Im Vergleich zu »Match Point« und »Scoop« fand ich »Cassandras Traum« ziemlich langweilig: Ohne die Mitwirkung von Woody Allen als Schauspieler fehlt der Pepp. Es gibt einen netten Story-Twist, aber ich hatte mich auf eine hintergründige Komödie gefreut und wurde enttäuscht.
6/10 Punkte | 108 Minuten | Bildformat 1,85:1
Regie: Woody Allen
Drehbuch: Woody Allen
Darsteller: Ewan McGregor, Colin Farrell
»Bank Job« erzählt die Geschichte eines Banküberfalls aus dem Jahr 1971 nach: Ein Team grub sich 15 Meter von einem leerstehenden Geschäft in den Tresorraum einer Bank, zwei Häuser weiter. Das Team wurde angeheuert um den Inhalt eines bestimmten Schließfachs zu rauben, und das führt in der Folge zu einer Menge Problemen.
Beim Lesen der Zusammenfassung drängen sich Parallelen zu »Inside Man« von Spike Lee auf. »Bank Job« ist jedoch kein Abklatsch: Roger Donaldsons Film ist während der ersten Hälfte ein kurzweiliger Heist-Film und erzählt danach äußerst spannend von den Folgen des entwendeten Schließfachinhalts – der ebenfalls sehr gute »Inside Man« bleibt zeitlich und örtlich beim Banküberfall. Fazit: Unbedingt ansehen, einer der besseren Filme in diesem Jahr!
Den Film habe ich im Sputnik-Kino in den Höfen am Südstern gesehen: Das Ambiente im 5. Stock ist etwas skurril, aber nett: In einem »Saal« sind die Sitzreihen aus Backsteinen gemauert, »Bank Job« lief in dem Raum mit den Sofas. Den Ton fand ich zwar grottig, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch!
9/10 Punkte | 111 Minuten | Bildformat 2,35:1
Regie: Roger Donaldson
Drehbuch: Dick Clement, Ian La Frenais
Darsteller: Jason Statham, Saffron Burrows
Von Freitag bis heute waren Verena, Kristin und Matthias aus Erlangen zu Besuch. Die 3 waren schon öfter in Berlin und wollten sich dieses Mal Sehenswürdigkeiten anschauen, die sie noch nicht kannten: den Fernsehturm, das Haus am Checkpoint Charlie, das DDR-Museum und die Filmstudios Babelsberg.
Samstag
Bevor wir mit dem Aufzug auf die Aussichtsplattform in 203 Metern Höhe fahren konnten, mussten wir anderthalb Stunden vor und im Fernsehturm warten. Dabei wurden wir ein halbes Dutzend Mal von rumänischen Bettlerinnen gefragt, ob wir Englisch sprächen. Zum Mittagessen ging es ins Fratelli nahe dem Hackeschen Markt: leckere Nudeln zu günstigen Preisen. Anschließend Chill-out im James-Simon-Park gegenüber der Museumsinsel, am Abend »Little Miss Sunshine« zu Hause.
Sonntag
Am Vormittag besuchten wir das »Haus am Checkpoint Charlie«. 12,50 Euro Eintritt sind ziemlich happig, man bekommt allerdings auch eine Menge geboten: Durch zahlreiche Exponate und erläuternde Texttafeln werden das Ausmaß und die menschlichen Tragödien des »Antifaschistischen Schutzwalls« deutlich. Das DDR-Museum an der Museumsinsel zeigt hingegen den Alltag im Arbeiter- und Bauernstaat – auf die Unterdrückung durch die Diktatur wird nur am Rande eingegangen, allerdings besteht das DDR-Museum auch nur aus 2 Räumen. In Miniatur-Plattenbauten mit Schränken und Schubladen liegen Exponate aus der Zeit; da die Besucher die Ausstellungstücke anfassen können (und sollen), wird Geschichte greifbar. Die 5,50 Euro Eintritt gehen in Ordnung.
Montag, Dienstag, Mittwoch
Unter der Woche habe ich gearbeitet, so dass ich nicht selbst berichten kann, wie es in den Filmstudios Babelsberg war. Das Wetter war leider etwas regnerisch, so dass ich meinem Besuch auch keine Strandbar zeigen konnte. Auf der To-Do-Liste bleiben auch noch Ausstellungen übrig: Bei Gelegenheit möchte ich mir noch die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße und die Stasi-Ausstellung der Birthler-Behörde ansehen.
Natürlich habe ich wieder einige Fotos geschossen:
In der aktuellen Ausgabe von »Psychologie Heute« gibt es einen lesenswerten Artikel zum Thema E-Mail:
»Auch wenn wir inzwischen alles Mögliche per E-Mail kommunizieren – nicht für jeden Austausch ist dieses Medium geeignet. E-Mails können gewaltigen Schaden anrichten, vom Jobverlust bis zur zerstörten Freundschaft. Das Grundproblem: Die Emotionalität, die in einer Mail steckt, ist oft nicht klar erkennbar. Wir drücken zu oft und zu schnell die Send-Taste, ohne zu ahnen, was wir damit beim Empfänger auslösen.«
Fazit: »Schreib’ nie, wenn Du reden kannst.«
Ausgabe 9/08 ist noch bis 9. September am Kiosk.
Das Projekt in dem ich die letzten anderthalb Monate gearbeitet habe, ist abgeschlossen: Eine mittelgroße Anwendung mit 3 »Hauptscreens« (Suchmaske, Ergebnisliste, Detailansicht) und einer Reihe von Funktionen neben dran, beispielsweise eine Merkliste oder eine Vergleichsmöglichkeit von Suchergebnissen. Das ganze dreimal, da man mit verschiedenen Interfaces unterschiedliche Datenbestände durchsuchen können musste. Insgesamt kamen rund 70 Layouts zusammen; mit Seitentypen konnten wir hier nicht arbeiten – der Gag war, dass es von jedem Screen verschiedene Ausprägungen gab, die für die Dokumentation auch alle abgebildet werden mussten. Allein von der Detailansicht gab es 10 Ausprägungen. Ein paar Erkenntnisse:
Zentraldokument einsetzen
Um den Überblick zu behalten, habe ich eine Liste aller Layouts angelegt: Name des Layouts, mögliche Elemente auf jedem Layout, Datum der letzten Version, aktueller Status. Dadurch konnte ich auf einen Blick sehen, welche Layouts insgesamt gebraucht wurden, welche Briefings ich noch an die Grafik geben musste, welche Layouts gerade in der Grafik waren und welche an den Kunden gehen konnten. Ohne das ZD wäre ich aufgeschmissen gewesen.
Screens eindeutig benennen
Für die Diskussion mit Kunden, anderen Dienstleistern, der Grafik und den Konzeptern untereinander hat es sich als sehr hilfreich erwiesen, ein Schema für die Dateinamen zu definieren: Prozess_Screen_Auspraegung_DATUM.png
Module einzeln layouten
Während der Produktion schleichen sich Fehler ein. Passiert. Damit die Grafiker nicht eine Korrektur auf 10 Ausprägungen nachziehen müssen bietet sich folgendes an: Den Screen nur einmal in seiner Gesamtheit zeigen und die Varianten einzelner Elemente in eigenen Layouts speichern, ohne das Beiwerk außen rum. Bei Änderungen an einem Element wird nur diese eine Datei aktualisiert. Wenn das Element nicht von der Änderung betroffen ist, muss die Datei nicht angefasst werden.
Kurze Briefings an die Grafik
Gerade bei vielen kleinen Änderungen hat sich für uns folgendes Vorgehen bewährt: Ich drucke das Layout aus – wichtig: mit dem Dateinamen auf dem Ausdruck! – markiere die Änderungen mit einem Filzstift und setze mich neben die Grafiker, um ihnen die Korrekturen zu erklären. Wenn ich die aktualisierten Dateien bekomme, nehme ich mir die Ausdrucke wieder her und vergleiche, ob alles berücksichtigt wurde. Viel einfacher, als Sachen umständlich in PowerPoint zu markieren, und kommunikativer, als Briefings per Mail zu verschicken.
Die Grafik in das Konzept einweihen
Es gab mehr als eine Gelegenheit, bei der mir dieser Satz über die Lippen kam:
»Die Grafik ist die letzte Verteidigungslinie, wenn die Konzeption versagt.« :-)
Die Grafiker können natürlich nur mitdenken, wenn sie das Konzept kennen und verstehen.
Alles in allem war es viel Arbeit und zwischendurch auch ziemlich anstrengend (Wochenend- und Nachtarbeit blieb nicht aus). Aber es ging gut über die Bühne, da wir uns im Team gut verstanden haben.
Auf ein anschauliches Beispiel für gelungene Kundenkommunikation weist John Gruber hin: Apple hatte zum Start seines neuen Service »MobileMe« einige Anlaufschwierigkeiten. Also richtete Apple ein Blog ein, in dem die Nutzerschaft über den Fortgang der Reparaturarbeiten auf dem Laufenden gehalten werden sollte.
An sich eine gute Idee – wenn allerdings in einem drei Wochen alten Posting steht dass alles im grünen Bereich ist, während gerade der Online-Service nicht funktioniert, bekleckert man sich nicht gerade mit Ruhm. Anders dagegen Google: Im Posting »We feel your pain, and we’re sorry« – allein die Überschrift stimmt einen schon milde – beschreiben die Verantwortlichen genau, was schief gelaufen ist, weswegen, und welche Schritte Google unternimmt um einen weiteren Fehler dieser Art auszuschließen.
Das erinnert mich an ein Posting von Joel Spolsky: In »Five Whys« erzählt er von einem Problem mit dem Rechenzentrum des Unternehmens. Seine Erkenntnis: Es genügt nicht ein »Service Level Agreement« als eine Art Zielvereinbarung aufzusetzen, in der steht, dass man sich um 99,9999% Ausfallsicherheit bemühen möchte – tatsächlich sind Ausfälle so selten, dass auch ein SLA sie nicht verhindern kann. Stattdessen müsse man Fehlern auf den Grund gehen und sich dabei nicht mit der ersten Antwort zufrieden geben. Hierfür empfiehlt er die »Five Whys« von Toyota-Gründer Sakichi Toyoda: Wenn ein unvorhersehbarer Fehler auftritt, stellt man sich so oft die Frage nach dem Warum, bis man an der Wurzel des Problems angelangt ist. Dadurch wird verhindert, dass man Symptome bekämpft und das Problem erneut auftritt. Das Wissen behält Spolskys Firma nicht für sich; sie verwenden es in der Kundenkommunikation:
»Instead of setting up a SLA for our customers, we set up a blog where we would document every outage in real time, provide complete post-mortems, ask the five whys, get to the root cause, and tell our customers what we’re doing to prevent that problem in the future.«
Offensiv mit Fehlern umzugehen, schafft Vertrauen.
»The kind of mistakes you make define you. The more interesting the mistakes, the more interesting the life. If your biggest mistakes are missing reruns of tv-shows or buying the wrong lottery ticket you’re not challenging yourself enough to earn more interesting mistakes.«
Manche Fehler sind einfach nur dämlich und lassen sich leicht vermeiden – und wenn nicht, haben sie kaum ernste Konsequenzen. Die größeren Fehler hingegen sind diejenigen die weh tun, aber aus ihnen kann man auch am meisten lernen.
Ich war ein paar Tage auf Sylt — leider war es regnerisch, dafür hatte ich Gelegenheit für leichte Lektüre.
Dieses Foto entstand bei Sonnenuntergang am Strand von Westerland. Ich habe die Aufnahme um eine Blende unterbelichtet, um den Himmel zu betonen. Das Schild habe ich angeblitzt, um es etwas hervorzuheben. 16 weitere Fotos von mir gibt es in der Fotoserie von heute.
Wenn ich in Berlin in den von Fließenlegern gestalteten U-Bahnhöfen warte, oder mit der U-Bahn langsam durch den Untergrund geschaukelt werde denke ich mir manchmal:
Für den Fall dass ich mal länger nicht nach Stuttgart komme und mir nach Spätzle ist, habe ich den Spätzle-Express vor der Haustür: Nahe dem Görlitzer Bahnhof gibt es Käsespätzle mit Röstzwiebeln, Herrgottsbscheißerle, Schupfnudeln, Bauernfrühstück und Bratkartoffeln. Jedes Gericht gibt es in 3 verschiedenen Größen, so dass sowohl der kleine als auch der große Hunger bedient wird.
Im Sommer kann man es sich auf ein paar Bierbänken vor dem Etablissement bequem machen, im Winter muss man auf die 2 Tische oder die Theke im Inneren ausweichen. Danach vielleicht noch ein Abstecher ins »Travolta« nebenan? Zwei Schilder laden die Passanten ein: »Sonntag 16-23h Free Kicker!« und »Hier ist nicht die Toilette des Spätzle-Express!«
Spätzle-Express
Wiener Straße 14a
10999 Berlin-Kreuzberg
Telefon: 030-69534463
täglich geöffnet von 12 bis 22 Uhr
U: Görlitzer Bahnhof (U1)
Vor ein paar Jahren habe ich mich durch das gleichnamige Buch von Frédéric Beigbeder gequält. Ich weiß gar nicht mehr weswegen ich es nicht mochte, ich glaube es war einfach nur wahnsinnig langatmig. Der Film dagegen hat mir gefallen. Nicht der beste Film des Jahres, aber eine flotte Abrechnung mit dem Werbewahn und Konsumterror, der uns jeden Tag umgibt. Die Message vor dem Abspann hätte man sich allerdings sparen können.
7/10 Punkte | 100 Minuten | Bildformat 2,35:1
Regie: Jan Kounen
Drehbuch: Jan Kounen
Darsteller: Jean Dujardin, Jocelyn Quivrin, Vahina Giocante
Die Online-Kampagne »Stunning Nikon« ist schon etwa 2 Jahre alt, allerdings bin ich erst jetzt darauf aufmerksam geworden.
Auf der Website stellt Nikon seine digitalen Spiegelreflex-Kameras für Amateure (D40), ambitionierte Amateure (D80) und Profis (D3, CLS, NIKKOR-Objektive) vor. Anwender kommen zu Wort und erläutern, wie ihnen ein Feature bei der Aufnahme eines Motivs geholfen hat. Die gezeigten Bilder sind bei Flickr zu sehen oder können auch von stunningnikon.com heruntergeladen werden. Dazu gibt es Aufnahmedetails wie Verschlusszeit, Blende, Belichtungskorrektur, ISO-Empfindlichkeit und Brennweite – nützliche Informationen für angehende Fotografen:
Die Website hat ziemlich viele Inhalte: Videos, Fotos, Texte – trotzdem erschließt sich einem die explorative Navigation schnell. Durch die Verwendung von Testimonials wird Authentizität erzeugt, die Verbindung zu Flickr bei den Amateuren ist sympathisch (als wäre Nikon »Teil der Community«) und die Erfahrungen der 3 Profis machen neugierig. Features wie der 11-Messfelder-Autofokus oder die integrierte Bildbearbeitung werden in konkreten Situationen demonstriert; dadurch werden die Produkteigenschaften anschaulich.
Die Website eignet sich natürlich nicht, um mal eben technische Details nachzuschlagen; außerdem sind ein Breitbandanschluss und ein schneller Rechner für die Flash-Website Voraussetzung.
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Vor 2 Tagen wurde der Nachfolger der D80 vorgestellt, die D90. Chase Jarvis und sein Team konnten die Kamera mit Filmfunktion einige Tage testen und haben ein Video auf YouTube gestellt. Um es in einem Wort zu sagen: stunning.
Letzter Tag der Herbert-Tobias-Ausstellung: Holger und ich besuchten die Berlinische Galerie, um uns die Werke des 1982 verstorbenen Fotografen anzusehen.
Mir haben die Portraits aus den 50ern und 60ern besonders gut gefallen, die ihrer Zeit voraus waren: Großaufnahmen der Gesichter, wie sie eher heute modern sind. Ebenfalls sehenswert sind die Straßenportraits aus Paris und dem vom Krieg zerstörten Berlin, sowie die Männerakte mit ihrer Blickerotik. Wenn ich schwul wäre, wäre ich hin und weg. :-)
Der Ausstellungskatalog ist für 35 Euro beim Steidl-Verlag erhältlich – ich überlege noch, ob ich ihn mir nicht doch zulegen sollte.