Deliverables: Zentraldokument (Content Inventory)
Teil 2 der Serie »Was macht ein Konzepter eigentlich den ganzen Tag?« – diesmal geht es um das Content Inventory oder auch Zentraldokument (ZD), wie es bei uns genannt wird.
Ein ZD ist eine Tabelle und enthält eine Liste aller Seiten einer Website. Hier ein Beispiel – da ich hier natürlich kein echtes Dokument aus einem Kundenprojekt zeigen kann, habe ich auf die Schnelle ein paar Seiten der HypoVereinsbank-Website in eine Excel-Datei eingetragen:
Jede Seite ist in eine eigene Zeile eingetragen und in den Spalten stehen verschiedene Informationen zu diesen Seiten, mindestens aber folgende:
- Seitennummer
- Name der Seite
- Seitentyp
Mit der Seiten- oder auch Strukturbaum-Nummer wird jede Seite eindeutig benannt. Die Homepage heißt 0.0 und die erste Übersichtsseite ist die 1.0 – Unterseiten unterhalb der 1.0 bekommen die Nummern 1.1, 1.2 und so weiter. Bei vielen gleichartigen Seiten, beispielsweise Pressemitteilungen, muss man nicht unbedingt alle aufführen; man macht einfach einen Eintrag »1.4.n« für alle gleichartigen Seiten.
Der Seitentyp gibt an, um welche Art von Seite es sich handelt. Der Grund: Bei großen Websites ist nicht jede Seite ein Unikat. Seiten mit einem ähnlichen Aufbau werden nicht jedes Mal neu gestaltet und in HTML umgesetzt – das wäre unbezahlbar. Stattdessen wird einmal ein beispielhaftes Muster für diese ähnlichen Seiten gebaut und man sagt: »Alle Produktseiten sehen gleich aus: Überschrift, einleitender Text, Liste der Vorteile, Bild, Vergleichstabelle…«
Das Dokument kann je nach Bedarf um zusätzliche Spalten erweitert werden: Welche Infokästen (Teaser) gibt es, wer ist auf Kundenseite für die Inhalte verantwortlich, Keywords für die Suchmaschinenoptimierung, Dateinamen für Grafik und Technik etc.
Wozu das alles? Das Dokument gibt einem einen Überblick: Welche Seiten gibt es, wer ist dafür zuständig usw. Das ist nützlich bei der Überarbeitung bestehender Websites, um zum Beispiel im nächsten Schritt das Navigationssystem neu zu strukturieren. Das würde an dieser Stelle jedoch zu weit führen: Zu dem Thema haben Leute schon ganze Bücher geschrieben.
Soweit. Das nächste Mal geht es um den Strukturbaum, auch »Sitemap« genannt. Den letzten Teil verpasst? Hier gibt es alle: »Deliverables«
PS: Andy Budd hat in seinem Weblog eine ähnliche Serie begonnen: »Design Artefacts«
Erschienen am
Mittwoch, 02.04.2008 @ 23:57
Tags: alltag-eines-konzepters, deliverables, konzeption
