Archiv für Samstag, 20.09.2003

Samstag, 20.09.2003

Virus of the day: Swen lässt grüßen

Als aufgeklärter Nutzer kann man sich selbst das Leben ja erleichtern, indem man sich kein Windows ins Haus holt, sondern Alternativen wie Linux, oder noch besser, Mac OS X.
Aber auch an Angehörigen der guten Seite der Macht geht eine Virenwelle nicht immer spurlos vorüber: Das eigene System wird zwar nicht befallen und verteilt Viren und Würmer nicht weiter ins Netz. Doch was soll man machen, wenn man von außen mit dem Zeug von irgendwelchen Windows-Usern zugeschüttet wird?
Mein Posteingang diesen Freitag:

Erwünschte Nachrichten 12
– davon Newsletter und Listen 9
Spam 24
Swen-Wurm inkl. Bounces 151

Jedes Mal um die 150 K. Danke Microsoft, dass Ihr es ermöglicht und zugelassen habt, das Netz zu verschmutzen.
Andererseits, nachdem MS ja nicht mal einen Standard-konformen E-Mail-Client und Newsreader zustande bekommen hat, war sowas eigentlich nicht verwunderlich.
Ich frage mich, wie viele Viren- und Wurm-Wellen es eigentlich noch braucht, bevor sich User von Windows abwenden. Und ich frage mich, was Leute machen, die beruflich auf ihren Rechner angewiesen sind. Eine größere Welle sorgt doch auch mal für den einen oder anderen Tag Umsatzausfall, oder nicht? Joe Barr schrieb erst vorgestern – vor dem Swen-Wurm – auf Newsforge:

»I participate in several mailing lists where I am definitely in the minority because I’m running Linux.
Because I am sometimes vocal with other list members about "feeling their pain" and encouraging them to move to Linux as first one, then another of them is forced to drop off the list for a day or longer in order to have their PCs cleansed and rid of the virus-of-the-day, I’m often asked what virus/email protection program is best for Linux. They don’t understand that it is an inherently safer platform than Windows.«

Mehr Informationen zu Swen bieten Heise und SPON.
Kai weist auf das Editorial der NYT hin, in dem David Pogue der Frage nachgeht: Ist Mac OS X nur deswegen ein sichereres System, weil es einen geringen Marktanteil hat? Seine Antwort: Mac OS X ist schon ab Werk sicher (geschlossene Ports, Passwort-Abfrage bei der Installation von Programmen, deaktivierter root), während Windows das genaue Gegenteil ist (Ports offen, Installation ohne Nachfrage, arbeiten mit Admin-Rechten bis tief in das System rein). Ihm zufolge lässt Microsoft mitteilen, dass man die Ports erst in der nächsten Windows-Version wird schließen können. Bis Longhorn irgendwann zwischen 2005 und 2007 erscheint, werden noch viele Wurmwellen durch’s Netz ziehen.

Im Prinzip das, was ich auch schon öfter gesagt habe. Zuletzt erst vorgestern, sowie am 12. September.
Zu dem Thema siehe auch »Outbreak Express« bzw. die beiden Artikel (in dieser Reihenfolge) »Good Times« und »Dynomite!« von John Gruber (Daring Fireball).

Mac OS X basiert auf Unix: FreeBSD. Die zum Jahresende erscheinende Version 10.3 wird auf FreeBSD 5.0 basieren. Warum ein Mac? Kurz gesagt: Deswegen, deswegen und deswegen.
Get a Mac.

P.S.: Wer mal eine kurze Vorführung von Mac OS X sehen will: WWDC-Keynote vom Sommer. Wer’s etwas geekiger mag: »Mac OS X State of the Union«, auch von der WWDC 2003, im Developer-Bereich von Apple (kostenlose Registrierung erforderlich).
Davon ab ist inzwischen ein Teil der Keynote der Expo Paris vom 16.9. online; es wird allerdings nur die Vorstellung der neuen Powerbooks und der wireless Maus und Tastatur gezeigt.

Erschienen am Samstag, 20.09.2003 @ 0:17 | Kommentare deaktiviert
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Höhen und Tiefen

Die Schmidt-Show nach dem gestrigen Desaster mit der Rhein-Schifffahrt war stark wie lange nicht.

Dafür gibt es bei »24« derzeit einen Durchhänger: Um 16:00 Uhr in der Serie sind Täter und Motive bekannt.

Erschienen am Samstag, 20.09.2003 @ 0:32 | Kommentare deaktiviert
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Die drei Aufreger der Woche

Mir fehlt etwas die Zeit, um ausführlich auf die drei größeren Themen der vergangen Woche einzugehen. Daher hier nur eine kurze Beschreibung worum’s geht und weiterführende Links.

Das Eolas-Patent

Eine kleine Klitsche namens Eolas hält ein Patent an einer simplen Idee: Die Einbindung von Medien mittels Plug-ins in eine Webseite und deren automatische Anzeige. Eolas macht nun ernst und verlangt von Microsoft eine halbe Milliarde Dollar Lizenzgebühren für den Einsatz der Technik im Internet Explorer. Falls Eolas damit durchkommt, sind schwerwiegende Auswirkungen auf das Web die Folge.
Weitere Infos:

Abschaffung der Privatkopie

Die deutsche Musikindustrie, genauer: der Interessenverband der Phonographischen Industrie (IFPI) will einem Positionspapier (PDF) zufolge das Recht auf Privatkopie einschränken. Nachdem in der jüngsten Urheberrechtsnovelle bereits die Umgehung von Kopierschutz-Mechanismen verboten wurde, soll nun auch derjenige zahlen, der seine Musik für andere als die zuvor lizenzierten Zwecke einsetzen möchte. Bedeutete die Novelle noch Pech für die Leute, die eine kopiergeschützte CD für ihren Autowechsler kopieren wollten, könnte man durch den Wegfall der Privatkopie, wie er in den Köpfen der Industriebosse geplant ist, seine Musik auch nicht mehr auf einen portablen Player übertragen, wenn man mit dem Kauf der CD nur die Lizenz zum Abspielen in einem stationären Player erworben hat. Der Verdacht liegt nahe, dass es langfristig auf eine Vermietung von Musik hinauslaufen soll.
Weitere Infos:

Verisign leitet Traffic um

Der Verwalter der Toplevel-Domains .com und .net, die private Firma Verisign (bekannt von den SSL-Zertifikaten) leitet Surfer auf eine eigene Seite, wenn sie sich bei der Eingabe einer URL vertippt haben und so eine Domain aufgerufen werden soll, die nicht existent ist. Das ist wegen einer Reihe von Gründen bedenklich (Erleichterung von Spam-Versand, Datenschutzgründe, Verstoß gegen Internet-Standards, Werbung in eigener Sache für Verisign…).
Weitere Infos:

Erschienen am Samstag, 20.09.2003 @ 16:04 | Kommentare deaktiviert
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»Ich bin vor Ihnen. Sonst nichts.«

Leider bin ich nicht mehr dazu gekommen, die Lucky Strike-Plakatwände zu fotografieren – selten so gute Plakatwerbung gesehen.
Inzwischen ist vorwiegend ein weniger guter Spruch mit »Wunder der Technik: allerhöchste Eisenbahn« über der Abbildung von fast leeren Zigarettenschachteln plakatiert. British American Tobacco benannte seine Marken »Lucky Strike Filters« und »Lucky Strike Lights« um. Die neuen Namen sind »Red« bzw. »Silver«. Angeblich hat die Neubenennung nichts mit einer EU-Vorgabe zu tun, wonach Zigaretten keine Namen mehr wie »Light« oder »Mild« tragen dürfen (wer’s glaubt…). Siehe auch die Meldungen bei W&V und Horizont.
Die Hamburger Agentur KNSK hat mal wieder ein paar geniale Einfälle produziert:

»Pech für Dieselfahrer: Die sind beide super.«

»Geschrieben werden sie Red und Silver.
Ausgesprochen lecker.«

[Links die Abbildung einer Schachtel Red, rechts eine Schachtel Silver.]
»Sogar Hollywood will schon die Rechte kaufen.«

»Kleine Entscheidungshilfe: Auf der besseren steht Lucky Strike.«

Irgendwo auf dem Plakat prangte dann noch ein roter Pfeil, der auf die Silver wieß und die Aufschrift »Neu« trug. Darin standen in Kleinbuchstaben Dinge wie (sinngemäß):

»Hallo Georg! Grüße von Bernd aus der Druckerei!«

»Der Texter wollte uns beweisen, wie viel Text man in einem solchen roten Pfeil unterbringen kann.«

»Lassen Sie sich keine gerauchten andrehen.«

»uNgEraUcht«

Beste Kampagne in diesem Jahr.

Meine drei Lieblings-TV-Spots derzeit: Die neue Audi-Kampagne, in der kein einziges Automobil zu sehen ist: Mehrere Schnecken bewegen sich auf einen Salat zu, im Schneckentempo. Eine der Schnecken zieht sich in ihr Haus zurück, schwingt etwas hin und her und rollt in ihrem Haus den Hang hinunter und kommt vor dem Salat als erste vor allen anderen zum Halt. Einblendung des Audi-Claims: »Vorsprung durch Technik.« Su-per-geil! In einem zweiten Spot bewegen sich Schildkröten an einem Strand auf’s Meer zu, werden allerdings von Vögeln aus der Luft aufgegriffen. Eine der Schildkröten buddelt sich ein und bahnt sich unterirdisch den Weg zum Wasser. Vorsprung durch Technik.
Der andere Spot ist aus der Play-Kampagne von Nike: Der 60-Sekunden-Spot »Reise nach Jerusalem« in einem Basketball-Dome. Läuft derzeit ebenfalls im Kino.

Erschienen am Samstag, 20.09.2003 @ 16:43 | Kommentare deaktiviert
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