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Donnerstag, 11.03.2004

21 Gramm: Let’s do the timewarp again

Kurzfristig habe ich mich heute Abend entschieden, allein ins Kino zu gehen. War zeitlich günstig und mir war gerade danach. Ich entschied mich für »21 Gramm« (IMDB, Trailer) von Alejandro González Iñárritu. Das Buch stammt von Guillermo Arriaga. Eine »This is that«-Produktion, vertrieben von Focus Features und Constantin (deutscher Distributor). Das Seitenverhältnis ist 1:1,85.

Mich hat der Trailer neugierig gemacht: Interessanter Anfang, gute Musik. Der Film wurde zudem hoch gelobt: In der IMDB hat er eine durchschnittliche 8,0-Wertung, er war für zwei Oscars nominiert (Naomi Watts in der Hauptrolle, Benicio Del Toro in einer Nebenrolle) und Heinz sowie 24 Besucher von zelluloid.de bewerteten ihn mit 90%. Mir war klar, dass es eher ein Kopffilm wird, der Fragen auffwirft, kein Popcorn-Film.
Trotzdem hat er mich enttäuscht.

Aus der Geschichte hätte man einiges machen können: Die Schicksale dreier Personen bzw. ihrer Familien treffen sich an einer Kreuzung wegen eines Autounfalls. Da ist der Fahrer des Unfallverursachers (Jack Jordan, gespielt von Benicio Del Toro), ein gläubiger Christ. Paul Rivers (Sean Penn), todkrank, erhält das Herz des Unfallopfers und findet später heraus, wer den Unfall verursacht hat und wer die Opfer waren. Er besucht außerdem die Witwe des Opfers, Cristina Peck (Naomi Watts). Der Film erzählt die Geschichte dieser Personen vor und nach diesem Unfall.
Mich haben aber mehrere Dinge massiv gestört.

Die Musik ist zwar sehr gut, kommt aber höchst selten zum Einsatz. Tatsächlich sind die meisten Szenen nicht mit Musik untermalt – ich vermeide es zu sagen, »sie kommen ohne Musik aus«, denn das trifft es nicht. So wie ein Döner mit seiner Soße steht und fällt, so steht und fällt ein Film mit seiner Musik. Man stelle sich mal einen Suspense-Klassiker oder einen Teenie-Slasher ohne Musik vor – langweilig!
Ebenfalls nervig war ein manchmal sehr starkes Rauschen, wohl absichtlich verursacht durch ein grobes Korn.

Am nervigsten überhaupt war die Erzählweise, die in den Zeiten hin und her gesprungen ist. Normalerweise haben Filme mit einem nicht-linearen Handlungsverlauf von Haus aus Bonuspunkte bei mir, siehe jeden Tarantino-Film oder »Memento« (IMDB, Trailer) von Christopher Nolan, der in Episoden komplett rückwärts erzählt wurde (die deutsche Film-Webseite stammt übrigens von HS-2).
Das Problem bei »21 Gramm« war jedoch, dass kein Muster erkennbar war. Mal spielte der Film in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart, mal in einer weiter zurückliegenden Vergangenheit, dann wieder in der nicht so weit zurückliegenden Vergangenheit. Hinzu kam, dass das Rumgehopse in den Zeiten nicht nur mit einer Person durchgezogen wurde, wie in »Memento« – das noch vergleichsweise übersichtlich war –, sondern mit einem halben Dutzend Akteuren.

Und sonst? Die Frage, die im Trailer die zentrale Botschaft war und dem Film den Namen gibt, wurde im eigentlichen Film eher an den Rand gedrängt bzw. kam nur unterschwellig vor.

Nee, das war nix.

Erschienen am Donnerstag, 11.03.2004 @ 23:50 | Kommentare deaktiviert
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