Archiv für Januar 2005

Samstag, 01.01.2005

Silvester

Silvester-Parties: Unverbindlicher Sex, harte Drogen und historische Vergleiche!
Dieses Mal war ich wieder bei der legendären Party in Klaus’ Wohnung dabei, zu der er vorher per E-Mail einlud:

»Ach so… nicht zu vergessen: der Blei-Weitwurf auf unserem Wohnzimmerteppich.«

Jeder der rund 20 Leute steuerte einen Teil zum Buffet bei: Lachs, Baguette, Käse, Knabberkram…
Kurz vor Mitternacht ging es unter dem Motto »Prost statt Böller« auf eine der nahe gelegenen Kanalbrücken, um dem Feuerwerk über dem Stadtteil beizuwohnen.
Anschließend – da wir es vor Mitternacht nicht mehr geschafft hatten – das Double-Feature »Dinner for One« und »Dinner for Brot«.

So gegen 3 hat sich die Veranstaltung dann langsam aufgelöst. War mal wieder eine super Party!

Erschienen am Samstag, 01.01.2005 @ 14:35 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 03.01.2005

Spendenwelle

Der Tsunami ist eine gewaltige Naturkatastrophe, keine Frage. Dennoch muss Kritik an der medialen Aufbereitung erlaubt sein: Im Moment gehen mir drei Dinge tierisch auf die Nerven.

  • Berufsbetroffene
    Leute die ständig betonen, wie schlimm alles ist und über nichts anderes mehr sprechen. Speziell Fernsehmoderatoren, die ihr allerliebstes Betroffenheitsgesicht aufsetzen und sagen: »Spenden, spenden, spenden.« Ich muss nicht ständig eingeredet bekommen, dass alles schlimm ist, das sehe ich selbst.
  • Spenden
    Die Hilfsorganistationen werden mit Spenden überschüttet, was im Prinzip eine gute Sache ist. Was nervt, sind Spendenaufrufe im Fernsehen und Spendengalas. Der Tsunami ist momentan im Fokus, weil 100.000 Leute in 15 Minuten ums Leben gekommen sind. Es gibt aber keinen Aufschrei und keine Einblendung von Kontonummern, wenn z.B. einmal im Jahr Zahlen zu AIDS-Toten genannt werden. Das hat eine viel größere Dimension mit wesentlich gravierenderen und langfristigen Folgen. Jedes Jahr sterben 3 Millionen Menschen an AIDS und 5 Millionen stecken sich neu an. Jeden Tag sterben 100.000 Menschen durch Unterernährung.
  • Frühwarnsysteme
    Wie so oft gilt auch hier: Es muss immer erst etwas passieren, bevor etwas passiert. Der Tsunami hat Milliardenschäden verursacht und nach dieser Erkenntnis soll ein Frühwarnsystem errichtet werden. Hätte man günstiger haben können.
    Abgesehen davon gab es bereits andere Frühwarnsysteme, jedoch führte menschliches Versagen dazu, dass die Hinweise nicht an die richtigen Stellen weitergegeben wurden.

Nachtrag (17.01.2005): Mal wieder eine geniale Polemik von Henryk M. Broder für Spiegel-online: »Die Olympiade der Guten«

»Die Naturkatastrophen von heute sind die Benefiz-Galas von morgen: Was macht Frau Christiansen auf Sri Lanka? Wem hilft es, wenn David Beckham Care-Pakete packt? Und warum wird die Option, Gutes zu tun, ohne darüber zu reden, nicht wahrgenommen?«

Erschienen am Montag, 03.01.2005 @ 12:27 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 07.01.2005

Büro

Bisher habe ich das an dieser Stelle nicht so sehr an die große Glocke gehängt: Seit dem 13. September 2004 arbeite ich hauptberuflich selbstständig, nachdem ich im August mein Mediendesign-Studium an der SAE erfolgreich abgeschlossen habe. Ich arbeite als freier Multimedia-Producer mit hauptsächlich drei Betätigungsfeldern: Digitale Medien (Konzeption und Produktion von Websites und CD-ROMS in allen nur erdenklichen Arten), Usability-Reviews und Schulungen.
Neue Website kommt demnächst; ich bin mit den ersten Aufträgen bereits ganz gut beschäftigt.   :-)

Aber ich habe festgestellt, dass mir zu Hause die Decke auf den Kopf fällt: Keine anderen Leute, zu große Ablenkung durch Kühlschrank und Festplatten-Recorder, kein Arbeitsweg. Daher ziehe ich zum 15. Januar in eine Bürogemeinschaft in Erlangen; heute habe ich den Mietvertrag unterschrieben. Schon etwas kurios, dass mein erster Mietvertrag nicht für eine Wohnung, sondern für ein Büro ist…

Telefonnummer im Büro: 09131 – 979 11 08.

Erschienen am Freitag, 07.01.2005 @ 16:54 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 11.01.2005

Double-Feature: »Shaun of the Dead« und »After the Sunset«

Gestern zwei Kinofilme mit meinem früheren Zivi-Kollegen Gerd im Erlanger Cinestar: »Shaun of the Dead« und »After the Sunset«. Zuvor Hamburger im Smile, die allerdings wegen der mickrigen Größe ziemlich enttäuscht haben.

»Shaun of the Dead« (IMDB, Trailer) ist ein Überraschungserfolg aus UK und laut Werbezeile »eine romantische Komödie mit Zombies.« Shaun hat Beziehungsknatsch mit seiner Freundin. Er beschließt, sein Leben zu ändern. Als seine Stadt von Zombies eingenommen wird, muss er seine Freunde, die Freundin und seine Mutter retten.
»Shaun« ist zwar nicht besonders gruselig, aber sehr lustig: Schwarzer Humor von der dunkelsten Sorte sorgen für Schenkelklopfer am laufenden Band. Wem »Armee der Finsternis« gefallen hat (»Ash, Haushaltswaren«), kommt auch bei »Shaun of the Dead« auf seine Kosten. Unbedingt ansehen!

Anschließend stand »After the Sunset« (IMDB, Trailer) auf dem Programm.
Pierce Brosnan mimt einen alternden Diamantendieb, der sich mit seiner Angetrauten (Salma Hayek) zur Ruhe setzen will. Kurz nach dem Eintritt in den Ruhestand taucht an der Küste der Insel, auf die sich die beiden zurückgezogen haben, ein Kreuzfahrtschiff auf, das auf seiner Jungfernfahrt einen der größten Diamanten der Welt durch die Gegend schippert. Zeit, dass der Pensionär doch noch mal in den aktiven Dienst zurückkehrt, verfolgt von einem FBI-Agenten (Woody Harrelson).
Der Film plätschert so vor sich hin und ist eigentlich völlig belanglos. Kurzweilige Unterhaltung zwar, aber ein Cineast muss ihn nicht gesehen haben. Um die Wahrheit zu sagen, haben mich an »After the Sunset« auch eher die anderthalb Stunden Salma Hayek im Bikini interessiert, und in dieser Hinsicht kam ich auch auf meine Kosten!   :-)

Erschienen am Dienstag, 11.01.2005 @ 14:45 | Kommentare deaktiviert
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Unter Ulmen

Christian Ulmen ist wieder da: Bei Pro7 schlüpft er in »Mein neuer Freund« in die Rolle eines unausstehlichen Zeitgenossen. Die Probanden müssen es ein Wochenende mit ihm aushalten, um 10.000 Euro zu gewinnen.
Die Sendung ist zwar erneut eine Kopie eines ausländischen Originals, aber sie gefällt mir aus zwei Gründen richtig gut: 1) Christian Ulmen ist die perfekte Besetzung dafür und 2) die Reaktionen der Freunde und Verwandten des Opfers sind sehr interessant.

In der gestrigen ersten Folge war er Knut, ein kettenrauchender, nervtötender Alleinunterhalter. Perfekt gespielt und Riesenrespekt, dass er sich in seiner Rolle ein lautes loslachen verkneifen konnte! Beispiel aus der ersten Folge: Sein Opfer Diana wollte er überzeugen, frühmorgens Bohnen zu essen, die wohl ziemlich ekelhaft sein mussten, denn sie hat sich standhaft geweigert. Darauf Knut:

»Die Bohnen gehören zu mir. Ich hab’ keine besonders glückliche Kindheit gehabt – das nun wirklich nicht. Aber ich hatte Bohnen.«

Weitere Kritiken: Kai, Christian, SPON

Erschienen am Dienstag, 11.01.2005 @ 22:11 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 15.01.2005

Als Kind dachte ich…

…dass Erdbeben durch riesige Erdbeeren verursacht werden
…dass Kapitalverbrechen etwas mit Geld zu tun haben
…dass ein Kreißsaal rund ist
…dass Nebel durch heruntergefallene Wolken verursacht wird

Erschienen am Samstag, 15.01.2005 @ 19:07 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 16.01.2005

Weapons of Mass Deception

Zwei Meldungen aus diesen Tagen, die man nicht einfach so übergehen kann:
Erstens: Die USA beenden im Irak die Suche nach Massenvernichtungswaffen. Bestätigung für alle, die seinerzeit an der Powellpoint-Präsentation und dem Kriegsgrund gezweifelt haben.
Zweitens: Durch seine Wiederwahl sieht Bush den Irak-Krieg legitimiert. Da macht es sich der gute Mann ein bisschen einfach. Eine Wahl ist keine AG-Hauptversammlung, auf der der Vorstand entlastet wird. Bush hat die Welt belogen und einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg geführt. Auch wenn er sich das schönredet, an den Fakten ändert es nichts.

Musik: Eminem, »Toy Soldiers« (Encore)

Erschienen am Sonntag, 16.01.2005 @ 18:49 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 17.01.2005

Keynote-Nachlese

Etwas spät noch ein paar Gedanken zu den neuen Produkten, die vor einer Woche vorgestellt wurden: Weswegen der Mac mini einschlagen wird, und weswegen vom iPod shuffle Milliarden verkauft werden.

Erster Akt: Der Mac mini
Für die Trolle im Heise-Forum ist der neue Mac mini ein gefundenes Fressen: Viel zu langsam im Vergleich zu einem PC, die nächste X-Box ist schneller, für das gleiche Geld gibt es viel mehr PC, und überhaupt, das Teil kommt ja noch nicht mal mit Tastatur.
Vergesst die Spinner, denn der Mac mini wird einschlagen wie eine Bombe! Es ist denke ich nicht all zu weit hergeholt wenn ich die Prognose wage, dass der Mac mini in Stückzahlen zum meistverkauften Hardware-Produkt von Apple werden wird (nach dem iPod). Vom ersten iMac hat Apple wie viele Exemplare verkauft? Sechs Millionen? Der Mac mini wird das noch toppen, jede Wette.

Okay zugegeben: Was Apple da als Prozessor verbaut, ist ganz altes Eisen. Was der Durchschnittstroll nicht versteht: Das ist Absicht.
Der antike Prozessor und die langsame Festplatte (angeblich nur 4.200 U/min) sowie das externe Netzteil sorgen dafür, dass der Kühlaufwand auf ein Minimum reduziert werden kann. Dazu kommt die kompakte Bauweise: Der mini ist der kleinste Mac aller Zeiten: Fünf davon übereinander haben die Höhe eines Cube, und in das Volumen eines Cube passen sogar sieben Mac mini rein.
Apple hat den von vielen seit Jahren geforderten Billig-Cube vorgestellt. Der Cube scheiterte damals nicht wegen seiner kompakten Bauweise oder wegen seiner schlechten Erweiterbarkeit, sondern schlicht, weil er viel zu teuer war.

Wollte zum Beispiel eine Agentur oder eine andere mittelständische Firma die Arbeitsplätze mit Macs ausstatten, stellte sich eine Frage: Welchen Mac stelle ich dem Sekretariat und der Buchhaltung auf den Tisch? Einen eMac, den wahrscheinlich schlechtestem Mac seit langem, mit seinem lauten Lüfter und der riesigen, unergonomischen Röhre?
Einen iMac? Und nach drei Jahren das mitgekaufte »Zwangs-Display« mit entsorgen?
Einen Powermac, mit dem man zwar die freie Auswahl bei den Displays hat, aber einen für diese Aufgaben überdimensionierten und teuren Rechner kaufen muss?
Mit dem Mac mini hat Apple meiner Meinung nach die Chance, die Büros dieser Welt zu pflastern: Er eignet sich nicht nur als günstiger Zweit- oder Dritt-Mac, sondern ist auch überall dort willkommen, wo bereits Peripherie-Geräte vorhanden sind. Wegen seiner geringen Größe passt er überall hin, und dank einem leise säuselnden Lüfter fällt er auch nicht unangenehm auf. Für Leute die unterwegs sind, ist er vielleicht eine interessante Alternative zu einem Notebook: Im Preis ist der mini günstiger als ein iBook, und warum nicht die »Firewire-Platte mit Prozessor« zur Präsentation mitnehmen?

Die Performance reicht für die üblichen Anwendungen völlig aus: eBay, E-Mail, Briefe, Buchhaltung… Wer mit seinem Mac keine Großwand-Plakate entwirft oder ständig 30 Programme gleichzeitig am laufen hat, dem wird der G4 wahrscheinlich genügen. Niemand wird ernsthaft verlangen, dass ein Rechner, der kaum größer ist als fünf übereinander gelegte CD-Hüllen, die gleiche Performance bringt wie ein aktueller Powermac.
Allerdings ist die RAM-Ausstattung von 256 MB wahrlich etwas schmalbrüstig: Ein 512er Riegel sollte Linderung verschaffen, und der Preis von 80 Euro im Apple-Store ist – sehr ungewöhnlich – durchaus konkurrenzfähig (ein GB ist allerdings überteuert).
Ein bisschen schade ist es, dass die Grafikkarte zwar für Quartz-Extreme taugt, nicht aber für CoreImage. Die nächste Revision des Rechners wird da unzweifelhaft besser ausgestattet sein (und ich hoffe, dass das Gehäuse mit Schrauben statt mit Laschen wie beim iPod zusammengehalten wird, so dass man das RAM leicht selbst austauschen kann).

Der Zeitpunkt, zu dem der Neue vorgestellt wird, hätte von Apple nicht besser gewählt werden können: Longhorn wird frühestens Ende 2006 erscheinen, und wenn noch mehr Features zusammengestrichen werden, wird es eher ein »XP Service-Pack 3«. Jeden Monat fallen neue Horden von Viren und Würmern über die Windows-Welt her, während der Mac verschont bleibt. Der iPod beherrscht in den USA 65% des gesamten Marktes für digitale Musikplayer, der iTMS hat einen Marktanteil von 70% – das positive Image des iPod scheint auch zunehmend auf die restliche Marke abzufärben (»iPod Halo Effect«; 1, 2).

Fazit? Für den Nachbarn und Arbeitskollegen: Mit dem Mac mini gibt es jetzt keine Entschuldigung mehr, ein Mac sei zu teuer. Wer jetzt noch einen Aldi-PC für das doppelte Geld kauft, mit Features die er nicht braucht (11-in-1-Kartenleser?!) ist selber schuld. Das Risiko ist gering: Falls man doch nicht auf den Trip kommt, hat man sich nicht gleich einen Powermac für 2.000 Euro ans Bein gebunden (wobei ich niemanden kenne, der vom Mac zum PC geswitcht ist).
Ein paar Nörgler gibt’s immer, die einem vorrechnen, dass ein Dell für das gleiche Geld dreimal schneller ist (und dabei die Versandpauschale und vergleichbare Software »vergessen«). Sollen die doch ihren Kopf in das Triebwerk stecken und sich die Haare vom Kopf fönen lassen.
Fazit für Analysten: Der Mac mini wird Apple aus den Händen gerissen werden: Die Nachfrage nach einem kleinen, leisen Computer ist da, der Preis ist fair, das Image von Apple ist gut wie nie, die Konkurrenz hat wenig Vergleichbares zu bieten.

P.S.: Ich habe dauernd einen anderen Namen im Kopf: »Mini-Mac«! Kleiner Insider…

+++

Der iPod shuffle
Wenn schon der Mac mini weggehen wird wie geschnitten Brot, dann fallen mir keine Worte mehr dafür ein, was mit dem iPod shuffle passieren wird. Bei den normalen iPods gab es ja schon mal Engpässe, weil Apple die Dinger nicht so schnell herstellen konnte, wie sie sie verkauft haben.
Der iPod shuffle ist günstiger als die Konkurrenz-Produkte (die doppelte Kapazität zum gleichen Preis) und er hat eine starke Marke im Hintergrund (nämlich »iPod« und weiße Ohrhörer). Bonus für die Nerds unter uns: Man kann ihn auch als USB-Stick benutzen – für einen Aufpreis von circa 25 bis 30% im Vergleich zu einem normalen Stick. Potential für den Zweit-iPod.

Um ehrlich zu sein, habe ich nicht damit gerechnet, dass Apple einen Flash-Player auf den Markt bringt. Sicher, es gab die Gerüchte über Großeinkäufe von Flash-Speicher durch Apple, aber das hätte auch für ein anderes Produkt sein können. Außerdem hat John Gruber sehr schlüssig dargelegt, weswegen ein iPod ohne Display unwahrscheinlich ist.

Der (normale) iPod bietet eine so große Kapazität, dass die Hörer anfingen, ihn als persönliche Radiostation zu benutzen: Per Zufall durch den ganzen Musikbestand durchhören. Shuffle ist nichts Neues, aber Apple hat diesen Trend erstens beobachtet, und zweitens erkannt, dass das die Lösung für das Problem »kein (brauchbares) Display« ist, das alle diese Kaugummi-großen Player haben. Also lieber kein Display machen, bevor sie ein schlechtes dranbauen, ein Schalter mit den Einstellungen AUS, REPEAT und SHUFFLE, und fertig ist die Laube. Weiß anmalen und »iPod« draufschreiben, schon gibt’s kein Halten mehr.

Ich bin sehr gespannt auf nächsten Januar, wenn Steve Jobs den Marktanteil der iPod-Familie vorstellt, und sich dann vermutlich ein Windows-eskes Bild von »90 plus x« abzeichnet. Das macht mir fast ein bisschen Angst.

Abschließend noch ein Lesetipp: »Small, Cheap, and Without a Display« von gestern auf Daring Fireball. Wie immer ein exzellenter Artikel von John Gruber. Unsere Aussagen decken sich im Wesentlichen (Zufall, wirklich). John hat’s aber ein bisschen fundierter und objektiver beschrieben.   :-)

[Dieser Eintrag erschien am 17.01.2005 Tag bei Mac-TV.]

Erschienen am Montag, 17.01.2005 @ 19:30 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 22.01.2005

Deliver me from Swedish furniture

Vor drei Tagen der Einzug ins Büro, und schon merke ich, dass ich keinen ganzen Tag auf dem Stuhl dort sitzen kann. Ein neues Sitzmöbel muss her, und auf den OPERATIV-Stühlen von IKEA, die andere im Büro haben, lässt es sich aushalten.
Mit 249 Euro plus 26 Euro für die Armlehnen nicht ganz billig, aber unter diesem Betrag sollte man denke ich nicht mit einem Bürostuhl anfangen.

IKEA Fürth wurde vor einiger Zeit umgebaut, und ich war noch nicht im neuen IKEA (ich bin überhaupt selten bei IKEA). Zwei Dinge waren für mich neu: 1) Es gibt Abkürzungen und 2) es gibt ein Hochlager. Also den Parcours links liegen lassen, direkt ins Lager, die richtige Regalreihe gesucht und die Kiste auf den Wagen geladen. Es heißt immer, bei einem IKEA-Besuch kommt man unter x Stunden nicht raus, aber bis zum Aufladen auf den Wagen hat es nur 15 Minuten gedauert. Ok, nochmal die gleiche Zeit an der Kasse. Seltsames Gefühl übrigens zu sagen: »Ich hätte gerne zwei Kassenzettel, weil das eine für die Firma ist.«

Wolfgang hat mich gefahren (er hat noch Regale für den Keller mitgenommen, IVAR oder GORM, ich weiß nicht mehr). Zum Glück waren wir mit dem Signum unterwegs, denn mit Verenas Corsa wäre es mit der großen Stuhl-Kiste eng geworden.

Der Aufbau war kein Problem, das habe sogar ich geschafft. Und das will was heißen (Handwerken: 5, gnadenhalber).

Musik: Avril Lavigne, »Nobody’s Home« (Under my Skin)

Erschienen am Samstag, 22.01.2005 @ 21:01 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 23.01.2005

100. iTMS-Song

Adam Green, »Emily« (Gemstones); aus der Schmidt-Show vom Donnerstag.

Erschienen am Sonntag, 23.01.2005 @ 14:27 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 24.01.2005

Shit happens

Gestern standen Kurzfilme auf dem Programm: Mit Klaus, Steffi, Georg und Nina ging’s ins E-Werk für den Klassiker »Shit happens«. Es ist immer ratsam, rechtzeitig vor dem Kino im dritten Stock zu sein, wenn man nicht auf einem Klappstuhl Platz nehmen möchte.
Zufällig fanden an diesem Abend auch die Retro-Computertage statt, so dass Klaus und ich uns die Zeit mit Giana Sisters und Lazy Jones auf zwei C64 verkürzen konnten.   :-)
Mann, Giana Sisters hat damals für muskulöse Feuerknopf-Daumen gesorgt…

In anderthalb Stunden wurden insgesamt neun Filme gezeigt:

  1. »Der Wecker«
    Belgien/Frankreich 1996, Regie: Marc-Henri Wajnberg, 7′20 Min., Kurzspielfilm, Ohne Dialog, FSK frei
    Robert ist ein Langschläfer, aber sein Beruf erfordert Pünktlichkeit. Noch ein Viertelstündchen könnte er auch gerne weiter schlafen, würden ihn nicht diverse technische Geräte daran hindern.
  2. »Schadensmeldung«
    Norwegen 1993, Regie: Guttorm Petterson, 5 Min., Kurzspielfilm, OmU
    Ein Dachdecker macht einen furchtbaren Fehler, als er versucht, einige Dachziegel von einem Baugerüst herunterzubefördern.
  3. »Signing Off«
    Neuseeland 1996, Regie: Robert Sarkies, 15 Min., Kurzspielfilm, OmU
    Ein in die Jahre gekommener Radiomoderator wird entlassen. In seiner letzten Sendung möchte er den Musikwunsch einer treuen Hörerin erfüllen. Jedoch kommt es zu einigen Komplikationen…
  4. »Pin Up«
    Schweden 1995, Regie: Mats Olof Olsson, 8 Min., Kurzspielfilm, OmU
    Vier Jungen tauschen untereinander Pin Up-Fotos. Das Wertvollste zeigt eine nackte Gitarrenspielerin. Eines Tages sehen sie eine Frau, die eine ähnliche Gitarre trägt. Sie beschließen herauszufinden, ob es dieselbe Frau vom Foto ist…
  5. »El Secdleto de la Tlompeta«
    Spanien 1995, Regie: Javier Fesser, 18 Min., OmU
    Ein ruhiger Tankstellenbesitzer flieht vor der Polizei. Sein Motiv steht irgendwie in Zusammenhang mit einem kleinen Bauwerk. Auf der Flucht trifft er Pater Lucas, der der Schlüssel zum ‘Deheimnis der Tlompete’ zu sein scheint.
  6. »Ein einfacher Auftrag«
    Deutschland 1996, Regie: Raymond Boy, 10′50 Min., Kurzspielfilm
    Die seit vielen Jahren erfolgreich wunscherfüllende Fee Marie besucht den allein lebenden Maurer Jakob Brumme in seiner heruntergekommenen Hütte und soll ihm drei Wünsche erfüllen.
  7. »Prickly Heat – Five Easy Pizzas«
    Australien 1994, Regie: Ray Boseley, 6 Min., OmU
    Der Job als Pizza-Lieferant kann toll sein, aber im Sommer ist er unerträglich! Eigentlich fällt nur die Glut neben den Aschenbecher, dann jedoch eskaliert die Situation völlig…
  8. »Shit happens«
    Schweden 1993, Regie: Peter Östlund, 1′25 Min., Ohne Dialog
    Es hätte alles so perfekt sein können: Das Boot, die Angelrute, Vater und Sohn.
  9. »Was nicht passt wird passend gemacht«
    Deutschland 1996, Regie: Peter Thorwarth, 15 Min., Kurzspielfilm
    Ein naiver Architekturstudent wird als Praktikant auf einer Baustelle mit Pfusch, illegaler Beschäftigung und den Machenschaften des korrupten Bauunternehmers (Diether Krebs) konfrontiert, der eine Leiche verschwinden lassen will.
    [Der Kurzfilm-Vorgänger des späteren, gleichnamigen Spielfilms mit Alexandra Maria Lara in einer Nebenrolle.]

Alle Filme waren sehr gut, dennoch habe ich Favoriten.   :-)
»Der Wecker« ist genial: Eine sehr gute Idee, eine einfallsreiche Story und 7 Minuten lang kein einziger Schnitt – alles am Stück gedreht. »Schadensmeldung« ist sehr amüsant erzählt, brottrocken. Der spanische »El Secdleto de la Tlompeta« ist völlig abgedreht und zum Schießen!

Falls bei Euch mal diese Kurzfilme laufen – ansehen!

Erschienen am Montag, 24.01.2005 @ 16:16 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 28.01.2005

Big Brothers are watching you

Holger hat mich auf einen Zeit-Artikel von Ende letzten Jahres aufmerksam gemacht. Durch den Mosi-Mord und neue Begehrlichkeiten bzgl genetischem Fingerabdruck etc aktueller denn je: Nicht nur der Staat wüsste gerne immer mehr über uns, sondern zunehmend auch Konzerne. Den Text sollten sich vor allem die Inhaber von Payback- und ähnlichen Kundenkarten mal durchlesen: »Wir werden täglich ausgespäht«

Ein Klassiker im Hinblick auf Spuren im Netz ist der gleichnamige Aufsatz von Lutz Donnerhacke: »Spuren im Netz« (Original, GoogleGroups)
[Msg-ID: slrn6to3q6.16c.lutz@taranis.iks-jena.de]

Zum Thema Genscreening empfehle ich den Film »Gattaca« von Andrew Niccol mit Ethan Hawke und Uma Thurman. Sicher nicht vergleichbar zu beispielsweise den aktuellen Bestrebungen bzgl Biometrie-Daten im Ausweis, aber er zeigt eine düstere Utopie auf. Und wenn ich mir ansehe, wie sehr Forderungen nach informationeller Selbstbestimmung seit dem Volkszählungsurteil Anfang der 80er abgestumpft sind angesichts von Vorratsdatenspeicherung und Kundenkarten, dann halte ich diese Utopie durchaus für wahrscheinlich.

+++

Es drängt sich die Frage auf, wie Forderungen nach Datenschutz und das Führen eines Weblogs miteinander vereinbar sind. Kurze Antwort: Ich bestimme selbst, was ich hier schreibe und preisgebe, und was nicht.

Erschienen am Freitag, 28.01.2005 @ 13:44 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 29.01.2005

N8schicht

Ich bin ausnahmsweise mal spät im Büro. Erkenntnis eines angehenden Selbstständigen: Es gibt Phasen, da ist die wenigste Zeit im Büro Zeit, die man Kunden in Rechnung stellen kann. Aber mir war klar, dass ich als Freelancer nicht nach 8 Stunden die Maus fallen lassen kann. Wer nur 40 Stunden in der Woche arbeiten will, soll sich anstellen lassen aber nicht selbstständig werden.

Sehr vorteilhaft: Am Wochenende fährt der Nightliner N28 bis Hüttendorf hier quasi vor der Haustür ab (Stubenlohstraße), so dass ich nicht erst durch die halbe Innenstadt muss.
Ich hätte nicht gedacht dass ich das mal schreibe – im Moment geht mir Busfahren ziemlich auf den Senkel. Es ist Winter und ich bin auf den Bus angewiesen. Der ist nicht nur überheizt, sondern die Heizung ist auch noch laut wie ein Haarfön, so dass Musikhören ohne Gehörschäden unmöglich ist. Den Rest gibt mir die Ansage der Haltestellennamen in der Linie 281: Eine depressive Männerstimme, die nicht auszuhalten ist…

Musik (wenn der Haarfön nicht läuft): Coldplay, »Warning Sign« (A Rush of Blood to the Head)

Erschienen am Samstag, 29.01.2005 @ 1:07 | Kommentare deaktiviert
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Dreimal Steve Jobs at his best

Von Holger bekomme ich diesen Link: openstep.se/jobs. Ein junger Steve Jobs demonstriert die Vorzüge von NeXTSTEP 3 und teilt kräftig gegen Microsoft und seine ehemalige Firma Apple aus.   :-)

Über die Linked List von John Gruber bin ich auf das »Apple Commercial Archive« gestoßen: 700 MB alter Apple-Werbespots. Der Link ist leider nicht mehr aktiv, aber evtl gibt’s ja noch Torrent-Seeder. Eine Alternative ist das Spot-Archiv von cupertino.de.

Trotz der üblichen Selbstbeweihräucherung von IT&W: Das 1984-Video lohnt sich, das durch den heroischen Einsatz der IT&W-Redakteure gerettet werden konnte. Es zeigt die Keynote aus dem Jahr 1984, auf der Steve Jobs den Ur-Macintosh vorstellte. [Meldung, Download komplett, Download-Teil]
Bernsteinfarbene Textmonitore mit DOS 3 waren mir durch den Vater eines Freundes nicht unbekannt. Das muss man sich vergegenwärtigen, dass es damals nur Textdarstellung gab, wenn man sieht, wie das 1984er Publikum komplett ausflippt:

»All of the images you are about to see on the large screen will be generated by what’s in that bag.«

Zum Schluss was Kurzes: Steve Jobs on Microsoft.

»The only problem with Microsoft is they just have no taste.«

Erschienen am Samstag, 29.01.2005 @ 15:23 | Kommentare deaktiviert
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