»Die Fahrscheine bitte!«
»Die Freundin einer Freundin.«
Die Zugbegleiterin von heute war auch nicht ohne: Leicht rötliches, Kastanien-braunes, schulterlanges, leicht gewelltes aber ansonsten glattes Haar und braune Augen in einem schönen Gesicht. Um die 1,75 groß, etwa 30 Jahre alt, schlank, die dunkelblaue Uniform mit dem knallroten Halstuch bildete einen interessanten Gegensatz zu ihrem Haar.
Das Kontrastprogramm saß von München bis Erlangen neben mir: Typ Wolfgang Petry in Lederhosen, der in Pasing unzweifelhaft noch einen Döner mit viel Zwiebeln zu sich genommen hat. War aber ansonsten ganz umgänglich.
Es gibt noch eine andere sehr attraktive ZuBine auf der Strecke, aber mit ausführlichen Beschreibungen halte ich mich jetzt lieber zurück. :-)
Nachtrag zu Samstag: Ich fuhr mit der S-Bahn um 16:25 von Perlach zum Hauptbahnhof. Ankunft im Tiefgeschoss um 16:42. Wenig Zeit, den ICE 1712 gen Heimat um 16:49 Uhr zu erwischen. Aber ich nahm die Beine in die Hand und schaffte es noch knapp, denn auch wenn man sich beeilt, sind es vom S-Bahn-Bahnsteig bis zu den Gleisen für die Fernzüge rund fünf Minuten (man muss zwei Stockwerke und eine kürzere Strecke überwinden). Mir kam entgegen, dass der Zug samstags an Gleis 25 abfährt, gleich neben dem Aufgang vom Untergeschoss, und nicht aus Gleis 18 oder 14.
Mein Lieblingsplatz war in keinem der Wagen frei, und so ging ich bis ganz vorne durch. Zufällig saß in der Lounge, dem Bereich direkt hinter der Fahrerkanzel, nur ein weiterer Fahrgast, weswegen ich dort Platz nahm.
Ich fuhr schon einige Male in der Lounge von ICE-T- und ICE3-Zügen mit und ich wusste auch, dass der etwas schmutzige Ton der Glastür und -scheibe zwischen Lokführer und Reisenden in einer besonderen Funktion begründet ist: Der Fahrer kann auf Knopfdruck in Sekundenbruchteilen die Scheibe undurchsichtig machen. Bislang habe ich diese Funktion aber noch nie in Aktion gesehen, bis letzten Samstag: Die Scheibe war undurchsichtig, in einem milchigen Ton. Ab Pasing schaltete der Zugführer die Sicht wieder frei und kam kurz aus seiner Kanzel raus, um die leere Salatschüssel wegzuwerfen.
Bei der Gelegenheit ein kurzes Wort zum Thema Oktoberfest. Ich bin ja an zwei Tagen die Woche nach München. Ich hätte so einfach die Gelegenheit, auf’s Oktoberfest zu gehen, aber ich sehe lieber zu, dass ich so schnell wie möglich wieder aus der Stadt flüchte. Ich kann diesem Zeltstadtfest auf einer Brettl-ebenen, zertrampelten Wiese nichts abgewinnen (aus dem gleichen Grund gehe ich auch nicht auf das Nürnberger Volksfest). In Erlangen haben wir etwas besseres: Die Bergkirchweih (Fotos, Bericht). Bier unter Bäumen, nicht in stickigen Festzelten.
Erschienen am
Dienstag, 30.09.2003 @ 19:21
Tags: bahn, Verkehr
