Archiv für August 2005

Mittwoch, 03.08.2005

Kritik: »L.A. Crash«

Diesen Mittwoch in der Erlanger Sneak: »L.A. Crash« (IMDB, Trailer), im folgenden nur noch »Crash« (das ist der Originaltitel; keine Ahnung, was sich der deutsche Verleih da wieder gedacht hat).
»Crash« ist ein Episodenfilm von Paul Haggis, der nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch schrieb. Zuvor war er für die Drehbücher einiger TV-Serien verantwortlich, zum Beispiel »Ein Mountie in Chicago«. Sein letztes großes Projekt war »Million Dollar Baby« (Drehbuch und Produktion).

Die Geschichte von »Crash« kann man schwer beschreiben, da es sehr viele Ereignisse gibt. Einige der Personen begegnen sich, oder haben anderweitig mit den Ereignissen zu tun.

»Crash« hat eine überdurchschnittlich hohe Wertung von 8,6 in der IMDB, was ihn auf Platz 72 der Top250 befördert. Meiner Meinung nach wird der Film allerdings völlig überschätzt: Er hatte seine Momente (vor allem die beiden Autodiebe), war teilweise aber auch etwas öde, da ein roter Faden nur schwer zu erkennen ist. Die Auflösung enttäuscht etwas, da sie nicht zu der Sorte »Schuppen von den Augen« gehört. Er ist auch kein Film, den man zweimal sehen muss. Es geht etwas unterschwellig um Rassismus und Vorurteile, aber selbst diese Message bringt der Film nur schwach rüber, da ist er nicht konsequent genug.
»Crash« will von allem ein bisschen sein, macht dabei aber wenig richtig: Es gibt bessere Episodenfilme mit Berührungspunkten, beispielsweise »Pulp Fiction« oder selbst »21 Gramm«, der mir gar nicht gefallen hat. Es gibt bessere Filme, »die einfach nur Leben erzählen«, allen voran »Lost in Translation« oder auch »Garden State«. Der momentan ebenfalls im Kino laufende »11:14« (»eleven-fourteen«) ist wesentlich besser, was die Verknüpfung von Handlungssträngen betrifft.

»Crash« ist leider kein Film, der das beste aus diesen Welten vereint, denn jeder der genannten Filme ist für sich genommen besser als »Crash«. Meine IMDB-Bewertung: 6 Punkte.

Erschienen am Mittwoch, 03.08.2005 @ 23:24 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 04.08.2005

Wen soll ich wählen?

Ich tue mich diesmal wirklich schwer mit der Frage, welche Partei ich bei der kommenden Bundestagswahl wählen soll.
Natürlich habe ich eine Präferenz, und die lautet »lieber weiter Schröder als die Trauerweide Merkel«. Andererseits ist da auch ein diffuses Gefühl von »handwerklichen Fehlern« seitens der Koalition: Egal welches Reformprojekt die Koalition anpackt, jeder Schuss geht nach hinten los – zumindest habe ich diesen Eindruck.
Wieder andererseits wäre es denke ich für Deutschland besser, wenn die Blockadesituation aufgelöst würde, die derzeit zwischen Bundestag und Bundesrat besteht — sprich: eine schwarz-gelbe Regierung, die »druchregieren« kann (grandiose Steilvorlage, die Angie da den Genossen geliefert hat). Wobei Merkel noch nicht mal Kanzlerin ist, und es schon jetzt nicht so recht klappen will mit dem Durchregieren: An sich wollte sie die geplante Mehrwertsteuer-Erhöhung ja nur zur Senkung der Lohnnebenkosten verwenden und keinesfalls »zum Stopfen von Haushaltslöchern«. Die Unionsministerpräsidenten schossen quer und bekommen einen Teil der zusätzlichen Einnahmen ab – zum Stopfen von Haushaltslöchern.
Es besteht Hoffnung, dass die Blockademöglichkeiten des Bundesrats eingedämmt werden, wenn die Föderalismuskommission wieder ihre Arbeit aufnimmt. Aber ich kann nicht abschätzen, welche Auswirkungen das haben wird, wenn sich beispielsweise trotz Föderalismusreform weiterhin eine rot-grüne Regierung einer schwarz-gelben Mehrheit im Bundesrat gegenüber sieht.

Zum Thema »Wahlprogramme« lasse ich mich jetzt nicht weiter aus. Mir fehlt die Zeit, um fünf Wahlprogramme zu lesen. Mir fehlt außerdem die Kompetenz, um deren Stichhaltigkeit zu prüfen. Und ehrlich gesagt finde ich einen Kinofilm oder ein Buch erbauender, als ein Wahlprogramm zu lesen.
Ein paar Dinge bleiben aus der Diskussion hängen: Es wird allseits viel versprochen, aber die Finanzierung des Geldregens bleibt vage. Bei der SPD fällt auf, dass die geplante Reichensteuer wohl eher ein Zugeständnis ist, um die Linke in den eigenen Reihen nach der Agenda 2010 zu zähmen. Münte sagt zwar jovial, wenn so ein Symbol eine Milliarde einbringt, wünsche er sich mehr Symbole. Aber nach dem Verscherbeln des letzten Tafelsilbers durch Hans Eichel vor wenigen Wochen braucht es wohl jedes Jahr 20 bis 40 »Symbole«, um das strukturelle Haushaltsdefizit zu decken. Ansonsten viel »Weiter so«.

Vom Unionswahlprogramm bekomme ich kaum mehr mit; hier bleibt vor allem die geplante Mehrwertsteuer-Erhöhung im Gedächtnis.
Von der Bürgerversicherung und der Gesundheitsprämie (formerly known as Kopfpauschale) ist in der öffentlichen Debatte gar keine Rede mehr, obwohl die Konzepte in beiden Programmen drinstehen (hab’ eben mal nachgeschaut). Zu den Systemen habe ich mir noch keine Meinung gebildet. Die Bürgerversicherung klingt für mich danach, als ob dem bestehenden System nur weitere Gelder zugeführt werden (mit erweitertem Kreis nicht nur von Beitragszahlern, sondern auch von Leistungsempfängern), während die Gesundheitsprämie nach meinem letzten Kenntnisstand nicht zu den Steuerplänen der Union passt.

Von radikalen Ansätzen, um etwas gegen den Kollaps der sozialen Sicherungssysteme zu unternehmen, habe ich von keiner Partei etwas gehört. Sehr cleverer Satz neulich in der Zeit:

»Längere Wochen- und Lebensarbeitszeit ist keine “rechte” Parole, sondern eine biologische Notwendigkeit.«

Allein zum Thema Rente könnte ich einen Tag lang schreiben. Kurze Version: Ich weiß, dass die wenigsten Leute bis zum 65. Lebensjahr arbeiten; trotzdem halte ich eine Anhebung des offiziellen Renteneintrittsalters für sinnvoll.

Ansonsten geben sich besonders die FDP (»Bundesagentur für Arbeit abschaffen«), sowie die Träumer und Luftschlossbauer von der Linkspartei spektakulär. Über das grüne Wahlprogramm höre ich fast gar nichts.

Alles nicht so einfach. Vielleicht muss ich mir doch mal die Zeit nehmen, Wahlprogramme zu wälzen. Oder es wird doch eine Bauchentscheidung – angesichts völlig überzogener und verfassungswidriger Anti-Terror-Vorschläge aus der Union bekomme ich fast ein bisschen Angst… Droht da doch noch die »Schwarze Republik«, die der Grünen-Chef Bütikofer bisher vergeblich an die Wand zu malen versucht hat?

Erschienen am Donnerstag, 04.08.2005 @ 7:24 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 05.08.2005

Lesestoff

Übernächste Woche geht’s in den Urlaub. Eventuell kommt Matthias aus Frauenaurach mit. Meine Schwester meinte:

»Dann habe ich wenigstens jemanden, der mit mir in Disco geht; du liest ja den ganzen Tag wieder.«

So sieht’s aus.   :-)
Wie jedes Jahr decke ich mich mit Strandlektüre ein. Am Mittwoch den 17. geht’s nach Westerland.
Ich habe ein Faible für subversive und nihilistische Belletristik – es kann auch gerne derb zugehen, wie bei Chuck Palahniuk (»Diese Leute sind der Grund, warum es auf jeder Notstation einen Bohrer mit Diamantspitze gibt.«). Wenn ein Buch kontrovers diskutiert wird oder vermeintlich Tabus bricht, dann wird es für mich interessant.
Die Auswahl für dieses Jahr sieht wie folgt aus:

  • »Drecksau«
    von Irvine Welsh, 456 Seiten
    Aus der Feder von Irvine Welsh stammt »Trainspotting«, das mit Ewan McGregor erfolgreich verfilmt wurde. Welsh ist bekannt dafür, dass er in schottischem Dialekt schreibt – durch die Übersetzung geht zwar Originalität verloren, dafür verstehe ich es aber auch.   :-)
    »Drecksau« handelt von einem Polizisten, der vieles im Sinn hat, nur nicht seinen Dienst. Der Klappentext spricht für sich selbst:
    »Für Sergeant Bruce Robertson gibt es Schöneres zu tun, als zu arbeiten: nette Beschäftigungen auf der Herrentoilette, kleine Intrigen gegen Kolleginnen oder auch ein Kurztrip nach Amsterdam, ins Drogen- und Sexparadies. Ärgerlich, dass er dann doch noch einen Mord aufklären soll, aber vielleicht springt ja für ihn was dabei raus. Immer tiefer sinkt Robertson in die Abgründe menschlichen Seins. Widerstand gegen das Böse kommt von unerwarteter Seite: Der Bandwurm, der den Polizisten schon seit längerem quält, kommentiert ungefragt die Schweinereien seines Wirts. Die Dinge stehen schlecht für die “Drecksau”, aber in einem Roman von Irvine Welsh ist es nie so schlimm, dass es nicht noch schlimmer kommen könnte.«
  • »American Psycho«
    von Bret Easton Ellis, 549 Seiten
    Der Klassiker unter den Metzel-Romanen. Das Buch stand laut Wikipedia zwischen 1995 und 2000 auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Im Jahr 2000 hat Mary Harron das Buch mit Christian Bale in der Hauptrolle verfilmt. In Deutschland bekam der Film eine Freigabe ab 16, da er auf explizite Gewaltdarstellungen verzichtete.
    Den Film habe ich vor einigen Jahren gesehen, deswegen ist mir die Story in groben Zügen bekannt: Mitte der 1980er: Patrick Bateman sitzt tagsüber in seinem Wall-Street-Büro und vermehrt seinen Reichtum. Nachts findet er seinen »Ausgleich« als Serienmörder.
    Nach allem was ich weiß, wartet da harte Kost auf mich. Mal sehen, in wie weit sich das als Strandlektüre eignet. Die Zeit schreibt:
    »Der Roman liegt immer noch schwer im Magen. Nur wenige halten ihn für gut, kaum jemand hat ihn gern gelesen, trotzdem zählt er zu den wichtigen Werken der neunziger Jahre.«
  • »Idioten«
    von Jakob Arjouni, 153 Seiten
    In diesem Buch geht es etwas harmloser zu als in »American Psycho«. Fünf moderne Märchen: Stell’ Dir vor, aus dem Nichts erscheint eine Fee und Du hast einen Wunsch frei. Unsterblichkeit, Gesundheit, Geld und Liebe sind leider nicht im Programm. Man sollte allerdings Vorsicht walten lassen bei dem, was man sich wünscht…
  • »Gottverdammt«
    von Manuel Pliewisch, 130 Seiten
    Eines Tages erscheint dem unauffälligen Mark Gott höchstselbst. Wie es der Zufall so will, kennt er Gott bereits: Es ist Elvis!
    Aus den Leser-Rezensionen bei Amazon:
    »Ich habe natürlich, so wie wohl jeder andere “Gottverdammt”-Leser auch, meine persönlichen Lieblingsfiguren aus dem Roman; Zange, der übergroße, lustige Hund, Marks cooler, leicht verrückter Opa und allen voran natürlich Elvis alias Gott. Vielleicht könnte man Pliewischs Roman als “Popcorn-Literatur” bezeichnen, denn es ist pure Unterhaltung.«
  • »Das Leben, die Liebe und der ganze Kram dazwischen«
    von Mike Gayle, 325 Seiten
    Hierbei handelt es sich um die deutsche Ausgabe von »Mr. Commitment«. Den Rezensionen zufolge scheint es eine Art »High Fidelity ohne Plattenladen« zu sein: »Ally Mc Beal fuer Männer«, Antworten auf drängende Fragen wie:
    »There are several questions about men that women have been struggling to answer for some time. Why must they always hold on to the remote control? Why can they only talk during commercials, even when they are watching reruns? Why do they hate shopping with us? What exactly do they do in those electronics stores for hours?«
    Falls ich mich mal veranlasst sehe, das Buch einer Frau zu empfehlen, möchte ich vorher wissen was drin steht.   :-)
  • »Die New York-Trilogie«
    von Paul Auster, 374 Seiten
    Holger sagt mir schon seit Jahren: »Lies Paul Auster.« Bislang konnte ich mich nicht überwinden (»Was soll daran so gut sein?«), aber diesmal habe ich mich breitschlagen lassen.   :-)
  • »Globalisierung«
    von Helmut Schmidt, 140 Seiten
    Irvine Welsh und Bret Easton Ellis sind das eine Extrem meiner diesjährigen Auswahl, Helmut Schmidt und André Kostolany liegen am anderen Ende des Spektrums: Zusätzlich zur Belletristik noch zwei Fachbücher über Wirtschaft (Schmidt) und Finanzen (Kostolany).
    Helmut Schmidt ist ja als Politiker mit ökonomischem Sachverstand bekannt. Er kann Zusammenhänge gut erklären – wie den Amazon-Rezensionen zu seinem Buch zu entnehmen war, und wovon ich mich anhand seines kürzlichen Zeit-Artikels zur Rente selbst überzeugen konnte.
    Das Thema Globalisierung interessiert mich, weil darüber viel debattiert wird und weil es uns alle betrifft. Ich glaube es war Hans-Werner Sinn der mal bei Sabine Christiansen gesagt hat, Globalisierung sei wie Wetter, und deswegen könne man nicht dagegen sein, sondern man müsse sich darauf einstellen. Das sehe ich auch so; wobei ich denke, dass »Globalisierungsgegner« tatsächlich nicht gegen Globalisierung sind, sondern für eine bestimmte Art, sich darauf einzustellen. Was ich mir von Schmidts Buch erwarte, ist ein Ausblick in die Zukunft und Vorschläge, wie westliche Regierungen auf die Globalisierung reagieren sollten.
  • »Die Kunst über Geld nachzudenken«
    von André Kostolany, 237 Seiten
    Das Buch steht bereits seit meiner Zeit bei der Bank (1995-2002) im Regal, aber ich habe es noch nicht gelesen. »Meine« Bank hatte kaum mit Aktienanlage zu tun, deswegen hat es mich auch damals schon eher persönlich interessiert. Aber wie das halt so ist: Wenn die Marktlage günstig ist, hat man kein Kapital, um einzusteigen.   :-)

Wahrscheinlich werde ich nicht alle Bücher lesen können; ich hätte nicht gedacht, dass »Drecksau« und »American Psycho« einen Umfang von 450 bzw. 550 Seiten haben. Dass bei Amazon.de seit einiger Zeit bei den meisten Büchern die Angabe zur Seitenanzahl fehlt, geht mir ziemlich auf die Nerven.
Nächstes Jahr lese ich vielleicht mal Klassiker wie »Krieg der Welten« von H.G. Wells, »Schöne neue Welt« von Aldous Huxley oder »Dr. Jekyll & Mr. Hyde« von Robert L. Stevenson. Von Holger wurden mir außerdem »Neues von Gott«, »Risiko des Ruhms« und »Kings of Infinite Space« empfohlen.
Wenn mir »Drecksau« von Irvine Welsh gut gefällt, lese ich evtl auch noch »Klebstoff« und »Porno« von ihm.

Über die Amazon-Links

Auf my two cents hat es noch nie Werbung gegeben, abgesehen von begeisterten Huldigungen des ein oder anderen Produkts. Werbebanner wären hier fehl am Platz, sowohl optisch als auch inhaltlich. Beginnend mit diesem Posting werde ich jedoch Links zu Amazon um eine Affiliate-ID erweitern: Wenn Du auf einen Amazon-Link klickst und innerhalb von 24 Stunden etwas bei Amazon bestellst, erhalte ich ein paar Cent Gutschrift.
Ich verlinke eh des öfteren auf Amazon und diese Links stören nicht beim Lesen der Seite. Das Produkt, das Du bei Amazon bestellst, wird nicht teurer für Dich. Ich sehe auch nicht, wer was bestellt. Reich werde ich dadurch auch nicht; es geht nur um einen kleinen Gefallen: Das Geld das ich dadurch einnehme, werde ich in Kinobesuche investieren.   :-)
Wer das nicht möchte, dem steht natürlich immer noch frei, die Adresse von Amazon direkt in die Adressleiste seines Browsers einzutippen oder einen anderen Händler eigener Wahl aufzusuchen. Vielen Dank.

Erschienen am Freitag, 05.08.2005 @ 16:46 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 06.08.2005

IE7

Microsoft hat kürzlich die Beta 1 des Internet Explorer 7 vorgestellt. Daraufhin kochten die Emotionen hoch (1, 2, 3), da IE7 laut offiziellem IEBlog den Acid2-Test nicht wird bestehen können.
Molly Holzschlag rief zur Mäßigung auf (»That’s why it’s called Beta«). I beg to differ: Klar ergibt es keinen Sinn, sich über Dinge zu beschweren, die jetzt noch nicht funktionieren. Wenn jedoch feststeht, dass nicht nur die erste Beta einen wichtigen Test nicht besteht, sondern auch das finale Produkt in über einem Jahr mit dem Test nicht klarkommen wird, dann ist es in meinen Augen sehr wohl berechtigt, sich zu echauffieren.

Was ist der Acid2-Test? Acid2 ist eine Testseite für Browser, die vom Webstandards-Projekt zusammengestellt wurde. In ihr sind neben einfachen Aufgaben auch einige komplexe Techniken enthalten, die Web-Entwickler mangels Browser-Unterstützung derzeit nur in geringem Umfang verwenden. Wenn ein Browser die Seite fehlerfrei interpretieren kann, wird ein Smiley sichtbar.

Getestet wird unter anderem die Unterstützung für transparente PNGs, absolute, relative und fixe Positionierung, das Box-Model, Selektoren und Abstände.
Daneben müssen die Browser mit einigen absichtlichen Fehlern im Code klarkommen und bei sich widersprechenden Angaben die richtige Auswahl treffen (beispielsweise hat min-height eine höhere Priorität als max-height, falls die Angabe für min-height größer als die von max-height sein sollte).
Wenn ein Browser den Test besteht, bedeutet das noch nicht, dass er standardkonform ist – Acid2 deckt nur ausgewählte Teile von HTML und CSS ab.

Zeit ist ein Luxus, den wir nicht haben

Mein erster Gedanke beim Lesen des IEBlog-Eintrags war: Dave Hyatt hat es innerhalb einer Woche geschafft, Apples Webbrowser Safari Acid2-konform zu machen; das kann doch nicht so schwer sein.
Aber vermutlich ist es für das IE-Team genau das: Es ist zu schwer, Internet Explorer in time so umzustricken, dass er Acid2 besteht. Nicht, weil bei Microsoft Leute ohne Plan arbeiten würden, sondern weil sie ein Zeitproblem haben.

Internet Explorer wurde seit vier Jahren nicht weiterentwickelt; das IE-Team wurde im Oktober 2001 nach der Veröffentlichung von IE6 sogar aufgelöst. Bis zur Veröffentlichung von Windows Vista (vormals »Longhorn«) Ende 2006 konzentriert sich die Entwicklung auf Sicherheitsaspekte (siehe das Zitat im nächsten Absatz) – da hat IE bekanntlich Einiges nachzuholen.

»In the web platform team that I lead, our top priority is (and will likely always be) security – not just mechanical “fix buffer overruns” type stuff, but innovative stuff like the anti-phishing work and low-rights IE.«

Chris Wilson, der Leiter des IE-Teams, schreibt weiter, dass ihnen Standards sehr wichtig sind. Sie arbeiten die einschlägigen Seiten mit Fehlerlisten ab und würden auch gerne Acid2 bestehen. Allerdings sind einige der Dinge, die für Acid2 notwendig sind »fairly large and difficult [...] to implement«.
Meine Vermutung ist, dass sie wegen der umfangreichen Sicherheitsaufgaben nicht nur zu wenig Zeit für andere Features haben, sondern auch mit einer gewachsenen Struktur ihrer Rendering-Engine Trident leben müssen: Der IE7 muss weitgehend kompatibel zu Millionen Websites bleiben, die unnötigerweise »für IE optimiert sind«, indem sie auf proprietäre Erweiterungen setzen. Dazu kommt die enge Verflechtung mit dem Betriebssystem. Und ich kann mir gut vorstellen, dass es wegen der besagten »gewachsenen Struktur« in der Rendering-Engine wie Kraut und Rüben zugeht.
Dave Hyatt vom Safari-Team hatte es wohl wesentlich leichter, seinen Browser für Acid2 fit zu machen, da die Grundlage von Safari, WebCore, quasi brandneu ist. Erklärterweise hat Apple auch deswegen KHTML (die Basis für WebCore) den Vorzug gegenüber Gecko gegeben (der Rendering-Engine von Firefox), weil KHTML leichter zu pflegen sei als Gecko.

Insofern kann ich nachvollziehen, dass IE7 auch dieses Mal die Web-Entwickler enttäuschen wird: Es müssen nicht nur einzelne Sicherheitslücken, sondern »classes of vulnerabilities« gestopft werden, die, bleiben sie »unbehandelt«, eine unendliche Zahl von Löchern ermöglichen. Dazu kommen die mutmaßlichen Unzulänglichkeiten von Trident, die den Zeitaufwand für Anpassungen der Rendering-Engine in die Höhe treiben, so dass auch IE7 wieder nicht vollständig die Webstandards unterstützt.
Ich kann es nachvollziehen – Verständnis habe ich dafür nicht.

Das Dilemma der Web-Developer

Acid2 ist zwar für die Zukunft wichtig, aber immerhin wird IE7 eine Reihe von großen Bugs erlegen: Peekaboo, Guillotine oder Border Chaos, um nur ein paar zu nennen. Mit den Conditional Comments kann man speziell an IE andere Stylesheets verfüttern, wenn er mal wieder Probleme macht:

»Internet Explorer, du Arsch, mach’ es so.«

Seit ich Conditional Comments kenne, bin ich etwas »faul« geworden: Wenn mein Code fehlerfrei ist und in Safari sowie Firefox das Ergebnis stimmt, bekommt IE ein spezielles CSS verpasst, wenn er zickt.
Mir gefällt das nicht, aber es ist wirtschaftliche Notwendigkeit, so zu arbeiten. Ich werde meistens pauschal bezahlt, also mit einem Festpreis. Innerhalb der von mir kalkulierten Zeit muss das Projekt fertig werden, sonst arbeite ich umsonst. Selbst wenn ich stundenweise bezahlt werde: Ich kann es mir nicht leisten, tagelang über einem Problem zu brüten, nur weil der Dreck von Microsoft seit Jahren hinter den Standards hinterher hinkt. [Das ist meine professionelle Meinung zum IE. Meine private Meinung fällt weit weniger wohlwollend aus.]

Beispiel? Beispiel. Holger hatte in seinem letzten Projekt jede Menge Ärger mit IE – eventuell schreibt er demnächst mal einen Artikel dazu. An dieser Stelle nur ein Fall:
Internet Explorer unterstützt nicht die Darstellung des Alphakanals in einem PNG und kann deswegen keine (halb-)transparenten Bilder anzeigen. Immerhin gibt es den AlphaImageLoader (1, 2): Dieser Filter übergibt das Bild an DirectX, das dann für die Darstellung sorgt. Das ist umständlich genug, aber richtig schlimm sind die Fehler der Sorte »eigentlich müsste es funktionieren«: Ein div hat ein 200×20 Pixel großes PNG als Hintergrundbild und wird horizontal gekachelt (repeat-x). Wenn das Bild per AlphaImageLoader dargestellt wird, sind alle Elemente innerhalb des div im IE nicht anklickbar. Keine Links, keine Formularfelder. Holger hat nach einem halben Tag googeln auf irgendeiner Seite die Lösung tief vergraben gefunden:

»Und die Lösung ist – Kopf, darf ich vorstellen: Tischplatte –, das Bild darf nur einen Pixel breit sein, dann geht’s.«

Beziehungsweise, wenn repeat-y zum Einsatz kommt, darf es nur einen Pixel hoch sein. Holger hat mir noch von ein paar weiteren Fällen erzählt und ich könnte auch genug schlechte Erfahrungen aufzählen; diesen Fall fand ich jedoch besonders erwähnenswert, da solche »Eigentlich muss es klappen«-Bugs enorm viel Zeit und Nerven kosten. Da freut es doch, wenn Chris Wilson schreibt:

»…fixing our known bang-your-head-on-the-desk bugs and usability problems…«

Solche Probleme sind meines Erachtens die Ursache dafür, dass es immer öfter einfache Websites in Flash gibt, für die gar kein Flash notwendig gewesen wäre (weil sie z.B. keine Animationen verwenden). Scheinbar sind viele neue Webdesigner zu faul, sich mit den Browser-Unterschieden zu befassen und greifen zu Flash, weil sie sich damit nicht um cross-browser Probleme kümmern müssen.
Aber auch so mancher etablierte Kollege verliert die Lust, beispielsweise der CreativeGuy:

»Microsoft’s (mal)practices has all but turned me off to Web development over the last several years. I’m more than happy to design a site, but I have no interest in coding them anymore. The profitability of a site for most freelance designers with small to medium sized clients has all but dried up because you’re forced to try to work within IE’s quirks and limitations.«

Ich sehe das Problem ähnlich (ziehe aber noch nicht die selbe Konsequenz): Es gibt nicht viele Kunden, die bereit sind, für aufwändige Projekte Geld in die Hand zu nehmen – schon gar nicht, wenn es sich “nur” um eine HTML-Website handelt. Dass gut codierte Seiten durch »Schönheit von innen« glänzen, wird nur selten anerkannt.

IE7 verbessert die Situation etwas (transparente PNGs werden zum Beispiel unterstützt), aber das wird sich erst in ferner Zukunft auszahlen: Bis Windows Vista mit IE7 erscheint, vergeht noch über ein Jahr. Immerhin wird es IE7, anders als noch vor einigen Monaten angekündigt, auch für Windows XP SP2 geben. Bis die neue Version eine nennenswerte Verbreitung gefunden hat, schreiben wir 2008. Selbst danach muss der IE6 noch für einige Zeit unterstützt werden.

Erschienen am Samstag, 06.08.2005 @ 8:32 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 07.08.2005

Kritik: »Die Insel«

Gestern Abend habe ich mir spontan »Die Insel« im Kino angesehen (IMDB, Trailer).
Inhalt: In nicht all zu ferner Zukunft leben Menschen komplett fremdbestimmt. Man sagt ihnen, was sie essen dürfen; soziale Kontakte sind verboten; sie kennen nicht den Zweck ihrer stupiden Arbeit. Lincoln Six Echo (Ewan McGregor) und Jordan Two Delta (Scarlett Johansson) versuchen, aus diesem Leben auszubrechen.

Ich belasse es mal bei dieser inhaltlichen Beschreibung, denn es gibt noch eine Wendung in der ansonsten spannungsarmen Geschichte von Caspian Tredwell-Owen. Der erste Teil, die Darstellung der Dystopie, war recht vielversprechend. Leider habe ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn in einem Film von Michael Bay (»Bad Boys«, »Armageddon«) haben Anspruch und Tiefgang natürlich keinen Platz: Im zweiten Teil verkommt »Die Insel« zu einem gewöhnlichen Actionfilm. Immerhin, es ist kurzweiliges Popcorn-Kino. Mehr allerdings auch nicht: Ein Vergleich mit Terry Gilliams »Brazil« wäre Blasphemie. ‘nough said.

Erschienen am Sonntag, 07.08.2005 @ 15:30 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 08.08.2005

Studio 8

Die neuen Packungen von Studio, Dreamweaver, Flash und Fireworks

Macromedia hat heute, am 8.8. um 8 Uhr, Studio 8 vorgestellt (siehe auch die entsprechende Heise-Meldung).
Den Marketing-Gag haben sie sich nicht nehmen lassen, aber immerhin sind sie von dem beknackten Versionsschema »MX« und »MX 2004« abgekommen. Vielleicht besinnt sich auch Adobe noch eines Besseren.

Die wichtigsten und größten Neuerungen bringt Flash 8 – ich habe ja schon darüber berichtet (12.11.2004 und 16.07.2005). Zwei erste Eindrücke, die ich vom Studio-Paket habe: Die meinen es ernst. Upgrades sind von einer beliebigen Vorgängerversion von Studio, Dreamweaver, Flash oder Fireworks möglich. Besorg’ Dir bei eBay ein altes Dreamweaver 3 und Du kannst upgraden. Und für diejenigen, die hauptsächlich Interesse an Flash haben: Das Upgrade auf Flash Pro kostet 349 € netto, für das ganze Studio muss man nur einen weiteren Hunderter drauflegen. Der Preis für Flash als Einzelprodukt wurde ebenfalls gesenkt: Von 839 € auf 699 €. Das ganze Studio mit Flash Pro kostet nicht mehr 1.129 € sondern nur noch 999 € netto.
Dass Freehand nicht mehr enthalten ist, sagt einiges über die Zukunft des Programms aus (bye, bye!) – ohne Zweifel wird nach der Fusion mit Adobe künftig Illustrator als Vektorprogramm den Ton angeben. Angeblich hat Freehand nur in Deutschland und Frankreich größere Verbreitung gefunden. Freehand hat seine Fans; ich persönlich kann mich mit Vektorprogrammen generell nicht anfreunden, aber wenn es denn sein muss, bevorzuge ich Illustrator.

Neu dabei ist Contribute, so dass man als Entwickler auch mal testen kann, wie sich Contribute beim Kunden macht, ohne dass man es gleich einzeln kaufen muss. Ebenfalls mit in der Schachtel: FlashPaper, dessen Zweck sich mir angesichts der Dominanz und Relevanz von PDF sich mir noch nicht so recht erschließen will.

Dreamweaver und Fireworks scheinen eher Wartungsupdates zu sein: Ein paar neue Features, ansonsten Produktpflege – das muss auch mal sein, denn diese wurde von Macromedia etwas vernachlässigt. Erst als nach dem katastrophalen Release von Flash 7 Köpfe rollten, hat man bei Macromedia umgedacht: Macromedia-Mitarbeiter besuchten 500 Kunden und schauten ihnen bei der Arbeit über die Schulter um zu sehen, wie man deren Workflow verbessern kann.

Zu den neuen Funktionen in Dreamweaver gehören eine verbesserte Unterstützung von CSS sowie XML und XSLT. Fireworks kann jetzt Popup-Menüs mit CSS erstellen, neue Dateiformate importieren, es unterstützt neue Blending-Modes und die Zusammenarbeit mit Flash wurde verbessert.

Flash gibt es jetzt in einer »normalen« Ausgabe (»Flash Professional«) und als »Flash Basic« mit eingeschränktem Funktionsumfang für 399 € netto. Wegen der Filter (Bewegungsunschärfe, Tiefenunschärfe, Schatten…) und Blending Modes kommt für einen Web-Developer nur Flash Pro in Frage. Weitere Pro-Features: Custom Easing, Video-Unterstützung, Authoring für Mobiltelefone.
Flash 7 war mit Actionscript 2.0 ein »Coder-Release«, Flash 8 ist eher ein »Designer-Release«. Der Gag ist, dass man alle der neuen grafischen Effekte auch mit AS programmieren kann.   :-)
Als neuer Videocodec kommt On2 VP6 zum Einsatz – er ist speziell für kleine Bandbreiten und schnelle Decodierung geeignet, weswegen H.264 nicht in Frage kam. Es gibt einen stand-alone Encoder, mit dem per Batchverarbeitung Videos umcodiert werden können.

Ich würde ja sagen, das Upgrade lohnt allein schon wegen der verbesserten Library-Palette!   ;-)
Aber wer erstmal mit Flash 7 weiterarbeiten möchte, findet im Flashforum eine Anleitung, um legal 8er SWFs aus Flash MX2004 heraus zu exportieren. Mit MTASC, einem Open-Source-ActionScript2-Compiler, ist das natürlich auch möglich.

Alle Neuerungen in Actionscript finden sich auf pasz.com, auf osflash.org oder im wikiflash. Bei franto.com gibt’s über 100 Beispiele der neuen Funktionen, teilweise mit Quellcode. Ebenfalls sehenswert ist unitzeroone.com/eightball.
Ansonsten lohnt es sich denke ich, das Weblog von Mike Downey (Flash Product Manager) zu verfolgen. Inzwischen hat er Beispielsweise eine kleine Liste mit »lesser-known new features of Flash Professional 8« veröffentlicht.
Ein ausführliches Review zu Studio 8 findet sich auf creativepro.

Das Flashforum veranstaltet dieses Jahr wieder ein Branchentreffen, allerdings nicht als Konferenz, sondern als Roadshow. Ich habe mich bereits für München am 22. September angemeldet. Man sieht sich!

Erschienen am Montag, 08.08.2005 @ 23:09 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 09.08.2005

Kritik: »Mr. & Mrs. Smith«

Heute Abend war ich mit Tanja und Martin in »Mr. & Mrs. Smith« (IMDB, Trailer).
Die Ehe von John Smith (Brad Pitt) und Jane Smith (Angelina Jolie) ist etwas eingeschlafen. Beide sind Profikiller für konkurrierende Dienste, die ihren Beruf geheim halten – sogar untereinander. Als sie beide auf das selbe Ziel angesetzt werden und herausfinden, womit der jeweils andere wirklich seinen Lebensunterhalt verdient, hängt der Haussegen schief.

»Mr. & Mrs. Smith« von Doug Liman (»Bourne-Identität«) ist eine leichte Actionkomödie: Kurzweilige, witzige Unterhaltung ohne viel Tiefgang. In diesen Film kann Mann auch seine Angetraute mitnehmen: Die Beziehungsprobleme und die Sitzungen beim Therapeuten (genial!) sind für jeden etwas.
In Kritiken wird dem Film mitunter die exzessive Gewalt negativ angekreidet. Allerdings handelt es sich dabei um eine Überzeichnung und um Satire; das geht schon in Ordnung.

Fazit: Wenn der Abend verregnet ist, lohnt sich der Film allemal, aber wenn man ihn nicht sieht, verpasst man auch keinen Meilenstein der Filmgeschichte.

Erschienen am Dienstag, 09.08.2005 @ 23:08 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 10.08.2005

Lokalisierung

Als ich mir die Creative Suite gekauft habe, hätte ich am liebsten eine deutsche Version von InDesign gehabt und die restlichen Programme auf englisch. Natürlich geht kein Mix, so dass ich mich entscheiden musste: Ich nahm die Suite auf deutsch, da mir ein deutsches InDesign wichtiger war als ein englisches Photoshop.

Die meisten Tutorials und die fortgeschrittene gedruckte Literatur für Photoshop ist allerdings englisch: Ich weiß, dass mit »Levels« die »Tonwertkorrektur« gemeint ist und mit »Curves« die »Gradationskurven«, aber wo finde ich im deutschen Bild-Menü den Eintrag »Posterize«?!
Hier kommt das Photoshop-Lexikon englisch/deutsch von Oliver Weiss wie gerufen: Alle englischen Menüeinträge mit ihren deutschen Übersetzungen.
»Posterize« ist in der deutschen Photoshop-Lokalisierung übrigens »Tontrennung«.

Erschienen am Mittwoch, 10.08.2005 @ 15:44 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 13.08.2005

Wahlkampfsplitter

Wie die Union derzeit ihren sicher geglaubten Wahlsieg verspielt, finde ich schon faszinierend. Erst die geplante Mehrwertsteuer-Erhöhung im Wahlprogramm, dann Merkels verstolperte Brutto-/Netto-Aussage und jetzt Stoibers »Kälber«-Äußerungen. Nach einem Wahlkampfauftritt überschrieb Spiegel-online einen Artikel mit dieser Überschrift:

»Stoiber nennt Linkswähler “dumme Kälber”«

Das hat er zwar nicht gesagt, aber erstens brauchen Journalisten griffige Schlagzeilen und zweitens waren seine Äußerungen auch so ungeschickt genug.
Wenn die SPD jetzt die Füße still hält und auf weitere Fehler der anderen wartet, könnte es doch noch etwas werden mit einer Regierungsbeteiligung.

+++

Wahlwerbespots kleiner Parteien haben einen gewissen Unterhaltungswert. Ich erinnere nur an den Klassiker »Yogische Flieger« der Naturgesetzpartei.
Beim Brötchenholen vorhin fielen mir Wahlplakate der MLPD auf, der »Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands«. Deren Radio- und TV-Spots lösen bei mir durchaus Heiterkeit aus.
Hint: Die »Ausbeuter und Unterdrücker« sind diejenigen, die Arbeitsplätze schaffen.

Erschienen am Samstag, 13.08.2005 @ 10:05 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 14.08.2005

Apple und Google?

Es gibt Gerüchte, wonach Apples iTunes Music Store und Google zusammenarbeiten wollen. Der Aktienkurs legte um runde 5% an einem Tag zu – mich freut’s, ich habe bei 40 Dollar gekauft.   :-)
Ob es eine Zusammenarbeit gibt, ist nicht bekannt (Apple bestätigt wie immer keine Gerüchte). Es ist auch nicht bekannt, wie eine solche Zusammenarbeit aussehen könnte.
Meine Vermutung: Google speichert Songtexte (Lyrics). Wenn ein Surfer einen Textschnipsel eingibt, der er zum Beispiel im Radio gehört hat, gibt Google einen Link zu passenden Songs im Music Store aus.

Zumindest fände ich das mal praktisch, denn ich kaufe häufig Songs, die ich zuvor irgendwo gehört habe. Lyrics zu speichern ist zwar illegal (verstößt gegen das Urheberrecht des Songwriters), aber hey, es führt zu zusätzlichen Verkäufen. Könnte mir vorstellen, dass es anderen auch so geht, und für Google/Apple wäre es eine legale Möglichkeit, diese Nachfrage zu befriedigen.

Erschienen am Sonntag, 14.08.2005 @ 16:33 | Kommentare deaktiviert
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