Archiv für Samstag, 23.08.2003

Samstag, 23.08.2003

Yow, we have a winner.

Mein Rad ist reif: Eigentlich ist der Mantel am Hinterrad schon seit etwa achtzig Kilometern, etwa eine Woche, abgefahren, aber ich brauche das Rad jeden Tag und komme einfach nicht zu den Öffnungszeiten zu meinem Händler mit angeschlossener Werkstatt. Da die Karkasse bereits schön grüßen lässt, habe ich das Rad heute nicht am Bahnhof abgestellt, sondern vor der Freilauf-Werkstatt. Abgesperrt und einen Brief mit aufgeklebtem Schlüssel in den Briefkasten: Bitte am Hinterrad die Felge auf Beschädigung kontrollieren und ggf. austauschen, das Hinterrad zentrieren, den Mantel austauschen und die Schaltung stellen, ich hole es am Dienstag ab; bitte Bescheid geben, wenn’s länger dauert.
Eigentlich weiß ich es ja besser, aber in einem Anflug von Größenwahn habe ich am Freitag versucht, mich selbst des Problems anzunehmen. Nur mal gucken. Da sah ich immerhin das Ausmaß des Problems und wollte das Hinterrad danach wieder einbauen, um doch zum Händler zu fahren. Aber ich, mit einer Fünf im Handwerken der siebten Klasse (was war ich stolz), habe es um’s Verrecken nicht fertig gebracht, die Nabe wieder in die Ausfallenden einzusetzen. Ging einfach nicht. Zum Glück hat mein Vater da größeres Geschick, sonst hätt’s Probleme gegeben.

Ich habe schon davon gehört, es bisher aber selbst noch nicht gesehen: Es soll ICEs geben, in denen 1.-Klasse-Wagen mit der Aufschrift »2. Klasse« fahren. Um halb acht stand in Nürnberg auf Gleis 8 so ein ICE: Ein ICE1 und mitten in den normalen Wagen der 2. Klasse war auch ein Wagen, Ordnungsnummer 6, mit der Einrichtung der ersten Klasse. Unterscheidet sich im Wesentlichen dadurch, dass es in einer Reihe nicht vier Sitze (zwei links, zwei rechts) gibt, sondern nur drei: zwei links, einer rechts. Die Beinfreiheit ist größer, jeder Sitz hat das ganze Fenster (und nicht nur 1/4 oder 3/4) und jeder Sitz hat seine eigene Armlehne (zwei Sitze müssen sich nicht eine Armlehne teilen). Ansonsten keine größeren Unterschiede; nur noch etwas andere Farbgebung im Innenraum. Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen, in diesem umgelabelten 1.-Klasse-Wagen nach München zu fahren.
Da ich letzten Montag und Dienstag auf Sylt war, konnte ich freilich nicht an der zweiten Photoshop-Woche in der SAE bei Alex teilnehmen. Dafür gab’ ich mir heute die volle Dröhnung: sechst Stunden am Stück, von 10 bis 16 Uhr.

Die gute Nachricht zuerst: Die Noten der BMC-Abschlussprüfung hingen aus. Der Schnitt lag bei ca. 80%, der Kurs vor uns hatte durchschnittlich knapp 70%. 90% würden in der Regel nur 5% eines Kurses erreichen.
Mein Ergebnis: 81 Prozent. YES! Kurs erfolgreich abgeschlossen!!
Die Noten für die BMC-Abschlussprojekte, die keinen Einfluss auf die Endnote haben, versprach uns Alex für kommenden Montag.

Alex begann mit einer kurzen Wiederholung des Stoffs vom letzten Mal und zeigte uns dann die erste Pflicht-Übung. Anders als im BMC-Kurs haben wir nicht für alle Übungen einen Termin irgendwann mal zwei Monate später; im CMD-Kurs geht es jetzt Schlag auf Schlag: Bis in genau zwei Wochen, also den 6. September, muss die Übung abgezeichnet sein. Abgezeichnet, also für OK befunden, nicht nur bis zum 6. abgegeben. Die Aufgabe ist eine Montage aus zwei einzelnen Bildern. Zusätzlich zum Material (die zwei zu kombinierenden Bilder) erhalten wir die Vorlag; wir sollen die Bilder ja nicht irgendwie vermanschen, das kann jeder, sondern reproduzierbar arbeiten. Der Gag bei der Vorlagendatei ist natürlich, dass das fertige Bild nur eine Ebene hat und wir so nicht sehen können, wie es zur Montage kam. Das ist ja die Aufgabe, das herauszufinden und nachzubauen. Wir müssen die Photoshop-Datei natürlich mit allen Ebenen abgeben. Bei der Übung ist möglichst non-destruktiv zu arbeiten und das Bild ist im RGB-Modus abzugeben, auch wenn das Ergebnis in Graustufen daher kommt.
Wer bis 6.9. keine abgezeichnete Übung vorweisen kann, hat ein Problem: Maximal drei der zwölf Übungen darf man sausen lassen, ansonsten darf man die CMD-Abschlussprüfung nicht mitschreiben. Nachfristen gibt’s nicht.

Photoshop-Übung

Aus den beiden Bildern links soll das Bild rechts werden.
[Bitte anklicken zum Vergrößern.]

Nach der Wiederholung ging es weiter mit dem neuen Stoff; Alex bereitete uns darauf vor, dass es diese Woche allerlei Kleinkram gebe: Einfache »Screens«/Wallpaper mit ein bisschen Ebeneneffekten und Filtern bauen, Fotoretusche, Actions.

Wir hatten bereits letztes Mal das Thema Fotoretusche angeschnitten: mit den Farbkorrekturen. Heute ging es um den Clone Stamp, den Healing Brush und das Patch-Tool. Falten glätten, alte Bilder von Staub und Kratzern befreien, auf einem Foto Hochspannungsleitungen vor einem Haus entfernen.
Dann nochmal kurz verschiedene Bildformate durchgesprochen. Natürlich wird da auch erwähnt, dass man für Fotos JPEGs benutzen sollte und für Logos, Schriften und einfache Strukturen GIF. Aber wir befassten uns etwas tiefer damit: Wie arbeitet die JPEG-Kompression, wie werden in einem GIF die Farbinformationen gespeichert. Aber an sich war das Wiederholung aus dem BMC, ebenso die kurzen Ausflüge in die Welt der TIFFs, EPS-Files und PNGs.

In Photoshop gibt’s für alles tausend Wege, ebenso für Auswahlen. Je nach Arbeitsweise oder Einsatzbereich für jeden das Richtige. Wenn man mit den normalen Auswahlwerkzeugen oder dem Quick Mask Mode nicht weiter kommt, bieten sich unter Umständen Pfade an, um saubere Selektionen zu erhalten. Eigentlich eine einfache Sache, bedarf nur etwas der Übung.
Weiter ging’s mit den Actions. In Photoshop ist eine Art Makro-Recorder eingebaut, der leistungsfähige Batch-Funktionen zur Verfügung stellt (noch so eine Sache, bei der Fireworks hinterher hinkt). Es soll Leute geben, Alex erzählte da von jemandem, die fünfhundert unterschiedlich große Dateien mit verschiedenen Farbmodi und in diversen Dateiformaten einzeln von Hand in eine bestimmte Größe als RGB nach zum Beispiel JPEG konvertieren und dafür eine Woche brauchen. Mit den Actions bzw. in Fireworks die Batch-Verarbeitung, eine Sache von fünf Minuten.

Photoshop-Übung

Zwei der Ergebnisse des Photoshop-Doppelunterrichts: Wenn man weiß wie’s geht, ist es eine Sache von 5 Minuten.
[Bitte anklicken zum Vergrößern.]

Letztes Thema vor Schluss: die Slices. Das hat Alex aber nur ganz kurz angeschnitten. Wie man eine komplette Website mit Slices erstellt, welche Probleme sich dabei ergeben, wie man sie stattdessen in den richtigen Einsatzbereichen anwendet. Für mich gab’s da nichts Neues.
Alex macht die letzten zehn Minuten vor Schluss immer noch eine kurze Abfragerunde. Jeder im Raum bekommt eine Frage an den Kopf geschleudert, die er/sie zu beantworten hat, einfach, um den Stoff des vorangegangenen Unterrichts zwecks Memorierung zu wiederholen. Gute Sache. Prüfungsrelevant.
Wie früher schon mal erwähnt: Im BMC hat mich Photoshop noch nicht begeistert: Die Sachen, die ich schon beherrschte, kann ich in Fireworks schneller erledigen. Aber wie schon letzte Woche bin ich auch heute wieder hin und weg von Photoshop. Es gibt Sachen, die Fireworks schlicht nicht kann. Und mit wenigen Handgriffen lassen sich sehr effektvoll ansprechende Bilder erstellen oder bearbeiten.

Nächste Woche, also schon kommenden Montag/Dienstag, geht es mit Freehand bei Caro weiter. Das wird nur eine Woche sein. Anschließend betritt zwei Wochen lang Holger die Bühne, mit dem Thema »Screen-Design«.

Heimfahrt: Im Zug diesen Eintrag geschrieben (zu Hause noch die Links und Bilder eingefügt), pünktlich in Erlangen angekommen und um 19 Uhr mit dem Bus heimgefahren.

Erschienen am Samstag, 23.08.2003 @ 17:24 | Kommentare deaktiviert
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