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Dienstag, 02.09.2003

»Zentrierter Schriftsatz ist die Kunst der Doofen.«

Zweiter Tag von Holgers Screendesign-Unterricht. Wir besprachen einige der Websites, die wir uns zusammengesammelt haben. Was ist gut, was ist weniger gut. Der Beamer projezierte folgende Sites an die Wand: catch.de, relevare.com, derbauer.de, defdesign.de, apple.com, microsoft.com, innerblitz.com, burgerking.de, giorgioarmani.com. Bei den ganz schlechten Sites beschränkten wir uns wegen akuter Erblindungsgefahr auf strato.de.

Nach der kollektiven Surf-Session, die für jeden einige neue, interessante Sites bot die kritisch auseinander genommen wurden, ging es weiter mit dem Thema Logos/Marken, das Caro während der Freehand-Woche angeschnitten hat. Bekannte Logos, Wort- und Bildmarken, Audiologos, was ein gutes Logo auszeichnet und was es aushalten können muss, Aufbau, Anordnung, Farben… Wenn Holger über Logos spricht, kommt er natürlich auch früher oder später auf das Thema des »Swoosh« zu sprechen und zeigt uns daraufhin das Gruselkabinett.

Zum Schluss begann er das Thema Typographie, mit dem er nächste Woche noch weiter machen will, bevor er zum Interface-Design kommt. Es gab Einblicke in die Geschichte (habe gemerkt, dass ich’s mit den Epochen a la Renaissance, Klassizismus et al nicht so habe…) und wonach Schriften gemeinhin unterschieden werden: Serif/Antiqua einerseits und Sans-Serif/Grotesk andererseits. Wie die Garamond von der Times unterschieden werden kann, wie die Helvetica entstand. Ein kleiner Exkurs zur Optima von Zapf. Wann man welche Schrift verwenden sollte und wie man das herausfindet.
Am Ende, nach den Schriftfamilien, noch einige Worte zum Schriftsatz.

Nach der Vorlesung gingen Holger und ich noch auf einen Sprung in die Nachtkantine. Dort wollte ich schon länger mal wieder hin, außerdem musste ich gegenüber Holger noch eine Wettschuld von Ende Juli begleichen (ein Mittagessen, eigentlich im »Faun«, aber das Faun ist nach der Halbierung in den Portionen stark in unserer Gunst abgefallen).
Ich habe mit ihm gewettet, dass ich einen gemeinsamen Freund innert zwei Jahren zum Mac bekehren kann; er hielt dagegen. Ich Depp hab’ auch noch um ein Jahr verkürzt. Es ist mir nicht gelungen und inzwischen habe ich es aufgegeben, Hardcore-Linuxer vom Mac zu überzeugen. Er ist einer von der Sorte, die ihre mp3-Dateien zur Not von der Kommandozeile abspielen und sagen, dass sei doch eigentlich ganz angenehm. Wir könnten das ja auch, aber wir wollen lieber mit unseren Geräten arbeiten…
Ebenfalls von Bekehrungsversuchen ausgenommen sind für die Zukunft auf Windows schwörende Admins in Rechenzentren (habe da einen im CMD-Kurs) und Case-Modder. Wobei man einen Mac durchaus auch so umgestalten zu Grunde richten kann, dass er garantiert nicht mehr von der Garantie abgedeckt ist.
Die Nachtkantine hat sogar Erlanger Preise, allerdings nur auf der Tageskarte von 10 bis 18 Uhr. Abends bis 4 bzw. am Wochenende 06:30 Uhr morgens gelten andere Preise.

Es ist jetzt schon gescheit kühl. Hatte es gestern früh um kurz nach sechs noch 13 Grad, waren es heute nur noch neun. Da war wieder Semi-Winterkleidung angesagt: Stirnband, Schal und Lederhandschuhe. Eigentlich war die Sommerjacke und das T-Shirt drunter am Rad auch schon zu kalt, in München abgesehen von einigen Windböen aber fast wieder zu warm. Nicht, dass ich nächste Woche auf den Kapuzenpullover umsteigen muss…

Erschienen am Dienstag, 02.09.2003 @ 23:54 | Kommentare deaktiviert
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