Samstag, 20.12.2003
Okay, die Abschlussprüfung Wirtschaft liegt nun auch hinter mir. Wieder ein Schritt näher am Fachabitur. Gestern war Englisch dran.
Noch vor einer Woche hätte ich über den heutigen Tag gesagt, dass es ein Desaster werden würde, aber es lief doch ganz gut. Mit der Zeit kam ich auf die Minute hin. Zehn Minuten mehr hätten auch nichts mehr gebracht, manche Dinge wusste ich einfach nicht.
Insgesamt gibt’s 100 Punkte zu verteilen, je 50 für VWL und BWL. Das Themenspektrum war recht bunt, so dass es keinen Sinn macht, das hier aufzuführen. Bei vielen Fragen schrieb ich wie ein Wasserfall, bei anderen machte ich einfach nur einen Strich hin, Stichwort »Leistungsbilanz« (keine Sorge, habe ich nur zweimal gemacht, je zwei Punkte).
Mit etwas Glück ist vielleicht sogar eine Zwei drin, ein Dreier oder Vierer sollte es aber schon sein.
Ich bin so froh, dass das endlich hinter mir liegt. Nichts gegen den Unterricht unserer beiden Lehrer – Herr S. im dritten Trimester in VWL und Herr K. im jetzigen vierten Trimester in BWL –, der war exzellent. Sehr abstoßend waren jedoch die Begleitmaterialien, die dicht dran waren an der jenseitigen Qualität von Informatik-Buch und Informatik-Hausaufgaben-Bögen: Trockenste Materie, nur spärlich gespickt mit Beispielen aus dem wirklichen Leben, gepaart mit Worthülsen wie aus dem Maschinen-Gewehr, Glanzlichter wie diese hier:
»Kostenträger sind Leistungen, deren Erstellung Kosten verursacht.«
[...]
»Leistungen ohne Ertragscharakter sind kalkulatorische Leistungen.«
[...]
»Leistung ist das in Geld bewertete Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit.«
[...]
»Aufwand ist der Wertverbrauch von Gütern innerhalb einer Rechnungsperiode. Kosten sind die Werte der Güter und Dienstleistungen, die für die Leistungserstellung verbraucht werden.«
[...]
»Der Zahlungsverkehr bezeichnet die Gesamtheit der Kaufkraftübertragungen.«
Worte bei denen man sich denkt: »Schön.«
Begriffe wie »Leistungserstellung« oder »Kaufkraftübertragungen« kann man sich noch ins Deutsche übersetzen, aber »angenehm zu lernen« ist etwas anderes.
Dazu Hausaufgaben-Bögen wie ich sie hasse: Es wird nur auswendig gelerntes Wissen abgefragt und nicht Verständnis. Zu Fragen den Fragen kann man die Antworten i.d.R. 1:1 aus dem Buch abschreiben. Fragen wie:
»Welches Ziel verfolgt das strategische Controlling?«
– Antwort: »Beim strategischen Controlling steht im Vordergrund, langfristig erfolgversprechende Geschäftsfelder auszubauen und Kernkompetenzen zu entwickeln.«
[...]
»In welchen Schritten verläuft die Kostenstellenrechnung?«
– Antwort:
- »Bildung von Kostenstellen und Verteilung der Gemeinkosten auf die Kostenstellen«
- »Innerbetriebliche Leistungsverrechnung (Abrechnung der Kostenstellen untereinander)«
- »Ermittlung der Gemeinkostenzuschlagssätze als Grundlage für die Kostenträgerrechnung«
Das ist die große Gefahr dabei: Man wird verleitet, es sich bei den Hausaufgaben einfach zu machen (und exakt diese Antworten sind verlangt!) und fällt dann bei den Prüfungen auf die Nase. Um bei den Hausaufgaben nicht vor Langeweile vornüber zu kippen, bringt man durch Umformulierung der Antworten aus dem Buch etwas Spannung rein. Im Gegensatz zum noch schlechteren Informatik-Buch gibt es in Wirtschaft immerhin ein Sachregister, um die Antworten schnell finden zu können.
Durch die bereits erwähnten schlechten Bücher (eines für VWL, eines für BWL) wird es einem nicht leichter gemacht, sich richtig auf die Prüfungen vorzubereiten.
Erschienen am Samstag, 20.12.2003 @ 15:21
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Tags: Telekolleg
Wie geht’s jetzt weiter?
Am 10. Januar 2004 werden die Ergebnisse der beiden Telekolleg-Abschlussprüfungen von
gestern und
heute bekannt gegeben.
Wer in die mündliche Prüfung kann und will – freiwillig, man kann sich verbessern, aber nicht verschlechtern –, tritt am 17. Januar an.
Zeugnisse und Bescheinigungen gibt’s am 24. Januar.
Mit den letzten Prüfungen für diesen Kurs habe ich jetzt fünf Fächer hinter mir:
- Sozialkunde (Zeugnisnote: 2)
- Deutsch (2)
- Geschichte (2)
- Englisch (Ergebnis am 10.01.04)
- Wirtschaft (Ergebnis am 10.01.04)
Diese Fächer stehen für mich noch aus und kommen im nächsten Kurs:
- Mathematik (1. bis 3. Trimester)
- Physik (2. Trimester)
- Technologie/Informatik (3. Trimester)
Wann droht welches Fach?
- 1. Trimester: 01.03.04 – 28.05.04 (Mathe)
- 2. Trimester: 28.06.04 – 29.10.04 (Mathe, Physik)
- 3. Trimester: 15.11.04 – 18.02.05 (Mathe, T/I)
- [4. Trimester: 07.03.05 – 03.06.05]
In etwas über einem Jahr, am 12. März 2005, kann ich dann hoffentlich drei Kreuze machen, denn das ist der Tag der Mathe-Abschlussprüfung. Meine weiteren Prüfungstermine:
- Mathematik: 19.06.04 (1. FP), 15.01.05 (2. FP), 12.03.05 (AP)
- Physik: 20.11.04 (FP)
- T/I: 26.02.05 (FP)
Am 13.07.2005 ist Zeugnistermin. :-)
Der neue Telekolleg-Kurs beginnt am 1. März 2004. Falls sich Leser aus Bayern, Rheinland-Pfalz oder Brandenburg dafür interessieren: Anmeldeschluss ist der 15. Februar 2004.
Hier nochmal ein wenig ausführlichere Informationen für diejenigen die nicht wissen, was das Telekolleg ist:
Durch das anderthalb-jährige Telekolleg (vier Trimester zu drei Monaten plus Ferien) kann man neben dem Beruf die Fachhochschulreife erwerben. Gelernt wird zu Hause mittels täglichen, halbstündigen Sendungen, Begleitmaterial (Bücher, CD-ROMs) und Hausaufgaben-Bögen. Die Abgabe der Bögen zu den Unterrichtstagen (»Kollegtagen«) samstags ist Pflicht, um an den Festellungsprüfungen teilnehmen zu dürfen.
In Deutsch, Englisch und Mathematik werden zwei Festellungsprüfungen geschrieben (Ende des ersten und dritten Trimesters bzw. in Englisch Ende des ersten und vierten Trimesters). Die Noten aus den Feststellungsprüfungen bilden die Vornote, die genauso viel wiegt wie die Note der Abschlussprüfung. Bei besserer Abschlussprüfungs-Note überwiegt diese wenn der Durchschnitt auf der Kippe steht, bei schlechterem Abschneiden kann man in eine mündliche Prüfung gehen (auch nur, wenn der Durchschnitt ,5 ist).
Zur Anmeldung muss eine Fachrichtung gewählt werden: Wirtschaft, Technik und Sozialwesen.
Wirtschaftler haben im dritten Trimester VWL und im vierten Trimester BWL. Ende des vierten Trimesters gibt es eine Feststellungs-Prüfung über beide Fächer und eine Abschlussprüfung. Außerdem gibt’s Technolgie/Informatik im 3. Trimester (FP-Note = Zeugnis-Note).
Die Techniker haben Chemie als Nebenfach im ersten Trimester (FP-Note = Zeugnis-Note) und ein zusätzliches Physik-Trimester (zwei Physik-FP plus Abschlussprüfung, Wirtschaft- und Sozialrichtung nur eine Physik-FP Ende des 2. Trimesters für die Zeugnisnote).
Die Sozialrichtung bekommt als Nebenfach Biologie im zweiten Trimester (FP-Note = Zeugnis-Note) und Psychologie im vierten Trimester (FP als Vornote und Abschlussprüfung).
In den Nebenfächern Sozialkunde und Geschichte, die beide nur ein Trimester unterrichtet werden, gibt’s nur eine Feststellungs-Prüfung (=Zeugnis-Note).
Vom 08.12.03 bis 27.02.04 läuft ein Vorkurs. Für manche Leute ist der Pflicht (siehe Telekolleg-Website) – wer Mittlere Reife hat, muss ihn aber nicht machen. Zumindest die Sendungen, v.a. in Mathematik, sind jedoch sehr empfehlenswert, falls man schon etwas länger aus der Materie raus ist. Ich hatte 7 Jahren mit dem Mathe-Stoff nichts mehr zu tun und musste deswegen Mathe auf den nächsten Kurs schieben. Die Sendetermine und Themen für den Vorkurs gibt’s ebenfalls online.
Zur Möglichkeit, das Telekolleg auf zwei Kurse aufzuteilen, habe ich schon mal geschrieben. Nicht absolvierte Fächer müssen unbedingt im nächsten Kurs abgeschlossen werden, sonst darf man von vorne anfangen. In meinem Fall war es kein Problem, mich erst während des laufenden Kurses für diese Möglichkeit zu entscheiden. Ich bin einer von zweien, die diesen Weg gewählt haben. Der Kollege ist auch an Mathe gescheitert, hat aber immerhin bis kurz vor der zweiten FP durchgehalten.
Beim Start des Telekollegs waren wir glaube ich 38 Leute. Bei den beiden Prüfungen an diesem Wochenende haben noch 16 mitgeschrieben. Die meisten anderen haben schon nach den ersten sechs Monaten aufgegeben. Wenn man jemanden an drei Kollegtagen hintereinander nicht sieht ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass er/sie aufgegeben hat (davon ab, dass Unmengen von Stoff fehlen, den man auch für die Prüfungen braucht, und dass Präsenz Pflicht ist).
Das Telekolleg ist eigentlich nicht zu schwer (bis auf Mathe vielleicht), es nimmt nur sehr viel Zeit in Anspruch: An Samstagen die Kollegtage von 8 bis 13 Uhr, meistens zwei-wöchentlich, manchmal nur alle drei Wochen aber durchaus auch mal wöchentlich. Die Kollegtage finden in Bayern an einer lokalen Fachoberschule/Berufsoberschule (Kollegtagsschulen) statt, in Rheinland-Pfalz an Berufsbildenen Schulen und in Brandenburg an bestimmten Volkshochschulen. Dazu kommen die halbstündigen Fernsehsendungen fünfmal die Woche, die Kapitel in den Büchern, die Hausaufgaben-Bögen (etwa eine Stunde pro Stück pro Fach)…
Für weitere Infos und Anmeldung: www.telekolleg.de.
Erschienen am Samstag, 20.12.2003 @ 17:49
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Tags: Telekolleg