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Dienstag, 25.05.2004

Making of Abschlussprojekt: Wie man das richtige Projekt findet

Für mein SAE-Abschlussprojekt habe ich mir natürlich ein paar Gedanken gemacht, was ich machen möchte.

  1. Es soll cool sein.
    Ich will ein Projekt machen das rockt, dass dem Zuschauer die Schuhe auszieht! Ein Projekt mit »Wow!«-Effekt und Eyecandy, aber natürlich mit Stil und Finesse.
  2. Es soll »groß« sein.
    Falls es nicht so cool ist wie es wünschenswert wäre, dann soll es zumindest ein Projekt für einen bekannten Namen sein. Ich möchte nicht die Website für die Tierhandlung umme Ecke machen.

Dann habe ich mir gedacht: Wenn ich eine Auftragsarbeit für ein Unternehmen mache, dann könnte ich in Schwierigkeiten kommen. Denn die finale Deadline gibt nicht der Kunde vor, sondern die SAE: Am 5. August um 17 Uhr muss die CD auf der Supi-Theke liegen. Und da wäre es schlecht, falls der Kunde auf halbem Weg das Design umschmeißt, ewig und drei Tage kein Material liefert oder sich mit Abstimmungen zu lange Zeit lässt.
Ich bräuchte also ein Projekt, bei dem ich weitgehend freie Hand habe. Etwas selbst ausgedachtes böte mir da natürlich die absolute Freiheit, nur ist es bei Phantasie-Projekten mitunter schwierig, brauchbares und rechtefreies Material zu bekommen.

Am liebsten hätte ich eine Website für einen Film gemacht – mal wieder. Material wäre in rauen Mengen vorhanden, und bei einem jahrealten Film müsste ich mich vermutlich auch nicht all zu sehr mit jemandem abstimmen.
Problematisch war da nur die Rechtefrage: Ich möchte die Website als Referenz online stellen und gleichzeitig nicht riskieren, mal ein freundliches Schreiben mit Kostennote eines Anwalts zu bekommen.

Daher frug ich für vier Filme bei den vermeintlichen Rechteinhabern an, ob ich Material der deutschen Spielfilm-DVD verwenden dürfte:

Eine Website für »Pulp Fiction« wäre schon sehr geil gewesen…
Ich rechnete nicht ernsthaft mit Antworten. Daher war ich angenehm überrascht, sowohl von Warner Bros. als auch von der Ufa E-Mails zu bekommen. Allerdings ist die rechtliche Situation ziemlich vertrackt, wie ich schon vermutet hatte. Von der Ufa hieß es zu meiner »Pulp Fiction«-Anfrage:

»Uns liegt Ihre obige Anfrage vor. Hierzu können wir Ihnen aus zwei Gründen keine Genehmigung erteilen: zum einen laufen unsere Homevideo-Rechte an diesen Film zum 30.6.04 aus, zum anderen sind in unserem jetzigen Vertrag Ihre angefragten Rechte nicht mit eingeräumt. «

Freundlicherweise bekam ich die Adresse und den Namen einer Kontaktperson bei Miramax in New York. Eine Antwort von dort blieb leider aus (ok, keine Überraschung, aber fragen kostet nichts).
Warner Bros schrieb mir:

»Leider sind Sie bei Warner Bros. an der falschen Adresse. Es ist zwar richtig, daß WB den Film produziert und in die Kinos gebracht hat, aber die Rechte an der VHS bzw. DVD Auswertung in Deutschland liegen bei den Kollegen von Buena Vista.«

Auch hier bekam ich netterweise eine Kontaktadresse. Die Anfrage stellte ich jedoch nicht erneut an Buena Vista, da sich mittlerweile anderes bezüglich einem möglichen Abschlussprojekt ergeben hat (ich komme gleich drauf).
Das finde ich recht interessant, wie verworren das Beziehungsgeflecht in dieser Branche ist. Korrekterweise hätte ich vermutlich auch noch beim Plattenlabel des Soundtracks anfragen müssen… Mich würde nicht wundern, wenn Quentin Tarantino persönlich die Verwendung von »Pulp Fiction«-Material absegnen müsste. Wahrscheinlich wäre es auch leichter eine Lizenz zu erhalten, wenn man mit Geldscheinen winkt, aber eine kostenpflichtige Lizenz hätte ich nicht bezahlen können (ich weiß nicht was sowas kostet, aber ich kenne meinen Kontostand).
Eigentlich wollte ich auch noch für »The Big Lebowski« einen Brief losschicken, aber ich konnte keine Anschrift von Polydor ausmachen. Bei meinen Recherchen bin ich auch über die Website von UIP gestolpert. Durch deren FAQ konnte ich wieder etwas dazulernen:

»Wieso gibt es auf der Website keine Informationen zu DVDs und Videos?
UIP ist ein reiner Kinofilm-Verleih. Videos und DVDs werden direkt von den Produktionsfirmen vertrieben.«

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Okay, zurück zu meinem Abschlussprojekt. Keine Frage, dass ich mehrere Eisen im Feuer hatte und nicht alles auf eine Karte setzte.
Die Kollegen von den Gameworkern boten an, ich könnte eine Website für einen Bekannten machen: Der Mann ist Barkeeper und gleichzeitig Jongleur. Er mixt also nicht nur lecker Cocktails, sondern jongliert dabei mit Gläsern, Flaschen und Shakern.
Der Reiz bei diesem Projekt war, dass die Leute dahinter sehr nett sind (Matthias und Anna), dass es tonnenweise gutes Material gibt (Fotos und Videos), dass ich freie Hand hätte und das ich mich hätte austoben können.

Fast zeitgleich eröffnete sich jedoch noch eine andere Möglichkeit. Vor einiger Zeit bewarb ich mich mit einem PDF auf einen Aushang in der SAE. Eine Firma von ehemaligen SAE-Absolventen, die Leute suchten. Es ergab sich ein Kontakt und wir kamen auch wegen meines Abschlussprojekts ins Gespräch. Ebenfalls nette Jungs, gutes Material, freie Hand und ein ansprechendes Projekt: Die Website für einen Golfclub.
Ich entschied mich für dieses Projekt, so dass ich jetzt eine Website für einen Golfclub mache: HTML-Site und Flash-Site, ein kleines Minigolf-Spiel und alles angetrieben von einem CMS, das sich gewaschen hat.

Erschienen am Dienstag, 25.05.2004 @ 18:23 | Kommentare deaktiviert
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Sachen in Flash reinholen

Andi war heute krank, daher sprang Matthias in der SAE ein und zog seinen für nächste Woche geplanten Unterricht vor. Es geht im Großen und Ganzen nach wie vor um dynamische Inhalte mit PHP und SQL. Matthias’ Thema ist die Zusammenarbeit mit Flash. Man kann Daten nicht nur innerhalb eines Flash-Films in Arrays und Objekten speichern, sondern auch von außen laden: Aus Textdateien, aus XML-Dateien, aus Datenbanken.

Matthias zeigte uns zunächst, in welcher Form man Werte in einer Textdatei an Flash verfüttern muss:

variable1=wert&variable2=wert&variable3=wert

Mit _root.loadVariables("daten.txt") wird die Textdatei geladen, von Flash automatisch geparst und man kann die Werte schon in dynamischen Textfeldern anzeigen lassen. As simple as that. Allerdings bauen die deutschen Umlaute Stolperdrähte auf, die je nach Playerversion unterschiedlich umschifft werden müssen.
Dateien mit Daten können natürlich nicht nur von der lokalen Platte des Servers kommen, sondern auch aus dem Web. Man packe diverse Nachrichten in eine Variable news und formatiere sie mit Baby-HTML (ganz einfache Sachen: font-Tag, br, b…).
Seit Flash MX gibt es mit dem LoadVars-Objekt noch eine weitere Möglichkeit, Variablen von außen zu laden.

Nächste Aktion: Wir bauen uns ein dynamisches Menü per duplicateMovieClip. Die einzelnen Menüpunkte sind jedoch nicht in einem Array innerhalb des Flash-Films gespeichert, sondern kommen von außen mittels einer Textdatei:

button1=Profil &button2=Kontakt &button3=Produkte &buttoncount=3

So kann der Kunde selbst einen Menüpunkt freischalten oder verschwinden lassen, indem er den entsprechenden Eintrag in der Textdatei hinzufügt/löscht und die Anzahl der Menüpunkte in der Variablen buttoncount notiert. Nützlich, wenn ein Bereich der Site z.B. nur einmal im Monat erscheinen soll.
Eine Alternative ist, mit einem Item-Delimiter zu arbeiten: Ein bestimmtes Zeichen (oder mehrere davon) trennen die einzelnen Menüpunkte voneinander ab:

buttons=Profil###Kontakt###Produkte

Die Zeichenkette aus der Datei wird in Flash in ein Array geladen. Da sich die Länge eines Arrays ganz einfach ermitteln lässt, benötigen wir auch buttoncount nicht mehr.

Zum Schluss gab uns Matthias noch einen Ausblick auf XML. XML stinkt, aber es hat doch ein paar Vorteile: Diverse Programme kommen damit klar, es ist übersichtlich und logisch, man kann die Struktur selbst definieren und Mehrsprachigkeit ist einfach zu bewerkstelligen. In einer XML-Datei kann man Werte speichern (die bei Bedarf vom Kunden geändert werden können), die Flash einlesen kann:

<farben>   <farbe name="rot">     <r>255</r>     <g>0</g>     <b>0</b>   </farbe> </farben>

Man mache sowas mal mit ein paar Dutzend Farben in einer Zeichenkette, dann wird man aber bekloppt.
Es ist allerdings etwas einmalige Arbeit notwendig, um XML für Flash mundgerecht zu machen.

Zum Schluss noch zwei Stilblüten:

»Das ist jetzt schon zweimal der selbe Fachbegriff in einer Unterrichtsstunde!«

»Ich weiß nicht, ob Ihr das noch kennt aus Director, das ist dieses orangene Programm.«

Erschienen am Dienstag, 25.05.2004 @ 19:08 | Kommentare deaktiviert
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