Sonntag, 02.11.2003
So, hier noch der Nachtrag, was sich am Montag und Dienstag (27./28.10.) in der SAE zugetragen hat.
Es war die erste von vier Wochen des Fachs »3D«. Auch diese vier Wochen wird uns Carsten das Programm näher bringen, wie er es schon mit Director getan hat.
Wir arbeiten dabei mit dem Programm Cinema 4D (Release 8) von der deutschen Firma Maxon, das im Vergleich zur Konkurrenz relativ günstig ist, aber dennoch professionellen Ansprüchen genügt. Die kleinste Variante kostet um die 700 Euro, die Version »C4D R8 XL« bringt es auf 2.000 Euro.
Wettbewerber sind
3D Studio Max von Discreet (ab 3.500 USD),
softimage|3D (»Soft-Imahsch«) von Softimage (710 oder 1.200 €),
LightWave 3D von NewTek (1.600 USD) und
Maya von Alias (2.000 oder 7.000 USD). Die Preise sind ziemlich abgestürzt; früher waren Investitionen von 20.000 Euro oder mehr pro Lizenz nicht unüblich.
Das Schöne an Cinema ist, dass mehrere Sprachen mit dem Programm mitgeliefert werden. Cinema ist das einzige Programm, mit dem wir an der SAE auf Deutsch lernen.
Sorry für die Spiegelung.
Was macht man mit einer 3D-Software, außer die Erschaffung von perfekten Körpern? 3D finde ich ziemlich interessant, aber schon nach der einen Unterrichtswoche Cinema im BMC war mir und meinen Mitstreitern klar: Wenn man sich in 3D reinsteigert, macht man nichts anderes mehr. Holger pflegt zu sagen:
»Entweder man macht 3D oder man macht den Rest.«
Wie weit man es treiben kann, Know-How, Men Power und eine Renderfarm vorausgesetzt, zeigen Filme wie Final Fantasy, Shrek oder Ice Age, die komplett aus dem Computer kommen.
Da der BMC schon etwas zurück liegt, begannen wir nochmal von vorne, im Schnelldurchgang: Oberfläche, wichtige Shortcuts, die fünf Ansichten, arbeiten mit Objekten, Parameterobjekte, Grundobjekte und Nullobjekte.
Als kleine Übung zum Thema Gruppierungen bauten wir ein kleines Sonnensystem: Sonne, Erde und Mond, als einfache Kugeln. Ganz klar: Alle drei Kugeln drehen sich um ihre eigene Achse, die Erde dreht sich um die Sonne und hat den Mond im Schlepptau, der sich um die Erde dreht.
Danach besprachen wir noch Keyframe-Animationen, die Arbeit mit der Zeitleiste und dem F-Curves-Panel. Dazu die verschiedenen Animationsarten (Position, Größe, Winkel) und Arbeit mit Parametern.
Abschließend begannen wir das Thema Splines und importierten spaßeshalber auch mal eine kleine Vektorgrafik aus Freehand in Cinema (im Illustrator-Format). Als Hausaufgabe bekamen wir auf, das Sonnensystem zu animieren. Dann war der Montag auch schon rum.
Am Dienstag zeigte uns Carsten, wie wir uns einfach Menüs nach eigenem Gusto anpassen können, ehe er zu den NURBS kam. Gestern sahen wir uns noch kurz das Extrude-NURB an, mit dem einem Spline-Pfad eine räumliche Tiefe gegeben werden kann. NURB oder NURBS heißt: »Non-Uniform Rational B-Spline« und definiert einen Körper bzw. ein Objekt.
Heute ging es mit dem Lathe-NURB weiter. Dabei wird nur eine Hälfte eines zu erstellenden Objekts gezeichnet, zum Beispiel zeichnet man nur die eine Hälfte eines Glases in der Seitenansicht entlang der Y-Achse. Das Lathe-NURB fährt dann einmal 360° um die Y-Achse herum und macht so aus dem Spline einen Körper, zum Beispiel ein fertiges Weinglas.
Es folgten das Loft-NURB, mit dem mehreren Objekten eine »Haut« übergezogen werden kann, und das Sweep-NURB, bei dem eine Kontur an einem oder mehreren Pfaden entlang gezogen wird.
Das eignet sich gut für Schläuche oder Geländer; Carsten zeigte uns mal auf die Schnelle, was damit möglich ist: Nach wenigen Mausklicks hatte er ein Schiffsgeländer a la Titanic fertig (die Geländerstange baute er einmal, duplizierte sie über »Funktionen, Duplizieren« und ordnete sie mit »Funktionen, Anordnen« entlag des Loft-NURBS an).
Zur Pause wurde das Rausrendern aus Cinema zum Thema. Was man alles einstellen kann, welche Einstellungen weswegen sinnvoll sind und wie man ganz leicht auch den schnellsten Rechner mit Rendering-Optionen ausbremst: beispielsweise Anti-Aliasing von »keines« auf »16×16« stellen (verlängert die Renderzeit pro Bild um das 256-fache) und mit »Caustics« Lichtbrechung berücksichtigen lassen.
Kurzer Ausflug in Adobe Premiere und dort die Einzelbilder von Cinema wieder importiert, um sie für Video weiterzubearbeiten. Cinema kann zwar die 3D-Animation auch als Quicktime-Film rendern, aber Einzelbilder sind vorteilhafter: Der Vorgang kann gut unterbrochen und später fortgesetzt werden uns es macht auch nichts, wenn evtl nach zwei Tagen Renderzeit kurz vor Schluss der Rechner abstürzt.
Ganz zum Schluss ging es noch um das HyperNURB, das Objekten Rundungen hinzufügt. Das HyperNURB, eigentlich von Pixar als »sudivision surfaces« erfunden, ist für die Charakteranimation notwendig. Mit dem Ding kann aus einem Würfel ein Kopf geformt werden.
Für die Deformation lernten wir in diesem Zusammenhang noch das FFD-Deformations-Objekt kennen.
Tja, das war die erste 3D-Woche! Nächsten Montag (3.11.) steht die erst von vier theoretischen und praktischen Zwischenprüfungen an, am Dienstag ist »CD-Mastering« am Start, ehe es am 10. wieder mit C4D weitergeht (die erste 3D-Woche wurde vorgezogen, da der Test um eine Woche nach hinten geschoben wurde; CD-Mastering ist in der gleichen Woche wie der Test).
So, der zweite Collegeblock ist voll (der erste ging in den drei Monaten BMC drauf).
Erschienen am Sonntag, 02.11.2003 @ 11:16
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Tags: cinema, SAE
Der Director-Workshop am Freitag-Abend um 19 Uhr fand außerplanmäßig statt, um:
»…anhand eines Director-Spiels (Lingo) zu zeigen, wie man an die Lösung von Problemen herangeht.«
Um 19 Uhr begann Jochens Director-Workshop als Ergänzung zu Carstens Unterricht. Jochen leitet neuerdings den Multimedia-Kurs, Alex wurde befördert und macht jetzt andere Dinge in der SAE.
Der Workshop ging knapp drei Stunden, bis 21:45.
Jochen zeigte uns zu Beginn das fertige Spiel: Vom Himmel fallen Schneeflocken, die am unteren Bühnenrand mit einem Korb eingesammelt werden müssen.
Erste Aktion: In den ersten Frame ein »Stopp-Schild«: go the frame. Anschließend befassten wir uns zunächst mit einer Flocke. Als Event kam nur der exitFrame in Frage, in dem wir für eine Änderung der locV des Sprites mit der Flocke sorgten. Nachdem das mit einer Flocke gut hingehauen hat, abstrahierten wir etwas: Statt explizit ein bestimmtes Sprite anzusprechen, war es Zeit für me.spritenum bzw. eine Property pSpr, um me.spritenum nicht bei jedem exitFrame neu abzufragen.
»Der schönste Programmcode ist der, in dem nur noch Variablen stehen.«
Im weiteren Verlauf regelten wir die Geschwindigkeit für die Flocken per Zufallsgenerator und sorgten dafür, dass sie am oberen Bühnenrand wieder herunterfallen, wenn sie unten aus dem Bild fallen.
Danach kümmerten wir uns darum, dass die Geschwindigkeit der Flocken jedes Mal geändert wird, wenn sie oben wieder neu durch den Bildschirm fallen, und dass nicht alle gleichzeitig herunterfallen, sondern nur einige.
Kurz vor Schluss kümmerten wir uns um den Eimer, der per Cursortasten nach links und rechts gesteuert werden soll, sowie um eine Begrenzung zu beiden Seiten, damit er nicht aus der Bühne hinaus gesteuert werden kann.
Hausaufgabe: Kollisionsabfrage der Flocken mit dem Eimer sowie das Hochsetzen des Flocken-Counters, dann ist das Spiel auch schon fertig.

Erschienen am Sonntag, 02.11.2003 @ 17:19
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Tags: director, SAE
Am Freitag lief nicht alles wie
geplant. Ich nahm beinahe einen zu späten Zug, da ich als Zeit irgendwas mit »um 17 Uhr losfahren« statt »um 17 Uhr ankommen« im Kopf hatte.
Subway mit Matthias ergab sich davon ab leider eh nicht, da bei ihm was dazwischen gekommen war. Netterweise brachte er meine Liegematte bei Holger und Stefie vorbei, danke!
Ich nahm den Zug um 15:29 ab Nürnberg, ein ICE-T, der von Leipzig über Erlangen kommend um 17:11 in München ankommen sollte. Die Zeit war zu knapp, um nach Erlangen zu fahren und um noch was zu essen, weswegen ich nach Vach radelte, mit dem Bus nach Fürth fuhr und dort am Rathaus einen Riesen-Döner aß.
Das mit dem ICE hat auch nicht so ganz hingehauen: Offenbar gab es ab Leipzig mit einem der beiden Halbzüge einen Antriebsschaden. Folge: 20 Minuten Verspätung und ein Ersatz-Intercity, der dem restlichen ICE-Halbzug voraus fuhr.
Ich nahm den Ersatz-IC, da der einige Minuten eher in Nürnberg war und mehr Aussicht auf freie Plätze versprach (was sich als richtig erwieß; im ICE, der einige Minuten später eintraf, saßen die Leute im Türbereich).
Aber war die richtige Entscheidung, vor mir saß bis Augsburg ein schnuckliges Mädel!
Bis München konnte der IC seine Verspätung auf eine halbe Stunde ausbauen; Ankunft um 17:45 Uhr. Ich ging direkt in die S-Bahn, stieg am Rosenheimer Platz wieder aus und entledigte mich bei Stefie und Holger schnell einiger Dinge, die nur den Rucksack voll machten (Wechselkleidung für Samstag, Kulturbeutel, Kamera).
Dann gleich um 18:16 weiter mit der S7 nach Perlach raus, zur SAE. Um 19 Uhr begann Jochens Director-Workshop als Ergänzung zu Carstens Unterricht. Jochen leitet neuerdings den Multimedia-Kurs, Alex wurde befördert und macht jetzt andere Dinge in der SAE.
Der Workshop ging knapp drei Stunden, bis 21:45.
Ich fuhr mit der S-Bahn eine Station weiter stadtauswärts, nach Neu-Perlach, da wegen der Bauarbeiten die S-Bahn nicht mehr bis zum Ostbahnhof fährt (verstehe ich eigentlich nicht, warum die in Giesing wendet und nicht zwei Stationen später im Ostbahnhof). Dort in die U-Bahn bis zum Ostbahnhof.
Holger und Stefie waren noch nicht soweit, sie waren auf einer Party in Schwabing eingeladen. Wir verabredeten uns im Vivo in der Nähe ihrer Wohnung (Lothringer Str. 13, 81667 München). Ich orderte ein Spezi (2,90; 0,5 l), aß ein Schnitzel Wiener Art (7,50) und las im neuen MX Mag weiter (wenn man sich bewusst ist, dass die Autoren nicht den Ast absägen auf dem sie sitzen und sich deswegen mit Kritik an Macromedia etwas zurückhalten und nicht all zu sehr auf die Sahne hauen, dann kann man es an sich ganz gut lesen). Eine recht kleine und dunkle Kneipe mit lauter Musik. Das Essen war ok, aber nicht die Welt, die Preise an sich okay, da gibt’s teureres in München.
Holger kam eine Stunde später (Stefie war schon nach Hause gegangen), wir blieben noch auf ein Bier/Ginger Ale und quatschten ein wenig. Dann heim und kurz vor zwei in die Falle.
Überraschung: Bin schon um halb neun aufgestanden, völlig ungewöhnlich. Ich las mein Tagespensum im Photoshop-Buch und nach dem Frühstück um elf gab ich den beiden eine Einweisung in die EOS 300D, die ich ihnen bis Montag leihe. Anschließend erläuterte mir Holger noch, wie ich meine Director-Übung (am Freitag-Abend in der SAE abgegeben) hätte effizienter machen können, mit weniger Spaghetti-Code.
ICE 1514 um 14:49 Uhr; überraschend leer, und dabei saß ich noch im ersten der beiden Halbzüge (München ist ein Kopfbahnhof; an belebteren Tagen bekommt man eher noch einen guten Platz im Zug, wenn man etwas weiter raus auf’s Gleis läuft).
Pünktliche Ankunft um 16:30 in Nürnberg. Ich fuhr nicht bis Erlangen durch, da ja noch mein Rad in Vach wartete; außerdem wusste ich nicht, ob zeitnah Busse nach Hause fuhren. U-Bahn bis Fürth, Bus nach Vach, mit dem Rad heim, Ende Gelände. Ansonsten nix besonderes mehr am Samstag-Abend. Zeitig in die Falle, so gegen zehn.
In der Heavy Rotation:
Black Eyed Peas, »Where is the Love?«
Erschienen am Sonntag, 02.11.2003 @ 20:32
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Tags: Leben, tageszusammenfassung