Archiv für Mai 2004

Samstag, 01.05.2004

Ode an die Freude

Ein historischer Tag: Heute wir die Europäische Union um zehn Staaten erweitert: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Malta und Zypern. Darunter sind acht Staaten, die früher hinter dem Eisernen Vorhang waren. Knapp sechs Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg rückt Europa so eng zusammen wie niemals zuvor. 450 Millionen Menschen in 25 Staaten leben jetzt in einem Staatenverbund.
Reisen mit dem Personalausweis von Lissabon bis Tallin.

Die Bundesregierung hat eine Kampagne gestartet, die über die Erweiterung informiert. Es gibt einen Kinospot, der seit dem 22. April läuft. Regie führte Sönke Wortmann, produziert wurde er von Bonito. Als Akteure treten auf: Der Schweizer Jörg Kachelmann (»Ich hoffe, Ihr lasst uns in 400 Jahren auch mal rein«), Heinz Hoenig, Ottfried Fischer und Claudia Pechstein.
Der Spot ist auf dem Regierungsserver online, dazu gibt’s ein elf-minütiges Making-of.

Eine Plakatkampagne greift die Themen und Orte aus dem Kinospot auf. Die selben Schauspieler sind auf den Plakaten zu sehen (anklicken zum Vergrößern):


 


 


 

Das ist mal löblich, dass man Werbeplakate als PDF runterladen kann! [Kachelmann, Hoenig, Fischer, Pechstein]
Ottfried Fischer sagte kürzlich in einer JBK-Sendung, dass sich kaum Mitwirkende für den Spot fanden, sehr schade.   :-(
Bislang haben sich alle EU-Erweiterungen positiv ausgewirkt und die Befürchtungen haben sich nie bewahrheitet. Dennoch gibt es neben den Chancen auch Risiken; der Spiegel-Titel dieser Woche gibt auf 19 Seiten Auskunft. Nebenbei: Eine geniale Titel-Illustration, laut »Hausmitteilung« vom Polen Rafal Olbinski, »einen der weltweit bedeutendsten Illustratoren.«

Bei Spiegel-online und im Stern gab es in den letzten Wochen eine Reihe von Artikeln zu den Beitrittsländern:

Am interessantesten finde ich Estland und Malta: In Estland ist in der Verfassung das Recht jedes Bürgers auf einen Internet-Zugang verankert. Das Kabinett besteht aus Mittdreißigern und der Premier kann, wenn er unterwegs ist, auch via Internet an Kabinettssitzungen teilnehmen.
Malta besteht aus zwei kleinen Inseln im Mittelmeer, Malta und Gozo, die eine bewegte Geschichte hinter sich haben. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es in Malta an allen Kirchtürmen zwei Uhren gibt, eine mit der richtigen Zeit und eine mit einer falschen Zeit, um Eindringlinge zu verwirren. Skurril.   :-)

Alles wird sich noch nicht ändern: Es gibt z.B. für die Freizügigkeit lange Übergangszeiten und die neuen EU-Mitglieder gehören noch nicht dem Schengener Abkommen an, so dass es bis auf weiteres auch weiterhin Grenzkontrollen geben wird.

Erschienen am Samstag, 01.05.2004 @ 0:01 | Kommentare deaktiviert
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Fireworks

Die EU-Erweiterung in der gestrigen Nacht war natürlich auch ein Fernseh-Ereignis, zumindest bei den Öffentlich-Rechtlichen. Ich entschied mich für die Sendung in der ARD, moderiert von Jörg Schönenborn, dem WDR-Chefredakteur (der Mann, der in der ARD immer die Wahlergebnisse präsentiert). Im ZDF lief eine Gala, an der ich kein Interesse hatte.
Die ARD-Sendung war recht interessant: Der Reporter Gerd Ruge war in den Beitrittsländern unterwegs, seine kurzen Reportagen wurden gezeigt. Zusätzlich geschichtliche Rückblicke, die rückblickend den Weg zur Europäischen Einigung ebneten: Willy Brandts Kniefall, Prager Frühling, die DDR-Flüchtlinge in der Prager Botschaft, die Öffnung des Eisernen Vorhangs in Ungarn und einige Ereignisse mehr.

Alles hat nicht ganz einwandfrei geklappt mit den 23 Live-Schaltungen: Verbindungsabbrüche, »Ich kann Sie nicht verstehen«. Und dadurch, dass man versuchte, überall gleichzeitig zu sein, hat man zwar vieles gezeigt, aber nichts richtig.
Besonders ärgerlich war das um Mitternacht, als die ARD von einem Schauplatz zum anderen zappte, während die eigentliche Show auf Malta stattfand. Schön, wenn sich der polnische und der deutsche Außenminister auf einer Brücke über der Oder etwas zaghaft umarmen, aber das Bild konnte man am nächsten Tag in jeder Nachrichtensendung sehen.

Wer bei der ARD blieb, verpasste das Beste; ich schaltete kurz nach Mitternacht zum ZDF um, da ich das zielsichere Verpassen von Highlights in der ARD nicht mehr mit ansehen konnte.
Die Malteser zeigten ein Feuerwerk und eine Lichtshow, die man kaum in Worte fassen kann. Würde man ein Adjektiv gebrauen wollen, würden selbst »einmalig« oder »spektakulär« dem nicht gerecht werden, was sich dem Zuschauer da bot: Eine rund 20-minütige Lichtinstallation des Künstlers Gert Hof, in perfekter Symbiose mit Musik von Roger Waters (Pink Floyd). Der Lagerfeuermann hätte seine helle Freude gehabt. Inszeniert wurde das Ganze rund um die gewaltige Festung in Valetta.
Nicht einfach nur ein Feuerwerk; so etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen:

Ich würde ja den Videomitschnitt online stellen, aber vier Gigabyte in DV-Qualität sind etwas viel. Und sich das in einer kleineren Auflösung als PAL und stärker komprimiert anzusehen wäre Blasphemie.   :-)
Einige weitere Bilder (anklicken, um sie in PAL-Auflösung zu vergrößern, oder alle großen Bilder als 1,9 MB große ZIP-Datei runterladen):

Extremst beeindruckend.

Ebenfalls von Gert Hof war die Installation am Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt eine Stunde früher:

Weitere Informationen zu Gert Hof gibt es auf seiner Website, in einem Wikipedia-Eintrag, sowie einem taz-Artikel und in einem Text der Deutschen Welle.
Weitere Fotos des Malta-Feuerwerks finden sich auf www.larmann.net/html/welcome_europe.html.

Erschienen am Samstag, 01.05.2004 @ 10:45 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 03.05.2004

Durchwachsen

Ich weiß nicht, was ich von dem heutigen Tag halten soll. Es ging eigentlich ganz gut los: Schönstes Wetter in München, man konnte bis zu den Alpen sehen. In der SAE der erste Tag des PHP-Unterrichts von Andi, ebenfalls sehr gut.
Am Nachmittag sagte eine Kundin einen Termin ab. Erfreulicherweise tat sich gleich ein neuer Termin in Garching auf: Jemand von der Firma holte mich netterweise in München ab, wegen des Verkehrs vergingen jedoch zwei Stunden zwischen dem Anruf und der Ankunft in Garching, vor den Toren Münchens. Die Kollegen sind sehr nett und es sprang sogar ein kleiner Auftrag für mich heraus. Der CEO nahm mich im Auto mit nach Regensburg, wo ich um 18:33 in den EuroCity nach Nürnberg umstieg.

Bis hier hin eigentlich alles cool, mal abgesehen vom Münchner Verkehr. Der EC sammelte auf dem 60-minütigen Weg bis Nürnberg jedoch 20 Minuten Verspätung ein, da mit einem vorausfahrenden Zug irgendwas nicht passte. In Nürnberg erwischte ich nicht mehr den RE um 19:50, sondern erst den Bummelzug um 20:16 Uhr. Ankunft in Erlangen um 20:45, und mein rechter Schuh brachte mich um: Mit der neuen Fütterung vom Schuster passt was nicht, und an der Ferse kündigte sich eine Blase an.
Egal, rauf auf’s Rad und heimgeradelt. Auf halber Wegstrecke erwischte mich dann ein Platzregen…

Es gibt Tage, an denen bin ich dankbar, 130 Euro für einen Ortlieb-Rucksack ausgegeben zu haben.

Erschienen am Montag, 03.05.2004 @ 22:19 | Kommentare deaktiviert
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<?php print "Hello World" ?>

Jetzt geht’s los! Ab heute sieben Wochen PHP-Unterricht bei Andi von den Gameworkern. Natürlich nicht nur PHP, sondern in diesem Zusammenhang auch noch SQL und die Anbindung an Flash.

Eigentlich war PHP erst ab 24. Mai vorgesehen, und wir hätten jetzt bei Andi drei Wochen »Advanced Authoring« gehabt (Imaging-Lingo, Lingo-3D, Xtras, Shockwave). Sinnigerweiße wurde PHP vorgezogen, da wir das unbedingt in unserem Abschlussprojekt brauchen, und für jenes müssen wir demnächst ein Konzept erstellen. Da ist es ganz gut, in PHP schon mal einen Einblick bekommen zu haben.
Die abgefahrenen Lingo-Sachen kommen dann nach PHP an die Reihe, Ende Juni, Anfang Juli. Anschließend noch zwei Wochen Sommerferien und der »Next Steps«-Unterricht bei Matthias, dann ist der Kurs auch schon rum.

In unserem Abschlussprojekt müssen wir zumindest einige Inhalte dynamisch aus einer Datenbank generieren, zum Beispiel einen Newsbereich oder ein Forum. Diese müssen mittels eines eigenen Content-Management-Systems (CMS) administrierbar sein. Für solche Sachen braucht man PHP.
Die Abkürzung steht für PHP Hypertext Preprocessor (eine rekursive Abkürzung, wie »GNU is Not Unix«).

»Hypertext Preprocessor« bedeutet, dass man den PHP-Code in ein gewöhnliches HTML-Dokument schreibt (siehe Überschrift). Ehe der Webserver die angeforderte Seite an den Browser ausliefert, wird sie durch ein PHP-Modul geschickt, das die PHP-Anweisungen bearbeitet und die Seite neu zusammensetzt bzw. ergänzt. Erst danach geht sie raus an den Browser. Deswegen auch »dynamisch«: Die Seiten werden on the fly generiert und mit den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Daten gefüllt. Ideal für Seiten, auf denen sich viel ändert und notwendig für die Einbindung von Inhalten, die aus einer Datenbank kommen.
PHP muss nicht unbedingt mit einer Datenbank zusammenarbeiten; einfache Informationen können auch in Textdateien auf dem Server abgespeichert werden.

Andi begann seinen Unterricht mit einer Einführung in der Art, wie ich sie eben ganz kurz geschrieben habe. Außerdem gab er einen Ausblick auf die nächsten Wochen: Am Anfang »Standardzeug« (Formulare auswerten, E-Mails versenden), dann Datenbank-Anbindung und gegen Schluss ein kleines Shop-System mit CMS. Wenn noch Zeit bleibt, stoßen wir vielleicht in höhere Sphären vor, in denen Grafiken, PDFs und Flash-Filme dynamisch mit PHP generiert werden.
Nach der theoretischen Einführung erste Schritte in der Praxis. Zunächst richteten wir in Dreamweaver eine neue Site ein. Da auf den Desktops kein Webserver installiert ist, greifen wir mit dem in Dreamweaver integrierten FTP-Client auf einen SAE-Server zu.

Das erste und einfachste Beispiel beim Lernen einer neuen Programmiersprache ist das »Hallo Welt«-Beispiel, siehe Überschrift. Anschließend änderten wir dynamisch den Titel (<title>) einer Website.
In der ersten »richtigen« Übung sahen wir uns Variablen an: Seitentitel, Hintergrundfarbe und einen Inhaltsschnipsel generierten wir nicht direkt mit PHP, sondern speicherten die Werte in Variablen ab.

In der zweiten Übung ging’s schon etwas weiter: Ein Formular, dessen Inhalte wir einmal per GET und dann per POST an eine zweite (PHP-)Datei schickten, um sie dort in Empfang zu nehmen:

<?php $login = $_POST["login"]; $pass = $_POST["pass"]; // In Vars speichern, damit man nicht immer $_POST["login"] // schreiben muss. Ist zur Weiterverarbeitung sinnvoll. if ($login == "max" && $pass == "hurz") { print "Zugriff erlaubt!"; print "<br /">; print "Hallo " . $login; } else { print "Zugang verweitert!"; } ?>

Das ist freilich keine sichere Passwortabfrage, sondern nur ein einfaches Beispiel für den Gebrauch von Variablen und einer if-Abfrage in PHP.
Es folgte noch eine weitere Übung mit einer for-Schleife. Ich habe dazu mal eine Beispieldatei geschrieben: Je nach Eingabe erzeugt das Script eine bestimmte Anzahl von Tabellenzeilen. Ruhig mal auch mit größeren Zahlen probieren (ich habe noch eine if-Abfrage eingebaut, denn mit 5.656.565 Zeilen bringt man Safari zum Absturz).
Im Zusammenhang mit der for-Schleife und den Tabellenzeilen wurde natürlich auch das Escapen von Backslashes angesprochen.

Das war’s dann auch schon mit dem ersten Unterrichtstag. Die kreativ Begabten bei uns im Kurs haben zwar gestöhnt, aber für die Programmier-Leute wie mich war’s ein sanfter Einstieg. Sachen wie die if-Abfrage oder die for-Schleife werden genauso in Javascript und Actionscript geschrieben, so dass es heute eigentlich nichts umwerfend Neues gab. PHP gleicht in der Syntax sehr stark JS und AS, nur dass vor Variablennamen ein Dollar-Zeichen steht, und dass für die String-Verknüfung ein anderes Zeichen verwendet wird.

Zum Schluss gab’s noch Buch- und Website-Empfehlungen von Andi.

Erschienen am Montag, 03.05.2004 @ 22:32 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 04.05.2004

Arbeiten mit Textdateien

Tag 2 des PHP-Unterrichts: Wir arbeiten mit Textdateien. Bei einfachen Strukturen braucht’s keine Datenbank, eine Textdatei genügt.

Mit $content = file("my_textfile.txt"); wird der Inhalt der Textdatei zeilenweise in ein Array geladen, das den Variablennamen $content trägt.
Eine for-Schleife mit dem print-Befehl kann die Zeilen wieder ausgeben. Baut man auch noch eine if-Abfrage ein, könnte beispielsweise die erste Zeile sehr leicht anders formatiert werden:

<?php $content = file("04_textfile.txt"); // Lädt das Textfile in ein Array. $zeilen = count($content); // Die Anzahl der Zeilen des Arrays zählen for ($i=0;$i<$zeilen;$i++) { if ($i == 0) { // Die erste Zeile (i=0) soll anders formatiert werden print "<strong>" . $content[$i] . "</strong><br />"; } else { // Wenn wir nicht in der ersten Zeile sind print $content[$i] . "<br />"; // Vom Array den i-ten Eintrag ausgeben } } ?>

In einer weiteren Übung bauten wir einen einfachen Chat. In einer Datei nachrichten.php steht ein einfaches HTML-Formular und die PHP-Befehle die ausgeführt werden, wenn das Formular abgeschickt wird. Die Chat-Nachrichten werden in die Datei ausgabe.html geschrieben, die von unserem PHP-Script erzeugt wird. Das Ganze wird von einem Frameset frameset.html zusammengehalten.
Für den Chat lernten wir die drei Befehle fopen, fputs und fclose kennen, die man zum Öffnen, Schreiben und Schließen einer Datei benötigt. Ist mit Vorsicht zu handhaben, denn die Datei wird jedes Mal komplett neu geschrieben. Daher müssen auch die bisherigen Chat-Nachrichten zunächst per file-Befehl ausgelesen werden. Außerdem ist auf die korrekte Vergabe der Dateirechte zu achten.

Nach der Pause erhielt jeder noch ein Exemplar eines PHP-Buchs. Diesmal nicht aus dem Galileo-Verlag, sondern aus einem Haus, von dem ich noch nie gehört habe: Omnigena. Der Titel: »PHP interaktiv«. Macht einen guten Eindruck, und es hat eine RepKover-Bindung, so dass das Buch immer aufgeschlagen liegen bleibt.

Erschienen am Dienstag, 04.05.2004 @ 18:58 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 05.05.2004

Sasser

Bei den fast schon täglichen Wurm-Meldungen im Heise-Newsticker senkt sich meine Aufmerksamkeitsschwelle rapide ab. »Hmm, wieder ein neuer Wurm? Netsky.AB? Schön.«
Ich kann inzwischen gar nicht mehr einschätzen, welche Wurmwelle gerade zum »Wurm der Woche« erklärt wurde, und es ist mir eigentlich auch egal. Abgesehen davon, dass ich täglich ein paar Dutzend Würmer in meinen Mails runterladen muss und die nicht minder nervigen, automatisch generierten Viruswarnungen.
Steven von Panic kann der aktuellen Sasser-Welle zumindest noch etwas Komisches abgewinnen:

»I just wanted to formally express my delight about the fact that the latest Windows virus making the rounds is called the “Sasser” worm. I’ve never understood how these viruses get their names, but I’m thrilled about the possibilities of unintentionally hilarious headlines for weeks to come. However, Cabel Sasser seems less amused than I about this development.«

Er kriegt sich deswegen nicht mehr ein, weil sein Kollege und Panic-Mitbegründer Cabel Sasser heißt.

+++

Hier ein Zitat aus einer Heise-Meldung von gestern:

»Der E-Mail-Wurm Netsky.AC versucht derweil, die Sorge vor Wurmangriffen auszunutzen und tarnt sich unter anderem als Removal-Tool für Sasser.B. Als Absender erscheint dann ein Hersteller von Antivirensoftware. Anwender sollten solche Mails sofort löschen, die Hersteller versenden niemals derartige Tools, Patches oder Signaturen per E-Mail.

Systeme, die bereits mit einer Sasser-Variante infiziert sind, laufen Gefahr, noch für weitere Schädlinge als Wirt zu dienen. Beispielsweise dringt Phatbot über dieselbe Sicherheitslücke in Windows-2000 und XP-Systeme ein. Zudem öffnet Sasser Hintertüren, über die zusätzliche Würmer und Trojaner eindringen können. Bei einer Mehrfachinfektion nützen auch die Removal-Tools der Hersteller nichts mehr. Am sichersten ist dann nur noch die Neuinstallation des Betriebssystems.«

Das muss man sich mal geben:
»Bei einer Mehrfachinfektion nützen auch die Removal-Tools der Hersteller nichts mehr. Am sichersten ist dann nur noch die Neuinstallation des Betriebssystems.«

Erschwerend kommt hinzu, dass man derzeit Windows nicht wasserdicht bekommt, ohne Gefahr zu laufen, sich durch die Installation eines bestimmten Patches sein Windows unbrauchbar zu machen. Wenn der Patch nicht installiert wird, bleiben jedoch 14 Sicherheitslücken offen, für die es auch schon Exploits gibt (den IIS auf NT4 und W2K betreffend).

Abhilfe in größerem Stil in Form des Service-Pack 2 für XP ist in weiter Ferne: Das SP2 soll im Spätsommer kommen, die nächste Windows-Version »Longhorn« gar erst im Jahr 2006.
Apple wird dagegen Ende Juni einen Ausblick auf die nächste Major-Version von OS X geben, Version 10.4 »Tiger«, die vermutlich noch in diesem Jahr erscheint. Bis Longhorn rauskommt, dürfte Apple mit Mac OS X bei Version 10.6 angelangt sein, wenn es bei dem bisherigen jährlichen Rhythmus bleibt.

Get a Mac.

+++

Eine Nachricht an diejenigen die sagen, Windows-Alternativen wie Linux oder Mac OS X hätten nur deswegen keine solchen Probleme, weil sie nicht so weit verbreitet seien: Vielleicht, aber ganz und gar nicht nur deswegen.
Man zeige mir die Heise-Meldungen zu Viren und Würmern auf Linux und Mac. Und bitte nicht so einen Hoax-Bullshit wie MP3Concept, der von einem no-name AV-Hersteller verbreitet wird. Und ich will nichts über selbsternannte Experten wie Gregory A. Jackson hören, von dem ich gern wüsste, ob er nach seinen Äußerungen immer noch CIO der Uni Chicago ist (der Herr CIO setzt übrigens auf seiner Homepage Links, die auf seine lokale Festplatte zeigen…).
Ja, es gibt Desktop-Anti-Viren-Software für den Mac, aber ich weiß ehrlich nicht, weswegen. Vielleicht für die rund 30 (dreißig!) Makroviren, die in den letzten 15 Jahren für das alte Betriebssystem aufgetaucht sind?

Und wer überzeugt ist, dass Windows wasserdicht gemacht werden kann, der liest bitte den Heise-Security-Artikel »Unsicher by Design« vom September 2003. Die Behebung des Problems, Service-Pack 2 für XP, lässt wie gesagt bis zum Spätsommer auf sich warten.
Ob es damit getan ist, darf bezweifelt werden, denn viele Anwender verwenden immer noch IE und Outbreak Express in Kombination (1, 2). Zudem erfordert die Installation oder sogar das Ausführen mancher Windows-Programme Administrator-Rechte.

Ah ja, bezüglich des Contra-Arguments, ein Mac sei viel teurer als ein Windows-PC von Aldi: Apple konkurriert nicht mit den Billigangeboten der Kistenschieber. Die Geräte sind mit Gigabit-Ethernet, FW800 etc. luxuriös ausgestattet (ja, ich weiß: »Brauche ich nicht«). Mit den höheren Preisen aus den Hardware-Verkäufen subventioniert Apple außerdem die Entwicklung des Betriebssystems. Aber die vielleicht beste Antwort auf das Preis-Argument ist diese hier:

»I would guess that the havoc caused by Microsoft Windows Trojans and viruses, not to mention the expenses [...] constantly updating and patching the OS, would exceed the supposed cost difference between purchasing and supporting Mac OS X.«

‘nough said.

Erschienen am Mittwoch, 05.05.2004 @ 17:42 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 07.05.2004

Räumlichkeiten

Weswegen ist »Berlin Mitte« seit einigen Wochen nicht mehr im alten Fernsehstudio, sondern in diesem Innenhof? Bleibt das jetzt so? Die Akustik ist beschissen…

Erschienen am Freitag, 07.05.2004 @ 8:10 | Kommentare deaktiviert
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Studiengebühren now

Der grüne Staatssekretär Matthias Berninger (33, MdB) in einem UniSpiegel-Interview zum Thema Studiengebühren:

»Es ist schwer zu erklären, warum ausgerechnet die Qualitätsverbesserung an den Hochschulen ohne Beteiligung der Hochschüler geleistet werden soll, während etwa für Kindergärten zum Teil erhebliche Gebühren fällig werden.«

Berninger macht sich für ein Modell nachlaufender Studiengebühren stark. Die Gelder sollen zudem nicht in die Landeshaushalte eingestellt werden, sondern den Hochschulen zugute kommen. Seiner Ansicht nach sollte außerdem ein Schwerpunkt bei der »frühkindlichen Erziehung« liegen, also im Kindergarten und der Grundschule, wie von Bildungsexperten seit dem Pisa-Debakel landauf, landab gefordert.

In dem (kirchlichen) Kindergarten, in dem meine Schwester als Erzieherin arbeitet, ist man monatlich ab etwa 100 Euro dabei. Pro Kind; Mengenrabatt gibt’s keinen.

Erschienen am Freitag, 07.05.2004 @ 18:54 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 10.05.2004

Rent a Pocher

Oliver Pocher war im gestrigen »Star Search 2«-Viertelfinale Gastmitglied in der Jury. Ich hab’s aufgenommen und mir im Schnelldurchlauf angesehen. Bloggerkollegen von mir mögen ihn ja nicht sonderlich, aber ich denke, er wird unterschätzt.   :-)
Moderator Kai Pflaume ahnte Böses bei der Vorstellung der Jury-Mitglieder zu Beginn der Show: »Oliver Pocher in einer Live-Sendung ist eine Gefahr, ich gebe es zu.« Er sollte Recht behalten, denn wenn einer auf die Sahne hauen kann, dann ist es Olli Pocher:

»Ja, erstmal bin ich total gefrustet, dass Jeanette nicht da ist; ich weiß nicht, was es diesmal ist, die Brüste oder schon wieder die Lippen…«

[...]

[Kai Pflaume über die Kandidatin in der Kinderkategorie: »Das mit der kommenden 'Jeanette Biedermann hat die Presse gesagt.«]
»Genau, das wollte ich auch grad sagen: Verklag’ das Drecksblatt, das ist ja ‘ne Frechheit. Ich meine, seien wir mal ehrlich: Du bist locker ‘nen Meter größer. Du kannst Dich stilvoll anziehen – da macht man Jeanette keinen Vorwurf, da kommt das Zirkuskind in ihr durch.«

Gut, das muss einem nicht gefallen, wie er da vom Leder zieht, aber wo er wirklich unterschätzt wird, das ist seine Schlagfertigkeit. Ich behaupte, er könnte es in diesem Punkt durchaus mit Harald Schmidt aufnehmen. Beispiel: In der Kategorie »Model« staksen die Kandidatinnen wortlos über die Bühne.

Kai Pflaume: So, wir haben drei Menschen in der Jury, die jetzt die Hand am Piepknopf haben…

Olli Pocher: Was? Die haben die Hand am Piepknopf? Was für Schweine! Aber ich weiß jetzt endlich, warum hier die Tücher auf dem Tisch stehen, ehrlich gesagt. [...] Ja, das hat man beim Tabledance kaum besser, kann ich ehrlich gesagt sagen.
[Zu Eva Padberg in der Jury] Echt, ist das toll, wollen wir solche Frauen im Ausland sehen?

Eva Padberg: Ja.

Olli Pocher: Gut, [zur Kandidatin] so lange Du keine Gummibärchen zwischen den Zehen hast und irgendwelche Italiener uns nach Hause bringst…

Olli gibt der ersten Kandidatin vier von fünf Punkten und Kai Pflaume möchte wissen, weswegen. Antwort:

»Ja, vielleicht kriege ich von der anderen die Telefonnummer, von daher ganz eindeutig.«

Kai Pflaume reicht das noch nicht als Begründung und er bohrt nach, was die Kandidatin denn besser machen kann. Olli druckst erst etwas rum, aber dann diese Antwort:

»Du kannst nichts besser machen, Du bist eine ganz tolle Frau, aber da fehlte einfach irgendwas… Die Intonation war nicht so gut, vier Punkte.«

LOL!
Netter Seitenhieb auf Jeanette, denn wenn sie einmal was kritisiert (»Du bist so ein Sonnenschein, ich geb’ Dir fünf Punkte!«), dann ist es die Intonation.   :-)

Erschienen am Montag, 10.05.2004 @ 4:49 | Kommentare deaktiviert
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Made in Germany

Die mutmaßlichen Programmierer der Würmer Sasser und Phatbot wurden laut heutigen Meldungen unabhängig voneinander in Deutschland gefasst.
Mein Mitleid wegen der »Millionenschäden« hält sich in engen Grenzen: Wer ein von Haus aus unsicheres System einsetzt (»Weil’s günstiger ist«) und nicht in der Lage oder willens ist, Patches einzuspielen, darf sich nicht wundern. Nach ILOVEYOU, SirCam, Code Red, Nimda, Bugbear, SQL-Slammer, Blaster, Swen und anderen könnte man eigentlich einen Lerneffekt erwarten.
Dass Sasser auch über Notebooks in Firmennetze eingeschleust wird zeigt vielleicht, dass man auch hinter Firewalls patchen sollte.

Erschienen am Montag, 10.05.2004 @ 18:12 | Kommentare deaktiviert
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Ist er schon zurückgetreten?

Heute habe ich ja den ganzen Tag darauf gewartet, dass Finanzminister Hans Eichel die Brocken hinwirft und zurücktritt. Die Meldungen überschlugen sich am Vormittag: Einzelne Minister verweigerten angeblich Etat-Gespräche mit dem Finanzminister und wollten nur mit dem Kanzler direkt verhandeln, was von Regierungssprecher Bela Anda eilig dementiert wurde.
Dennoch mehren sich die Stimmen in der Koalition, die ein Ende des Sparkurses fordern und für höhere Schulden plädieren. Über Eichel heißt es, er würde weiter den Sparkurs verfolgen und seinen Hut nehmen, wenn die Koalition davon abweichen würde.

Vorletzte Woche erfuhr der Spiegel von einem kleinen Treffen im Kanzleramt, bei dem dass Ende des Sparkurses beschlossen worden sei, nur Finanzminister Eichel hielt tapfer dagegen, einst angetreten als »Eiserner Hans« und »Sparminator«. Der arbeitete einen Entwurf zur Erhöhung der Mehrwertsteuer aus, der vom Kanzler in Minutenschnelle kassiert wurde.
Lektüre: Spiegel 19/04 »Ende der Zumutungen«, Spiegel 20/04 »Der kraftlose Kanzler« und Spiegel 20/04 »Wachsende Löcher«. Sehr lesenswert ist auch ein Artikel von Markus Deggerich auf Spiegel-online: »Um Eichel wird es einsam«.

SPD-Chef Franz Müntefering fordert:

»Wir werden darüber reden müssen, dass der Stabilitätspakt für Sonnenzeiten gut ist, dass man in schwierigen Zeiten dafür sorgen muss, dass das Wachstum nicht völlig in die Knie geht. Dafür muss man dann in guten Zeiten umso stärker sparen.«

Klingt eigentlich gut, aber bei mir gehen da trotzdem die Alarmglocken los: Das erinnert doch sehr an Keynesianismus, der in den 70ern populär war und heute bei Gewerkschaften wieder hoch im Kurs steht. Kurz gesagt geht’s darum, dass sich der Staat antizyklisch verhalten soll: In schlechten Zeiten soll er Geld ausgeben und mit Konjunkturprogrammen die Wirtschaft ankurbeln, in guten Zeiten soll er sparen und die Schulden zurückführen.
Das Problem dabei ist, dass das noch nie funktioniert hat: Schulden wurden immer fleißig gemacht, aber nie zurückgeführt. Volkswirte warnen davor:

»Inzwischen weiß jeder, dass neue Schulden die Steuern von morgen sind.«

Zitat des Wirtschaftsweisen Rolf Peffekoven. Man muss vielleicht nicht gleich die große Keule rausholen wie Friedrich Merz. Peffekoven schlägt u.a. Subventionsabbau vor: Eigenheimzulage, Pendlerpausche etc.
Die deutsche Staatsverschuldung beträgt bis Ende 2004 rund 1,4 Billionen Euro.

Erschienen am Montag, 10.05.2004 @ 18:55 | Kommentare deaktiviert
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»Merkel und Stoiber mischen Beton an.«

Wo ich heute schon mal etwas politisch bin, noch das: Was ich an der Deutschland-Berichterstattung des Spiegel schätze ist, dass man als Leser manchmal das Gefühl hat, ein Reporter stünde neben den Politikern und notiert fleißig mit, was sie in geheimen Sitzungen besprechen. Das passiert nicht nur bei der Regierung wie letzte und vorletzte Woche, auch bei der Opposition war man Mäuschen: »Operation Giftpille«.

»Angela Merkel treibt die Regierung mit einer Zermürbungsstrategie vor sich her: Offiziell predigt die CDU-Chefin Zusammenarbeit und Konsens. In Wahrheit setzt sie auf Obstruktion.«

Der Spiegel ruft noch mal ins Gedächtnis, dass der geplagte Bürger die Praxisgebühr der Union zu verdanken hat, die Union aber die Schuld der Regierung in die Schuhe zu schieben weiß. Dito die Riesterrente, deren bürokratische Monstrosität die Opposition zu Recht beklagt (dabei aber verschweigt, dass sie erst durch Unions-Nachforderungen dazu wurde). Dito Hartz IV: Auch wenn Hartz drauf steht, stecken Unionsideen drin, die diese jetzt bemängelt.
[An was ich mich noch gut erinnere, ist das Debakel um das Dosenpfand, dass durch die Unionsleute Töpfer und Merkel erst möglich wurde.]

Die Strategie dahinter ist, die Koalition aufzureiben und sturmreif für 2006 zu machen.
Aktuell geht’s um das Zuwanderungsgesetz, dass Deutschland dringend braucht und unisono von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden gefordert wird. Über 100 Änderungswünschen kam die Koalition der Union nach, siehe den o.g. Spiegel-Artikel und auch dieses und jenes Interview mit grünen Spitzenpolitikern, die die Verhandlungen aufgekündigt haben.

Bei aller Kritik, eine Sache finde ich doch löblich: Vor der Bundestagswahl forderte u.a. Edmund Stoiber, die Kompetenzen des Bundesrats müssten neu zugeschnitten werden, damit er nicht so viele Gesetze des Bundestags blockieren kann. Mein erster Gedanke war ja: »Mal sehen, was er nach der Wahl erzählt.«
Ende März gab’s einen Spiegel-Artikel über die Fortschritte der Förderalismuskommission, in der sich Stoiber und Müntefering im Vorsitz abwechseln.

Erschienen am Montag, 10.05.2004 @ 19:32 | Kommentare deaktiviert
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No offense

Ich bin heute etwas bösartig, oder?

Erschienen am Montag, 10.05.2004 @ 19:57 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 11.05.2004

Six Feet Under

 
'Six Feet Under'-Teaserplakat

 
Heute Abend (Dienstag) unbedingt von 22:15 bis 23:35 Uhr VOX einschalten: Dann läuft der Pilot zu »Six Feet Under«, einer HBO-Serie (offizielle Website). Die weiteren Folgen der ersten Staffel laufen ab 18. Mai dienstags von 23:10 bis 00:15 Uhr.

Ich habe die erste Staffel im letzten Sommer auf DVD gesehen (UK-Import) und bin recht angetan. Angefixt wurde ich von Kai (1, 2) und Flo. Im letzten Sommer habe ich Kai gelöchert, bevor ich die DVD-Box bestellt habe, und Kai hat Recht:

»Als ich neulich zehn Fragen lang gestochert wurde "Wie ist denn nun ‘Six feet under’?", "Ist es witzig?", "Mit was kann man es vergleichen?" usw…, habe ich zehn mal "Stell dir ‘American Beauty’ als Fernsehserie vor" geantwortet. "Six feet under" ist wie eine entkomprimierte Version von "American Beauty".«

Das liegt wahrscheinlich daran, dass Alan Ball, der Writer von »American Beauty«, auch der Erfinder und ausführender Produzent von SFU ist (und er schrieb die Drehbücher zu einigen Folgen).
Worum geht es in »Six Feet Under«? Alles dreht sich um ein Bestattungsinstitut im Familienbesitz, ein »funeral home«. In der Pilotfolge kommt die Familie zu einem Familienfest zusammen. Doch während jeder auf seinem Weg nach Hause ist, erliegt das Familienoberhaupt plötzlich den Folgen seiner Nikotinsucht. Das Unternehmen heißt eigentlich »Fisher & Sons«, doch bisher hat nur einer der beiden Söhne im Betrieb des Vaters mitgeholfen, David Fisher (gespielt von Michael C. Hall). Durch die Ereignisse bleibt der zweite Sohn, Nate (Peter Krause) länger in der Stadt – und ich verrate nicht zu viel wenn ich sage, dass er mit in das Geschäft einsteigt.

Weitere Hauptrollen sind: Claire Fisher (Lauren Ambrose), die Tochter, die eh noch zu Hause wohnte. Außerdem Ruth Fisher (Frances Conroy), Mutter und nun Witwe. Der Firmengründer Nathaniel Fisher (Richard Jenkins), der zu Beginn der Pilotfolge dahingerafft wird, taucht aber öfter als »Geist« in der Serie auf und gibt seinen Angehörigen Ratschläge.
Dann ist da noch Federico Diaz (Freddy Rodriguez), der bei den Fishers als Präparator angestellt ist, und stolz auf seine Arbeit ist (wenn er z.B. jemanden wieder zusammenflicken kann, der in einer industriellen Teigrührmaschine endete). Außer Federico gibt es noch in anderen Nebenrollen: Brenda Chenowith (Rachel Griffiths), im Pilot eine flüchtige Bekannte von Nate:

Nate: This is my… uh, my girlfriend, Brenda.
Brenda: I prefer the term “fuck puppet”.

Keith Charles, gespielt von Mathew St. Patrick, ist im Hauptberuf Polizist und ansonsten der schwule Freund von David.

Die Serie ist in mehrerlei Hinsicht ungewöhnlich: Da wäre zunächst mal natürlich der morbide, schwarze Humor. Jede Folge beginnt mit dem Tod eines Charakters, der dann von den Fishers in dieser Folge bestattet wird. Die Todesursachen sind manchmal sehr abwegig und können einen schon mal zu einem Schmunzler hinreißen. Andererseits beschleicht den Zuschauer auch durchaus ein beklemmendes Gefühl, wenn nach dem Vorspann die Todesszene zu sehen ist, und plötzlich ein wichtiger Charakter auftaucht.
Ungewöhnlich ist beispielsweise auch das Fahrzeug von Claire: Ein giftgrüner Leichenwagen, eine Hommage an »Harold and Maude«, in dem Harold einen zum Leichenwagen umgebauten Sportwagen fährt.
Ungewöhnlich auch, da »Six Feet Under« als amerikanische Serie recht freizügig mit Sex, Drogen, nackter Haut und Language (»Fuck«) umgeht, was angesichts von F-Wort-Zensur und Nipplegate in den USA ziemlich außergewöhnlich ist. [Evtl liegt das daran, dass HBO kein landesweites Programm ist, ich weiß es nicht.]
»Six Feet Under« ist aber weit davon entfernt, eine Serie mit Schenkelklopf-Humor zu sein. SFU ist subtil, und durchaus auch nachdenklich und leise. Insgesamt eine überaus interessante Mischung.

Abgesehen vom Humor der dunkleren Sorte, der Story und den beschriebenen Zutaten ist die Serie auch technisch absolut perfekt. Die Schauspieler sind exzellent besetzt und sehr überzeugend, die Kameraführung und der Schnitt sind über jeden Zweifel erhaben, ebenso der Sound und die Musikauswahl, die Dialoge sowieso. Alles ein Traum!
Der Vorspann von d-kitchen ist eine Augenweide (QT-Video, Link via Kai). Die Titelmusik ist von Thomas Newman.

Man muss »Six Feet Under« allerdings eine Chance von drei, vier Folgen geben, da die Serie nur langsam in die Gänge kommt. In der Pilotfolge – wie bei jedem Piloten – werden natürlich erstmal hauptsächlich die Charaktere vorgestellt. Im Verlauf der Staffel gibt es noch ein paar interessante Entwicklungen mit Claires Drogenerfahrungen und Davids Homosexualität.

Die offizielle Website von HBO auf www.hbo.com/sixfeetunder, die ich bereits oben kurz erwähnte, ist einen ausführlichen Besuch wert: Genau so muss die Website zu einer Serie aussehen, und nicht anders (auch wenn die Navi etwas übersichtlicher sein könnte).
Es gibt einen Episode Guide mit ausführlichen Zusammenfassungen jeder Folge. Jede Folgen-Zusammenfassung enthält den Nachruf des Verstorbenen der jeweiligen Folge und es gibt kurze Videoclips. Absoluten Vorbildcharakter haben die »Music Credits« auf jeder Folgenseite. Darin ist genau aufgelistet, welche Musik in der Folge zu hören war (Song Nummer 7 in Folge 2, als Nate joggen geht: »Bohemian Like You« von den Dandy Warhols vom Album »Thirteen Tales from Urban Bohemia«, Capitol Records – 2000).
Selbstverstänldich gibt es eine ausführliche »Cast and Crew«-Sektion. Weiterhin zusätzliche Videoclips. Es gibt ein Trivia-Game und Bildschirmschoner, sowie News.
Im »Postmortem«-Bereich gibt es Interviews mit den Machern. Den Flash-Bereich »The Wake« habe ich noch nicht erkundet.

Auf der Website gibt es zwei Community-Bereiche: Ein »normales« Forum über die Charaktere, die Serie an sich, Zitate, Musik oder Vermutungen für die weitere Entwicklung.
In den »Wisteria Room« in der Serie ziehen sich die Charaktere für vertrauliche Besprechungen zurück. In der Online-Version gibt es konsequenterweise ein Forum für das Coming Out ebenso wie ein Forum für »Funeral Directors and Aftercare«, in der Inhaber von Bestattungsinstituten die Fragen der anderen Zuschauer beantworten. Außerdem gibt es Foren zum Leben nach dem Tod, zu Tod und Verlust, Familie oder Krankheiten.

In den USA läuft aktuell die dritte Staffel (die erste Season lief vor ziemlich genau drei Jahren; die deutschen Sender bzw. VOX haben sich sehr viel Zeit gelassen).
Die erste Staffel gibt es sogar schon seit einiger Zeit als deutsche DVD-Box, die zweite Staffel erscheint Anfang Juni in der USA.

Die Serie gewann haufenweise Preise. Um nur die Wichtigsten aufzuzählen: sieben Emmys (sechs 2002, einer 2003) sowie 15 Emmy-Nominierungen in 2003 und 17 Nominierungen im Jahr 2002. Außerdem drei gewonnene Golden Globes 2002 und 2004 sowie fünf Nominierungen für den Golden Globe 2002, 2003 und 2004. Eine Grammy-Nominierung im Jahr 2003.

'Six Feet Under'-Teaserplakat
 
Das Cover der DVD-Box zur zweiten Staffel

Erschienen am Dienstag, 11.05.2004 @ 0:18 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 12.05.2004

MAMP

In der SAE ist aktuell PHP das Thema. Bei Mac OS X werden ja der Apache-Webserver und (u.a.) die Skriptsprache PHP mitgeliefert. Anlässlich des aktuellen SAE-Unterrichts habe ich mir das letzte Woche mal näher angesehen.

Den Apache unter OS X in Betrieb zu nehmen ist eine Sache von einem Mausklick, ungelogen. In den Systemeinstellungen unter »Sharing« den Dienst »Personal Web Sharing« starten, fertig. Die Webseiten, die dann ausgeliefert werden, liegen im jeweiligen User-Verzeichnis im Ordner »Sites«.
Es gibt jedoch noch ein paar Schritte mehr zu erledigen, wenn man PHP und eine MySQL-Datenbank in Betrieb nehmen möchte. PHP wird – wie erwähnt – ebenfalls bei OS X mitgeliefert, das Modul ist in der Apache-Konfiguration aber noch deaktiviert. MySQL muss man sich erst aus dem Web ziehen, installieren und für den automatischen Start des Dienstes sorgen.

Für diese Dinge gibt es Anleitungen im Web, zum Beispiel:

  • Apache Webserving with Mac OS X
    Eine sechsteilige Serie im MacDevCenter von O’Reilly. Die Artikel von Kevin Hemenway sind sehr lustig geschrieben und decken noch ein paar Geschichten mehr ab als nur das Aufsetzen des Servers. Die Texte sind von Ende 2001 und Anfang 2002 und beziehen sich auf Version 10.2 Jaguar von OS X, die Anleitungen funktionieren aber auch mit 10.3 Panther.
  • Setting up PHP, MySQL and Apache on Mac OS X
    Ein Artikel aus der Tastatur von Minh Huynh, Macromedia-Mitarbeiter. Der Text findet sich dann auch im DevNet-Bereich der Macromedia-Website. Er deckt das wichtigste ab, um eine lokale Entwicklungsumgebung ans Laufen zu bringen.
  • Using Apache and PHP on Mac OS X
    Joel Philip beschreibt die notwendigen Schritte auf DevArticles.com. Ich habe nur mit den MacDevCenter- und DevNet-Texten gearbeitet, eine Kollegin hat aber mit diesem Text gute Erfahrungen gemacht.

Jetzt steht dem lokalen Entwickeln nichts mehr entgegen!

Erschienen am Mittwoch, 12.05.2004 @ 10:27 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 13.05.2004

Was für die Bahn-Junkies hier

Heute Abend auf VOX diese SpiegelTV-Reportage: »Hinter den Kulissen des ICE«

»12.000 PS, 330 km/h, 700 Passagiere: Der ICE ist der Vorzeigezug der Deutschen Bahn. Mehr als 130.000 Menschen fahren jeden Tag mit dem "InterCity Express".

Nur mit Hilfe einer ausgeklügelten Logistik kann die Bahn den reibungslosen Betrieb des Superzuges gewährleisten. Vom nächtlichen Boxenstopp im Werk über das Simulator-Training des Lokführers bis zur Zubereitung der Speisen für das Bord-Restaurant: Alle Arbeitsschritte sind genau aufeinander abgestimmt und unterliegen einem minutiösen Zeitplan. Ein einziger Fehler würde den engen Fahrplan der 153 “ICE”-Züge durcheinander bringen.

SPIEGEL TV Extra wirft einen Blick hinter die Kulissen des ICE. Eine Reportage über Lokführer im Versuchszug, Reinigungskräfte im Zeitdruck und Schaffner im Feierabendstress.«

VOX, 22:15 bis 23:10 Uhr.

Erschienen am Donnerstag, 13.05.2004 @ 11:50 | Kommentare deaktiviert
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Judgment Day – Tag der Abrechnung

Die vielgepriesene »Stunde der Wahrheit« ist da: Die neue Steuerschätzung. Demnach ist in diesem Jahr mit Mindereinnahmen in Höhe von 9,6 Milliarden Euro zu rechnen.
Dabei habe ich meine Steuererklärung für 2003 noch gar nicht gemacht…

+++

In der aktuelle Zeit (21/04, ab heute) gibt es ein paar lesenswerte Artikel zu diesem Thema:

  • »Jede Sekunde zählt«
    Horrende Schulden lähmen den Staat. Es bleibt nur die Alternative: Steuern erhöhen oder Leistungen kürzen.
  • »Cleverer als die Deutschen«
    Wie die Finnen, Schweden und Dänen ihren Staatshaushalt saniert haben.
  • »"Sparen!" – "Nein, bloß nicht!"«
    Voodoo-Ökonomie, Schmerzmittel und Amputationen: Ein Streitgespräch über Staatsschulden und Konjunktur. [Zwischen den Ökonomen Hans-Werner Sinn und Peter Bofinger]

+++

Noch ein Nachtrag zu meinem Eintrag von vor drei Tagen: In der aktuellen Zeit gibt es zufälligerweise einen Artikel der über die Arbeit der Föderalismuskommission berichtet.

Erschienen am Donnerstag, 13.05.2004 @ 18:06 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 14.05.2004

Sieben Tage, sieben Fragen: Filme

Nach der Einstellung der »Friday Five« bietet jemand anders jeden Freitag sieben Fragen an. Die Fragen dieser Woche drehen sich um das Thema Film. Gesehen bei Markus Kniebes.

  1. Du kannst 24 Stunden mit einem Charakter aus einem Film wechseln. Welcher wäre das? Und warum?
    Robert De Niro in »Jackie Brown«. Seine Figur hatte Sex mit Bridget Fonda.
  2. Du hast die Wahl: Aus drei schlechten Filmen musst Du einen guten neu zusammenschneiden. Welche schlechten Filme nimmst Du?
    eXistenZ (»Ich hab’ gehört, der soll gut sein«), Godzilla, Underworld.
  3. Produziere einen Film. Steven Spielberg führt Regie. Wie wäre der Titel?
    Ich würde erst Filme für Steven Spilberg produzieren, wenn er dem Seitenverhältnis 1:1,85 abschwört – aka »Spielberg-Format« – und auf 1:2,35 umschwenkt.
  4. Welches war Dein erster Film, den Du im Kino gesehen hast?
    Das müsste »Das Dschungelbuch« gewesen sein.
  5. Deine absolute Lieblingszene aus einem Film…
    Die Szene in »Verhandlungssache«, als Kevin Spacey (Polizei-Verhandler) zum ersten Mal Samuel L. Jackson (Geiselnehmer) von Angesicht zu Angesicht gegenüber steht: »Sie haben Recht. Sie haben Recht: Ich weiß nicht, ob Sie unschuldig sind oder nicht. Sie können alles getan haben, was Ihnen zur Last gelegt wird; vielleicht haben Sie den Cop getötet – das ist mir egal.«
    Und die Szene unmittelbar danach, als er wieder in der Einsatzzentrale eintrifft und den Einsatzleiter zur Sau macht.   :-)
    Kapitel 17 auf der DVD ab 01:03:14.
  6. Mit welchem Film- oder TV-Zitat nervst Du Deine Umgebung am häufigsten?
    Ich nerve Leute nicht so häufig mit Zitaten (oder?). Aber wenn, dann: »Das glaube ich nicht, Tim.«
  7. Welche drei Filme haben warum Dein Leben im weitesten Sinne verändert?
    »Der Club der toten Dichter« und »Fight Club«. Seltsame Mischung, was? Sagen wir, beide Filme haben etwas sehr starkes Subversives.

Erschienen am Freitag, 14.05.2004 @ 11:15 | Kommentare deaktiviert
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Interview

Bei Spiegel-online gibt’s ein Interview mit dem TV-Experten Steve Blame (war u.a. sieben Jahre Moderator und Produzent von »MTV Most Wanted« und zwei Jahre Programmdirektor von Viva Zwei). Thema: Die Gründe für die Quotenschwäche von amerikanischen Top-Serien im deutschen Fernsehen.

»Seit dieser Woche läuft die preisgekrönte US-Serie “Six Feet Under” in Deutschland. Wird sie ebenso floppen wie zuvor “Die Sopranos”, “Alias” und “24″?
[...]
Herr Blame, der Sender Vox strahlt seit dieser Woche die amerikanische Serie “Six Feet Under” aus, mit drei Jahren Verspätung und nachdem sie bereits letztes Jahr verschlüsselt auf Premiere lief. Eine weltweit bejubelte TV-Serie, die in Deutschland mal wieder verschlafen wurde?«

Lesen. Jetzt.

Links zu einem weiteren SFU-Artikel bei SPON und Infos zu den Einschaltquoten der Pilotfolge gibt’s in den Kommentaren zu meinem ersten Eintrag zu »Six Feet Under«.

Erschienen am Freitag, 14.05.2004 @ 13:03 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 15.05.2004

Schottland im Fernsehen

Der NDR bringt ab und an Themennächte mit mehreren Reportagen zu bestimmten Landstrichen. Vor einiger Zeit war es Sylt, vor ungefähr zwei Wochen (Süd-)Afrika. Heute Nacht, von Samstag auf Sonntag, geht es rund um Schottland:

Die Whisky-Insel
»Islay vor Schottlands Küste«
Reportage von Florian Huber
00:20 bis 01:05 Uhr (45 Min.)

Massenfußball auf den Orkneys
Dokumentation von Ulrike Becker
01:05 bis 02:20 Uhr (75 Min.)

Das schottische Hochland
»Nach Schottland also!«
Reportage von Horst Lohmann
02:20 bis 03:05 Uhr (45 Min.)

Bergtouren in Schottland
»Vom Ben Nevis zu den Cuillins«
Reportage von Birgit Chlupacek und Siegfried Menzel
03:05 bis 03:35 Uhr (20 Min.)

“Boomtown” Aberdeen
»Whisky, Öl und Meer«
Reportage von Sasha Kehoe
03:35 bis 04:20 Uhr (45 Min.)

Die Shetlands
»Inseln am Ende der Nordsee«
Reportage von Hans-Peter Riel
04:20 bis 04:50 Uhr (30 Min.)

Erschienen am Samstag, 15.05.2004 @ 17:34 | Kommentare deaktiviert
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»Niemals aufgeben, niemals kapitulieren.«

Heute, nach längerer Pause, wieder ein Kollegtag für mich, mit Mathematik-Doppelstunde. Die Prüfung Mitte Juni rückt näher, das erste Trimester ist bald rum. Wer fleißig mitgemacht hat, der hat heute den dritten von vier Hausaufgaben-Bögen mit dem Stoff von je drei Wochen abgegeben. Drei von vier erledigten Bögen ist Pflicht, um bei der Feststellungsprüfung mitschreiben zu dürfen. Die wiederum ist Pflicht, um in einem Jahr an der Abiturprüfung teilnehmen zu dürfen.
Was soll ich sagen, ich habe bisher nur den ersten Bogen abgegeben. Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass meine größte Schwierigkeit die Zeit ist, die ich nicht unbegrenzt für Mathe aufwenden kann.

Ich habe Rückstand im Stoff und deswegen heute auch nur die Hälfte verstanden, so dass ich nach der Doppelstunde einigermaßen frustriert war.
Während es in der ersten Hälfte diese Telekolleg-Trimesters um Algebra ging (Lösen von Gleichungssystemen, quadratische Funktionen), geht es jetzt in den letzten sechs Wochen des Trimesters um Vektoren und Matrizen: Vektoren in der Physik und in der Geometrie (jeweils zwei Lektionen), Matrizen und Gleichungssysteme, Lösungsverfahren für Matrizen-Gleichungssysteme (Additions- und Einsetzungsverfahren, Gauß-Algorithmus).

Schon am Anfang des Trimesters offenbarten sich meine Schwächen, und auch jetzt merke ich wieder, dass mir Übung fehlt (was mich wieder zu meinem Zeitproblem führt). Für Vektoren in der Geometrie braucht man zum Beispiel die Winkelfunktionen Sinus, Cosinus und Tangens oder so simple Sachen wie das Wissen, welche Seite in einem Dreieck Hypothenuse und Ankathete ist. Schwierig, wenn man sich neun Jahre nicht mit so einem Zeug beschäftigt, und seinerzeit pünktlich am Tag nach der Abschlussprüfung zur Mittleren Reife alles vergessen hat.
Die Matrizen dagegen finde ich soweit sehr einfach: Im Prinzip ist das nichts anderes als eine gewöhnliche Excel-Tabelle.

Zeit, Zeit, Zeit, damit steht und fällt die ganze Unternehmung. In den nächsten vier Wochen wird sich zeigen, ob ich mich noch durch den Stoff durchbeiße – um die fehlenden zwei Hausaufgaben-Bögen abzugeben –, damit ich an der Prüfung teilnehmen darf. Sieht nicht gut aus. Zumal es nie wieder leichter wird als jetzt mit den Matrizen: Im zweiten Trimester geht es um Anaylsis (Folgen und Grenzwerte) sowie Differentialrechnung, im dritten Trimester die Fortsetzung der Differentialrechung und das Thema Integralrechnung.

Es kann gut sein, dass ich die Segel streiche.

Erschienen am Samstag, 15.05.2004 @ 18:15 | Kommentare deaktiviert
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»Bin im Meeting!«

Wo ich gerade beim Thema Zeit bin: Die kommende Woche startet vollgepackt durch. Am Montag und Dienstag bin ich wie gehabt in München, SAE. Direkt nach dem Unterricht um 13:30 Uhr ein Meeting (The Artist formerly known as »Besprechung«) für ein Projekt. Um 16 Uhr ein weiteres Treffen wegen eines anderen Projekts. Am Dienstag ähnlich: Nach der SAE Besprechung für ein drittes Projekt in Regensburg.

Den Rest der Woche zwar keine Besprechungen (nah, doch, eine könnt’ noch kommen), aber mit den drei Projekten und einem vierten Projekt habe ich gut zu tun. Nebenher noch den SAE-Unterricht (PHP) nachbereiten und Fachliteratur lesen/durcharbeiten und Literatur für die SAE-Diplomarbeit lesen. Zumindest handelt es sich bei einem der vier Projekte um mein SAE-Abschlussprojekt, so dass nicht noch eine fünfte Aufgabe dazu kommt. Wobei, einem Schulfreund aus Bankazubi-Zeiten habe ich schon seit einigen Wochen versprochen, eine Website zu machen.
Und jetzt fängt wieder die Kinosaison an, und am 27. Mai geht’s in Erlangen wieder mit dem Berg los, der einzig wahren »fünften Jahreszeit«.

Wenn noch Zeit bleibt, lerne ich Mathe.

Erschienen am Samstag, 15.05.2004 @ 18:34 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 16.05.2004

»Save early, save often.«

Steven von Panic stellt Gedanken drüber an, wie man in Zeiten riesiger Datenmengen vernünftigerweise Backups eben dieser macht. Auslöser für seine Gedankengänge war ein Eintrag von Scott Hanselman in dessen Weblog, den die selbe Frage umtrieb. [Die Kommentare und darin enthaltenen Links unter beiden Einträgen sind ebenfalls lesenswert.]
Und auch ich habe mich neulich wieder gefragt, wie ich meine gesammelten digitalisierten TV-Sendungen archiviere, die inzwischen über 30 GB einnehmen. Meine Mail-Datenbank bringt ein knappes Gigabyte auf die Waage, meine Fotos 3 GB, meine Musik 13 GB, meine beiden Projekt-Verzeichnisse zusammen 6 GB.

Platz ist genug auf der Festplatte, und über einen Mangel an Festplatten selbst kann ich auch nicht klagen.
Ich mache auch regelmäßig Backups: Mein komplettes Home-Verzeichnis einmal im Monat auf eine externe Platte, wichtige Daten wie Mails, Adressen, Dokumente oder ältere Projekte wöchentlich. Wenn ich an einem Projekt arbeite, sichere ich mehrmals täglich verschiedene Versionen in eigene Verzeichnisse auf einer externen Platte und brenne abends eine CD des Projektverzeichnisses. Da fällt mir ein, ich wollte mal ein Bankschließfach eröffnen, um wichtige Backups und Dokumente wie Zeugnisse »off-site« unterzubringen, falls hier mal die Hütte abbrennt oder dergleichen. Zumindest ganz wichtige Daten oder zeitweise Projekt-Backups hebe ich verschlüsselt auf meinem Webserver auf, und der steht 20 Kilometer von hier entfernt an einem sicheren Ort.
Der Punkt ist, wie es Scott formuliert hat: »Wie sichert man ein komplettes digitales Leben?«

Ich habe einige Große Dinge, die irre viel Platz wegnehmen: Das erwähnte Pictures-Verzeichnis oder meine gesammelten Projekte. Das bringe ich nicht mehr auf einer CD unter, teilweise noch nicht mal mehr auf einer DVD. Und dutzende GB Daten auf DVDs archivieren? Forget it, da wird man zum Diskjockey.

Andi F. hatte im Digitaltechnik-Unterricht an der SAE schon Recht: Die CD war damals ihrer Zeit voraus: 650 MB vergleichsweise billig, als für 20 MB Festplatten Vermögen bezahlt wurden. Die DVD hinkt heute dagegen ihrer Zeit hinterher.
Was jetzt angesagt wäre, ist ein optisches Medium mit dem 10- oder 100-fachen der heutigen Kapazität, also 40 oder besser 400 GB, so dass man die Daten von seinen magnetischen Platten runtersichern kann.
Datenmengen ganzer Festplatten kann man heute doch eigentlich nur in einem RAID vernünftig sichern. Ein RAID nutzt einem aber nur bedingt, wenn man es im gleichen Gehäuse betreibt, in dem der normale Arbeitsrechner beheimatet ist. Selbst wenn es in einem externen Gehäuse ist, steht es i.d.R. noch im gleichen Raum.

Steven scherzte in seinem Eintrag, die Angelegenheit sei die ideale Ausrede, um sich einen Xserve zuzulegen.   :-)
Eigentlich keine schlechte Idee, und es muss ja auch nicht gleich ein Xserve sein, den man sich in ein Rechenzentrum stellt. Genau genommen ist die Idee sogar ziemlich clever, um große Datenmengen (denn Speicherplatz wäre ja vorhanden) außerhalb des Büros oder Homeoffice zu sichern. Es gibt nur ein Problem: Mit 200 KByte/s Upstream-Geschwindigkeit brauche ich nicht anfangen, groß angelegte Backup-Sessions zu starten.

P.S.: Ich weiß um »CD rot« und »DVD rot«. Bislang hatte ich mit Verbatim-Markenrohlingen noch keine Probleme (im Gegensatz zu No-Name-Discs), dafür kenne ich jetzt schon zwei Leute, denen die Festplatte abgeraucht ist.

P.P.S.: Sehr aufschlussreich war ein Artikel aus der vorletzten c’t (# 9/04, S. 134): Mit Aufklebern sorgt man für ein schnelles Ableben der Daten auf seinen gebrannten CDs, bei DVDs geht’s sogar noch schneller.

Erschienen am Sonntag, 16.05.2004 @ 17:11 | Kommentare deaktiviert
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Die zweite PHP-Woche

Hier noch die Zusammenfassung der zwei SAE-Unterrichtstage dieser Woche: Montag, 10.5. und Dienstag, 11.5.
Am Montag bauten wir zunächst einen Counter. Counter will zwar kein Mensch mehr auf Webseiten sehen, aber es ist (nochmal) ein einfaches Beispiel für die Befehle file, fopen, fputs und fclose zum Datei-Handling.

Anschließend kamen wir zur Standard-Anwendung von PHP: Formularinhalte per Mail verschicken, zum Beispiel ein Kontaktformular. Dazu erstellten wir erstmal ein einfaches Formular, inzwischen Routine für uns. Die Inputfields bekamen IDs und das Form-Tag als Action den eigenen Namen. Unser Script soll diese Dinge tun:

  • Die Eingaben prüfen
  • Die Formularinhalte per Mail versenden
  • »Affenformular«: Bei fehlerhaften Eingaben sollen die bisherigen Eingaben erhalten bleiben, so dass der User seine Lebensgeschichte nicht nochmal eingeben muss

Zunächst eine Abfrage, ob in den Textfeldern überhaupt was drinsteht (ansonsten einen Leerstring speichern). Danach werden die Variablen wie $_POST["my_name"] zum einfacheren Handling in kürzere Variablen-Namen umgeschrieben (z.B. $my-name, um sich jedes Mal den Summs mit $_POST zu sparen.
Damit die Fehlermeldung wegen eines evtl falsch ausgefüllten Formulars nicht gleich beim ersten Aufruf angezeigt wird, wird das gesamte Script von dieser if-Abfrage umschlossen:

if {$_POST["Submit"]} { ... }

Bedeutet: Nur wenn das Formular abgeschickt wurde, wird das Script (inkl. Ausgabe der Fehlermeldung) bearbeitet. Zum Schluss wird der Mailtext generiert (=zusammengesetzt und in Variablen gespeichert) und der Mailversand wird angestoßen.

Dritte Übung am Montag: Ein Bestellformular. Im Prinzip das gleiche Spiel wie beim Kontaktformular, diesmal jedoch erweitert um Checkboxen, Auswahllisten und Radio-Buttons. Als Beispiel dachten wir uns eine Zimmerreservierung für ein Hotel aus, inklusive Extras wie:

  • Frühstück
  • Whirlpool
  • Blumen
  • Megabar
  • Zapfanlage
  • Playstation

Das war’s auch schon mit dem Unterricht am Montag.

+++

Am Dienstag modifzierten wir etwas das Counter-Script vom Vortag. Jetzt sollte nicht nur einfach Text ausgegeben werden, gefragt war eine graphische Anzeige. Für einen Counter ist das nicht so spannend, Zahlen durch Bilder zu ersetzen, dafür um so mehr für Spiele-Highscores.
Das bestehende Script lässt sich recht leicht erweitern: Der Befehl strval (String Value) konvertiert zunächst den Zahlenwert in eine Zeichenkette (String). strlen (String Length) ermittelt die Länge des Strings, denn wir müssen ja wissen, wie viele Stellen der Counter hat. Mit einer for-Schleife steppt man durch die String-Länge durch und macht darin zwei Dinge:
Per Substring (substr) wird die aktuelle Ziffer in einer Variablen gespeichert. In einer weiteren Variablen wird per Operator .= der Ausgabetext zusammengesetzt:

// Graphische Anzeige $string_besucher = strval($besucher); $laenge = strlen($string_besucher); $ausgabe = ""; for ($i=0;$i<$laenge;$i++) { $char = substr ($string_besucher,$i,1); $ausgabe .= "<img src=\""; $ausgabe .= $char; $ausgabe .= ".gif\">"; } print $ausgabe;

Nächste Übung: Wir basteln uns einen Datei-Upload. Sinnvoll, um beispielsweise auf einfache Art Bilder innerhalb eines CMS auf den Server zu laden. Sehr einfache Sache:
Als Form-Object braucht’s ein File-Field mit Submit-Button. Der Enctype des Formulars muss »multipart/form-data« sein. Als Formular-Action wieder die eigene Datei, das Formular ruft sich also quasi selbst wieder auf. Dafür gibt’s eine PHP-Variable, um bei Änderungen z.B. an der Verzeichnisstruktur nicht in den Scripten den Pfad ändern zu müssen:
action="<?php print $_SERVER["PHP_SELF"] ?>"

Jetzt kann man bereits einige Abfragen machen:

print "Dateiname: " . $_FILES["datei"]["name"] . "<br />"; print "Größe: " . $_FILES["datei"]["size"] / 1024 . " KB<br />"; print "Dateityp: " . $_FILES["datei"]["type"] . "<br />"; print "Temp-Folder: " . $_FILES["datei"]["tmp_name"] . "<br />";

["datei" ist die ID des File-Field.]
Die Datei liegt zunächst in einem temporären Verzeichnis auf dem Server und muss von dort in einen Ordner unserer Webpräsenz geschoben werden:

$temp_path = $_FILES["datei"]["tmp_name"]; $target_path = "bilder/" . $_FILES["datei"]["name"]; move_uploaded_file($temp_path,$target_path);

Mehr isses nicht. Zu beachten sind die vergebenen Rechte des Bilder-Verzeichnisses. Ob ein Upload prinzipiell geht und bis zu welcher Größe, wird in der php.ini eingestellt.

Nächste Aufgabe: Wir lassen uns alle Bilder innerhalb eines Verzeichnisses anzeigen. Befehle hierfür: opendir, readdir, closedir. Zum Einsatz kommt hier eine while-Schleife, die so lange ausgeführt wird, wie die übergebene Bedinung zutrifft (in unserem Fall: solange, wie Dateien im Verzeichnis sind):

<?php $fh = opendir("bilder"); while ($datei = readdir($fh)) { if (!is_dir($datei)) { // Wenn $datei *kein* Verzeichnis ist, dann hinschreiben print "<a href=\"bilder/" . $datei . "\">" . $datei . "</a><br />"; } } closedir($fh); ?>

Das war’s auch schon!

Erschienen am Sonntag, 16.05.2004 @ 22:11 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 17.05.2004

SQL

Die dritte Woche PHP bei Andi in der SAE. Heute befassten wir uns mit eigentlich weniger mit der Sprache PHP, sondern mehr mit SQL, der Simple Query Language zur Arbeit mit Datenbanken.
Wir verwenden MySQL und als Frontend phpMyAdmin (Installationsanleitung für Mac OS X bei macservers.org).
Zum Einstieg verwendeten wir zunächst phpMyAdmin, ehe wir die Tabellen in der Datenbank später per PHP ansprachen.

Wir wollen einen Webshop für eine Tierhandlung bauen, den »Tiershop«. Neue Tabelle Tiershop, und wir überlegen uns die Anzahl der notwendigen Felder: Fünf. ID, NAME, STUECK (Andi: »Wie viele von den Dingern wir auf Lager haben.«), PREIS und BESCHREIBUNG (»Welche Features hat dieses Tier.«).
Andi klärte uns über die Bedeutung des Feldtyps auf. Für ID und STUECK vergaben wir als Feldtyp INT (Integer-Zahlen), NAME bekam VARCHAR mit der Länge 255, der PREIS ist ein Float (Dezimalzahl) und die BESCHREIBUNG kann ein längerer TEXT sein. Das sind so die Standard-Typen die man braucht, DATE und TIMESTAMP sind noch interessant. Das ID-Feld bekommt den Primärschlüssel und als Extra auto_increment. Auf »Speichern« geklickt und der SQL-Befehl wird nicht nur ausgeführt, sondern auch angezeigt:

CREATE TABLE 'tiershop' ('ID' INT NOT NULL AUTO_INCREMENT PRIMARY KEY, 'NAME' VARCHAR(255) NOT NULL, 'STUECK' INT NOT NULL, 'PREIS' FLOAT NOT NULL, 'BESCHREIBUNG' TEXT NOT NULL );

In das Textfeld weiter unten in phpMyAdmin schreiben wir weitere Befehle rein.

»Bis jetzt haben wir noch keine Tiere, das ist ziemlich schlecht für einen Tiershop.«

Wir kaufen Tiere:

INSERT INTO tiershop (NAME,STUECK,PREIS,BESCHREIBUNG) VALUES ('Hase','14','18.9','Stubenrein');

Nachdem wir einige Hasen verkauft haben, wollen wir die Stückzahl ändern und den Preis anheben:

UPDATE tiershop SET STUECK='10',PREIS='19.9' WHERE ID='1';

Um Daten aus der Datenbank-Tabelle abzufragen, gibt es den SELECT-Befehl. Hier ein Beispiel, um uns den aktuellen Hasenpreis ausgeben zu lassen:

SELECT PREIS FROM tiershop WHERE NAME='Hase';

Der vierte wichtige SQL-Befehl ist der zum Löschen von Datensätzen:

DELETE FROM tiershop WHERE ID='2';

Es ist natürlich schlau, solche SQL-Befehle in PHP zu schreiben, um ein CMS-Frontend drum rum zu bauen, damit man nicht phpMyAdmin benutzen muss. Für heute bauten wir nur ein einfaches Formular, damit der Tiershop-Besitzer neue Tiere hinzufügen kann. Hier nur das PHP-Script, ohne die HTML-Tags für das Formular:

<?php // Ankommende Variablen umwandeln $tiername = $_POST["tiername"]; $stueck = $_POST["stueck"]; $preis = $_POST["preis"]; $beschreibung = $_POST["beschreibung"]; if ($_POST["Submit"]) { // Wird nur ausgeführt, wenn das Formular abgeschickt wurde. // Verbindung zur DB in eine Variable speichern // und Verbindungsfehler abfangen (durch das @-Zeichen) @$db_verbindung = mysql_connect ("localhost","login","passwd"); if (!$db_verbindung) { print ("Zugang gerade nicht möglich!"); die; // Bricht die Verarbeitung des kompletten Scripts ab } // Datenbank auf dem Server auswählen mysql_select_db ("Mein_DB_Name"); // Die ganze Abfrage in einer Variable abspeichern $sql_query = "INSERT INTO tiershop (NAME,STUECK,PREIS,BESCHREIBUNG) "; $sql_query.= "VALUES ('$tiername','$stueck','$preis','$beschreibung')"; // Anfrage an die DB schicken mysql_query ($sql_query,$db_verbindung); if (mysql_query ($sql_query,$db_verbindung)) { print ("Der Eintrag wurde hinzugefügt!"); } else { print ("Fehler!"); } // Verbindung zur DB wieder schließen mysql_close ($db_verbindung); } ?>

Einfache Sache.

Erschienen am Montag, 17.05.2004 @ 21:17 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 18.05.2004

ALN

Ehrlich gesagt bin ich positiv überrascht von der ersten Sendung »Anke Late Night«. Der Standup-Teil war etwas lang und fad; die Einspieler waren gut.
ALN steht und fällt denke ich mit seinen Gästen. Wenn sieBei Harald Schmidt dagegen waren mir die Gäste meistens egal: Kultig war, wie Harald sich gab, was er sagte und tat.

Erschienen am Dienstag, 18.05.2004 @ 0:25 | Kommentare deaktiviert
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»Zur Abwechslung machen wir mal wieder ein Formular.«

PHP-Unterricht in der SAE, zweiter Tag. Kurz und knackig: Heute bauten wir ein Datenbank-gestütztes Gästebuch.
Unser Script kann Einträge entgegen nehmen und zeigt alle bisherigen Einträge an. Wenn Eingabefelder nicht ausgefüllt sind, gibt es eine Fehlermeldung, und die bisherigen Eingaben werden als Value in die Textfelder geschrieben. Zu jedem Eintrag wird das Datum ausgegeben, wofür wieder Substring zum Einsatz kam.

Ich komme gut mit, aber ich kann mir vorstellen, dass einem die Augen übergehen, wenn HTML-Tags, PHP- und SQL-Befehle miteinander vermischt werden:

print "<tr><td width=\"70\" valign=\"top\">Homepage</td>"; print "<td><a href=\"" . $data["URL"] . "\">" . $data["URL"] . "</a>"; print "</td></tr>";

Nächste Woche bauen wir wahrscheinlich nochmal einen Onlineshop, allerdings eine Nummer größer als gestern. Die Besucher sollen den Datenbestand nach verschiedenen Kriterien durchsuchen können, und für den Inhaber soll es ein Admin-Tool geben (mit dem er mehr machen kann, als nur neue Tiere hinzuzufügen).

Erschienen am Dienstag, 18.05.2004 @ 22:56 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 19.05.2004

Was war denn das?

Als Videokonserve von der Festplatte die gestrige zweite Sendung von »Anke Late Night«. Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, ALN nicht mit der Schmidt-Show zu vergleichen, aber die Show gestern provozierte solche Vergleiche ja geradezu.
Zunächst kam der Standup-Teil. Es folgte das erste Deja-vu: Anke hielt Bücher von bekannten Leuten in die Kamera, mit gefakten Covern (»Das neue Buch von George W. Bush: Generation Golf.«). Danach ein mäßig witziger Einspieler von »Die Engelkes«, die am Montag wesentlich amüsanter waren.

Der Abschuss war allerdings der erste Gast-Auftritt: Zwei 18-jährige, die bei »Jugend forscht« gewonnen haben (und außerdem schon bei Spiegel-TV zu sehen waren). Spätestens da dachte ich, Harald Schmidt wäre wieder auferstanden (nach einer Geschlechts-OP). In der HSS gab es ebenfalls die, oft gehassten, »Jugend forscht«-Auftritte. Vorzugsweise freitags, wenn scheinbar jeder bei Bonito in Köln schnell ins Wochenende wollte und man sich den Eintritt in eben dieses mit pflegeleichten Gästen versüßte.

Wenn Anke Engelke nicht mit Schmidt verglichen werden will, sollte die Show vielleicht ein eigenes Konzept entwickeln. Ein Anfang wäre beispielsweise, dem Studio einen neuen Look zu geben. Und ich meine nicht diesen kleinen Laufsteg und den Schreibtisch in Zucchini-Form. Kann es sein, dass ALN im gleichen Studio produziert wird wie die Schmidt-Show? Diese Backstein-Wände… [Ein Blick auf die Schmidt-Website und die der ALN beruhigt: Das Schmidt-Studio war in der Schanzenstraße 39 in Köln, ALN wird in der Hausnummer 22 produziert.]

Was mir bei Ankes Show gut gefällt ist, dass die Gäste nach ihrem Auftritt nicht wieder von der Couch verscheucht werden, sondern sitzen bleiben, wenn der nächste Gast kommt. In der Dienstag-Sendung mit Ex-No-Angel Vany und Heiner Lauterbach kam das nicht so zum Tragen – wenn Anke Partypeople auf der Couch hat wie Stefan Raab und Bastian Pastewka am Montag, dann kann sich da auch eine gute Stimmung entwickeln.
Oder die Straßenumfrage mit Bezug zu einem Gast, ebenfalls nett (wenn auch nicht neu).

Die Dienstag-Sendung hat mich nach dem überraschend guten Auftakt vom Montag enttäuscht.

Dieser Artikel erschien am 19.05.2004 auch bei SUCKeR.

Erschienen am Mittwoch, 19.05.2004 @ 19:03 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 21.05.2004

Verdamp lang her

Das ist mal Post, über die man sich freut:

Briefumschlag mit der Aufschrift 'Klassentreffen! Falls verzogen bitte weiterleiten!'

Der Jahrgang 1995 (Klasse 10c) der Realschule Erlangen II am Europakanal trifft sich nach zehn Jahren wieder. Das war die Abschlussklasse, Mittlere Reife.
Bzgl drei Terminen sollen die Empfänger des Briefs Bescheid geben: 12. März 2005, 23. April 2005 und 7. Mai 2005.

Das nenn’ ich mal eine lange Vorlaufzeit!   :-)
Mal sehen, welche Änderungen sich bei mir noch ergeben. Ich bin immer noch nicht verheiratet und wohne immer noch zu Hause!   ;-)

Coole Sache, ich freu’ mich!

P.S.: Ja, ich mache meine Briefe immer so auf.

Erschienen am Freitag, 21.05.2004 @ 13:43 | Kommentare deaktiviert
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Dirty Harry strikes back

In einem Spiegel-online-Artikel steht zu lesen, dass Harald Schmidt wieder auf Tour ist. In einem Kölner Museum hatte er einen einstündigen Auftritt. Auch zur Folterung irakischer Gefangener durch die US-Besatzungstruppen äußerte er sich gewohnt scharfzüngig:

»Man muss im Grunde genommen wissen, dass das Folter ist. Sonst denkt man ‘Benetton’, oder es ist eine Weihnachtsfeier in einer Werbeagentur.«

Erschienen am Freitag, 21.05.2004 @ 16:22 | Kommentare deaktiviert
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Sieben Fragen: Schlafen

Wieder bei Markus gesehen:

  1. Bist Du eine Nachteule?
    Tendenziell eher ja. Ich bin schon jeder Stunde des Tages aufgestanden oder ins Bett gegangen.
  2. …und warum?
    Rhythmus-Verschiebung. Davon ab bin ich der Namensgeber für zwei Phänomene in der Freimark’schen Schlafforschung: Der Bayreuth-Effekt und der Double-Dip.
  3. Mit welchem Gedanken bist Du gestern eingeschlafen?
    Ich habe an meine verschiedenen Projekte gedacht. Und an den Begriff »Torschlusspanik« beim Gedanken an meine Facharbeit.
  4. Letzte Nacht gut geschlafen?
    Danke, durchaus.
  5. Kannst Du Dich an Deine Träume erinnern?
    Selten.
  6. Was war der letzte Traum an den Du Dich erinnern kannst?
    Den von letzter Nacht. Aber ich kann nicht öffentlich darüber sprechen.   :-)
  7. Mit welchem Gedanken bist Du heute morgen aufgewacht?
    »An die Arbeit.«

Erschienen am Freitag, 21.05.2004 @ 17:32 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 22.05.2004

Star Search 2 – Finale

Bekanntlich kann ich mich durchaus für Casting-Shows begeistern, sei es wegen der Jury, oder den Kandidaten, die manchmal tatsächlich gut sind. Seit dem furiosen Jury-Auftritt von Oliver Pocher im Achtelfinale schaue ich den SAT.1-Klon von DSDS, »Star Search 2«, im Schnelldurchlauf – wenn ich es nicht verpasst habe, denn der Termin Donnerstag-Abend ist für eine Samstagabend-Show etwas blöde gewählt. Diesen Donnerstag lief das Finale, und ich habe es mir vorhin auf Video angesehen.

Bei der Kinder-Kategorie und den Models habe ich gespult, aber die Comedians waren teilweise wirklich gut. Vor allem der Gewinner der Comedy-Kategorie, Oliver Beerhenke, hat wirklich was drauf; auf seine eigene Show bei SAT.1 freue ich mich! Auch der zweitplatzierte Thomas Müller wusste zu begeistern, und er hat auf jeden Fall das Zeug für einen zweiten Mirko Nontschew.
Die Hauptkategorie bei »Star Search« ist »Music Act ab 16«. Meine Favoritin, Florence-Joy Büttner, gewann das Finale trotz starker Konkurrenz. Die Frau kann nicht nur verdammt gut singen, sie sieht auch noch verdammt gut aus:

Das darf ich mal sagen: Sie entspricht wirklich zu 100% meinem Typ!   :-)
Davon ab hoffe ich sehr, dass ihr unzweifelhaft großes Talent nicht durch eine Bohlen’sche Träller-Produktion verschwendet wird.

Wer’s nicht gesehen hat: Das Finale wird am Sonntag-Vormittag um 10:30 wiederholt.

Erschienen am Samstag, 22.05.2004 @ 0:05 | Kommentare deaktiviert
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Monster unterm Bett

Am Donnerstag waren Oliver Welke und Oliver Kalkofe zu Gast bei JBK, um über ihren gemeinsamen Film »Der Wixxer« zu sprechen, eine Edgar-Wallace-Persiflage.
Oliver Kalkofe hat sich ja mit »Kalkofes Mattscheibe« um das deutsche Fernsehen verdient gemacht und ist bekannt und geschätzt (montags, 23:15 auf Pro7).
Über Oliver Welke weiß ich nicht so viel: Sportexperte (war er mal Kommentator?) und seit einiger Zeit bei »7 Tage, 7 Köpfe«. Er war mal bei Harald Schmidt zu Gast und hat da einen Brüller vom Stapel gelassen, als er über, ich glaube, Paul Breitner sprach:

»Der sah selbst in seinen besten Zeiten so aus, als hätte er sich frühmorgens nach dem Aufstehen erstmal eine mit der Bratpfanne übergezogen.«

Am Donnerstag waren die beiden wie gesagt bei Kerner zu Gast, und es gab auch was zu lachen:

Kerner: Was ist denn in der Kindheit passiert, bei Euch, bei Ihnen beiden, dass Sie jetzt so einen Film machen?

[...]

[Albträume wegen Edgar-Walace-Filmen und anderen, nicht hingucken]

Kerner: Bei mir ist das »Aktenzeichen XY ungelöst«, immer diese Filme die anfangen mit…?

Welke: Wegen Zimmermann oder was?

Kerner: Nein, nein, nicht wegen Zimmermann! Diese Filme die anfangen, und dann, dann heißt es immer: »Das ist Sonja F., noch weiß sie nicht, was heute passiert…«

Welke: Ja genau: Erika F. ahnte noch nicht, dass diese Fahrt zum Edeka ihre letzte sein würde.

Kalkofe: Da möchte man sagen: »Mensch, sagt ihnen das doch, warum hilft ihnen keiner vom Kamerateam, die wissen’s doch!«

Kerner: Gibt’s bei Dir auch so Erinnerungen an Edgar-Wallace-Filme? Nur dieses angstmäßige oder auch so dramatische, traumatische Kindheitserinnerungen?

Welke: Nee, ich hab’ mich auch wirklich richtig gegruselt. Und ich hab’s dann auch tatsächlich so gemacht, dass ich, wenn ich dann ins Bett ging, dass ich das komplette Zimmer, mein Kinderzimmer, auf irgendwelche Frösche mit Masken untersucht habe. Also bevor ich mich ins Bett gewickelt hab’, habe ich noch in den Bettkasten geguckt, in den Schrank reingeguckt. Wenn da wirklich der Frosch mit der Maske gestanden hätte, hätt’ ich ‘n Problem gehabt.

Kalkofe: Und man konnte sich ja auch nicht wehren, das war ja so albern: Man hat geguckt, aber was wär’ gewesen, wenn der Mönch mit der Peitsche wirklich im Schrank gewesen wäre?

Welke: Man hat sich ja auch immer so eingewickelt, dass wirklich nichts mehr rausguckt, also kein Zeh. Weil man dachte, es gibt so’n Monster-Ehrenkodex, dass die dann um’s Bett stehen und sagen: »Ja, hier könn’ wir nichts machen, der hat sich perfekt eingewickelt.«

Erschienen am Samstag, 22.05.2004 @ 0:12 | Kommentare deaktiviert
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Nachrichtenlage

Gibt es heute eigentlich nichts wichtigeres als 4,50 Meter lange, Elfenbein-farbene Schleppen in Madrid? Sogar in der Tagesschau ist das die Topmeldung…

Erschienen am Samstag, 22.05.2004 @ 20:02 | Kommentare deaktiviert
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Mein Gott, ist das grausam…

Ich sehe gerade neben der Hausarbeit »Die ultimativen Sommerhits« auf RTL. G-r-a-u-s-a-m! Eigentlich gehen bei mir eh alle Alarmglocken, wenn eine Show als »ultimativ« angekündigt wird. Aber das zu sehen… Immer wieder die selben Promis, die in »MAZ«-Einspieler reingepappt werden.
Und wenn der Deutsche einen Rhythmus entdeckt, dann wird geklatscht, ohne Gnade.

Naja, die Werbung ist nicht unbedingt besser:

»Reinigen Sie mit Cilit-Bang!«

Erschienen am Samstag, 22.05.2004 @ 21:50 | Kommentare deaktiviert
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Wahl des Bundespräsidenten

In rund 13 Stunden wählt die Bundesversammlung im Berliner Reichstag ein neues Staatsoberhaupt für die nächsten fünf Jahre.
Meine persönliche Präferenz ist ja Horst Köhler, obwohl ich dem bürgerlichen Lager ja sonst nicht besonders nahe stehe. Mit dem Namen Horst Köhler kann ich noch was anfangen, er ist mir aus meiner aktiven Zeit als Bankkaufmann ein Begriff, da er ja im Jahr 2000 an die Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) berufen wurde.

Seine Konkurrentin Gesine Schwan war mir bis zu ihrer Ernennung als Kandidatin durch die Regierung kein Begriff, aber ich habe mich natürlich auch über sie etwas schlauer gemacht. Abgesehen davon, dass ich Köhler schon vor seiner Nominierung »kannte«, wäre er als Ökonom denke ich ein gutes Staatsoberhaupt in Zeiten des Wandels.
Andererseits steht Frau Schwan meines Wissens für eine Verständigung zwischen Politik und Bevölkerung und für eine Belebung der deutsch-polnischen Beziehungen – wenn ich das mal so blumig umschreiben darf.
Dass mit Gesine Schwan erstmals eine Frau Bundespräsidentin werden könnte, ist denke ich kein Kriterium – ich hätte nichts dagegen, es ist mir sogar egal. Und wenn Horst Köhler Frau und Gesine Schwan Mann wäre, würde ich, denke ich, trotzdem Köhler favorisieren, aus den beiden Gründen, die ich genannt habe.
[Ich denke ja, dass die Chancen auf eine Kanzlerschaft von Angela Merkel von Tag zu Tag steigen, und dann wäre ja eine Frau an der Spitze der Regierung. Wobei ich schon finde, dass ein Kanzler oder eine Kanzlerin Charisma braucht, und Angela Merkel hat die Ausstrahlung einer Trauerweide. Aber Angela Merkel wäre mir lieber als Unterschriften-Rolli, der ja momentan – zum Glück – eher weg vom Fenster ist.]

Dass mit Schwan und Köhler Menschen das Amt antreten, die nicht auf eine Karriere als Politiker zurückblicken können, finde ich sehr gut, irgendwie erfrischend. Die Änderungen, die mit einem Wechsel des Amtes von Johannes Rau auf, voraussichtlich, Horst Köhler einhergehen, hat SPON-Redakteurin Severin Weiland gut umschrieben: »Abschied von der alten Republik«

Die bevorstehende Wahl ist ja überschattet von einem Streit über die Wahlmann-Nominierung des früheren baden-würrtembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger. Er trat 1978 als Ministerpräsident zurück nachdem heraus kam, dass er noch kurz vor Kriegsende als Marinerichter an Todesurteilen beteiligt war.
Ich kann die Aufregung darum nicht ganz verstehen. Dass er mit seiner Vergangenheit als Wahlmann aufgestellt wird, finde ich zwar auch höchst zweifelhaft. Allerdings kommt die Aufregung darum reichlich spät, denn er war bereits an den drei letzten Bundespräsident-Wahlen als Wahlmann beteiligt, nach der Aufdeckung seiner Tätigkeit als Marinerichter im Jahr 1978. Hinzu kommt, dass er für diese Wahl zwar von der CDU im Ländle vorgeschlagen wurde, aber seine Nominierung auch die SPD und die Grünen im baden-würrtembergischen Landtag abnickten.
»Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.«

Stein des Anstoßes war ein offener Brief von Rolf Hochhuth an Horst Köhler. Er schreibt:

»Was muß er [der neue Präsident] für eine nichtswürdige Auffassung von unserem höchstem Staatsamt haben, dass er sich von dem Gangster Filbinger in dieses Amt einführen läßt.«

Das ist albern. Hat Hochhuth vor 15 Jahren auch schon einen Brief an Richard von Weizsäcker geschrieben, oder vor zehn Jahren an Roman Herzog? Und ob es morgen auf eine Stimme eines Herrn Filbinger ankommt, wird sich zeigen. Horst Köhler, würde er von der Bundesversammlung gewählt, wird nicht nur von Hans Filbinger gewählt, sondern noch von ein paar hundert weiteren Leuten. Hochhuth tut gerade so, als würde Köhler von 20 Marinerichtern ins Amt gehievt werden.
Wie gesagt, wir werden morgen sehen, wie viele Stimmen Vorsprung der Wahlsieger haben wird. Falls alle Wahlfrauen und -männer von Union und FDP für Köhler stimmten, könnte er es schon im ersten Wahlgang schaffen. Die Wahlleute von Union und FDP haben wegen ihrer Dominanz in den Landesparlamenten 18 Stimmen über der absoluten Mehrheit in der Bundesversammlung.

+++

In den letzten Tagen und Wochen sind eine Reihe interessanter Artikel zu den Kandidaten und zum jetzigen Amtsinhaber erschienen (denen ich nicht immer zustimmen kann), vor allem in der Zeit:

  • Die Zeit: »Ökonomie ist nicht alles…«
    …auch nicht im Schloss Bellevue. Aber wer wirtschaftliche Kompetenz bereits für einen Charakterfehler hält, braucht sich über den Zustand unserer Politik nicht zu wundern. So viel für heute zur Wahl eines Bundespräsidenten.
  • Die Zeit 12/04: »Populär sein ist unwichtig«
    Horst Köhler will Reformen und vermisst den Stolz auf Deutschland.
  • Die Zeit 13/04: »Deutschland vom Pessimismus befreien«
    Ökonomie, Moral und die Möglichkeiten der Politik: Ein ZEIT-Gespräch zwischen Horst Köhler und Helmut Schmidt.
  • Die Zeit 21/04: »Die Wahl ist frei bis zum Schluss«
    Am 23. Mai wird der neue Bundespräsident gewählt. Die meisten Bürger kennen keinen der beiden Kandidaten. Ein Plädoyer wider die Küchenkungelei.
  • Die Zeit 22/04: »Politiker mit Gottvertrauen«
    Als Bundespräsident hatte Johannes Rau blass begonnen. Doch gewann er schnell an Profil – und zeigte, dass in diesem Amt alles von der Persönlichkeit abhängt.
  • Die Zeit 22/04: »Damenwahl? Da gäb’s noch bessere Gründe«
    Die Präsidentin der Republik muss Gesine Schwan heißen.

Zur Person Horst Köhlers brachte der Spiegel nach seiner Nominierung eine ausführliche Titelstory. Wer wissen will, wer Horst Köhler ist, kommt um diesen Titel nicht herum.

Zum Ablauf der Wahl selbst gibt es auf den folgenden Seiten umfangreiche Informationen:

Die Seiten des Bundespräsidenten gibt es in deutsch, englisch, französisch und spanisch. Wie sich die Bundesversammlung zusammensetzt, steht kurz und knapp auf einer Seite des Bundestages. Etwas ausführlicher und mit Zahlen zur Zusammensetzung findet sich auf der CDU-Seite.
Weswegen der Bundespräsident überhaupt von der Bundesversammlung gewählt wird und nicht direkt vom Volk, steht sehr ausführlich auf den Seiten des Bundestages.
Wer es ganz genau wissen will (ich bin ja so ein Freak), der sieht sich diese Seite mit dem genauen Zeitplan für die morgige Versammlung an (außerdem: Zusammensetzung, Namensliste der Mitglieder, Ersatzmitglieder).

Einfach gesagt besteht die Bundesversammlung, die den Bundespräsidenten wählt, aus doppelt so vielen Mitgliedern, wie der Bundestag Abgeordnete hat. Die eine Hälfte der Versammlung besteht dann aus den Bundestagsabgeordneten. Die andere Hälfte besteht aus Delegierten der 16 Länderparlamente.
Trivia-Info: Nach dem Tod einer Abgeordneten mit Direktmandat entsendet der Bundestag 602 statt 603 Wahlleute in die Bundesversammlung. Da bereits zuvor im Januar von der Bundesregierung festgesetzt wurde, welches Bundesland wie viele Wahlleute in die Versammlung schickt, stand auch die Anzahl von 603 Wahlleuten durch die Landesparlamente fest, so dass es nun insgesamt 1.205 statt 1.206 sind.

Im Gegensatz zu irgendwelchen blaublütigen Hochzeiten ist solch ein politisches Ereignis ein TV-Highlight für mich. Ok, wenn zwischen 12:15 und 14:30 Uhr 1.205 Leute namentlich zur Stimmabgabe aufgerufen werden, kann ich bestimmt noch was nebenher machen.   :-)
So sieht’s morgen aus:
11:30 – 15:00 _ ARD: Wahl des Bundespräsidenten
11:50 – 14:25 _ ZDF: ZDF spezial (unterbrochen durch diverse Sendungen)
16:15 – 16:30 _ ARD: Farbe bekennen
19:10 – 19:30 _ ZDF: Was nun…?
21:45 – 22:45 _ ARD: Sabine Christiansen

Farbe bekennen: »Der neue Bundespräsident stellt sich den Fragen von Andreas Cichowicz und Fritz Frey«
Was nun: »Fragen an das neue Staatsoberhaupt von Nikolaus Brender und Thomas Bellut«
Bei Sabine Christiansen zu Gast: Die Ministerpräsidenten Heide Simonis und Edmund Stoiber, VW-Vorstand Peter Hartz, ein Historiker und ein früherer Verfassungsrichter.

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Am 1. Juli scheidet Johannes Rau aus dem Amt aus und sein Nachfolger nimmt seinen Platz ein.

Erschienen am Samstag, 22.05.2004 @ 23:13 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 23.05.2004

Wahlnachlese

Horst Köhler wurde von der 12. Bundesversammlung im ersten Wahlgang als neunter Bundespräsident gewählt.
An sich hätten 1.205 Wahlleute in der Bundesversammlung sitzen sollen, ein SPD-Abgeordneter fiel jedoch krankheitsbedingt aus. So lag die erforderliche absolute Mehrheit bei 603 Stimmen. Union und FDP hatten zusammen 622 Wahlleute. Ratz-fatz war der erste Wahlgang nach rund 50 Minuten vorbei und nach weiteren 40 Minuten ausgezählt. Köhler erhielt 604 Stimmen, Gesine Schwan 589 (Herr Hochhuth kann ja die eine Stimme von Filbinger abziehen). Es gab 9 Enthaltungen und 2 ungültige Stimmen.
Offensichtlich konnte Frau Schwan einige Stimmen aus dem Unionslager gewinnen und einige der Unions-Wahlleute waren womöglich verstimmt, wollten ein Zeichen setzen und enthielten sich.

Seine Antrittsrede war recht interessant: Er verleugnete nicht seinen ökonomischen Background, bezog seine Konkurrentin Gesine Schwan mehrfach ein und lobte die Bildungs- und Innovationsoffensive des Kanzlers. Er wies auf die Verantwortung gegenüber den Entwicklungsländern hin und erläuterte, wie Deutschland seine Stellung in der Welt behalten kann – vor allem durch eine kinderfreundliche Politik.
Wer’s nicht gesehen hat und sich dafür interessiert: Download als mp3-Datei (12 Minuten; 6,89 MB). Zum Nachlesen gibt’s die Rede bei Spiegel-online: »Köhler-Rede im Wortlaut«

Wie war die Berichterstattung im Fernsehen? Um 12 Uhr musste ich als Protokollfan erstmal von der ARD zum ZDF umschalten, da sich das Erste ausblendete, als Bundestagspräsident Thierse die Tagesordnungspunkte abklapperte.
Danach blieb ich bei der ARD. Während des Wahlgangs zeigte die ARD kleine Einspielfilme über die früheren Bundespräsidenten und einige der Wahlleute dieser Bundesversammlung.
Die Hinweise des Kommentators Thomas Baumann waren recht aufschlussreich (aus seiner Erfahrung konnte er über Anzeichen berichten, die auf eine Wahl im ersten Wahlgang hindeuteten).
Auf dem Dach des Reichstages diskutierte Sandra Maischberger mit vier Gästen: Heiner Geißler (FDP-Ehrenvorsitzender), einem Mann von der FAZ (weiß nicht mehr, ob Redakteur, Chefred oder Herausgeber), einer Viva-Moderatorin (Min-Kai?) und einem Kabarettisten. Gegen Schluss der Veranstaltung sah Heiner Geißler sichtlich genervt aus; ich weiß nicht, ob’s am kühlen und regnerischen Wetter lag oder den Äußerungen des Kabarettisten, der sich für die Einführung der konstitutionellen Monarchie aussprach.

Nach der Schließung der Bundesversammlung viele kleinere Interviews bei ARD und ZDF. Die Aussagen der üblichen Verdächtigen unter den Politikern waren vorhersagbar, da war keine überraschende Aussage dabei. Interessanter waren die Äußerungen von unparteilichen Wahlleuten und Beobachtern, wie sie den Wahlausgang und vor allem die Rede des frisch gewählten Bundespräsidenten einschätzen.
Während des Wahlgangs gab es im Ersten ebenfalls viele kleine Interviews. Hauptstadt-Korrespondent Thomas Roth frug alle Gäste, wie sie zur Frage der Direktwahl des Bundespräsidenten durch das Volk stehen.

Insgesamt ein netter Fernsehvormittag (zumindest für mich) und eine gute Wahl.

Erschienen am Sonntag, 23.05.2004 @ 14:34 | Kommentare deaktiviert
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Wahlnachlese (Fortsetzungsroman)

Endgültig in präsidiale Stimmung geriet ich dann am Abend, bei »Sabine Christiansen«. Man hat bei den Fernsehauftritten Köhlers den Tag über gemerkt, dass er sich erst in die neue Rolle einleben muss. Zum Beispiel bei der Rede im Bundestag, als er sich jedes Mal halb umdrehte, wenn er, zu Thierse gewandt, »Herr Präsident« sagte.
In der Sendung von Sabine Christiansen ließen die Anwesenden seine Rede vor der Bundesversammlung nochmal Revue passieren. Heide Simonis sagte beispielsweise, Köhler wäre besser beraten gewesen, wenn er sich die ersten 100 Tage mit seinen all zu deutlichen Worten zurückgehalten hätte – der Meinung bin ich ganz und gar nicht!

Später in der Sendung war dann auch Köhler selbst zu Gast. Allerdings nicht in der Runde, Christiansen sprach mit ihm etwas abseits an einem Stehpult.

»…und dann will ich hoffen, dass der Bundespräsident der Anwalt der Bürger ist.«

Bei ihm klingt das glaubwürdig. Auch wenn er u.a. sagt, dass manche Wirtschaftsbosse das Maß verloren haben (»zweistellige Millionenbeträge, aber 10.000 Leute freisetzen«). Trigema-Chef Grupp sagt das zwar auch in jeder Christiansen-Sendungen, in die sie ihn reinlassen, aber bei Grupp ist das einfach nur Gepolter.

Was anderes (hier kommt wieder der Protokollfan in mir durch): In allen Sendungen von ARD und ZDF wurde Köhler als »gewählter Bundespräsident« bezeichnet; was ja auch richtig ist, da er erst am 1. Juli vereidigt wird. Fiel mir nur auf.
Faszinierend finde ich, dass seine künftigen Äußerungen zu wirtschaftspolitischen Themen gewissermaßen durch Amt und fachliche Kompetenz »Gesetz« sind (Köhler selbst sieht das natürlich nicht so, jedenfalls sagte er öfter, die Ökonomie sei ein Fach wie andere auch).

Erschienen am Sonntag, 23.05.2004 @ 23:07 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 24.05.2004

»Die Frühtemperaturen«

2 Grad in der Früh? Am 24. Mai? Wie geht denn das?

Erschienen am Montag, 24.05.2004 @ 5:52 | Kommentare deaktiviert
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Kommentarspam

Dieses Weblog blieb bisher mangels Bekanntheit von Kommentarspam verschont. Seit einiger Zeit ist jedoch auch hier die Plage eingefallen. Zusammen mit zwei ärgerlichen Begleiterscheinungen.
Erstens: Die Anzeige der letzten Kommentare auf der Seite »Letzte Worte« gerät durcheinander. Die Sortierung erfolgt nicht anhand des Kommentardatums, sondern wird durch das Änderungsdatum der Textdatei bestimmt, in der die Kommentare zu einem Eintrag gespeichert sind. Das bedeutet, dass ein Eintrag auch dann auf der Seite »Letzte Worte« erscheint, wenn ich den Kommentarspam gelöscht habe und der letzte »richtige« Kommentar von anno-dazumal stammt.

Die zweite Nebenwirkung betrifft nicht die Leser der »Letzten Worte«, sondern mich als Admin der Site: Das Hinterherlöschen von Spam-Kommentaren ist sehr aufwändig. Blosxom – das Weblogsystem, auf dem my two cents basiert – speichert alle Einträge einzel in Textdateien. Das hat durchaus Vorteile gegenüber einer Datenbank. Alle Kommentare zu einem Eintrag werden ebenfalls in jeweils einer Textdatei gespeichert. Das heißt, dass ich nicht mit einem Admintool wie in anderen Weblogsystemen einfach nur mit einem Mausklich den Kommentar aus der Datenbank kicken kann. Ich muss die Textdatei mit den Kommentaren zu einem Eintrag direkt auf dem Server bearbeiten.
Das allein wäre noch nicht so schlimm; widerlich wird es, da beim Speichern der editierten Datei auf dem Server irgendwas mit der Textcodierung durcheinander kommt. Wenn niemand die Enter-Taste beim Hinterlassen seiner Gedanken gedrückt hat, macht das noch nichts. Aber wehe, es gibt harte Zeilenumbrüche in der Datei, dann schneidet Blosxom den Kommentar ab dem Umbruch ab, nachdem die Datei gesichert wurde. Daher muss ich nicht nur den Kommentarspam löschen, sondern auch noch Zeilenumbrüche reparieren. Und wenn ich das mache, muss ich auch eine andere Textcodierung wählen und Umlaute in Entities umwandeln, da sonst die Umlaute zerschossen werden.

Klingt alles kompliziert, daher kurz und knapp: Kommentarspam nervt mich tierisch, weil es mit einem einfachen Löschen nicht getan ist, und die »Letzten Worte« durcheinander gewürfelt werden.
Meine Hoffnung ist, dass Blosxom 3 möglichst schnell der Beta-Phase entwächst und auf diesem Gebiet Verbesserungen bringt. Rael (O’Reilly-Mitarbeiter und Blosxom-Erfinder) bat kürzlich auf der Blosxom-Mailingliste um Verbesserungsvorschläge bzgl des Writeback-Plugins, das für die Kommentare zuständig ist. Ich habe meine Vorschläge eingekippt, zum Beispiel die Umwandlung von harten Zeilenumbrüchen bei der Texteingabe in <br />s und die Codierung von Sonderzeichen in Entities a la Textile. Die Funktionalität hinter den »Letzten Worten« so anzupassen, dass nicht mehr das Dateiänderungsdatum für die Sortierung herangezogen wird sondern das gespeicherte Datum des letzten Kommentars, ist vermutlich eine kompliziertere Geschichte.

All das sind freilich nur Workarounds, die Kommentarspam und seine Auswirkungen nicht verhindern können. Deswegen bin ich am Überlegen, weitergehende Maßnahmen zu implementieren. Evtl würde es schon helfen, die URL-Eingabe zu unterbinden und nur noch Mail-Adressen zuzulassen.
Der härteste Sch[n|r]itt wäre, Kommentare nur noch nach einer Registrierung zu erlauben, aber das möchte ich eigentlich nicht.

Erschienen am Montag, 24.05.2004 @ 15:10 | Kommentare deaktiviert
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Auf dem Weg zum perfekten Admintool

Der Unterricht heute in der SAE ist schnell zusammengefasst. In der ersten Hälfte fand die vierte und letzte theoretische Zwischenprüfung statt – ich hatte das ganz vergessen und wurde erst von Alex K. in der S-Bahn daran erinnert; ich hatte mich schon ganz auf die praktische Prüfung nächste Woche eingeschossen.
Wie immer wurden alle Themen abgefragt, die seit der letzten Prüfung im Unterricht behandelt wurden. In diesem Fall waren das nur fünf Wochen Flash/Actionscript und drei Wochen PHP/SQL.   :-)

Besser spät als nie, aber jetzt nach der vierten Prüfung habe ich begriffen, dass ich mir bei den Programmen mal die Import- und Export-Dialoge ansehen sollte, um für Fragen nach Im- und Exportformaten gewappnet zu sein.   :-)
Ok, im Grund genommen weiß ich’s, die »Standardformate« im Bild-, Ton- und Videobereich gehen immer. Worüber man dann in der Prüfung stolpert ist, wenn nach weniger alltäglichen Alternativen gefragt wird.
Ansonsten lief’s denke ich ganz gut.

Nach der Pause fuhr Andi mit seinem PHP-Unterricht fort, die vierte Woche. Viel schafften wir leider nicht mehr: Wir erweiterten die Administrationsmöglichkeiten für den Besitzer der Tierhandlung. Er kann jetzt nicht nur Tiere zu seinem Sortiment hinzufügen, sondern auch Tiere löschen sowie die Anzahl nach oben oder unten verringern. Mal schauen, womit’s morgen weiter geht.
Am Mittwoch habe ich meinen Termin für die Grobkonzept-Besprechung für das Abschlussprojekt.

Nächste Woche schaut Andis Kollege Matthias nochmal rein und zeigt uns, wie man Flash an eine MySQL-Datenbank anbindet. Außerdem haben wir bei Matthias die praktische Prüfung (Flash) in Einzelgesprächen; mein Termin ist Dienstag um 14:30.

Erschienen am Montag, 24.05.2004 @ 15:56 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 25.05.2004

Making of Abschlussprojekt: Wie man das richtige Projekt findet

Für mein SAE-Abschlussprojekt habe ich mir natürlich ein paar Gedanken gemacht, was ich machen möchte.

  1. Es soll cool sein.
    Ich will ein Projekt machen das rockt, dass dem Zuschauer die Schuhe auszieht! Ein Projekt mit »Wow!«-Effekt und Eyecandy, aber natürlich mit Stil und Finesse.
  2. Es soll »groß« sein.
    Falls es nicht so cool ist wie es wünschenswert wäre, dann soll es zumindest ein Projekt für einen bekannten Namen sein. Ich möchte nicht die Website für die Tierhandlung umme Ecke machen.

Dann habe ich mir gedacht: Wenn ich eine Auftragsarbeit für ein Unternehmen mache, dann könnte ich in Schwierigkeiten kommen. Denn die finale Deadline gibt nicht der Kunde vor, sondern die SAE: Am 5. August um 17 Uhr muss die CD auf der Supi-Theke liegen. Und da wäre es schlecht, falls der Kunde auf halbem Weg das Design umschmeißt, ewig und drei Tage kein Material liefert oder sich mit Abstimmungen zu lange Zeit lässt.
Ich bräuchte also ein Projekt, bei dem ich weitgehend freie Hand habe. Etwas selbst ausgedachtes böte mir da natürlich die absolute Freiheit, nur ist es bei Phantasie-Projekten mitunter schwierig, brauchbares und rechtefreies Material zu bekommen.

Am liebsten hätte ich eine Website für einen Film gemacht – mal wieder. Material wäre in rauen Mengen vorhanden, und bei einem jahrealten Film müsste ich mich vermutlich auch nicht all zu sehr mit jemandem abstimmen.
Problematisch war da nur die Rechtefrage: Ich möchte die Website als Referenz online stellen und gleichzeitig nicht riskieren, mal ein freundliches Schreiben mit Kostennote eines Anwalts zu bekommen.

Daher frug ich für vier Filme bei den vermeintlichen Rechteinhabern an, ob ich Material der deutschen Spielfilm-DVD verwenden dürfte:

Eine Website für »Pulp Fiction« wäre schon sehr geil gewesen…
Ich rechnete nicht ernsthaft mit Antworten. Daher war ich angenehm überrascht, sowohl von Warner Bros. als auch von der Ufa E-Mails zu bekommen. Allerdings ist die rechtliche Situation ziemlich vertrackt, wie ich schon vermutet hatte. Von der Ufa hieß es zu meiner »Pulp Fiction«-Anfrage:

»Uns liegt Ihre obige Anfrage vor. Hierzu können wir Ihnen aus zwei Gründen keine Genehmigung erteilen: zum einen laufen unsere Homevideo-Rechte an diesen Film zum 30.6.04 aus, zum anderen sind in unserem jetzigen Vertrag Ihre angefragten Rechte nicht mit eingeräumt. «

Freundlicherweise bekam ich die Adresse und den Namen einer Kontaktperson bei Miramax in New York. Eine Antwort von dort blieb leider aus (ok, keine Überraschung, aber fragen kostet nichts).
Warner Bros schrieb mir:

»Leider sind Sie bei Warner Bros. an der falschen Adresse. Es ist zwar richtig, daß WB den Film produziert und in die Kinos gebracht hat, aber die Rechte an der VHS bzw. DVD Auswertung in Deutschland liegen bei den Kollegen von Buena Vista.«

Auch hier bekam ich netterweise eine Kontaktadresse. Die Anfrage stellte ich jedoch nicht erneut an Buena Vista, da sich mittlerweile anderes bezüglich einem möglichen Abschlussprojekt ergeben hat (ich komme gleich drauf).
Das finde ich recht interessant, wie verworren das Beziehungsgeflecht in dieser Branche ist. Korrekterweise hätte ich vermutlich auch noch beim Plattenlabel des Soundtracks anfragen müssen… Mich würde nicht wundern, wenn Quentin Tarantino persönlich die Verwendung von »Pulp Fiction«-Material absegnen müsste. Wahrscheinlich wäre es auch leichter eine Lizenz zu erhalten, wenn man mit Geldscheinen winkt, aber eine kostenpflichtige Lizenz hätte ich nicht bezahlen können (ich weiß nicht was sowas kostet, aber ich kenne meinen Kontostand).
Eigentlich wollte ich auch noch für »The Big Lebowski« einen Brief losschicken, aber ich konnte keine Anschrift von Polydor ausmachen. Bei meinen Recherchen bin ich auch über die Website von UIP gestolpert. Durch deren FAQ konnte ich wieder etwas dazulernen:

»Wieso gibt es auf der Website keine Informationen zu DVDs und Videos?
UIP ist ein reiner Kinofilm-Verleih. Videos und DVDs werden direkt von den Produktionsfirmen vertrieben.«

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Okay, zurück zu meinem Abschlussprojekt. Keine Frage, dass ich mehrere Eisen im Feuer hatte und nicht alles auf eine Karte setzte.
Die Kollegen von den Gameworkern boten an, ich könnte eine Website für einen Bekannten machen: Der Mann ist Barkeeper und gleichzeitig Jongleur. Er mixt also nicht nur lecker Cocktails, sondern jongliert dabei mit Gläsern, Flaschen und Shakern.
Der Reiz bei diesem Projekt war, dass die Leute dahinter sehr nett sind (Matthias und Anna), dass es tonnenweise gutes Material gibt (Fotos und Videos), dass ich freie Hand hätte und das ich mich hätte austoben können.

Fast zeitgleich eröffnete sich jedoch noch eine andere Möglichkeit. Vor einiger Zeit bewarb ich mich mit einem PDF auf einen Aushang in der SAE. Eine Firma von ehemaligen SAE-Absolventen, die Leute suchten. Es ergab sich ein Kontakt und wir kamen auch wegen meines Abschlussprojekts ins Gespräch. Ebenfalls nette Jungs, gutes Material, freie Hand und ein ansprechendes Projekt: Die Website für einen Golfclub.
Ich entschied mich für dieses Projekt, so dass ich jetzt eine Website für einen Golfclub mache: HTML-Site und Flash-Site, ein kleines Minigolf-Spiel und alles angetrieben von einem CMS, das sich gewaschen hat.

Erschienen am Dienstag, 25.05.2004 @ 18:23 | Kommentare deaktiviert
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Sachen in Flash reinholen

Andi war heute krank, daher sprang Matthias in der SAE ein und zog seinen für nächste Woche geplanten Unterricht vor. Es geht im Großen und Ganzen nach wie vor um dynamische Inhalte mit PHP und SQL. Matthias’ Thema ist die Zusammenarbeit mit Flash. Man kann Daten nicht nur innerhalb eines Flash-Films in Arrays und Objekten speichern, sondern auch von außen laden: Aus Textdateien, aus XML-Dateien, aus Datenbanken.

Matthias zeigte uns zunächst, in welcher Form man Werte in einer Textdatei an Flash verfüttern muss:

variable1=wert&variable2=wert&variable3=wert

Mit _root.loadVariables("daten.txt") wird die Textdatei geladen, von Flash automatisch geparst und man kann die Werte schon in dynamischen Textfeldern anzeigen lassen. As simple as that. Allerdings bauen die deutschen Umlaute Stolperdrähte auf, die je nach Playerversion unterschiedlich umschifft werden müssen.
Dateien mit Daten können natürlich nicht nur von der lokalen Platte des Servers kommen, sondern auch aus dem Web. Man packe diverse Nachrichten in eine Variable news und formatiere sie mit Baby-HTML (ganz einfache Sachen: font-Tag, br, b…).
Seit Flash MX gibt es mit dem LoadVars-Objekt noch eine weitere Möglichkeit, Variablen von außen zu laden.

Nächste Aktion: Wir bauen uns ein dynamisches Menü per duplicateMovieClip. Die einzelnen Menüpunkte sind jedoch nicht in einem Array innerhalb des Flash-Films gespeichert, sondern kommen von außen mittels einer Textdatei:

button1=Profil &button2=Kontakt &button3=Produkte &buttoncount=3

So kann der Kunde selbst einen Menüpunkt freischalten oder verschwinden lassen, indem er den entsprechenden Eintrag in der Textdatei hinzufügt/löscht und die Anzahl der Menüpunkte in der Variablen buttoncount notiert. Nützlich, wenn ein Bereich der Site z.B. nur einmal im Monat erscheinen soll.
Eine Alternative ist, mit einem Item-Delimiter zu arbeiten: Ein bestimmtes Zeichen (oder mehrere davon) trennen die einzelnen Menüpunkte voneinander ab:

buttons=Profil###Kontakt###Produkte

Die Zeichenkette aus der Datei wird in Flash in ein Array geladen. Da sich die Länge eines Arrays ganz einfach ermitteln lässt, benötigen wir auch buttoncount nicht mehr.

Zum Schluss gab uns Matthias noch einen Ausblick auf XML. XML stinkt, aber es hat doch ein paar Vorteile: Diverse Programme kommen damit klar, es ist übersichtlich und logisch, man kann die Struktur selbst definieren und Mehrsprachigkeit ist einfach zu bewerkstelligen. In einer XML-Datei kann man Werte speichern (die bei Bedarf vom Kunden geändert werden können), die Flash einlesen kann:

<farben>   <farbe name="rot">     <r>255</r>     <g>0</g>     <b>0</b>   </farbe> </farben>

Man mache sowas mal mit ein paar Dutzend Farben in einer Zeichenkette, dann wird man aber bekloppt.
Es ist allerdings etwas einmalige Arbeit notwendig, um XML für Flash mundgerecht zu machen.

Zum Schluss noch zwei Stilblüten:

»Das ist jetzt schon zweimal der selbe Fachbegriff in einer Unterrichtsstunde!«

»Ich weiß nicht, ob Ihr das noch kennt aus Director, das ist dieses orangene Programm.«

Erschienen am Dienstag, 25.05.2004 @ 19:08 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 26.05.2004

»Taubtrüber Ginst am Musenhain, trübtauber Dunst im Musenginst!«

Hier mal noch zwei Impressionen von meinem morgendlichen Weg in die SAE. Die beiden Bilder schlummern schon ein paar Tage auf meiner Festplatte; an beiden Tagen war das Wetter diesig.



»Frösche im Nebel«

Hier zu sehen ist der Wiesengrund in Erlangen, mit Blick in Richtung Bruck (»Brucklyn«). Aufgenommen um 06:27 Uhr morgens. Abfahrt meines Regionalexpress-Zuges nach Nürnberg: 20 Minuten später.

Blick aus dem Fenster des ICE 985 Nürnberg-München um kurz vor acht (kurz vor Treuchtlingen).

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Übrigens: Ein nettes kleines Programm (444 KB), um schnell mal EXIF-Informationen eines Bildes anzusehen, ist »EXIFViewer«. Einfach die Bilddatei auf das Icon im Finder oder im Dock ziehen und man bekommt übersichtlich alle EXIF-Daten angezeigt. Freeware. Nützlich, wenn man kein iPhoto verwendet bzw. nicht extra ein Bild importieren möchte. Oder wenn man nicht extra Photoshop starten will, falls es noch nicht läuft. Oder das Bild nicht in Photoshop werfen möchte, um dann umständlich die File-Info aufzurufen. Oder wenn man noch kein iView Media Pro hat.

Erschienen am Mittwoch, 26.05.2004 @ 14:23 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 27.05.2004

Konzeptbesprechung

Die Konzeptbesprechung mit dem Kursleiter in der SAE war doch nicht, wie angekündigt, gestern, sondern heute. Ich bat um einen Tag Aufschub, weil ich noch nicht ganz fertig war und das Konzept mit meinen Auftraggebern besprechen wollte.

Also heute. Es lief ganz gut, wir haben etwas mehr als eine halbe Stunde besprochen, was ich vorhabe und wie ich es umsetzen möchte. Jochen (der Kursleiter) gab mir hier und da ein paar nützliche Tipps. Außerdem vereinbarten wir, was ich dann auch tatsächlich umsetze, was noch dazu kommen sollte und was ich besser weglasse (damit’s nicht zu viel wird).
Ansonsten: Ihn auf dem Laufenden halten und bis spätestens 12. Juno das finale Konzept abgeben – dass dann 1:1 umgesetzt werden muss. Daher muss ich das Grobkonzept noch zum endgültigen Konzept verfeinern: Ein Screendesign entwickeln, Screenshots basteln/machen, Scribbles malen, ein Datenbank-Design überlegen.

Ein Haufen Arbeit, aber wenn es fertig ist, wird es so dermaßen der Knaller…   :-)
Ich habe auch schon ein paar Ideen zur optischen Umsetzung. Bei einem Golfclub kann ich zwar nicht mit flambierten Logos arbeiten, sondern muss es dezent aussehen lassen. Aber es gibt dennoch genug Gelegenheiten für Eyecandy. Durch das selbst programmierte CMS wird es zusätzlich durch »innere Schönheit« glänzen. Mann, wird das gut!

Erschienen am Donnerstag, 27.05.2004 @ 18:46 | Kommentare deaktiviert
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Vaporware

Heute rauscht es durch den Blätterwald, dass Microsoft gedenkt, dem iPod Konkurrenz zu machen. Nicht etwa ab heute, nächsten Monat oder diesen Sommer, sondern »in diesem Jahr«. Jörn von Mac-TV trifft mal wieder den Nagel auf den Kopf:

»Wer die Geschichte Microsofts nicht verfolgt hat, findet vielleicht den Hinweis interessant, dass Microsoft bereits häufig sehr spektakuläre Ankündigungen gemacht hat, die später nicht eingehalten werden konnten. Das ist im US-Marketing nicht unüblich, denn damit veranlasst man die Kunden, auf das eigene Produkt zu warten, anstatt beim Konkurrenten zu kaufen. Wenn der versprochene Vorteil groß genug erscheint, warten treue Kunden durchaus mehrere Jahre. (Natürlich verrät man die lange Wartezeit nicht gleich am Anfang.)

[...]

Unterdessen reibt sich Microsoft schon die Hände, denn die Ankündigung zeigt die erwünschte Wirkung: In den einschlägigen Foren jubeln bereits die Deppen und klatschen Beifall für Microsoft. Endlich ist es vorbei mit den unverschämten Raubritterpreisen von Apple! Wer schlau ist und wirklich was auf dem Kasten hat, kauft bei Microsoft und dreht den Halsabschneidern die lange Nase! Dass derlei Schreihälse dann später mit einem müden Flash-Player in der Größe eines Korkens abgespeist werden, der dann vermutlich nur WMA-Formate versteht, wird ihnen dann hoffentlich nicht die Laune verderben.«

Jörn führt aus, dass es bei den Mini-Festplatten nur zwei Hersteller gibt, und dass Microsoft diese wohl kaum geschenkt bekommt. Wenn MS tatsächlich für 50 USD einen WMA-Player anbieten kann, ohne unter Herstellungskosten zu verkaufen, dann kann es sich dabei allenfalls um ein Modell mit kleinem Flash-Speicher handeln.

Apple im Segment der mp3-Player vom Thron zu stoßen, haben ja schon andere versucht. Zum Beispiel Dell, bekanntermaßen Billigheimer unter den Kistenschiebern. John Gruber begründete exzellent, weswegen Dells »DJ« in Sachen Benutzerfreundlichkeit dem iPod unterlegen sein muss (und über den Dell DJ hieß es auch, dass er »einfach zu bedienen sein soll«).
Johns Ausführungen waren aber nur die Einleitung zu seinem Artikel. Der Leser solle sich vorstellen, dass der Dell DJ tatsächlich die Features, die kompakte Größe, die einfache Bedienung des iPod und einen günstigeren Preis hätte:

»Guess what: Dell is still fucked.«

Es folgten einige Beobachtungen, weswegen der iPod derzeit der Marktführer bei den Musikplayern ist. Lesenswert.

Ich warte ja darauf, dass MS erste Bilder von seinem iPod-Killer veröffentlicht – eher er ein halbes Jahr später auf den Markt kommt –, und dass John Gruber ihn wieder auseinander nimmt.

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Bei Spiegel-online gibt’s einen Bericht für Freunde des Guerilla-Marketing. Sehr hart.

Erschienen am Donnerstag, 27.05.2004 @ 20:25 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 28.05.2004

Es geht wieder los!

Die einzig wahre »fünfte Jahreszeit«: Die Erlanger Bergkirchweih! Über Pfingsten werden wieder eine Million Besucher zu den Kellern und Fahrgeschäften auf dem Burgberg pilgern. Selbst aus München kommen Oktoberfest-Geschädigte, um sich mal ein richtiges Volksfest anzusehen. Und Verena werde ich die nächsten zehn Tage wahrscheinlich nur sehr selten sehen!   :-)
Bilder vom Berg gibt es von mir in einem Eintrag vom letzten Jahr. Fotos von diesem Jahr gibt’s bei Kitzmann (»Unser Erlanger Bier«) und in ein paar Tagen auch von mir.

Ja, das ist etwas die Krux: Wegen der SAE bin ich diesen Jahr eng angebunden, der Sommer findet ohne mich statt. Aber gänzlich in der Wohnung hält es einen echten Erlanger natürlich nicht; das eine oder andere Mal werde ich sich auf den Berg gehen.

Erschienen am Freitag, 28.05.2004 @ 19:02 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 29.05.2004

Nehmt Euch in Acht vor dem Wixxer!

Gestern war ich mit Holger kurzfristig im Kino: »Der Wixxer« von Tobi Baumann mit Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka und diversen anderen Leuten des deutschen Comedian-Who-is-who. Der Streifen ist eine Edgar-Wallace-Persiflage (»Hier spricht Edgar Wallace sein Nachbar.«).
Eigentlich bin ich noch eine Reihe von Filmkritiken schuldig: »Kill Bill Vol 2«, »Das Urteil«, »Gegen die Wand« und »Elling – Nicht ohne meine Mutter«. Alles mehr oder weniger gute Filme, bei denen man aber im Prinzip nicht viel falsch machen kann.
Im Falle des Wixxers muss es mal außer der Reihe und schnell sein: Was für ein unfassbarer Müll!

Die drei Mitwirkenden und Drehbuchschreiber Kalkofe (den ich wegen »Kalkofes Mattscheibe« sehr schätze), Welke und Pastewka haben keinen flachen Witz ausgelassen. Teilweise gab es auch den Ansatz eines running gags. Meistens zehrt man jedoch hauptsächlich von Zitaten anderer Filme und baut darauf seine Gags auf – wie lustig. Dazu ein hölzerner Oliver Kalkofe als Hauptdarsteller.
Insgesamt eher »Scary Movie« als »Austin Powers«, und über »Scary Movie« konnte ich im Gegensatz zu Austin nicht lachen. *gähn!*
Apropos Austin Powers: Zotige telling names wie »Mrs. Drycunt«, »Even Longer« etc. (Wixxer) sind ja wohl auch nicht neu: Gab’s ebenso schon bei Austin Powers (Alotta Fagina, Felicity Shagwell, Robin Spitz Swallows, Goldmember, Fook Mi, Fook Yu) und in Ich-weiß-nicht-in-wie-vielen-Filmen-noch.

Ich glaube »Traumschiff« sehe ich mir auch besser für umsonst auf Pro7 an. Vor dem Wixxer lief der Traumschiff-Trailer. War zwar nichts Neues, aber ich hatte ein Schlüsselerlebnis: Diverse Filmzitate und links vor mir eine Besucherin, die sich bei jedem lauen Gag und jeder knallbunten Verkleidung wegschmiss. Ich befürchte schlimmes, nämlich, dass er so langweilig wird wie »Schuh des Manitu«. Was mal richtig cool wäre, das wäre ein Film von, mit und über »The Funky Brothers« (Obacht, Javascript-Code der verlinkten Seite ändert die Fenstergröße).

Eine wie immer lesenswerte Kritik von Johannes Pietsch gibt es bei filmfacts.de. Johannes kann dem Wixxer etwas mehr abgewinnen als ich, aber nicht viel mehr.

Erschienen am Samstag, 29.05.2004 @ 1:17 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 30.05.2004

Frühstück bei Tiffany

Montag-Abend kommt von 21:30 bis 23:20 Uhr »Frühstück bei Tiffany« im Bayerischen Fernsehen. Vielleicht geht es noch anderen wie mir, die diesen Klassiker noch gar nicht kannten. Ich habe ihn vor ein paar Wochen gesehen, als er mal an einem Wochenende nachmittags in der ARD lief.

Den Film nicht zu kennen ist ohne jeden Zweifel eine Bildungslücke, vor allem, wenn man sich etwas für Filme begeistern kann. Als kleine Entschuldigung kann vielleicht gelten, dass der Film für mich, als Angehöriger der Generation Corsa, weit vor meiner Zeit lag.
Ok, ich gebe zu, eine »Wer wird Millonär«-Folge brachte mich vor einiger Zeit dazu, den Film in meine Myrna-Liste aufzunehmen. Gefragt wurde nach dem Themen-Song (»Moon River«).

»reakfast at Tiffany’s« stammt aus dem Jahr 1961 und wurde von Blake Edwards gedreht. Die Story basiert auf einem Buch von Truman Capote. In der Hauptrolle der Holly Golightly, natürlich: Audrey Hepburn. Für mich überraschend war, einen jungen George Peppard zu sehen, den ich nur aus meiner Jugend als »Hannibal« aus dem A-Team kannte.   :-)

Naja, über den Film wurden schon zig Seiten geschrieben, das will ich hier nicht alles aufrollen. Die Geschichte ist recht nett und hat ein paar Überraschungen auf Lager. Wer den Film nicht kennt, sollte am Montag-Abend den BR3 einschalten bzw. seinen Videorecorder entsprechend programmieren.

P.S.: Der nächste Klassiker wartet bereits seit dieser Woche auf VHS: »Manche mögen’s heiß«. Irgendwann sehe ich auch noch »Die Katze auf dem heißen Blechdach« und »Der Zauberer von Oz«.

Erschienen am Sonntag, 30.05.2004 @ 21:25 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 31.05.2004

Feiertagsregelung

Über Selbstständige sagt man, sie hätten zwar keine Zeit, aber die könnten sie zumindest frei einteilen.
Die SAE gewöhnt ihre Studenten schon mal an ein Leben ohne Feiertage, weswegen an Feiertagen grundsätzlich Unterricht ist. Falls doch mal was anderes beschlossen wird, fällt kein Unterricht aus, sondern er wird nachgeholt.
So kommt’s, dass ich auch am Pfingstmontag nach München aufbrechen »muss« (will!). Manche von uns haben heute sogar ihre vierte praktische Zwischenprüfung, ich bin morgen dran.

Macht aber nichts: Seitdem ich nicht mehr in der Bank arbeite, haben Feiertage keine Bedeutung mehr für mich: Früher war’s noch interessant wegen Brückentagen und ähnlichen Überlegungen. Inzwischen muss ich aufpassen, dass ich an Feiertagen nicht versehentlich zum Einkaufen in die Stadt fahre.

Einen Vorteil hat’s: Die Züge sind schön leer und Warteschlangen bei McD oder Subway angenehm überschaubar.

Erschienen am Montag, 31.05.2004 @ 5:37 | Kommentare deaktiviert
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PHP-Unterricht in der Schleife

Die fünfte PHP-Woche in der SAE. Andi war wieder da und zeigte uns eine Ergänzung des Gästebuchs: Es werden nicht alle Einträge auf einmal ausgegeben, sondern nur eine bestimmte Anzahl. Für die weiteren Einträge gibt es Seitennummern.

Nächste Übung: Ein neues Beispiel von Anfang an. Wir basteln uns einen Online-Shop, der jedoch einige Features mehr bieten soll als sein Vorgänger. Sehr weit kamen wir leider nicht: Im Prinzip war’s eine Wiederholung des bereits Bekannten. Das Admintool des Shops bietet jetzt – abgesehen von den Features »Löschen« sowie »Stückzahl erhöhen/verringern« – noch die Möglichkeit, einen Eintrag zu entfernen. Das nächste wäre gewesen, dass man einen Eintrag editieren kann.

Erschienen am Montag, 31.05.2004 @ 19:41 | Kommentare deaktiviert
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