Keynotes und Schlecht-Wetter-Griechen, Choco Colada und Billard, sowie Bombenstimmung am Ostbahnhof
Dieser Eintrag berichtet nicht über Montag und Dienstag dieser Woche sondern über Montag, Dienstag und Mittwoch letzter Woche.
Die Abenteuer eines Studenten in München von dieser Woche gibt’s morgen, gleiche Welle, gleiche Stelle.
Der Wecker klingelte am Montag, 23. Juni um 07:45 Uhr. Zuvor wurde ich bereits von meinem Vater und meiner Schwester geweckt (ich habe einen Zettel mit der Bitte an die Wohungstür gehängt, sicher ist sicher). Aber ich drehte mich noch ungefähr fünfmal um und ließ mich jedes Mal von meinem Handy wecken. Um kurz nach 8 Uhr unter die Dusche. Noch ein paar Umpackprobleme mit Rucksack, Fahrradtasche und Office-Bag. Der Ordner des B-Projekts verschwand im Ortlieb Office-Bag, die zusätzliche Fahrradtasche packte ich noch für Kleidung. 8 Uhr 45, ich stürme aus dem Haus und schwinge mich auf’s Rad. Ich brauche, wie schon öfter erwähnt, 30 Minuten um mit dem Rad die zehn Kilometer bis zum Bahnhof zu kommen (ich fahre also nicht langsam). Wäre also um 9 Uhr 15 drin, der ICE fährt um neun nach neun. So schnell war ich noch nie in der Stadt, neue Weltbestzeit: 20 Minuten.
Über die Schienen von vier Gleisen auf die andere Seite. Anzeige: Zug hat fünf Minuten Verspätung. Naja, ok, geschenkt. Den Zug zu erwischen war mir wichtig, denn ich wollte mein iBook im Zug nutzen, um diesen Eintrag zu schreiben, und ich wollte endlich mal den 1.-Klasse-Gutschein einlösen. Ein Zug später wäre ein ICE1 gewesen, nix Steckdose, nix schicke erste Klasse. Noch einen Zug später wäre ich zu spät in München angekommen.
Die erste Klasse war überraschend gut besucht; fast jeder Platz war besetzt. Es gibt insgesamt mehr Platz, da die Bestuhlung großzügiger ist. Angeblich sind auch die Sitze breiter, aber das habe ich nicht mit Sicherheit feststellen können. Das Kopfkissen ist etwas dicker gepolstert und die Sitze sind aus Leder, aber ich finde die Sitze in der zweiten Klasse der neueren ICEs (ICE-T, ICE-TD und ICE3) schon auch sehr komfortabel. In der ersten Klasse hat man immer ein ganzes Fenster aus dem man hinaussehen kann und die Beinfreiheit bei gegenüberliegenden Sitzen ist größer. Insgesamt alles Features, die mir den Aufpreis nicht wert wären, aber ich habe es ja in diesem Fall von der Bahn mittels Gutschein geschenkt bekommen (eine Hin- und Rückfahrt). Wobei ich in der zweiten Klasse darauf achte, mich nicht an einen Tisch zu setzen (mit gegenüberliegenden Sitzen), da es dann schon eng wird; in einer Reihenbestuhlung gibt’s aber mit der Beinfreiheit keine Probleme und ich bin 1,86.
Holger und Stefie waren bei meiner Ankunft noch nicht im Büro. Es war kurz vor zwölf und ich ging gleich vom Frühstück zum Mittagessen über, aß eine Pizza in einer nahen Pizzeria (»Ischia« in der Neherstr. 9, Tel.: 089-471983). Salami-Pizza für 6 Euro 50, die zwar durchaus lecker war, allerdings nur in Tiefkühlpizza-Größe daher kam.
Das Büro. Ich war ja schon einmal kurz da, aber ich muss sagen, ich bin vom neuen Büro der drei begeistert. Die Anbindung erwies sich auf den zweiten Blick als durchaus gut: U4/U5 in sieben Minuten vom Hauptbahnhof zum Prinzregentenplatz, dann fünf Minuten zu Fuß, bzw. vom Ostbahnhof der 53er Bus in etwas über fünf Minuten bis »Friedensengel«, dann nur noch zweimal über die Straße. Die Prinzregentenstraße ist sehr laut, man kann auf dem Gehweg kaum eine Unterhaltung führen. Durch die Tür in den Hinterhof und man hört von der Straße nichts mehr, stattdessen Vogelgezwitscher. Dort ist es auch etwas kühler. Eine kurze Treppe in den Keller. Das Büro ist halb im Keller drin. Sommers steht die Tür offen und im Büro ist es angenehm kühl; ich habe sogar ein wenig gefroren. Während es draußen auf der Straße 35 Grad hatte!
Ich blieb nur eine halbe Stunde und fuhr dann zur SAE (darüber schrieb ich bereits separat).
Zurück von der SAE, wieder im Büro. Halb sechs, die Keynote von Steve Jobs beginnt um 19 Uhr. Da sie nicht live übertragen wurde beschlossen wir, jetzt dann was essen zu gehen und nachher den Schluss der Live-Berichterstattung in den Tickern und bei Mac-TV anzusehen/-hören. Zuvor versuchten wir jedoch noch verzweifelt, das Netzwerk im Büro zum Laufen zu bekommen. Kurzfassung: Der Server (Sun Cobalt Qube) kommt nicht mit PPtP klar, der Provider bietet aber nur PPtP statt PPPoE an, das ansonsten üblich ist. Maximal einen Rechner (Powerbook oder iBook) konnten wir direkt ans DSL-Modem anschließen und damit online gehen, aber brachten wir Internet-Sharing über Airport (Software-Basisstation) zum Laufen? Um’s Verrecken nicht. Ein Trost: Der direkt ans DSL-Modem angeschlossene Win2000-PC konnte mit PPtP auch nichts anfangen. Bei allen unseren Rechnern, egal welchen wir anschlossen, stand in Internet-Sharing stets, dass die Verbindung über per Ethernet angeschlossene Rechner geteilt wird, aber nicht über Airport. [Update vom 2. Juli: In Panther wird das besser gelöst.] Server dazwischen geschaltet, aber es ging auch nicht. Um halb sieben erstmal zum Essen, zum nahen Schlecht-Wetter-Griechen (Poseidon in der Grillparzerstraße beim Prinzregentenplatz, fünf Minuten zu Fuß). Wäre die Keynote live übertragen worden und wir wären zum Essen gegangen hätte ich ja gesagt, das sei Luxus. :-)
Die vier Mac-TV-Redakteure klapperten Ticker ab und hatten wohl auch Zuschauer vor Ort, so dass die Berichterstattung schon zeitnah war, aber ohne Bild. Nach der Keynote sahen wir noch ein wenig bei der Wiederholungs-Schleife rein, gingen dann aber um 23 Uhr.
Über die Keynote schreibe ich noch einen Extra-Eintrag.
Um elf Uhr schlugen wir am Dienstag, 24. im Büro auf. Ich schrieb zunächst weiter an two cents-Einträgen. Zwei Stunden später bereits wieder Aufbruch Richtung Ostbahnhof, um mit der S-Bahn nach Perlach zur SAE raus zu fahren.
Zurück im Büro, aber ich blieb nicht lang, denn ich hatte mich mit Matthias verabredet. Ich traf ihn im Büro und wir arbeiteten noch bis 20 Uhr jeder an seinen Projekten (okay, ich surfte hauptsächlich, denn im Büro des Kollektivs mussten wir uns zu dritt mit der Internet-Verbindung abwechseln, da das Internet-Sharing nicht funktionierte). Wir gingen ein paar hundert Meter weiter ins »Baal«, benannt nach Brechts Erstlingswerk. Ebenso wie im »Edison & Co.« hat es hier viele Bücher. Die Kneipe, die sich zwar Osteria nennt, aber Kneipe ist, bietet außen einige Sitzgelegenheiten. Es war kein Platz mehr und wir gingen hinein. Innen einige gemütliche Tische, viele Bücher in den Regalen an den Wänden und in der Mitte des ersten der beiden Räume ein Billard-Tisch. Es spielte in angenehmer, Unterhaltungs-tauglicher Lautstärke Jazz-Musik. Im Verlauf des Abends trank jeder von uns zwei Spezi und wir spielten ungefähr eine Stunde (für 7,50) fünf Spiele an dem Tisch. Die Unterhaltung drehte sich um’s Geschäft, die SAE und was sonst so ist.
Insgesamt recht angenehm. Das Baal soll laut Matthias’ Aussage auch gutes Essen haben, aber ich hatte an dem Abend schon gegessen und daher gab es keinen Bedarf, das direkt auszuprobieren. Gelegen in der Kreitmayrstr. 26, 80335 München, Fon: 089-1298518 (keine telefonische Reservierung des Billard-Tischs). Öffnungszeiten: MO-FR von 12 bis 1 Uhr, SA und SO von 19 bis 1 Uhr. Die nächste U-Bahnstation ist »Stiglmaierplatz«. Holger und Stefie gingen an diesem Abend in »Hero«, den ich mir am Mittwoch mit Micha und Markus ansah. Wir trafen uns noch gegen 23 Uhr im »Wirtshaus zur Au« und ich fand einen neuen Lieblingscocktail: Choco Colada (Cherry Fizz ist allerdings nach wie vor unerreicht). Das Wirtshaus sieht aus wie ein Wirtshaus, ist eingerichtet wie ein Wirtshaus und hat eine Speisekarte wie ein Wirtshaus. Gespielt wird allerdings »Café del Mar« und es gibt eine Cocktail-Karte, die sich sehen lassen kann. Es ist nicht weit von der S-Bahn-Station »Isartor« entfernt: Ausgang Richtung Deutsches Museum, über die Isar drüber und wenn man vor den Museumslichtspielen steht, dann die Straße linker Hand. Nach zwei Minuten auf der linken Seite.
Ich blieb extra einen Tag länger in München, um am Mittwoch, 25. Juni nochmal in die SAE zu gehen. Schon seit drei Wochen geplant und letzte Woche gebucht: ein Platz in der Edit Lounge, um meine Wavelab-Übung zu schneiden, auf MiniDisc auszuspielen und den Audio-Supis zur Kontrolle zu geben. Wie ich bereits in meinem SAE-Eintrag schrieb, kam es etwas anders. Ich ging aus dem Büro um 11:45, stieg in den 54er Bus am Prinzregentenplatz und fuhr die sieben Minuten zum Ostbahnhof. Ich kam gerade rechtzeitig, um bei der Schließung des Bahnhofs zuzusehen: Ich dachte erst, auf dem Vorplatz hat es vielleicht einen Unfall gegeben, weil dort so viele Menschen und Polizei waren. Ich ging in das Tiefgeschoss um den Menschentrauben auszuweichen und als ich am Eingang des Bahnhofs ankam, versperrten zwei Mitarbeiter der Bahn-Sicherheit den Weg und Polizisten rollten Absperrband aus. Beim Hinuntergehen rief mir ein Passant »Bombendrohung!« hinterher aber ich wollte ihm nicht glauben. Im Untergeschoss vergewisserte ich mich beim Anblick der Absperrmaßnahmen bei einem der Sheriffs nur mit »Das dauert wahrscheinlich länger, oder?«, was natürlich bejaht wurde.
Mit dem 53er Bus fuhr ich wieder zurück über den Prinzregentenplatz zur Haltestelle »Friedensengel«, zurück ins Büro. Ich verbrachte den Nachmittag noch mit lesen, schreiben und surfen. Inzwischen lief Internet; Holger kaufte am Vortag eine Airport-Basisstation (die »Extreme«, ich habe zu Hause die ältere »Snow«, die erste Generation hieß »Graphite«), die aber kein PPtP verstand. Ein Anruf beim Apple-Service führte zur Ernüchterung. Laut Holger konnte man über das Telefon förmlich das Abwinken des Apple-Mitarbeiters sehen, als Holger nur das Kürzel PPtP erwähnte: »Vergessen Sie’s.« Der Mann war Österreicher, und in Österreich gibt’s nur PPtP. Die Klagen über die mangelnde PPtP-Unterstützung von Airport hörte er bestimmt nicht das erste Mal; tausende Österreicher müssen bereits an ihm gescheitert sein. PPtP wird für DSL nur in Österreich benutzt. Wir befinden uns im Jahre 2003 n. Chr. Die ganze Welt benutzt PPPoE. Die ganze Welt? Nein! In einem kleinen Dorf namens München am Rande der Republik gibt es den Provider M-Net, der tapfer Widerstand leistet…
Ich kam gegen 16:20 Uhr am Hauptbahnhof an, kaufte mir für die Fahrt was zu trinken und ein Salami-Baguette für knapp einen Euro bei »Yorma’s«. Das stillte den ersten Hunger ganz gut (hat etwa die Größe von zwei herkömmlichen Salami-Brötchen) und war ganz lecker. Der Zug fuhr pünktlich um 16:38 ab, und auch bei der Rückfahrt war die erste Klasse überraschend gut besucht. Nur um einen freien Sitzplatz zu bekommen lohnt die erste Klasse nicht, da dürften die Chancen in der zweiten Klasse in etwa gleich sein. Bereits bei der Abfahrt informierten die ZuBs darüber, dass wir wohl mit einer knappen halben Stunde Verspätung in Nürnberg, Erlangen und den weiteren Bahnhöfen ankommen würden, da wegen eines Stellwerkschadens eine Umleitung in Kauf genommen werden musste. Wir fuhren nicht über Augsburg, sondern über Treuchtlingen. Ich hörte mir die einstündige Mac-TV-Sendung an, die direkt im Anschluss an die Keynote gesendet wurde und las Websites (über Panther und den neuen Power Mac G5).
Die bei der Abfahrt prognostizierte Verspätung traf zu: 25 Minuten spätere Ankunft in Erlangen. Ich radelte heim, legte meine Sachen ab, checkte E-Mails, druckte ein paar Webseiten aus und fuhr wieder in die Stadt. Kino mit Micha und Markus, »Hero«.
Die Abenteuer eines Studenten in München von dieser Woche gibt’s morgen, gleiche Welle, gleiche Stelle.
Der Wecker klingelte am Montag, 23. Juni um 07:45 Uhr. Zuvor wurde ich bereits von meinem Vater und meiner Schwester geweckt (ich habe einen Zettel mit der Bitte an die Wohungstür gehängt, sicher ist sicher). Aber ich drehte mich noch ungefähr fünfmal um und ließ mich jedes Mal von meinem Handy wecken. Um kurz nach 8 Uhr unter die Dusche. Noch ein paar Umpackprobleme mit Rucksack, Fahrradtasche und Office-Bag. Der Ordner des B-Projekts verschwand im Ortlieb Office-Bag, die zusätzliche Fahrradtasche packte ich noch für Kleidung. 8 Uhr 45, ich stürme aus dem Haus und schwinge mich auf’s Rad. Ich brauche, wie schon öfter erwähnt, 30 Minuten um mit dem Rad die zehn Kilometer bis zum Bahnhof zu kommen (ich fahre also nicht langsam). Wäre also um 9 Uhr 15 drin, der ICE fährt um neun nach neun. So schnell war ich noch nie in der Stadt, neue Weltbestzeit: 20 Minuten.
Über die Schienen von vier Gleisen auf die andere Seite. Anzeige: Zug hat fünf Minuten Verspätung. Naja, ok, geschenkt. Den Zug zu erwischen war mir wichtig, denn ich wollte mein iBook im Zug nutzen, um diesen Eintrag zu schreiben, und ich wollte endlich mal den 1.-Klasse-Gutschein einlösen. Ein Zug später wäre ein ICE1 gewesen, nix Steckdose, nix schicke erste Klasse. Noch einen Zug später wäre ich zu spät in München angekommen.
Die erste Klasse war überraschend gut besucht; fast jeder Platz war besetzt. Es gibt insgesamt mehr Platz, da die Bestuhlung großzügiger ist. Angeblich sind auch die Sitze breiter, aber das habe ich nicht mit Sicherheit feststellen können. Das Kopfkissen ist etwas dicker gepolstert und die Sitze sind aus Leder, aber ich finde die Sitze in der zweiten Klasse der neueren ICEs (ICE-T, ICE-TD und ICE3) schon auch sehr komfortabel. In der ersten Klasse hat man immer ein ganzes Fenster aus dem man hinaussehen kann und die Beinfreiheit bei gegenüberliegenden Sitzen ist größer. Insgesamt alles Features, die mir den Aufpreis nicht wert wären, aber ich habe es ja in diesem Fall von der Bahn mittels Gutschein geschenkt bekommen (eine Hin- und Rückfahrt). Wobei ich in der zweiten Klasse darauf achte, mich nicht an einen Tisch zu setzen (mit gegenüberliegenden Sitzen), da es dann schon eng wird; in einer Reihenbestuhlung gibt’s aber mit der Beinfreiheit keine Probleme und ich bin 1,86.
Holger und Stefie waren bei meiner Ankunft noch nicht im Büro. Es war kurz vor zwölf und ich ging gleich vom Frühstück zum Mittagessen über, aß eine Pizza in einer nahen Pizzeria (»Ischia« in der Neherstr. 9, Tel.: 089-471983). Salami-Pizza für 6 Euro 50, die zwar durchaus lecker war, allerdings nur in Tiefkühlpizza-Größe daher kam.
Das Büro. Ich war ja schon einmal kurz da, aber ich muss sagen, ich bin vom neuen Büro der drei begeistert. Die Anbindung erwies sich auf den zweiten Blick als durchaus gut: U4/U5 in sieben Minuten vom Hauptbahnhof zum Prinzregentenplatz, dann fünf Minuten zu Fuß, bzw. vom Ostbahnhof der 53er Bus in etwas über fünf Minuten bis »Friedensengel«, dann nur noch zweimal über die Straße. Die Prinzregentenstraße ist sehr laut, man kann auf dem Gehweg kaum eine Unterhaltung führen. Durch die Tür in den Hinterhof und man hört von der Straße nichts mehr, stattdessen Vogelgezwitscher. Dort ist es auch etwas kühler. Eine kurze Treppe in den Keller. Das Büro ist halb im Keller drin. Sommers steht die Tür offen und im Büro ist es angenehm kühl; ich habe sogar ein wenig gefroren. Während es draußen auf der Straße 35 Grad hatte!
Ich blieb nur eine halbe Stunde und fuhr dann zur SAE (darüber schrieb ich bereits separat).
Zurück von der SAE, wieder im Büro. Halb sechs, die Keynote von Steve Jobs beginnt um 19 Uhr. Da sie nicht live übertragen wurde beschlossen wir, jetzt dann was essen zu gehen und nachher den Schluss der Live-Berichterstattung in den Tickern und bei Mac-TV anzusehen/-hören. Zuvor versuchten wir jedoch noch verzweifelt, das Netzwerk im Büro zum Laufen zu bekommen. Kurzfassung: Der Server (Sun Cobalt Qube) kommt nicht mit PPtP klar, der Provider bietet aber nur PPtP statt PPPoE an, das ansonsten üblich ist. Maximal einen Rechner (Powerbook oder iBook) konnten wir direkt ans DSL-Modem anschließen und damit online gehen, aber brachten wir Internet-Sharing über Airport (Software-Basisstation) zum Laufen? Um’s Verrecken nicht. Ein Trost: Der direkt ans DSL-Modem angeschlossene Win2000-PC konnte mit PPtP auch nichts anfangen. Bei allen unseren Rechnern, egal welchen wir anschlossen, stand in Internet-Sharing stets, dass die Verbindung über per Ethernet angeschlossene Rechner geteilt wird, aber nicht über Airport. [Update vom 2. Juli: In Panther wird das besser gelöst.] Server dazwischen geschaltet, aber es ging auch nicht. Um halb sieben erstmal zum Essen, zum nahen Schlecht-Wetter-Griechen (Poseidon in der Grillparzerstraße beim Prinzregentenplatz, fünf Minuten zu Fuß). Wäre die Keynote live übertragen worden und wir wären zum Essen gegangen hätte ich ja gesagt, das sei Luxus. :-)
Die vier Mac-TV-Redakteure klapperten Ticker ab und hatten wohl auch Zuschauer vor Ort, so dass die Berichterstattung schon zeitnah war, aber ohne Bild. Nach der Keynote sahen wir noch ein wenig bei der Wiederholungs-Schleife rein, gingen dann aber um 23 Uhr.
Über die Keynote schreibe ich noch einen Extra-Eintrag.
Um elf Uhr schlugen wir am Dienstag, 24. im Büro auf. Ich schrieb zunächst weiter an two cents-Einträgen. Zwei Stunden später bereits wieder Aufbruch Richtung Ostbahnhof, um mit der S-Bahn nach Perlach zur SAE raus zu fahren.
Zurück im Büro, aber ich blieb nicht lang, denn ich hatte mich mit Matthias verabredet. Ich traf ihn im Büro und wir arbeiteten noch bis 20 Uhr jeder an seinen Projekten (okay, ich surfte hauptsächlich, denn im Büro des Kollektivs mussten wir uns zu dritt mit der Internet-Verbindung abwechseln, da das Internet-Sharing nicht funktionierte). Wir gingen ein paar hundert Meter weiter ins »Baal«, benannt nach Brechts Erstlingswerk. Ebenso wie im »Edison & Co.« hat es hier viele Bücher. Die Kneipe, die sich zwar Osteria nennt, aber Kneipe ist, bietet außen einige Sitzgelegenheiten. Es war kein Platz mehr und wir gingen hinein. Innen einige gemütliche Tische, viele Bücher in den Regalen an den Wänden und in der Mitte des ersten der beiden Räume ein Billard-Tisch. Es spielte in angenehmer, Unterhaltungs-tauglicher Lautstärke Jazz-Musik. Im Verlauf des Abends trank jeder von uns zwei Spezi und wir spielten ungefähr eine Stunde (für 7,50) fünf Spiele an dem Tisch. Die Unterhaltung drehte sich um’s Geschäft, die SAE und was sonst so ist.
Insgesamt recht angenehm. Das Baal soll laut Matthias’ Aussage auch gutes Essen haben, aber ich hatte an dem Abend schon gegessen und daher gab es keinen Bedarf, das direkt auszuprobieren. Gelegen in der Kreitmayrstr. 26, 80335 München, Fon: 089-1298518 (keine telefonische Reservierung des Billard-Tischs). Öffnungszeiten: MO-FR von 12 bis 1 Uhr, SA und SO von 19 bis 1 Uhr. Die nächste U-Bahnstation ist »Stiglmaierplatz«. Holger und Stefie gingen an diesem Abend in »Hero«, den ich mir am Mittwoch mit Micha und Markus ansah. Wir trafen uns noch gegen 23 Uhr im »Wirtshaus zur Au« und ich fand einen neuen Lieblingscocktail: Choco Colada (Cherry Fizz ist allerdings nach wie vor unerreicht). Das Wirtshaus sieht aus wie ein Wirtshaus, ist eingerichtet wie ein Wirtshaus und hat eine Speisekarte wie ein Wirtshaus. Gespielt wird allerdings »Café del Mar« und es gibt eine Cocktail-Karte, die sich sehen lassen kann. Es ist nicht weit von der S-Bahn-Station »Isartor« entfernt: Ausgang Richtung Deutsches Museum, über die Isar drüber und wenn man vor den Museumslichtspielen steht, dann die Straße linker Hand. Nach zwei Minuten auf der linken Seite.
Ich blieb extra einen Tag länger in München, um am Mittwoch, 25. Juni nochmal in die SAE zu gehen. Schon seit drei Wochen geplant und letzte Woche gebucht: ein Platz in der Edit Lounge, um meine Wavelab-Übung zu schneiden, auf MiniDisc auszuspielen und den Audio-Supis zur Kontrolle zu geben. Wie ich bereits in meinem SAE-Eintrag schrieb, kam es etwas anders. Ich ging aus dem Büro um 11:45, stieg in den 54er Bus am Prinzregentenplatz und fuhr die sieben Minuten zum Ostbahnhof. Ich kam gerade rechtzeitig, um bei der Schließung des Bahnhofs zuzusehen: Ich dachte erst, auf dem Vorplatz hat es vielleicht einen Unfall gegeben, weil dort so viele Menschen und Polizei waren. Ich ging in das Tiefgeschoss um den Menschentrauben auszuweichen und als ich am Eingang des Bahnhofs ankam, versperrten zwei Mitarbeiter der Bahn-Sicherheit den Weg und Polizisten rollten Absperrband aus. Beim Hinuntergehen rief mir ein Passant »Bombendrohung!« hinterher aber ich wollte ihm nicht glauben. Im Untergeschoss vergewisserte ich mich beim Anblick der Absperrmaßnahmen bei einem der Sheriffs nur mit »Das dauert wahrscheinlich länger, oder?«, was natürlich bejaht wurde.
Mit dem 53er Bus fuhr ich wieder zurück über den Prinzregentenplatz zur Haltestelle »Friedensengel«, zurück ins Büro. Ich verbrachte den Nachmittag noch mit lesen, schreiben und surfen. Inzwischen lief Internet; Holger kaufte am Vortag eine Airport-Basisstation (die »Extreme«, ich habe zu Hause die ältere »Snow«, die erste Generation hieß »Graphite«), die aber kein PPtP verstand. Ein Anruf beim Apple-Service führte zur Ernüchterung. Laut Holger konnte man über das Telefon förmlich das Abwinken des Apple-Mitarbeiters sehen, als Holger nur das Kürzel PPtP erwähnte: »Vergessen Sie’s.« Der Mann war Österreicher, und in Österreich gibt’s nur PPtP. Die Klagen über die mangelnde PPtP-Unterstützung von Airport hörte er bestimmt nicht das erste Mal; tausende Österreicher müssen bereits an ihm gescheitert sein. PPtP wird für DSL nur in Österreich benutzt. Wir befinden uns im Jahre 2003 n. Chr. Die ganze Welt benutzt PPPoE. Die ganze Welt? Nein! In einem kleinen Dorf namens München am Rande der Republik gibt es den Provider M-Net, der tapfer Widerstand leistet…
Ich kam gegen 16:20 Uhr am Hauptbahnhof an, kaufte mir für die Fahrt was zu trinken und ein Salami-Baguette für knapp einen Euro bei »Yorma’s«. Das stillte den ersten Hunger ganz gut (hat etwa die Größe von zwei herkömmlichen Salami-Brötchen) und war ganz lecker. Der Zug fuhr pünktlich um 16:38 ab, und auch bei der Rückfahrt war die erste Klasse überraschend gut besucht. Nur um einen freien Sitzplatz zu bekommen lohnt die erste Klasse nicht, da dürften die Chancen in der zweiten Klasse in etwa gleich sein. Bereits bei der Abfahrt informierten die ZuBs darüber, dass wir wohl mit einer knappen halben Stunde Verspätung in Nürnberg, Erlangen und den weiteren Bahnhöfen ankommen würden, da wegen eines Stellwerkschadens eine Umleitung in Kauf genommen werden musste. Wir fuhren nicht über Augsburg, sondern über Treuchtlingen. Ich hörte mir die einstündige Mac-TV-Sendung an, die direkt im Anschluss an die Keynote gesendet wurde und las Websites (über Panther und den neuen Power Mac G5).
Die bei der Abfahrt prognostizierte Verspätung traf zu: 25 Minuten spätere Ankunft in Erlangen. Ich radelte heim, legte meine Sachen ab, checkte E-Mails, druckte ein paar Webseiten aus und fuhr wieder in die Stadt. Kino mit Micha und Markus, »Hero«.
Erschienen am
Dienstag, 01.07.2003 @ 23:05
Tags: Leben
