Montag, 16.08.2004
Finishing Move III: Praxis-Abschlussprüfung
Bis einschließlich Donnerstag haben alle 31 Teilnehmer des CMD 803, die sich für die Endprüfung qualifizieren konnten, ihre praktische Abschlussprüfung. Mein Termin war heute von 12 bis 14 Uhr.Die Prüfungstermine überlappen sich um eine Stunde, denn es sind Einzelprüfungen, nacheinander bei drei verschiedenen Prüfern.
Ich will nicht all zu sehr ins Detail gehen, nur ein paar allgemeine Infos.
Den Auftakt gibt’s bei Jochen in einem kleinen Raum neben der Internet-Lounge. Es gibt eine größere Aufgabe, für die nacheinander einige Arbeitsschritte in verschiedenen Programmen absolviert werden müssen:
- In Photoshop ein Bild bearbeiten
- In Cinema ein bestehendes Objekt mit einer Textur versehen, an einem Pfad animieren und rausrendern
- In After Effects das Bild aus Photoshop und die Einzelbild-Sequenz aus Cinema in einer Komposition zu einem Video weiterverarbeiten und rausrendern
- In Director das fertige Video importieren und per Lingo einen kleinen Quicktime-Player bauen
Dabei darf man natürlich nicht irgendwas machen, sondern man muss sich an eine Vorlage halten (Stichwort »reproduktives Arbeiten«). Insgesamt alles nicht schwer, aber hier war Detailwissen gefragt. Man muss wissen, wie ein bestimmter »Effekt« aufgebaut ist, wie man ihn grundsätzlich nachbaut, und wie man das konkret in den einzelnen Programmen bewerkstelligt. Es genügt ja nicht, auf einen Knopf zu drücken und schon ist meine Photoshop-Datei fertig: Ich muss wissen, was ich machen will und wie ich es mache. Ich muss wissen, wo ich in einem Programm hinlangen muss, welche Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge zu erledigen sind.
Daher würde ich schon sagen, dass die Aufgabenstellung für eine Abschlussprüfung angemessen war: Sie fragt kein Trivialwissen ab und schafft es, in der Kürze der Zeit ein breites praktisches Detailwissen abzufragen.
Die Schwierigkeit dabei ist natürlich, das grundsätzliche Wissen anwenden zu können. Ist zwar schön zu wissen, dass man z.B. für eine Aufgabe in Photoshop einen Alphakanal braucht, aber das hat einem Jochen schon in der Aufgabenstellung erzählt, dass er das sehen will. Ich muss nicht nur wissen, was ein Alphakanal ist, sondern muss auch wissen, wie ich ihn genau für diese Aufgabe passend herbekomme (und dabei die nachfolgenden Teilaufgaben beachten, weil ich ja mit der Datei weiterarbeiten muss).
Fazit dieses ersten Teils: Nicht so doll. Jochen hat sich zwar eine schöne Prüfung ausgedacht, aber bezüglich des Ergebnisses war das ein schwacher Auftritt meinerseits.
Photoshop war bis auf Kleinigkeiten ok denke ich. Mit Cinema 4D stehe ich bekanntlich auf Kriegsfuß, insofern war mein schlechtes Abschneiden bei der Cinema-Aufgabe weitgehend überraschungsfrei. in After Effects arbeite ich sehr viel lieber, aber bei einer Frage hatte ich einen Blackout. Director war ok. Ich weiß nicht, was ich in diesem Teil für ein Ergebnis haben werde, aber hier die 80% zu erreichen wird sehr schwer.
Lob an die Prüfungsleitung: Wenn man mal nicht weiterwusste und gesagt hat, in welche Richtung man möchte bzw. wie’s prinzipiell geht, hat Jochen mit kleinen Tipps geholfen (gibt Abzüge vermute ich). Wenn’s gar nicht läuft, wie in meinem Fall mit Cinema, kann der Prüfling trotzdem weiterarbeiten, denn das Ergebnis der Teilaufgabe, zum Beispiel die fertige Einzelbild-Sequenz aus Cinema, lag vor.
Aber für Depressionen gab’s keinen Anlass, denn das waren erst 30 Minuten und nur der erste von drei Teilen! Es ging nahtlos weiter mit Flash bei Matthias in der Meeting Suite.
Kleine Aufgabe zum Einstieg, dann war ein kleines Spiel nachzuprogrammieren. Ich verrate kein Geheimnis wenn ich sage, dass dabei auch Kenntnisse zu duplicateMovieClip() gefragt waren. Und natürlich ging es bei Flash nicht nur um einfaches Shape-Tweening, sondern um Actionscript. Die Spielaufgabe bestand aus mehreren Teilaufgaben und ab einem gewissen Punkt gab es die magischen 80% Wertung. Ich konnte unterhalb des Zeitlimits die »120-Prozent-Lösung« programmieren und rechne deswegen mit 100% in diesem Teil der Abschlussprüfung.
Dazu gab’s einige Zwischenfragen von Matthias.
Weiter ging’s mit Andi im BA-Raum unter’m Dach. Sein Spezialgebiet: PHP und Datenbanken. Um’s kurz zu machen: Hier ebenfalls 100 Prozent. Bisschen Formularüberprüfung und ein paar einfache Datenbank-Queries. Nach meinem Abschlussprojekt, das mit einem CMS inklusiver echter User-Verwaltung und verschiedenen Benutzerrechten aufwartet, schüttle ich sowas aus dem Ärmel und habe noch Zeit für Stylesheet-Verschönerungen an den Ausgabeseiten. :-)
Die beiden letzten Teile fand ich sehr einfach. Aber vielleicht liegt das nur daran, dass mir Programmieren generell mehr liegt als »das Grafische«, das Jochen abgefragt hat.
Im schlechtesten Fall – 50, 100, 100 – hätte ich immer noch einen Schnitt von 83,333% in der praktischen Prüfung.
Das Endergebnis von Facharbeit, Abschlussprojekt sowie der theoretischen und praktischen Abschlussprüfung und das Zeugnis gibt es in zwei bis vier Wochen per Post. Das Diplom, sofern geschafft, gibt es auf einer eigenen Diplomfeier irgendwann später.
Erschienen am Montag, 16.08.2004 @ 20:37
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Tags: cmd, SAE
