Virus of the day: Swen lässt grüßen

Als aufgeklärter Nutzer kann man sich selbst das Leben ja erleichtern, indem man sich kein Windows ins Haus holt, sondern Alternativen wie Linux, oder noch besser, Mac OS X.
Aber auch an Angehörigen der guten Seite der Macht geht eine Virenwelle nicht immer spurlos vorüber: Das eigene System wird zwar nicht befallen und verteilt Viren und Würmer nicht weiter ins Netz. Doch was soll man machen, wenn man von außen mit dem Zeug von irgendwelchen Windows-Usern zugeschüttet wird?
Mein Posteingang diesen Freitag:

Erwünschte Nachrichten 12
– davon Newsletter und Listen 9
Spam 24
Swen-Wurm inkl. Bounces 151

Jedes Mal um die 150 K. Danke Microsoft, dass Ihr es ermöglicht und zugelassen habt, das Netz zu verschmutzen.
Andererseits, nachdem MS ja nicht mal einen Standard-konformen E-Mail-Client und Newsreader zustande bekommen hat, war sowas eigentlich nicht verwunderlich.
Ich frage mich, wie viele Viren- und Wurm-Wellen es eigentlich noch braucht, bevor sich User von Windows abwenden. Und ich frage mich, was Leute machen, die beruflich auf ihren Rechner angewiesen sind. Eine größere Welle sorgt doch auch mal für den einen oder anderen Tag Umsatzausfall, oder nicht? Joe Barr schrieb erst vorgestern – vor dem Swen-Wurm – auf Newsforge:

»I participate in several mailing lists where I am definitely in the minority because I’m running Linux.
Because I am sometimes vocal with other list members about "feeling their pain" and encouraging them to move to Linux as first one, then another of them is forced to drop off the list for a day or longer in order to have their PCs cleansed and rid of the virus-of-the-day, I’m often asked what virus/email protection program is best for Linux. They don’t understand that it is an inherently safer platform than Windows.«

Mehr Informationen zu Swen bieten Heise und SPON.
Kai weist auf das Editorial der NYT hin, in dem David Pogue der Frage nachgeht: Ist Mac OS X nur deswegen ein sichereres System, weil es einen geringen Marktanteil hat? Seine Antwort: Mac OS X ist schon ab Werk sicher (geschlossene Ports, Passwort-Abfrage bei der Installation von Programmen, deaktivierter root), während Windows das genaue Gegenteil ist (Ports offen, Installation ohne Nachfrage, arbeiten mit Admin-Rechten bis tief in das System rein). Ihm zufolge lässt Microsoft mitteilen, dass man die Ports erst in der nächsten Windows-Version wird schließen können. Bis Longhorn irgendwann zwischen 2005 und 2007 erscheint, werden noch viele Wurmwellen durch’s Netz ziehen.

Im Prinzip das, was ich auch schon öfter gesagt habe. Zuletzt erst vorgestern, sowie am 12. September.
Zu dem Thema siehe auch »Outbreak Express« bzw. die beiden Artikel (in dieser Reihenfolge) »Good Times« und »Dynomite!« von John Gruber (Daring Fireball).

Mac OS X basiert auf Unix: FreeBSD. Die zum Jahresende erscheinende Version 10.3 wird auf FreeBSD 5.0 basieren. Warum ein Mac? Kurz gesagt: Deswegen, deswegen und deswegen.
Get a Mac.

P.S.: Wer mal eine kurze Vorführung von Mac OS X sehen will: WWDC-Keynote vom Sommer. Wer’s etwas geekiger mag: »Mac OS X State of the Union«, auch von der WWDC 2003, im Developer-Bereich von Apple (kostenlose Registrierung erforderlich).
Davon ab ist inzwischen ein Teil der Keynote der Expo Paris vom 16.9. online; es wird allerdings nur die Vorstellung der neuen Powerbooks und der wireless Maus und Tastatur gezeigt.

 
Erschienen am Samstag, 20.09.2003 @ 0:17
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