Archiv für Mittwoch, 04.02.2004

Mittwoch, 04.02.2004

Steckdosen-Frage für Fortgeschrittene

Du fährst mit der Bahn und willst unterwegs Dein Notebook befeuern. Gut, Du weißt inzwischen, woran Du die verschiedenen ICE-Generationen von außen und innen erkennst und wo sich im Zug ggf. die Steckdosen befinden.

Bei der Jagd nach Steckdosen gibt es allerdings auch einen Level für fortgeschrittene Spieler: ICE-Züge erkennen, ohne sie zu sehen.
Die Frage ist: Wie kann ich meine Reiseplanung dahingehend optimieren, dass ich schon eine Woche vor der Abfahrt weiß, wo ich Steckdosen erlegen kann? Ohne den Zug je von innen oder außen gesehen zu haben? Lohnt es sich womöglich, einen Zug früher oder später zu nehmen, um das Notebook-Netzteil an eine Dose anschließen zu können?

Stammfahrer einer Strecke werden natürlich wissen, welche Züge die Bahn zu bestimmten Uhrzeiten auf’s Gleis stellt. Gelegenheitsfahrer oder Vielfahrer mit wechselnden Routen haben es da nicht so einfach, aber es gibt einen Anhaltspunkt: Die Zugnummer.
Grundsätzlich ist die Chance sehr groß, bei einer vierstelligen Nummer einen ICE der dritten Generation zu bekommen, also einen ICE3 oder ICE-T. [Um genau zu sein in den Zugnummern 1500 bis 1870.] Und in diesen Baureihen hat es in der Mitte unter jeder Sitzbank eine Steckdose. Bei den Zügen mit dreistelligen Nummern ist es nicht ganz so einfach: Hier können sowohl alte ICE1 dabei sein, die im Inneren nur Steckdosen für die Staubsauger des Reinigungspersonals haben, oder ICE2, bei denen es immerhin an den Tischen eine Steckdose gibt.

Dankenswerterweise gibt es die Website fernbahn.de, und dort diese PDF-Datei (2005 hier). In ihr hat der Betreiber von fernbahn.de, Marcus Grahnert, alle ICE-Zugnummern aufgeführt – inklusive Angaben zu Start- und Zielbahnhof, Höchstgeschwindigkeit und, für die Notebook-Besitzer unter uns wichtig, die Baureihe.
In der Verbindungsauskunft von HAFAS sehe ich zu allen Verbindungen in der Detailansicht die Zugnummer. Ein dreitstelliger ICE? Ein Blick ins PDF verrät mir, ob es sich um Baureihe 401, 402, 403 etc. handelt. Am Schluss des Dokuments ist aufgeschlüsselt, welche Baureihe welcher Generation gleichgestellt ist (401 ist ICE1, 402 ICE2, und in 403, 406, 411 und 415 gibt es Steckdosen unter jeder Sitzbank).

Danke, Marcus!

Erschienen am Mittwoch, 04.02.2004 @ 0:14 | Kommentare deaktiviert
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Der Einsatz / The Recruit

Ich breche gleich auf, um meinen dritten Kinofilm in dieser Woche zu sehen. Am Montag, nach meiner Rückkehr aus München gegen 17 Uhr, war es »Der Einsatz«, gestern gegen 20 Uhr »Lost in Translation«, und heute Abend steht »Underworld« auf dem Programm. Zeit für ein paar Filmkritiken.

»Der Einsatz« – im Original »The Recruit« – lief bereits vor einem Jahr in den USA und vielen anderen Ländern (siehe meine Trailer-Show von Ende Dezember). Einen Trailer gibt’s wie immer bei Apple, eine lesenswerte Kritik von Johannes Pietsch bei den Filmfacts.
Die 115 Minuten sind im Seitenverhältnis 1:2,35 zu sehen – freut mich immer.

Bridget MoynahanRegisseur Roger Donaldson drehte bereits Filme wie »Thirteen Days«, »Dante’s Peak« und »Species«. Hauptdarsteller sind Colin Farrell (»Phone Booth«, »S.W.A.T.«), Bridget Moynahan (bisher kaum in Erscheinung getreten) und Al Pacino (über den man nichts sagen muss).
Pacino gibt dabei einen Ausbilder des CIA, der talentierte junge Leute für die Firma rekrutiert und sie dann durch ein Ausbildungs-Lager schleust (»die Farm«). Farrell und Moynahan sind zwei der Agenten-Azubis und arbeiten nach ihrer Ausbildung für die Agency. Dem Trailer war bereits zu entnehmen, dass Farrell von Pacino auf Moynahan angesetzt wird, die ein Maulwurf sein soll.

Der Film besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil geht es um die Ausbildung in der Farm, im zweiten Teil um die Arbeit nach der Ausbildung für den Geheimdienst.
Mir hat der Film recht gut gefallen: Kurzweilige Unterhaltung, Ausbildungs-Szenario, Agenten-Spielzeuge, Intrigen. Insgesamt schafft es »Der Einsatz« bei mir aber trotzdem nur knapp über das Urteil »Durchschnitt«. Er ist zwar nett, aber eigentlich kein Film, den man gesehen haben muss. Mir wurde der Film noch zusätzlich durch Bridget Moynahan versüßt.   :-)

Erschienen am Mittwoch, 04.02.2004 @ 21:40 | Kommentare deaktiviert
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Lost in Translation

Gestern Abend um acht mein zweiter Film in dieser Woche war »Lost in Translation« von Sofia Coppola, ihrem dritten Film (Trailer). Das Buch stammt ebenfalls von ihr. In den Hauptrollen: Die 19-jährige Scarlett Johansson (»Eight Legged Freaks«, »The Man who wasn’t there«, »Der Pferdeflüsterer«) und Bill Murray (»Ghostbusters«, »Und täglich grüßt das Murmeltier«, »The Royal Tenenbaums«).

Um es direkt zu sagen: Ein ganz heißer Kandidat für meinen Film des Jahres, und völlig zu Recht derzeit auf Platz 140 in den Top250 der IMDB, mit durchschnittlich 8,2 von 10 Punkten bei 10.400 abgegebenen Stimmen.
Einige Leute haben mir empfohlen, ihn auf englisch zu sehen, aber in der Region (Nürnberg-Fürth-Erlangen) läuft er leider nur auf deutsch – noch nicht mal im Roxy in der Originalfassung. Ohne das Original zu kennen: Die deutsche Fassung war denke ich ok.

Über »Lost in Translation« habe ich bereits viel gelesen. Um mal zwei bemerkenswerte Blog-Einträge herauszugreifen: dogfood und The Flow.
Es geht um zwei Amis, die sich in Tokio treffen. Bob Harris (Bill Murray) ist ein alternder Schauspieler, der einen Whiskey-Werbespot drehen soll. Charlotte (Scarlett Johansson) reist als relativ frisch verheiratete Frau eines Fotografen mit. Beide steigen im selben Hotel ab und treffen sich das erste Mal im Aufzug, später dann an der Hotelbar. Beide fühlen sich fremd in der großen Stadt, langweilen sich zu Tode und wollen eigentlich nur schnell wieder weg. Ich will nicht zu viel verraten, daher nur noch dieser Satz zur Handlung: Der Film erzählt von der Begegnung von Charlotte und Bob.

»Lost in Translation« hat alles, was einen guten Film auszeichnet: Er hat eine interessante Story, sehr gute Schauspieler, die absolut glaubwürdig sind, grandiose Bilder, einen Schuss Erotik, ein paar recht witzige Momente, eine tolle Kamera, einen angenehmen Soundtrack und einen guten Schluss. Es ist alles perfekt.
Ein bisschen hatte ich die Befürchtung, »Lost in Translation« würde ein Kopffilm werden, aber das stimmt nicht. Der Saal war ausverkauft (allerdings war auch 4-Euro-Dienstag) und den Reaktionen des Publikums nach zu urteilen, fand man am Film Gefallen. Es ist jedoch wahr, dass man sich ein wenig auf den Film einlassen muss, den »Lost in Translation« ist wie eine Seinfeld-Folge.   :-)
Ich mag solche Filme durchaus, so lange sie nicht so abgefahren sind wie »Punch Drunk Love«, den Kai ebenfalls empfohlen hat, für mich aber das zweitschlechteste Filmerlebnis nach »eXistenZ« war. Kai hat über »Lost in Translation« treffend geschrieben:

»Die ersten deutschen Filmkritiken im Web (also nicht dem Zeitungsfeuilleton) sind überraschend schlecht und stoßen sich an zwei Punkten. Zum einen der Unwille sich auf einen Film einzulassen, der keine stringente Handlung besitzt, die von A nach B führt, inkl. Spannungsbogen und Auflösung, sondern einfach nur "Leben" ist. [...]«

Fazit: »Lost in Translation« ist ein absolutes Muss, viel mehr als nur kurzweilige Unterhaltung. Im Kino anschauen, und in ein paar Monaten der Kaufbefehl für die DVD.
Sofia Coppolas Film ist mehr als nur die seichte Romantik-Komödie, als die er verkauft wird.

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Was gibt’s noch zu sagen? Es wurden zwei sehr ansprechende Trailer gezeigt, nämlich zu »21 Gramm« (Trailer, IMDB) und zum deutschen Film »Was nützt die Liebe in Gedanken« (Trailer, IMDB).
Bei beiden blieb die kurz erzählte Story in positiver Erinnerung, bei den 21 Gramm außerdem die exzellente Musik im Trailer. Im deutschen Film spielen zwei Schauspieler mit, die ich gerne sehe: Daniel Brühl (»Good bye, Lenin«, »Nichts bereuen«, »Vaya con Dios«) und August Diehl (»23«). in »21 Grams« ist gleichfalls erstklassig besetzt: Mit Sean Penn (»The thin red Line«, »Carlito’s Way«) und Benicio Del Toro (»Traffic«, »The usual Suspects«).
Ich bin gespannt: »21 Gramm« startet am 26. Februar, »LiG« am 12. Februar; beide werde ich mir auf jeden Fall ansehen.

Erschienen am Mittwoch, 04.02.2004 @ 21:59 | Kommentare deaktiviert
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