Sonntag, 22.02.2004
Meine anfängliche Begeisterung
von gestern über die einfachen und günstigen Tarife von E-Plus, die gute Indorr-Versorgung zu Hause, die Sprachqualität und die
angekündigten 3 ¢/Minute ins Festnetz, ist der Ernüchterung gewichen.
Mittlerweile habe ich weiter nach Infos zur Tarifumstellung am 1. März gestöbert und musste feststellen, dass auch E-Plus kein Geld zu verschenken hat.
Zunächst einmal: Die neuen Tarife gelten für Bestandskunden nicht automatisch. Das kann sowohl von Vorteil, als auch von Nachteil sein. Der Grund dafür ist, dass sich bei den neuen Tarifen einige Dinge verschlechtern, und würde man diese für die Bestandskunden übernehmen, bekämen jene ein Sonderkündigungsrecht für ihren Vertrag. Es ist leider nicht so, dass in den bisherigen, guten Professional-Tarifen (»Pro-Tarife«) einfach der Minutenpreis für Anrufe ins Festnetz auf 3 Cent gesenkt wird.
Neukunden/Interessenten, so wie ich, können sich überlegen, ob sie den Vertrag vor oder nach dem 1. März abschließen.
Die Vor- und Nachteile (aus meiner Sicht) von alten und neuen Pro-Tarifen bei E-Plus:
Alte Pro-Tarife (Abschluss bis 29.02.04)
+ Niedrigere Grundgebühr (10, 18 und 26 €)
+ Kostenlose Mailbox
+ Kostenlose Tarifautomatik
+ SMS minimal günstiger (19 statt künftig 20 ¢)
- Hohe Minutenpreise ins Festnetz (30, 20, 10 ¢/Minute in Pro S/M/XL)
Neue Pro-Tarife (Abschluss ab 01.03.04)
+ Niedriger Minutenpreis ins Festnetz (3 ¢/Minute in allen drei Pro-Tarifen)
- Höhere Grundgebühr (20 und 30 € in Pro M bzw. XL; Pro S unverändert 10 €)
- Kostenpflichtige Mailbox (wie netzinternes Gespräch: 30/20/10 ¢)
- Tarifautomatik nur als Zusatzoption (5 €/Monat)
- SMS minimal teurer (künftig 20 statt jetzt 19 ¢)
Zusammenfassend kann man sagen: Nur wer überwiegend ins Festnetz telefoniert, kann bei den neuen Tarifen profitieren. Wer oft die Mailbox anruft fährt u.U. günstiger.
Dass die Tarifautomatik wegfällt, ärgert mich – abgesehen von der wegfallenden kostenlosen Mailbox – am meisten. Ich kann nicht sagen, ob ich die Tarifautomatik jemals in Anspruch nehmen würde in den kommenden zwei Jahren (oder darüber hinaus, wenn ich den Vertrag immer wieder verlängere). Aber ich habe sehr oft kurze Gespräche von unter einer Minute Dauer, und da ist 60/1-Taktung im Pro-S-Tarif ungünstig. Mit der Tarifautomatik wär’ mir das egal: Dann schließe ich einen Vertrag für Pro-M ab (10/10-Taktung) und bekomme in »schwächeren« Monaten nachträglich nur den Pro-S-Tarif berechnet. Mit den neuen Tarifen müsste ich mich auf einen eher ungünstigen 60/1-Tarif festlegen, ohne die Chance, quasi »laufend« zu wechseln, je nach Telefonierverhalten. Der neue Pro-M mit 10/10-Taktung ist mit 20 Euro Grundgebühr zu teuer, falls doch der Pro-S gereicht hätte.
Für 3 Cent vom Handy aus nach München zu telefonieren, während es mich von meinem Festnetz-Anschluss tagsüber das Doppelte kostet, wäre zwar schön gewesen, aber beim zweiten Blick haben die Tarife ab 1.3. für mich zu viele Nachteile.
Ich bin mir noch nicht sicher, was ich mache, denn ich habe ja eigentlich noch acht Monate lang einen schlechten D1-Vertrag an der Backe (siehe gestern). Falls ich jetzt zu E-Plus wechseln wollte, um noch die alten Tarife mitzunehmen (mit kostenloser Mailbox, kostenloser Tarifautomatik und teuren Festnetz-Preisen), müsste ich es bald tun.
Zusätzliches Problem: Das Nokia 6600, mein designiertes, künftiges Handy, ist bei E-Plus derzeit nicht lieferbar. Und einen Vertrag mit einem bestimmten subventionierten Handy kann man laut verschiedenen User-Berichten nur abschließen, wenn E-Plus das Handy liefern kann (hmm, evtl bekomme ich ja eines bei einem unabhängigen Laden…).
Angeblich soll es kommende Woche eintrefen, was aber vom Shop-Mitarbeiter bezweifelt wurde.
Wenn ich das mit dem E-Plus-Vertrag machen sollte, dann wird die kommende Woche zumindest in dieser Hinsicht spannend. Auf Draht sein. Und Sonntag-Nachmittag nochmal den Taschenrechner malträtieren.
Ich überlege, ob ich mir die Erreichbarkeit, die Sprachqualität, das bessere Handy und den besseren Vertrag etwas kosten lassen soll.
Es heißt ja immer, dass früher alles besser war. Mittlerweile habe ich ein paar Dutzend Mal gelesen, dass der »Aktions-Professional-Tarif« von E-Plus, auch »Jubi-Tarif« genannt, der Tarif schlechthin sein soll. Er wurde letztes Jahr im April/Mai für nur wenige Wochen angeboten und bietet die 3 ¢/Minute ins Festnetz sowie die kostenlose Tarifautomatik. Einen Haken hat aber auch dieser vielgelobte Tarif: Keine kostenlose Mailbox.
Lektüre zu den weiteren Entwicklungen bei den neuen Pro-Tarifen: teltarif.de (Meldung und Forum!) und telefon-treff.de.
P.S.: »48 Prozent der Befragten gaben an, auf Handys durchaus verzichten zu können.«
Erschienen am Sonntag, 22.02.2004 @ 3:31
| Kommentare deaktiviert
Tags: diverse, Film-und-Fernsehen
Bei meinen Überlegungen zu neuem Handy und neuem Handyvertrag
gestern und
vorgestern bin ich jetzt zu einem Ergebnis gekommen.
Morgen geht die Kündigung an T-Mobile raus, damit ich das nicht nochmal verpasse. Mit meinem D1-Vertrag telefoniere ich dann bis August/September/Oktober (die Kündigung wird zum 22.10. wirksam). So viel Geld habe ich nicht, dass ich es T-Mobile ohne Gegenleistung hinterher werfen kann – es geht schließlich um 8x 13,20 Euro Grundgebühr.
Außerdem will ich jetzt, beim Blick auf mein Konto, keine 300 Euro für ein neues Handy ausgeben, das eigentlich eine Nummer zu groß für mein Anforderungsprofil ist.
Die Privat-Tarife von E-Plus hatte ich gestern/vorgestern viel zu schnell abgeschrieben und mich auf die Professional-Tarife eingeschossen. Die neuen Pro-Tarife ab März bringen zwar 3 ¢/Minute ins Festnetz, kommen aber mit ein paar Verschlechterungen im Gepäck (Wegfall der kostenlosen Mailbox, Wegfall der kostenlosen Tarifautomatik, höhere Grundgebühren im Pro-M und Pro-XL). Da wäre schnelles Handeln diese Woche angesagt gewesen, hätte ich noch einen der alten Tarife vor der Umstellung am 1. März ergattern wollen.
Dabei ist der Privat-Tarif auch nicht zu verachten, denn ich hatte ein kleines aber feines Detail übersehen: Die Grundgebühr in Höhe von 9,95 Euro kann man vollständig abtelefonieren – auch nach dem 1. März, so dass jetzt keine Eile geboten ist. Oder anders gesagt: Es gibt keine Grundgebühr, dafür 9,95 Euro Mindestumsatz, der auf interne und externe Mobilgespräche, Festnetz-Gespräche und SMS angerechnet wird.
Anrufe zur Mailbox sind zwar kostenpflichtig (39/19 ¢/Min. HZ/NZ) und auch Anrufe zur Service-Nummer 1000 kosten 19 Cent pro Anruf, aber dass man die komplette Grundgebühr verfuttern kann, wiegt diese Nachteile schnell wieder auf, zumindest bei meinem Telefonierverhalten.
Die 3 ¢/Minute ins Festnetz gibt’s beim Privat-Tarif ebenfalls, und zwar wahlweise (4,95 €/Monat). Die 60/1-Taktung lässt sich für 2,90 €/Monat zu 10/10 verbessern, die für mich wichtig sind – ich führe zu 80% Gespräche unter einer Minute.
Jetzt werde ich noch ein halbes Jahr den T-Mobile-Vertrag nutzen, auch wenn ich mich zu Hause ärgern, und mich erstmal weiter mit dem T68i von Sony Ericsson begnügen muss. Im (Spät-)Sommer schließe ich dann gemütlich einen E-Plus-Vertrag ab. Bis dahin gibt’s dann auch das 6230 von Nokia, auf das ich eigentlich aus bin (und das vermutlich etwas günstiger ist). Und für die iSync-Unterstützung ist noch ein halbes Jahr Zeit, die sollte also kommen. Falls es damit doch etwas länger dauern sollte und ich den Vertrag erst später abschließen will, kann ich mit der »Free & Easy«-Karte weiter telefonieren, die ich gestern gekauft habe, um das Netz zu testen.
+++
Um mal herauszufinden, wie sich sieben verschiedene Tarife bei unterschiedlichem Telefonierverhalten rechnen, habe ich heute Nachmittag mal Excel angeworfen und eine Arbeitsmappe mit drei Blättern aus dem Ärmel geschüttelt (ist wirklich nichts aufwändiges).
Verglichen habe ich meinen derzeitigen Telly-Tarif, »Free & Easy Weekday«, den alten/neuen Privat-Tarif von E-Plus sowie die drei alten Pro-Tarife und den neuen Pro-S-Tarif. Wer mag, kann sich die Tabelle runterladen, um eigene Vergleichsrechnungen anzustellen.
Im ersten Blatt »Eingabe« wird die Anzahl von verschiedenen Telefon-Verbindungen eingetragen. In meinem Fall sind Verbindungen zu D1 und O2 relevant, außerdem ins Festnetz und zur Mailbox, jeweils Haupt- und Nebenzeit. In der Spalte C wird die Anzahl für kurze Gespräche (pauschal jeweils 30 Sekunden) eingetragen, in die Spalte D die längeren Gespräche mit 90 Sekunden Dauer. Die Unterscheidung ist nötig, um die 60/1-Tarife zu berücksichtigen. Für längere Gespräche kann ja ein Vielfaches eingegeben werden (z.B. eine »4« in Spalte C für ein zweiminütiges Gespräch – viermal 30 Sekunden). Insgesamt also 16 Parameter (die Felder für Festnetz-Fern habe ich doch nicht gebraucht, ist ggf. für Local-Angebote interessant). Das ist etwas detailierter als Tarifrechner, in denen man nur stur die Anzahl der telefonierten Minuten eingeben kann, ohne zu berücksichtigen, wohin man telefoniert.
Auf dem zweiten Blatt »Berechnung« werden die Eingaben des ersten Blattes in sieben Tarifen berechnet und am Schluss jeweils summiert. In Spalte E sind die Preise für die verschiedenen Verbindungsarten hinterlegt, in Spalte F wird die Anzahl der Verbindungen mit dem Minutenpreis multipliziert und anschließend halbiert (halber Minutenpreis wegen den 30 Sekunden) – sofern es ein Tarif mit 10/10-Taktung oder besser ist. In Spalte G das selbe Spiel, allerdings mit dem anderthalbfachen Minutenpreis für die 90-Sekunden-Verbindungen.
Auf dem dritten Blatt »Ausgabe« ganz links die summierten Gesprächspreise, zuzüglich der Grundgebühr in Spalte C und abzüglich eventuell inkludierter Gesprächsguthaben in Spalte D. In Spalte E die Endsumme für den Beispielmonat, rechts daneben eine Jahressumme. Die sieben Tarife stehen in sieben Zeilen untereinander, so dass man leicht ablesen kann, welcher Tarif bei einem bestimmten Telefonierverhalten (Eingabeseite) am günstigsten ist, unter Berücksichtigung von Grundgebühr und Gesprächsguthaben.
Fazit meiner Excel-Spielereien: Derzeit telefoniere ich hauptsächlich ins D1-Netz und zu O2-Kunden. Bei meinem Telly-Vertrag sind die Verbindungspreise zu anderen D1-Kunden natürlich günstiger (netzintern) als von E-Plus zu D1. Da im Privat-Plus-Tarif die gesamte Grundgebühr von 9,95 Euro vertelefoniert werden kann (bei meinem D1-Vertrag nur 4,41 Euro von 13,20 Euro Grundgebühr), kann der Privat-Plus sehr lange mit dem D1-Tarif mithalten (Pi mal Daumen bis etwa 25 Euro bei einer Mischkalkulation; hängt von den Parametern auf der Eingabeseite ab). Den Vergleich mit der F&E-Karte braucht der Privat-Plus ebenfalls nicht zu scheuen.
Die vier Pro-Tarife (die drei alten und der neue Pro-S) sind durch die hohen Grundgebühren (10/18/26) und die ungünstige Taktung im kleinsten Tarif (Pro-S mit 10 Euro Grundgebühr) nichts für Wenig-Telefonierer. Ab ca. 30 Euro kann ein Pro-Tarif günstiger sein, aber es hängt natürlich ebenfalls von den Parametern ab (und ob man Tarif-Automatik sowie die kostenlose Mailbox hat oder nicht).
Der Excel-King kehrt zurück in: »Buchhaltung selbst gemacht«
Erschienen am Sonntag, 22.02.2004 @ 23:56
| Kommentare deaktiviert
Tags: diverse, Film-und-Fernsehen