Archiv für Montag, 08.12.2003
Montag, 08.12.2003
Windows-Umsteiger müssen sich am Mac neu orientieren: Windows-Programme für oft genutzte Aufgaben gibt es häufig nicht in einer Mac-Version und die Mac-Pendants wollen erst mal gefunden werden (Snapz Pro statt Hardcopy, Transmit/Fugu/Interarchy statt dem Lieblings-FTP-Programm unter Windows…). Für die Aufgabe »Bildbetrachter« fällt die Suche kurz aus, denn das OS X beiliegende Preview/Vorschau erfüllt diese Aufgabe sehr gut – wenn man es etwas den eigenen Wünschen anpasst.
Viele User verwenden ihr System so, wie es ausgeliefert wurde: Hauptsache es läuft, bloß nix dran rumfummeln, nichts kaputt machen. Fortgeschrittene Benutzer mit mehr Computer-Erfahrung drehen an jedem Schräubchen und schauen, was passiert.
Anwendungen können nicht nur über die Einstellungen des Programm-Menüs den eigenen Wünschen angepasst werden. Mit einer Symbolleiste, die dem eigenen Gusto entspricht, geht die Arbeit gleich besser von der Hand: Diese Möglichkeit ist zumindest bei Apple-Programmen standardmäßig im Menü »Darstellung, Symbolleiste anpassen« zu finden. Bei keinem anderen Programm lohnt sich ein Blick dort so sehr, wie bei Preview/Vorschau, der PDF- und Bildbetrachter von Mac OS X.

Im Bild zu sehen ist die Standard-Symbolleiste von Preview. Durch ein paar kleine Umbauten lässt sich aus dem Programm ein exzellenter Bildbetrachter machen.
Die ersten beiden Schaltflächen die rausfliegen, befinden sich ganz links: »Fach« und »Zurück/Weiter«. Mit dem Fach-Knopf lässt sich die Schublade (»Drawer«) ein- und ausblenden, die weitere Bilddateien oder bei PDF-Dokumenten die einzelnen Seiten, das Inhaltsverzeichnis oder die Suchergebnisse anzeigt. Bei mir ist die Schublade immer aktiviert: Man muss sie nicht schön finden, aber sie ist nützlich für die bereits genannten Zwecke. Wenn sie doch mal im Weg ist, kann sie mit dem Shortcut Apfel-T eingefahren werden.
Übrigens: Wer sich daran stört, dass die Lade auf der falschen Seite aufgeht: Fenster an den gegenüberliegenden Bildschirmrand schieben, zweimal Apfel-T (Drawer ausblenden und wieder einblenden) und schon fährt die Schublade auf der anderen Seite aus. Dazu darf das Fenster aber nicht zu groß sein; die Schublade braucht auf der anderen Seite noch Platz zum Ausfahren.
Wofür die Zurück/Weiter-Knöpfe gebraucht werden, ist mir nicht ganz klar. In einem Web-Browser erkenne ich den Sinn (vor- und zurückblättern zwischen angeklickten Links), und bei Preview würde ich erwarten, damit zwischen mehreren Preview-Fenstern wechseln zu können. Preview macht das aber nicht (selbst wenn das ginge, würde ich es nicht benutzen; wofür gibt’s Exposé?). Weg damit.
Die dritte Schaltfläche, eigentlich ein Eingabefeld, macht mal Sinn: Im Eingabefeld wird bei PDF-Dokumenten die aktuelle Seitenzahl angezeigt, dem Text darunter ist zu entnehmen, wie viele Seiten das Dokument insgesamt hat. Eine Funktion, die im Jaguar-Preview (OS X 10.2) schmerzlich vermisst wurde. Schlauerweise kann durch Eingabe einer Seitenzahl ins Eingabefeld gleich zu dieser Seite gesprungen werden; wer hätte das gedacht. Diese »Schaltfläche« bleibt, ebenso wie die beiden nächsten.
Die Buttons »Vorherige Seite« und »Nächste Seite« funktionieren im Gegensatz zur Zurück/Weiter-Wippe. In PDF-Dokumenten kann damit geblättert werden, bei mehreren geöffneten Bilddateien in einem Preview-Fenster lässt sich so vor und zurück schalten.
Gleichfalls nützlich sind die beiden Lupen-Knöpfe zum Vergrößern und Verkleinern von PDF-Seiten oder Bildern (zum Beispiel aus der Digitalkamera). Bei der letzten Schaltfläche, »Werkzeugmodus«, wäre mir lieber, ich könnte sie rausschmeißen. Leider kann ich beim Bilder betrachten nicht darauf verzichten, denn Preview öffnet Bilder immer mit dem rechten Werkzeug, dem Tool zum Beschneiden von Fotos. Da es in den Einstellungen/Preferences von Preview (noch) keine Option gibt, beim Öffnen immer das Verschiebe-Werkzeug zu aktivieren, muss dieser Knopf in der Symbolleiste drin bleiben. Erste Aktion nach dem Laden von Bildern in Preview: Umschalten auf das Verschiebe-Werkzeug. Beschnitten wird in einem Bildbearbeitungs-Programm.
Soweit die Standard-Symbolleiste von Preview. Ich habe einige (für mich) unnütze Dinge rausgeschmissen und die Symbolleiste im linken Bereich etwas erleichtert. Das bereits erwähnte Menü »Darstellung, Symbolleiste anpassen« gibt uns die Möglichkeit, die Leiste etwas aufzubohren:

Was als erstes auffällt: Das Ding ist lang. Ich würde gerne im vorgenannten Menü statt »Symbol & Text« gerne »Nur Symbol« wählen, denn dann wäre die Leiste schlank, deren Breite nicht nur von den vielen Icons herrührt, sondern auch von – für Icon-Verhältnisse – epischen Beschriftungen wie »An Fenstergröße anpassen«. Allerdings zeigt mir die Leiste bei »Nur Symbol« nicht mehr die Gesamt-Seitenzahl von PDF-Dateien an. Meine Hoffnung ist, dass einer von beiden Nachteilen in einer nächsten OS X-Version behoben wird (Verkürzung der Beschreibung auf »Fenstergröße« und/oder Anzeige der Gesamt-Seitenzahl trotz der Einstellung »Nur Symbol«).
Als zweites fällt vielleicht auf, dass die Leiste zwar breit, aber auch niedriger ist als die normale Symbolleiste. Gepriesen sei die Option »Kleinere Darstellung« im mittlerweile bekannten Menü.
Welche Icons haben bei mir Einzug in die neue Leiste gefunden?
Ein Knopf zum Drucken des aktuellen Dokuments. Ist mir unverständlich, weswegen der draußen geblieben ist und Apple stattdessen den Rohrkrepierer »Zurück/Weiter« in den eng bemessenen Raum aufgenommen hat. Beim Klick auf den »Vorschau«-Button im Druckdialog eines Programms erscheint zwar unten im Vorschau-Fenster eine Schaltfläche »Drucken«. Die druckt aber das ganze Dokument, auch wenn man evtl auf die letzte Seite verzichten kann (stattdessen abbrechen, nochmal den Druckdialog aufrufen, Seitenzahl-Druckbereich wählen und dann drucken).
Der Drucken-Button ist allein schon deswegen in der Symbolleiste nützlich, da Preview PDF-Dateien lesen kann, die man vielleicht auch mal ausdrucken möchte (ich benutze Acrobat Reader bzw. Adobe Reader gar nicht mehr). Wegen seiner Wichtigkeit steht dieser Knopf bei mir daher ganz links.
Die nächsten Icons sind bekannt. Die Reihenfolge der »Vorherige/Nächste Seite«-Buttons habe ich irgendwann mal mit dem Seitenzahl-Eingabefeld vertauscht, aber das spielt eigentlich keine Rolle.
Die beiden Lupen-Knöpfe kennen wir bereits, neu ist aber die Lupe »Originalgröße«. Meine Digitalkamera liefert Bilder mit einer Auflösung von 3.072 x 2.048 Pixeln, und da will ich ab und zu mal ins Bild »reinschauen«, um die Qualität (Schärfe, Rauschen) oder ein Detail zu prüfen. Ein Klick auf dieses Symbol, und das Bild ist bei 100% Ansichtsgröße, das heißt, ein Pixel im Bild ist auch ein Pixel auf dem Monitor.
Absolut unverzichtbar – und ich glaube im Jaguar-Preview hat es gefehlt – ist das nächste Eingabefeld: Es zeigt die aktuelle Bildgröße an, und es nimmt natürlich auch Eingaben entgegen. Will ich ein Foto oder eine PDF-Seite nicht in x%, sondern in y% Größe ansehen, gebe ich den neuen Wert ein – voila.
Der Button »An Fenstergröße anpassen« ist nützlich, wenn mal die Fenstergröße geändert, oder ein hochkant fotografiertes Bild gedreht wird, um es dann auf Fenstergröße zu vergrößern oder zu verkleinern (im Falle der Rotation sehr sinnvoll).
Das letzte neue Icon ist erfreulich knapp mit »Links« beschriftet und dient zur Rotation um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn, eben nach links. Unentbehrlich, um im Hochformat fotografierte Aufnahmen zu kippen.
Beim Beenden von Preview bzw. beim Schließen des Fensters fragt Preview nach, ob es die Änderungen an Bildern speichern soll, zum Beispiel eine zuvor durchgeführte Rotation. Dabei werden im Dialog-Sheet die betreffenden Bilder angezeigt. Wenn viele hochauflösende Bilder (z.B. die o.g. 6 Megapixel) geändert wurden, kann das mitunter leider recht lange dauern, währenddessen Preview komplett blockiert ist und den Beachball of Death zum Besten gibt. Dennoch nützlich.
Mit den beschriebenen Änderungen an der Symbolleiste lässt sich Preview sehr gut als schneller Bildbetrachter für zwischendurch verwenden.
Wenn ich meine Kamera an den Mac anschließe, lasse ich die Bilder von »Image Capture«/»Digitale Bilder« auf den Rechner übertragen und anschließend in Preview öffnen (außerdem geht ein Finder-Fenster mit dem Pictures-Ordner auf, in den die Fotos übertragen wurden). Danach sehe ich mir die Bilder an, drehe sie ggf. richtig herum und lösche nicht gelungene Aufnahmen gleich im Finder (die Bild- bzw. Dateinummer steht ja in der Titelleiste von Preview). Erst dann öffne ich die verbliebenen Fotos in einem Bildbearbeitungs-Programm (Photoshop, Fireworks) oder nehme sie in die Bibliothek eines Bildverwaltungs-Programms auf (iPhoto, Extensis Portfolio, Cumulus, iView Media Pro).
Es empfiehlt sich, auch in anderen Programmen mal das Menü »Darstellung, Symbolleiste anpassen« aufzurufen, um die Anwendungen besser den eigenen Bedürfnissen anzupassen.
[Dieser Artikel erschien am selben Tag auch bei Mac-TV.]
Erschienen am Montag, 08.12.2003 @ 4:01
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Tags: Apple, fuer-einsteiger
Sehr guter Text
bei Carsten, unbedingt lesen. Ich wuchs zwar nicht in den 70ern oder früher auf, sondern in den 80ern (Jahrgang 1978), aber sehr vieles von dem gehört auch zu meiner Kindheit.
[
Lokale Kopie]
Erschienen am Montag, 08.12.2003 @ 4:13
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Tags: diverse, Film-und-Fernsehen
Jetzt wird’s erstmal wieder richtig Winter. Aktuelle Temperatur: Minus sechs Grad. Die dünne Jeans kommt in den Schrank (nachdem sie gewaschen wurde), die dicke Jeans kommt zum Einsatz.
Kleidungstechnisch ist der Winter bei mir immer eine Zeit ohne viel Abwechslung. Wer mich kennt weiß, dass es bei mir eh schon nicht so viele Variationen gibt, weil ich ungern Klamotten kaufe und noch dazu einfarbige Sachen mag (die fünf verschiedenen Farben »meiner« T-Shirt-Marke gibt’s jeweils in fünffacher Ausfertigung in meinem Schrank.
Im Winter laufe ich nur noch mit schwarzen Schuhen, schwarzer Jeans und schwarzer Jacke rum. Unter der Jacke gibt’s diverse T-Shirt-Farben und wahlweise einen von zwei Pullis: ein dunkelblauer Kapuzenpulli und ein anthrazit-farbener Pulli. Helle Schuhe passen nur zu hellen Hosen, und helle Jeans sind im Winter eher unvorteilhaft. Das mit den zwei Pullis liegt daran, dass ich langärmelige Sachen nicht mag (ich schwitze leicht).
Demnächst in diesem Programm: Die Serie »Warum ich den Winter hasse.«
Erschienen am Montag, 08.12.2003 @ 4:22
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Tags: Leben, vier-jahreszeiten
Heute Vormittag wieder Kollegtag in der FOS Fürth. In den ersten 60 Minuten die Feststellungs-Prüfung in Geschichte: Ich habe ein
sehr gutes Gefühl. Ein Gefühl von »Die Chancen stehen 50:50, dass es eine Eins oder Zwei wird.«
Obwohl ich hinten raus nicht fertig geworden bin. Habe mich am Anfang zu sehr mit niedrig bepunkteten Fragen aufgehalten und Romane geschrieben, am Schluss hat’s bei einer hoch bepunkteten Aufgabe in einer Teilaufgabe nur noch zu Stichpunkten gereicht. Aber ich habe ein gutes Gefühl!
Anschließend die Reste einer Englisch-Doppelstunde (es waren noch ungefähr eindreiviertel Schulstunden) und eine Stunde Wirtschaft. In beiden Fächern war Prüfungsvorbereitung das Thema: Wie gehen wir vor, was könnte dran kommen, besondere Schwachstellen in Englisch, beispielsweise Gerund, if-Sätze, Satzverkürzungen, progressive forms, present participle, past participle, passive voice, tenses und false friends (hard/hardly, late/lately, fair/fairly, high/highly, happy/lucky, loose/lose…).
Schon nächsten Samstag ist der nächste Kollegtag, mit einer Doppelstunde Wirtschaft, einer Doppelstunde Englisch und einer letzten Geschichtsstunde, in der wir die Prüfung zurück bekommen.
In zwei Wochen, am 19.12. (Freitag) ist die Englisch-Abschlussprüfung über 165 Minuten und einen Tag drauf, am Samstag den 20.12., die Wirtschaft-Abschlussprüfung.
Bis spätestens nächste Woche muss ich noch jeweils eine Hausaufgabe in Englisch und Wirtschaft abgeben und vor allem in Wirtschaft viel lernen. Die VWL-Kenntnisse aus dem dritten Trimester vor knapp einem halben Jahr sind schon wieder fast vergessen und das kann mir das Genick in der Prüfung brechen.
Erschienen am Montag, 08.12.2003 @ 5:52
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Tags: Telekolleg
Harald Schmidt streicht die Segel.
So müssen sich Teenies fühlen, nachdem die No Angels ihren Abschied von der Bühne verkündet hatten…
;-(
Links:
Links in Weblogs u.a. bei Kai, Markus, Christian, Flow, x-ploration.
»Ein Blick ins Programm stellte Gewissheit her: Er sah nicht nur so aus, er war es. Unser Harald! Das letzte und einzige Alibi für Intellektuelle, die sonst nur tibetanische Spielfilme im Originalton auf Arte gucken, einen Kommerzsender einzuschalten!«
Henryk M. Broder in seiner Kritik zu Schmidts Rheinfahrt.
Musik: The Doors, »This is the End«
Nachtrag (18:59 Uhr): Bei der FTD gibt es noch weitere Artikel:
Von Holger kamen noch diese beiden Links per ICQ:
Google News.
Erschienen am Montag, 08.12.2003 @ 17:48
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Tags: Film-und-Fernsehen, hss
Nur weil ich die letzten drei Wochen nichts über die Münchner S-Bahn geschrieben hätte, heißt das nicht, dass alles im grünen Bereich wäre. Im Gegenteil: Jede Woche regiert das Chaos und es lohnt fast schon, über die seltenen Ausnahmen zu berichten, in denen alles glatt läuft.
Heute erforschte ich neue Tiefpunkte.
Die Story beginnt allerdings nicht in München, sondern in Erlangen, Haltestelle »Tulpenweg«, Hüttendorf. Jeden Montag und Dienstag fahre ich um 06:05 Uhr mit dem Bus der VGN nach Erlangen, von dort um 06:47 mit dem RegionalExpress nach Nürnberg und um 07:27 mit dem ICE weiter nach München.
Am heutigen Montag stand ich um 06:03 an der Haltestelle, zusammen mit einem anderen Frühaufsteher, der schon einige Minuten eher eingetroffen war. Es steht kein Bus da, wie sonst an jedem Morgen. Auch um 06:05 kam kein Bus. Nicht um 06:10 und nicht um 06:15 Uhr.
Der Mitbürger bot um 06:20 an, mich mit dem Auto reinzufahren, das glücklicherweise verfügbar war (im Winter fährt seine Frau damit die Kinder in den Kindergarten, deswegen fährt er mit dem Bus). So erreichte ich meinen Zug noch.
[Nachtrag vom Dienstag: Der Busfahrerin von heute war der Fall bekannt, wusste aber auch nichts näheres, da sie in dieser Woche am Dienstag ihren ersten Arbeitstag hatte. Ihr zufolge sei auch der Bus um 06:30 ausgefallen und auf der Strecke haben die Leute eine Stunde bei minus 6 Grad gewartet.]
Pünktliche Ankunft des ICE in München-Pasing. Durchsage: Die Weiterfahrt verzögert sich um etwa zehn Minuten wegen eines Stellwerkproblems zwischen Pasing und Hauptbahnhof. Ich denke mir: »Zehn Minuten? Erzähl’ das Deiner Oma«, und steige in Pasing aus, während der Zug noch im Bahnhof steht.
Umsteigen in die S-Bahn. Als ich einige Minuten später im Hbf-Tiefgeschoss ankomme und aussteige, brabbelt eine einsteigende, ältere Frau etwas von »16 Minuten später« und mir schwant Böses. Ich sollte Recht behalten: Zehn Minuten später, gegen 09:30, erfolgt eine Durchsage, dass die S7 Richtung Perlach heute erst in Giesing beginnt und man mit der S2 bis Giesing fahren möge (normalerweise fahren S7 um 09:14 und 09:34 im Hbf-Tiefgeschoss ab). Schönen Dank auch, dass ich das jetzt erst erfahre. Hätte ich das schon vor zehn Minuten gewusst, wäre ich nämlich mit der U-Bahn bis Giesing gefahren.
Ankunft um 09:45 am Ostbahnhof, nachdem es im Tunnel der »Stammstrecke« nur zögerlich voran ging, da sich die S-Bahnen stauten. Eine Durchsage informiert immerhin alle paar Minuten über die Situation: S7 stadtauswärts erst ab Giesing, bis Giesing die S2 nehmen. Die S2 wird für 09:59 angekündigt, kommt allerdings ihrerseits nicht aus dem Tunnel raus, da sich am Gleis gegenüber zwei S5 stauen.
Um 10:05 dann die Abfahrt der S2 vom Ostbahnhof; Giesing ist die zweite Station nach München-Ost (Perlach wäre dann die nächste). Runter ins Untergeschoss, Treppe wieder hoch auf’s andere Gleis. Dort stand die S7 bereits. Und stand. Und stand. Die S7 wartete original 15 Minuten, ehe sie um 10:30 abfuhr (wir erinnern uns: Eine Stunde zuvor war ich am fünf Kilometer entfernten Hauptbahnhof angekommen; eine Zeit, in der ein ICE die Strecke Nürnberg-Augsburg zurücklegt). Ende vom Lied: Ankunft in der SAE 45 Minuten nach Unterrichtsbeginn gegen 10:45 Uhr.
Halt, halt, geht ja noch weiter. Alex war zeitig mit dem Unterricht fertig und ich stand mit Dirk um 13:05 Uhr am Gleis in Perlach, um in die Stadt zurück zu fahren. Durchsage: Die S7 um 13:05 fällt aus, nächste S-Bahn in zwanzig Minuten. Normalerweise – »normalerweise« – haben nur frühmorgens die S-Bahnen zwischen 9 und 10 extreme Verspätungen: Die S7 kommt sowieso meistens 5 bis 10 Minuten später, und wenn alle anderen S-Bahnen auch Verspätung haben, dann kommt’s für die S7 richtig dick. Aber bisher war auf die Nachmittags-S-Bahnen Verlass, insofern ist das schon eine neue Qualität.
[Nachtrag vom Dienstag: Heute Morgen wurde am Display neben dem dem Abgang zum Hbf-Tiefgeschoss angezeigt: »S7 Aying um 09:32«. Nach Aying, das ist die, die eigentlich um 09:14 fahren soll. Wenigstens heute kam ich »pünktlich« um zehn Uhr zu Unterrichtsbeginn an, mit einer um zwanzig Minuten verspäteten S-Bahn.]
Die SAE zieht im kommenden Sommer in ein größeres Haus, allerdings nur ein paar Straßen weiter; die S-Bahn-Station bleibt nach wie vor Perlach. Ich weiß nicht, was an Perlach so attraktiv ist, denn die Lage ist beschissen. Vielleicht niedrigere Steuersätze oder niedrigere Mieten, ich weiß es nicht. Für Leute, die in München auf eine speziellen Außenast der S7 angewiesen sind und nur alle 40 Minuten fahren können, oder für Leute, die dann auch noch so ungünstig wohnen, dass sie zwei S-Bahn-Linien benutzen müssen, ist das nervenaufreibend. Davon, was es für mich als Fernpendler bedeutet, auf absolut präzise Abläufe angewiesen zu sein, will ich gar nicht erst anfangen.
Das ist nicht die Schuld der SAE, bitte nicht falsch verstehen, ich weiß nur nicht, was an Perlach so toll ist, und ob ein »geo-strategisch« günstigerer Standort nicht besser gewesen wäre. Es ist die Schuld der S-Bahn München, denn ohne dieses Desaster jeden Morgen gäbe es keine Probleme.
Empfehlung für Interessenten: Überlegt Euch, ob es nicht Sinn macht, nach München umzuziehen, und zwar in die Nähe einer S-Bahn-Station auf der Stammstrecke. Sauteuer, aber schont die Nerven.
In München fahren alle S-Bahn-Linien in der Innenstadt zwischen Ostbahnhof und Hauptbahnhof durch den selben Tunnel (»Stammstrecke«). Das ist super, wenn es funktioniert, denn dann kommt alle drei Minuten eine S-Bahn. Wenn etwas schief geht, sorgt das erst richtig für den totalen Kollaps. In Berlin ist man da IMHO etwas geschickter vorgegangen: Es gibt ein Rudel unabhängiger U-Bahn-Linien: Wenn eine Linie mal ausfällt, zieht das nicht gleich alle anderen in Mitleidenschaft.
In München ist man dabei, diese Misstände zu beheben: Bis zum Frühjahr wird ein neues, elektronisches Signal-/Leitsystem gebaut, das ab Dezember 2004 auf drei S-Bahn-Linien einen 10-Minuten-Takt statt eines 20-Minuten-Takts ermöglicht, und dann 30 statt 24 Züge stündlich durch den Tunnel fahren lässt. Gegen Ende dieser Dekade soll außerdem ein zweiter Tunnel gebaut werden (dabei ist mir allerdings nicht klar, wie die bestehenden Stationen angebunden werden sollen).
Was absolut gaga ist: Warum, WARUM gibt es diese Verspätungen? Es ist verdammt nochmal nichts besonderes los! Die Bauarbeiten sind während der Weihnachtszeit eingestellt, es liegt kein Schnee, es ist nicht außergewöhnlich kalt, es liegt kein Laub auf den Schienen und die Scheiß-Sonne knallt von einem wolkenlosen Himmel auf knochentrockene Schienen runter!
Das einzige was anders ist, ist, dass am Ostbahnhof manche S-Bahnen nicht mehr an Gleis 3 sondern an Gleis 5 einführen müssen. Sonst nix!
Was passiert dann erst, wenn Schnee und Eis liegen? Wird der S-Bahn-Verkehr dann eingestellt?
Eigentlich benötigt man kein Auto, wenn man in einer Großstadt wohnt. Aber in München muss man bescheuert sein, kein Auto zu haben.
Erschienen am Montag, 08.12.2003 @ 22:45
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Tags: bahn, Verkehr