Dienstag, 16.09.2003
Unterscheidung von ICE-Zügen für Gelegenheits-Bahnfahrer
Dieses Posting ist jetzt einfach fällig: Ich muss mein Wissen weitergeben.Heute morgen um kurz vor halb acht im ICE (vor der Abfahrt aus Nürnberg nach München) begab sich folgende Unterhaltung zwischen einer Mitfahrerin und mir (sie ging im Gang an meinem Sitz vorbei):
Sie: Ich suche eine Steckdose.
Ich: Nicht in diesem Zug.
(Ich musste den letzten Bissen meines Yorma’s-Salamibaguettes runterwürgen, deswegen fiel die Antwort etwas knapper aus.)
Sie: Sie belieben wohl zu scherzen?!
Ich: Der Zug ist zwölf Jahre alt, damals war das noch nicht so ein Thema. Irgendwo gibt’s ein Konferenzabteil, da könnte eine Steckdose sein.
Wenn ich am Abend vor einer Fahrt zur SAE nach München meine Sachen packe, gebe ich meiner Schwester und meinem Vater immer Bescheid: »Benutzt das iBook nur an der Steckdose, ich brauch’ es morgen früh voll aufgeladen, weil mein Zug morgens keine Steckdose hat.«
Die Rückfahrt ist dann kein Problem, da der 14:49-Uhr-Zug von München bis Erlangen immer Steckdosen hat. Morgens lese ich immer geladene Webseiten auf meinem iBook, am Nachmittag gibt’s die Fortsetzung am Stromnetz des Zuges (leider hält der inzwischen zwei Jahre alte Akku nur noch ein bis zwei Stunden, nicht mehr vier bis fünf).
Übrigens fragte auch ein Herr auf der Rückfahrt den Zugchef nach der nächsten Steckdose im Zug (»Direkt unter Ihrem Sitz. In der Mitte. Etwas tiefer.«).
Hier die endgültige Tabelle (auch als PDF):
In welchem Zug sitze ich und wo finde ich im Großraumwagen die Steckdose?
Es sind bei weitem nicht alle Details aufgezählt, anhand derer man die verschiedenen ICE-Typen voneinander unterscheiden kann, sondern nur die wichtigsten. Die diversen Teppichböden in den Zügen zu beschreiben ginge etwas weit (es gibt aber z.B. einen sehr interessanten Artikel, auch aus Usability-Sicht, über die Tür-Öffner-Mechanismen in den verschiedenen Zügen; ich finde ihn leider nicht mehr).
| ICE1 | ICE2 | ICE3 | ICE-T / ICE-TD | |
|---|---|---|---|---|
| Generation | 1. | 2. | 3. | 3. |
| Baujahr | ab 1991 | ab 1997 | ab 2000 | ICE-T ab 1999, ICE-TD ab 2001 |
| Triebkopf | Flache Nase, ca. 45° Winkel | Flache Nase, ca. 45° Winkel (kann im Gegensatz zum ICE1 in Halbzügen fahren) | Langer, spitz zulaufender Bogen | Rund (T=Tilt, Neigetechnik; TD=Tilt-Diesel) |
| Merkmale außen |
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| Merkmale innen |
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(wie ICE3) |
| Verkehrt z.B. |
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| Steckdose? | Nein | Nur bei Sitzgruppen mit Tisch; eine am Tisch | In der Mitte unter jeder Sitzbank | In der Mitte unter jeder Sitzbank |
Das absolut sicherste Unterscheidungsmerkmal ist die Form des Triebkopfes: Eine gerade, ebene, im 45 Grad-Winkel abfallende Fläche kennzeichnet einen ICE1 oder ICE2. Ein langer, spitz zulaufender Bogen zieht einen ICE3 und eine runde Knubbelnase lässt auf einen ICE-T oder -TD schließen.
Der zweite Blick des Experten gilt den Wagen, genauer: den Wagennummern. Aufgeklebte Folien pappen auf einem ICE1. Elektronische Anzeigen gibt es in den späteren Generationen, wobei sich die Wagen von ICE2 und ICE3/-T/-TD markant unterscheiden (Fenster, Türen, Anzeigetafel). Weiß ich anhand der Wagenart, dass ich es mit einem ICE der dritten Generation zu tun habe, aber ist der Triebkopf nicht in Sicht, wandert mein Blick auf’s Wagendach, um mir die Stromabnehmer anzusehen. Aber der Unterschied zwischen ICE3 und -T/-TD ist eigentlich eher akademischer Natur: für den normalen Fahrgast völlig unbedeutsam, Steckdosen gibt’s in beiden Zügen. Höchstens für die Leute interessant die wissen wollen, ob sie in einem Neigezug fahren oder nicht.
Empfehlenswerte Links:
- The ICE/ICT Pages (Der Klassiker)
- ICE-Fanpage
Erschienen am Dienstag, 16.09.2003 @ 15:18
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Tags: bahn, Verkehr
