Archiv für Dienstag, 27.01.2004

Dienstag, 27.01.2004

Erste Schritte im Compositing

Okay, ab in die Heia. Meine Hausaufgabe habe ich leider nicht mehr geschafft: Es geht in der SAE nach den Winterferien und einer Auszeit wegen des Konzepts/Storyboards für das 2. Projekt wieder mit den Pflichtübungen weiter.
Die sechste von zwölf Übungen in den zwölf Monaten des Kurses befasst sich mit After Effects. Diese und letzte Woche hatten wir entsprechenden Unterricht (mehr dazu am Dienstag-Abend). Ich bin absolut begeistert von diesem Programm und habe mich gleich nach meiner Rückkehr aus München gegen 20 Uhr an die Hausaufgabe gemacht, nachdem wir heute die Übungsvorgabe bekommen hatten. [Es wurde etwas später, da ich einer Mitstudentin noch half, ihr iBook mit Panther neu aufzusetzen.] Abgeben müssen wir die Übung erst Ende nächster Woche; Eile ist also nicht geboten.

Wie immer erhielten wir eine Vorlage, die wir möglichst genau nacharbeiten sollen und aus der sich nicht die Vorgehensweise ablesen lest. Im Falle von After Effects ist dies ein fertig gerendertes Video, zusammen mit einigen Dateien Footage-Material. Dieses müssen wir so in After Effects zusammenbauen, dass wir am Schluss ein nahezu identisches Video rausrendern können. Reproduzierbares Arbeiten.
Leider habe ich eine Stunde in die falsche Richtung gearbeitet und durfte deswegen nochmal fast von vorne anfangen, als ich es merkte.   :-(
Naja, aus Fehlern lernt man, und jetzt kann ich mit dem Prinzip der Unterkompositionen umgehen. Circa vier Stunden habe ich Montag-Abend an der Hausaufgabe gewerkelt, bin aber noch nicht fertig. Das Gröbste ist allerdings überstanden, der Rest ist ein Klacks.

Erschienen am Dienstag, 27.01.2004 @ 0:44 | Kommentare deaktiviert
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After Effects

Wie letzten Abend schon erwähnt, war diese und letzte Woche »After Effects« das Thema in der SAE.
After Effects ein Compositing-Programm. Solche Anwendungen benutzt man, um verschiedene Medien miteinander zu verbinden: Bilder, Sounds, Videos, Text. Hinzu kommen Möglichkeiten der Nachbearbeitung (Post-Production) wie Effekte und Korrekturen des verwendeten Materials (»Footage«). Endprodukt ist ein Video, das aus dem Programm heraus in eine Video-Datei berechnet wird (»rendern«). Die Einsatzzwecke für diese Videos sind vielseitig und reichen von kleinen Videos für’s Web bis zur Ausstrahlung im Fernsehen.

After Effects – kurz »AE« oder auch »AFX« – ist für Video das, was Photoshop für die Bildbearbeitung ist: unverzichtbar. Da beide Programme aus dem Hause Adobe stammen, finden sich die bekannten Tools aus Photoshop auch in AE wieder: Einstellungsebenen (Adjustment Layers), Masken, Werkzeuge zur Beeinflussung von Tonwerten (Levels), Farbton/Sättigung (Hue/Satturation) und mehr. Dazu kommt eine Zeitleiste für die Animation.
Das Schöne an AE ist, dass man, wie in Cinema jeden nur erdenklichen Parameter animieren kann. Im Gegensatz zu Cinema kommt man jedoch wesentlich schneller zu brauchbaren Ergebnissen. Ich kann beispielsweise mittels Hue/Satturation ein Bild grün einfärben und eine Sekunde später lasse ich es bläulich erscheinen. Die Zwischenschritte berechnet AE selbst:

Natürlich lässt sich nicht nur dieses eine Bild anzeigen: In weiteren (transparenten) Ebenen können andere Objekte liegen, die darunterliegende Elemente (teilweise) verdecken.

After Effects ist ein Ebenen-basiertes Compositing-Programm. Ein anderer Ansatz sind Nodes, womit wir uns aber nicht weiter befassen werden. Andere Compositing-Programme sind Combustion von Discreet und Shake von Apple, die beide allerdings im High-End-Bereich angesiedelt sind. Gegen die 1.400 Euro von Combustion und die 5.200 Euro von Shake nimmt sich After Effects mit 930 Euro für die Standard-Variante vergleichsweise günstig aus. Shake kam beispielsweise bei der Post-Production von »Herr der Ringe« zum Einsatz (am Schluss der Abspänne von Teil 2 und 3 ist auch ein Apple-Logo zu sehen).

Soweit das Vorgeplänkel, jetzt zum Unterricht!   :-)

Letzte Woche Montag (19.01.) war die Einführung bei Silvio. Im BMC-Kurs hatten wir bereits eine Woche AE, aber das ist lange her und war nur ein kurzer Einblick, um das Programm mal kennenzulernen. Wir fingen daher an diesem Montag dankenswerter Weise ganz von vorne an: Was ist AE, wie sieht die Oberfläche aus und wie beginnt man, damit zu arbeiten? Wir verwenden Version 6, die gegenüber der Vorversion 5.5 ein stark verbessertes Textwerkzeug hat.
Als erste Übung bewegten wir ein kleines Bild von links nach rechts über die Arbeitsfläche (»Komposition«). Wie in anderen Programmen auch, die etwas animieren (Director, Flash, Cinema), sind hierfür Keyframes (Schlüsselbilder) erforderlich. Im ersten Keyframe zu Beginn der Animation werden die X- bzw. Y-Koordinaten für das Objekt angegeben, im zweiten Keyframe am Ende der Bewegung die neuen Koordinaten. Die Zwischenschritte berechnet AE selbst. Der Animationspfad dazwischen ist beeinflussbar, ebenso wie die Geschwindigkeit über die Keyframe-Interpolation. Wenn mein Objekt eine komplizierte Bewegung machen soll, setze ich an entsprechenden Stellen einfach weitere Keyframes, wie Wegpunkte.
Wie bereits erwähnt, kann jeder nur denkbare Parameter animiert werden, nicht nur die Position. Ein Beispiel für eine Animation von Farbton/Sättigung habe ich oben schon gezeigt. Weitere, einfache Parameter sind beispielsweise Transformationen wie Skalierung und Rotation, oder die Deckkraft/Transparenz.

Nach dem ersten Einstieg versuchten wir uns an einigen einfachen Textanimationen, bei denen Text eingeblendet, bewegt und skaliert wurde, und außerdem noch einen Gauß’schen Weichzeichner verpasst bekam. Sehr lecker ist seit AE6 die Möglichkeit der Bereichsauswahl, so dass ich auf den Buchstaben genau bestimmen kann, welche Teile eines Wortes zu einem Zeitpunkt wie animiert werden sollen. Das klingt jetzt vielleicht etwas nüchtern, aber es ist einfach cool!:-)
Anschließend begannen wir eine größere Übung, die uns noch den ganzen Dienstag (20.01.) und den gestrigen Montag beschäftigte: Das Workstation-Beispiel.

Silvio stellte uns einige Dateien Footage-Material auf den Server: Ein Hintergrund-Bild, das Bild eines Cursors, zwei Sounddateien und eine 3D-Sequenz einer explodierenden Kugel, die er aus Cinema als Einzelbilder rausgerendert hat. Außerdem klickten wir uns im Unterricht in Freehand schnell einen Kreis aus Vektorelementen zusammen, so dass wir auch eine Vektordatei verwenden konnten (wird als Illustrator-Datei gespeichert). Die Sache mit dem Kreis sieht kompliziert aus, ist aber eine Sache von zwei Minuten, wenn man weiß, wie’s geht. Diese Dinge standen uns als Footage zur Verfügung:

Heraus kam dieses zehnsekündige Video (3,8 MB): Der Cursor bewegt sich – mit Bewegungsunschärfe– von links unten nach rechts oben auf den Workstation-Schriftzug, der Cursor klickt darauf (optisch durch Skalierung, akustisch durch Soundeffekt), es gibt eine kurze Textanimation, der Cursor wandert weiter, das Vektorrad wird eingeblendet und gedreht, und zum Hintergrund-Sound bewegt sich eine Wellenform durch’s Bild, ehe am Schluss die Kugel explodiert. Dabei bewegt sich der vormals starre Hintergrund.
Die Texte wurden in AE eingegeben sowie animiert, und diese Wellenform ist ein AE-Effekt. Und man achte darauf, dass der Kreis in einer 3D-Ebene gekippt ist.
After Effects ist endgeil

Neben vielen kleinen Handgriffen lernten wir so auch den Umgang mit Masken und Unterkompositionen (wäre jetzt etwas kompliziert, dass zu erklären, außerdem soll das hier ja kein Vorlesungs-Skript werden).

Am heutigen Dienstag eine neue Übung: Eine Figur wird nach und nach auf eine Wand gemalt:

Zur Verfügung stand uns das fertige Bild der Figur und das Hintergrund-Bild. Ergebnis ist dieses Video (10 Sekunden; 4,2 MB). Der Trick dahinter ist der Maleffekt »Vektorpinsel«. Auch hier kommen wieder Masken zum Einsatz und am Schluss einige Keyframes für die Animation. Das Handling des Vektorpinsels ist etwas kompliziert, aber das Ergebnis ist, finde ich, recht eindrucksvoll.

Den Rest des Unterrichts vebrachten wir mit einigen kleineren Dingen: Spezialitäten zur Arbeit mit Videos, Ebenen verbinden (»Parenting«), die »Verwackeln«-Palette, Einstellungsebenen (sind ja schon aus Photoshop bekannt), letzte Fragen, Literatur-Empfehlungen.
Wir lernten außerdem wieder einen Grund mehr kennen, die englische Version des Programms zu kaufen: Das aus Cinema bekannte Null-Objekt heißt im deutsche AE »ungültiges Objekt« (»Die bescheuertste Übersetzung, die ich jemals gesehen habe.«).

Yo, das waren zwei Wochen After Effects-Unterricht. Wir wissen jetzt das Wichtigste, um mit dem Programm etwas anfangen zu können, und um selbst weiter lernen zu können. AE begegnet uns außerdem noch in Form der bereits erwähnten Pflichtübung, in der wir unter anderem drei 3D-gekippte Kreise animieren müssen, sowie in unserem zweiten Projekt: Dafür brauchen wir AE, um den aus Cinema gerenderten Film zu vertonen und ggf. mit Effekten sowie Vor- und Abspann zu versehen (vergesst LiveType).

Erschienen am Dienstag, 27.01.2004 @ 14:54 | Kommentare deaktiviert
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Die Wurmwelle des Monats: MyDoom/Novarg

Die Würmer, die seit einigen Jahren ihr Unwesen treiben, können mir ja nichts anhaben, da sie Windows-Schwachstellen ausnutzen und ein Mac ihnen die kalte Schulter zeigt. Nerven tun sich mich jedoch trotzdem, denn ich werde mit Wurm-Mails zugeschüttet, die ungeschützte Windows-Kisten meist per Outbreak Express in die Welt rausblasen. Noch bietet mein Provider nicht die Möglichkeit, den Posteingang auf dem Server zu scannen und Viren-Mails ungefragt zu löschen (aber er plant das). So muss ich alle Mails runterladen und lokal aussortieren und löschen.
Sobig.F hat sich in meinem Posteingang nicht sonderlich bemerkbar gemacht, aber Swen schlug bei mir ein wie eine Bombe: In den ersten zwei Wochen nach dem Ausbruch gingen jeden Tag 150 Mails mit dem Wurm ein, jeweils 141 KB pro Mail. Drei Filter geschrieben, und mein Mail-Client löscht die Mails lokal direkt nach Eingang. Der Traffic ist noch in meinem monatlichen Paket, nur der Mail-Download dauert durch die Menge länger.

Seit Anfang der Woche sagt der Novarg-Wurm »hello« und er verbreitet sich rasant. Heute gingen bei mir in der Zeit zwischen 13 und 19 Uhr 130 Wurm-Mails ein, in sechs Stunden! Der Wahnsinn…
Ärgerlich auch, dass der Wurm die Absender-Adresse fälscht. Jetzt bekomme ich nicht nur den Wurm im Dutzend billiger, sondern auch noch Benachrichtigungen von Virenscannern, ich hätte angeblich eine Mail mit dem Wurm verschickt und er sei aus meiner Mail an den Empfänger gelöscht worden. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Internet-Anfänger darauf reinfallen und glauben, »anna@freimark.de« hätte ihnen einen Virus geschickt.

Wie kann sich ein Windows-User ein für alle mal von Patch-Orgien befreien? Get a Mac.

Nachtrag (29.01., 08:15 Uhr): Das Wurmaufkommen pendelt sich bei etwa 200 Mails pro Tag ein. Meine Mail-Filter sind angepasst, so dass das Aussortieren schneller von der Hand geht.

Eine nette Textstelle, beim fscklog gefunden:

»I asked him about that, and he told us that many of the computer security folks back at FBI HQ use Macs running OS X, since those machines can do just about anything: run software for Mac, Unix, or Windows, using either a GUI or the command line. And they’re secure out of the box.«

Erschienen am Dienstag, 27.01.2004 @ 22:28 | Kommentare deaktiviert
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