Archiv für Juni 2005

Mittwoch, 01.06.2005

In eigener Sache (mal wieder)

Inzwischen habe ich drei Monate nichts in dieses Weblog geschrieben: Ich habe so viel mit dem Job zu tun, dass kaum Zeit für anderes bleibt. Geldverdienen muss leider Priorität vor dem Schreiben haben.   :-(

Natürlich habe ich mir fleißig Notizen gemacht, um irgendwann später mal die Lücke schließen zu können (ich werde darauf hinweisen). Da ich mich derzeit aber nicht mal eben ‘ne Woche hinsetzen kann, um nur für das Weblog zu schreiben, muss ich das auf die lange Bank schieben. Und damit sich hier überhaupt mal wieder was tut, fange ich jetzt einfach wieder an und mache mit aktuellen Einträgen weiter.
Aber bitte schon mal seelisch drauf einstellen, dass hier künftig nicht täglich neue Beiträge erscheinen, vielleicht auch mal eine Woche lang nicht. Es kann auch sein, dass ich die Postings kürzer fassen muss; für einen langen Eintrag kann man schon mal eine oder zwei Stunden an der Tastatur sitzen, und das ist Zeit, in der ich kein Geld verdienen kann.
Ich empfehle daher, den RSS-Feed zu abonnieren, um auf dem Laufenden zu bleiben-

Danke für Euer Verständnis!

Erschienen am Mittwoch, 01.06.2005 @ 11:35 | Kommentare deaktiviert
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»That’s life. If nothing else, its life. It’s real, and sometimes it fuckin’ hurts, but it’s sort of all we have.«

Durch ein Weblog-Posting von Flo bin ich auf »Garden State« aufmerksam geworden (IMDB). Es ist das Erstlingswerk von Zach Braff – »JD« aus »Scrubs« –, der nicht nur das Buch schrieb und Regie führte, sondern auch als Hauptdarsteller auftrat. Der Film wurde bereits im Januar 2004 veröffentlicht und tingelte dann über diverse Festivals. Trotz der geringen Verbreitung hat er es in der IMDB Top250 bereits auf Platz 212 geschafft, mit derzeit 8,1 von 10 Punkten.
Kämen in den nächsten Wochen nicht noch »Sin City« und der Anhalter ins Kino würde ich sagen: »Der Wettbewerb um den besten Film des Jahres wurde vorzeitig entschieden.«

Wie immer bei guten Filmen verrate ich nicht zu viel von der Handlung. Ich empfehle außerdem, sich die Trailer erst nach dem Film anzusehen: Sie sind zwar sehr schön, verraten aber ein paar Gags.
Kurz gesagt geht es um Andrew »Large« Largeman (gespielt von Zach Braff), der nach neun Jahren Abstinenz in seinen Heimatort zurückkehrt, um seine Mutter zu beerdigen. Er trifft alte Freunde wieder und lernt neue Leute kennen, darunter auch Sam (Natalie Portman).

»Garden State« ist schlichtweg ein wunderschöner Film, der einfach nur Leben erzählt. Wer »Lost in Translation« mochte, kommt mit »Garden State« ebenfalls auf seine Kosten.
Die berührende Story wird untermalt von Downtempo- und Britpop-Musik, die Zach Braff selbst ausgewählt hat – von Coldplay über die Thievery Corporation bis zu Frou Frou, und sogar Simon & Garfunkel sind dabei. Der Soundtrack eignet sich auch sehr gut zum Nebenbeihören, wenn man in der Stimmung ist. Dazu die glaubwürdigen Schauspieler; vor allem Natalie Portman weiß zu überzeugen. Aufgelockert durch ein paar nette Gags, die passenderweise allesamt nicht aus der Kategorie »Schenkelklopfer« stammen, sondern den Zuschauer zum Schmunzeln bringen. Abgerundet wird das Werk durch einige gelungene Post-Production-Effekte, die als Zeitraffer dienen (Beispiel: Large sitzt unbeweglich in der Mitte auf einem Sofa, während um ihn herum alles in schnellem Tempo abläuft).

Klare Empfehlung: Ins Kino gehen, Soundtrack kaufen, DVD kaufen. Alles drei, in dieser Reihenfolge.

Übrigens wird »Garden State« im Format 1:2,35 gezeigt, was ich für einen Low-Budget-Film schon bemerkenswert finde.

Szenenfoto aus 'Garden State' (Trailer-Ausschnitt)

Erschienen am Mittwoch, 01.06.2005 @ 12:29 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 02.06.2005

»Was hat Ihnen an ‘Stadt als Beute’ am besten gefallen? – Als endlich der Abspann kam.«

Eigentlich sagte Frank letztes Mal in der Sneak:

»Für ein paar Wochen haben wir Durststrecke, da die Blockbuster nicht in der Sneak gezeigt werden dürfen und ansonsten nur Schrott kommt. Wir zeigen daher Klassiker.«

Die letzte Sneak vor zwei Wochen zeigte noch einen Überraschungsfilm und »Kung Fu Hustle« war wirklich gut (was hab’ ich gelacht; stellenweise war er aber recht brutal, weswegen ich FSK12 nicht verstehe).
Für diesen Mittwoch rechnete ich fest mit einem Klassiker und hätte sonst was auf »Pulp Fiction« verwettet. Es kam anders.

Gezeigt wurde einer der schlechtesten Filme in meiner Laufbahn als Kinogänger. Ich weiß gar nicht, wo ich den gezeigten »Stadt als Beute« einordnen soll: Zwischen die Vollpleiten »Godzilla« und »Armageddon«, oder doch eher beim pseudo-erotischen Langweiler »In the Cut«, mit dem ich letzten August bei meinem ersten Sneak-Besuch in Erlangen gequält wurde?

Es handelt sich um einen deutschen Episodenfilm, der die Geschichte von drei Charakteren erzählt; allesamt Theater-Schauspieler. Dreh- und Angelpunkt sind gemeinsame Proben für das Stück »Stadt als Beute«. Der Film basiert auf dem gleichnamigen (realen) Theaterstück von René Pollesch, der sich auch selbst spielt.

Die Geschichte der drei Charaktere interessieren mich als Zuschauer nicht die Bohne. Drehbuch und Regie gelingt es nicht, das Interesse zu wecken und soetwas wie Spannung aufkommen zu lassen.
Um die schlechte Kritik etwas abzukürzen poste ich hier einfach die Antworten, die ich nach der Vorführung in meinen Bewertungsbogen eingetragen habe. [Übrigens warfen viele Sneak-Besucher das Handtuch und verließen die Vorstellung vorzeitig; ich hielt nur in Aussicht auf den Bewertungsbogen durch.]

Bitte bewerten Sie »Stadt als Beute« auf einer Skala von 0 bis 5!
0, vergeudetes Leben!

Sie fanden »Stadt als Beute«… (bitte ankreuzen, Mehrfachnennungen möglich)
Dämlich, langweilig.

Was hat Ihnen an »Stadt als Beute« am besten gefallen?
Als endlich der Abspann kam
Das Ausfüllen des Bewertungsbogens

Was hat Ihnen an »Stadt als Beute« gar nicht gefallen?
Wo soll ich da anfangen?

Wenn Sie »Stadt als Beute« einem Freund empfehlen wollten, mit welchen zwei anderen Filmen die Sie gesehen haben würden Sie ihn vergleichen?
»In the Cut«
»Lola rennt«, nur in langweilig

»Stadt als Beute« könnte Ihnen gefallen, wenn…
…Sie Stadtneurotiker sind.
…Sie nichts auf die Reihe kriegen und Gleichgesinnte suchen.

Bei den eingearbeiteten Szenen der Theaterprobe habe ich kurz überlegt, ob das pseudo-intellektuelle Hirnwichsen nicht Satire sein könnte. Nach fünf Sekunden kam ich zu dem Schluss: Nein, Satire geht anders.
Zugegeben, so im Nachhinein betrachtet hat der Film seine Momente. Die sind aber dermaßen rar, dass sie es nicht mehr rausreißen können. Einziger Lichtblick ist Julia Hummer als Stripperin Babe (aber nicht, weil sie strippt; was sie auch gar nicht macht). Sie fiel mir schon im wesentlich besseren »Absolute Giganten« auf.

Schlusswort: In einer Kritik zu irgendeinem anderen Film habe ich mal diesen Satz hier gelesen:

»Wer nicht unbedingt schlechtes Karma abarbeiten muss, kann sich diesen Film sparen.«

Das kann ich nur unterschreiben.

Nachtrag (02.06.05 @ 19:57): Inzwischen hängt das Gesamtergebnis im Cinestar aus: 50% konnten dem Film zwar etwas abgewinnen, haben ihn aber dennoch nur mit 2 von 5 Sternen bewertet. Die restlichen 50% vergaben 0 Sterne. Und jemand hat mitgezählt, dass 22 Leute den Film vorzeitig verließen…

Erschienen am Donnerstag, 02.06.2005 @ 0:04 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 04.06.2005

Screensavers Galore

Früher, als ich noch Windows 95 einsetzte, blickte ich neidisch auf Freunde mit Windows NT 4 – nicht wegen des Speicherschutzes oder den Benutzerrechten (davon hatte ich damals noch nicht so viel Ahnung), sondern wegen der Bildschirmschoner. Besonders angetan war ich von dem OpenGL-Schoner, der einen Text oder die Uhrzeit über den Bildschirm hüpfen ließ. Und die Röhrenanimation, in der ab und an eine Teekanne auftauchte.

Inzwischen benutze ich OS X und weiß den Unix-Unterbau mit Speicherschutz, getrennten Benutzern, präemptivem Multitasking und dergleichen mehr zu schätzen. Dazu die benutzerfreundliche und fortschrittliche GUI »Quartz«, die auf OpenGL und PDF basiert und Effekte wie Exposé ermöglicht.

Wer immer noch ein Faible für Eyecandy hat und Mac OS X Tiger besitzt, sollte sich mal die Bildschirmschoner ansehen, die Apple seinen Developer-Tools beilegt: CreativeBits stellt sie auch so zum Download bereit für diejenigen, die die Developer-Tools nicht installiert haben. Zwei weitere Screensaver gibt es bei VanillaSoap Design.
Mein Favorit unter diesen Schonern ist der Partikel-Emitter. Zwischendurch ganz nett, aber ich denke ich werde weiter auf den »RSS-Visualizer« setzen, mit den Schlagzeilen der Tagesschau.

Das Erstellen von solchen Screensavern ist sehr einfach: Mac-TV hatte kürzlich eine Sendung mit einem Tutorial zum »Quartz Composer«, der den Developer-Tools beiliegt. Erinnert ein wenig an die Expressions in Cinema 4D, die man mit dem XPresso-Editor zusammenklickt.

P.S.: Ich kann CreativeBits und die Partnersite CreativeGuy sehr empfehlen: Täglich neue Tipps zur Arbeit mit Photoshop, InDesign, Illustrator und dem Mac.

Erschienen am Samstag, 04.06.2005 @ 11:45 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 07.06.2005

»They set fire to our bunny person.«

Die Hölle ist zugefroren: Apple steigt vom PowerPC auf die Intel-Plattform um. Wie John Gruber am 3. Juni schrieb:

»Assuming this is true, it’s HOLY SHIT news.«

John Gruber ist mit seinem Weblog »Daring Fireball« nicht irgendwer in der Mac-Szene wie meinereiner, sondern eine Kapazität. Seine Artikel zu Computern allgemein und zum Mac im Speziellen zeichnen sich stets durch Objektivität und bestechende Logik aus.
In den Tagen vor der Keynote hat er schlüssig erklärt, weswegen ein solcher Schritt unwahrscheinlich ist (27. Mai, 5. Juni und nochmal 5. Juni). Seine Vermutung war, dass Intel statt IBM PowerPC-Prozessoren herstellen würde, aber keinesfalls würde Apple auf die x86-Plattform wechseln. In einem zweiten Szenario rechnete er damit, dass womöglich Intel-CPUs in einem neuen Gerät eingesetzt werden, das kein Mac-Computer ist.

So gesehen war die Ankündigung von Steve Jobs schon sehr überraschend, auch wenn die Stimmung in etwa so aussah: »Es könnte sein… aber nein, die werden doch nicht…«

Zusammenfassung

Ich habe vorhin die Keynote gesehen. Steve erläuterte, dass man bereits zwei große Umstellungen hinter sich habe:

  • 1994 bis 1996: Wechsel der Prozessor-Architektur vom 68.000er zum PowerPC
  • 2001 bis 2003: Wechsel der Betriebssystem-Architektur von OS 9 zu OS X

Zu OS X sagte er:

»OS X is the most advanced operating system on the planet and it has set Apple up for the next twenty years.«

Steve Jobs bestätigte das Marklar-Gerücht, wonach OS X seit jeher in Apples Laboren auch auf x86 läuft, »just in case.«

Gründe für den Wechsel: Als der G5 vor genau zwei Jahren vorgestellt wurde, versprach Steve Jobs einen 3-GHz-Rechner innerhalb eines Jahres. Heute ist man bei lediglich 2,7 GHz angekommen, und ein G5 im Powerbook liegt in weiter Ferne. So gesehen kam Apple nach dem jahrelangen Siechtum mit PowerPC-Prozessoren von Motorola vom Regen in die Traufe.
Der G5 ist zu groß und die Kühlung ist zu aufwändig. Als wichtigsten Grund gab er jedoch, wenn man so will, das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis an: Angeblich bringt der G5 in naher Zukunft nur 15 Leistungs-”Einheiten” pro Watt, bei Intel wären es 70.

In einem Jahr sollen erste Macs mit Intel-CPU rauskommen, in zwei Jahren ist der Wechsel für die gesamte Produktpalette abgeschlossen. Entwickler sollen heute damit beginnen, ihre Programme auch für Intel zu kompilieren, so dass ein Programm sowohl auf PowerPC als auch auf Intel läuft (»Universal Binary«). Den Wechsel möchte Apple so leicht wie möglich machen: In Xcode soll ein zusätzlich gesetztes Häkchen vor dem Kompilieren in der Regel genügen, um eine Universal Binary zu erzeugen, die in beiden Welten läuft.
Auf neuen Intel-Maschinen werden dank »Rosetta« auch alte PowerPC-Programme laufen, ähnlich der Classic-Umgebung (nur dass keine Emulationsumgebung gestartet werden muss). Steve demonstrierte dies anhand von Word, Excel, Quicken und Photoshop, die auf einem Pentium 4 mit OS X liefen.

Bewertung

Was soll man von diesem Wechsel halten?
Ersteinmal ist es in der Tat »HOLY SHIT news«. Bei aller Begeisterung für die Prophezeihungen Seiner Steveheit wollen wir mal nicht vergessen, dass Apple über ein Jahrzehnt gegen Intel gestänkert hat: Noch vor wenigen Jahren wurde der Power Mac mit SuperDrive von Steve Jobs mit diesen Worten eingeführt:

»The power to burn. Burn CDs, burn DVDs, burn Pentiums.«

Dann natürlich der Bunny-People-Spot, den der Intel-CEO für die gestrige Keynote nochmal ausgegraben hat, oder diese preisgekrönte Anzeige (danke an cupertino.de; anklicken für große Version):

Für das Marketing von Apple eine interessante Herausforderung zu erklären, weswegen man gestern noch den G5 gegenüber dem Pentium 4 als überlegen darstellte.   ;-)
Bezüglich der Performance künftiger Macs stellen sich drei interessante Fragen, wenn Windows und OS X künftig auf der gleichen Hardware laufen:

  1. Wie schlägt sich der Mac gegenüber einem PC?
  2. Wie viel Performance wird es kosten, mit Rosetta alte PowerPC-Anwendungen auszuführen?
  3. Wie steht ein x86-Mac gegenüber einem PowerPC-Mac da?

Gerade die erste Frage dürfte recht spannend werden. Bislang hat man Äpfel mit Birnen vergleichen, denn obwohl von der Grafikkarte über die Festplatte und das RAM in einem Mac und PC alles identisch sein konnte, der Prozessor und die zugrundeliegende Board-Architektur war zu verschieden für einen seriösen Vergleich.
Ich denke, dass sich der Intel-Mac recht gut schlagen wird, da OS X das bei weitem fortschrittlichere Betriebssystem ist, indem es beispielsweise mit Quartz sehr viele Rechenschritte für die Grafikdarstellung auf die Grafikkarte auslagert. Microsoft wird versuchen, Ende 2006 mit Longhorn nachzuziehen, doch im gleichen Zeitraum wird das gestern angekündigte OS X 10.5 »Leopard« erscheinen.

Von reinen Leistungsvergleichen abgesehen gibt es natürlich wichtigere Gründe, einen Mac einzusetzen. Ohne aus diesem Artikel einen Roman machen zu wollen: Es ist die einfachere Bedienbarkeit und das damit verbundene angenehmere Arbeiten.
Es wird sicher nicht lange dauern, bis die Frage aufkommt, ob man Mac OS X auch auf einem Aldi-PC wird installieren können. Leute, das wird niemals passieren. Gut, bis gestern hielt ich es auch nicht für möglich, dass Apple sich von IBMs G5 abwendet, aber zwei gewichtige Gründe sprechen dagegen.

Erstens ist ein Mac für einen Betriebssystemhersteller ein recht überschaubares System.
Es gibt zwar viele mögliche Konfigurationen und es werden (fast) die gleichen Komponenten wie bei einem PC eingesetzt. Aber es gibt nicht unendlich viele Konfigurationen. Microsoft muss sich damit herumschlagen, Windows auf allen nur erdenklichen PCs zum Laufen zu kriegen, weswegen Windows gezwungenermaßen oft nur den kleinsten Nenner an technologischem Fortschritt bringt (abgesehen davon, dass Microsoft keinen Stil hat). Apple legt selbst fest, welche Hardware sie in ihren Rechnern verbauen, und können darauf bei der Entwicklung des Betriebssystems Rücksicht nehmen. Diesen Vorteil wird Apple nicht aufgeben, denn es würde entweder a) die Entwicklung enorm komplizieren, wenn Apple auf eine Soundblaster-Karte von anno dazumal Rücksicht nehmen müsste oder b) es gäbe lange Kompatibilitätslisten, auf welcher Hardware das System läuft, und das würde Apple – deren oberstes Ziel die Einfachheit der eigenen Produkte ist – seinen Kunden nicht antun.

Zweitens subventioniert Apple – mutmaßlich – mit den Erlösen aus dem Hardware-Geschäft seine Entwicklungsabteilung.
Es ist kein Geheimnis, dass Apples Marge bei den Hardware-Produkten knapp unter 30% liegt. Und man kann sich auch vorstellen, dass man mit den Verkäufen von OS X nicht dessen Entwicklung finanzieren kann. Wie gesagt, mutmaßlich, aber wenn ich davon ausgehe, dass dem so ist, dann wird Apple kaum diesen Vorteil aus der Hand geben.

Zwei letzte Bemerkungen: Dass Apple sich in die Karten gucken lässt, ist sehr ungewöhnlich. Natürlich müssen sie die Entwickler auf der Entwickerkonferenz einweihen, denn die schreiben die Software, aber daran kann man auch ablesen, wie wichtig dieses Projekt für Apple ist.
Der andere Punkt betrifft Intel. Intel wurde in der Vergangenheit zurecht dafür gescholten, dass sie mit »unlauteren« Tricks (überlange Pipelines) die Taktung ihrer Prozessoren hochschraubten, um den Kistenschieber-Kunden mehr Megahertz in den Verkaufsprospekt schreiben zu können. Vereinfacht gesagt rannten die Pentium-Chips beim Eierlaufen doppelt so schnell, verloren aber unterwegs laufend Eier und mussten immer wieder von vorne anfangen. Das hat sich in letzter Zeit geändert: Mit dem Pentium M wurden die Pipelines wieder kürzer und die Taktraten sanken im Vergleich zu den Desktop-Pentiums. Mal sehen, was die Zukunft in diesem Bereich bringt. Das A20-Gate dagegen wird uns denke ich für die Ewigkeit erhalten bleiben.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Mit der Unterstützung für die Entwickler (Xcode, Universal Binaries) und der Abwärtskompatibilität durch Rosetta kann die Umstellung denke ich gelingen. Microsoft und Adobe wollen die neue Architektur verwenden, wie man auf der Keynote sehen konnte (<ironie>bei dem Tempo, das Quark bislang mit der Umstellung auf OS X vorgelegt hat, dürfte es aber deren Todesstoß sein</ironie>). Ich habe die Umstellung vom 68.000er zum PowerPC nicht miterlebt, aber ich bin zuversichtlich.

So, jetzt sauge ich erstmal auf, was die Ticker, Weblogs und Szeneseiten zu diesem Thema schreiben.

[Dieser Artikel erschien am 7. Juni 2005 auch auf Mac-TV.]

Erschienen am Dienstag, 07.06.2005 @ 2:41 | Kommentare deaktiviert
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Was von der Keynote übrig blieb

Wegen der Bekanntgabe des Intel-Deals sind ein paar andere Meldungen von der WWDC etwas kurz gekommen. Siehe auch die Zusammenfassung bei Macrumors.

Keynote allgemein – Mit nur einer Stunde fiel die Keynote sehr knapp aus. Fast die gesamte Zeit ging für das Intel-Thema drauf. Neue Produkte wurden keine vorgestellt.

iPod/iTunes – Der Martkanteil des iPod beträgt nun 75% aller mp3-Player, vom Flash-Speicher bis zum Festplatten-Player. Die Zahl wurde leider nicht aufgeschlüsselt in die drei iPod-Linien shuffle, mini und white. Und es wäre auch mal interessant zu wissen, ob dies nur eine Zahl für den US-Markt ist (was ich vermute), oder ob das der weltweite Marktanteil ist. Kumuliert seit der Einführung wurden 16 Millionen iPods abgesetzt.
iTunes hat unter den Online-Musikshops einen Marktanteil von 82%. Bisher wurden 430 Millionen Songs verkauft.

OS X – Kaum ist 10.4 »Tiger« zur Tür raus (zwei Millionen Kopien in den letzten sechs Wochen), wird 10.5 »Leopard« angekündigt. Es soll Ende 2006, Anfang 2007 erscheinen, etwa zeitgleich mit der Einführung von Longhorn durch Microsoft. Weitere Infos soll es auf der nächsten WWDC in einem Jahr geben. In den letzten 5 Jahren gab es 5 große Versionen von OS X, während Microsoft nur eine neue Version (Service Pack 2 von XP) fertigstellte.

Macs – Die Mac-Verkaufszahlen stiegen im letzten QUartal um 40% (iPod-Halo-Effekt?), während die PC-Verkäufe nur um 10% zulegten.

Quicktime – Von QT7 gibt es jetzt eine Preview Release für Windows.

Erschienen am Dienstag, 07.06.2005 @ 9:35 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 09.06.2005

How-To: Wie man mit einem Programmierer eine Beziehung führt…

…steht im Weblog von Emily Hambidge: »Dating an Apple Developer« (via Kai)
Im Titel steht zwar was von »Apple Developer«, aber es gilt für alle Programmierer.   :-)

Erschienen am Donnerstag, 09.06.2005 @ 19:04 | Kommentare deaktiviert
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Intel-Nachlese (Links)

Links zu Weblog-Einträgen etc. zur Bekanntgabe des Intel-Deals:

  • Keynote: Stream
  • Pressemitteilungen von Apple und Intel (gleichlautend).
  • Apple: Einführung die Universal Binaries
  • /.-Meldung
  • Heise-Meldung: »WWDC: Apple steigt um auf Intel-Architektur [4. Update]«
    Etwas ausführlicher ist der Hintergrundbericht der c’t-Redaktion.
    Im Heise-Forum zur Meldung schenken sich die Trolle natürlich mal wieder nichts (über 4.300 Einträge bisher).
  • Joy of Tech-Comic zum Thema: »The Five Stages of Intel Macs«
  • Keynote-Stammtisch bei Mac-TV (mit 70 Minuten zwar recht lang, aber dennoch eine sehenswerte Diskussion)
  • Erste Reaktion von John Gruber: »Classic Not Supported on Intel Macs«
    und die Analyse »Bombs away«.
    Zur Frage, ob man sich jetzt noch einen PPC-Mac kaufen sollte: »Today’s machines would have been obsoleted by even-better machines next year no matter what processors they contained.« John Gruber geht davon aus, dass es noch sehr lange nach der Umstellung auf Intel-Macs Universal Binaries geben wird, die auch auf der PPC-Architektur laufen (mich würde mal interessieren, ob man in Xcode 2.1 das Häkchen bei PPC wegmachen kann, oder ob ein PPC-Kompilat immer Pflicht, und das Intel-Kompilat optional ist). Und ich gehe ebenfalls davon aus, dass es für die großen Programme von Microsoft, Adobe und Co keine kostenlosen Upgrades auf Universal-Binaries geben wird – die Zweigleisigkeit wird für den nächsten Upgrade-Zyklus als Feature verkauft werden.
  • John Siracusa schreibt bei ArsTechnica über den Wechsel zu Intel. Jon Stokes hat seine Gedanken ebenfalls bei ArsTechnica veröffentlicht.
  • Weblog-Einträge von Kai:
    06.06.05 – 21:51, 22:59
    07.06.05 – 10:16, 10:43
  • CreativeBits-Posting (mit Foto der »toasted bunny people«.)
  • Der angebliche Apple-Mitarbeiter »As Seen On TV« hat vor vier Wochen ein paar Ansichten gepostet, die auch bei diesem Thema aktuell sind, bezüglich der Ansprüche von Geeks:
    »We sell products to people who want them to work. We don’t sell products to people who want to take them apart. There are other companies that do that.«
    (via Flow)

Nachtrag (13.06.05): Von John Gruber gibt’s einen zweiten Artikel, den Intel-Deal betreffend: »Together We Can Rule the Galaxy«. Joy of Tech hat einen neuen Comic zum Switch: #694

Erschienen am Donnerstag, 09.06.2005 @ 19:04 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 10.06.2005

Ich liebe es

Seit September 2004 arbeite ich selbstständig, vorbei ist das süße Studentenleben. Zwar arbeite ich derzeit an sechs oder auch mal sieben Tagen die Woche, aber das war mir von Anfang an klar: Mit dem Gedanken an eine 38-Stunden-Woche braucht man gar nicht erst anfangen.
Was ich besonders schätze, ist die Abwechslung: Am Dienstag habe ich überwiegend an einem Design-Entwurf in Photoshop gearbeitet. Mittwoch und Donnerstag habe ich Actionscript und PHP programmiert. Freitag nach dem Projektende einen kleinen Ruhetag eingelegt, am Samstag eine Wordpress- und HTML-Einführung. Kommende Woche werde ich wegen eines Print-Projekts hauptsächlich in InDesign arbeiten.
Insgesamt also sehr abwechslungsreich!

Erschienen am Freitag, 10.06.2005 @ 20:35 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 13.06.2005

Neues Projekt ist online: Sixt Lieblingsplakat

Letzte Woche entstand am Mittwoch und Dannerstag ein kleines Gewinnspiel, in Zusammenarbeit mit der Newmedia-Abteilung von Sixt: »Wählen Sie Ihr Lieblingsplakat«. Die 36 Entwürfe sind ab Samstag in einer Galerie am Münchner Flughafen zu sehen. Wer auf www.sixt.de/ClickAndWin abstimmt, kann an einem Gewinnspiel teilnehmen, bei dem es drei Cabrio-Wochenenden mit dem neuen 6er BMW zu gewinnen gibt.
Mein persönlicher Favorit ist Nummer 23, dicht gefolgt von Nummer 24.

Erschienen am Montag, 13.06.2005 @ 18:03 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 14.06.2005

Aus dem Flurfunk

Eben schaut Frank auf meinen Schreibtisch und meint:

Frank: Du ziehst dir wohl ‘ne Line?

Ich: Also wenn du zwei Schokoküsse ‘ne Line nennst, dann ja.

Erschienen am Dienstag, 14.06.2005 @ 14:27 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 15.06.2005

Neuigkeiten vom iTMS

Gute Nachrichten für alle, die keine Kreditkarte haben: Im deutschen iTunes Music Store können die Songs ab sofort auch per Firstgate bezahlt werden. Firstgate rechnet dann per Lastschrift oder Überweisung ab.

Erschienen am Mittwoch, 15.06.2005 @ 15:58 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 16.06.2005

Sneak: »Antikörper«

Gestern war wieder Sneak im Erlanger Cinestar. Nach dem Totalausfall von vor zwei Wochen, dem deutschen Film »Stadt als Beute«, gefror so manchem das Blut in den Adern, als sich bei der Einblendung von »MedienKontor Movie GmbH« erneut ein deutscher Film abzeichnete.
Ganz so schlimm kam es dann nicht (wie auch, unter »Stadt als Beute« geht nicht). Gezeigt wurde »Antikörper«.

Worum geht’s? Zu Beginn des Films wird der Serienmörder Gabriel Engel (André Hennicke) gefasst, der über ein Dutzend Jungs auf dem Gewissen hat. In einem thüringischen Dorf macht sich zunächst Erleichterung breit, denn Engel ist auch der mutmaßliche Mörder eines Mädchens. Allerdings ist nicht klar, ob Engel sie tatsächlich missbraucht und getötet hat. Der Dorfbulle Michael Martens (Wotan Wilke Möhring) macht sich auf den Weg nach Berlin, um mit Hilfe seines Kollegen Seiler (Heinz Hoenig) Gewissheit zu erlangen.

Während des Films habe ich mich sehr geärgert, da mir die ganze Story wie ein Abklatsch von »Sieben« vorkam – deswegen vergab ich direkt nach der Sneak nur einen von fünf Sternen auf dem Bewertungsbogen. Mit etwas Abstand betrachtet würde ich die Bewertung auf zweieinhalb Sterne korrigieren (im Schnitt vergab das Sneak-Publikum drei Sterne). »Antikörper« ist zwar ähnlich wie »Sieben«, aber doch anders, und das hängt nicht nur mit dem vermeintlich vorhersagbarem Verlauf zusammen.
Was mir an »Antikörper« gefallen hat – im Nachhinein –, ist die Darstellung der Dorfbewohner. Es handelt sich um ein stock-katholisches Nest, und doch wird offenbar, dass nicht alle so lammfromm sind, wie es nach Außen den Schein hat.

Insgesamt bleibt »Antikörper« für mich aber trotzdem nur ein besserer Tatort, der sich keinesfalls mit »Sieben« messen kann.

Erschienen am Donnerstag, 16.06.2005 @ 11:27 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 18.06.2005

Epi 3

»Episode III« von »Star Wars« habe ich zwar schon am 6. Juni gesehen, aber ich schreibe erst jetzt darüber. Das hat einen Grund: So toll war er nicht, dass ich das sofort missionieren muss.
Im Grunde genommen war Epi 3 sehr vorhersehbar: Man wusste, wer überleben und wer sterben würde, und eigentlich ging es nur noch darum, offene Fragen zu klären. Spannung wollte nicht so recht aufkommen, im Gegenteil, gelegentlich machte sich bei mir sogar Langeweile breit. Sicher, Epi 3 war »düsterer« als die Vorgänger, und er war besser als die anderen Teile der neuen Trilogie. Aber ganz klar kein Kandidat für den Film des Jahres, sorry.

Das Schlusswort hat Mark Morford, Kolumnist des San Francisco Chronicle, mit seinem Beitrag »May The Force Please Go Away«

»Thank the great Sith Lord above that the massive computer-driven marketing hellbeast that is the overblown “Star Wars” epic is finally over. [...] Admit it now, get it over with, move on to pretty happy things like puppies and porn and sunshine.«

Erschienen am Samstag, 18.06.2005 @ 15:57 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 19.06.2005

»The conference is about to begin in a few minutes. So grab a seat – and relax.«

Badge für den Eintritt zur Toca Me 2005

Am Samstag fand in der Münchner Reithalle die zweite »Toca Me«-Designkonferenz statt – für mich der erste Besuch.
Matthias holte mich um 11 Uhr zu Hause ab und wir fuhren in Karins altem Polo nach München – er holte alles raus, was in dem Hobel drin war (1:45 von Erlangen bis München, mit Baustelle). Kurz ein Sprung ins Büro und einen Happen gegessen, dann zu Fuß von Matthias’ Wohnung zur Reithalle.

Um 14 Uhr öffneten die Tore. Jeder Besucher bekam eine Badge und ein »Package« (Plastiktüte mit dem Programm und je einer Ausgabe von Novum, Style und de:bug). Bis alle eintrudelten, konnte man sich an der Bar mit Getränken versorgen und eine kleine Ausstellung ansehen: Video-Installationen, ein Shop und ein Info-Tisch des Hardware-Sponsors.

Der offizielle Teil startete um 15 Uhr mit Niko Stumpo aus Amsterdam. Niko zeigte hauptsächlich seine Comic-Figuren, die er auf einer riesigen Stoffbahn druckte, um dann Taschen und T-Shirts daraus nähen zu lassen. Außerdem gab es in der knappen Stunde noch ein paar Video- und Flash-Projekte von ihm zu sehen.

Nach einer Viertelstunde Pause ging es weiter mit Rob Chiu aus Manchester. Sein Schwerpunkt sind Motion Graphics, doch zunächst gab er einen Überblick über seine Printprojekte und Artikel von ihm, die beispielsweise im Computer Arts Magazine erschienen sind (»After Effects for Print«). Anschließend sprach er ausführlich über seinen Trailer für das Leeds International Film Festival: Die Idee, die Umsetzung und die Schwierigkeiten während der Produktion.
Als Appetithappen zeigte er noch seine neue Website, die noch im Juni live gehen soll (die Actionscript-Umsetzung stammt allerdings nicht von ihm, sondern von Danny). Robs Präsentation dauert auche rund eine Stunde.

Florian Schmitt und Alexandra Jugovic, die in London Hi-Res! gegründet haben, sind bekannt durch die Websites für Massive Attack oder zu den Filmen »Saw«, »Donnie Darko« und »Requiem for a Dream« (übrigens neben »Trainspotting« einer der besten Drogenfilme; man merkt allerdings, dass die Site schon fünf Jahre alt ist).
Während der Toca Me zeigten sie allerdings nur die Site zu »Saw«. Sehr cool war auch das Projekt für BMW: Mit Mausgesten kann der Besucher eine kleine Landschaft malen, in der sich allerhand bewegt. Oder auch »For All Seasons«.
Das Hauptthema ihres Auftritts war das »Hijack«-Projekt, der Styleguide für MTV International. Noch besser gefallen hat mir aber das gleiche Konzept für die PSP – mit einem Ausblick auf mögliche Werbeformen in Europa ab September. Für die Kampagne gab es zwei Ideen: Erstens, die Form der PSP ist überall zu finden (man kann’s schlecht beschreiben). Nett, aber hat man ähnlich schon gesehen. Genial dagegen die zweite Idee: Mit der PSP zu spielen macht derart abhängig, dass die Spieler mit der PSP in der Hand nur noch auf den Boden schauen. Konsequenz: Vor dem Drehkreuz zur U-Bahn steht auf dem Boden »Press Pause.« Oder vor einem Denkmal: “Obstacle ahead”, mit einer Schlangenlinie um das Hindernis herum. Eine weitere Marketing-Idee sind T-Shirts, die etwas ausgebleicht erscheinen, mit Ausnahme der Stellen, an der die Heavy User gewöhnlich ihre Arme, Hände und die PSP haben.
Danach zeigten Florian und Alexandra noch die neue Website für Grey Goose Vodka. Zum Schluss kündigten die beiden an, dass sie mit »Nanika« ein neues Unternehmen gründen, das hauptsächlich Installationen macht.

Eine Stunde Pause! Nina, Matthias und ich bestellten Futter beim Abhol-Italiener und aßen in Matthias’ Wohnung. Um 20 Uhr ging es weiter mit Electronic Shadow aus Paris, bestehend aus Naziha Mestaoul und Yacine Ait Kaci. Bei ihnen geht es vor allem um »Hybrid Design«: Wie kann man Bilder, Videos und Töne mit der Realität verbinden? Konsequenterweise drehte sich viel um Installationen. Ich fand das Thema etwas dröge, vielleicht, weil ich einerseits Installationen generell nicht so abgewinnen kann. Außerdem war es für meinen Geschmack etwas zu philosophisch (»Das Bild ist der Raum.«).

Als letzter trat um halb zehn Joshua Davis aus New York die Bühne. Bei seinem Vortrag blieb kein Auge trocken! Zu Beginn lud er zum Skateboard-Fahren mit ihm und Niko am Sonntag ein:

»We want to destroy your city. With our skateboards. We don’t know were the fuck this is gonna happen, but it will be fun.«

In seiner Präsentation schilderte er anfangs ganz kurz, wie er zum Design kam: Seine Eltern meinten, er müsse Maler werden, drückten ihm Ölfarben in die Hand und er malte Dinge, die aussahen wie von einem dieser vor 500 Jahren gestorbenen »assholes«. Dann kam das Internet auf und er entdecke Flash. Damit »programmierte« er Bilder: Per Mausklick duplizierte er MovieClips, die sich an bestimmte Regeln hielten. Die anwesenden Designer triezte er mit »macht das mal in Illustrator nach, ich warte so lange.« Joshua erzählte dann von einer E-Mail, die ihm Adam von der Schwermetall-Band »Tool« schickte. Im restlichen Vortrag ging es um die Zusammenarbeit mit Tool und den Design-Prozess, von »client meetings« über »bathroom breaks« bis zu Sketchbook-Zeichnungen und Aquarium-Besuchen.
Die Zeichnungen scannte er ein, vektorisiert sie mit Illustrator und lässt sie von seinen Flash-Programmen replizieren (»try that in Illustrator«). Grundsätzlich zeigt er Kunden seine Entwürfe nur in schwarz-weiß, weil Kunden immer an den Farben rumnölen, statt sich zur Komposition selbst zu äußern. Thema Farben:

»Wenn ihr Tool erzählt, dass ich die Farben für deren Website vom Cover der Schneewittchen-DVD habe, dann jage ich Euch!«

Für die Site brauchte er rote, braune und goldene Farbtöne, und die auf der Disney-DVD waren brauchbar. Er speicherte das Cover als GIF, da das ja nur mit einer indizierten Farbtabelle von 256 Farben arbeitet. Übrig blieben 7 Farben. In Photoshop schickte er einen 10%-igen Gauß’schen Weichzeichner drüber, speicherte wieder als GIF (41 Farben) und dann das gleiche nochmal (72 Farben).
Bislang gibt es auf der Tool-Website nur den Eingang als Idee zu sehen, an der Seite dahinter arbeitet Joshua noch.

Ein T-Shirt für 15 Euro musste noch sein, wegen des geilen Logos.

Superdeluxe hat Fotos von der Toca Me geschossen und online gestellt, dito scarimango.de.

Matthias, Jochen, seine Freundin und ich beschlossen den Abend mit »Gran Tourismo 4« auf der PS2 (angeschlossen an einem Projektor), inklusive Fahrersitz und Lenkrad. 750 Fahrzeuge, 70 Strecken. Sehr zünftiges Spiel! Die Detailfülle ist der Wahnsinn: Auf dem Nürburgring kann man sogar die Graffities auf der Strecke sehen… Für mich war das schon beeindruckend, da meine letzten Rennspiele »Test Drive 2« und »Wacky Wheels« waren…

Erschienen am Sonntag, 19.06.2005 @ 17:20 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 20.06.2005

Premium-Content

War ja klar, dass es auch in diesem Weblog früher oder später Katzenbilder gibt. Man beachte die filigrane Ausführung der B-Note (1, 2).
Zur Erklärung: Um die Ecke wurde der Rasen gesprengt und das fand sie wohl interessant. Die Katze von den Nachbarn ist öfter auf dem 5 cm schmalen Geländer unterwegs…

So, Ende Gelände für heute. Ich war von 7 bis 20 Uhr im Büro (45 Minuten Pause). Über 10 Stunden habe ich an einem Artikel geschrieben, der irgendwann im September erscheint.

Erschienen am Montag, 20.06.2005 @ 22:19 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 21.06.2005

Hochdrucklage

Wenn sich die Bild-Zeitung veranlasst sieht, »Busen-Alarm« auszulösen, dann kann das nur eines bedeuten: Es ist dermaßen heiß, dass es eigentlich nur im Büro auszuhalten ist.

Erschienen am Dienstag, 21.06.2005 @ 22:18 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 22.06.2005

Soon on dead trees

In dieser Woche arbeite ich bei einem Kunden vor Ort in München. Eine gute Gelegenheit, um mal die 14-tägige kostenlose Testphase des Safari Bookshelf von O’Reilly zu nutzen. Safari enthält über 3.000 Titel von O’Reilly selbst und der Pearson-Verlagsgruppe, zu der Häuser wie Addison Wesley, New Riders oder Sams gehören. Für einen monatlichen Betrag kann man sich aus allen Titeln eine bestimmte Anzahl auf sein »Bookshelf« stellen: Bei der kleinsten Variante sind es 5 Slots für 10 USD (in der Regel benötigt ein Buch einen Slot). Bücher können getauscht werden, allerdings muss ein hinzugefügtes Buch mindestens 30 Tage im Bookshelf verbleiben.
In einem Buch, das im eigenen Bookshelf steht, kann man dann online lesen (HTML-Seiten). Die teurere »Max«-Variante von Safari ermöglicht – bis zu einem bestimmten Limit – auch den Download von einzelnen Kapiteln als PDF (leider keine kompletten Bücher).

Es ist sehr angenehm, beim Kunden 1) nicht auf seinen Regalmeter Fachliteratur verzichten, und 2) die dicken Schinken nicht im Rucksack transportieren zu müssen. Die Gebühr wird entweder monatlich oder jährlich im Voraus bezahlt. Eine Kündigung ist jederzeit möglich (und leider auch sofort wirksam, nicht erst zum Ende des vorausbezahlten Zeitraums). Die monatliche Abrechnung hat den Vorteil, dass man Safari auch mal nur für vier Wochen nutzen kann: Wenn man längere Zeit beim Kunden direkt arbeitet, und Zugriff auf Fachliteratur benötigt, ohne tausende Seiten durch die Landschaft tragen zu müssen.

Es kann gut sein, dass ich ab und an mal einen Monat buche, wenn ich für einige Wochen absehbar außerhalb des Büros arbeite. Zum Nachschlagen ideal. Wobei mir eigentlich ein noch kleinerer Bookshelf genügen würde, mit drei Slots: PHP Cookbook, Actionscript Cookbook und den Actionscript Definitive Guide.

Erschienen am Mittwoch, 22.06.2005 @ 22:24 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 23.06.2005

Mal so in den Raum gestellt

Josef Joffe in der aktuellen Zeit:

»Längere Wochen- und Lebensarbeitszeit ist keine “rechte” Parole, sondern eine biologische Notwendigkeit.«

Erschienen am Donnerstag, 23.06.2005 @ 17:28 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 24.06.2005

InDesign CS2

Letzte Woche brachte der UPS-Mann die Creative Suite 2; seitdem bin ich allerdings kaum dazu gekommen, damit zu arbeiten: An drei Tagen war ich in München, und auch sonst arbeite ich derzeit eher an programmierlastigen Projekten. Deswegen schenke ich mir an dieser Stelle ein Review – die Leute, die sich dafür interessieren, haben wie ich schon fünfmal über den Vanishing-Point-Filter im neuen Photoshop gelesen und zwei Videos dazu gesehen. [Falls jemand Reviews lesen möchte: Beim Layers Magazine, bei CreativeBits und CreativeGuy, den Adobe Evangelists sowie Russel Brown wird man schnell fündig. Ars Technica hat auch ein gutes Photoshop-Review.]

Ach doch, eine Sache zu Photoshop CS2: Trotz Einstellungsmöglichkeit der Tastaturbefehle ist es immer noch nicht möglich, Apfel-1 für den 100%-Zoom zu definieren, da Apfel-1 für die Ansicht des Rot- bzw. Cyan-Kanals in der Kanäle-Palette vorbelegt ist. Und diese Voreinstellung lässt sich nicht ändern. Das nervt wie hulle, denn Apfel-1 ist für den 100%-Zoom da und für nichts anderes!

Für einen Kunden laufen derzeit zwei Print-Projekte nebenher, für die ich InDesign benötige. Beide Projekte habe ich noch in InDesign CS angelegt: Einmal ein großer Jahresbericht, der im Endausbau 60 Seiten umfassen wird, und zum anderen eine zweiseitige Einladungskarte. Die Einladung war eine gute Gelegenheit, sie in CS2 fertig zu machen.
Soweit keine Probleme, aber beim testweisen Exportieren als »InDesign-Interchange« (.idx) und fehlgeschlagenem Öffnen in InDesign CS dachte ich: »Mit der Abwärtskompatibilität ist es aber nicht weit her.«
Folgender Tipp: Für InDesign CS gibt es das Update »April 2005«, mit dem man der alten Version beibringen kann, Interchange-Dateien von CS2 zu öffnen. Die Aktualisierungsfunktion befindet sich im Hilfe-Menü.

Erschienen am Freitag, 24.06.2005 @ 18:55 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 25.06.2005

»Sie haben eine einfache Tür sehr glücklich gemacht.«

Freitag-Abend war ich spontan im »Anhalter« (IMDB, Trailer). Jeder weiß, was der Anhalter ist; falls ihn allerdings jemand nicht kennt lautet meine Empfehlung, nicht den Film zu sehen, sondern die fünf Bücher der Roman-Trilogie zu lesen:

  1. Per Anhalter durch die Galaxis
  2. Das Restaurant am Ende des Universums
  3. Das Leben, das Universum und der ganze Rest
  4. Macht’s gut und danke für den Fisch
  5. Einmal Rupert und zurück

Der Film erzählt die Geschichte der Bücher in zwei Stunden. Das Problem dabei ist, dass einfach zu viel auf der Strecke bleibt. Irgendwie hatte ich nach dem Film das Gefühl »Da fehlt was.« Es gab einige nett bebilderte Einträge aus dem Reiseführer, aber es wurde zum Beispiel nie erklärt, weswegen ein Anhalter immer sein Handtuch dabei hat. Es wirkt irgendwie alles recht gehetzt, von einem Schauplatz zum nächsten.
Andererseits, und das ist kurios: Ich fand den Film stellenweise sogar etwas langweilig. Vielleicht lag’s daran, dass ich die Story schon kannte, obwohl ich die Bücher zuletzt vor vielleicht zehn Jahren gelesen habe.

Der »Anhalter« war kein schlechter Film, aber er ist ein noch besseres Buch.

Erschienen am Samstag, 25.06.2005 @ 1:23 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 26.06.2005

Song des Sommers

Das Lied, das ich derzeit rauf und runter höre, verdient einen eigenen Eintrag: Es ist »Postcards from…« von Robots In Disguise aus dem gleichnamigen Album.

Auch ganz vorne mit dabei: Das »Hotel«-Album von Moby, daraus vor allem »Beautiful« und natürlich »Lift me up«, sowie »Talk« von Coldplay aus dem neuen »X & Y«-Album. »If we’re in Love« von Ex-Moloko Roisin Murphy hat aber auch was…

Erschienen am Sonntag, 26.06.2005 @ 12:36 | Kommentare deaktiviert
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