Archiv für April 2006

Montag, 03.04.2006

Wein, Weib und Gesang als Alternative zur Altersvorsorge?

Stefan Ruhkamp schreibt im FAZ-Artikel »Der Deutsche: eine einzige Rentenlücke« über Werbung zum Thema Altersvorsorge: »Die Spar-Appelle gehen mächtig auf die Nerven.« Versicherer und branchennahe Institute weisen in Studien darauf hin, dass das Sparverhalten der Deutschen, wenn sie denn sparen, falsch sei: Zu wenig, zu vorsichtig. Trotz des ihn nervenden »Sargklapperns« schreibt Ruhkamp, dass wir tatsächlich unsere Altersvorsorge anpacken müssen, angesichts der Unterfinanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung. Dabei wirbt er für »etwas mehr Gelassenheit« und beendet seinen Artikel mit einem schönen Bonmot:

»Eine Hilfe könnte der nordirische Philosoph George Best sein, der wegen seines begnadeten Umgangs mit dem Fußball zu Geld gekommen ist. Gefragt, wo sein Vermögen geblieben sei, sagte Best, das meiste habe er für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben – den Rest habe er einfach verpraßt.«

Wer nicht plant, mit 59 aus dem Leben zu scheiden wie George Best, sollte sich vielleicht doch mal mit Altersvorsorge befassen – spätestens, wenn man von Freunden T-Shirts geschenkt bekommt, auf denen steht: »Ich bin über 30, bitte helfen Sie mir über die Straße.«

Nach der Absicherung von existenziellen Risiken (Berufsunfähigkeit, Haftpflicht) ist ein Blick in die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung angesagt – wer mindestens 5 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt hat, bekommt ab dem 27. Geburtstag jedes Jahr automatisch seine Renteninformation. Wer weiß, wie viel er später vom Staat bekommt, kann besser einschätzen, was er noch zusätzlich tun sollte.
Seit 2002 gibt es neue Möglichkeiten der betrieblichen und privaten Altersvorsorge, die vom Staat gefördert werden (Stichworte sind hier »Riester-Rente« für – einfach gesagt – den Großteil der Bevölkerung und die »Rürup-Rente«, die speziell für Selbstständige interessant ist). Daneben sind Sparpläne für Aktienfonds eine interessante Sache, wenn man langfristig spart.
Die paar Tipps können natürlich keine ausführliche Beratung ersetzen, für die auch etwas Grundwissen auf Kundenseite hilfreich ist. Demnächst mehr dazu.

Erschienen am Montag, 03.04.2006 @ 21:21 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 07.04.2006

Beautiful Day

Wow, was für ein geiler Tag! Auch wenn es keinen interessiert, muss ich einfach aufschreiben, was heute passiert ist.

Ich habe heute einen freien Tag eingelegt, um nach München zu fahren. Ausgeschlafen fuhr ich um 10 Uhr in die Stadt, kaufte mir die aktuelle Ausgabe der »Galore« und nahm den ICE um kurz nach elf Richtung München.
Manuel hat mich vor einiger Zeit auf die »Galore« aufmerksam gemacht und gestern ein Posting geschrieben, das für mich nur einen Schluss zuließ: Kaufbefehl! »Galore« ist ein monatlich erscheinendes Magazin, das auf knapp 200 Seiten nur Interviews zum Inhalt hat. In der aktuellen Ausgabe besonders hervorzuheben sind die Interviews mit dem Autor John Irving, dem erst vor wenigen Tagen verstorbenem Stanislaw Lem, dem Programmierer Joshua Davis (den ich live erleben durfte), dem Spieledesigner Peter Molyneux und der Anthropologin Genevieve Bell die erzählt, weswegen sie von Intel beschäftigt wird. Die anderen Gespräche sind jedoch auch durchweg lesenswert.
Als Multimedia-Producer gefällt mir außerdem das ansprechende Layout – es scheint fast, als sei die Redaktion der »Galore« von den Kollegen von »brand eins« oder der früheren »Econy« inspiriert worden. Allerdings gefallen mir die Fotografien in »Galore« wesentlich besser.

In München war es kühl aber sonnig – gestern hat es wohl sogar noch geschneit…
Zweck meines Besuchs: Ein Gespräch mit meiner Chefin in der Bank. Ein bisschen kurios war die Situation schon, da ich bereits seit fast vier Monaten im Unternehmen arbeite, wir uns aber noch nicht persönlich getroffen hatten (wir haben natürlich schon ein paarmal telefoniert). Das Gespräch war ausführlich und verlief in einer sehr angenehmen Atmosphäre. Details kann ich freilich nicht preisgeben.

Nach dem Treffen ging es weiter zum Ostbahnhof, um Holger im Preysinggarten zu treffen (Preysingstr. 69 in München-Haidhausen). Holger, ebenfalls gebürtiger Erlanger, hat runde fünf Jahre in München gelebt, ehe er letztes Jahr nach Berlin zog. Zufällig fiel sein eigener München-Besuch auf den gleichen Tag wie meiner.
Wir liefen ein paar Häuser weiter ins Voila in der Wörthstraße 5, um dort später noch Andi zu treffen. Während Holger das weltbeste Schnitzel Münchens zu stolzen 13,80 Euro genoß, unterhielten wir uns ein wenig über geniale amerikanische Serien (»Scrubs«, »Drew Carey Show«), die Arbeit als Web-Developer und andere Dinge.

Ich nahm den Zug um 18:46 zurück nach Erlangen, las noch mehr gute Interviews und lasse den Abend jetzt mit einem guten Film ausklingen. Im Wikipedia-Eintrag zu »Lost in Translation« gibt es eine schöne Formulierung für den heutigen Tag:

»Die Vergänglichkeit des Moments.«

Schönen Abend.

P.S.: Drei Zitate aus der aktuellen »Galore«:

»Geld oder Lebensperspektive spielten für uns Musiker keine Rolle. Wenn Sie von etwas besessen sind, interessieren Sie solche Banalitäten nicht mehr, dann wollen Sie es einfach nur machen.«

Sergio Mendes, Erfinder des Bossa Nova

»Ich kann mich an nichts erinnern – außer an die Sachen, die mich zum Lachen, Weinen oder auf die Palme gebracht haben. Das ist alles, was dir bleibt.«

Die Großmutter von John Irving

»In den Achtzigern galt es als schick, wenn das Display eines teuren CD-Players aussah wie Tokio bei Nacht.«

Der Interviewer Patrick Großmann im Gespräch mit André Fischer

Erschienen am Freitag, 07.04.2006 @ 22:11 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 16.04.2006

BloggER-Treffen im April

Diesmal traf sich die Erlanger Blogger-Elite im Murphy’s am Lorlebergplatz. Mit dabei: Steffi, Manuel, Bastian und Philipp. Bei gutem Essen und Whisky (Lagavulin) ging es unter anderem um:

  • …Fotografie
    Ich muss wieder mehr mit meiner Kamera aufnehmen; war etwas aus der Übung…
  • …den Renegade-Mann im E-Werk
  • …das Fehlverhalten von Hotelgästen
    Nicht mit den Fingern nach der Bedienung schnipsen, an der Rezeption nicht den Konsum von Pay-TV leugnen
  • …Serien
    Lost!
  • …Sammlungen
    Comics, National-Geographic-Ausgabe, DVDs (sind 200 Stück echt so viel?), CDs
  • …Filme
  • …und viel Musik.

Schön war’s!

Erschienen am Sonntag, 16.04.2006 @ 1:19 | Kommentare deaktiviert
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Autos wie wir

Eben habe ich den neuen Teaser zu Pixars kommendem Animationsfilm »Cars« gesehen und ich habe mich weggeschmissen: In der ersten Szene wird ein Wettrennen zwischen zwei Wagen mitten in der Prärie gezeigt. Einblendung:

»Closed course. Do not attempt.«

Nächste Szene: Ein Hippe-VW-Bus und ein Jeep stehen an einer Kreuzung und sehen auf eine Ampel. Der Bully spricht mit sonorer Stimme:

»I’m tellin’ you, man: Every third blink is slower.«

Auf solche Ideen muss man erstmal kommen!

Erschienen am Sonntag, 16.04.2006 @ 21:42 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 17.04.2006

Lernen von den Alten

Anlässlich seines 35. Geburtstags schreibt Greg Storey in seinem Weblog »Airbag«:

»Don’t wait for the perfect time to take the next step in life because it will never come. No amount of preparing, planning, saving, learning, building, or gathering can be done to counter all the contingencies of life. It’s impossible. Sure it’s important to try and do those things but don’t wait for the planets to align themselves before you take that other job, move to another state, go to college, change professions, start a business, or marry the love of your life.«

Ausgedrucken und über den Monitor hängen, jetzt.

Erschienen am Montag, 17.04.2006 @ 23:37 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 26.04.2006

For your viewing pleasure

In den letzten Tagen habe ich meine Bilderserien, die über das Weblog verstreut sind, auf einer neuen Fotoseite zusammengefasst. Bei der Gelegenheit sind neue Serien dazugekommen: Fotos von der Bergkirchweih 2004, dem Tagesausflug nach Berlin sowie Urlaubsfotos von Sylt 2005 und Impressionen vom Gardasee.

Wie immer hat mir iView Media Pro beim Aussortieren und der Erstellung der Web-Galerien gute Dienste geleistet.
Für die Fotoserien aus 2004 habe ich das mitgelieferte Aqua-Template modifiziert und auf CSS umgestellt (Download: Aqua modified). Für die Bilder aus 2005 habe ich ein neues Template erstellt, das wesentlich schlanker und dezenter ist: Black.

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Seit Apple den Preis für Aperture von 500 auf 300 Euro gesenkt hat, rückt das Programm auch für Foto-Amateure in erschwingliche Regionen. Aperture arbeitet »end-to-end« (durchgängig) mit den Original-RAW-Dateien aus der Kamera.

Aperture ist kein »Photoshop-Killer«, sondern eine Software zur Post-Production für Fotografen. Der Produktmanager Joe Schorr bringt es in einem Interview auf den Punkt:

»Our job is getting you from 1,200 pictures to 60.«

Ein typischer Workflow mit Aperture sieht folgendermaßen aus:

  1. Bilder importieren
  2. Vergleichen, sortieren, verschlagworten, gruppieren
  3. Bearbeiten (Belichtung, Weißabgleich, Tonwertkorrektur, beschneiden, drehen…)
  4. Ausgeben (Brennen, drucken, ein Buch erstellen, eine Web-Galerie erstellen)
  5. Backup

Bei all diesen Arbeitsschritten wird die Original-Datei nie verändert: Anpassungen wie zum Beispiel ein Beschnitt, eine Begradigung, eine Tonwertkorrektur oder Arbeiten am Weißabgleich werden als Metadaten gespeichert. Bei jeder Ansicht des Bildes werden die Berechnungen erneut durchgeführt. Das spart zudem Speicherplatz, da für zehn Versionen eines Fotos nicht zehn Kopien gespeichert werden.

Ich habe mich sehr intensiv mit Aperture befasst: Die Produkt-Website gelesen, Reviews, Interviews, Weblogs zu Aperture, die Dokumentation… Aperture ist iPhoto für Profis und ambitionierte Amateure. Mir gefällt es besser als iView, da es sich auf Fotos konzentriert (iView ist ja allgemein ein Programm zum digitalen Asset-Management) und hier wesentlich mehr Möglichkeiten bei einfacherer Bedienung bietet.
Wer sich einen schnellen Überblick verschaffen möchte, dem empfehle ich das 90-minütige Tutorial, in dem alle Phasen des Workflows vorgestellt werden.

Mein alter G4-Powermac mit 1 GHz ist nicht mehr potent genug für Aperture – aber wenn irgendwann mal ein neuer Mac fällig ist, wird Aperture mit auf der Bestellung stehen.

Nachtrag (27.04.06 @ 21:31): Just heute vermeldet die Gerüchtesite Thinksecret, dass das Aperture-Team bei Apple aufgelöst worden sein. Man munkelt, dass die Zukunft des Programms ungewiss sei. Eine andere Möglichkeit wäre, dass das Team neu zusammengestellt wird – angeblich wurde das Update auf Aperture 1.1 bereits von den Shake- und Motion-Teams umgesetzt.
Ich fände es schade, wenn Aperture eingestampft werden würde, denn ich finde die Ansätze wie gesagt sehr gut. Meine Hoffnung liegt daher in der zweiten These, dass die Weiterentwicklung von anderen Apple-Mitarbeitern vorangetrieben wird.

Erschienen am Mittwoch, 26.04.2006 @ 23:48 | Kommentare deaktiviert
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