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Montag, 10.05.2004
Oliver Pocher war im gestrigen »Star Search 2«-Viertelfinale Gastmitglied in der Jury. Ich hab’s aufgenommen und mir im Schnelldurchlauf angesehen. Bloggerkollegen von mir mögen ihn ja nicht sonderlich, aber ich denke, er wird unterschätzt.
:-)
Moderator Kai Pflaume ahnte Böses bei der Vorstellung der Jury-Mitglieder zu Beginn der Show: »Oliver Pocher in einer Live-Sendung ist eine Gefahr, ich gebe es zu.« Er sollte Recht behalten, denn wenn einer auf die Sahne hauen kann, dann ist es Olli Pocher:
»Ja, erstmal bin ich total gefrustet, dass Jeanette nicht da ist; ich weiß nicht, was es diesmal ist, die Brüste oder schon wieder die Lippen…«
[...]
[Kai Pflaume über die Kandidatin in der Kinderkategorie: »Das mit der kommenden 'Jeanette Biedermann hat die Presse gesagt.«]
»Genau, das wollte ich auch grad sagen: Verklag’ das Drecksblatt, das ist ja ‘ne Frechheit. Ich meine, seien wir mal ehrlich: Du bist locker ‘nen Meter größer. Du kannst Dich stilvoll anziehen – da macht man Jeanette keinen Vorwurf, da kommt das Zirkuskind in ihr durch.«
Gut, das muss einem nicht gefallen, wie er da vom Leder zieht, aber wo er wirklich unterschätzt wird, das ist seine Schlagfertigkeit. Ich behaupte, er könnte es in diesem Punkt durchaus mit Harald Schmidt aufnehmen. Beispiel: In der Kategorie »Model« staksen die Kandidatinnen wortlos über die Bühne.
Kai Pflaume: So, wir haben drei Menschen in der Jury, die jetzt die Hand am Piepknopf haben…
Olli Pocher: Was? Die haben die Hand am Piepknopf? Was für Schweine! Aber ich weiß jetzt endlich, warum hier die Tücher auf dem Tisch stehen, ehrlich gesagt. [...] Ja, das hat man beim Tabledance kaum besser, kann ich ehrlich gesagt sagen.
[Zu Eva Padberg in der Jury] Echt, ist das toll, wollen wir solche Frauen im Ausland sehen?
Eva Padberg: Ja.
Olli Pocher: Gut, [zur Kandidatin] so lange Du keine Gummibärchen zwischen den Zehen hast und irgendwelche Italiener uns nach Hause bringst…
Olli gibt der ersten Kandidatin vier von fünf Punkten und Kai Pflaume möchte wissen, weswegen. Antwort:
»Ja, vielleicht kriege ich von der anderen die Telefonnummer, von daher ganz eindeutig.«
Kai Pflaume reicht das noch nicht als Begründung und er bohrt nach, was die Kandidatin denn besser machen kann. Olli druckst erst etwas rum, aber dann diese Antwort:
»Du kannst nichts besser machen, Du bist eine ganz tolle Frau, aber da fehlte einfach irgendwas… Die Intonation war nicht so gut, vier Punkte.«
LOL!
Netter Seitenhieb auf Jeanette, denn wenn sie einmal was kritisiert (»Du bist so ein Sonnenschein, ich geb’ Dir fünf Punkte!«), dann ist es die Intonation. :-)
Erschienen am Montag, 10.05.2004 @ 4:49
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Tags: Film-und-Fernsehen, oliver-pocher
Die mutmaßlichen Programmierer der Würmer
Sasser und
Phatbot wurden laut heutigen Meldungen unabhängig voneinander in Deutschland gefasst.
Mein Mitleid wegen der »Millionenschäden« hält sich in engen Grenzen: Wer ein von Haus aus unsicheres System einsetzt (»Weil’s günstiger ist«) und nicht in der Lage oder willens ist, Patches einzuspielen, darf sich nicht wundern. Nach ILOVEYOU, SirCam, Code Red, Nimda, Bugbear, SQL-Slammer, Blaster, Swen und anderen könnte man eigentlich einen Lerneffekt erwarten.
Dass Sasser auch über Notebooks in Firmennetze eingeschleust wird zeigt vielleicht, dass man auch hinter Firewalls patchen sollte.
Erschienen am Montag, 10.05.2004 @ 18:12
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Tags: Apple, get-a-mac
Heute habe ich ja den ganzen Tag darauf gewartet, dass Finanzminister Hans Eichel die Brocken hinwirft und zurücktritt. Die Meldungen überschlugen sich am Vormittag: Einzelne Minister verweigerten angeblich Etat-Gespräche mit dem Finanzminister und wollten nur mit dem Kanzler direkt verhandeln, was von Regierungssprecher Bela Anda eilig
dementiert wurde.
Dennoch mehren sich die Stimmen in der Koalition, die ein Ende des Sparkurses fordern und für höhere Schulden plädieren. Über Eichel heißt es, er würde weiter den Sparkurs verfolgen und seinen Hut nehmen, wenn die Koalition davon abweichen würde.
Vorletzte Woche erfuhr der Spiegel von einem kleinen Treffen im Kanzleramt, bei dem dass Ende des Sparkurses beschlossen worden sei, nur Finanzminister Eichel hielt tapfer dagegen, einst angetreten als »Eiserner Hans« und »Sparminator«. Der arbeitete einen Entwurf zur Erhöhung der Mehrwertsteuer aus, der vom Kanzler in Minutenschnelle kassiert wurde.
Lektüre: Spiegel 19/04 »Ende der Zumutungen«, Spiegel 20/04 »Der kraftlose Kanzler« und Spiegel 20/04 »Wachsende Löcher«. Sehr lesenswert ist auch ein Artikel von Markus Deggerich auf Spiegel-online: »Um Eichel wird es einsam«.
SPD-Chef Franz Müntefering fordert:
»Wir werden darüber reden müssen, dass der Stabilitätspakt für Sonnenzeiten gut ist, dass man in schwierigen Zeiten dafür sorgen muss, dass das Wachstum nicht völlig in die Knie geht. Dafür muss man dann in guten Zeiten umso stärker sparen.«
Klingt eigentlich gut, aber bei mir gehen da trotzdem die Alarmglocken los: Das erinnert doch sehr an Keynesianismus, der in den 70ern populär war und heute bei Gewerkschaften wieder hoch im Kurs steht. Kurz gesagt geht’s darum, dass sich der Staat antizyklisch verhalten soll: In schlechten Zeiten soll er Geld ausgeben und mit Konjunkturprogrammen die Wirtschaft ankurbeln, in guten Zeiten soll er sparen und die Schulden zurückführen.
Das Problem dabei ist, dass das noch nie funktioniert hat: Schulden wurden immer fleißig gemacht, aber nie zurückgeführt. Volkswirte warnen davor:
»Inzwischen weiß jeder, dass neue Schulden die Steuern von morgen sind.«
Zitat des Wirtschaftsweisen Rolf Peffekoven. Man muss vielleicht nicht gleich die große Keule rausholen wie Friedrich Merz. Peffekoven schlägt u.a. Subventionsabbau vor: Eigenheimzulage, Pendlerpausche etc.
Die deutsche Staatsverschuldung beträgt bis Ende 2004 rund 1,4 Billionen Euro.
Erschienen am Montag, 10.05.2004 @ 18:55
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Tags: inland, Politik
Wo ich heute schon mal etwas politisch bin, noch das: Was ich an der Deutschland-Berichterstattung des Spiegel schätze ist, dass man als Leser manchmal das Gefühl hat, ein Reporter stünde neben den Politikern und notiert fleißig mit, was sie in geheimen Sitzungen besprechen. Das passiert nicht nur bei der Regierung wie letzte und vorletzte Woche, auch bei der Opposition war man Mäuschen: »
Operation Giftpille«.
»Angela Merkel treibt die Regierung mit einer Zermürbungsstrategie vor sich her: Offiziell predigt die CDU-Chefin Zusammenarbeit und Konsens. In Wahrheit setzt sie auf Obstruktion.«
Der Spiegel ruft noch mal ins Gedächtnis, dass der geplagte Bürger die Praxisgebühr der Union zu verdanken hat, die Union aber die Schuld der Regierung in die Schuhe zu schieben weiß. Dito die Riesterrente, deren bürokratische Monstrosität die Opposition zu Recht beklagt (dabei aber verschweigt, dass sie erst durch Unions-Nachforderungen dazu wurde). Dito Hartz IV: Auch wenn Hartz drauf steht, stecken Unionsideen drin, die diese jetzt bemängelt.
[An was ich mich noch gut erinnere, ist das Debakel um das Dosenpfand, dass durch die Unionsleute Töpfer und Merkel erst möglich wurde.]
Die Strategie dahinter ist, die Koalition aufzureiben und sturmreif für 2006 zu machen.
Aktuell geht’s um das Zuwanderungsgesetz, dass Deutschland dringend braucht und unisono von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden gefordert wird. Über 100 Änderungswünschen kam die Koalition der Union nach, siehe den o.g. Spiegel-Artikel und auch dieses und jenes Interview mit grünen Spitzenpolitikern, die die Verhandlungen aufgekündigt haben.
Bei aller Kritik, eine Sache finde ich doch löblich: Vor der Bundestagswahl forderte u.a. Edmund Stoiber, die Kompetenzen des Bundesrats müssten neu zugeschnitten werden, damit er nicht so viele Gesetze des Bundestags blockieren kann. Mein erster Gedanke war ja: »Mal sehen, was er nach der Wahl erzählt.«
Ende März gab’s einen Spiegel-Artikel über die Fortschritte der Förderalismuskommission, in der sich Stoiber und Müntefering im Vorsitz abwechseln.
Erschienen am Montag, 10.05.2004 @ 19:32
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Tags: inland, Politik
Ich bin heute etwas bösartig, oder?
Erschienen am Montag, 10.05.2004 @ 19:57
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Tags: Interna