Archiv für Dezember 2008

Donnerstag, 04.12.2008

Relaunch von audi.de

Neue Homepage von Audi Deutschland

Die Kollegen von der Neuen Digitalen in Berlin haben heute audi.de gerelauncht. Insgesamt meines Erachtens sehr gelungen, bis auf Kleinigkeiten hier und da.

Auf der Homepage dominiert die große Bühne, darunter 4 Teaser. Statt eines Schnelleinstiegs mit 7 Links wie bei Mercedes-Benz gibt es einen »Sofort verfügbare Fahrzeuge«-Teaser mit nur 2 Links: Neufahrzeuge und Gebrauchtfahrzeuge. Den Teaser für den Konfigurator finde ich allerdings nicht so glücklich: Aus Usability-Tests wissen wir, dass Nutzer das Label »Konfigurator« nicht verstehen. Audi hätte hier zumindest in der Überschrift oder im Linktext ein anderes Wording wie »Fahrzeug zusammenstellen« verwenden können:

In der Navigation arbeitet Audi mit Flyouts, in denen kleine Abbildungen der Fahrzeuge zu sehen sind. Allerdings klappen die Menüs sofort wieder ein, wenn man den aktiven Bereich mit der Maus wieder verlässt – ein Delay wäre hier gut. Unter dem Menüpunkt Modelle wird eine Variante der Otto-Navigation eingesetzt:

Otto-Navigation bei audi.de

Weitere Anmerkungen:

  • Die Sitemap ist als Flyout direkt in der Meta-Navigation integriert, die auf tieferen Seiten auch eine Breadcrumb enthält
  • Der Footer ist fest auf der Seite positioniert – dadurch ist nur anhand der Scrollbars ersichtlich, dass die Seite noch nicht zu Ende ist (in der Gebrauchtfahrzeugsuche habe ich den Suchen-Button z.B. erst auf den zweiten Blick gesehen)
  • In der Gebrauchtfahrzeugsuche kann die Ergebnisliste nicht weiter gefiltert werden – man muss nach wie vor zurück zur Suchmaske
  • Auf Contentseiten wird teilweise eine Karussell-Navigation eingesetzt, z.B. für Ausstattungsmerkmale bei den Modellen – ein Klick auf »mehr« öffnet einen großflächigen Layer statt einer neuen Contentseite (suboptimal in Bezug auf SEO)
  • Der Konfigurator enthält einen Expertenmodus – im Standard-Konfigurator gibt es jedoch auch Baubarkeitskonflikte (teilweise mit Konfliktvorwegnahme)
  • Die Suche: Das Eingabefeld hat eine Suggest-Funktion, wie man sie von Apples Spotlight oder von der Apple-Website kennt – dort wie auch bei der Audi-Website mit Best Bets. Die Suchergebnisse werden in Kategorien wie »Modelle« oder »Service & Zubehör« eingeteilt. Die letzten Suchanfragen stehen am Rand unterhalb einer Überschrift »Ihre bisherigen Suchen«.
  • Positiv: Der Model Selector bzw. Showroom: Die animierte Neuanordnung der Fahrzeuge gefällt. Und da zeigt sich mal wieder, dass sich Konzepter von überall her Inspiration holen können: Den Effekt habe ich vor ein oder zwei Jahren mal in einer »Power of X«-Präsentation von Apple gesehen, in der Quartz Extreme vorgestellt wurde.   :-)
  • Nicht so gut: Tabs unterhalb des Contents
  • In der Navigation kritisch: Die erste Ebene der Navigation verschwindet, wenn man sich auf einer Contentseite befindet: Man kann nicht z.B. von einem Ausstattungsmerkmal unterhalb von Modelle zum Bereich Service & Zubehör wechseln (außer über die Startseite oder die Sitemap im Schnellnavigation-Flyout)
  • Kleines Labeling-Problem in der 2nd-Level-Navi unterhalb von Service & Zubehör: Was ist der Unterschied zwischen »Audi Original Teile« und »Audi Original Zubehör«? Ich kann es mir denken, aber die Zielgruppe hat mit der fehlenden Trennschärfe u.U. ein Problem.
  • Die Händlersuche sollte noch überarbeitet werden.   :-)

Erschienen am Donnerstag, 04.12.2008 @ 13:18 | Kommentar schreiben
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Sonntag, 14.12.2008

Kurzkritik: Funny Games U.S.

0.3

11. Februar 2008

Freimark, Stefan

product

Originaltitel: Funny Games U.S.

»Why don’t you just kill us?«
– »You shouldn’t forget the importance of entertainment.«

»Funny Games U.S.« habe ich schon im Februar gesehen, aber bisher habe ich keine Rezension dazu geschrieben. Ich habe ihn im Rahmen eines Testscreenings gesehen, ca. 3 Monate bevor er ins Kino kam. Mit dem Testscreening versucht der Verleih herauszufinden, wie der Film am besten vermarktet werden kann: Die Teilnahme ist kostenlos, aber jeder Besucher muss am Schluss des Films einen Fragebogen ausfüllen – wer mag, kann anschließend noch eine Viertelstunde an einer Gruppendiskussion teilnehmen, bei der Mitarbeiter des Verleihs auch Fragen stellen.

Die Handlung: Paul und Peter, zwei wohlerzogene und gutgekleidete Jugendliche, klopfen an die Tür von Ann und George, die in ihrem Ferienhäuschen ein ruhiges Wochenende verbringen wollen. Im weiteren Verlauf nehmen die Jungs das Paar und ihren Sohn als Geisel und spielen tödliche Spiele.

»Funny Games U.S.« ist der krasseste Film, den ich in diesem Leben gesehen habe. Ich war nicht der Einzige mit dieser Einschätzung: Ungefähr die Hälfte des Publikums verließ während des Films die Vorstellung; und ich habe auch mehr als einmal daran gedacht, ob ich mir das noch weiter geben muss. Nicht weil der Film langweilig oder dämlich war: »Funny Games U.S.« ist unfassbar gewalttätig und geht einem richtig an die Nieren. Dabei wird die Gewalt nicht gezeigt, sondern nur angedeutet – aber ich denke genau das ist der Grund, warum es so unerträglich ist: Der Film überzeichnet nichts wie »Natural Born Killers« oder »Kill Bill« – alles spielt sich im Kopf des Zuschauers ab. An dem Film hatte ich ein paar Tage zu knabbern. Meine erste Reaktion nach dem Kinobesuch war: »1 von 10 Punkten, vergeudetes Leben.« Mit ein paar Wochen Abstand sah ich das in einem anderen Licht: Michael Haneke hat es geschafft das Publikum zu manipulieren und einen Film gedreht, der etwas in einem bewirkt – und das gelingt sehr wenigen Filmen.

Wer sich den Film ansieht, sollte unbedingt auf seine eigenen Reaktionen und die seiner Mitzuschauer achten: bei mir und auch bei vielen im Kino waren es hilflose Versuche, das Gesehene zu verarbeiten. Muss man sich das antun? Nein, und »Funny Games U.S.« ist definitiv nichts für zartbesaitete Gemüter. Wer Hanekes Film dennoch durchleidet, erhält Einblick in einen tiefen Abgrund – ob das ein lohnender Ausflug ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

ohne Wertung | 111 Minuten | Bildformat 1,85:1

Regie: Michael Haneke
Drehbuch: Michael Haneke
Darsteller: Naomi Watts, Tim Roth, Michael Pitt, Brady Corbet

Erschienen am Sonntag, 14.12.2008 @ 21:04 | Kommentar schreiben
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Montag, 22.12.2008

Double-opt-in: Best practice

MySpace hat ein gutes Beispiel, wie mögliche Probleme beim Double-Opt-In abgefangen werden können: »Falsche E-Mail-Adresse? Hier ändern. Kannst du die E-Mail nicht finden? Erneut senden.« Eigentlich banal, trotzdem sieht man sowas eher selten…

Screenshot aus dem Registrierungsprozess von MySpace

Erschienen am Montag, 22.12.2008 @ 11:57 | 1 Kommentar
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Donnerstag, 25.12.2008

Kurzkritik: Vicky Cristina Barcelona

0.3

25. Dezember 2008

Freimark, Stefan

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Originaltitel: Vicky Cristina Barcelona

Nach »Match Point«, »Scoop« und »Cassandras Traum« der vierte Film von Woody Allen, den ich innerhalb von drei Jahren im Kino gesehen habe. Die ersten beiden, in denen Woody Allen selbst mitspielte, waren grandios – »Cassandras Traum« fiel deutlich ab, und auch die spanische Vierecksgeschichte in der gleichen Machart plätscherte eher vor sich hin.

Ich mag durchaus Serien (»Seinfeld«) oder Filme (»Lost in Translation«) in denen einfach nur Leben erzählt wird. Aber »Vicky Cristina Barcelona« fehlten Witz und Drama. Die Streitszene zwischen Penélope Cruz und Javier Bardem war jedoch großes Kino.

Der männliche Hauptdarsteller, Javier Bardem, spielte übrigens den Killer in »No Country for Old Men« (ich hatte während des ganzen Films das Gefühl, dass er mir bekannt vorkam).

6/10 Punkte | 96 Minuten | Bildformat 1,85:1

Regie: Woody Allen
Drehbuch: Woody Allen
Darsteller: Rebecca Hall, Scarlett Johansson, Penélope Cruz, Javier Bardem

Erschienen am Donnerstag, 25.12.2008 @ 23:59 | Kommentar schreiben
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Samstag, 27.12.2008

#close

Kurz vor Silvester ein Tipp an alle Jungs da draußen mit iPhone. Eine Freundin hat mir erzählt dass ein Typ, dem sie ihre Nummer geben wollte, ewig mit seinem Telefon gekämpft hat und versuchte, sie als Kontakt hinzuzufügen:

Nicht versuchen, das Mädel als Kontakt hinzuzufügen...

Es gibt einen einfacheren, intuitiven Weg: In die Telefon-Anwendung gehen, dort den Ziffernblock aufrufen und die Nummer eingeben. Dann auf den Button unten links tippen, um einen neuen Kontakt zu erstellen.

...sondern erst die Nummer eingeben und den Namen hinterher eintippen.

Erschienen am Samstag, 27.12.2008 @ 15:42 | 1 Kommentar
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Montag, 29.12.2008

Handbuch für Konzeption

Günter Maierl und Florian Fuchs gehen mit ihrem Handbuch für Konzeption an den Start – begleitet wird es von einem Blog. Themen sind das Berufsbild, der Ablauf bei der Website-Konzeption, Know-How für Konzepter, sowie eine Link- und Büchersammlung.

Das Handbuch ist sehr abstrakt gehalten: Es gibt nur die nackte Theorie. Günter hat mir für das Blog anschauliche Beispiele als Ergänzung zum Handbuch versprochen; ich hoffe auf Auto-Vergleiche, Haus-Vergleiche oder gar Autohaus-Vergleiche.   :-)

Günter ist freier Senior-Konzepter mit über 10 Jahren Erfahrung, Florian ist freier Web-Developer, ebenfalls mit über 10 Jahren Erfahrung. Ich kenne die beiden persönlich: umgängliche Leute, mit denen man sich bei einem Bier prima über Konzeption, Programmierung, Elvis-Biographien oder Shoegazer-Musik austauschen kann.

Technisch basiert das Handbuch übrigens auf Pony, dem hauseigenen Redaktionssystem.

Erschienen am Montag, 29.12.2008 @ 18:13 | Kommentar schreiben
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Dienstag, 30.12.2008

Kurzkritik: So finster die Nacht

0.3

30. Dezember 2008

Freimark, Stefan

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Originaltitel: Låt den rätte komma in

Der 12-jährige Oskar verliebt sich in Eli, ein Vampir der in der Wohnung neben ihm wohnt. Die Romanze zwischen den beiden ist niedlich, insgesamt fand ich den Film allerdings todlangweilig: Kein Wunder, wen man eine Geschichte ohne Spannungsbogen erzählt.

4/10 Punkte | 114 Minuten | Bildformat 2,35:1

Regie: Tomas Alfredson
Drehbuch: John Ajvide Lindqvist
Darsteller: Kåre Hedebrant, Lina Leandersson

Erschienen am Dienstag, 30.12.2008 @ 23:59 | Kommentar schreiben
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Mittwoch, 31.12.2008

Das Kinojahr 2008 im Rückblick

Dieses Jahr habe ich es auf 30 Kinofilme gebracht (2007 waren es 32) – es war viel Durchschnittliches dabei, aber auch eine Reihe von Perlen.

Bester Film des Jahres
Dieses Jahr geht die Auszeichnung an 2 Filme, da ich mich nicht entscheiden kann: »The Dark Knight« – der zweite Batman-Film von Christopher Nolan – sowie die RAF-Aufarbeitung »Der Baader-Meinhof-Komplex«. Auf den Plätzen folgen »Brügge sehen… und sterben?«, »Bank Job« und »Burn after reading«.

Schlechtester Film des Jahres
»Tropic Thunder«

Film, den ich dieses Jahr gerne gesehen hätte
»Waltz with Bashir« – ich versuche, den im Januar nachzuholen.

Krassester Film des Jahres
»Funny Games U.S.«

Enttäuschung des Jahres
Das Rennen zwischen »Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels« und »Ein Quantum Trost« ist noch nicht entschieden. Too close to call.

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Hier die komplette Liste, mit Links zu den einzelnen Kurzkritiken:

Erschienen am Mittwoch, 31.12.2008 @ 16:28 | 2 Kommentare
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