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Dienstag, 10.02.2004

Reason

Im SAE-Unterricht gestern ging es um »Sampling/Sequenzing«.
Der Kurs heißt »Creative Media«, und deswegen lernen wir nicht nur den Umgang mit Pixelschubser-Software wie Photoshop oder After Effects, sondern schauen in den zwölf Monaten auch über den Tellerrand: InDesign im DTP-Bereich, vier Wochen Cinema-Unterricht für 3D-Animationen, 2D-Animation mit Flash sowie drei Programmiersprachen: sieben Wochen Lingo, drei Wochen Javascript und sieben Wochen PHP mit SQL. Zum Tellerrand-Erlebnis gehört auch ein kurzer Einblick in Samping/Sequenzing. Wir werden zwar nicht zu Ton-Ingenieuren ausgebildet wie die Audios im Erdgeschoss, aber ein bisschen Grundwissen auch in diesem Bereich schadet nicht.

Mit Grauen erinnere ich mich an den Mixdown-Unterricht im BMC zurück: Es ist schon cool, Grundlagen über die Funktionsweise eines Mischpultes zu kennen, aber bei den Schaltplänen des Mackie 1604-VLZ pro oder des Yamaha ProMix01 gingen mir die Augen über.   :-)
Für Sampling/Sequenzing mussten wir dieses Wissen vom letzten Sommer wieder freilegen, denn für die Arbeit mit Reason ist es unerlässlich.

Bis ich mich mal im Audio-Bereich hinreichend gut auskenne, ist es noch ein weiter Weg. Inzwischen kann ich zumindest Programme wie Wavelab, Reason oder GarageBand und Soundtrack voneinander unterscheiden. Vor einem Jahr hätte ich kein einziges dieser Programme aufzählen können (ok, GarageBand ist neu), vor ein paar Monaten hätte ich gesagt, dass man damit »irgendwie was mit Audio machen kann.« Inzwischen bin ich schlauer: Wavelab von Steinberg ist ein Schnittprogramm. GarageBand ist ein simpler Loop-Generator mit Aufnahmefunktion von Apple. Soundtrack ist ein Loop-Generator für Fortgeschrittene, ebenfalls von Apple.
Reason von Propellerheads ist ein »Sequenzer«: Quasi Soundtrack für Fortgeschrittene.

Bei Reason hat man es mit einem kleinen Tonstudio zu tun: Man sieht in einem Fenster ein Rack, in das verschiedene Geräte hinzugefügt werden können. Ganz oben ist die Hardware-Einheit, die die Verbindung zur Soundkarte des Rechners herstellt, um Audio auszugeben oder entgegenzunehmen (über MIDI). Und dann schraubt man darunter kilometerlang weitere Geräte in das Rack, je nachdem, was man braucht: Wie in einem Tonstudio baut man Drum-Computer, Effekt-Geräte oder Synthesizer ein. Mit der Tabulator-Taste kann von der Frontansicht auf die Rückseite geschaltet werden, denn die einzelnen Geräte muss man per Mausklick selbst verkabeln. Und hier kommt uns wieder das Wissen aus dem BMC zu gute: Wenn man mal das Prinzip eines Mischpults verstanden hat, ist es eigentlich ganz einfach.   :-)


Reason: Links die Vorderseite des Racks, rechts die Rückseite.
Beide Bilder können durch Anklicken vergrößert werden.

Jochen erklärte uns die Oberfläche des Programms und wiederholte nochmals einige Audio-Grundlagen. Außerdem gab’s eine kleine Einführung ins Thema »Wie ist ein Schlagzeug aufgebaut?«
Wie gesagt, nur ein kurzer Einblick, einen Tag. In der Pflichtübung für Reason geht’s dann auch nur darum, dass wir uns etwas mit dem Programm beschäftigen: 4 Takte mit dem Drum-Computer zusammenstellen (zwei Patterns), einen Halleffekt mit dem Reverb und einen Sample-Loop mit »Dr. Rex«.
Die beiden Bilder oben zeigen die Geräte, die ich in meiner Übung verwendet habe. Von oben nach unten: Hardware-Interface, Mischpult, Drum-Computer, Effekt-Gerät, Loop-Player (»Loop missing«, da ich den Screenshot zu Hause mit der Demo-Version gemacht habe, in der das Sample nicht vorhanden ist). Die Verkabelung auf der Rückseite (von unten nach oben): Aus dem Loop-Player führen zwei grüne Kabel in den Reverb. Dort wird dem Loop ein Hall hinzugefügt, dann führen zwei grüne Kabel in den dritten Kanalzug des Mischpults. Vom Drum-Computer sind zwei rote Kabel in den ersten Kanalzug des Mischpults gezogen (für Bass-Drum und Hi-Hats), außerdem vom zweiten Kanal des Drum-Computers in den zweiten Kanalzug des Mischpults – um die Toms separat regeln zu können; ich hatte ursprünglich überlegt, den Toms einen Hall zu verpassen (deswegen ist der AUX-Regler der zweiten Kanalschiene auch noch aufgedreht). Das Mischpult ist am Schluss natürlich mit dem Hardware-Interface verbunden, um den Sound über die Soundkarte ausgeben zu können.

Wer sich mal ein richtig langes Reason-Rack geben will, kann sich zwei Photoshop-Dateien im Pressebereich der Propellerheads runterladen: Vorderseite und Rückseite. Die Vorderseite hängt in der SAE über der Supi-Theke als Poster und ist ungelogen anderthalb Meter hoch.

Reason – mit dem übrigens Grönemeyers »Mensch« produziert wurde – ist schon nett, aber man muss wissen, was man tut. Sprich: Für Audio-Basteleien sollte man das Gehör haben, ist also nix für mich.   :-)
Wenn sich bei einem Bild mehrere Elemente überlagern, kann ich das durchaus erkennen, aber wenn drei Sounds übereinander kommen, kann ich das nicht mehr auseinander halten. Ihr habt ja keine Ahnung, was für eine Hölle für mich die Wavelab-Übung im BMC war, die ich nicht geschafft habe…   :-)
Einfacher als mit Reason kann man einen Chart-kompatiblen Hit natürlich mit dem Microsoft Hit-Wizard produzieren.   ;-]

Erschienen am Dienstag, 10.02.2004 @ 19:28 | Kommentare deaktiviert
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