />).
Das Stylesheet wird mit @ import eingebunden, das default-Template (das alte von Sunlog 2.2) ist aber aus Tabellen aufgebaut, was in der Kombination nicht so viel Sinn macht. Davon ab ist das alte Template mit seinem table-based Layout etwas »1995« (der Kommentar bezieht sich hierauf) und verwendet für Überschriften das <b>-Tag.

Zum Admin-Bereich: Tritt, wie gesagt, im Kleid des früheren Sunlog 2.2 auf, das gefällt mir ganz gut. Auf der Übersichtsseite gibt es eine Tabelle für die letzten x Einträge und Kommentare. Ein Klick auf den Eintragstitel führt zur Bearbeiten-Seite (es wäre besser gewesen, gäbe es eine Tabelle mit zwei Spalten »Bearbeiten« und »Löschen«).
Bei Kommentaren wird der Eintrag im Feld ID mit einem mailto:-Link zum Verfasser des Kommentars unterlegt statt der E-Mail-Adresse (siehe Screenshot 1). Ein Klick auf »Bearbeiten« in der Kommentar-Tabelle führt zur Editierseite für den jeweiligen Kommentar (dort sieht man jedoch nur den Kommentar angezeigt und muss nochmal auf »Kommentar bearbeiten« oder »Kommentar löschen« klicken, statt ihn hier gleich bearbeiten zu können; ansonsten wie bei den Einträgen: zwei Spalten in der Tabelle auf der Übersichtsseite mit Links »Bearbeiten« und »Löschen« wären besser gewesen). Nach dem Verfassen des Eintrags fiel auf, dass der alte 404-Fehler beim Aufruf der entry2.php immer noch erscheint (Holger hat ihn in seiner Sunlog 2.2-Installation gefixt und mir den Fix zur Verfügung gestellt; gibt’s auf Anfrage, falls jemand von dem Problem betroffen ist). Registrierte Namen sind nun geschützt: Ich kann nicht als »Stefan« einen Kommentar posten, ohne mich vorher am Weblog anzumelden (das betrifft ausdrücklich das normale Weblog, nicht den Admin-Bereich).

Die Eintragsseite wurde überarbeitet: Es gibt nun keine Auswahlliste mehr, in der sämtliche Einträge angezeigt werden, sondern eine Tabelle mit den 20 letzten Einträgen (siehe Screenshot 2). Nach dem Hinzufügen eines Eintrags landet man wieder auf der Übersichtsseite. Auf der Eintragsseite gibt es zwei Auswahloptionen, um Einträge ab der ID x oder von einem bestimmten Datum anzeigen zu lassen. Übrigens sind die von Sunlog 2.3 produzierten URLs und Permalinks standardmäßig »messy« (entry.php?id=00001) statt »clear« (entry_00001 oder ähnliches, Hauptsache ohne Fragezeichen).
Einträge können nachträglich im Text geändert werden (Titel, Haupttext und Fortsetzungs-Text). Außerdem gibt es hier die Möglichkeit, den Eintrag zu löschen. Meine Erwartung wäre gewesen, dass bei einen Klick auf »Eintrag löschen« eine Rückfrage kommt, ob dies wirklich geschehen soll. Oder dass eine neue Seite kommt, bei der ich zunächst den Eintrag den ich löschen möchte, nochmal auswählen muss (hätte mich nach der oben beschriebenen Vorgehensweise mit »Kommentar modifizieren« nicht gewundert). Womit ich nicht gerechnet habe ist, dass der Eintrag sofort ohne Rückfrage gelöscht wird. Suboptimal, um es mal zurückhaltend zu formulieren. Vor allem wenn man bedenkt, dass es bei Windows Betriebssystem-weit »click-through« gibt: Einmal versehentlich in den Hintergrund an die falsche Stelle geklickt, und weg ist der Eintrag, schönen Dank auch. Als ich noch Windows verwendet habe, ist es mir bei meinen täglichen, ausgiebigen Surftouren durchaus mal passiert, dass ich beim Wechseln eines Fensters durch Hineinklicken in ein im Hintergrund gelegenes Fenster mal einen Link ausgelöst habe. Sehr nervig, da ich dann erst wieder auf die »Zurück«-Schaltfläche klicken musste. Diese Stelle ist eine gute Gelegenheit, um mal wieder auf die Überlegenheit von Mac OS hinzuweisen: Dort gibt es click-through nicht. Ein Klick auf ein Fenster im Hintergrund schaltet erst mal das Fenster bzw. die andere Anwendung aktiv, erst ein weiterer Klick löst auch eine Funktion aus. Eine Zeit lang war das auch mal in Beta-Versionen von Safari so, aber da hat man sich zum Glück eines Besseren besonnen (siehe dazu auch John Grubers Artikel »The Problems With Click-Through« und »Much Ado About Click-Through« auf Daring Fireball).
Zurück zur Möglichkeit, Einträge nachträglich zu editieren. Von hier aus kann man mit einem Klick zur Seite »Kommentare bearbeiten« und es lässt sich auch ein Trackback-Ping setzen. Was nicht geht ist, im Nachhinein die Zeit von Einträgen zu ändern (vor- oder rückdatieren). Umlaute werden nicht in Entities konvertiert (vergleiche Textile.

Zur Bilderverwaltung kann ich nichts sagen, dieses Feature habe ich auch in Sunlog 2.2 noch nie benutzt. Ich verwalte alle meine Bilder per FTP-Client »von Hand«.

Der RSS-Feed ist standardmäßig nicht aktiviert, die Felder in der Konfiguration sind nicht vorbelegt. Beim Schreiben des RSS-Feeds gibt es einen »fatal error«.

Die Seite »Tools« wartet mit »Sunlog-Blocks«, Weblogs.com-Ping und Trackback auf, außerdem mit einer IP-Sperre und dem Tool zur Bearbeitung der Eintrags-Kategorien. Die Kategorien werden leider immer noch nicht in der Datenbank gespeichert, sondern wie auch schon in früheren Sunlog-Versionen in der Datei /cfg/categories.inc.txt. Die Sunlog-Blocks sind, wie der Name schon sagt, Blöcke, die wahlweise auf den Weblog-Seiten angezeigt werden können. Statt einen Kalender mühsam von Hand einzuhacken, gibt man im Template nur <? sunlog_block("calender"); ?> an, um so ein fertiges Kalender-Modul einzubinden. Das ist gut. Im Moment gibt es Sunlog-Blocks für einen Check-Referer-Link zum W3-Validator, für Kommentare, die Ausgabe der Kategorien-Liste (alphabetisch), Trackback, die eigentlichen Einträge, Links in der Navi-Leiste, die Ausgabe eines Info-Texts, einen Kalender und ein Login für Besucher (siehe Screenshot 3). Es lassen sich in zwei Schritten auch neue Sunlog-Blocks anlegen.

Das Template-System: Die Sunlog-Blocks im Bereich »Tools« habe ich bereits erwähnt. Neben dem alten Template-System aus Sunlog 2.2, bei dem es ein Template pro Ausgabeseite gibt (derer sieben), in denen alles von Kopf bis Fuß angegeben werden muss, gibt es jetzt wieder das aus Sunlog 2.1 gewohnte und einzig wahre System aus Header, Footer und dazwischen liegendem Datenbereich (Navigation, Index, Einträge, Archiv, Suche, Mail, Trackback, Sunlog-Blocks). Welches Template-System verwendet werden soll, kann in »Konfiguration & Benutzer« unter »Skripteinstellungen« gewählt werden.
Bei den einzelnen Template-Seiten wäre noch gut gewesen, wenn nicht nur die Hauptnavi angezeigt würde, sondern ebenfalls noch Links zu den anderen Template-Seiten.

Im Bereich »Konfiguration & Benutzer« gibt es vier Untersektionen: »Output-Konfiguration«, »Script-Konfiguration«, »Benutzerverwaltung« und erneut ein Link zu den Kategorie-Einstellungen (aus dem Bereich »Tools«).
Hier halte ich mich nicht so lange auf, da gibt es keine wesentlichen Änderungen zum Vorgänger. In der Output-Konfig wird die Sprache des Weblogs eingestellt, die Anzahl der Postings auf der Startseite und in den Kategorien (für RSS separat im RSS-Bereich einzustellen), Datumsformate, Anzahl der angezeigten Kommentare. In den Scripteinstellungen steht die Datenbank-Konfiguration, die Benachrichtigung bei neuen Kommentaren (standardmäßig aus), die Unterdrückung von HTML in Kommentaren (funktioniert jetzt) und dergleichen mehr. Die Benutzerverwaltung wurde überarbeitet, ist für mich als Einzelbenutzer nicht relevant.

Zu den Features des Weblogs, wie sie auch von Lesern genutzt werden können, sofern nicht bereits erwähnt (betrifft den Infotext, die Sunlog-Block »Letzte Kommentare«, Kategorien, Trackback, letzte Einträge, Links nach draußen).
Es gibt eine Login-Funktion um z.B. Namen für Kommentare schützen zu lassen oder den Zutritt zum »Café«, in dem die letzten fünf Themen und Kommentare angezeigt werden und die »Leseablage« für vorgemerkte Einträge.
eiterhin hat’s eine Möglichkeit zur Registrierung und eine Funktion »Passwort vergessen«, die einem in der Theorie ein neues Passwort zusendet. In der Praxis wird das Passwort tatsächlich geändert, aber eine Mail mit dem neuen Zugang habe ich nicht bekommen, so dass ich mich jetzt auch nicht mehr im Admin-Bereich anmelden kann. Macht aber nichts, ich bin kurz vor Ende meines Berichts.
Einer der Sunlog-Blocks ist ein Monatskalender: Klick auf einen Tag und Sunlog zeigt alle Einträge dieses einen Tages an (endlich). Was es dagegen immer noch nicht gibt, sind vor/zurück-Links, um zwischen Einträgen zu blättern.
Im Archiv funktioniert der Link »Gesamtarchiv« nicht, der in Sunlog 2.2 noch sämtliche Überschriften aller Einträge im Weblog anzeigt. Bei Klick auf den Monat »July« (ich habe Deutsch in der Output-Konfiguration eingestellt) erscheinen die Überschriften aller Einträge des Monats Juli.
Die Suche hat sich gegenüber Sunlog 2.2 verbessert, aber nicht viel. Was gleich geblieben ist: Es können entweder Einträge oder Kommentare durchsucht werden, Eintrags-Überschriften werden werden nicht berücksichtigt (die Suche lässt sich auch nicht auf sie eingrenzen). In der alten Version wurde nur nach einem Begriff gesucht, auch wenn man zwei eingegeben hat. Welcher zur Suche hergenommen wurde, war eher zufällig. Die Ausgabe der Suchergebnisse erfolgte nicht nach Relevanz sondern chronologisch aufsteigend. In der neuen Suche hat sich daran nichts geändert. Verknüpfungen mit ODER oder UND oder das Suchen nach Phrasen (durch Anführungszeichen umschlossen) sind nicht möglich. »Getroffene« Wörter in den Suchergebnissen werden nicht hervorgehoben.

Ein Blick auf die Ankündigung vom März zur Verfügbarkeit der neuen Version »innerhalb der nächsten vier Wochen« zeigt, welche der damals angekündigten Features unter den Tisch gefallen sind:
»Mobil2Sunlog«: Die Funktion »mit Mobil2Sunlog direkt vom Handy aus bloggen« habe ich nicht finden können.
Ja, das war’s auch schon, der Rest wurde tatsächlich umgesetzt: Neue Startseite, neue Templates, neue Benutzerverwaltung. Trackback und die Bildverwaltung habe ich nicht getestet.
Darüber hinaus gibt es aber viele neue und alte Fehler, außerdem fehlen immer noch dringend notwendige Features wie vor/zurück-Links, eine richtige Suche oder das vor- und rückdatieren von bereits veröffentlichten Einträgen bzw. das terminieren neuer Einträge oder die zeitlich zurückliegende Einordnung neuer Einträge.

Mein Fazit daher: Ich werde nicht umsteigen. Es fehlen zu viele wichtige Dinge und es wäre zu viel Anpassungsarbeit nötig, um die neue Sunlog-Version rund zu bekommen, auch wenn Skript-Fehler beseitigt sind.
Dennoch Respekt vor der freiwilligen Arbeit und dafür, Sunlog kostenlos zur Verfügung zu stellen (tatsächlich habe ich übrigens Andreas, dem Entwickler der 2.2- und Vorgänger-Versionen, einen kleinen Obolus zukommen lassen). Aber ehrlich gesagt könnte man für dieses Update kein Geld verlangen (gut, es ist eine Beta-Version) und nach einem Jahr Entwicklungszeit hätte ich mir auch mehr erwartet, sorry.
Dass ich nicht auf die 2.3 umsteigen würde, stand schon vor diesem Test fest (siehe Eintrag von 02:22 Uhr), aber aus anderen Gründen, die ich am Mittwoch dargelegt habe. Der Test der letzten Stunden hat mich in meinem Urteil allerdings bestätigt.

Erschienen am Sonntag, 27.07.2003 @ 6:26 | Kommentare deaktiviert
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»Die haben es immer noch nicht begriffen…«

Die Windows-Konkurrenz schickt sich an, Apples iTunes Music Store einzuholen, der Ende des Jahres auch in einer Windows-Version erhältlich sein soll. Diese Woche betrat nun buymusic.com die Bühne, um Apple das Fürchten zu lehren. Das ging spektakulär in die Hose.
Eigentlich nicht verwunderlich, denn offenbar konnte buymusic.com mit der Musikindustrie nicht so gute Vereinbarungen treffen wie Apple und zum Anderen kommt buymusic.com Berichten zufolge mit der gewohnt umständlichen Bedienung von Windows daher.
Sicher, mit vereinzelt 79 ¢ sind die Songs noch einen Schluck günstiger als bei Apple mit 99 ¢, aber um die Musik von Buymusic zu hören oder auf CD zu brennen, muss der Konsument durch Reifen springen, wie eine Jennifer ihre Erfahrungen beschreibt. Oder Bob LeVitus in einem Artikel für den Houston Chronicle oder die Website Independent Music Review.
Übrigens wird die Musik, anders als bei Apple, bei Buymusic nicht verkauft, auch wenn man das glauben könnte. In den Nutzungsbedingungen (Link von IT&W) heißt es:

»All downloaded music, images, video, artwork, text, software and other copyrightable materials ("Content") are sublicensed to End Users and not sold, notwithstanding use of the terms "sell," "purchase," "order," or "buy" on the Site or this Agreement.«


Am Rande: Bei der Website ließ sich Buymusic anscheinend sehr stark vom iTMS »inspirieren«, wie die Kritiker von buymusicsucks.com sagen. Tatsächlich sehen sich die beiden Stores zum Verwechseln ähnlich (siehe Screenshot) und sogar der Stil der Werbespots wurde geklaut.
Die Website von Buymusic geriet auch noch von anderer Seite unter Feuer, da sie alle Nutzer ausschließt, die nicht IE/Win verwenden (siehe Zeldman, WaSP). In diesem Zusammenhang: Hier bestätigt sich mal wieder, dass Analysten manchmal keine Ahnung haben. In der Heise-Meldung zu Buymusic wird Michael Gutenberg, Analyst bei Jupiter Research zitiert:

»Es überrascht nur wenig, dass die Entwickler bei dem hohen Marktanteil des Internet Explorer solche Plattformen auf der Grundlage des kleinsten gemeinsamen Nenners aufbauen.«

Falsch, falsch, falsch! Der kleinste gemeinsame Nenner sind die Webstandards. Dazu gehört auch, in URLs keine Backslashes zu benutzen.

P.S.: Vor ein paar Tagen gab es auch Berichte über kundenunfreundliches Verhalten bei Apple, aber Apple machte inzwischen einen Rückzieher und gab sich kulant.

Erschienen am Sonntag, 27.07.2003 @ 9:00 | Kommentare deaktiviert
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Video-Quicklinks: »Farmsluts 300« und andere.

Ein paar Links zu Videos, die ich in der letzten Zeit gesehen habe, und die ich weiterempfehlen will.

Farmsluts 300
300 meint eigentlich die Bandbreite. Ein viertelstündiger Film über die Folgen des Öffnens einer Spam-Mail (Quicktime, via Markus).

Ping-Pong Matrix
Vergesst die Spezialeffekte aus »Matrix« und »Matrix: Reloaded«, diese Asiaten stellen das mit ihren Tischtennis-Künsten locker in den Schatten (Flash 6, via Kai).

Werbefilm eines belgischen Kondom-Herstellers, Quicktime.
Nebenbei, derzeit plakatiert die BZgA wieder. Mein aktuelles Lieblingsmotiv:

Gummi, Bärchen!



Zerstörung eines Porsche 911
Fazit des Briten: Die Deutschen bauen kaum zerstörbare Autos (MPEG, via IT&W).

G5-Präsentation, Quicktime.
Apple-Mann Holger Niederländer stellt in 41 Minuten ausführlichst den neuen Power Mac G5 vor. Mal wieder typisch Apple: Sogar über die formschöne Diebstahl-Sicherung und den Netzteil-Stecker hat man sich Gedanken gemacht. Begehrenswert.

Jede Menge abgefahrene Flash-Filme
(via Holzblog).

Teaser zu Bullys neuem Film
(T)Raumschiff, Periode 1: »Ob Du gebeamt wirst oder nicht, sagt Dir gleich das Licht.«
Den »Schuh des Manitu« fand ich ja grottenschlecht, aber beim (T)Raumschiff habe ich mehr Hoffnungen.

Plug’n'Pray
Starten Sie Ihren eigenen Heiligen Krieg (via Markus).

Erschienen am Sonntag, 27.07.2003 @ 9:22 | Kommentare deaktiviert
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Zur gestrigen Deutsch-Abschlussprüfung

Markus und ich waren zu früh da. Wir beide machen Mathe im nächsten Kurs ab März 2004 (und ich glaube, das wir da noch ein paar Leute wiedersehen) und hatten daher keinen Anlass, am Freitag zur Mathe-Abschlussprüfung zu erscheinen. Da wurde mitgeteilt, dass die Abschlussprüfungen nicht um 8 Uhr, sondern um 9 Uhr beginnen, und so hatten wir noch eine Stunde Zeit uns zu unterhalten und ein letztes Mal die Dinge durchzugehen, auf die wir zu achten hätten. Das mit der Zeit liegt daran, dass in Bayern Schul-Abschlussprüfungen zentral gestellt werden, das heißt, die Aufgaben kommen aus München und sind im ganzen Freistaat gleich (in anderen Bundesländern werden die Aufgaben von lokalen Lehrkräften gestellt; korrigiert werden sie aber auch bei uns von zwei Lehrern vor Ort). Und es sind nicht nur die Aufgaben gleich, sondern auch die Startzeit: 9 Uhr am Samstag für die Deutsch-Abschlussprüfung im Telekolleg, das zur Fachhochschulreife aka »Fachabi« führt. Unser Fachlehrer wies darauf hin, dass es für die Äußere Form, Grammatik und Rechtschreibung 35 von 100 Punkten zu holen gibt; mehr als in der Fachoberschule. Dann gingen wir gemeinsam die fünf Aufgaben durch, zwei textgestützte Erörterungen und drei Textanalysen. Letzte Fragen wurden geklärt und ab 9:10 Uhr lief die Zeit, vier Stunden bis 13:10 Uhr.

Bei der ersten Erörterung musste pro und contra »TV-Konsum hat einen negativen Einfluss auf Kinder« argumentiert werden. Ein klassisches Medienthema, das sich in der Art laut unserem Lehrer in jeder Abschlussprüfung wiederfindet. Aus der letzten Deutsch-Stunde wussten wir, dass in der Abschlussprüfung 9 bis 10 Argumente erwartet werden, davon etwa sechs aus dem Text, 2 bis 3 sollen selbst gefunden werden, inklusive zwei Synthesen. In der Summe ungefähr 6 bis 8 Seiten, je nach Handschrift.
Ich konnte mich auf Anhieb mit der zweiten Aufgabe anfreunden und wählte sie dann auch für meine Prüfung aus. Erstmals seit Jahren wieder eine Stellungnahme, bei der nur in eine Richtung argumentiert werden muss. Erwartet wurden hier mindestens 6 Argumente und 2 Synthesen. Das Thema lautete (ebenfalls nur sinngemäß): »Stützen Sie die Behauptung, dass in vielen gesellschaftlichen Bereichen die Ellenbogen-Mentalität zunimmt.«

Ich las mir bei beiden Erörterungsaufgaben die Aufgabenstellung und die vorliegenden Texte durch; im ersten Fall ein Zeitungsinterview, im zweiten Fall ein Zeitungskommentar. Nach dem Lesen entschied ich mich ohne weiter zu zögern für die zweite Aufgabe. Anschließend begann ich, mir Argumente zu überlegen und notierte sie mit einigen Beispielen. Es folgte das Sortieren der Argumente vom unwichtigsten zum (meiner Ansicht nach) wichtigsten und ich setzte eine Gliederung auf. Dann schrieb ich meine Gedanken ins Reine.
Ich kam gut voran und brauchte bis auf kleinere Phasen des Überlegens eigentlich nur aus meinem Kopf abzuschreiben.
Folgende Argumente habe ich mir überlegt: Zeitdruck, Urbanisierung, Vereinsamung, persönliche Probleme und Sorgen, erhöhte Leistungsanforderungen (das sechste Argument dazwischen weiß ich nicht mehr). Die beiden Synthesen formulierte ich als Lösungsvorschläge und lauteten: »Politik und Bürger müssen Verantwortung tragen« sowie: »Ansatzpunkte bei jedem Einzelnen«. Im Schluss beschrieb ich meine persönliche Meinung, dass es meiner Ansicht nach nicht nur so ist, dass man mit unfreundlichen und rücksichtslosen Menschen zu tun hat, sondern dass es auch das Gegenteil gibt.

Insgesamt habe ich ein ganz gutes Gefühl. Aber ich kann trotzdem schlecht einschätzen, was am Ende dabei rauskommt. Bei der Haltungsnote gibt’s vielleicht Abzüge wegen meinem schiefen Schriftbild, ab und an habe ich vielleicht etwas zu süffisant geschrieben. Außerdem habe ich nur zwei Argumente dem Text entnommen. Mehr gab der für mich nicht her. Es gab zwar viele Beispiele für die beschriebene Ellenbogen-Mentalität, aber ein Beispiel ist keine Begründung, das nützt mir nicht. Die restlichen sechs Argumente (inkl. Synthesen) musste ich mir aus den Fingern ziehen und ich weiß nicht, ob sie den Erwartungen entsprechen.

Die Zeit hat massig ausgereicht. Etwa bei zwei Dritteln dachte ich mal kurz, ich würde zu wenig schreiben (nur fünf Seiten?!) und nicht fertig werden (noch so viele Punkte in der Gliederung!). Aber insgesamt konnte ich ohne Hast durchschreiben und hatte am Schluss auch noch zehn Minuten Zeit, um alles nochmal durchzulesen und hier und da etwas auszubessern.

Der nächste Kollegtag ist am 13. September, dann gibt’s die Noten. Zeugnisse, bzw. für Markus und mich Teilnahmebescheinigungen für die abgeschlossenen Fächer, gibt’s am 7. Februar. Wir beide bekommen unsere Zeugnisse natürlich erst, wenn wir auch Mathe abgeschlossen haben (bzw. bei mir noch Physik und Technologie/Informatik, für die ich mir in diesem Kurs nicht die Zeit nehmen konnte und wollte).

Erschienen am Sonntag, 27.07.2003 @ 12:20 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 28.07.2003

Den Sonnenaufgang im Rücken

An sich wollte ich ja am Samstag nach der Deutsch-Abschlussprüfung etwas die Wirtschaft ankurbeln. Am 1.-Klasse-Schalter (da b.c-Kunde) im Nürnberger Hauptbahnhof bekam ich jedoch die Auskunft, dass man noch keine Formulare für die BC100 habe und ich doch bitte ab Freitag (1.8.) nochmal kommen möge. Ich könne die BC100 auch im ersten Stock in der Lounge kaufen, dort werden an der Rezeption auch Fahrscheine verkauft. Übrigens das zweite Mal, dass ich mal eine der bahn.comfort-Serviceleistungen nutzte: Vor etwa drei Wochen den 1.-Klasse-Schalter im Münchner Hauptbahnhof, diesen Samstag in Nürnberg. An die kurze Wartezeit könnte ich mich glatt gewöhnen, nur brauche ich ab August mit der BC100 keine Fahrscheine mehr…
[Die Schlangen an den normalen Schaltern im ReiseZentrum habe ich mir bisher natürlich auch nicht gegönnt, ich habe Online-Tickets gekauft oder den Fahrschein-Automaten benutzt.]

Bei Yorma’s in der Osthalle nahm ich noch ein Salami-Baguette mit und ging dann in Richtung Innenstadt, die Königstraße hinauf. In der Bank Geld abgehoben und eine frühere Kollegin getroffen; einige Minuten haben wir uns ganz nett unterhalten.
Im Müller ein neues Deo gekauft, dann weiter zu Müller & Rösch, CD-Rohlinge kaufen. An sich habe ich noch genug, aber für das SAE-Abschlussprojekt im BMC-Level brauche ich bedruckbare Rohlinge. Ich nahm einen 10er Pack TDK für 6,50. Am Weißen Turm wieder in die U-Bahn und zurück nach Fürth gefahren. Ein Lahmacun am Rathaus, dann mit dem Bus nach Hause.
Von der Bushaltestelle in Vach aus fuhr ich ein kurzes Stück am Kanal entlag und fuhr an den Überresten des Gasthauses »Zur Krone« vorbei, das Anfang der Woche abgebrannt war. Es ist nichts mehr von dem Haus übrig geblieben außer der Außenmauern. Die Aufräumarbeiten waren im Gange.

Zu Hause sah ich mir ein wenig das Einzelzeitfahren der vorletzten Etappe der Frankreich-Rundfahrt an. Ein Wahnsinn, wie die Sportler mit ihren aerodynamisch geformten Schuhen und Helmen Kilometer spulen, wie die Hamster im Laufrad. Die Beine bewegten sich rauf und runter wie bei einer Dampflok oder eine Nähmaschine. Überhaupt unglaublich, dass nach über 3.000 Kilometern und drei Wochen Tour de France der Abstand zwischen dem Ersten Lance Armstrong (Team US Postal) und seinem Verfolger Jan Ullrich (Bianci) nur eine Minute beträgt. Eine Minute, nach drei Wochen! Die beiden schenkten sich nichts: Im Abstand von zwei Minuten starteten die Radler zum Einzelzeitfahren, Ullrich als Vorletzter, Armstrong als Letzter. Und während der gesamten 49 Kilometer dieser Etappe gaben die beiden alles, der Abstand in der Gesamtwertung betrug kontinuiierlich eine Minute. Harald Schmidt hat in seiner Show am Freitag mit seinem Chef-Redakteur Manuel Andrack um hundert Euro gewettet, dass Ullrich die Tour gewinnt, dass er am Samstag »die Bestie in sich« entdecken würde. Hat er wohl auch, aber in Armstrong schlummerte auch noch ein Tier. Auf der letzten Etappe bis Paris wird der führende des Gesamtklassements traditionell nicht mehr angegriffen. Ansonsten hat mich die Tour nicht so interessiert, denn anders als eine Freundin von mir kann ich mit stählernen Männerbeinen und Hintern, die Walnüsse knacken können, nicht so viel anfangen.   :-)

Im Verlauf der Etappe schlief ich ein, denn ich war seit dem Freitag um 18 Uhr wach, und nach einer durchgemachten Nacht und einer Deutsch-Abschlussprüfung am Morgen musste um 16:15 Uhr einfach Schicht im Schacht sein.

Um Mitternach wachte ich frisch erholt wieder auf und machte mich tatkräftig ans Werk. Inzwischen sollte es Stammleser nicht mehr verwundern, dass ich auch durchaus mal zu solchen Zeiten aufstehe, zu denen andere Leute ins Bett gehen. Ich glaube, inzwischen bin ich schon mindestens einmal zu jeder Stunde des Tages aufgestanden und ins Bett gegangen.
Ich installierte die Beta-Version von Sunlog 2.3, sah mir alles genau an und schrieb nebenher einen Testbericht. Um kurz nach vier Uhr morgens war es dann Zeit für’s Mittagessen. Schnell gewaschen, um 4:15 Uhr rauf auf’s Rad und in Rekordzeit zum McDonald’s am Hafen gefahren (was anderes hat um die Zeit nicht mehr offen). Anschließend noch beim Westbad über den Wiesengrund, in Richtung Stadt, um an der Esso-Tankstelle einzukaufen. Für Sonntag-Morgen um kurz vor 5 Uhr war erstaunlich viel los: Vereinzelte Fußgänger, Radfahrer, recht viele Autofahrer, sogar ein Bus fuhr. Oder war nur noch viel los und nicht schon wieder? Aus meiner Zeit als Zivi von April 1999 bis Mai 2000 war ich es bei Frühschichten am Sonntag eigentlich gewohnt, von halb sieben bis sieben Uhr sämtliche Straßen in der Stadt alleine für mich zu haben.
Der Einkauf an der Tanke markierte den Wendepunkt: Zurück nach Hause durch den Wiesengrund. Während ich eine 3/4 Stunde zuvor noch in völliger Dunkelheit losgefahren war, ging nun hinter mir die Sonne auf. Allerdings hinter Wolken. Ein seltsames, fahles Licht. Im Osten brach der neue Tag an, im Westen war es noch Nacht. Rückkehr am Sonntag-Morgen um 05:20 Uhr. Ich schrieb weiter am Sunlog-Review und sah mir um Viertel vor sieben die Früh-Wiederholung von »Malcolm mittendrin« an.

Später am Tag, etwa um 13 Uhr, grillten mein Vater und ich wieder auf der Terrasse. Im Anschluss sah ich ein wenig die letzte Etappe der Tour de France. Um 16 Uhr legte ich mich »für fünf Minuten« hin und schlief ein.

Kurz vor Mitternacht in der Nacht von Sonntag auf Montag stand ich wieder auf.

Erschienen am Montag, 28.07.2003 @ 8:03 | Kommentare deaktiviert
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»And now to something completely different.«

Aus manchen Webforen ist vielleicht bekannt, dass es »Dienstränge« gibt, je nachdem, wie viele Beiträge ein Teilnehmer geschrieben hat. Mit Bezeichnungen wie »Einsteiger« oder »Junior Member« geht’s los und das steigert sich dann in Richtung »Experte« und dergleichen.

Seit einiger Zeit bin ich in einem Forum unterwegs, in dem es eine etwas andere Einteilung gibt:

Vollhuf bis 4 Einträge
Brezlbäcker 5-9 Einträge
Affenprinz 10-14 Einträge
Zweidupferlahnunghaber 15-19 Einträge
Günther 20-29 Einträge
Check-o-mat 30-49 Einträge
Superperforator 50-74 Einträge
Kingdingeling 75-99 Einträge
Grandmastersuperchief ab 100 Einträge

Ich find’s cool.   :-)

Und nun zu etwas völlig anderem.
Amazon.com bietet in seinen Produktkategorien neuerdings RSS-Feeds für neue Produkte an. Wegweisend!
Noch im Beta-Test und nicht beworben. Mir ist auch nicht ganz klar, wie John von inluminent sich seine Liste von Kategorie-Feeds zusammenstellen konnte, ich habe keine Übersicht gefunden. URL-Experimente?
[Gesehen bei inluminent.]

Erschienen am Montag, 28.07.2003 @ 8:14 | Kommentare deaktiviert
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MacSOUP

Ein freundlicher Newsgroup-Teilnehmer wies mich eben darauf hin, dass es von MacSOUP eine neue Beta-Version gibt (in meinem User-Agent-Header sah er, dass ich noch die alte Version benutze).
Habe ich schon vor ein paar Tagen gesehen, aber ich war noch nicht zum Update gekommen. Falls es jemand noch nicht gemacht haben sollte: gleich downloaden.

MacSOUP ist der beste Newsreader für den Mac, wo gibt.
Die neue Beta-Version für OS X bereinigt einige Bugs und kann jetzt auch drucken.

Erschienen am Montag, 28.07.2003 @ 10:29 | Kommentare deaktiviert
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»Das Bärchen, das sich an die Zunge kuschelt.«

Komme eben aus der Stadt zurück. Einen Happen gegessen (Lahmacun), Chips und Brause-Bärchen gekauft. Die Bärchen sind prickeliger als die normalen Brause-Tabs, da schmeckt sogar die Cola-Brause.

Auf der Rückfahrt fuhr kurzzeitig neben mir auf der Fahrbahn ein mit Stroh beladener LKW, während ich auf dem Radweg rechts daneben fuhr. Auf der Rückseite prangte ein Schild mit der Aufschrift:

»Ladung qualmt?
Ist normal!
Pferdemist-Transport.«

Da gab es wohl in der Vergangenheit ein paar Reklamationen, die den Hinweis notwendig machten.

Auch in der Stadt gesehen: Ein Rad, bei dem jemand am falschen Ende gespart hat: Altus-Schaltung, aber Vollfederung. Wahrscheinlich für 200 Euro aus dem Supermarkt. Das Bügelschloss meines Rads hat allein 100 Euro kostet.

Nachtrag zur Tour de France: Ich vergaß zu erwähnen, dass die sturzlangweiligen Kommentare während der Tour-Berichterstattung zu meiner Zivildienst-Zeit immer ein perfektes Schlafmittel waren. Um am frühen Nachmittag langsam die Frühschicht ausklingen zu lassen.

Erschienen am Montag, 28.07.2003 @ 16:18 | Kommentare deaktiviert
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Ohne konkreten Anlass

Aber weil’s mir gerade wieder einfällt: Manchmal hätte man als Web-Designer Lust, dem Kunden zu sagen:

»Suchen Sie sich aus den folgenden drei Eigenschaften zwei aus: Schnell, gut, günstig.
Die Kombination schnell und günstig bieten wir nicht an.«

In diesem Zusammenhang: Bei Christian bin ich mal wieder über den Lynx-Viewer gestolpert.
An der SAE habe ich gelernt, dass sich Ton-Ingenieure ihre Arbeit absichtlich auch auf schlechten Boxen anhören. Denn wenn es da gut klingt, dann auf teuren allemal. So mancher Web-Kollege könnte sich daran mal ein Beispiel nehmen und seine Seiten durch den Lynx-Viewer jagen: Wenn die Inhalte dort lesbar sind, dann sind sie es auf jedem Browser.

Erschienen am Montag, 28.07.2003 @ 16:33 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 29.07.2003

»It’s all over now, Baby Blue.«

Ich suche eine Cover-Version des genannten Songs. Folgende Interpreten meine ich nicht:
Bob Dylan, The Byrds, Them, Van Morrison, Graham Bonnet.
Es ist sehr rockig, mit einer tiefen Sängerstimme und ich schätze mal, dass die Version keine zehn Jahre alt ist.
Hat jemand einen Tipp?

Bei der Gelegenheit: Ich suche ein Stück, in dem ständig das Wort »Dreams« wiederholt wird und so ähnlich wie »The Dreams« von den NITS klingt.
Ich meine nicht »Dreaming my Dreams« oder »Dreams« von den Cranberries, auch nicht »Dreams« von Fleetwood Mac oder Gabrielle.

Danke.

Nachtrag (07:26 Uhr): Ah, eben bringt mir mein Vater noch eine CD rein: »Frantic« von Bryan Ferry, und da ist es Track eins. Und guess what: Es war sogar schon in meiner iTunes-Bibliothek. Bleibt noch die Sache mit »Dreams«.

Erschienen am Dienstag, 29.07.2003 @ 7:20 | Kommentare deaktiviert
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Der Unterschied zwischen Männern und Frauen, anschaulich erklärt

Carsten ist auf Wohnungssuche – allein. Zwecks Aufmunterung wurde ihm ein Link empfohlen: »Dein Auftrag: Geh zu H&M und kaufe eine Unterhose.«
Regt zum Schmunzeln an.   :-)

Erschienen am Dienstag, 29.07.2003 @ 15:49 | Kommentare deaktiviert
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Revision A-Halterungen

Meine iSight ist eingetroffen!
Frisch ans Display des Power Macs angeflanscht und ganz wie in den Videos war der Zusammenbau eine Sache von wenigen Handgriffen in einigen Sekunden. FireWire-Kabel am einen Ende in den Rechner und am anderen Ende in die Kamera, schon war die Installation vorbei.

Die iSight in Aktion

Das Auspacken hat wie immer besonders viel Freude bereitet. Negativ fällt allerdings auf, wie die Kamera am Display zu befestigen ist. Für die Notebooks gibt es eine Klemmbefestigung: Eine Plexiglas-Halterung wird einfach lose über die Display-Kante gehängt, fertig. Wer will, kann mit einem Schraubmechanismus noch arretieren. Desweiteren gibt es einen Standfuß für Monitore. Ich mit meinem 17er Apple-Display muss das dritte mitgelieferte Stück Plastik verwenden: Eine runde Fläche, aus der ein kurzer Stiel hervorragt (sieht ein bisschen aus wie eine Polizeikelle), wird an der Display-Rückseite angeklebt. Im mitgelieferten Heftchen heißt es, dass die Haftwirkung durch häufiges Ablösen verloren geht. Ach? Meine Empfehlung an Käufer lautet: Sehr genau überlegen und testen, bevor man das Ding festklebt. Die Halterung pappt bombig an der Display-Rückseite, so dass man beim Ablösen den halben Kleber in die Länge zieht (ich hatte mit dem ersten Anbringen leider keine geschickte Hand). Und Apple: Wäre es nicht möglich gewesen, ähnlich der Notebook-Klemme statt dieser senkrechten Halterung eine für die Displays passende Klemme beizulegen?

Mein künftiges Einsatzgebiet: Die Cam wird am Display befestigt bleiben, um sie für iChat-Video-Konferenzen nutzen zu können, wenn es in Zukunft noch mehr Leute mit Kamera geben wird (tja, das Schicksal der early adopters: das Henne-Ei-Problem). Ich habe sie mir aber auch gekauft, um von München aus Kontakt mit daheim aufnehmen zu können. In München habe ich mein iBook dabei. Das kann mit der Kamera nichts anfangen, da es für die Video-Funktion zu langsam ist (G3-500, gebraucht werden aber mindestens 600 MHz). Aber im iBook gibt’s Mikrofon und Lautsprecher, meine Leute zu Hause können die iSight (Video- und Ton-Eingang) und die Pro Speaker von Robert (Ton-Ausgang) benutzen.


Eine Seite der Verpackung

Diese Verpackungsseite zeigt die Kamera mit zwei ihrer drei verschiedenen Haltungen (nicht abgebildet ist der Standfuß). Rechts oben ist die zweifelhafte Befestigung am Beispiel eines iMac-Displays gezeigt.

Die Kamera ist ein Zylinder, etwa so lang wie ein Mittelfinger und hat zwei Zentimeter Durchmesser. Sie ist wesentlich leichter, als ihre Größe vermuten lässt. Außerdem in der Schachtel (die genauso aufgebaut ist wie die des iPods): Eine zylindrische Verpackung zum Transport, "Handbücher" und ein dünnes FireWire-Kabel.

Erschienen am Dienstag, 29.07.2003 @ 16:08 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 30.07.2003

Hän di ka Schnürle?

Habe eben mal bei der T-Mobile-Hotline angerufen (2202 kostenlos vom Handy aus bzw. für mich, ohne Empfang zu Hause, die 01803-302202 für 9 ¢/Min.).
Die 24 Monate meines Vertrags laufen am 22. Oktober ab und ich wollte mal nachfragen, wie’s dann an sich weiter geht (und evtl ist es ja noch für jemand anderen hier relevant). Folgende Auskünfte habe ich bekommen:
Wenn ich nichts tue, verlängert sich der Vertrag automatisch ständig um weitere 6 Monate mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten zum Ende eines solchen halbjährlichen Verlängerunsintervalls.
Alternativ kann ich den Vertrag um weitere 24 Monate verlängern und kann ein neues, subventioniertes Handy bekommen oder 100 € Gesprächsguthaben. Bei einer Verlängerung kann ich auch meinen bisherigen Tarif behalten, der für Neuabschlüsse von T-Mobile nicht mehr angeboten wird (»Get10« mit 10 DM monatlichem Gesprächsguthaben bei 13,20 € Grundgebühr).

Ich weiß noch nicht, was ich machen werde. Mit T-Mobile bin ich recht zufrieden, abgesehen von der schlechten Empfangssituation bei mir zu Hause (ist halt Pampa). Ein neues Handy brauche ich nicht, da ich mit meinem Sony Ericsson T68i vom Oktober 2002 sehr zufrieden bin. Für eingebaute Kameras mit unterirdischer Qualität habe ich keinen Bedarf. Außerdem würde das u.U. Zuzahlung bedeuten und kompatibel mit iSync sollte es auch sein (und wenn, dann kommen nur Nokia oder Sony Ericsson in Frage; das 3650 z.B. sieht nicht nur bescheuert aus, sondern kostet subventioniert immer noch 150 Euro).
Ein Handy für lau nehmen und bei eBay verklopfen? Aufwändig. Und auf den ersten Blick auch wenig rentabel: Das 3410 liegt wie Blei in den Regalen und geht für weit unter 100 Euro weg, da lohnt die Gesprächsgutschrift eher. Beim Siemens C55 sieht’s ähnlich aus: 90 bis 95 Euro, dito S45i. Beim ME45, bei T-Mobile für 10 Euro mit 2-jähriger Vertragsverlängerung, sieht’s mit 110 bis 120 Euro minimal besser aus.

Erschienen am Mittwoch, 30.07.2003 @ 11:51 | Kommentare deaktiviert
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Lies mal wieder ein Buch

Mit den Sommerferien in der SAE ist es ähnlich wie in einer »normalen« Uni: Eigentlich ist es ja nur »vorlesungsfreie Zeit«. Bis der Unterricht nächsten Woche Montag (4.8.) mit dem Thema »Video« weitergeht – den letzten beiden Unterrichtstagen im BMC-Level –, bin ich hier noch ganz gut beschäftigt. Im Laufe der Woche des 4.8. muss ich meine BMC-Abschlussarbeit abgeben, am 11.8. ist dann vormittags die BMC-Abschlussprüfung und am Nachmittag geht es mit dem ersten Unterricht im CMD-Level weiter (Photoshop).

Dennoch naht der Urlaub mit großen Schritten: Verena und Wolfgang fahren am Sonntag den 10.8. mit dem Auto auf Sylt, ich komme am Mittwoch (13.) mit dem Zug nach. Der Urlaub geht bis 20.; die SAE am 18. und 19. lasse ich ausfallen, dafür setze ich mich dann am Samstag den 23. in die Klasse, wenn die Kollegen dort die 2. Photoshop-Woche in sechs Stunden am Stück durchnehmen.

Ich habe erst überlegt, ob ich mit dem Nachtzug fahren soll: Am Dienstag-Abend um 23 Uhr in München losfahren, am Morgen darau um kurz nach acht in Hamburg-Altona umsteigen und um halb zwölf mittags in Westerland ankommen. Problem: Mit der BahnCard 100, die ich am Freitag kaufen werde, muss ich keinen normalen Zugpreis bezahlen, sehr wohl aber den SparNight-Aufpreis von 66,80 Euro (bzw. 65 Euro regulärer Aufpreis) für ein Bett im Schlafwagen (2er Belegung mit Dusche und WC im Abteil; nur mit Waschgelegenheit fährt auf der Strecke nicht). Auf 12,5 Stunden über Nacht im Sitzwagen kann ich verzichten und vom Liegewagen wurde mir in de.etc.bahn.tarif+service eher abgeraten.
Wahrscheinlich werde ich am Dienstag-Nachmittag (12.) erstmal nach Hause fahren und in Erlangen übernachten. Am Mittwoch-Morgen geht’s dann los:


Erlangen ab 04:36 mit RB 20731
Nbg Hbf an 05:03
Nbg Hbf ab 05:35 mit ICE 888
HH-Altona an 10:07
HH-Altona ab 10:31 mit RE 35010
Wes./Sylt an 13:26

oder:

Erlangen ab 05:17 mit RE 20401
Fürth Hbf an 05:29
Fürth Hbf ab 05:35 mit IC 2122
Würzburg an 06:23
Würzburg ab 06:29 mit ICE 888
HH-Altona an 10:07
HH-Altona ab 10:31 mit RE 35010
Wes./Sylt an 13:26

oder:

Erlangen ab 05:54 mit RB 20735
Nbg Hbf an 06:21
Nbg Hbf ab 06:30 mit ICE 684
HH-Dammt. an 10:59
HH-Dammt. ab 11:28 mit IC 2574
Wes./Sylt an 14:26

oder:

Erlangen ab 06:17 mit RE 20403
Fürth Hbf an 06:26
Fürth Hbf ab 06:32 mit IC 2324
Würzburg an 07:22
Würzburg ab 07:27 mit ICE 684
HH-Dammt. an 10:59
HH-Dammt. ab 11:28 mit IC 2574
Wes./Sylt an 14:26

Eine dieser Verbindungen. Dann bin ich nicht um halb zwölf auf der Insel sondern um halb zwei oder halb drei, zur besten Badezeit. Vom Westerländer Bahnhof sind’s zehn Minuten bis zum Strand. Ob man zwischen Hamburg und Westerland mit einem RE oder IC fährt, ist Jacke wie Hose, denn beide Züge halten genauso häufig. Wahrscheinlich nehme ich eine der Verbindungen mit ICE ab Nürnberg, dann spare ich mir einmal umsteigen in Würzburg (wenn dort der IC aus Fürth den ICE eingeholt hat, falls er pünktlich ist).

Jedenfalls acht Stunden Zugfahrt ohne Notebook-Steckdose. Eigentlich 16, da ich wahrscheinlich auch einen Tag früher wieder zurück fahre (Verena und Wolfgang übernachten in Hamburg). Und Strandurlaub. Die Wasserflaschen in meinem Rucksack werden sich mit einigen Büchern den Platz teilen müssen. Am letzten Urlaubstag auf Sylt im Jahr 2001 fing ich »High Fidelity« von Nick Hornby an. Auf der Zugfahrt bis Nürnberg kam ich bis Seite 220 (von 316) und konnte mich danach nicht mehr aufraffen, das Buch zu Ende zu lesen. Für dieses Jahr will ich es wieder einpacken. Außerdem will ich mich drei Bücher kaufen, die ich noch nicht kenne: Zweimal Belletristik und ein Sachbuch:

»Der steinerne Markgraf«, von Ines Schäfer.
Ein kurzer Kriminalroman (198 Seiten), der in Erlangen spielt. Freunde berichten, durch die Schilderung von Ereignissen an bekannten Orten der Stadt wird das Leseerlebnis intensiver. Davon ab soll das Buch auch gut sein.

»Der Simulant«, von Chuck Palahniuk.
Das hat mir ein Freund empfohlen. Chuck Palahniuk ist der Autor des grandiosen »Fight Club«, das mit Brad Pitt und Edward Norton in den Hauptrollen verfilmt wurde (ich kenne nur den Film). Laut der Inhaltsbeschreibung auf Amazon.de geht es auf 320 Seiten um einen Mann, der seinen Lebensunterhalt mit vorgetäuschten Erstickungsanfällen in Bars und Kneipen verdient (»bis ein hilfsbereiter Mensch auftaucht, ihn rettet und ihn aus lauter Dankbarkeit für die Gelegenheit zu einer solchen Heldentat mit Geld überhäuft.«). In seiner Freizeit besucht Hauptperson Victor eine Selbsthilfegruppe:

»[...]eine hemmungslose Gier nach Sex, die er nach Therapiesitzungen der Anonymen Sexabhängigen mit seinen Leidensgenossinnen auslebt. Dass es dabei nicht unbedingt romantisch und nicht wenig erotisch zugeht, dürfte Palahniuk-Leser kaum wundern.«


»Einspruch. Wider den organisierten Staatsbankrott.« von Oswald Metzger, bis September 2002 MdB der Grünen und Haushaltsexperte. Mit 19 Euro für 250 Seiten doppelt so teuer wie die beiden vorgenannten Bücher (9,90 bzw. 8,90 €), aber das Thema interessiert mich. Und Oswald Metzger habe ich in Reden als Bundestagsabgeordneter und bei Auftritten in Talkshows als Mann wahrgenommen, der weiß wovon er spricht (seine Argumentationen sind zumindest schlüssig), der unangenehme Wahrheiten ausspricht und auch vor Kritik gegenüber der eigenen Partei oder dem Koalitionspartner nicht zurückschreckt, der also den Eindruck macht, als ginge es ihm um ein übergeordnetes Interesse jenseits der Parteiräson. Das Buch erhielt laut schnellem googeln eine gute Kritik in der FAZ.
Thematisch geht es um Strukturreformen, mein Thema.

Ein bunter Strauß Lesevergnügen, mit Lokalmatadoren, Wahnsinnigen und Quertreibern in den Hauptrollen.

Erschienen am Mittwoch, 30.07.2003 @ 13:23 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 31.07.2003

Primary Colors

Am kommenden Sonntag-Abend, 3.8., zeigt die ARD um 23:20 Uhr den Film »Mit aller Macht« mit John Travolta in der Hauptrolle. Erzählt wird die Geschichte um einen Wahlkampf in den USA. Ich kann diesen Film sehr empfehlen. Gehört in die gleiche Kategorie wie »Wag the Dog«, wobei der noch um einen Tick bissiger ist.

Erschienen am Donnerstag, 31.07.2003 @ 14:18 | Kommentare deaktiviert
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