Sonntag, 28.11.2004
Die MacUP bringt auch dieses Jahr wieder einen hoch-erotischen Wandkalender heraus. Die heißen Bilder gibt’s
hier, bestellen kann man das Teil
da (29,90 Euro zzgl. Versand).
Mir gefallen die Makro-Aufnahmen, während im Vorjahr noch Ganzkörper-Fotos gezeigt wurden.
Erschienen am Sonntag, 28.11.2004 @ 11:28
| Kommentare deaktiviert
Tags: Apple, religion
Holger mit
ein paar Gedanken zur Frage, ob das Internet eine Revolution oder doch eher nur Evolution ist. Seine These: Das Internet ist Evolution – die Abläufe, wie Entscheidungen getroffen und Geschäfte gemacht werden, sind offline wie online die selben.
Ich stimme ihm da teilweise zu: Holgers Beispiele finde ich treffend und die Schlüsse daraus auch. Aber ich bin doch geneigt zu sagen, dass das Internet mehr ist, als nur eine Entwicklung (Evolution). Es ist eine Umwälzung (Revolution). Nicht in dem Sinne, wie Holger es meint. Eine Website UsedSocks.com wird keinen Erfolg haben, auch wenn das manche geglaubt haben.
»Jemand, der in der Innenstadt von Geschäft zu Geschäft rennt, um ein Produkt zum günstigsten Preis zu kaufen, wird das auch online machen.«
Ja, so etwas wird sich nicht ändern, weil sich die Menschen nicht ändern, nur weil sie online sind. Aber abgesehen davon ändert sich eine Menge.
Man denke nur mal daran zurück, wie vor 10 Jahren kommuniziert wurde, als es das Web noch nicht gab, und Usenet und E-Mail nur ein paar Eingeweihten bekannt war. Da wurde zum Telefonhörer gegriffen und Ferngespräche hatten wegen der teuren Gebühren eine besondere Priorität. Wer etwas schriftlich verschicken wollte, schrieb einen Brief oder – Wunder der Technik – schickte von seiner Arbeitsstelle ein Fax an ein anderes Unternehmen.
Heute kostet es nichts, wenn ich in Erlangen sitze und mit Holger in München per Video chatte. Es spielt keine Rolle, ob er im Stockwerk über mir, in München oder in Australien ist: Unsere Breitband-Anbindungen werden pauschal abgerechnet. Er möchte wissen, welche Anschlüsse ein Gerät von mir hat? Ich schicke ihm die entsprechende Seite aus der PDF-Anleitung per E-Mail. Wenn ich ihn mal in München besuchen möchte, stelle ich mich nicht am Vortag im Reisezentrum in die Schlange, sondern drucke mir die Fahrkarte ein paar Stunden vor Abfahrt selbst aus. Nachrichten lese ich nicht mehr am nächsten Tag in der Zeitung, sondern in der gleichen Stunde in meinem RSS-Reader. Ein guter Teil meiner Fachliteratur wird nicht mehr auf tote Bäume gedruckt, sondern steht im Web, in Form von Magazinen und Weblogs. Ich arbeite selbstständig für Kunden, die ich nur alle paar Wochen mal sehe – ob von zu Hause, in einem Büro oder im Zug ist ihnen egal. [Projektarbeit und freie Tätigkeiten werden sich immer weiter ausbreiten. Die klassische Erwerbsbiographie, bei der ein Mensch von der Ausbildung bis zur Rente im gleichen Unternehmen arbeitet, wird immer seltener werden. Das wird auch durch das Internet möglich.]
Ich könnte noch zig Beispiele aufführen – you get the idea.
Das Web, E-Mail, IM, XML und eine Menge anderer Dienste, die das Internet ausmachen, verändern eine Menge. Gut, man könnte sagen: »Statt per Postkarte beim Otto-Versand bestellen die Leute jetzt online bei Amazon, deswegen: Evolution.« Das Internet ist nicht nur ein neuer Vertriebskanal oder ein vernetzter Prospektständer, auch wenn das viele Unternehmen noch nicht begriffen haben. Und da ist jetzt kein New-Economy-Hype dabei: UsedSocks.com hatte 1999 keinen Erfolg und den werden sie auch heute nicht haben. Kein Mensch braucht stinkende Socken (wobei ich nicht weiß, wie erfolgreich saubere Socken sind).
Das Internet ist Revolution: Nicht nur, weil ich heute kostenlos videochatten kann, sondern auch, weil es leichter ist, sich mit vielen anderen auszutauschen: Zum Beispiel über Newsgroups und Webforen. Ich muss für Informationen zu einem Produkt nicht einen dünnen Test in einer Zeitschrift abwarten, sondern lese Erfahrungen in Weblogs nach. Und da ich selbst ein Weblog habe, kann ich meine Erfahrungen auch sehr leicht vielen anderen mitteilen.
Klaus Schallhorn hatte 1999 mal einen sehr schönen Artikel auf seiner Website: »Wenn Sie einen Kunden schlecht behandeln, sagt er’s seinen 80.000 Freunden.« Das gilt heute noch mehr als damals.
Nachtrag (06.01.05): Exzellentes Beispiel ist der Jamba-Kurs bei Spreeblick von Mitte Dezember, der sich durch Weblogs wie ein Lauffeuer verbreitet hat, und auch bei SPON erwähnt wurde. Wahrscheinlich kratzt die Sache nicht all zu sehr an den Jamba-Umsätzen, aber es ist immerhin eine Menge Gegenwind und schadet dem Image (dass, zugegeben, durch die nervtötenden Werbespots bei den meisten Leuten über 15 Jahren eh schonm gelitten haben dürfte).
Erschienen am Sonntag, 28.11.2004 @ 21:44
| Kommentare deaktiviert
Tags: diverse, Film-und-Fernsehen