Archiv für Freitag, 05.12.2003

Freitag, 05.12.2003

Macs für Einsteiger: iTunes (auch für Windows-User)

Ein Bekannter hat den Switch vom PC zum Mac gemacht (und bitte, es schreibt sich »Mac« und nicht »MAC«).
Demnächst gibt’s eine Einführung vor Ort, und da ich mich mit Martin erst kürzlich über iTunes unterhalten habe (er benutzt die Windows-Version), dachte ich mir: Meine Tipps kann ich ja auch aufschreiben. Heute geht es also um iTunes.   :-)
Als iTunes 4 für Windows heraus kam, habe ich bereits einen kurzen, bebilderten Artikel dazu geschrieben.

In iTunes gibt’s ein paar schlaue Einstellungen, die sich ebenso für Windows-Nutzer des Programms empfehlen. Manches davon ist banal, anderes ist für den ein oder anderen vielleicht neu.
Am Mac können die Einstellungen, wie bei fast jedem Mac-Programm, über das Programm-Menü bzw. Applikations-Menü erreicht werden. Es ist am linken Bildschirmrand, rechts neben dem Apfel-Menü, und so benannt wie das Programm selbst (also »iTunes«). Unter Windows wird man im Menü »Bearbeiten, Einstellungen« fündig.

Im oben abgebildeten Reiter »Allgemein« zu empfehlen: Beim Einlegen einer CD sollen die Titel importiert und die Disc danach ausgeworfen werden. Dadurch muss zum Rippen einer CD noch nicht mal ein Knopf gedrückt werden: Rein ins Laufwerk, iTunes macht den Rest.
Außerdem ist es bequem, dass iTunes eine Internet-Verbindung aufbauen darf. Wenn der Rechner online ist, sieht iTunes beim Import einer CD in der CDDB nach, ob dort die Scheibe bekannt ist (es werden die Gesamtspieldauer, die Anzahl der Tracks und die Dauer der einzelnen Tracks übermittelt). Wenn das der Fall ist, versieht iTunes die Titel beim Importieren gleich mit sinnvollen Dateinamen und richtigen ID3-Tags.
Der Rest in diesem Einstellungs-Panel ist Geschmackssache. Ich bevorzuge es, in meiner Übersicht nicht das Genre anzeigen zu lassen (siehe diesen Screenshot).

In der Windows-Version gibt’s eine weitere Option: »Automatisch nach iTunes-Aktualisierungen suchen«. Das bedarf keiner näheren Erklärung. Mac-User werden von der Software-Aktualisierung von OS X auf neue Versionen von Apple-Software oder Betriebssystem-Bestandteilen hingewiesen. Da iTunes auf dem PC Drittanbieter-Software ist, musste Apple diese Funktion in iTunes integrieren; über Windows-Update können sie natürlich nicht auf neue Versionen hinweisen. Wer nicht mit Spannung die Mac-Messen mit Jobs’ Keynote erwartet und so auf neue Versionen aufmerksam wird, kann hier ruhig ein Häkchen setzen. Neue Versionen kommen nur alle paar Monate raus, bringen dann aber viele nützliche Erweiterungen mit.

Kommen wir zu den »Importieren«-Einstellungen. Hier wird festgelegt, in welches Format ein Titel in der Bibliothek konvertiert werden kann (Menü »Erweitert, Auswahl konvertieren in xyz«). Natürlich legt die Einstellung hier auch fest, in welches Format Titel beim Rippen von CD konvertiert werden. Zur Wahl stehen AAC, AIFF, MP3 und WAV.
AIFF und WAV sind das selbe, unkomprimierte Audiodaten; die Dateiformate unterscheiden sich lediglich in den Header-Informationen. Hierbei handelt es sich um das Format, in dem die Songs auf der CD gespeichert sind (die Details von PCM, AIFF und WAV tun hier nichts zur Sache). Aus der Liste »Einstellung« können verschiedene Vorauswahlen getroffen werden, oder man kann sich eine eigene Einstellung zusammenbauen. Braucht man zur Weiterbearbeitung Songs in CD-Qualität, wird hier WAV mit 44,1 KHz Abtastrate, 16 Bit Sampling-Auflösung und zwei Stereo-Kanälen gewählt.
Das Menü taugt natürlich gleichfalls für den mp3-Codierer, für die Festlegung der Datenrate in gängigen Abstufungen, ob mit oder ohne VBR-Codierung, Joint-Stereo oder normales Stereo und so weiter.

Interessanter ist hier der AAC-Encoder. AAC ist Teil der MPEG-4-Spezifikationen und bringt i.d.R. eine bessere Audioqualität als mp3 bei gleicher Datenrate oder eine in etwa gleiche Qualität bei etwas niedrigerer Datenrate (mit anderen Worten: besserer Sound bei kleinerer Datei). Ich empfehle, in AAC zu konvertieren, eben wegen des besseren Klangs und den kleineren Dateigrößen, und natürlich auch, um die Verbreitung des Formats gegenüber der Pest WMA zu fördern.   :-)   AAC ist, im Gegensatz zu WMA, ein Standard-Format (ISO, ISMA), während Windows-Media nur zu sich selbst kompatibel ist. Um AAC abzuspielen, genügt ein ISMA-konformer MPEG-4-Player, es muss nicht iTunes 4 oder Quicktime 6 sein.
Die von iTunes nach AAC konvertierten Dateien tragen das Kürzel m4a. Um mit einem Irrtum aufzuräumen: Diese m4a-Dateien enthalten keine DRM-Mechanismen. Geschützte Dateien aus Apples Music-Store haben die Erweiterung m4p.

Noch drei Tipps zu diesem Preferences-Fenster: »Musiktitel beim Import abspielen« deaktivieren, denn das bremst die Konvertierung in mp3 oder AAC gewaltig aus. Stattdessen die frisch importieren Dateien direkt von Festplatte aus der Bibliothek abspielen lassen, wenn man sie sofort hören möchte.
Die »Dateinamen mit Titelnummer erstellen« zu lassen macht Sinn, um sie in der gleichen Reihenfolge in einem Explorer-/Finder-Fenster zu haben, wie sie auf der CD sind.
Die »Fehlerkorrektur beim Lesen von Audio-CD zu aktivieren« sollte nur bei arg in Mitleidenschaft gezogenen CDs aktiviert werden. Sie standardmäßig aktiviert zu lassen bremst den Import ebenfalls aus und hat dabei nur esoterischen Charakter: Wenn bei 44.100 Abtastungen pro Sekunde mal ein Ding daneben geht, hört das kein Mensch. [Das ist übrigens der Grund, weswegen auf eine Audio-CD »mehr« drauf geht als auf eine CD-ROM: Bei Daten-CDs nimmt die Fehlerkorrektur mehr Speicherplatz in Beschlag.]

Im Reiter »Erweitert« gibt es zwei unscheinbare aber leckere Optionen: »iTunes Musik-Ordner verwalten« und »Beim Hinzufügen zur Bibliothek, Dateien in den iTunes Musik-Ordner kopieren«.
Das Häkchen am ersten Satz sorgt dafür, dass iTunes seinen Musik-Ordner selbst organisiert, und durch das Aktivieren der zweiten Option werden neue Songs in den iTunes-Musik-Ordner kopiert. Praktisch wirkt sich das so aus, dass iTunes beim Hinzufügen von neuer Musik die Songs nach dem Schema Interpret/Album in Unterverzeichnissen ablegt.
Beispiel: Ich füge zwei Dateien hinzu, wie »02 Into The Fire« von Bruce Springsteen aus dem Album »The Rising« und »Teardrop« von Massive Attack aus deren Album »Mezzanine«. iTunes legt – sofern sie noch nicht existieren – ein Verzeichnis »Bruce Springsteen« an, mit einem Unterverzeichnis »The Rising« und kopiert dorthin den Song (bzw. importiert ihn von CD dorthin). »Teardrop« landet im Unterverzeichnis »Mezzanine«, das unterhalb von »Massive Attack« liegt. iTunes orientiert sich hierbei nicht am Dateinamen, sondern an den ID3-Tags. Wenn für das Album kein Tag eingetragen ist, wird der Ordner »Unbekanntes Album« angelegt.
Falls sich Bruce Springsteen mal in TAFKABS umbenennt und der Benutzer die ID3-Tags seiner Songs entsprechend ändert, werden die Songs von iTunes natürlich in einem TAFKABS-Verzeichnis geführt und nicht mehr unter »Bruce Springsteen«.
Die Verzeichnisstruktur von iTunes selbst verwalten, und neue Titel dorthin kopieren zu lassen, hat den Vorteil der Übersichtlichkeit: Meine Musik, die in der iTunes-Bibliothek eingetragen ist, ist nicht quer über die Festplatte versprenkelt, sondern befindet sich an einem Ort: Unterhalb des Verzeichnisses, das ich im selben Einstellungsfenster als iTunes’ Musik-Ordner angegeben habe.

Auch hier gibt es in der Windows-Version eine Option mehr als im Mac-iTunes: »iTunes-Symbol in der Taskleiste anzeigen« fügt dem System-Tray (»da wo die Uhr ist«) ein kleines Icon hinzu, über dessen Kontextmenü iTunes gesteuert werden kann und beim Abspielen den aktuellen Song anzeigt. Unter Mac OS X übernimmt diese Funktionen das Dock-Icon (siehe diesen Artikel von mir bzw. diesen Screenshot).

Noch ein letzter Tipp für Windows-User: Auch wer iTunes nicht braucht, sollte Quicktime 6.4 (im iTunes-Installationspaket bereits enthalten) oder höher installieren. Man hat dadurch nicht nur die Möglichkeit, MPEG-4 und AAC- bzw. m4a-Dateien abzuspielen. Mit dieser Version entfällt auch der nervige Nag-Screen, der einem früher das Upgrade auf Quicktime Pro schmackhaft machen wollte.

Nachtrag 06.12.03, 20:34 Uhr): Dieser Artikel erschien am Freitag auch bei Mac-TV.
In der Windows-Version erscheint der Nag-Screen einmal beim ersten Programmstart, aber nicht mehr wie früher bei jedem.

Erschienen am Freitag, 05.12.2003 @ 0:04 | Kommentare deaktiviert
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Psycho-Therapie

Therapeutin: Statt mich aufzuregen, versuche ich ein wenig auf die Welt zuzugehen. Zum Beispiel muss mein Telefon repariert werden, aber der Kundendienst kommt immer gerade dann, wenn ein Patient hier ist. Habe ich gebrüllt, habe ich geschrien?

Becker: Haben Sie ein Telefon das funktioniert?

Therapeutin: Das ist nicht das Thema hier. Also ich habe einen neuen Termin vereinbart. Wissen Sie Doktor… Darf ich "John" sagen?

Becker: Nein.

Therapeutin: Hören Sie nicht die Feindseligkeit in Ihren Worten?

Becker: Hören Sie nicht das Dampfgelaber in Ihren Worten? Passen Sie auf: Ich habe zwei Ex-Frauen und drei Ex-Telefonanbieter. Menschen die einen über den Tisch ziehen wollen kann man nur auf eine Weise behandeln…

Erschienen am Freitag, 05.12.2003 @ 0:52 | Kommentare deaktiviert
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