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Mittwoch, 08.09.2004

The boys are back in town

Wie berichtet, hatte ich ein paar Probleme mit meinem iBook: Die Festplatte wollte nicht mehr mounten, anscheinend, weil das HFS-Directory zerschossen war. Mit Bordmitteln war dem nicht beizukommen, aber ich wollte die Festplatte noch nicht aufgeben. In den letzten Tagen war ich etwas beschäftigt, so dass ich mich erst jetzt um die Datenrettung kümmern konnte.
Von den 826 Urlaubsfotos sortiere ich mit Sicherheit zwei Drittel aus, aber die verbleibenden Fotos sind mir doch zu wichtig, um sie einfach aufzugeben.

Ich habe mich etwas in die Materie eingelesen und das ist das Ergebnis meiner Recherchen: In so einem Fall ist die überwiegende Meinung von Leidensgenossen, dass man nur zu zwei Tools greifen sollte: »Data Rescue« von Prosoft Engineering oder »DiskWarrior« von Alsoft. Auf gar keinen Fall sollte man zu irgendwelchen Produkten von Norton/Symantec greifen, denn damit würde man nur alles schlimmer machen. Zum Testen bei Peter stand außerdem »Techtool Pro 4« von Micromat zur Verfügung.
Preislich nehmen sich die drei Programme nicht sehr viel: Das günstigste Programm ist DiskWarrior mit 80 USD, es folgt Data Rescue zu 90 USD. Das teuerste der drei Programme ist Techtool für 98 USD.

Techtool Pro 4 hinterließ einen negativen Eindruck. Was stört ist, dass das Programm gleich losrattert, wenn man irgendwohin klickt. Kein »Jetzt starten«-Button, und auch das Abbrechen von Aktionen ist nur umständlich möglich. Zwar checkt Techtool nur das System, aber nervig ist es trotzdem.
Die Recovery-Funktion enttäuschte: Die iBook-Festplatte wurde zwar erkannt, tauchte aber dreimal im TTP-Fenster auf, ebenso alle Verzeichnisse im Verzeichnisbaum. Es wurden nur wenige Dateien wiederhergestellt, auch wenn man in der Hierarchie auf ein höher gelegenes Verzeichnis klickte. Dass TTP anders kann zeigte sich daran, dass es sehr wohl einzelne Dateien herstellen konnte, wenn man sie explizit anwählte. Störend ist außerdem, dass gefundene Dateien immer in einem Ordner auf dem Desktop gespeichert werden; das Zielvolume ist nicht wählbar. Außerdem wird keine Ordner-Hierarchie angelegt, wenn man Dateien aus tiefer gelegenen Regionen wiederherstellt: Ein Foto wird in Desktop/Recovered abgelegt, auch wenn es aus dem 10. Unterverzeichnis des Quell-Volumes kommt.
Fazit: Finger weg.

DiskWarrior ist kein Programm, dass Dateien von einer beschädigten Platte restauriert, sondern es versucht, die defekte Platte selbst zu reparieren. Ich hatte Gelegenheit, das Manual zu lesen und es machte einen sehr vertrauenserweckenden Eindruck. DW sieht sich jede einzelne Datei an und baut eine neue Verzeichnisstruktur auf (HFS-Directory).
Ich habe mich jedoch aus zwei Gründen gegen DW entschieden: Erstens kann man von der Website keine Testversion runterladen. Ich hatte daher keine Gewissheit, ob es wirklich funktionieren würde. Und zweitens: Das Volume kann nicht grundlos nicht mehr gemountet werden. Vielleicht hat die Platte einen Hau oder einfach nur ein paar defekte Sektoren. Lieber die Daten runterkratzen und das iBook sauber neu aufsetzen.

An dieser Stelle kommt Data Rescue ins Spiel. Es gibt eine Testversion, mit der man eine Datei bis 500 K Größe retten kann. Das Zielvolume ist frei wählbar, und selbst wenn man nur eine Datei rettet, wird die Ordnerstruktur beibehalten: Die Datei wird z.B. in /gerettet/iBook-HD/Users/stefan/Pictures/Sylt/beispiel.jpg abgelegt, statt einfach in /gerettet/beispiel.jpg wie bei Techtool.
Data Rescue konzentriert sich auf die Rettung der Daten und schreibt nichts auf das beschädigte Volume. Wollte man einerseits die Daten runterkopieren und danach das Volume wieder instand setzen, bräuchte man zusätzlich DiskWarrior.
Nachdem es mit der Testversion gut lief, kaufte ich online eine Lizenz für Data Rescue und sicherte damit die komplette iBook-Festplatte zurück. Demnächst gibt es hier Sylt-Bilder!

Hier schon mal ein Vorgeschmack, ein Selbstportrait:

Erschienen am Mittwoch, 08.09.2004 @ 22:57 | Kommentare deaktiviert
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