Ice-Biking – diesmal wirklich
Es hatte minus 2,2 Grad, und bei unter null Grad spricht man offiziell vom Ice-Biking, wenn man mit dem Rad unterwegs ist. Die Straßen waren frei, nur hier und da ein paar festgefrorene Schneeflächen. Spät fuhr ich ein Stück auf einem Feldweg, da lag mehr von dem weißen Zeug. Es ging ganz gut voran, aber speziell auf dem Feldwegh hätte ich mir doch Spikereifen gewünscht.
Ob’s kalt war? Nein, es ging. Kürzlich bestellte ich bei tchibo.de ein paar Wintersachen – TCM tut’s, es müssen in diesem Fall nicht dreimal so teure Markensachen sein.
Heute stand der Test an: Dicke Langlaufsocken (4 €) in meinen Halbschuhen (kein Stiefel), lange Funktionsunterwäsche (9,99 €) sowie eine »Kälteschutzmaske« (4,99 €). Die »running tights« (14,99 €) habe ich bei dieser Tour noch nicht ausprobiert; über der langen Funktionsunterhose trug ich meine dicke Winterjeans. Über dem langen Funktionsunterhemd wärmte mein Kapuzenpulli von Bon Prix, der bereits im ersten Winter anfängt auszuleiern (dennoch mein Lieblingspulli, und das, obwohl ich Pullis gar nicht mag). Über dem Pulli meine Winterjacke. Es war trotzdem noch recht dick (»Michelin-Männchen«); so ganz traue ich dem Zwiebelschicht-Prinzip bei den Temperaturen noch nicht.
Die Hände schützte ich mit meinen Handgelenk-langen Leder-Handschuhen. Wenn es noch kälter wird, wären andere Handschuhe angebracht, die bis über die Uhr reichen und den Wind nicht in die Jacke reinziehen lassen.
Die Socken: Sensationell. Ich habe zwei Paar der Größe 42-46 bestellt (ich habe Schuhgröße 46), und wenn es die Dinger nächsten Winter wieder von TCM gibt, werde ich weitere Paare bestellen. Die Langlaufsocken sind wadenhoch und schützen gut die Unterschenkel, wo es mit meinen normalen Socken in Halbschuhen bei dem Wetter arg zugig wird.
Darüber hinaus eignen sie sich auch prima als Hausschuh-Ersatz: Sie sind dick genug, um auf Fließenboden nicht zu frieren (oder auch auf kalten Bahnsteigen in der Frühe), denn die Lauffläche ist verstärkt und die Ferse und die Zehenregion sind nochmals extra dick. Die Socken passen gut – sie sind für den richtigen Fuß jeweils mit »R« bzw. »L« beschriftet –, kleiner dürften sie aber für mich nicht sein.
Die Funktionsunterwäsche ist eigentlich keine richtige Funktionswäsche, denn die Ware von TCM hat noch einen hohen Baumwoll-Anteil (55% Baumwolle, 45% Polyamid). Baumwolle saugt sich beim Schwitzen schnell voll und trocknet sehr langsam. Funktionswäsche ist dazu da, sich nicht voll zu saugen, sondern die Feuchtigkeit weiter nach außen zu leiten.
Trotzdem war ich mit der TCM-Wäsche recht zufrieden: Sie liegt eng an und hält so warm. Gefroren habe ich am Rad nicht. Andererseits habe ich dann während der zweistündigen Besprechung im normal warmen Zimmer auch nicht geschwitzt. Scheint mir auch gut für die Wohnung geeignet zu sein, zum Beispiel nach dem Baden.
Größer könnten die beiden Teile jedoch gerne sein, XL ist für mich an sich zu klein (Tchibo bietet aber kein XXL an).
Die Kälteschutzmaske: Muss man sich als eine Art »halbe Sturmhaube« vorstellen. Man legt sie sich um den Hals und fixiert sie im Nacken mit einem breiten Klettverschluss. Vorne deckt sie den Bereich zwischen Kehlkopf und Nase ab und lässt keinen Wind ans Gesicht. Geatmet wird durch Löcher in der Maske, die Luft wird dadurch auch etwas vorgewärmt.
Allerdings beschlägt die Brille recht schnell; die Maske ist jedoch mit Brille angenehmer als eine normale Sturmhaube. Nachteil: Wenn man den Kopf dreht, verrutscht die Maske. Ein Schal ist trotz Maske noch notwendig.
Insgesamt bin ich von den bestellten TCM-Sachen positiv überrascht. Das Radfahren war ganz angenehm, es war jedenfalls nicht zu kalt. Beim nächsten Versuch probiere ich vielleicht auch mal die Thermo-Laufhose statt der Jeans und eine andere Jacke.
Erschienen am
Donnerstag, 22.01.2004 @ 17:22
Tags: fahrrad, Verkehr
