Samstag, 04.10.2003
Vom heutigen Kollegtag gibt es nicht viel besonderes zu berichten. Die erste Stunde viel für mich Kaufmann und die Techniker aus, denn es gab weder BWL noch Physik. Die Sozialisten hatten jedoch eine Stunde
Pschykologie.
Anschließend Einsichtnahme in die korrigierten Abschlussprüfungen. In meiner Deutsch-Prüfung war so viel rot angestrichen und am Rand angemerkt, dass ich mich wundere, eine Zwei bekommen zu haben.
:-) Im Erörterungsteil schnitt ich auch nicht ganz so bravourös ab, nur 25 von 40 Punkten. In den anderen Aufgaben sah es dafür besser aus (Kurzinfo 7/10, Aufgabe c – weiß nicht mehr, was das war – 11/15; Ausdruck/Sprache: 27/30 und äußere Form 5/5).
Die Auflistung von Notenschlüssel und Notenspiegel schenke ich mir, nur so viel: In Deutsch lag der Schnitt bei 3,03 (in Mathe 3,8); es gab einen Einser und drei Zweien.
In der Englisch-Doppelstunde ging Frau K. die häufigsten Fehler der letzten Hausaufgabe mit uns durch und wir besprachen, worauf wir besonders zu achten hätten (die Klassiker: SPO, OVZ und andere). Es folgten einige Hinweise zur Feststellungsprüfung nächste Woche (120 Minuten, Übersetzung und composition) und zur Abschlussprüfung kurz vor Weihnachten (150 Minuten).
Abschließend gingen wir erneut eine alte Abschlussprüfung durch: Questions on the text, if-Sätze, Übersetzung Englisch-Deutsch (nichts dazudichten und nichts weglassen, auf Satzverkürzungen und die richtige Satzstellung achten…).
Ausklang mit einer Geschichtsstunde, in der wir uns mit der Zeit 1933 bis 1936 befassten. Es ist ziemlich schwierig, zwölf Jahre Drittes Reich und die darauf folgenden fünf Jahrzehnte in sieben Schulstunden durchzunehmen, deswegen beschränken wir uns auf das Wesentliche: Das Verständnis für Ursachen und Wirkungen.
Erschienen am Samstag, 04.10.2003 @ 14:21
| Kommentare deaktiviert
Tags: Telekolleg
Markus bat neulich in einem
Kommentar zum Eintrag »
Swen lässt grüßen« um eine Erläuterung, wo meiner Meinung nach »die Vorteile eines Mac mit OS X gegenüber Linux/*BSD auf einem i386 – oder mittlerweile in greifbarer Nähe IA64« liegen. Ich habe versprochen, dass ich in einem eigenen Artikel darauf antworten werde, und hier ist er!
Markus schreibt:
»Was rechtfertigt denn den Preisausfwand von min. EUR 2000 für einen Mac (ich persönlich würde unter 3500 EUR nicht glücklich werden) gegenüber knapp 50 EUR bzw. Downloadzeit für ein *freies* System.«
Für 3.500 Euro erhält man derzeit im Apple-Store auf apple.com/germanstore folgendes System:
- Power Mac G5 mit OS X 10.2
- Dual-PPC970 mit 2,0-GHz; 1 GHz FSB, 512 K L2-Cache pro CPU
- 512 MB DDR 400 SDRAM (max. 8 GB)
- 160 GB Serial-ATA HDD, SuperDrive
- Drei PCI-X-Slots, ATI Radeon 9600 Pro mit 64 MB im AGP 8X Pro
- FW400, FW800, USB 2.0, Gigabit-Ethernet, analoge und optisch-digitale Audioein- und -ausgänge
- Preis: 3.246,84 Euro brutto
Für weitere rund 266 Euro erhält man ein weiteres GB Speicher, womit wir bei 3.513,64 Euro wären.
Ad 1: Das ist ein Listenpreis. Der aktuell niedrigste Preis für einen Dual-G5 beträgt laut mac-kauf.de derzeit 3.009 Euro, angeboten von Digitalplanet. Die Preise der Hälfte der aufgeführten Händler bewegen sich zwischen diesem Preis und 3.099 Euro. Zwei 512 MB Speicherriegel (Speicher ist im G5 paarweise zu bestücken) kosten bei DSP-Memory momentan zusammen 185,80 Euro, so dass »Dein« G5 nicht 3.500 Euro Listenpreis kosten muss, sondern schon für knapp unter 3.200 Euro zu bekommen ist. Das verringert die Differenz schon etwas. :-)
Weiter im Text: Du vergleichst einen brandneuen Dual-G5 mit einem Hobel, der schon bei Dir unter’m Schreibtisch steht und für den nur 50 Euro für eine Packung mit Linux-CDs anfallen bzw. Downloadzeit. Das ist IMHO nicht ganz fair (ja, ich komme gleich zu Deinem Einwand): Du musst den G5 schon mit einem halbwegs zeitgemäßen Rechner aus dem PC-Lager vergleichen.
Dude, you’re getting a Dell:
- Dell Precision Workstation 450 mit WinXP Pro (das OS lässt sich nicht abbestellen)
- Dual-Xeon mit 3,06 GHz; 533 MHz FSB, 512 K L2-Cache pro CPU
- 512 MB DDR 266 SDRAM
- nVidia Quadro4 280 NVS (VGA/DVI) 8x Grafikkarte mit 64 MB (Standard)
- 120 GB EIDE-HDD, DVD+RW, Gigabit-Ethernet, USB 2.0
- Optionen: FW400, 56 K Modem (der Vergleichbarkeit wegen, hat der G5 on-board)
- Preis: 3.223,64 Euro brutto
Ich habe versucht, einen möglichst ähnlichen Computer nachzubauen, ohne zu übertreiben (ich habe keine 650er Workstation mit SCSI-RAID genommen). Dell hat manche Dinge dabei, die man nicht abbestellen kann, z.B. einen 3-Jahre-Vor-Ort-Service (Reaktionszeit: nächster Arbeitstag). Dafür kann ich einiges, was der G5 hat, beim Dell nicht dazu bestellen: FW800, analoger Audio-Eingang, optisch-digitale Audioein- und -ausgänge.
Schon interessant, dass ein einigermaßen ähnlicher PC zum High End-G5 nur zwanzig Euro günstiger als der Apple-Listenpreis ist. Und da heißt es noch, Apple sei teuer…
Dein Einwand ist dieser: Du könntest Linux für 50 Euro oder weniger auf Deinem vorhandenen PC installieren, aber wenn Du zum Mac switchen willst, müsstest Du Dir einen komplett neuen Rechner (und neue Software) kaufen.
Antwort von Radio Eriwan: Im Prinzip ja. Aber Du wirst Dir früher oder später eh einen neuen Rechner kaufen. Du sollst nicht Deinen jetzigen PC auf den Müll schmeißen und zum nächsten Apple-Händler rennen. Aber vielleicht ziehst Du bei Deinem nächsten Hardware-Kauf einen Mac in Erwägung. Wenn Du eine Workstation brauchst und zum Dual-G5 greifen willst, darfst Du dessen Preis aber nicht mit einer Aldi-Mühle vergleichen.
Mit der Zeit werden auch neue Ausgaben für Software anstehen, da es immer wieder Updates gibt (siehe Macromedia mit den MX04-Releases: Wenn Du zwei Updates hintereinander nicht mitmachst, darfst Du wieder zum Vollpreis kaufen).
Zum Thema »Preis des Betriebssystems«: Mit einem Power Mac kaufst Du einen voll ausgestatteten Rechner, obwohl Du vielleicht manche Dinge gar nicht brauchst (digitaler Audioeingang?). Die rund 30% Marge, die Apple aus dem Verkauf der Power Macs erzielt, nimmt Apple freilich her, um die Entwicklung des Mac OS-Betriebssystems zu subventionieren, das in der Box auch nur 160 Euro kostet, aber viel mehr wert ist (XP Pro kostet 350 Euro, XP Home 115 und z.B. SuSE Linux 8.2 Pro 55 Euro).
IA64: Täusche ich mich, oder gibt es für den IA64 noch gar kein XP-64, geschweige denn 64-bittige Software? Sicher, es gibt Linux und mit den Quellen kannst Du Dir die Software selbst kompilieren. Aber wie lässt Du dann Photoshop laufen, dass Du ab und an brauchst? Nett beim 64-bittigen G5: lässt 32-bittiges OS X und Software laufen, auspacken, aufstellen und in Betrieb nehmen in 5 Minuten.
Du schreibst weiter:
»Die Argumente Softwareverfügbarkeit sind für den Otto-Normal-Verbraucher ja mittlerweile hinfällig, da für die freien Unixe mittlerweile hochwertige und kompatible Software für den täglichen Bedarf *frei* verfügbar ist.«
Da bin ich nicht so auf dem aktuellen Stand, und ich weiß auch nicht, welche Software Du täglich brauchst. Ich weiß, dass Du Photoshop benutzt und Du willst mir nicht erzählen, dass GIMP eine Alternative ist, oder? :-)
Ansonsten: Statt zwei Rechnern unter’m Schreibtisch oder Dual-Boot, wie wäre es mit dieser Lösung: Ein Mac, der OS 9-Programme (»Classic«) ausführen kann, OS X-Programme, UNIX-Programme, X11-Apps ebenso und mittels Virtual PC auch nicht vor WinXP und Windows-Programmen Halt macht (derzeit auf dem G5 problematisch).
Da Du Otto Normal ansprichst: So etwas wie iLife gibt es nur für den Mac. Folgende Programme liegen ohne Aufpreis jedem Mac bei:
- iTunes, das beste Musikprogramm wo gibt. Komme mir keiner mit xmms, das spielt nicht in der selben Liga, das spielt nicht mal den gleichen Sport. Das kann es allenfalls mit Winamp aufnehmen oder dem unsäglichen Windows Media-Player.
- iPhoto zur Archivierung digitaler Bilder. Da bin ich nicht auf dem neuesten Stand, was Windows und Linux betrifft, aber von kostenlosen und guten Konkurrenten habe ich noch nicht gehört (Kommentare willkommen).
Was ich weiß, ist das Drama das sich abgespielt hat, als Holger in der SAE versuchte, eine Digiknipse an eine Windows-Kiste anzuschließen: Ein Dialogfenster nach dem anderen poppte auf: Neue Hardware gefunden, keinen Treiber gefunden, möchten Sie einen Treiber installieren, wo liegt der Treiber, Treiber nicht gefunden, Treiber aus dem Netz laden, Treiber nicht gefunden… Am iMac im Nebenraum musste die Kamera nur angeschlossen werden und schon wurde sie vom Mac erkannt, der die Bilder runterlud. Geht es mit Linux noch einfacher?
iPhoto in Version 2 kann auch noch einige Verbesserungen vertragen, z.B. eine leistungsfähige Suche, Batch-Verarbeitung, bessere Exportfunktionen oder eine Verschlagwortung.
- iDVD zum Erstellen von DVDs mit animierten Menüs. Sowas in der Einfachheit und für lau gibt es bei Windows und Linux nicht. Mag sein, dass man auf Linux irgendwie DVDs brennen kann. Okay, X-CD-Roast, die dvdrtools oder die schicken Kommandozeilen-Programme ifogen, tocgen und mkisofs. Von den beschriebenen Schritten auf den verlinkten Seiten wird mir schlecht. Mit iDVD kann der Macianer eine ansprechende DVD erstellen, ohne überhaupt in die Online-Hilfe zu sehen (ein Handbuch oder ein Faltblatt werden für iLife nicht mal mitgeliefert).
- iMovie zum Capturen und rudimentären Schnitt von Videos. Microsoft hat mit dem Movie Maker versucht, mit iMovie gleichzuziehen, aber es ist ihnen nicht gelungen. Von einfachen Schnittprogrammen für Linux habe ich noch nicht gehört. Für gehobenere Ansprüche gibt’s von Apple Final Cut Express und Final Cut Pro sowie von Adobe After Effects oder für noch mehr Geld Avid.
Du schreibst weiter:
»Als teilweise freiberuflicher IT-ler kann ich nur eins sagen, Computer sind Werkzeuge, Werkzeuge, die aufgrund ihrer Updatefrequenz günstig und felxibel sein müssen.«
Drei Kostenfaktoren: Hardware, Software, Support.
Hardware: Wie oft kaufst Du einen neuen Rechner? Lassen wir’s alle anderthalb Jahre soweit sein. Du kannst den alten Mac verkaufen; Macs haben im Gegensatz zu PCs einen sehr guten Wiederverkaufswert (siehe Schwerpunkt »Gebraucht-PCs« in c’t 11/01 oder aktuell c’t 21/03).
Wie oft hast Du einen Rechner gekauft, den Du nachher mit mehr als zwei Komponenten aufgerüstet hast? Zumindest bei mir war es so mit meinen ersten drei PCs, das ich keinen mit einem neuen Prozessor ausgestattet habe, um mehr Geschwindigkeit rauszuholen (darum geht’s ja eigentlich). Wenn es soweit war, dass ein neuer Prozessor signifikant mehr gebracht hätte, wurde das Pin-Layout geändert oder die Boards waren zu langsam, so dass immer auch ein neues Motherboard her musste. Mit einem neuen Motherboard gab es auch Bedarf für neuen Speicher, eine neue Grafikkarte… So dass ich im Prinzip gleich einen neuen Rechner kaufen konnte.
Software: Wenn man nicht gerade in einer Druckerei arbeitet, für die QuarkXPress 4 das höchste ist (aktuell ist QXP6) oder man Kunden hat, die FreeHand 5-Dateien anliefern (aktuell ist 11 bzw. MX), wird man auch mal updaten. Update-Preise kosten inzwischen die Hälfte der Vollversion, deswegen lässt man vielleicht auch mal ein Update aus. Dann kostet das nächste Update womöglich schon 3/4 der Vollversion und wenn man Kunde bei Macromedia ist und zwei Updates nicht mitgemacht hat, muss eine neue Vollversion gekauft werden.
Mit anderen Worten: Du gibst laufend Geld für Software aus und wenn Du’s nicht tust und Du Dir Updates sparst, kann es doch beim nächsten Mal auch die Mac-Version sein.
Wenn Du Drucker bist oder auch ansonsten zusammen mit Photoshop 4 alt werden kannst, muss ich Dich nicht vom Mac überzeugen, wenn der PC der vor Dir steht der letzte Deines Lebens ist. Oder wenn Du dann doch einen neuen kaufen willst, wird es wohl in Hard- und Software derart ein Rundumschlag werden, dass mit Updates oder Komponente hier und da nichts mehr zu holen ist und Du auch genauso gut zum Mac greifen kannst.
Support: Über Windows müssen wir uns in diesem Zusammenhang glaube ich nicht mehr groß unterhalten: Windows verursacht Support-Kosten ohne Ende und es gibt reihenweise Studien und Erfahrungsberichte, die Macs niedrige Support-Kosten bescheinigen oder davon erzählen, dass für die gleich große Mac-Abteilung in der Firma nur ein Bruchteil der Support-Leute wie für die Windows-PCs notwendig ist. Weil generell weniger zu tun ist, die Dinger laufen. Und wenn doch etwas ist, kann es häufig vom Anwender selbst einfach gelöst werden.
Mein Lieblingsbericht ist der von einer Software-Firma, die eine Software für Arztpraxen anbietet, sowohl in einer Mac- als auch einer Windows-Version. In einem Interview in einer frühen Macprofiler-Ausgabe berichtete der Hersteller, dass (rund) 20% der Anrufer bei der Hotline Mac-Nutzer der Software sind, 80% sind verwenden das Programm unter Windows. Bei den Windows-Anrufern läge das Problem des Anrufers in 50% der Fälle nicht an der von der Firma angebotenen Software…
Dennoch wird in vielen Firmen an Windows festgehalten. John Gruber hat zu diesem Thema zwei sehr gute Artikel geschrieben, der die seiner Meinung nach ausschlaggebenden Gründe beleuchtet: »Good Times« vom 25.08.2003 und »Dynomite!« vom 28.08.2003 (in letzterem beantwortet er einige Lesereinwände zum ersten Artikel).
Mit dem Thema Sicherheitslücken bei Windows, wegen derer man eigentlich eine Halbtagskraft zur Lektüre von Sicherheitshinweisen und zum Einspielen von Patches betreuen kann, fange ich jetzt nicht an.
Was für Dich beim Thema Support als Einzelkämpfer eher interessant sein wird ist: Wie schnell lässt sich der Computer in Betrieb nehmen (nach Neukauf oder Neuinstallation) und wie effizient lässt sich damit arbeiten?
Vorbemerkung: Inzwischen habe ich es eigentlich aufgegeben, Die-Hard-Linux-Fans zu überzeugen. Wer seine mp3-Dateien zur Not über die Kommandozeile abspielen kann und das bequem findet, der will sich quälen und dem stehe ich auch nicht im Weg. Oder Bastler, die einmal am Tag einen neuen Kernel kompilieren müssen.
Dennoch einige Bemerkungen darüber, dass es noch andere Wege zum Glück gibt.
Wie schnell kann man mit einem neuen Power Mac anfangen zu arbeiten? Auspacken und aufstellen dauert unter fünf Minuten. Anschließend wird von der beiliegenden Restore-DVD das System aufgespielt; außer Angaben zur Lokalisierung (Zeitzone, Sprache, Tastatur-Layout) ist nichts weiter zu tun. Das dauert auf meinem 1,0-GHz-G4 etwa eine halbe Stunde.
Die meiste Zeit geht mit dem Installieren von Programmen drauf, da kann man schon mal einen Abend sitzen. Aber mit dem System selbst lässt sich sofort nach dem Rückspielen was anfangen, da es sinnvolle Voreinstellungen gibt. Die Preferences, wenn man sie später mal sichern möchte, liegen als Dateien im Verzeichnis ~/Library/Preferences für jeden einzelnen User oder unter /Library/Preferences für systemweite Einstellungen. In Windows gibt es die Registry, die mit jedem Tag Benutzung weiter zumüllt. Da macht es keinen Sinn, sich die zu sichern, da sie einer der Gründe ist, weswegen viele Windows-Nutzer ihr System halbjährlich neu aufsetzen (schade um die Einstellungen, mit denen man Windows’ schlechtes Benehmen nach der Lektüre eines 580-seitigen Buches oder zehnjähriger Erfahrung abgewöhnt hat).
Bei Linux ist das einfacher als bei Windows, da dort die Einstellungen wie bei OS X in einzelnen Dateien gespeichert werden.
Wie effizient lässt sich mit Mac OS X im Vergleich zu Linux arbeiten? Sehr viel effizienter. Ich habe meine Erfahrungen mit einem Jahr Linux nicht gemessen, aber man denke nur mal an Dinge wie die Anwendungs-Packages: Programme werden in einem Package gespeichert und verteilen sich nicht über die gesamte Verzeichnisstruktur. Installieren? Etwa mit Gepfriemel in den Quellen, configure, make, make install? Nein: Programm-Icon aus einem gemounteten Image in den Applications-Ordner ziehen. Kopieren? Package anfassen und per Drag and Drop verschieben. Löschen? In den Papierkorb damit.
Oder man denke an das automatische Mounten von eingelegten Volumes, die sogleich benutzbar auf dem Desktop erscheinen. Vielleicht kommt das mit Windows Longhorn, wie weit Linux da ist, weiß ich nicht (zu meiner Linux-Zeit, von SuSE 5.3 bis 6.1 bzw. KDE-Betas bis KDE1 war das kein Thema).
Es gibt unzählige kleine Details, bei denen der Mac durchdacht ist, während KDE und Konsorten Windows kopieren (die schon schlecht beim Mac kopiert haben):
- Kein Click-Through
Siehe, schon wieder, John Gruber: 1, 2. Ein Klick in ein Fenster eines nicht aktiven Programms bringt erstmal das Programm in den Vordergrund und löst nicht gleich eine (versehentliche) Aktion in dem Fenster aus.
- Die zentrale Menüleiste
Fitt’s Law: Am einfachsten zu erreichen, abgesehen von aktuellen Punkt (Kontextmenü) sind die Bildschirmecken und die Bildschirmränder, aber bestimmt nicht irgendein anderer Punkt auf dem Bildschirm. Deswegen ist am Mac die Menüleiste für das aktive Programm immer oben und deswegen gibt es nicht wie bei Windows für jedes Fenster eine eigene Menüleiste, die man erstmal treffen muss.
- Destruktive und non-destruktive Aktionen sind deutlich voneinander getrennt (Fenster-Icons, Dialog-Buttons).
- Buttons sind sinnvoll beschriftet, z.B. mit »Sichern« und »Nicht sichern«, und nicht mit »Ja« und »Nein«.
- Das Dock von OS X ist die bessere Taskleiste.
- Dialog-Boxen sind aufgeräumt und nicht mit Optionen überfrachtet, mit hundert Optionen, einem Dutzend Reitern und fünffach verschachtelten Ebenen versehen.
- Konsequentes Drag and Drop im ganzen System und allen Programmen, nicht nur rudimentär wie bei Windows und Linux.
Dein nächster Einwand:
»Ein weiterer wichtiger Punkt für mich ist, daß ich mir als Entwickler mit i386 eine Hintertür offen halte. Ich hatte noch nie den Auftrag eine OS X Appliaktion für einen Kunden zu entwicklen. Windows Applikationen kann ich mittlerweile nicht mehr zählen.«
Wenn Du mit der Entwicklung von Windows-Applikationen Deine Brötchen verdienst, dann bleib’ bei Windows.
Wenn Du Server-seitige Programmierung machst oder mit Java (Server- und Client-seitig) arbeitest, dann ziehe beim nächsten Rechnerkauf den Mac in Betracht. James Gosling, der Java-Erfinder, ist zum Mac gewechselt. Der Verleger Tim O’Reilly hat sich ein Powerbook zugelegt und viele andere.
»Design?! Wenn mein Hobel Goldklingen hat, mach ich noch lang keine schöneren Schränke. Nicht das Werkzeug macht den Meister, sondern die Fähigkeit im Umgang mit Werkstoff/Medium und Werkzeug. «
Vielleicht machst Du mit einem schöneren Werkzeug keine schöneren Schränke, vielleicht aber doch (Motivation?), und vielleicht auch schneller: Ich arbeite gerne mit einem schönen (und leisen) Gerät statt mich zu ärgern, was für ein hässlicher Monitor vor mir und welche gräßliche Kiste unter dem Schreibtisch steht (der Power Mac G5 soll ja leiser sein als so manches PC-Notebook…). Ich krabbel’ nicht so gern unter den Tisch, um ein USB-Device anzuschließen, sondern stecke es in einen der beiden USB-Ports an meiner Tastatur. Ich kann besser (schneller, motivierter) mit einem Betriebssystem arbeiten, das schön ist und mir nicht im Weg rumsteht und bei dem sich Leute Gedanken über das Interface gemacht haben. Mit Linux, egal ob mit KDE, Gnome oder einem anderen Windowmanager, könnte ich meine Arbeit auch erledigen, denn es funktioniert genauso. Bei diesen Projekten können offensichtlich Leute programmieren, aber Programmierer haben leider selten Ahnung von Usability und Interface-Design, und das sieht man den Projekten auch an. Sie funktionieren, irgendwie.
Ansonsten gebe ich Dir Recht: Die Fähigkeit im Umgang mit dem Werkstoff macht einen zum Meister. Aber ein gutes Werkzeug kann dabei helfen.
Ich habe kein Handwerk gelernt, aber meines Wissens benutzt man im Beruf mittlerweile auch Werkzeuge, die die Arbeit leichter von der Hand gehen lassen, während man in der Ausbildung mit den althergebrachten Methoden lernt. In der Bankkaufmann-Ausbildung (lange ist’s her) habe ich Zinsen quasi einzeln mit Zinszahlen berechnet, im Beruf hat’s der Computer gemacht. Um’s etwas sarkastisch zu formulieren: Mit dem Linux-PC geht’s auch, aber er wäre für mich oft das umständlichere Werkzeug.
Soweit die direkten Antworten auf Deinen Kommentar. Die kommenden Abschnitte habe ich unter die Überschrift »Freistil« gestellt.
Freistil
Es muss einen Grund geben, weswegen die Virginia-Universität für ihren im Oktober 2003 startenden Terascale-Cluster 1.100 Dual-G5 gekauft haben.
Es gibt gute Gründe, weswegen die Uni Toyko ab März 2004 nicht von Mac zu Linux wechselt, sondern von Linux zum Mac (»Both the ease of installing software as well as ease of maintainence were cited as reasons for the switch.«; siehe auch asahi.com).
Das in wenigen Wochen erscheinende Panther (OS X 10.3) ist auch UNIX: Es basiert auf FreeBSD 5.0, der Darwin-Kern ist open source, und es kommt laut der »Mac OS X: State of the Union«-Vorführung von der WWDC mit libXML2, International Components for Unicode (ICU), wchar_t, postfix, vim, net-snmp und neuen Versionen von Perl 5.8.1, python 2.2.3, Tcl 8.4.1, ruby 1.6.8, samba 3.0, BIND 9, Kerberos, autoconf, more, tar, php4. Das Filesystem wird Journaling mitbringen, NFS Locking, »Mobility« (AFP, NFS disconnection), sowie verbesserte Performance in den Bereichen SMB, NFS, WebDAV und UFS bieten. Es ist »fully buzzword compliant« und laut Apple wird Panther der »Unix-lover Heaven«:
»Panther will include a final X11 window server for Unix-based apps, improved NFS/UFS, FreeBSD 5 innovations as well as support for popular Linux APIs, IPv6 and other important acronyms.«
Ehrlich gesagt sind mir Dinge wie libXML2, ICU, wchar_t oder net-snmp kein Begriff. Meine Linux-Vergangenheit war mit einem Jahr etwas kurz, liegt auch schon etwas zurück und ich habe versucht, Linux als Anwender zu benutzen. Ich kann Dir sagen, weswegen ein Windows-Anwender zum Mac wechseln sollte, aber einem Linux-Freak das Nahe zu bringen oder einen »Open Source-Evangelist« vom Mac zu überzeugen, da tue ich mich etwas schwer. Ich kann nicht beurteilen, ob jemand, der sich mit der Shell wohlfühlt wie ein Fisch im Wasser, den Mac als Ozean und Linux als Aquarium empfinden wird, weil ich meinen Computer für andere Dinge benutze. Für mich kommt dagegen Linux als Desktop-System auf gar keinen Fall in Frage.
Aber vielleicht hat Dir der Text ja geholfen, mich etwas besser zu verstehen.
Um es mit den Worten der Omnigroup zu sagen (eine Firma mit Next-Vergangenheit), die den Browser Omniweb produzieren:
»People who use and love the Mac (and Mac OS X in particular) do so because of the sum of all the little things; the attention to detail that makes the Mac user experience superior.«
Auf dem Mac gibt es Dinge, die andere Unices nicht bieten können: Einfache und intuitive Bedienbarkeit, die mir die Arbeit erleichtert (das Usability-Lab von Gnome baut bisher auch nur eine Kopie von Windows nach), Quartz und Quartz Extreme, die Bildschirmvergrößerung, das Adressbuch im Zusammenspiel mit Bluetooth und iSync, Rendezvous (basiert auf ZeroConf), Exposé, das Fast-User-Switching…
Eine Zeitungsanzeige von Apple fasst es gut zusammen:

Große Version bei xahlee.org.
P.S.: Apple ist durch OS X der größte Anbieter von UNIX-Systemen weltweit. Niemand sonst verkauft mehr UNIX-Lizenzen als Apple. Mehr als HP, Sun, IBM, SCO…
Erschienen am Samstag, 04.10.2003 @ 17:08
| Kommentare deaktiviert
Tags: Apple, get-a-mac