Archiv für Montag, 20.10.2003

Montag, 20.10.2003

Lesenswertes im fscklog

Der Kollege vom fscklog hat in den letzten Tagen mal wieder eine Menge guter Links zusammengetragen, zum Beispiel:

Dell froze over

Macminute: »This isn’t news per se, but it’s something you’ll probably never see again.«

Lossurfen zu fschklog, lesen, und ab in die täglichen Bookmarks!

Erschienen am Montag, 20.10.2003 @ 0:32 | Kommentare deaktiviert
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7/4

»Ich lebe von eingeschweißten Glückskeksen, die mir der Chinaimbiß mitgibt. Dessen eingeölte Lauwarmnudeln, nur echt mit 24 Konservierungsstoffen, dürften meinen Cholesterienspiegel auf ein Niveau gehoben haben, welches Schwester Stefanie erbleicht die Werbung einblenden lassen dürfte, doch wenigstens werde ich nicht alt, runzlig und fange an, in Supermärkten Schlangen aufzuhalten.«

Neues aus Los Angeles von Siebenviertel. Lesen. Jetzt.

Erschienen am Montag, 20.10.2003 @ 5:13 | Kommentare deaktiviert
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Schwach geworden

Reich und berühmt bin ich noch nicht, aber einen Wunsch habe ich mir jetzt doch schon erfüllt, indem ich mein Geld zusammengekratzt habe: eine digitale Spiegelreflex-Kamera.
Ich hatte am Sonntag vor einer Woche (12.10.) Gelegenheit, mir die EOS 300D von Canon anzusehen, von der ich bereits geschwärmt habe. Und als ich sie in der Hand hatte und ein paar Fotos mit ihr schoss war klar: »Sie wird mal mir gehören.«

Die EOS 300D ist nicht einfach eine weitere Digiknipse, wie es sie schon zuhauf gibt. Sie ist die erste digitale Spiegelreflex-Kamera, die in bezahlbare Regionen rückt.
Im Prinzip gibt es zwei Arten von Kameras (Mittelformat und solche Dinge mal außen vor): Sucherkameras und Spiegelreflex-Kameras.

Sucherkameras (»Knisperkameras«), in die ein Film für Papierabzüge reinkommt und bei der man durch den Sucher in etwa das sieht, was später auf dem Film landet. Der Vorteil: kompakt und günstig. Vor einigen Jahren versuchte die Fotoindustrie, den wegbrechenden Umsätzen etwas entgegenzustellen und erfand das APS-Format, nach dem heute kein Hahn mehr kräht.
Die andere Art von Kameras sind Spiegelreflex-Kameras (»SLR«). Auf sie lassen sich verschiedene Objektive schrauben und durch das Linsensystem sieht der Fotograf tatsächlich, was später auf Film gebannt wird. Die Qualität ist im Vergleich zu Sucherkameras über jeden Zweifel erhaben, zudem bieten sie durch die Wechselobjektive wesentlich mehr Möglichkeiten, da man nicht auf fix eingebaute Brennweiten beschränkt ist. Mit einer SLR sind dadurch auch ganz andere Aufnahmen möglich, z.B. Tiefenunschärfe, extreme Makro- oder Tele-Aufnahmen etc., zu denen eine Sucherkamera aus baulichen Gründen gar nicht in der Lage ist.

Dann kam die Digitalfotografie auf. Im Prinzip die gleichen Sucherkameras, nur dass das Motiv nicht mehr auf einen Film aufgenommen, sondern auf einem Chip gespeichert wird. Die Händler und Hersteller wurden von der Nachfrage überrannt, jeder wollte so eine Digitalkamera (»Digiknipse«) haben, sparte man sich doch den Film ein, konnte das Bild direkt nach der Aufnahme betrachtet und misslungene Schnappschüsse gelöscht werden. Weiterhin boten die Speicherkarten mit der Zeit immer mehr Platz, so dass die Kamera auch mehr Bilder aufnehmen konnte als früher die Knipserkamera mit Kleinbild- oder APS-Film. Und die Fotos konnten am Computer nachbearbeitet werden oder einfach an Freunde per E-Mail verschickt oder auf eine Website gestellt werden.

Seit einiger Zeit gibt es unglaubliche Bauernfängerei rund um Digiknipsen: Was da im Homeshopping verscherbelt wird ist nicht auszuhalten: »Digitale Qualität!« (obwohl digital/analog nichts mit guter oder schlechter Qualität zu tun hat). »Und denken Sie daran: Niemand bekommt Ihre Fotos zu Gesicht!« Haben die Moderatoren zu oft »One Hour Photo« gesehen?
Für 150 Euro werden billigste Kameras verramscht, die mit »Features« wie interpolierten Megapixeln oder »Digital-Zooms« statt optischen Zooms angepriesen werden. »Interpoliert« heißt »hochgerechnet«. Dass man aus viel wenig machen kann, ohne Abstriche bei der Qualität hinnehmen zu müssen, sollte klar sein, aber aus wenig viel haut nicht besonders gut hin. Der Kamerachip muss schätzen, wie die Pixel wohl aussehen könnten, wenn er sie dazudichten muss. Und bei »Digital-Zooms« ist es nicht anders: Tatsächlich wird nur ein kleinerer Bildausschnitt für die Berechnung herangezogen, das Motiv wird nicht wirklich »herangezoomt«. Unser Haus- und Hof-Lieferant in Sachen HiFi pflegt zu sagen: »Physik lässt sich nicht überlisten«, und das trifft auch hier zu.

Ich hatte für kurze Zeit auch mal eine Digiknipse, und zwar eine DC4800 von Kodak (1, 2).
Die hatte 3 Megapixel, aber ich verkaufte sie wieder, da mir mit ihr keine guten Fotos gelangen: keine Tiefenunschärfe, starkes digitales Rauschen (Beispielfoto: ein Ausschnitt aus einem 3 MPixel-Foto, jedoch in Originalgröße belassen).

An den Spiegelreflex-Kameras ging diese Entwicklung der Digitalisierung etwas vorbei: digitale SLR waren nur im oberen Preissegment zu finden, jenseits der 5.000 Euro, und die Qualität war anfangs auch noch nicht das Gelbe vom Ei. Die Profis fotografierten weiterhin mit analogen SLRs auf Kleinbild-Filme (»KB«). Mir sind keine SLR mit APS-Format bekannt – APS wurde speziell für das untere Preissegment entwickelt. Völlig am Markt vorbei, wie sich mit der Entwicklung der Digital-Fotografie herausstellte.

Wenn man nicht Unsummen ausgeben wollte, war man in einer Zwickmühle: Bei einer Digiknipse zugreifen und unbefriedigende Ergebnisse erhalten oder weiter gute Fotos mit einer Kleinbild-SLR machen, aber den Verheißungen der digitalen Zukunft entsagen.
Anfang 2003 waren die Preise für Einsteiger-Digital-SLRs bereits auf rund 2.000 Euro gefallen, aber für viele an digitalen Spiegelreflex-Kameras Interessierte war das damalige Einsteiger-Modell EOS 10D von Canon immer noch zu teuer. Die 10D kostet mittlerweile um die 1.500 Euro, nur das Gehäuse (»Body«), ohne Objektiv wohlgemerkt. Die digitale Oberklasse bei Canon gibt’s derzeit in der 1Ds für 8.200 Euro (die 1D, ohne »s« für ca. 3.000 Euro). Die Einsteigerklasse bei Nikon heißt D100 und kostet 1.750 Euro. Teurer geht’s dort natürlich auch, zum Beispiel mit der D1X ab 6.000 Euro (nur der Body).
In diesen Regionen sind wohl nur noch Canon und Nikon von Bedeutung; ich habe jedenfalls noch nie von Berufsfotografen gehört, die etwas anderes als diese beiden Marken oder Leica einsetzen.
Die analoge Variante der 300D, die 300V, wird aktuell übrigens für 260 Euro inkl. einem 28-90-Objektiv verkauft.

Verständlich, dass die Vorstellung der EOS 300D zur ifa einer Revolution gleich kam: Digitale Spiegelreflex von Canon mit sechs Megapixeln für nur 1.099 Euro (Body) und 1.199 Euro mit einem 18-55 mm Zoom-Objektiv: sen-sa-tio-nell.

Endlich war Besserung in Sicht für Meinesgleichen, die ihre analoge Kleinbild-Spiegelreflex wie eine Digitalkamera benutzten: Ich nahm auf Papierfilm auf und ließ mir vom Labor die Fotos für 5 Euro pro entwickeltem Film auf Picture-CD speichern, mit zweifelhafter Qualität: Lediglich 1,5 MPixel Auflösung (1.536 x 1.024 Pixel) und die Farben ersoffen in der Sättigung. Ich überlegte mir genau was ich fotografieren wollte, denn pro 36 Bilder klingelte einmal mit fünf Euro die Kasse im MediaMarkt (für Dias ist das Labor gut, Digitalisierung dann aber nur auf PhotoCD für einen Euro pro Bild; glaubt nicht, dass der Fotoladen um die Ecke Eure Bilder nicht zur Entwicklung in ein Großlabor schickt). Bis die Fotos auf CD gespeichert waren, verging immer eine Woche, zudem musste ich auch erstmal den Film voll bekommen.
Die zwangsweise mitentwickelten Papierabzüge gab ich zurück (»Ich glaube es ist einfacher wenn ich Ihnen sage, wie viele Bilder ich behalte statt wie viele ich zurück gebe.«).

Dass Händler mit »Echte Fotos von Ihren digitalen Bildern!« warben und die Kunden ihnen damit die Bude einrannten, konnte ich nicht ganz verstehen. Naja eigentlich schon, die Vorteile digital vs. analog habe ich ja oben genannt. Aber ich wollte meine Fotos seit geraumer Zeit als Datei im Computer haben, um sie weiter zu bearbeiten, zu verwenden und zu versenden, mit stapelweise Papierabzügen oder Dias kann ich nichts anfangen. Sicher, ich blättere auch gerne in alten Fotoalben, aber man kann auch Leute um ein Display versammeln, wie man sie um ein Album sammelt, und dann eine Slideshow vorführen. Dabei altern die Bilder nicht, sie sind ja digital gespeichert und das JPEG-Dateiformat ist hinreichend zukunftssicher (einen äußerst lesenswerten Artikel zu diesem Thema gibt es bei Spiegel-online von Christiane Schulzki-Haddouti: »Wie alt wird ein Bit?«).
Oder wie Steve Jobs von Apple zum Programm iPhoto sagt: »digital shoe box«.

Eine digitale Spiegelreflex für rund 1.000 bis 1.100 Euro Straßenpreis; da überlegt man sich doch, ob man 500 bis 600 Euro für eine Marken-Digiknipse mit einigermaßen Qualität ausgibt oder noch 400 Euro drauflegt, um eine digitale SLR zu bekommen.
Wie gesagt, am Sonntag hatte ich Gelegenheit, mir die EOS 300D anzusehen und sie gefiel mir sofort: sah im Prinzip genauso aus wie meine KB-SLR »Z-20« von Pentax. Sie fühlte sich auch genauso an und die Bedienung war ebenfalls ähnlich. Außerdem sprachen noch eine Reihe weiterer Dinge für sie:

  • 6,3 Millionen Pixel Auflösung, 3.072 x 2.048 Pixel (PhotoCD-Auflösung!)
  • Ein schneller und dabei sehr leiser Autofocus
  • Ein leiser Verschluss mit sehr geringer Auslöseverzögerung
  • Serienaufnahmen: bis zu 4 Bilder hintereinander bei 2,5 Bildern pro Sekunde
  • Automatische Reihenaufnahmen mit verschiedenen Belichtungs-Einstellungen
  • Nahezu kein digitales Rauschen (siehe Negativbeispiel der Kodak DC4800)
  • 7 Autofocus-Punkte
  • Eingebauter Blitz mit Leitzahl 13, einige Zentimeter über der optischen Achse
  • Blitzschuh für externe Blitze
  • ISO-Einstellungen: 100, 200, 400, 800, 1600
  • Relativ niedriges Gewicht von 560 Gramm (ok, Plastikgehäuse, hat meine alte Z20 aber auch; das Bajonett ist aus Metall) bzw. 190 Gramm für das Objektiv
  • Kompatibel mit EOS-EF-Objektiven
  • Überzeugendes Objektiv (gute Qualität, Brennweite 18-55 mm äquivalent zu 28-88 mm Kleinbild, Blende 3,5 bis 5,6, günstiger Preis: nur 100 Euro Aufpreis)
  • CompactFlash Typ I und II, Unterstützung für IBMs Microdrive
  • JPEG bis zur o.g. Auflösung in 95%iger Qualität (= kaum Kompression)
  • Gleichzeitige Speicherung von JPEG und RAW
  • LiIon-Akku ist herausnehmbar (kompaktes Ladegerät mit Anschluss für Kaltgerätestecker wird mitgeliefert)
  • Einziger Haken: USB 1.1 als Schnittstelle, kein FireWire

Tags darauf zu rechnen angefangen und zum Schluss gekommen: bis Weihnachten wird noch gewartet.
Wenige Stunden später meldet sich Wolfgang auf meinem Handy: Er hat in Erfahrungen bringen können, dass das Ding weggeht wie geschnitten Brot und angeblich, wenn die Produktion ausverkauft sei, wird es vor Mitte 2004 keine neuen mehr geben.
Am Dienstag hatte ich sie.

Warum habe ich erst am Samstag Aufnahmen gemacht, obwohl ich sie bereits am Dienstag hatte?
Ich habe noch auf das Microdrive mit 1 GB Kapazität gewartet. Dabei gab es Lieferschwierigkeiten, weswegen ich am Samstag eine völlig überteuerte 64-MB-CF-Karte kaufte, um schon mal loslegen zu können. Auf die 64 MB-Karte gehen ganze 18 Aufnahmen drauf (pro JPEG-Bild mit voller Auflösung und minimaler Kompression etwa 3,1 MB); das 1 GB große Microdrive wird etwa 300 Aufnahmen fassen.
Ah ja, die Idee von Jan, das erste Foto mit der neuen Kamera online zu stellen finde ich recht nett, daher meine erste Aufnahme auf der rechten Seite (anklicken zum Vergrößern, aber Obacht: 1,9 MB, ist die unveränderte Originaldatei!). Die Aufnahme zeigt einen kleinen Teil der Mittelhalle des Nürnberger Hauptbahnhofs. Ich stand bei der Aufnahme auf der Galerie im ersten Stock.

Von Canon wird die 300D, der Homeshopping-Moderatoren wohl »Profi-Qualität« unterstellen würden, laut Website übrigens als »6 Millionen Pixel für den Privatanwender« verkauft. Selbst die 1.500 Euro teure 10D läuft bei Canon noch als »semi-professionell«. Von verschiedenen Fachzeitschriften wurde die 300D hoch gelobt.
Das Objektiv EF-S 18-55 kann nicht separat gekauft werden und es kann auch nicht an analoge EOS-Kameras angeschlossen werden. Das EF-S gibt’s nur im Bundle mit der 300D, so dass man sich beim Kauf überlegen sollte, ob man nur die Kamera nimmt (ggf., wenn schon EF-Objektive vorhanden sind), oder ob man noch hundert Euro für das Set mit Objektiv drauflegt.

Ab jetzt wird wieder mehr fotografiert: Man kann einfach mal abdrücken, kostet ja nichts. Mehr Alltagsfotos. Oder einfach mal Bratkartoffeln fotografieren und für zwei Bilder sechs Aufnahmen verballern.
Schön sind auch die Zusatzinfos, die bei jedem Bild mit abgespeichert werden. Bei dem IMG_0001.jpg sind das beispielsweise (aus iPhoto):

Bild
Breite:2.048 Pixel
Höhe:3.072 Pixel
Aufgenommen:18. Okt. 2003, 14:15 Uhr
Digitalisiert:18. Okt. 2003, 14:15 Uhr

Datei
Name:IMG_0001.JPG
Größe:2,0 MB
Geändert:18. Okt. 2003, 14:15 Uhr
Importiert:18. Okt. 2003, 16:42 Uhr

Kamera
Hersteller:Canon
Modell:Canon EOS 300D DIGITAL
Software:Quicktime 6.4

Belichtung
Verschlusszeit:1/50
Blende:f 4,0
Max. Blende:f 3,6
Belichtungskorrektur:0,00
Brennweite:18,00 mm
Abtastung:Ein-Farb-CCD
Blitz:Aus
Messung:Raster
ISO-Einstellung:100

Was hat die ganze Aktion gekostet?
Durch glückliche Umstände habe ich das Set, also Kamera und Objektiv für 999 Euro bekommen. Das Microdrive wird um die 170 Euro kosten.

Mac-Kompatibilität? In der Verpackung des USB-Kabels wird zwar in vier Sprachen gewarnt, man möge unbedingt die Treibersoftware vor dem Anschließen installieren, aber am Mac gibt’s natürlich keine Probleme, wenn man das bleiben lässt: »kompromisslose Out-of-the-Box-Experience«, wie ich das nenne. Beim Anschließen der Kamera wird wahlweise »Digitale Bilder« für den Import einiger oder aller Bilder an einen bestimmten Ort geöffnet, oder iPhoto für den Import in die iPhoto-Library.
Ich verwende »Digitale Bilder«, lasse von dem Programm nach dem Import die Dateien auf der Kamera löschen und mir anschließend die Fotos in »Preview« anzeigen und im Finder den Ordner mit den gespeicherten Bildern öffnen.
Übrigens liegt der Packung eine Bulk-Version von Photoshop Elements 2.0 bei. »Bulk« heißt: voller Funktionsumfang, aber Handbuch und CD mit Canon-Logo und der Weiterverkauf ohne Kamera ist untersagt.

Wer mal schauen möchte: Meine beiden letzten Bilderserien, die ich online gestellt habe (mit der Pentax Z-20 aufgenommen und als Picture-CD digitalisiert):

Weitere Informationen zur Kamera von Canon:

Erschienen am Montag, 20.10.2003 @ 6:03 | Kommentare deaktiviert
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Lieblingsplatz

Ich habe ja schon öfter mal beschrieben, wo ich am liebsten im Zug sitze, jetzt kann ich’s auch zeigen.   :-)

Der ICE1 morgens um 07:27 ab Nürnberg. »Mein« Platz ist in der Dreiergruppe der einzelne (in Fahrtrichtung rechts), gegenüber dem Sitz, auf dem gerade mein Rucksack steht. Meine Jacke hängt in der Garderobe auf der anderen Seite. Vorteil hier: Kein Platznachbar (ist ja ein Einzelsitz) und Ablageplatz für den Rucksack auf dem gegenüberliegenden Sitz, sofern der Zug nicht zu voll ist.
Der ICE-T um 14:49 ab München. Auf dem Bild ist links nicht mehr zu sehen, dass da noch eine weitere Sitzreihe ist sowie ein Tisch. Mein Platz ist, aus Sicht des Aufnahmestandpunkts, auf der linken Seite der Fensterplatz in der dritten Reihe (in Fahrtrichtung rechts). Der hat drei entscheidende Vorteile: Man kann die Beine lang machen, weil einem niemand gegenüber sitzt wie an einem Tischplatz. Weiterhin: Man hat mehr vom Fenster als eine Reihe weiter vorne. Und drittens: Hinter einem kommt keine weitere Reihe in der gleichen Anordnung, sondern ein kleiner Zwischenraum (eignet sich gut für Koffer) und dann eine Reihe in die andere Blickrichtung. Ideal, um hemmungslos die Sitzlehne nach hinten zu klappen und zwischen den beiden Sitzen zu schlafen.

Heute begann in München die Systems, aber überraschenderweise war der Zug leerer als sonst an einem Montag-Morgen. Sogar nach Augsburg hatte ich noch die Dreiergruppe für mich alleine.

Hier sieht man mal deutlich, wie sich eine Zuggattung im Laufe von zehn Jahren verändern kann. Im ICE1 ist alles noch wuchtig, im ICE-T ist die Einrichtung dagegen recht »leicht« und unaufdringlich. Die Sitze im ICE-T sind bequemer und die Kopfkissen bleiben da, wo sie sein sollen. Überhaupt bekommt man die Kopfkissen im ICE-T leichter in die gewünschte Position.
Die Platzreservierung ist im ICE1 noch old-school, wie in einem InterCity (Papierfetzen in einem dicken Plastik-Schuber). Im ICE-T gibt’s die rote LED-Anzeige über den Plätzen (in den ICE2 gab es dann schon eine orangene LED-Anzeige).
Die Farben im ICE-T sind nüchterner: hell- und dunkelblau, außerdem weiß und viel Glas und Metall (die Innentüren), in den Durchgängen helles Holz. Im ICE1 gibt es blaue, graue Sitze, graue Kopfkissen, angegilbte Wände (die waren glaube ich schon immer so) und viel grün lackiertes Metall.
Die Gepäckablagen im ICE der ersten Generation sind sehr wuchtig, im ICE der dritten Generation wieder leicht. Tatsächlich bekommt man im Zweifelsfall einen dicken Koffer im ICE1 eher auf die Gepäckablage als im ICE-T bzw. ICE3 (dafür gibt es dort noch die Zwischenräume bei Rücken-an-Rücken stehenden Sitzreihen und hinter den Innentüren).
Mir gefällt das Design des ICE-T sehr viel besser als das des ICE1.

Erschienen am Montag, 20.10.2003 @ 19:37 | Kommentare deaktiviert
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