Alltag eines Konzepters
Es ist Zeit für kleines Update: Was mache ich eigentlich den ganzen Tag?
Seit ein paar Monaten arbeite ich als Konzepter in der Münchner Online-Agentur Phase 4.
Was macht ein Konzepter?
Einfach gesagt: Ich überlege mir, welche Inhalte eine Website haben sollte, damit sie spannend für die Besucher ist. Außerdem überlege ich mir, wie diese Inhalte strukturiert sind, damit sie von den Besuchern einfach gefunden werden: Welche Navigationspunkte gibt es, wie sind diese Navigationspunkte benannt und wo werden Seiten eingeordnet? Und wenn der Besucher mit der Website interagieren soll, beispielsweise mit einem Formular, muss das Formular nicht nur leicht auffindbar, sondern auch einfach bedienbar sein.
All diese Überlegungen fließen in ein Grobkonzept ein, das ich zusammen mit dem Projektleiter beim Kunden präsentiere. Wenn dem Kunden das Grobkonzept gefällt, arbeite ich es in einem Feinkonzept weiter aus.
Das Konzept besteht nicht nur aus einer PowerPoint-Datei (oder, je nach Projekt, einem Textdokument): Dazu kommen noch ein Zentraldokument sowie Scribbles. Eventuell werden diese Dokumente noch durch einen Strukturbaum und ein Produktionshandbuch ergänzt – zu all diesen Dingen erzähle ich ein andermal mehr.
Was ist daran so spannend?
Es ist abwechslungsreich! Ich muss (darf) mich alle paar Wochen oder Monate in ein neues Thema einarbeiten: Ein neuer Kunde mit neuen Bedürfnissen, mit neuen Endkunden, in einer anderen Branche. Und bis ein Projekt abgeschlossen ist, habe ich viele verschiedene Aufgaben zu erledigen.
Dazu kommt, dass ich mit vielen Menschen zusammenarbeite, da ich als Konzepter die Schnittstelle zwischen den Kollegen in der Agentur und dem Kunden draußen bin (dort habe ich meistens mit Mitarbeitern der Marketing- oder Kommunikationsabteilung zu tun). Als Konzepter habe ich in erster Linie das Wohl des Benutzers im Auge, aber ich muss in der Regel Kompromisse machen: Das was ich mir ausdenke, muss von den Grafikern, Webdesignern und Backend-Programmierern auch im gesetzten Zeit- und Kostenrahmen umgesetzt werden. Auf Seiten des Kunden gibt es häufig politische Entscheidungen, an denen ich nicht vorbei komme.
Was ist nicht so gut?
Zwei Dinge:
- Kunden treffen Entscheidungen manchmal »gegen ärztlichen Rat«
- Microsoft PowerPoint, unser Hauptarbeitsmittel. Keine Woche vergeht ohne diesen Fluch: »Dass dieses Produkt überhaupt noch verkauft werden darf!«
Die Arbeit als Konzepter eignet sich also für Leute, die …
- … neugierig sind.
- … einfache Lösungen für komplexe Dinge erkennen, wenn sie diese sehen.
- … Abwechslung lieben und brauchen.
- … anderen gerne von ihren Ideen erzählen (und Kompromisse eingehen können).
In Zukunft wird sich hier bei my two cents der Fokus der Themen etwas mehr in Richtung Informationsarchitektur verschieben. Ich werde ab und an ein bisschen erzählen und das Weblog teilweise als Linkblog führen.
Erschienen am
Montag, 12.02.2007 @ 19:57
Tags: alltag-eines-konzepters, job, konzeption
