Montag, 01.09.2003
»Design is a good Idea.«
Nachdem es letzte Woche in der SAE bei Caro eine Einführung in Freehand gab, stehen nun zwei Wochen »Screendesign« an, ehe es dann wieder mit zwei Wochen bei Caro weitergeht, mit zwei Wochen DTP (InDesign).In der SAE lernen wir einige theoretische Grundlagen, aber hauptsächlich den Umgang mit professionellen Standard-Applikationen in verschiedenen Bereichen, von Photoshop und InDesign über Freehand und Flash bis zu Dreamweaver und Director, um nur einige zu nennen. Wer ein halbes Jahr lang etwas über Farbenlehre lernen möchte, ist an der SAE falsch. Um uns einige solide Grundlagen zu vermitteln und die gröbsten Fehler zu vermeiden (die auch von großen Firmen mit teuren Web-Auftritten begangen werden), gibt es das Fach Screendesign. Unser Dozent ist Holger. Er machte seine Sache sehr gut, und das sage ich nicht, weil ich mit ihm gut befreundet bin.
Nach einer Vorstellungsrunde gab’s einen kurzen Überblick über die Agenda, was in den nächsten viermal drei Stunden ansteht: Heute Design allgemein, morgen Typographie und evtl Sounddesign, nächste Woche Interface-Design.
Jedes Design fängt mit einer guten Idee an. Wir merken uns einen Werbespot nicht wegen seiner technischen Perfektion, der Kameraführung oder dem Schnitt, sondern wegen seiner Idee. Bei Markennamen oder Websites ist das nicht anders, und das beschränken auf eine gute Idee, und die dann richtig gut zu machen, ist zum Beispiel der Grund, weswegen Google erfolgreich alle anderen Suchmaschinen vom Thron stieß.
Holger erklärte uns einige Dinge zum Thema Aufmerksamkeit und kam dann auf einige Grundregeln zu sprechen: Am Beispiel einer Visitenkarte, die zu Beginn denkbar schlecht entworfen wurde, erläuterte er die Prinzipien des Designs und verbesserte mit der Zeit die Visitenkarte. Die Prinzipien lauten:
- Prinzip der Nähe
- Prinzip der Ausrichtung
- Prinzip des Kontrastes
- Prinzip der Wiederholung
- Prinzip des Weißraums
- KISS
Wir sahen uns auch Websites an; gute und schlechte Beispiele für die Umsetzung dieser Prinzipien. Auf der guten Seite der Macht finden sich da natürlich Seiten wie Google oder Yahoo! von 1997, Negativ-Beispiele gibt’s bei T-Online oder dem heutigen Yahoo! zu bewundern.
Als kleine Übung gestalteten wir eine Grußkarte aus vorgegebenen Komponenten:
[Bilder anklicken zum Vergrößern.]
Links die Ausgangsmaterialien, rechts mein Grußkarten-Ergebnis. Für »in zehn Minuten aus dem Ärmel geschüttelt« geht’s schon, oder? Okay, abgesehen von den Treppchen im Ornament…
Holger gab uns noch zwei Hausaufgaben auf:
- Die Grußkarte überarbeiten, nachdem sie in der Runde besprochen wurde.
- Surfen! Sechs Websites suchen, davon fünf besonders gute und eine richtig schlechte (vorzugsweise von einer größeren Firma; dass Lieschen Müller mit Frontpage keine gute Website macht, geht in Ordnung).
Zu Hause stellte ich fest, dass es gar nicht so einfach ist, gute Websites zu finden, vor allem von Firmen. In letzter Zeit haben mich vor allem manche Weblogs nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch begeistert. Meine fünf Positiv-Beispiele sind:
- www.apple.com
- www.panic.com
- www.codingmonkeys.de/subethaedit
- www.daringfireball.net
- www.pfundernewmedia.com/shawn
Schlechte Websites gibt’s viele, aber bei den grottig schlechten konnte ich mich dann nicht entscheiden: www.gericom.com und www.strato.de.
Übrigens ging meine Rechnung auf: Die Photoshop-Übung erhielt ich heute korrigiert zurück, und zwar bestanden. Außerdem gab’s zumindest schon mal mündlich die Noten für das Abschlussprojekt; morgen werden sie wahrscheinlich auch aushängen. In der BMC-Abschlussprüfung schrieb ich 81 Prozent (bestanden), das war bekannt. Meine Note für das Abschlussprojekt: 98 Prozent. Achtundneunzig Prozent.
Wer sich’s nochmal anschauen will: freimark.de/referenzen/local/kkit. Gewinnt sicher keinen Schönheits-Wettbewerb, aber darum ging’s auch nicht; das Augenmerk lag auf der technischen Umsetzung des Gelernten.
Über die Nachbearbeitung des Videos habe ich am 11. August geschrieben. Wenn man sich das in Flahs eingebettete Video über Kopfhörer anhört, klingt’s ziemlich bescheiden, über Lautsprecher geht’s. Obwohl die Kamera sehr nah am Sprecher stand, wurde der Ton zu leise aufgenommen. Die Anschließende Normalisierung hob auch das Rauschen mit an (war eben keine professionelle Aufnahmesituation).
Erschienen am Montag, 01.09.2003 @ 21:17
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Tags: SAE, screendesign


