Archiv für Donnerstag, 11.12.2003

Donnerstag, 11.12.2003

»Und hier kommt der Nachfolger von Reinhold Beckmann: Harald Schmidt«

Manuel: Hast Du gestern Maischberger gesehen?

Harald: Da hatte ich keine Zeit, da musste ich Entlassungsurkunden unterschreiben.

Erschienen am Donnerstag, 11.12.2003 @ 1:48 | Kommentare deaktiviert
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On the road again

Ich bin heute auf ‘nen Sprung in München. In der SAE hält Professor Clive Pascoe von der Southern Cross University (Australien), mit der die SAE u.a. zusammenarbeitet, um 14 und 15 Uhr einen 45-minütigen Vortrag zu den BA- und Master-Kursen (Bachelor of Arts und Master of Arts).

An sich hatte ich auch geplant, heute meine 3D-Übung abzugeben. Daraus wird nichts, ich hab’s nicht geschafft. Geschmeidig bleiben: Eine von maximal drei Übungen, die ich verpassen darf. Im Frühjahr kommt noch eine Sound-Übung (wahrscheinlich etwas mit Reason), die könnte nochmal kritisch werden (mit Audio-Programmen hab’ ich’s auch nicht so). Aber ansonsten sollten die restlichen Übungen eigentlich keine größeren Probleme bereiten. Die verpasste Übung schlägt sich noch in der späteren praktischen Vornote nieder: Ein Prozentpunkt Abzug.

Bis zur Prüfung am 5. Januar habe ich noch Gelegenheit, das Cinema-Tutorialbuch zu bearbeiten.
Für das kommende 3D-Projekt im Frühjahr habe ich inzwischen eine erste Idee, bei der ich auch nicht viel modellieren müsste.   :-)

Erschienen am Donnerstag, 11.12.2003 @ 9:56 | Kommentare deaktiviert
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Rhetorik

Ich sitze im Zug und habe Gelegenheit, über den Unterricht in der SAE am Montag zu schreiben. Nach sehr viel Praxis in den letzten Monaten wird es bis Weihnachten eher theoretisch; es stehen auch keine Übungen an. Die Themen heißen »Rhetorik« (8.12.), »Research« (9.12.), »Projektplanung« (15.12.) und »Storyboarding« (16.12.). Ich nenne Sie die »weichen Themen«.
Dozent in all diesen Fächern ist Alex, der bis zum Sommer Course-Coordinator für uns Pixelschubser an der SAE München war und dann größere Aufgaben in er SAE übernommen hat.

Wie die Überschrift schon sagt, ging es am Montag um Rhetorik. Ein erstes Bild konnte sich der neue Kursleiter, Jochen, am 1.12. während unserer Präsentation des ersten Projekts machen und Alex übermitteln: Wir alle haben fast alles falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte, aber aus genau diesem Grund stand seit Monaten dieses Fach für diese Woche im Lehrplan.   :-)
Es kommt eben nicht nur darauf an, was man zu sagen hat, sondern auch, wie man es sagt – beziehungsweise dass man es schafft, seine Inhalte dem Zuhörer zu vermitteln.

Dank der Münchner S-Bahn kam ich satte vierzig Minuten zu spät, weswegen ich hier natürlich nicht über den Anfang berichten kann. Als ich kam ging es um die Dinge, die während einer Präsentation zu beachten sind, wenn man beispielsweise vor der Geschäftsführung spricht oder vor Fachpublikum.

Es folgten Tipps zur inhaltlichen Planung einer Rede, die wir auch 1:1 auf unsere kommende Facharbeit anwenden können (zum Beispiel die 5-90-5-Regel oder die Frage, was das Publikum nach der Rede wissen soll, was es vorher nicht wusste).
Wir befassten uns dann recht ausführlich mit dem Punkt »Was kann ich tun, damit meine Rede in Erinnerung bleibt?« In kurzen Situationen und Diskussionen erarbeiteten wir uns die wichtigsten Punkte und Alex gab weitere Tipps.

Für die Einleitung, den Hauptteil und den Schluss einer Rede gingen wir etwas weiter ins Detail: Worauf kommt es in diesen Abschnitten an, welche Möglichkeiten gibt es zur Umsetzung, Tipps für Karteikarten und den Umgang mit Medien (Beamer, Präsentationsfolien).
Nach der Pause ging es um rhetorische Stilmittel (Pausen!), die Nervosität vor einem Vortrag und um Körpersprache bzw. verbotene und empfehlenswerte Körperhaltungen.
Zum Abschluss kamen Killerphrasen und bedrängende Fragen zur Sprache.

Insgesamt eine sehr sinnvolle Unterrichtseinheit, die uns nicht nur bei der Präsentation des nächsten Projekts helfen wird, sondern auch bares Geld wert sein kann (man kann einen Pitch verlieren, wenn man keinen guten Vortrag auf die Reihe bringt). Jetzt heißt es üben, üben, üben.

»Was kann ich tun, damit meine Rede in Erinnerung bleibt?«
– »Strippen.«

Erschienen am Donnerstag, 11.12.2003 @ 11:55 | Kommentare deaktiviert
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Facharbeit ante portas

Am zweiten Tag der »weichen Themen« in der SAE diese Woche besprach Alex mit uns die bevorstehende Facharbeit.
Wir sind der zweite Kurs nach dem MMP1002, der eine Facharbeit schreiben muss (hieß damals noch MMP für »Multimedia Producer« statt CMD für »Creative Media Diploma«). Bisher war erst im aufbauenden Bachelor-Kurs eine Facharbeit von 30.000 Wörtern Umfang gefordert, die Middlesex-Uni London forderte jedoch, dass auch die CMD-Kurse Facharbeiten schreiben sollen. Der Umfang fällt etwas geringer aus: 10.000 Wörter. Wie man’s nimmt ist das Segen oder Fluch: 10.000 Wörter sind nicht all zu viele – wenn man annimmt, dass auf eine A4-Seite im Schnitt etwa 400 Wörter drauf gehen (in 12 pt Arial/Helvetica im Blocksatz mit anderthalbfachem Zeilenabstand bei links 3 cm Seitenrand sowie oben, unten und rechts 2,5 cm), sind das etwa 25 Seiten. Bilder, Codeschnipsel und Verzeichnisse zählen dabei nicht mit.

Am Schluss des CMD-Kurses gibt’s ein Zeugnis, wenn die Endnote über 80% liegt. Ein Diplom obendrauf gibt’s nur, wenn eine Facharbeit geschrieben und ein Abschlussprojekt abgegeben wird und deren Noten über 70% (Facharbeit) bzw. 80% (Abschlussprojekt) liegen. Die Facharbeit und das Abschlussprojekt fließen außerdem mit jeweils 6% Gewichtung in die Endnote ein. Bei der Bewertung der Facharbeit werden u.a. Form, Sprache und »Tiefe der Ausführung« berücksichtigt.
Für die ganze Aktion gibt es zwei wichtige Termine: 01.03.2004 und 01.07.2004. Zum ersten Termin im März müssen wir das Thema, eine vorläufige Gliederung und eine prozentuale Abschätzung der inhaltlichen Schwerpunkte abgeben. Sinn der Übung ist, dass wir uns bald mit dieser Sache beschäftigen sollen, nicht, dass jemand zwei Wochen vor dem Abgabetermin erst anfängt. Der zweite Termin am 1. Juli ist dann der Abgabetermin.

Wir besprachen nach diesen grundsätzlichen Vorgaben die Form, denn hierfür gibt es strenge Regeln und hohe Ansprüche. Die Arbeit soll korrekt sein, betreffend die Gliederung, Fußnoten, Zitate, Literaturverzeichnis, Quellenverzeichnis und Abbildungsverzeichnis. Kurz gesagt: Es soll nach was aussehen.
Alex betonte mehrmals, dass wir die Arbeit nicht für ihn schreiben, sondern sie uns fachlich weiterbringen soll. Lesen, verstehen, mit eigenen Worten wiedergeben. Wir sollen ausdrücklich nicht über ein Thema schreiben, das wir bereits im Unterricht breit getreten wurde. Das Thema können wir uns selbst aussuchen, es soll aber einen multimedialen Bezug haben und mit dem jeweiligen Fachlehrer abgestimmt sein. Der Titel des Aufsatzes wird zudem im Zeugnis genannt.

Alex erläuterte uns die Zusammenarbeit mit dem Fachlehrer, den wir dreimal treffen sollen: Einmal um das Thema zu besprechen, ein zweites Mal um die vorläufige Gliederung zu besprechen und ein drittes Mal, um die Gliederung abzugeben.
Dann nannte er uns dann die Namen der Fachlehrer (von ihnen wird die Arbeit später korrigiert und benotet): Fünf Leute, darunter Alex, Jochen und Carsten, jeder mit einem oder mehreren Spezialbereichen, die das gesamte Themenspektrum in Sachen Multimedia abdecken.

Vor Plagiaten warnte Alex uns ausdrücklich. Einerseits meinte er, wer fremde Texte seitenweise kopiert, hätte nicht verstanden worum es geht und könne zurück in den Kindergarten gehen. Leider gab es Grund für diesen Appell: Er zeigte uns alte Facharbeiten, in denen Absätze und ganze Seiten rot markiert waren, die ohne Quellenangabe per copy/paste aus dem Web übernommen wurden. Inzwischen sei man sehr fit darin, geklaute Inhalte aufzuspüren; außerdem baut die SAE eine Datenbank mit allen Facharbeiten auf, genannt »Plagiator« – wir müssen deswegen die Arbeit nicht nur gedruckt und gebunden abgeben, sondern auch in elektronischer Form. Es ist natürlich klar, dass geklaute Arbeiten mit der Note 6 bewertet werden.
Gekennzeichnete Zitate sind freilich erlaubt. Wie man richtig zitiert, wird uns Alex nächste Woche zeigen.
Noch zwei Buchtipps, bevor es richtig los ging (Judith Bell und Manuel R. Theisen).

Das schwierigste bei einer solchen Arbeit ist es, das Thema genau zu umreißen. Mit dem Thema »Design« kann ich ganze Bibliotheken füllen, und deswegen muss ich mich in meinem Thema etwas einschränken, um mit dem Platz hinzukommen. Uns stehen 10.000 Wörter zur Verfügung, plus-minus 10%. Wer nur 7.000 Wörter abgibt oder über’s Ziel hinaus schießt und 15.000 Wörter abliefert, muss mit Abzügen oder Schlimmerem rechnen.
Ein Thema muss genau umrissen werden, uns deswegen sind die Titel solcher Arbeiten immer so lang. Wir gingen ausführlich eine Checkliste nach Judith Bell durch und nach jedem Punkt sagte Alex: »Wir haben immer noch kein Thema!« Die Checkliste geht kurz gesagt so:

  1. Liste von Ideen machen, mit Mind-Maps arbeiten
  2. Material suchen, denn das schönste Thema hilft nicht, wenn es dazu kein Material gibt
  3. Aussortieren
  4. Fragenkatalog zusammenstellen: Fragen, die einem zu den Stichworten einfallen, und die in der Facharbeit beantwortet werden

Die zwei wichtigsten Merksätze: Was soll der Leser wissen, was er vorher nicht wusste? Und: Auf den Punkt kommen (sammeln, aussortieren, sammeln, aussortieren).
Zur Checkliste machten wir gemeinsam zwei Übungen: Oberthema überlegen, Mind-Map dazu erstellen, eine Richtung überlegen, Fragen dazu ausdenken (das ist schwieriger als es klingt!), Themafrage formulieren, zum Beispiel: »Holografie als Marketing-Tool der Zukunft: Überblick zu Funktion und derzeitiger Situation, Nutzen und Kosten.«

Bis 1. März 2004 müssen wir die vorläufige Gliederung abgeben, ergo müssen wir bis dahin mit Mind-Maps, Materialsammlung, Fragen und Thema fertig sein, damit wir in der Zeit bis 1. Juli lesen, auswerten und schreiben können.
»Die perfekte Facharbeit ist eine Materialsammlung, die es in der Form in der Literatur noch nicht gegeben hat.«

Gut, soweit in knapper Form das, was wir letzten Dienstag im Unterricht besprochen haben.
Ich habe schon seit längerem eine Idee, in welche Richtung ich gehen will, hätte aber ohne den Unterricht heute ganz falsch angefangen und wäre dann wahrscheinlich mit meinen 10.000 Wörtern in Schwierigkeiten gekommen.

Unabhängig davon mache ich mir Gedanken, wie ich das schreiben soll. Word schied dabei sofort aus: Mehr als fünf Seiten vertraue ich Word nicht an, das ist mir zu riskant. Ich spreche aus Erfahrung: Nur mit Text gefüllt sind 25 bis 30 Seiten kein Problem, aber wenn noch Bilder, Fußnoten, Inhaltsverzeichnis, Literaturverzeichnis, Quellenverzeichnis und Abbildungsverzeichnis dazukommen, dann fliegt der Laden auseinander.
Im Moment habe ich zwei Alternativen im Sinn: XML und LaTeX.
XML finde ich sexy: Mit der Syntax bin ich bereits von (X)HTML vertraut, es ist ein Text- und kein Binärformat, es wäre meinem Multimedia-Studium angemessen und mit InDesign kann man es auch noch schön stylen (in erster Linie geht es ja um den Inhalt, deswegen muss ich den Text nicht direkt in einem Layout-Programm wie InDesign schreiben). Der Nachteil: Ich weiß nicht, wie InDesign mit XML zusammenarbeitet. Also es funktioniert prinzipiell, aber ich kenne nicht die genauen Abläufe. Wir hatten in der SAE zwar zwei Wochen DTP-Unterricht mit InDesign, der deckte aber nur Theorie und die Grundlagen der Gestaltung mit InDesign ab. XML ist da denke ich etwas »advanced«. Im Web ist außerdem ziemlich wenig zu diesem Thema zu finden.

Die zweite Alternative ist LaTeX, gesprochen »La-Tech«. Dieses Textsatz-System ist vor allem bei Naturwissenschaftlern beliebt und hat sich seit über zehn Jahren in tausenden von Projekten jeder Größe bewährt. Vorteile: Mit Micha habe ich eine Expertin auf diesem Gebiet, die mir eine Einführung geben kann und die sich schon zur Beantwortung von Fragen bereit erklärt hat. LaTeX ist außerdem kostenlos und für Mac OS X gibt es nicht nur eine LaTeX-Distribution, sondern mit TeXShop auch eine anscheinend gute Software (Apple Design Award 2002) sowie tonnenweise deutsche und englische Dokumentation im Netz, ob Mac-spezifisch oder zu LaTeX generell (1, 2, 3).
Mit LaTeX wollte ich mich vor Jahren schon mal beschäftigen, habe aber nie richtig damit angefangen (die Lernkurve ist sehr steil). Eines von beiden Systeme (InDesign mit XML-Input verwenden oder LaTeX) muss ich sowieso lernen. Mal sehen, für was ich mich entscheide. Meinungen, Tipps?

Okay, ich bin fast in München, währrend ich das schreibe (1, 2). Der ICE fuhr mit 15 Minuten Verspätung aus Erlangen ab und bis Augsburg konnte er die Verspätung auf 20 Minuten ausbauen. Um 13 Uhr verließen wir Augsburg und eigentlich wäre die Ankunft in München 13:09 gewesen – von Augsburg bis München benötigt der ICE aber 30 Minuten.

Erschienen am Donnerstag, 11.12.2003 @ 12:20 | Kommentare deaktiviert
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