Veränderungen im Musikbusiness

Im aktuell Spiegel 8/2004 findet sich ganz hinten ein sehr lesenswerter Artikel der darüber berichtet, wie sich derzeit die Beziehungen zwischen TV-Sendern und der Musikindustrie verändern: »Die Ton-Angeber – Wie TV-Sender das kriselnde Popgeschäft erobern wollen« von Thomas Schulz.
Sehr aufschlussreich.

»Verkaufserfolge wie vor zehn Jahren, als ein Nummer-eins-Hit noch Hunderttausende Platten in einer Woche verkaufte, sind Geschichte. "DSDS"-Gesangsdarsteller Alexander musste nur rund 20 000 Platten verkaufen, um Platz eins der Single-Hitparade zu erreichen – und gilt damit sogar schon als außergewöhnlich erfolgreich. Meist reichen schon 8000 Platten.
Noch dramatischer sieht es auf den hinteren Positionen aus: Für einen Einstieg in die Top 50 reichen mitunter 500 verkaufte Singles. Pro Woche. Bundesweit.«

Der Artikel ist nicht nur aufschlussreich, sondern auch bissig (»DSDS"-Gesangsdarsteller Alexander«). Zwei weitere Auszüge:

»…sondern auch für seine wichtigste Künstlerin bezahlt gemacht hat: Sarah Connor.
Bei den Kinderkanälen Viva und MTV war die stimmgewaltige Delmenhorster Pop-Chanteuse, die inzwischen mehr als drei Millionen Platten verkauft hat, einst mit ihrer ersten Single abgeblitzt – nicht aber bei RTL.«

[...]

»Wer hätte gedacht, dass sich Millionen Platten mit einem schlechten Schauspieler verkaufen lassen, der nicht singen kann und den Text deswegen spricht? Andreas Elsholz, Kleiderständer bei "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" ("GZSZ"), der 1993 wochenlang in den Hitparaden auftauchte, gilt seither als Prototyp singender Seifenverkäufer.«

Wie gesagt, sehr lohnenswerter Text über die Hintergründe zu dem, was uns im Fernsehen so vorgedudelt wird.

 
Erschienen am Mittwoch, 18.02.2004 @ 14:47
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