Trainspotting
Eine gute Gelegenheit, mal die Lounge zu besuchen, denn dort gibt es auch einen Fahrkarten-Schalter. Und ich war noch nie in der Lounge, obwohl ich seit dem 15.12.02 wegen bahn.comfort reinkäme.
Die Nürnberger Lounge besteht nur aus einem recht kleinen Raum mit einigen roten Sesseln und kleinen Tischchen. Anwesend waren drei ältere Geschäftsleute in der Sitzgarnitur, jeder für sich, in Lektüre vertieft. Am Schalter ein älterer Herr, der gerade eine Geschäftsfrau um die 45 bediente. Tageszeitungen liegen aus. Es ist recht kühl: da hat jemand die Klimaanlage großzügig eingestellt. Ein Lounge-Stammgast werde ich sicher nicht, denn vier Dinge fallen unangenehm auf:
- Es ist totenstill.
Von einer Lounge erwarte ich, wie in einem Restaurant, dass leise Musik spielt und keine drückende Ruhe herrscht. Es muss ja nicht gleich TripHop oder Lounge-Musik (im Sinne von easy listening) sein, leichter Jazz oder ruhige Klassik wären nicht verkehrt.
- Die Türglocke.
In die Lounge kommt man nicht, indem man einfach auf eine sich von selbst öffnende Tür zugeht, nein, wer Einlass begehrt muss zuvor klingeln. Und bitte, diese Klingel! Ein lautes, unangenehmes Geräusch. Gefällt mir schon nicht an der Türklingel, die wir seit einiger Zeit neu zu Hause haben. In einer ruhigen Lounge mit entspannter Umgebung sollte es keine Klingel geben, die Sturm läutet, sondern eine, die »Ding« macht. Wenn man überhaupt eine Klingel braucht.
- Keine Steckdosen.
Ich habe zumindest keine gesehen.
- Kein Wireless-LAN.
Zumindest nicht in Nürnberg, aber kann ja noch kommen.
Nach mir betrat noch eine jüngere Geschäftsfrau um die 35 den Raum und ein Mann Ende 20, locker gekleidet. Die Dame vor mir am Schalter war fertig (sie kaufte eine BC50 für die 1. Klasse) und ich trug meine Kaufabsicht vor. Ich wurde in das Erdgeschoss verwiesen, hier könne ich leider keine BC100 kaufen.
Okay, runter in das Erdgeschoss, in das ReiseZentrum. Im Vorfeld zu diesem Tag wurde bekannt, dass die Bahn 500 zusätzliche Service-Kräfte einsetzt, 60 zusätzliche Schalter in den ReiseZentren einrichtet und außerdem Azubis an die Front schickt. Die Schlange für die normalen Schalter reichte bis zur Tür des ReiseZentrums, und das ist in Nürnberg viel, auch wenn es sich um eine zentrale Warteschlange für alle Schalter handelt. Am 1. Klasse-Schalter, besetzt mit zwei Leuten, jeweils nur ein Kunde vor mir. :-)
Hier erhielt ich meine BC100: Die Dame klärte mich über die Option der Ratenzahlung auf (ist über 12 Monate gerechnet aber teurer) und zog meine alte BC50 mit dem Hinweis ein, dass ich für die Restlaufzeit Reisegutscheine zugeschickt bekäme. Da ich mit denen in den nächsten 12 Monaten nicht all zu viel anfangen kann, könne ich die auch am Schalter in Geld wechseln. Weil ich gleich bezahlte, erhielt auch sofort eine vorläufige BC100 auf Papier, genauso, wie man vorläufige normale BCs bekommt, ehe die richtige Plastikkarte dann ein bis zwei Wochen später per Post zugestellt wird. Als Laufzeitbeginn wählte ich den kommenden Montag, da ich sie vorher nicht brauchen würde.
Dann die Bezahlung per Kreditkarte: Ich habe noch nie so viel Geld so schnell ausgegeben…
Abschließend beantwortete sie mir noch meine Frage, ob ich denn den EuroNight 483 von Nürnberg um 06:52 bis München (an um 09:03) mit der BC100 ohne Zuzahlung nutzen könne (das könnte ab 10. August für ein Jahr mein »Stamm-Zug« werden, statt dem ICE 1511 um 09:09 oder dem ICE 1513 um 11:09 in den letzten drei Monaten). Sie bejahte und wies mich noch darauf hin, dass ich alle DB-Züge ohne weitere Zuzahlung nutzen kann, außer den ICE-Sprinter und den Metropolitan. Das wusste ich zwar schon, aber egal. Vor etwa zwei Wochen schickte ich eine E-Mail an die Geschäftskunden-Betreuung mit der Frage, welche Züge ich denn mit der BC100 nutzen darf bzw. welche nicht und bekam als Antwort:
Produktklasse A: ICE, CIS, Thalys (nur auf DB-Relationen)
ICE-Sprinter mit Aufpreis
Produktklasse B: IC, EC, D, EN, BWE (nur auf DB-Relationen)
CNL und DB NachtZug mit Aufpreis
Produktklasse C: IR, IRE, RE, RB, S-Bahn
Zusätzlich ist die NetzCard im Metropolitan gegen Aufpreis zugelassen.
Sie wies darauf hin, dass für meine Verbindung Nürnberg-München für den Nachtzug kein Aufpreis zu zahlen sei, nur für die Benutzung des Liege- oder Schlafwagens, wenn es über Nacht geht (weiß nicht genau, was da das Kriterium ist, genauer brauchte ich es aber auch nicht).
Insgesamt sehr freundlich und kompetent – andererseits habe ich aber auch eben für 3.000 Euro Umsatz gesorgt.
Kleines Bonbon: Mit der gezahlten Vorsteuer in Höhe von 413,79 Euro gibt’s nächstes Jahr ein Wiedersehen.
Weiter in die Stadt. Ein Döner bei Ballerina-Döner am Rathenauplatz war leider nicht mehr zu bekommen. Egal, andermal. Zurück zum Hauptbahnhof, dort im Müller noch Brillenputztücher besorgt und bei Yorma’s ein Salami-Baguette. Dann zu Fuß in Richtung Lorenzkirche, zum Admiral. Auf dem Programm stand »Terminator 3: Rise of the Machines«. Kurz nach 19:15 traf Martin ein. Wir unterhielten uns noch ein wenig im Admiral-Café, nachdem wir die Karten geholt hatten, und gingen kurz vor 20 Uhr nach oben zum AD1.
Oliver Hüttmann schrieb für Spiegel-online, der dritte Teil sei »ein B-Movie für 170 Millionen Dollar« und James Cameron, Regisseur der ersten beiden Filme, erzählt, für ihn sein die Geschichte mit dem 2. Teil eigentlich durch gewesen.
Antwort von Radio Eriwan: Im Prinzip ja. Ich steckte meine Erwartungen niedrig: Ein Action-Feuerwerk mit viel Ballerei und wenig Worten, und ich würde zufrieden sein. Das traf dann auch ein und ich wurde nicht enttäuscht. T3 ist ein B-Movie, aber wie ich finde, ein guter. Zumal der erste Film schon aus der Kategorie »B-Movie« stammte. Der gefiel mir auch wesentlich besser als der zweite Teil, in den so viel Action und Spezialeffekte reingesteckt wurden, dass man die Spannung vergaß, den der Ur-Terminator sehr wohl hatte. T3 überraschte damit, dass er sogar eine Handlung mitbringt: Wie der Titel schon sagt geht es um den Aufstand der Maschinen, wie’s zum Judgement Day gekommen ist. Der Anknüpfungspunkt an Camerons »abgeschlossene« Geschichte ist durchaus plausibel. Der dritte Teil besteht in der Erzählung aus einer einleitenden Verfolgungsjagd, im Mittelteil einer Flucht und im letzten Drittel natürlich dem Finale, mit einer überraschenden Wendung.
Ich kann T3 durchaus empfehlen; mir hat er besser gefallen als T2. Und bei der Frage, welche Kino-Fortsetzung in diesem Sommer eher lohnt, »Matrix: Reloaded« oder T3, dann fällt die Antwort klar zu Gunsten von Schwarzenegger aus.
Persönliche Anmerkung: Claire Danes ist eine Augenweide!
Nein, der T/X ist Kristanna Loken.
Erschienen am
Samstag, 02.08.2003 @ 11:41
Tags: Leben

