Archiv für Oktober 2008
Mittwoch, 01.10.2008
Im 4. Stock ohne Aufzug zu wohnen ist gut, wenn man helle Wohnungen mag. Der Nachteil: Wenn man erkältet ist, schnauft man wie eine Dampflok wenn man oben ankommt.
Ich leg’ mich jetzt wieder ins Bett…
Erschienen am Mittwoch, 01.10.2008 @ 18:17
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Tags: Leben
Donnerstag, 02.10.2008
Meine Fotos von der EuroIA aus Amsterdam sind nun bei Flickr zu sehen. Herzlichen Dank an die Teilnehmer für die freundliche Genehmigung, die Bilder online zu zeigen!
Ich bin etwas kritisch mit den Fotos: Erstens sind sie zu gelbstichig (Weißabgleich war auf Kunstlicht). Ich hatte überlegt sie in schwarz-weiß umzuwandeln, habe es aber dabei belassen. Zweitens sind die meisten Fotos verwackelt: Im Tuschinsky-Theater war es sehr dunkel. Meistens habe ich mit großen Blenden zwischen f/1.8 und f/4 fotografiert was dazu führte, dass bei nebeneinander stehenden Personen wegen der fehlenden Tiefenschärfe eine Person unscharf wurde. Andererseits musste ich offene Blenden wählen, denn selbst bei ISO 1600 erreichte ich nur Zeiten zwischen 1/6 und 1/20 – dadurch die verwackelten Bilder.
Da mir für die D90 mit ihren High-ISO noch das Geld fehlt, werde ich nächstes Mal probieren um 1 bis 2 Blenden unterzubelichten – dadurch bekomme ich etwas kürzere Zeiten. Anschließend korrigiere ich in Lightroom die Belichtung wieder nach oben, da die Fotos sonst natürlich zu dunkel sind. Vermutlich sind nicht mehr als 2 Blenden Unterbelichtung drin, da sonst das im Nachhinein korrigierte Bild extrem verrauscht. Wie sind Eure Erfahrungen?
Ebenfalls fürs nächste Mal gelernt: Ein externer Blitz muss mit. Zu dieser Konferenz wollte ich mit leichtem Gepäck reisen: Ich nahm nur die D70, ein Weitwinkel-Zoom und eine 50-mm-Festbrennweite mit. Ein Blitz hilft zwar nicht bei zu langen Verschlusszeiten, sorgt aber zumindest für Spitzlichter in den Augen.

1. Reihe, von links: Melanie, Sebastian, Wolf
2. Reihe: Rahel, Sabine, Wolfgang
3. Reihe: Laura, Jim
Erschienen am Donnerstag, 02.10.2008 @ 19:28
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Tags: euroia2008, Fotografie
Donnerstag, 09.10.2008
An sich bespreche ich hier ja keine einzelnen Spiegel-online-Artikel, aber die Rezension von Reinhard Mohr zu Dieter Bohlens neuem Buch »Der Bohlenweg. Planieren statt sanieren« ist genial:
»Wir verstehen: Das Leben ist “kein Ponyhof”: “Es ist eine Baustelle”. Deshalb ist auch das Buch eine einzige Baustelle, und die Leser sollten, trotz der Aufteilung in 29 Kapitel, keine Dramaturgie oder gar ein logisches Prinzip suchen. Eher so etwas wie écriture automatique, das automatisch hervorquellende, tranceartige Schreiben des französischen Surrealismus.«
Erschienen am Donnerstag, 09.10.2008 @ 14:23
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Tags: Kurios, Literatur
Samstag, 11.10.2008
Dieses Wochenende bin ich in München, Freunde besuchen: Mit Dirk war ich heute auf dem BarCamp in München. Ganz kurze Einführung: Was ist ein BarCamp? Ein BarCamp ist eine Konferenz, auf der jeder Teilnehmer eine Session halten kann – die aktive Teilnahme durch einen Vortrag, Mithilfe bei der Organisation oder Berichterstattung von der Konferenz ist Pflicht. Dafür ist der Eintritt kostenlos. Weitere Infos im entsprechenden Wikipedia-Eintrag.
Wie auch bei einer »normalen« Konferenz sind die Gespräche zwischen den Vorträge das Salz in der Suppe. Man sieht alte Bekannte wieder (Cappellmeister, Florian), sieht Leute wieder die man vor 2 Wochen auf der EuroIA in Amsterdam kennengelernt hat (Silke) und macht nette neue Bekanntschaften.
Gastgeber und Hauptsponsor der Münchner Veranstaltung ist Sun Microsystems in Kirchheim bei München – schickes Gebäude und kostenloses WLAN! Die Organisation und Berichterstattung findet live über Twitter statt. Über 400 Teilnehmer informierten sich in 5 Session-Slots in 8 parallelen Tracks über alle möglichen Themen: von Community-Management bis Zensur in China. Die Teilnehmer die eine Session halten wollten, stellten ihre Idee kurz vor, danach wurde das Interesse per Handzeichen abgefragt. Anschließend wurde der Plan aufgestellt.
Hier ein paar Eindrücke von den Sessions, die ich besucht habe:
Mindmeister – Wie bekommt man 130.000 User?
Till Vollmer von Mindmeister stellte kurz seine Anwendung vor, ein Mindmapping-Tool auf DHTML-Basis, mit dem online mehrere Teilnehmer gleichzeitig brainstormen können: »Wie Google Text und Tabellen, nur für Mindmaps.« Anschließend ging es um die Historie und welche Lehren sie aus dem Startup gezogen haben. Stichworte: 130.000 Nutzer, die im Schnitt alle 2 Monate eine Mindmap erstellen. Im Schnitt 3 Mindmaps pro Nutzer. 11.000 neue Nutzer pro Monat. Kostenlose Basis-Version (maximal 6 Mindmaps), Premium-Account für 4 USD, Bezahlung per Kreditkarte über Wirecard oder PayPal. Die Anzahl der Premium-Nutzer sei typisch für Web-2.0-Startups (unter 5%). 30% der Nutzer kommen aus den USA. Sie wollen in den Businessmarkt reinkommen, deswegen werden in Kürze verschlüsselte Mindmaps angeboten (Daten werden per Public-Key-Verfahren verschlüsselt in der Datenbank abgelegt). System läuft auf Ruby on Rails auf 4 geclusterten Servern. Team besteht aus 2 Gründern und 4 Entwicklern. Haben lange für den Namen gebraucht; Kriterium: .com-Domain musste frei sein wg. internationalem Markt. »meister« ist als Begriff im englischen Sprachraum kein Problem. Machen viele A/B-Tests: »Es macht einen Unterschied, welche Farbe der Button in der Invitationmail hat.« Zum Launch gab es eine Private Beta; Vorteil: man kann den Launch 2x vermarkten und wird am Anfang nicht vom Erfolg überrollt. Haben von Anfang an kommuniziert, dass die Beta kostenlos ist, aber dass sie später ab der 7. Mindmap Geld verlangen. 200 Invitations an Freunde und Bekannte, von denen jeder weitere 20 einladen konnte. Nach 8 Tagen war Mindmeister auf Platz 2 der delicious-Hotlist, nach 9 Tagen hatten sie 1.000 Nutzer. Zwischen März 2007 und Mai 2007 gewannen sie weitere 10.000 Nutzer. Haben bisher keinen Cent für Marketing ausgegeben. »Leute kaufen mit den Augen.« Der große Konkurrenz Mindmanager ist nicht so beweglich und sie müssen fast 200 Leute mit Lizenzverkäufern durchfüttern. Das kleine Startup kann es sich mit 6 Leuten (und etwas Seed-Kapital) leisten, großzügig mit Premium-Accounts umzugehen, um so Mundpropaganda zu generieren (jeder Teilnehmer an der Barcamp-Session erhielt einen Gutschein für 12 Monate Premium-Mitgliedschaft). Man solle in der Betaphase Invitation-Codes als »hard to get« inszenieren (man muss sich »bewerben«), aber jedem einen geben. Sie haben ab einem gewissen Zeitpunkt einen Autoresponder für die Code-Anfragen eingerichtet. »Wenn wir auf Deutsch gestartet wären, wären wir jetzt nicht hier.« Sich für Awards zu bewerben ist sinnvoll, da sie relativ leicht zu kriegen sind: Viele Techies stellen die technischen Details in den Vordergrund, die Juroren sind aber i.d.R. normale Leute, die verstehen müssen was es bringt. Die Awards haben ihnen neue Nutzerzahlen eingebracht und Anfragen von Risikokapitalgebern, die Anlegergeld loswerden wollen. Wachstum derzeit linear und nicht exponentiell. Usability ist der entscheidende Faktor: weniger ist mehr, auf technisch unversierte Nutzer abzielen, keine Featuritis. Mit Problemen offenen und ehrlich umgehen: warum gab es einen Ausfall, was wird getan um das künftig zu verhindern? Wartungsarbeiten ankündigen, regelmäßig im eigenen Blog schreiben.
Präsentieren mit Storyboards
Alexandra Graßler von der Wissensagentur erläuterte, wie man mit einer Präsentation eine gute Geschichte erzählt. Stichworte: »Bilder transportieren die Botschaft besser als Text.« 3 Akte. Akt 1, Emotion: Schauplatz, Hauptfigur, Ungleichgewicht, Gleichgewicht, Lösung. Beispiel »Produkte für eine Kläranlage«: Schauplatz ist jede Gemeinde mit einer Kläranlage, Hauptfigur ist die Zielgruppe (niederbayerische Bürgermeister), Ungleichgewicht erzeugen indem eine Katastrophe an die Wand gemalt wird (wenn die Kläranlage nicht richtig arbeitet, stinkt’s), Gleichgewicht herstellen (Kläranlage zu vernünftigen Kosten betreiben), Lösung anbieten (Kaufen Sie unser Produkt). Eine Entscheidung wird mit dem Bauch getroffen und hinterher mit dem Verstand erklärt, daher Akt 2, Vernunft: 3 Hauptargumente, Wendepunkt. Je nach Zeit können die 3 Hauptargumente in jeweils 3 Unterargumente aufgedrößelt werden (»Baumstruktur«). Der Wendepunkt ist immer eine Ja/Nein-Frage (»Ist es möglich, das mit dem Produkt xy zu erreichen?’). Zwischendrin Loops aufmachen: Frage stellen und später auflösen um Neugier zu wecken. Akt 3, Zusammenfassung: Krise, Lösung (klare Aufforderung), Klimax (Spannung), Katharsis (relativ neutraler Slogan als letzte Folie bevor es in die Diskussion geht). Der Ansatz funktioniert auch bei freier Rede oder in Artikeln. Auf die Zielgruppe einstellen: Männer werden durch Technik, Fußball und Frauen angesprochen, Frauen werden durch Tierbilder und Männer angesprochen. Die Bilder können durchaus Szenen zeigen, die nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun haben (eine Metapher herstellen). Ansprache: »Jeder hier« oder »Jeder von uns« statt »Jeder Internet-Nutzer«. In der Krise langsam sprechen, mehr Pausen einbauen. In Präsentationen nie Tabellen oder Diagramme mit mehreren Linien verwenden: Es kommt immer nur auf eine Zahl an.
Zaubersession
Till Haunschild zeigte einige Kartentricks und erklärte auch, wie sie funktionieren. Er baut immer 2 Höhepunkte ein: einen bei dem die Leute sagen »Ah, nett« und anschließend noch einen der sie wegfegt. Das funktioniere auch gut bei Präsentationen. Stichworte: »Bei Präsentationen geht oft der Bezug zur Realität verloren. Man braucht den Bezug zur Realität um das Besondere zu erkennen.«
User Experience Design
Elizabeth Whitworth hielt spontan eine Session, da in der Vorstellungsrunde nur sie etwas zu User Experience Design sagte (es gab auch einige Konzepter in der Vorstellungsrunde; hatte sie evtl nicht mitbekommen). Es war mehr eine Diskussion als ein Vortrag, in dem es um Unterschiede im Berufsbild zwischen den USA und Deutschland ging sowie eine Definition, was UX alles bedeutet bzw. beinhaltet. Es waren einige Konzepter anwesend aber auch Konzeptionslaien, die einige Fragen hatten. Stichworte: UX als Begriff für eine Sichtweise auf ein Produkt oder einen Service, UX als Begriff für einen Prozess und UX als Oberbegriff für verschiedene Disziplinen: Usability-Evaluation, Information Architecture, Interaction Design, Visual Design, Design Research, User Research, Design Strategy, Evangelism. In den USA sind die Kollegen oft nur für einen Teilbereich zuständig, z.B. nur IA, während in Deutschland viel in Personalunion gemacht wird. Diskussion über verschiedene Probleme (Anwendung sowohl für »normale« User als auch Power-User zugänglich machen: unterschiedliche Zugänge, progressive disclosure, Onion Skinning, Tutorials, Guided Tours. Diskussion über verschiedene Methoden: Modell von Kano bzw. Kano-Analyse, Personas, Use Cases.
Technologie in 10, 20, 30, 40 Jahren
Mir haben heute alle Sessions gefallen, aber den Vortrag von Constantin Gonzalez fand ich mit am interessantesten. Constantin ist Principal Field Technologist bei Sun und beschäftigt sich in seiner Freizeit u.a. mit Ausblicken auf die Zukunft. Stichworte: Moore’s Law besagt dass sich alle 18 Monate die Anzahl der Transistoren auf einem Chip verdoppelt. Law of accelerating returns: Moore’s Law ist auf jeden technologischen Fortschritt anwendbar. Falls die Strukturen auf Chips irgendwann nicht mehr kleiner gemacht werden können, kommt etwas anderes, vgl. die Entwicklung Mechanik, Elektromechanik, Röhren, Transistoren, Chips. Was kann man mit der Rechenpower machen? Mustererkennung: In der Disco das Handy in die Luft halten und eine Minute später kommt eine SMS mit dem Songtitel. Ein anderes Beispiel ist die Genius-Playlist: Der iPod errät ziemlich treffsicher, welche Musik wir gerne hören. »Als DJ würde ich mir jetzt Sorgen um meinen Job machen.« Empfehlung den Generationencheck zu machen: Seinen Eltern die Features des iPod erklären und in ungläubige Gesichter sehen – uns wird es in 20 Jahren auch so gehen. Bereits jetzt ist ein 1.000-Dollar-PC so leistungsfähig wie ein Insektengehirn. Er hat für 300 Euro einen Staubsauger-Roboter der so intelligent ist wie ein Insekt: Der Roboter fährt kreuz und quer durch den Raum, misst die längste Strecke die er ohne anzustoßen gefahren ist, berechnet wie lange es sinnvoll ist zu saugen und schaltet sich nach einer gewissen Zeit ab. In 20 Jahren werden Computer so leistungsfähig wie ein Menschengehirn sein und um 2050 herum wird ein 1.000-Dollar-PC so leistungsfähig sein wie alle Menschengehirne zusammen. Wenn wir mit einer neuen Technologie konfrontiert werden, überschätzt man kurzfristig ihre Auswirkungen, unterschätzt aber die langfristigen Folgen. Beispiel Internet: vor 10 Jahren dachten einige dass dadurch alle Probleme der Welt gelöst werden, was nicht eingetreten ist – trotzdem ist das Internet heute nicht mehr wegzudenken. Es gibt künftig 4 Schlüsseltechnologien: Biotechnologie, Künstliche Intelligenz, Robotik, Nanotechnologie. Biotechnologie: Gentherapie wird künftig ein großes Thema sein. Bereits vor 22 Jahren hat man die Gene von Tabakpflanzen mit denen von Glühwürmchen gekreuzt (»Praktisch, wenn man nachts auf einer Tabakplantage was rauchen will«). Heute kann man sich für 5.000 USD sein Genom entschlüsseln lassen. Künftig sagt einem der Arzt, dass man mit einer 93%igen Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt erleiden wird, aber mit diesen und jenen Enzymen als Nahrungsergänzung kann man das Risiko verringern etc. Künstliche Intelligenz und Robotik wie oben beschrieben. Nanotechnologie, und damit sind nicht Autolacke gemeint an denen Schmutz abperlt: Durch kleine Strukturen wird es möglich sein, gigantische Fabriken zu bauen die trotzdem kaum größer sind als heute eine Mikrowelle. Darin werden einzelne Atome zu immer größeren Elementen zusammengebaut. Frage aus dem Publikum: Kann das funktionieren, werden die Strukturen bei der Konstruktion nicht durch Reibung und Hitze zerstört? Antwort von Constantin: Es funktioniert bereits in der Natur, siehe das Kopieren von DNA-Strängen: Unter dem Rasterelektronen-Mikroskop sieht da aus wie ein Fließband in der Fabrik. Frage aus dem Publikum: Woher soll die Energie kommen? Antwort: Schau’ Dir Deine Muskeln an, die werden durch biologischen Treibstoff angetrieben. Künftig wird es Glas aus Diamant geben, weil man es einfach aus Kohlenstoffatomen zusammenbauen kann. Was ist, wenn man Nanozellen in den Körper einschleusen könnte um durch Krebs beschädigte Zellen wieder zu reparieren? Wir könnten den »Single-Point-of-Failure Herz« überflüssig machen indem sich das Blut selbst durch die Adern pumpt. In der Kombination dieser Schlüsseltechnologien ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten. Technologie könnte sich selbst weiterentwickeln. Wir werden die Antworten auf all diese Fragen noch zu unseren Lebzeiten erfahren, da die Computer dann nach Moore’s Law so leistungsfähig sein werden wie eingangs beschrieben. Constantin: »Technologische Singularität könnte bis 2050 eintreten.« Literaturempfehlungen: »The Singularity is near« von Ray Kurzweil und »Jame5« von Stefan Pemar. Diskussion: Wenn Mensch und Maschine verschmelzen, werden wir 2050 unser Bewusstsein ins Netz hochladen und uns unserer körperlichen Hülle entledigen? Werden wir wie Borg sein? Wollen wir das? Antwort von Constantin: Man wird es kaum verhindern können, es ist der nächste logische Schritt in der Evolution. Man sollte sich daher darauf vorbereiten und das Beste daraus machen. »Da wo die Gefahr ist, ist auch die Rettung.« Insgesamt ein sehr spannender Vortrag, in dem man mal einige Gedankenspiele über zukünftige Entwicklungen anstellen konnte. Nachtrag (13.10.08): Constantin hat eine Zusammenfassung inkl. Folien und Links zu Videos in seinem Blog gepostet.
Ende November ist ein BarCamp in Hamburg geplant. Da es mit dem Zug nur gut anderthalb Stunden von Berlin bis Hamburg sind, werde ich versuchen zu kommen. Wer Lust auf neue Leute und Blicke über den Tellerrand hinaus hat, sollte sich anmelden!
Erschienen am Samstag, 11.10.2008 @ 23:27
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Tags: barcamp, bcmuc08, IA, methoden, mindmeister, praesentation, ux, Web, zukunft
Sonntag, 12.10.2008
Marc Uhlig über SEO. Kann man nicht für sich betreiben, muss im Gesamtkontext stehen. Daher auch Überschneidung mit Usability und Accessibility.
Wie nutze ich Social Media?
Zunächst braucht man ein außergewöhnliches Produkt. Was schreiben Blogs über uns, Twitter, Facebook? Darauf können wir reagieren. Frage aus dem Publikum: Nutzen Firmen schon Twitter zur Beobachtung? Antwort: In den USA gibt es ein paar, z.B. Virgin America Airline: War mit deren Service zufrieden, habe ein paar Mal mit denen getwittert, wurde von denen geadded. Ein anderes Beispiel: Beebo. Ist eine Art Service-Hotline. Was man auf Twitter nicht machen darf ist Spamming indem man tausende Leute added und dann nur versucht sie auf die Produktseiten zu ziehen – das wollen wir nicht haben. Automatismen (Bots) funktionieren nicht, kommt beim Publikum nicht an; da muss ein Mensch dahinter sein. »Die Zeiten von Buschmarketing sind vorbei. Die Leute wollen nicht erzählt bekommen was sie gut finden sollen, sie möchten das selbst herausfinden oder sie wissen es schon.« Bei Serviceseiten Fotos der Leute zeigen, die mit einem sprechen.
Landing pages
Großen Einfluss: Navigation rausnehmen – Leute sollen nicht verwirrt werden, brauchen daher nicht die komplette Navi (Quelle: MarketingSherpa-Report 2008). Am besten: Testen, testen, testen. Es gibt eine separate Präsentation zu Landing Pages.
Welche Analyse-Programme?
Google Analytics ist gut und günstig, sehr gut ist ClickTracks das aber mit 12.000 USD teuer ist. Frage aus dem Publikum: Wie sieht es mit Datenschutz aus, wenn die Daten zu Google in die USA geschickt werden? Antwort aus dem Publikum: Technisch kann man es eh nicht so lösen wie es das deutsche Recht vorsieht: Man müsste schon vor dem loggen einer IP ein Einverständnis einholen, funktioniert aber nicht mit dem TCP/IP-Protokoll – insofern ist man eh nicht auf der sicheren Seite.
ROI
Nicht überanalysieren! Das meiste kann man anhand von Daumenregeln entscheiden – Analyse ist für eine erste Einschätzung. Nicht jede Zahl auseinandernehmen und glauben dass man alles messen kann; sich auch auf seine Erfahrung verlassen. Nur die Zahlen nutzen um einen Überblick zu bekommen. »’Wenn ich das ändere muss meine Conversion so sein’ funktioniert nicht.« Conversions/KPI sollte man aber schon messen, sich nicht nur auf PageRank beschränken. Klickpfad-Analyse um zu sehen ob die Usability funktioniert oder ob evtl die Navi angepasst werden muss. User-generated Content hat einen Gegenwert, auch wenn die Leute nichts kaufen. Großen Einfluss auf den Erfolg haben sowohl die Ad copy (body text) als auch der Text auf der Landing Page – muss zusammenpassen. Nicht nur auf Google konzentrieren. Das Volumen bei Google ist zwar größer, aber nicht unbedingt der ROI: Der sieht laut MarketingSherpa bei Yahoo und MSN besser aus (bessere Clickthrough-Rates bei organischen und bezahlten Ergebnissen, es ist also wahrscheinlicher dass jemand bei MSN klickt als bei Google). Aus dem Publikum: Evtl ist MSN deswegen höher, da es die Standardsuche von IE ist – das Publikum ist u.U. ein anderes, das nicht so Internet-affin ist. Marc: Ja, würde ich aber nicht nur darauf zurückführen: In Google gibt es mehr Wettbewerb, in MSN kann man sich besser von der Konkurrenz abheben. MSN ist laut irgendeiner Studie angeblich die präferierte Suchmaschine von wenig gebildeten Frauen mittleren Alters. Wenn meine Zielgruppe Frauen mittleren Alters mit nicht so hohem Einkommen sind, würde ich MSN für die Werbung gegenüber Google vorziehen. Conversions bei organischen und bezahlten Ergebnissen sind nahezu identisch, Anzeigen funktionieren aber etwas besser (da man auf den Landing Pages passenderen Conent anbieten kann). Bei einem Download ist die Conversion Rate natürlich viel höher als bei einer Registrierung oder einem Kauf. Das Branding ist wichtiger als das Ranking. Es ist also sinnvoll, neben SEO auch eine Kampagne laufen zu lassen weil die Leute dadurch den Namen öfter sehen und sie auch das schon beeinflusst. Banner-Blindness gibt es: Leute klicken zwar nicht drauf, aber sie nehmen es trotzdem unbewusst war. Solche Effekte lassen sich nur schwer messen, aber es gibt sie.
Was sehen sich die Leute an?
27% nur die ersten paar Ergebnisse, 41% die erste Seite, die zweite Seite nur noch 17%. Auf Position 10 bekommt man mehr Klicks als auf Position 5: Das was am Anfang und am Ende steht wird als wichtig erachtet. Dito PPC-Kampagne.
Welche Suchmaschinen werden verwendet?
80% der Business Decision Makers verwenden Google. Junge Leute benutzen gerne Ask, Ältere AOL bzw. in Deutschland T-Online. Leute mit hohen Einkommen verwenden Google.
Nachtrag (13.10.08)
Marc hat die Folien online gestellt.
Erschienen am Sonntag, 12.10.2008 @ 12:12
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Tags: analytics, barcamp, bcmuc08, IA, seo
Michael van Laar über Online-Marketing in Blogs: von Corporate-Blogs bis Selbstmarketing mit einem Fachblog.
Das sollte nicht passieren: In der Zielgruppe wird man nicht wahrgenommen oder es kommen die falschen Besucher. Bei einem privaten Blog egal, aber nicht bei Online-Marketing. Es geht nicht um Masse, sondern ich will die richtigen Leute erreichen.
Positionierung, Zielgruppe
Ziele und Zielgruppen. Warum mache ich das? Wenn ich ein Unternehmen habe, möchte ich vielleicht ein Thema besetzen oder für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Bei Selbstmarketing: Thema besetzen falls man als Student noch nicht so viel Berufserfahrung hat, oder als Selbstständiger Aufträge über das Blog generieren. Zielgruppen: Personalleiter? Potentielle Auftraggeber? Hat auch Einfluss darauf, ob und welche Fachwörter man verwendet: »Schlagwort« statt »Tag«, »Thema« statt »Kategorie«, zusätzlich zu RSS auch E-Mail-Abo als Newsletter anbieten (sind eher wenig, nutzen aber schon ein paar). »Je eher Business-lastig und je konservativer, desto eher würde ich das anbieten und diese Begriffe verwenden.« Enges oder weites Thema? »Eigentlich mache ich es total falsch, weil ich in meinem Blog zu Online-Marketing über alles zu dem Thema schreibe. Wenn ich ein enges Thema habe, kann ich auch einen Expertenstatus bei einer kleineren Zielgruppe erreichen. Heißt aber vielleicht auch, dass man nicht täglich etwas darüber schreiben kann, sondern vielleicht nur wöchentlich oder alle zwei Wochen [mir fällt dabei Daring Fireball ein]. Heute wird man sich fokussieren müssen, da viele Themen schon von guten Leuten besetzt sind. Sich einen Elevator-Pitch überlegen, für online (auf dem Blog) und offline (»Ah Du schreibst ein Blog, was machste da?«). Man kann seinen Background herausstellen, zusätzlich zur Profilseite.
SEO
Am Anfang sollte man sich überlegen, welche Suchbegriffe man besetzen möchte. Will ich mich für ein bestimmtes Thema als Experte positionieren? Will ich als Selbstständiger indirekt über das Blog verkaufen? »Ich nutze v.a. das Google Keyword-Tool. Die Zahlen taugen für eine grobe Abschätzung.« Dadurch kann man sehen wie sehr es sich lohnt, Arbeit in ein Thema reinzustecken. On-Page-Optimierung: Für speziellere Sachen eher Artikel [Daring Fireball], für allgemeine Themen Übersichtsseiten verwenden [Linked List oder Magazin-Stil mit "mehr"-Links]: In elf Überschriften auf einer Seite tauchen Keywords auf. Hilfreich: Redaktionsplan (wenn man es schafft das durchzuhalten). Off-page-Optimierung: Social Bookmarks für die eigenen Artikel (relativ leicht gemacht, bringen Besucher). Gastbeiträge und Kommentare in anderen Blogs. Backlinkanalyse mit dem Yahoo Site Explorer (Show Inlinks: Except from this domain; To: Entire Site), Auswertung mit Web CEO, Referrer auswerten.
Promotion
Blogrolls von anderen Blogs, Verzeichnisse, Datenbanken, Fachportale. Twitter: Nicht zuspammen – nicht 5x am Tag »Ich hab’ was Neues geschrieben«, aber alle paar Tage wenn man einen neuen Beitrag hat ist OK. Stöckchen-Spiele. Whitepaper »Trends für nächstes Jahr« etc., gibt es auch Blogs in denen steht wie man Whitepaper schreibt, nicht zu werblich. Backlinks aus der Wikipedia bei Nischenthemen, aber nicht zu offensichtlich (also auch andere Fachblogs verlinken). Foren, Gruppen ohne zu spammen. Kleine Visitenkarten machen, moo.com – Michael ist Angestellter bei einer Agentur und auf seiner offiziellen Visitenkarte steht nicht sein Blog, will er auch nicht; bei Bedarf gibt er die Minicard mit. Pressearbeit wenn eine Zeitschrift eine Online-Ausgabe hat, z.B. IHK-Zeitschriften.
Erfolgsmessung
Was will ich erreichen? Es bringt nichts 5x am Tag auf seine Besucher und auf seine besuchten Seiten zu schauen. Sollen die Leute die Artikel komplett lesen? Sollen sie weiterklicken auf meine Firmen-Website? KPIs definieren, z.B. Besuchsdauer, Besuchstiefe, Kommentare pro Artikel, Anzahl Kommentare pro Kommentator – sind es immer die 5 selben, die mich als Zielgruppe eigentlich nicht interessieren? Wichtig: Nicht ausschließlich Gesamtdurchschnitt ansehen, sondern Werte clustern und getrennt bewerten: »Die 80% die nach 5 Sekunden gehen weil sie nicht gefunden haben was sie suchen interessieren mich nicht. Aber was ist mit den anderen 20%, wie lange bleiben die?« Dito Klicktiefe.
Andreas hat ein neues Hobby: PPT-Hijacking – sich über Twitter in Präsentationen einschleichen, wenn der Referent seinen Twitter-Notify nicht abgeschaltet hat (Tweet 1, Tweet 2). :-)
Nachtrag (13.10.08)
Links von Michael: Artikel in seinem Blog, Folien bei Slideshare, Linktipps aus der Session
Erschienen am Sonntag, 12.10.2008 @ 13:58
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Tags: analytics, barcamp, bcmuc08, blogs, IA, online-marketing, selbstmarketing, seo
Michael Praetorius von Antenne Bayern macht seit zweieinhalb Jahren Podcasts im Audio- und Videobereich. Kommt aus dem klassischen Radio: Hörfunk-Ausbildung. Er macht relativ kurze Podcasts (längstens 15 Minuten). Im Radio muss er »die Eins-dreißig« (anderthalb Minuten) einhalten. Alte Radioregel: Spontaneität muss gut überlegt sein.
Definition
Es macht keinen Unterschied, ob man eine Serie von Folgen (Podcast) aufnimmt, oder nur einmal einen Audiobeitrag: In der Produktion kommt es auf das Gleiche an. Es spielt keine Rolle, ob es auf einem iPod, im Quicktime-Player, bei YouTube oder der PSP abgespielt wird. Als Audiobeitrag ungeeignet, wenn immer nur einer spricht.
Product Placement
In Videopodcasts Logos auf dem Windschutz.
Mikrofone
Die Leute halten das Video zu weit weg. Und bei Interviews muss man mit dem Mikro nah ran. Daher: Ansteckmikro verwenden, das vergisst der Interviewpartner nach 5 Minuten! Ein Mikrofon kann auch eine Waffe sein, wenn man es Leuten nah ans Gesicht hält. Beim Mikrofon auf die Niere achten: Je nachdem was man aufnehmen will. Sennheiser E840S ist ein Mikrofon mit einer kugelförmigen Niere, die gut Sachen im Vordergrund aufnimmt und ein bisschen Hintergrundgeräusche. Lange Mikrofone sind geeignet um Geräuschquellen von weiter weg aufzunehmen.
Aufnahme
Aufnahme machen sie beim Radio in einem 5.1-Studio, aber sie hören es sich auf einem Küchenradio an: Wenn es da gut klingt, klingt es überall gut.
Software
»Die günstigsten Tools sind oft die besten: GarageBand, Audacity, Magix. Im Profi-Bereich beim Radio ist es DigAS. Soundtrack von Apple (bei Final Cut dabei) zu teuer und kompliziert. Tipp: Aufnehmen und anhören, wie einem die eigene Stimme am besten gefällt, dann als Set abspeichern. Beim Podcast zu zweit einfach zwei Spuren aufnehmen.
»Verpackung ist die halbe Miete«
Bekanntheitsgrade entsteht auch über die Verpackung. Die meisten Podcasts beginnen immer gleich: mit einem Opener. Das nervt! 50 Folgen muss man sich jedes Mal die 8 Sekunden anhören. Je skurriler desto besser; am besten nicht von den Moderatoren sprechen lassen. Er macht es bei seinem Drahtlos-Podcast so: Am Anfang kurz das Thema anreißen, dann den Opener. »Man kann auch was kaputt hauen in der Küche, das gibt schöne Trennelemente. Es tut jedem Podcast gut, wenn es Trennelemente gibt. Sehr angenehmen jemanden zu haben, der einem die Überschriften spricht. Laut und deutlich, Präsenz zeigen. Dann hast Du eine Überschrift gesprochen und dann kannst Du wieder 2 Minuten 30 labern, ohne dass es den Leuten langweilig wird.« Frage aus dem Publikum: »Was hältst Du von Soundteppichen?« Antwort: »Ja, aber sparsam. Nichts ist schlimmer als ein 24-minütiger Soundteppich.« Tipp: GEMA-freie Musik oder die Sachen die bei Programmen wie GarageBand dabei sind. Empfehlung aus dem Publikum: SoundTaxi.net, kostet was, aber man findet das Richtige. »Oder wie Annik Rubens: Jede Woche dazu aufrufen, dass sie neue Intros braucht.« Noch aus dem Publikum: Soundteppich darf nicht zu laut sein. »Ducking-Funktion von GarageBand ist ganz schlecht, geht ständig rauf und runter. Wenn Du Spam vorliest und daraus ein Hörbuch machst kann ich’s Dir empfehlen, sonst nicht.«
Frage aus dem Publikum: Script?
Ich habe 6 Monate lang Podcasts gemacht die gescriptet waren, und das ist sehr zeitaufwändig. Alle seine Freunde und Bekannten aus der Szene haben ihm gesagt sie fänden es besser wenn es ungescriptet ist, weil man es gemerkt hat. Normale Hörer fanden es witzig, aber er hat sich dann gegen Scripts entschieden da ihm die Zeit fehlte. Du musst in den Text Versprecher einbauen, unsinnige Atmer, Denkpausen. »Macht Euch das Script wo Ihr hin wollt. Dieser Raum hat 4 Ecken – wenn ich darüber Rede was das BarCamp ausmacht, kann ich mir 4 Aspekte aussuchen und die Ecken zuordnen: Spontaneität, unbekannte Leute kennenlernen, eine eigene Session halten, morgen wieder arbeiten aber das Wochenende trotzdem nicht verplempert. [...] Podcast üben heißt anderen Leuten die Mailbox vollquatschen. [...] Sprecht in diesen 4 Ecken und Ihr werdet schnell lernen in Satzbögen und Sinnschritten zu denken. Funktioniert auch beim Redenhalten, weil man sein Publikum immer wieder anschauen kann.« Er macht sich keine Karteikarten und keine Stichpunkte: »Das Schöne an einem Podcast ist, dass es ein 100% enthusiastisches Produkt ist. Wenn Du totale Begeisterung hast über ein BarCamp zu Podcasten, dann hast Du 10.000 Ideen die dabei sind. Mit Karteikarten rettest Du Dich von Karte zu Karte; arbeite lieber mit den 4 Ecken. [...] Ihr müsst auch nicht live moderieren, man kann auch einen Cut machen. Ich kann nur dann einen sinnvollen Schnitt machen, wenn ich auch mal die Schnauze gehalten hab’.« Patzer/Outtakes passieren, aber das macht es echt!
Frage aus dem Publikum: Länge?
»Trägt es das Thema? Wenn der Podcast nur noch aus dem Repetieren besteht wird es langweilig.«
Video
»Die schwierigste Übung bei einem Video-Podcast ist, dass es teuer ist: Du brauchst teure/treue Freunde oder ein professionelles Team. [...] Man braucht jede Menge Schnittbilder: Filme alles worüber Du gerade gesprochen hast nochmal, ohne dass Du oder Dein Interviewpartner zu sehen bist. Man macht viele Bilder, auf denen man selbst nicht zu sehen sind. [...] Warum ist Homeshopping live? Weil’s billiger ist. Die filmen mit 4 Kameras, damit sie andere Bilder reinschneiden können.«
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Soweit die Session. Ich habe noch einen Link: Informationsarchitektur für Audio, war ein sehr interessanter Vortrag von Jens Jacobsen auf der IA-Konferenz 2007. Er ist auch als Artikel bei Boxes and Arrows erschienen.
Nachtrag (13.10.08)
Michael hat in seinem Blog auch einige Tipps zum Podcasten gepostet.
Erschienen am Sonntag, 12.10.2008 @ 15:02
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Tags: barcamp, bcmuc08, IA, podcast, radio
Florian Bailey über Kernpunkte, häufige Fehler, FAQ
»Betriebsblindheit fängt nach 3 Tagen an, nach 2 Monaten ist sie komplett.«
Erwartungen des Users erfüllen
Wenn ich etwas verspreche geht der Nutzer davon aus, dass er diesen Inhalt findet oder diese Aufgabe erfüllen kann. Und er hat Erwartungen, wie das Web funktioniert: Suchfunktion rechts oben (nicht oben in der Mitte, nicht mit »Finden« bezeichnen, nicht an der Stelle die Newsletter-Anmeldung), Back-Button, falscher Kontext. Frage aus dem Publikum: F-shaped pattern? Antwort: »Es kommt auf das Design an, es gibt kein Patentrezept. Aber prinzipiell liest man in einer Navigationszeile am Anfang und am Ende, weil man dazwischen lesen müsste. Man kann mit dem F-shaped pattern auch spielen.« Wo meine User herkommen sagt mir auch viel darüber welche Interface-Patterns sie gewohnt sind. »Ich muss mir bewusst sein was der Standard ist, bevor ich ihn ändere.« Thema Trennschärfe: »Support, Hilfe, Kontakt: Was soll der Nutzer da anklicken?«
Keine falschen Erwartungen wecken
Falscher Kontext, nicht deskriptiver Text: häufig sind Texte einfach zu lang: »alte Regel sagt 50% wegstreichen, meiner Erfahrung nach sind es 80%.« Häufige Annahme von Unternehmen: der Kunde kann was mit internen Begriffen oder Marketing-Wordings anfangen. » [...] Das Problem: Mit jedem weiteren Element schwindet die Aufmerksamkeitsschwelle. Mit jedem Element mehr muss der Nutzer seine Kernelemente suchen, die er braucht. Ist einer der Erfolgsfaktoren von vielen Web-2.0-Websites, dass sie es so simpel machen.« Beispiel Apple: Sie haben ein Produkt, das sie gerade featuren möchten. Wenn man weitere Elemente hinzufügt, geht der Fokus verloren. Bottom-Up-Prozess: Die Homepage als letztes gestalten.
Frage aus dem Publikum: Redundanz?
»Kommt drauf an – wenn die Nutzung so ist, kann man Begriffe doppeln. Man darf es aber auch nicht übertreiben.«
Flow nicht durchbrechen
»Spiegel-online hat keinen Flow, bei einer Social-Anwendung ist das anders. Ein Spiel ist ein schönes Beispiel. Wenn der Nutzer etwas gemacht hat, was tun wir?« Beispiel: Profilfoto hochladen bei StudiVZ, Xing, etc. – wenn der Nutzer mit dem Dateibrowser ein Foto ausgewählt hat, passiert nichts. Die 13-jährige die sich bei SchülerVZ anmeldet weiß nicht, dass sie noch auf den Button ‘Hochladen’ klicken muss. Kann technischer besser gelöst werden (siehe Google Mail). Feedback auf eine Interaktion geben!
Web = Text
»Gute Texte sind eine gute Website. Eine Website kann hässlich sein und erfolgreich existieren, wenn sie gute Texte hat. Beispiel: Craigslist. Hat nur ein grafisches Element: ein Favicon.« Zusammenstreichen, die kürzestmögliche Information, hohe Informationsdichte. »Keine toten Texte ohne Aussage und Inhalte. Ein schlechter Text ist bösartig gegenüber dem User: Man setzt ihm einen Brei vor und er soll sich herauspicken was für ihn relevant ist.« Leute anrufen und abfragen, was sie z.B. unter »Check-in« verstehen; Buttonlabels abfragen.
Frage aus dem Publikum: Multivarianten-Tests
Bei Google gibt es in den Webmaster-Tools ein kostenloses Programm für MVT. Arbeitet mit CSS-Polls (?), wobei verschiedene Varianten per CSS angezeigt bzw. versteckt werden. Google übernimmt komfortabel die Auswertung.
Frage aus dem Publikum: Umfragen?
An ausgewählten Interaktionspunkten nachfragen. Beispiel: Warum möchtest Du Deinen Account löschen?
Frage aus dem Publikum: Usability-Tests?
Testen ist nicht aufwändig. Mit Silverback kann man das auch remote machen. Beispiel für Guerilla-Testing: Mit einem Notebook ins Café gehen und Leute fragen, ob sie bei einem Test mitmachen wollen (Kaffee ausgeben!). Offenen Test machen: Bei Social-Applications nicht die Aufgaben vorgeben, sondern sich anschauen was die Leute an der Website nutzen. Oder 3-Sekunden-Test: Die Homepage für 3 Sekunden zeigen, dann das Notebook zuklappen und fragen: »Worum geht es auf der Seite?« Ist zwar nicht wissenschaftlich, aber mit 5-7 Leuten findet man die gröbsten Fehler.
Erschienen am Sonntag, 12.10.2008 @ 16:01
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Tags: barcamp, bcmuc08, IA, konzeption, methoden, usability, ux
Montag, 13.10.2008
Ab morgen werden in Berlin rund 50 Objekte in bunten Farben angestrahlt: Das Festival of Lights geht bis 26. Oktober und bietet bestimmt einige interessante Fotomotive.
Erschienen am Montag, 13.10.2008 @ 23:51
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Tags: Berlin, Fotografie
Dienstag, 14.10.2008
0.3
01. Oktober 2008
Vor etwa zwei Wochen habe ich mit Kollegen in Stuttgart »Tropic Thunder« gesehen. Ziemlicher Reinfall – da es mein Vorschlag war, suchen die Kollegen den nächsten Film aus. »Tropic Thunder« will eine Persiflage auf das Mainstream-Kino sein, scheitert aber an seinem eigenen Anspruch. Der Film ist nur Klamauk; er hat zu wenig skurrilen, überzeichneten Humor, um seinem Genre den Spiegel vorzuhalten wie es »Galaxy Quest« oder die »Austin Powers«-Serie vermochte.
3/10 Punkte | 107 Minuten | Bildformat 2,35:1
Regie: Ben Stiller
Drehbuch: Ben Stiller
Darsteller: Ben Stiller, Jack Black, Robert Downey Jr.
Erschienen am Dienstag, 14.10.2008 @ 22:27
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Tags: Kino, kino2008, kinokritik
Mittwoch, 15.10.2008
0.3
09. Oktober 2008
Mit einer Kollegin habe ich mir letzte Woche den »Baader-Meinhof-Komplex« angesehen. Einerseits eine Art Dokumentarfilm mit eingeschnittenen, alten Tagesschau-Szenen – eine Reportage bei der die Hauptpersonen durch Schauspieler verkörpert wurden. Andererseits ganz großes Kino: Das Ende ist bekannt – trotzdem gelingt es dem Film, Dramaturgie und Spannung aufzubauen. Durch das stellenweise hohe Tempo und die ungeschönten Gewaltdarstellungen hinterlässt er einen bleibenden Eindruck: Ein Film, über den man nach dem Sehen sprechen muss, um ihn zu verarbeiten. Ich kann mir vorstellen dass er für ältere Zuschauer noch intensiver ist, da er Erinnerungen an den Deutschen Herbst weckt (Leuten meines Alters empfehle ich, sich vor dem Kinobesuch in der Wikipedia etwas Hintergrundwissen anzulesen, da viele Ereignisse nur angedeutet werden). Moritz Bleibtreu verkörpert Andreas Baader so glaubwürdig, das ich den Eindruck hatte: »So war der also drauf.« An Martina Gedecks Darstellung von Ulrike Meinhof wird ihre Wandlung von der Journalistin zur Terroristin deutlich. Das gleiche gilt für die anderen Schauspieler.
Im Zusammenhang mit dem Kinostart gab es einige Diskussionen darüber, ob die RAF im Film verklärt würde. Die Diskussion habe ich nur am Rande mitbekommen. Es kommt denke ich darauf an, wie man den Film wahrnehmen möchte, bzw. aus welcher Perspektive man ihn betrachtet. Ich empfand den Film keineswegs als einseitig und konnte die Motive aller Beteiligten nachvollziehen:
- Die Gründungsmitglieder der RAF, die sich im Umfeld der APO nicht von der Politik gehört fühlten, einen Umsturz herbeiführen wollten und dafür Rückhalt in der Bevölkerung sahen
- Die Bevölkerung, die diesen Rückhalt nicht gab
- Die Politik, die dem Terrorismus begegnen musste, und die Republik vorübergehend in einen Polizeistaat verwandelte
- Die zweite Generation der RAF, die ihre Gründungsmitglieder als politische Gefangene betrachtete und in ihrem Fanatismus versuchte, sie freizupressen
Das sind zumindest die Eindrücke, die ich hatte. Ich vermute, dass es nicht ganz so war, und natürlich ist so eine Auflistung stark verkürzt. Unabhängig davon macht diese Vielschichtigkeit den Film komplex, und das schätze ich an einem guten Film.
Bester Film des Jahres? Weiß ich noch nicht, aber er hat das Zeug dazu. Zehn von zehn Punkten.
10/10 Punkte | 150 Minuten | Bildformat 1,85:1
Regie: Uli Edel
Drehbuch: Uli Edel, Stefan Aust
Darsteller: Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Johanna Wokalek, Nadja Uhl
Erschienen am Mittwoch, 15.10.2008 @ 23:59
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Tags: Kino, kino2008, kinokritik
Samstag, 18.10.2008
0.3
18. Oktober 2008
Eine Frau und ein Mann erhalten per Telefon Anweisungen von einer Stimme, die all ihre Bewegungen verfolgen kann. Kurzweilige Action, muss man aber nicht gesehen haben.
6/10 Punkte | 107 Minuten | Bildformat 2,35:1
Regie: D.J. Caruso
Drehbuch: John Glenn, Travis Wright
Darsteller: Shia LaBeouf, Michelle Monaghan
Erschienen am Samstag, 18.10.2008 @ 23:59
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Tags: Kino, kino2008, kinokritik
Sonntag, 19.10.2008
Am Wochenende war ich zu Hause in Erlangen: Mein Vater zieht um und ich musste dann doch mal mein altes Kinderzimmer entrümpeln. Dort lagerten noch unzählige Bücher, Zeitschriften, Videocassetten, Audio-CDs, Daten-DVDs, Ordner mit Unterlagen, Lose-Blatt-Sammlungen, Belege, Kleidung sowie Kisten mit Erinnerungsstücken. Das alles musste ich aus Schränken und Regalen ausräumen, da am Mittwoch der Sperrmüll anrückt. Alles nach Berlin zu holen wäre nicht sinnvoll gewesen, da zu viel unwichtiges Zeug darin ist und ich mir in Berlin nicht die Wohnung mit Kisten vollstellen will. Daher war ausmisten angesagt.
Dabei kamen einige Sachen zum Vorschein, die ich längst vergessen hatte: Flyer für Jugendpartys, mein erstes Englischbuch (5. Klasse), Fotos von meiner Abschlussfahrt nach Rom, Geburtstagskarten von Verwandten, Abschiedskarten von früheren Kollegen, Briefe die ich geschrieben habe (»Ich liebe Dich«), Liebesbriefe die ich bekommen habe (»Schreib’ mir bitte keine Briefe mehr«), Einladungen zu Treffen der Jugendarbeit in der Kirchengemeinde, die Anmeldedaten meines ersten Internetzugangs (April 1995). Und ein Brief, den ich mir vor 13 Jahren auf einer Konfirmandenfreizeit – nicht meine eigene, ich war dort als Teammitglied – selbst geschrieben habe:
»Hallo Stefan!
Heute ist der 10.12.’95 in Knappenberg (Konfi-Freizeit).
Nochmal zum Erinnern, was wichtig war. Am wichtigsten war mir wohl das Gespräch mit Simone, die 2,5 Stunden am Samstag in der Mittagspause. Über [...]. Halte den Kontakt unbedingt! Und auch zu Karin (H.). Denk’ öfter mal über die Dinge nach und rede. Und carpe diem. Schule und Job voranbringen, Telefonkosten senken. [...]«
Das mit den Telefonkosten hat nicht ganz geklappt, aber ich bin froh, dass ich zu Karin noch sehr guten Kontakt habe. Abgesehen davon ein netter Ausflug in die Vergangenheit: Ich weiß nur noch ungefähr, worüber ich mich mit Simone unterhalten habe (ich habe mir die einzelnen Themen aufgeschrieben, aber ich kann mich nur noch an den größeren Zusammenhang erinnern). Aber es kommen viele Erinnerungen an die Zeit wieder, die eine der besten meines Lebens war.
Ich kann jedem nur empfehlen sein altes Kinderzimmer aufzuräumen: Ihr fragt Euch, weswegen Ihr alte Schulhefte aufhebt? Für genau diesen Moment.
Erschienen am Sonntag, 19.10.2008 @ 23:12
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Tags: Leben
Dienstag, 28.10.2008
Im Rahmen eines Projekts befassen wir uns in der Agentur gerade mit alternativen Ansätzen für Anwendungen und alternative Kundenansprachen. Hier ein paar Rechercheergebnisse.
In der Präsentation Putting the Fun in Functional – gehalten auf der STARTonomics 2008 – stellt Amy Jo Kim die Frage: »How do game mechanics make an interactive experience more fun, compelling and addictive?« Sie hat 5 Mechanismen identifiziert:
- Collecting (Beispiele: WoW-Inventare, Anzahl der Freunde in Sozialen Netzwerken)
- Points (Beispiele: eBay-Bewertungen, Einlösen von Punkten, Leader Boards, Skill Levels)
- Feedback (Beispiel: »Send a text message when…«)
- Exchanges (Beispiele: Handel in WoW, Bewertungen geben und erhalten bei eBay)
- Customization (Beispiele: Charakter-Modellierung in WoW, anpassbare Homepages)
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Daniel Cook hat kürzlich bei einem IxDA-Treffen in Seattle einen ähnlichen Vortrag gehalten: Building a Princess Saving App. Seine These: Man lernt die Bedienung eines Spiels schneller als die einer klassischen Anwendung – und es macht mehr Spaß! Warum machen Spiele Spaß? Durch exploratives Lernen. Er bringt einige Beispiele wie exploratives Lernen funktioniert und leitet daraus Patterns ab:
- Levels
- Items
- Inventory
- Quests
- Score
- Advancement/Elder game
Komplexe Anwendungen können in Spiele verwandelt werden. Beispiel: Um die Bedienung des 3D-Programms Maya zu erlernen benötigt man Jahre – Modelling im Spiel »Spore« ist dagegen sehr einfach.
Als weiteres Beispiel fallen mir noch Final Cut vs. iMovie oder Lightroom/Aperture vs. Picassa/iPhoto ein – allerdings sind die Profi-Anwendungen auch deswegen so komplex, weil sie viel mehr Möglichkeiten bieten, die Profis auch benötigen.
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Noch ein Beispiel: Der Vortrag Extending the Gaming Experience to Conventional UIs von John Ferrara, den er auf dem IA Summit 2008 und der EuroIA 2008 gehalten hat. Er begründet zunächst weswegen man sich als UX-Designer mit Spielen beschäftigen sollte (Innovation, Similarity & Overlap, Vast popularity). Anschließend spricht er – wie die anderen Referenten – über die »Game Experience« (weswegen Spiele funktionieren), außerdem beleuchtet er den Kontext von Spielen im richtigen Leben. Abschließend stellt er recht ausführlich Patterns vor.
Tipp: In allen 3 Präsentationen gibt es im Notizenfeld ausführliche Beschreibungen zu den Folien – daher am besten die Dateien herunterladen und nicht nur die Folien bei Slideshare anschauen.
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Für alle die sich mehr für das Thema interessieren, kann ich noch ein Buch empfehlen: Theory of Fun von Raph Koster. Das Buch ist allerdings vergriffen und man kann auch kein PDF kaufen…
Erschienen am Dienstag, 28.10.2008 @ 17:01
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Tags: games, IA, konzeption, spiele, ux
Freitag, 31.10.2008
Diesen Freitag war ich mit den Kollegen in Karlsruhe: Betriebsausflug ins ZKM, das Zentrum für Kunst und Medientechnologie.
Wir nahmen an einer Führung teil: Carmen Beckenbach erklärte kurz die Geschichte des Museums, aber schon beim ersten Exponat im Foyer kamen wir in eine Diskussion: Ein Monitor zeigt Bilder aus der Toilette des Museums. Das ging uns etwas zu weit; es kam die Frage auf, bis zu welchem Grad jeder Einzelne Überwachung zulässt, und wie viel man zugleich selbst von sich preisgibt: Am anderen Ende des Foyers steht ein Fotofix-Automat, der nicht nur Papierabzüge ausgibt sondern die Fotos auf Monitoren daneben anzeigt und die Bilder auch noch ins Web hochlädt – mit dem Wissen der Besucher.
Anschließend führte uns Carmen in die Ausstellung YOU_ser – Das Jahrhundert der Konsumenten (bis 30. August 2009), in der die Besucher Teil der Ausstellung sind, indem sie selbst an ihrer Gestaltung mitwirken: Hier erscheinen raumhoch erneut die Bilder aus dem Fotofix-Automaten. In einem »Newsroom« kann man sich selbst googeln – die Ergebnisse von Technorati, Flickr und Co. werden auf eine 10 Meter breite Wand projiziert. In einem Raum können sich die Besucher aus 4.000 Fotos ihren eigenen Ausstellungskatalog zusammenstellen. Im zweiten Stock gibt es alte Spiele von Pong über Tomb Raider bis WarCraft III.
Fazit: Der Besuch lohnt sich – ich empfehle allerdings, an einer Führung teilzunehmen.
Erschienen am Freitag, 31.10.2008 @ 23:52
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Tags: ausstellung, flickr, karlsruhe, Medien, web20, Youtube, zkm