Live vom BarCamp München: Online-Marketing mit Blogs

Michael van Laar über Online-Marketing in Blogs: von Corporate-Blogs bis Selbstmarketing mit einem Fachblog.

Das sollte nicht passieren: In der Zielgruppe wird man nicht wahrgenommen oder es kommen die falschen Besucher. Bei einem privaten Blog egal, aber nicht bei Online-Marketing. Es geht nicht um Masse, sondern ich will die richtigen Leute erreichen.

Positionierung, Zielgruppe
Ziele und Zielgruppen. Warum mache ich das? Wenn ich ein Unternehmen habe, möchte ich vielleicht ein Thema besetzen oder für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Bei Selbstmarketing: Thema besetzen falls man als Student noch nicht so viel Berufserfahrung hat, oder als Selbstständiger Aufträge über das Blog generieren. Zielgruppen: Personalleiter? Potentielle Auftraggeber? Hat auch Einfluss darauf, ob und welche Fachwörter man verwendet: »Schlagwort« statt »Tag«, »Thema« statt »Kategorie«, zusätzlich zu RSS auch E-Mail-Abo als Newsletter anbieten (sind eher wenig, nutzen aber schon ein paar). »Je eher Business-lastig und je konservativer, desto eher würde ich das anbieten und diese Begriffe verwenden.« Enges oder weites Thema? »Eigentlich mache ich es total falsch, weil ich in meinem Blog zu Online-Marketing über alles zu dem Thema schreibe. Wenn ich ein enges Thema habe, kann ich auch einen Expertenstatus bei einer kleineren Zielgruppe erreichen. Heißt aber vielleicht auch, dass man nicht täglich etwas darüber schreiben kann, sondern vielleicht nur wöchentlich oder alle zwei Wochen [mir fällt dabei Daring Fireball ein]. Heute wird man sich fokussieren müssen, da viele Themen schon von guten Leuten besetzt sind. Sich einen Elevator-Pitch überlegen, für online (auf dem Blog) und offline (»Ah Du schreibst ein Blog, was machste da?«). Man kann seinen Background herausstellen, zusätzlich zur Profilseite.

SEO
Am Anfang sollte man sich überlegen, welche Suchbegriffe man besetzen möchte. Will ich mich für ein bestimmtes Thema als Experte positionieren? Will ich als Selbstständiger indirekt über das Blog verkaufen? »Ich nutze v.a. das Google Keyword-Tool. Die Zahlen taugen für eine grobe Abschätzung.« Dadurch kann man sehen wie sehr es sich lohnt, Arbeit in ein Thema reinzustecken. On-Page-Optimierung: Für speziellere Sachen eher Artikel [Daring Fireball], für allgemeine Themen Übersichtsseiten verwenden [Linked List oder Magazin-Stil mit "mehr"-Links]: In elf Überschriften auf einer Seite tauchen Keywords auf. Hilfreich: Redaktionsplan (wenn man es schafft das durchzuhalten). Off-page-Optimierung: Social Bookmarks für die eigenen Artikel (relativ leicht gemacht, bringen Besucher). Gastbeiträge und Kommentare in anderen Blogs. Backlinkanalyse mit dem Yahoo Site Explorer (Show Inlinks: Except from this domain; To: Entire Site), Auswertung mit Web CEO, Referrer auswerten.

Promotion
Blogrolls von anderen Blogs, Verzeichnisse, Datenbanken, Fachportale. Twitter: Nicht zuspammen – nicht 5x am Tag »Ich hab’ was Neues geschrieben«, aber alle paar Tage wenn man einen neuen Beitrag hat ist OK. Stöckchen-Spiele. Whitepaper »Trends für nächstes Jahr« etc., gibt es auch Blogs in denen steht wie man Whitepaper schreibt, nicht zu werblich. Backlinks aus der Wikipedia bei Nischenthemen, aber nicht zu offensichtlich (also auch andere Fachblogs verlinken). Foren, Gruppen ohne zu spammen. Kleine Visitenkarten machen, moo.com – Michael ist Angestellter bei einer Agentur und auf seiner offiziellen Visitenkarte steht nicht sein Blog, will er auch nicht; bei Bedarf gibt er die Minicard mit. Pressearbeit wenn eine Zeitschrift eine Online-Ausgabe hat, z.B. IHK-Zeitschriften.

Erfolgsmessung
Was will ich erreichen? Es bringt nichts 5x am Tag auf seine Besucher und auf seine besuchten Seiten zu schauen. Sollen die Leute die Artikel komplett lesen? Sollen sie weiterklicken auf meine Firmen-Website? KPIs definieren, z.B. Besuchsdauer, Besuchstiefe, Kommentare pro Artikel, Anzahl Kommentare pro Kommentator – sind es immer die 5 selben, die mich als Zielgruppe eigentlich nicht interessieren? Wichtig: Nicht ausschließlich Gesamtdurchschnitt ansehen, sondern Werte clustern und getrennt bewerten: »Die 80% die nach 5 Sekunden gehen weil sie nicht gefunden haben was sie suchen interessieren mich nicht. Aber was ist mit den anderen 20%, wie lange bleiben die?« Dito Klicktiefe.

Andreas hat ein neues Hobby: PPT-Hijacking – sich über Twitter in Präsentationen einschleichen, wenn der Referent seinen Twitter-Notify nicht abgeschaltet hat (Tweet 1, Tweet 2).   :-)

Nachtrag (13.10.08)
Links von Michael: Artikel in seinem Blog, Folien bei Slideshare, Linktipps aus der Session

 
Erschienen am Sonntag, 12.10.2008 @ 13:58
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2 Kommentare zu “Live vom BarCamp München: Online-Marketing mit Blogs”

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  1. Michael van Laar
    13.10.2008 @ 0:28 Link

    Danke für die ausführliche Mitschrift! Da muss ich ja gar nichts mehr selber schreiben :-) Sehr cool. Die Präsentation zur Session gibt es übrigens bei Slideshare: http://www.slideshare.net/MichaelvanLaar/effektives-online-marketing-mit-und-fr-fachthemenblogs-presentation . Die Liste der Linktipps habe ich bei delicious zusammengestellt: http://delicious.com/MichaelvanLaar/bcmuc08-Session

  2. Stefan F. (Admin)
    13.10.2008 @ 22:13 Link

    Hallo Michael,

    danke für die Links – ich habe sie im Blog-Posting ergänzt.

    Viele Grüße,
    Stefan

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