Archiv für Montag, 12.04.2004

Montag, 12.04.2004

»Ich mag den Lincoln.« – »Ist ein 76er. Kommt eigentlich erst nächstes Jahr raus, aber ich kenne ein paar Leute, die ein paar Leute kennen, die ein paar Leute ausgeraubt haben.«

Heute ein kleiner Abstecher nach München, Holger am Feiertag besuchen. Aus dem Haus um 10, zurück um 21 Uhr. Bisschen quatschen, ein Subway-Sandwich, und im Kino »Starsky & Hutch« (Trailer). Die Hin- und Rückfahrt habe ich zum Lesen genutzt: Mit dem neuen Spiegel bin ich jetzt durch, im Flash-Buch bin ich ebenfalls gut weitergekommen.
Wir entschieden uns für eine Vorstellung am frühen Nachmittag, ist für mich zwecks Zugfahrt günstiger. Es blieb die 14:30-Vorstellung für sieben Euro im Kino 1 des Mathäser. Jetzt weiß ich wieder, weswegen mir das M nicht besonders zusagt: Steile Sitzlehnen, Plastik-Armlehnen (statt stoffbespannt), insgesamt kein angenehmes sitzen.

Zum Film selbst: Ben Stiller spielt David Starsky, Owen Wilson ist in der Rolle des Ken »Hutch« Hutchinson zu sehen. Darüber hinaus in Nebenrollen: Snoop Dogg, Juliette Lewis, Carmen Electra und Will Ferrell in einem Gastauftritt (er wird nicht im Abspann genannt).
Regie führte Todd Phillips (»Old School«, »Road Trip«). Das Ganze ist eine Warner-Produktion im Verleih der Buena Vista. Für mich immer immer interessant ist das Bildverhältnis, und bei diesem Film sind es erfreuliche 2,35:1.

Story: Starsky und Hutch sind Cops, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite der korrekte Starsky, andererseits Hutch, der, sagen wir mal, die Gesetzeslage sehr großzügig zu seinen Gunsten interpretiert. Nachdem beide zu Beginn des Films Mist gebaut haben, werden sie vom Captain des Reviers dazu verdonnert, künftig zusammen zu arbeiten. Zufällig kommen sie auf die Spur eines Drogenhändlers, der demnächst ein großes Ding drehen will.

Ich fand »Starsky & Hutch« gut: Witz, Action und Seventies. Die Original-Serie habe ich nie gesehen, aber nach dem Film hätte ich Lust drauf (bei Kabel1 lief sie mal, im Moment ist sie aber nicht im deutschen TV zu sehen).
Dafür hat mich der Film aber an eine andere Serie erinnert. »Ein Duke kommt selten allein«.   :-)   Eine nette deutsche Site zu einer der Serien meiner Jugend findet sich auf ein-duke-kommt-selten-allein.de

»Daisy fängt natürlich wieder in Boar’s Nest an. Die Leute beschweren sich schon und sagen: Ohne sie ist es hier wie Radio: Nichts zu kucken.«

Erschienen am Montag, 12.04.2004 @ 21:15 | Kommentare deaktiviert
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Bahnfahrer-FAQ für Gelegenheitsfahrer und ältere Damen

Regelmäßige Bahnfahrer machen öfter folgende Beobachtung: Ältere Fahrgäste stehen häufig zehn Kilometer vor dem nächsten Halt von ihrem Platz auf und positionieren sich an der Tür. Heute auf der Hinfahrt nach München neuer Weltrekord: Zwei ältere Damen standen eine halbe Stunde vor dem Münchner Hauptbahnhof an der Tür.

Bei der Gelegenheit fallen mir ein paar Dinge ein, die Gelegenheits-Bahnfahrer öfter fragen. In über zwei Jahren als Springer für meinen früheren Arbeitgeber (eine Bank) und als jetziger Vielfahrer mit BC100 kann ich ein paar Auskünfte geben. Hier eine kleine FAQ mit Antworten:

  • Wann erscheinen die Reservierungen?
    Die Reservierungen in neueren ICEs (ICE3, ICE-T) erscheinen über den Plätzen, wenn auch über der Tür die LED-Anzeige mit der Wagennummer zu sehen ist. Wenn dann über einem Platz nichts aufleuchtet, ist er frei. Übrigens kann man einen Platz z.B. von München bis Nürnberg einnehmen, wenn er erst ab Nürnberg reserviert ist. Und selbst wenn er reserviert ist bedeutet das nicht, dass die Person sicher kommt.
  • Frage zur Reservierung: Was bedeutet »ggf. freigeben«?
    »Gegebenenfalls freigeben« wird über Plätzen mit Express-Reservierung angezeigt und auf dem Fensterplatz am Tisch für Rollstuhlfahrer (für eine Begleitperson). Man soll sie freigeben, falls jemand mit Express-Reservierung den Platz beansprucht bzw. wenn Rollstuhlfahrer mit Begleitperson kommen.
    »ggf. freigeben« oder »ggf. reserviert« kann auch erscheinen, wenn die Reservierungen noch eingespielt werden.
  • Frage zur Reservierung: Was bedeutet »Express-Reservierung«?
    24 Stunden (oder waren’s 48?) vor Abfahrt werden Reservierungen nicht mehr aus dem normalen Kontingent aller Plätze vergeben, sondern aus einem speziellen Express-Reservierungskontingent. Von diesen Plätzen gibt es nur einige wenige in jedem Zug (m.W. acht pro Klasse), meistens im selben Wagen wie die bahn.comfort-Plätze. Über diesen Plätzen steht nicht, von wo bis wo sie reserviert sind, und ob sie überhaupt reserviert sind, sondern nur »ggf. freigeben«. Während des Einspielens der Reservierungen von Diskette (!) kurz vor Abfahrt aus dem Startbahnhof steht über allen Plätzen für ein, zwei Minuten zunächst »ggf. freigeben«.
    Meistens sind die Plätze nicht reserviert, aber wenn jemand mit einer kurz vor Abfahrt gekauften Reservierung für so einen Sitzplatz kommt, muss man ihn natürlich räumen. Auf der anderen Seite bedeutet das: Reserviert jemand kurz vor Abfahrt, bekommt er immer eine Express-Reservierung, bedeutet: Ein normaler Platz ohne Reservierung kann nicht plötzlich während der Fahrt zu einem reservierten Platz werden.
    Tipp: Wenn man einen Platz reservieren möchte und es heißt, der Zug sei ausgebucht, kann man es entweder kurz vor Abfahrt noch mit einer Express-Reservierung versuchen. Oder, wenn es solche nicht mehr gibt (»Zug ist ausgebucht« heißt es am Vorabend), dann setzt man sich auf einen freien »normalen« Platz oder versucht im Extremfall sein Glück mit einem durch jemand anderen reservierten Platz.
  • Frage zur Reservierung: Was bedeutet »bahn.comfort«?
    bahn.comfort (b.c) ist das Vielfahrer-Programm der Bahn. BahnCard-Inhaber können beim Fahrscheinkauf Punkte sammeln, wobei ein Euro Umsatz ein Punkt ist. Zum b.c-Kunden wird man, wenn man innert 12 Monaten 2.000 Punkt gesammelt hat, woraufhin man bestimmte Annehmlichkeiten in Anspruch nehmen kann. Dazu gehören die b.c-Sitzplatzreservierung und der b.c-Sitzplatzbereich in der Nähe des BordRestaurants bzw. BordBistro. Erste funktioniert wie eine der oben beschriebenen Express-Reservierungen. Der Sitzplatzbereich ist nur eine Markierung über den Plätzen, diese Plätze können nicht reserviert werden. Man sollte sie freigeben, falls ein b.c-Kunde solch einen Platz in Anspruch nehmen möchte (wenn man nicht selbst b.c-Kunde ist). Solange niemand kommt und einen mit Hinweis auf seine Reservierung oder seinen b.c-Status verscheuchen will, kann man sich da hinsetzen.
    Einen b.c-Kunden erkennt man daran, dass seine BahnCard ein leicht anderes Aussehen hat (wo die Karte normalerweise weiß ist, ist sie silber-grau).
  • Was hat es mit dem Kleinkindabteil auf sich?
    Das Kinderabteil ist ein mehr oder weniger aufregend gestaltetes Abteil. Im ICE1 ist es ein normales Abteil, das per Reservierungsschildchen zum Kleinkindabteil deklariert wird, im ICE2 gibt es was zum Klettern und im ICE3/ICE-T ist der Teppich ein »Stadtplan« für Rutschautos a la Matchbox. So lange keine Familien mit Kindern kommen, kann man sich natürlich auch ins Kleinkindabteil setzen. Die Wahrscheinlichkeit ist am Montag-Morgen um halb acht äußerst gering, so dass ich dort immer für freie Plätze in Fahrtrichtung dankbar bin, während der restliche Zug gestopft voll ist.
    Man kann sich aber natürlich auch am Nachmittag dazu setzen, wenn bereits Familien mit Kindern darin sind. Allenfalls sollte man den Platz räumen, wenn weitere Familien mit Kindern zusteigen. Wenn man in der Stimmung ist, macht es auch durchaus Spaß, wenn die Kinder für Action im Abteil sorgen.
  • In welchem Wagen sind wir?
    Im ICE2, ICE3 und ICE-T wird die Wagennummer im Innenraum auf den LED-Anzeigen über der Tür angezeigt, sowie in allen ICE auf den Displays neben den Ausstiegstüren. Wenn dort noch nichts leuchtet: Geduld, kommt spätestens ein paar Minuten vor Abfahrt. Gleichzeitig werden dann auch die reservierten Plätze angezeigt. Während des Einspielens der Reservierungen von Diskette (!) steht über allen Plätzen für ein, zwei Minuten zunächst »ggf. freigeben«.
    Von außen sieht man beim ICE1 sehr leicht die Wagennummern: Sie sind auf den Wagen gepinselt. Ab dem ICE2 gibt es LED-Anzeigen, die aber manchmal erst kurz vor Abfahrt angezeigt werden (wenn auch innen die Wagennummern über den Türen aufleuchten). Bei ICE-T-Zügen ist der erste bzw. letzte Wagen eines Halbzuges (je nach Fahrtrichtung) immer die 21 oder 31. So kann man auch aus größerer Entfernung abzählen, zu welchem Wagen man muss.
    [Beispiel: Ich stehe vor Wagen 22 und weiß daher, dass der nächste Wagen am Schluss bzw. der Zugspitze die 21 hat, also geht's Richtung 23 in die andere Richtung. Und wenn ich zu Wagen 33 wollte, steht ich vor dem falschen Halbzug. Grundsätzlich macht es Sinn, den Wagenstandsanzeiger auf dem Bahnsteig zu nutzen. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass der Zug in »umgekehrter Reihung« fährt: 1. Klasse nicht an der Spitze sondern am Schluss, und daher alle Wagennummern in anderer Reihenfolge.]
  • »Sie sitzen auf meinem Platz.«
    Auch schon erlebt: Eine in Hamburg-Hauptbahnhof zusteigende Frau wollte ihren reservierten Sitzplatz einnehmen, und der seit Altona sitzende Herr hatte diesen Platz ebenfalls reserviert. Die beiden verglichen die Platznummer und Gang/Fenster: Hat übereingestimmt. Dann schauten sie, in welchem Wagen sie saßen: Hat übereingestimmt. Sie kamen zu dem Schluss, dass es sich wohl um eine Doppelreservierung handelte und sie suchte sich einen anderen Platz. Zum Glück kam sie auf die Idee nachzufragen, ob dieser Zug wirklich nach Berlin führe. Fuhr er nicht: Der ICE war über Hannover nach München unterwegs. Das Missverständnis konnte rechtzeitig aufgeklärt werden, so dass sie in Hamburg-Dammtor aussteigen und mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof zurückfahren konnte. Merke: Es gibt keine Doppelreservierungen.
  • Wann öffnen sich die Türen?
    Beim ICE3/ICE-T leuchtet in der Mitte des Druckknopfes zur Türöffnung ein grüner Punkt auf, sowohl an der Wagenaußenseite als auch im Innenraum. Wenn der leuchtet, kann man drücken. Wenn er nicht leuchtet, bringt auch drücken nichts. Letzteres ist gut zu wissen, wenn man z.B. in München am Gleis eines frisch bereitgestellten Zuges steht.
    Beim ICE1 und ICE2 ist es teilweise anders, aber ich weiß nicht mehr, wie’s genau war.
  • Wann erscheint auf dem Display, auf welcher Seite sich die Türen öffnen werden?
    Genau fünf Minuten vor der planmäßigen Ankunft erscheint auf dem Display neben den Ausstiegstüren, ob der Ausstieg auf der linken oder rechten Seite in Fahrtrichtung stattfindet. Könnte für meinen Geschmack etwas früher sein, wenn ich zwischen Erlangen und Nürnberg nicht meinen Wunschplatz bekomme und daher die zehn Minuten bis Nürnberg neben der Tür warte, denn in Nürnberg steigen immer viele Leute aus. Die älteren Damen würden es sicher auch begrüßen, früher Bescheid zu wissen.
  • Dürfen auch Nicht-Behinderte die Schwerbehinderten-Toilette benutzen?
    Ja, nutze ich sogar sehr gerne, da man zum Umdrehen nicht den Raum verlassen muss. Ich verstehe nicht, weswegen manchmal Leute an der Behinderten-Toilette vorbeilaufen, wenn sie frei ist und weit und breit kein Rollstuhlfahrer in Sicht ist.
  • Wo sind die Steckdosen?
    Im ICE3 und ICE-T ist in der Mitte unter jeder Sitzbank eine, im ICE2 gibt es nur an den Tischen eine (wichtig: das orangene Licht muss aufleuchten, das signalisiert, dass die Dose Strom hat). Im ICE1 gibt es nur Steckdosen für die Staubsauger des Reinigungspersonals. Die ICE1 sollen aber »demnächst« umgebaut werden, und evtl gibt es dann auch Steckdosen. Der Umbau der InterCity-Wagen lässt mich aber daran zweifeln, denn dort gibt es nach dem Umbau immer noch Steckzettelchen für die Reservierung, statt einer elektronischen Anzeige (und nach wie vor keine Steckdosen unter den Sitzbänken).
  • Woher weiß ich, in welcher Zug-Generation ich sitze?
    Anlässlich mehrerer Steckdosen-Dramen von Mitreisenden im ICE1 (»Ich muss mein Notebook aufladen!«) habe ich mal aufgeschrieben, wo man in welchen Zügen Steckdosen findet, und woran man überhaupt erkennt, ob man sich nun in einem ICE1, ICE2, ICE3 oder ICE-T befindet. Der Eintrag stammt aus dem letzten September, und die entscheidende Tabelle gibt es auch als PDF-Datei. Man kann auch anhand der Zugnummer erkennen, um welche ICE-Generation es sich handelt (dazu habe ich im Februar etwas geschrieben).

Gute Fahrt!

Erschienen am Montag, 12.04.2004 @ 21:32 | Kommentare deaktiviert
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