Montag, 01.09.2008
Einmal im Monat ist in der Agentur »First Tuesday«: Wir tauschen Neuigkeiten aus den verschiedenen Units aus, begrüßen neue Mitarbeiter und sprechen über Projekte am Horizont – anschließend geht’s auf Firmenkosten zum Abendessen.
Dieses Mal setzte die Geschäftsführung noch einen drauf: Wir gingen gemeinsam zum Kartfahren.
Für mich war es das erste Mal auf einer Kartbahn und ich war etwas vorsichtig. Nach der zweiten Runde – jede Runde dauert ca. 35-40 Sekunden – gab ich Vollgas und es machte einen Heidenspaß! Und es ist ziemlich anstrengend: Nach den anderthalb Stunden war mein T-Shirt nassgeschwitzt und der Muskelkater wird mich noch übermorgen begleiten. Ich werde nie wieder sagen, dass Formel-1-Fahren kein Sport sei!
Erschienen am Montag, 01.09.2008 @ 23:42
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Tags: job, Leben
Dienstag, 02.09.2008
0.3
02. September 2008
Um es kurz zu machen: Der bisher beste Film des Jahres – und dieses Jahr hatte mit »Brügge sehen… und sterben?« und »Bank Job« bereits sehr gute Filme.
Bereits »Batman Begins« vor 3 Jahren – ebfalls von Christopher Nolan und mit Christian Bale – hatte nichts mit den Klamaukfilmen aus den 60ern und 90ern zu tun. »The Dark Knight« ist ebenfalls spannend, noch düsterer und nicht unbedingt vorhersehbar; so muss eine Comic-Verfilmung sein! Ich habe den Film 2x gesehen: einmal auf englisch auf einer normalen Leinwand und einmal auf deutsch im IMAX. Die IMAX-Fassung ist mit 12,50 Euro im Berliner Sony-Center nicht gerade erschwinglich, aber die große Leinwand war durchaus ein Erlebnis. Von den zweieinhalb Stunden sind nur einige Szenen im IMAX-Format gedreht (Außenaufnahmen und Actionszenen), beim Rest ist das Bild allerdings immer noch größer als in einem Multiplex-Saal. Durch den guten Schnitt wirken die Formatwechsel nicht störend – gut gelöst. Die deutsche Synchronisation ist nicht schlecht, das englische Original ist aber wesentlich besser: Die Stimme von Batman ist kräftiger und tiefer, der Joker – genial gespielt von Heath Ledger – ist noch glaubwürdiger.
Empfehlung: unbedingt auf einer großen Leinwand ansehen!
10/10 Punkte | 152 Minuten | Bildformat 2,35:1
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan
Darsteller: Christian Bale, Heath Ledger, Aaron Eckhart, Michael Caine, Maggie Gyllenhaal, Gary Oldman, Morgan Freeman
Erschienen am Dienstag, 02.09.2008 @ 23:59
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Tags: Kino, kino2008, kinokritik
Mittwoch, 03.09.2008
»Chrome« ist da. Da bereits viel über Googles Browser geschrieben wurde, beschränke ich mich auf 4 Punkte, die ich bemerkenswert finde:
- Überarbeitetes Interface
Die Interface-Designer haben einige Konventionen von Browsern in Frage gestellt und neu überdacht: Zum Beispiel gibt es keine Statuszeile, stattdessen werden bei Bedarf kleine Info-Bubbles eingeblendet.
- Tabs als eigene Prozesse
Vor 5 Jahren war Speicher noch kostbar, aber heute ist es egal, wenn ein Browser in mehreren Instanzen läuft. Der Vorteil: Stürzt ein Tab ab, läuft der restliche Browser weiter. Da Websites immer mehr in Richtung Anwendungen gehen, sicher ein sinnvoller Schritt.
- Webkit als Rendering Engine
Nach Safari, Mobile Safari, AIR, Web Browser für S60 (Symbian), Android und anderen ist Chrome der nächste Browser, der zur Darstellung der Inhalte Webkit verwendet. Ich denke dass Webkit in der ersten Riege der Rendering-Engines angekommen ist; Testing muss künftig neben Gecko (Firefox) und Trident (IE7) auch auf Webkit stattfinden.
- Anleitung als Comic
Nette Idee, ein Interface in Form eines Comics zu erkklären.
Abschließend: Unter den vielen Artikeln zu Chrome ist der von John Siracus besonders lesenswert: »Straight out of compton«
Erschienen am Mittwoch, 03.09.2008 @ 19:10
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Tags: Web, webdesign
Sonntag, 07.09.2008
0.3
07. September 2008
Kurzweiliger Film über zwei Brüder, die sich in bester Coen-Manier in Schwierigkeiten bringen.
8/10 Punkte | 117 Minuten | Bildformat 1,85:1
Regie: Sidney Lumet
Drehbuch: Kelly Masterson
Darsteller: Philip Seymour Hoffman, Ethan Hawke, Albert Finney
Erschienen am Sonntag, 07.09.2008 @ 23:59
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Tags: Kino, kino2008, kinokritik
Mittwoch, 10.09.2008
0.3
10. September 2008
Dokumentarfilm über 3 Freundinnen aus Berlin-Kreuzberg, alle um die 15 Jahre alt. Die Regisseurin hat die Mädchen in ihrem Alltag begleitet: Der Zuschauer bekommt Einblick in Schulstress, Diskussionen um den Ausbildungsplatz und Beziehungskisten – kurz: »Die Jugend von heute.«
7/10 Punkte | 92 Minuten | Bildformat 1,85:1
Regie: Bettina Blümner
Drehbuch: Bettina Blümner (Konzept)
Darsteller: Mina, Klara, Tanutschka
Erschienen am Mittwoch, 10.09.2008 @ 23:59
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Tags: Kino, kino2008, kinokritik
Dienstag, 16.09.2008
Sabine und Jan haben wieder eine Veranstaltung organisiert: Diesmal keine Cocktail Hour, sondern eine kleine Un-Konferenz von Konzeptern für Konzepter. Die beiden rechnen mit ca. 60 Teilnehmern. Ideal, um nette Leute kennenzulernen und zu fachsimpeln.
Freitag, 14. November
10 Uhr bis open end
im
Newthinking Store (Tucholskystr. 48 in Mitte)
Eintritt frei
Anmeldung, Diskussion und weitere Infos: amiando.com/infocampberlin.html
Außerdem: In Xing gibt es eine neue Gruppe für Berliner Konzepter und IAs: xing.com/net/berlineria
Erschienen am Dienstag, 16.09.2008 @ 20:03
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Tags: Berlin, Information-Architecture, konzeption
Sonntag, 21.09.2008
Heute war ich mit 2 Freunden in der Neuen Nationalgalerie: Wir haben uns die Fotografien von Hiroshi Sugimoto angesehen.
Sugimoto fotografiert ausschließlich in Schwarz-Weiß. Seine Bilder sind technisch absolut perfekt und wirken sehr realistisch – besonders deutlich wird das an seinen Aufnahmen von Madame Tussauds. Neben den Portraits haben mir besonders die Aufnahmen von Kinosälen in historischen Gebäuden gefallen, sowie die Dioramen. Mit den Architekturaufnahmen oder den Seelandschaften konnte ich nicht so viel anfangen (unbedingt den Film im Museum ansehen; darin werden die Hintergründe erläutert).
Die Ausstellung wird noch bis zum 5. Oktober gezeigt; der Eintritt beträgt 10 Euro. Der Ausstellungskatalog ist für 50 Euro im Museum erhältlich. Viele der gezeigten Fotografien sind auch auf der Website von Hiroshi Sugimoto zu sehen.
Neue Nationalgalerie
Potsdamer Straße 50
10785 Berlin-Mitte
Telefon: 030-69534463
Öffnungszeiten: DI, MI, FR von 10 bis 18 Uhr; DO von 10 bis 22 Uhr; SA, SO von 11 bis 18 Uhr
U/S: Potsdamer Platz (U2, S1, S2, S26)
Bus: Potsdamer Brücke (M29)
Erschienen am Sonntag, 21.09.2008 @ 17:52
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Tags: ausstellungen, Berlin, Fotografie
Montag, 29.09.2008
An diesem Wochenende war ich auf der EuroIA in Amsterdam, die europäische Konferenz für Konzepter und Informationsarchitekten. Nette Leute, tolle Location und jede Menge guter Vorträge!
Für mich war es der erste Besuch in Amsterdam – was für eine tolle Stadt! Ich kam am Donnerstag-Nachmittag am Hauptbahnhof an und hatte etwas Gelegenheit, durch die Innenstadt zu bummeln. Die Grachten – kleine Kanäle – sind gesäumt von schmalen Häuschen, an denen es selten gerade Linien gibt. Das und die kleinen Bötchen und Hausboote in den Grachten, und viele buckelige Brücken über die Kanäle geben der Stadt ein heimeliges Flair. Dazu verströmt die Stadt ein Gefühl von Liberalität: Transvestiten in Robin-Hood-Kostüm, der Rotlichtbezirk mit vielen Bars und Restaurants liegt wie selbstverständlich mitten im Zentrum, durch jede zweite Straße weht der Duft von Gras und ein Coffeeshop folgt dem nächsten. Amsterdam fühlt sich wie eine Weltstadt an, obwohl hier nur 750.000 Menschen wohnen. Die Stadt ist auf jeden Fall eine Reise wert.
Die Konferenz begann am Freitag, in einem sehr geschmackvollen Ambiente: Das Tuchinsky-Theater wurde in den 1920er Jahren im Art-Deco-Stil gebaut und ist heute ein Kino. Dunkles Holz, dezente Beleuchtung und dicke Teppiche sind jedoch geblieben. Es gab zwei Session-Tracks mit einer Mischung aus theoretischen Themen, Panel-Diskussionen und Fallstudien. Mir gefielen besonders diese Vorträge:
- The Seduction of the Interface
Christopher Fahey aus den USA sprach über den Online-Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Seine These: Im klassischen Marketing ist es die Aufgabe des Marketeers den Interessenten davon zu überzeugen, dass er unbedingt dieses Produkt oder jenen Service benötigt. In der heutigen Web-2.0-Welt funktioniert das immer weniger: Die Leute tauschen sich online über ihre Erfahrungen aus und informieren sich vor dem Kauf. Der Vortrag ging in eine ähnliche Richtung wie die Bücher »Subject to change« von Adaptive Path oder »Hidden in plain sight« von Erich Joachimsthaler, und war eine gute praxisnahe Ergänzung.
- E-Service: What we can learn from the Customer-service Gurus
Eric Reiss von FatDUX aus Dänemark erzählte von seinen Erfahrungen mit Kundenservice bei British Airways und eBay. Über die Fehler dieser Unternehmen haben Service-»Gurus« schon vor Jahrzehnten Bücher geschrieben – Lehren, die man sich für die heutige User Experience und das Customer Experience Management abschauen kann.
- How do you redesign a business critical Web Application with billions of unique Products?
Floris Ketel aus den Niederlanden zeigte das Redesign der Online-Buchung von KLM. Eigentlich geht es nur um ein Produkt – ein Flugticket –, Preise und Verfügbarkeit ändern sich jedoch von Tag zu Tag. Die Fallstudie war sehr anschaulich: Floris erläuterte Rahmenbedingungen und Workflow des Projekts, weswegen sie welche qualitativen und quantitativen Testmethoden verwendeten, und wie sie das Layout während des Projektverlaufs aus welchen Gründen geändert haben. Daneben natürlich »What worked«, »What didn’t work« und »Lessons learned«, wie es sich für eine Fallstudie gehört. Bemerkenswert waren seine Ergebnisse aus User-Befragungen zu Facets: Über die Hälfte der Nutzer kannten Facets – natürlich nicht unter dem Begriff –, 20% verwendeten sie und 85% fanden sie hilfreich. Das Ergebnis ist repräsentativ, zumindest für Flugreisende die ihr Ticket online buchen: Die Stichprobe bestand aus 5.000 Nutzern aus einem A/B-Test.
- Commercial Ethnography and innovating Information Experiences
James Kalbach aus Deutschland demonstrierte, wie ethnographische Forschung die Konzeption unterstützen kann. Ethnographie wird von Konzeptern kaum genutzt, obwohl sie eine Goldmine für innovative Ideen ist: Nutzer sagen einem bewusst oder unbewusst, wo der Schuh drückt und welche Lösung sie brauchen. Die Ergebnisse aus diesen Interviews sind außerdem eine gute Basis für Mentale Modelle oder – in einem späteren Schritt – Personas.
- Taking the ‘ooh!’ out of Google
Martin Belam aus Großbritannien berichtete vom Redesign der Sitesearch des Guardian. Dabei zeigte er auf, dass man nicht einfach die Ergebnisdarstellung von Google übernehmen sollte: Eine Zeitung weiß mehr über ihre eigenen Artikel als Google, und kann dem Besucher dadurch nützliche Zusatzinformationen geben.
- I’m not you
Bogo Vatovec aus Deutschland sprach über Personalisierung: Was man darunter verstehen kann (und dass jeder Stakeholder etwas anderes dabei im Sinn hat), welche Methoden sich für die Konzeption anbieten, und welche Erfahrungen er in großen Personalization-Projekten gemacht hat. Mir hat gefallen, dass Bogo nicht nur an der Oberfläche blieb, sondern tief einstieg: Bei den Methoden zeigte er beispielhafte Deliverables in verschiedenen Stadien, so dass deutlich wurde woran zu denken ist und welche Komplexität das Thema annehmen kann (bei den Use Cases zum Beispiel Rollen und andere Zustände zu verschiedenen Zeitpunkten im Ablauf).
- Concept Design Tools for Information Architecture
Victor Lombardi aus den USA hat letztes Jahr auf der IA-Konferenz in Stuttgart darüber gesprochen, dass IAs neue Tools entwickeln müssten, um am Ball zu bleiben. Dieses Jahr hatte er Tools im Gepäck, wobei die Begriffe »Tools« oder »Methoden« etwas zu hoch gegriffen sind. Victor stellt nach der Research-Phase Fragen wie sie Produktdesigner stellen, um auf Ideen zur Lösung der vorliegenden Aufgabe zu kommen. Diese Fragen zusammen könnte man als Methode bezeichnen – ich nenne sie mal »Lombardi-Fragen«. Zwei Beispiele: In »Question the Brief« hinterfragt er das Briefing des Kunden, geht quasi einen Schritt zurück um eine neue Perspektive darauf zu bekommen. In »Question the Constraints« hinterfragt er die Rahmenbedingungen.
Viele Vortragende werden in den nächsten Tagen ihre Folien bei Slideshare oder in ihrem Blog online stellen, und von einigen Vorträgen wird es auch Mitschnitte geben. Trotzdem geht nichts über einen Besuch vor Ort:
- Die Info wird effektiver vermittelt, wenn man die Folien des Vortragenden sieht und gleichzeitig seine Ausführungen hört – vor allem wenn es gute Folien mit wenig Text sind
- Nach dem Vortrag können dem Referenten Fragen zum Thema gestellt werden
- Die Vorträge können mit anderen Teilnehmern diskutiert werden; evtl haben sie ähnliche Erfahrungen gemacht
- Außerhalb der Konferenz kann man sich bei einem Heineken auch über andere Fachthemen austauschen
- Man lernt neue Leute kennen und sieht alte Bekannte wieder – auf der EuroIA waren 250 Konzepter aus über 20 Ländern
Zum letzten Punkt: Man verbringt einfach eine tolle Zeit, statt sich das Material in den eigenen 4 Wänden reinzuziehen. Am Samstag haben wir nach der Konferenz die Stadt bei einer Bootsrundfahrt näher kennengelernt und sind anschließend mit 30 Mann bei einem Thai eingefallen. An dieser Stelle großer Dank an Camilla und Chris, die am Samstag-Abend ad-hoc einen Raum in einem Restaurant mitten im Vergnügungsviertel organisiert haben!
Die nächste EuroIA ist vom 25. bis 26. September 2009 in Kopenhagen. Zuvor gibt es am 14. November in Berlin ein IA InfoCamp und vom 16. bis 17. Mai findet in Hamburg die nächste deutsche IA-Konferenz statt.
Erschienen am Montag, 29.09.2008 @ 2:26
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Tags: Amsterdam, euroia2008, Information-Architecture, konzeption