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»Am Schluss beamt's Dich weg.«
Holger Eggert

16. Januar 2000

Artikel von Stefan Freimark

Filmkritik: Sixth Sense

Der sechste Sinn wurde mit reichlich Vorschuss-Lorbeeren bedacht und je weiter man den Kinobesuch hinauszögerte, um so größer wurde die Gefahr, das Ende verraten zu bekommen.
Aber nicht nur der Schluss hat es in sich, der ganze Streifen ist ein Geniestreich.

Das Drum-Herum
Nicht leicht, einen Termin zu finden. Bei zwei Wehrpflichtigen und zwei Studenten wird das nicht so schwer sein, könnte man meinen. Am vergangenen Freitag hat es dann doch geklappt, Olli hat Urlaub vom Bund, Klaus (Informatik) hat sein selbstständiges Geschäft mal ein paar Stunden ruhen lassen, Micha (Physik) hat ebenso Zeit gefunden wie ich (Zivi).
Rechtzeitig vorher hatte ich mittige Plätze im größten Kinosaal der Stadt reserviert (Kino 2 im Erlanger CineStar, 464 Plätze, THX-Zertifikat für Dolby Digital, SDDS und dts, 19×9 Meter Leinwand).
Die zweitbeste Lasershow (mit Alan-Parsons-Project) stimmte uns gut ein und das Kind mit dem Laserpointer gab zum Hauptfilm auch Ruhe, der Film konnte nach dem Dolby Digital-Trailer »City« beginnen.

Der Film
Die Geschichte dreht sich um einen 10-jährigen Jungen namens Cole (Haley Joel Osment), der in sich zurückgezogen ist, von seinen Mitschülern verachtet wird (»Psycho«) und auch von seiner Mutter nicht verstanden wird. Nur dem Kinderpsychologen Malcolm (Bruce Willis) gelingt es, einen Zugang zu dem verschlossenen Jungen zu finden.
Mehr darf man über diesen Film nicht verraten, alles andere wäre eine Sünde!

Meine Meinung dazu
Angesichts dieser Story (kleines Kind, erwachsener Psychologe, gespielt von Bruce Willis) kommen unweigerlich längst verdrängte Erinnerungen an den Ausrutscher »Das Mercury-Puzzle« (»Mercury Rising«) hoch. Aber keine Angst, dieser Film ist anders, dieser Film ist genial.

M. Night Shyamalan versteht es, Spannung aufzubauen, trotz der ruhigen Gangart, die er mit »Sixth Sense« an den Tag legt: Szenen ohne Filmmusik, nur mit dem Ticken einer Uhr, Standbilder mit falem Licht -- man weiß sofort: sechs Uhr morgens. Die Schockmomente kommen überraschend und wohldosiert, ein eher subtiler Horrer, keine bluttriefenden Bilder.
»Sixth Sense« ist kein Film, mit dem man sich nach Feierabend berieseln lässt, etwas Mitdenken ist angebracht, da einem nicht -- wie in manch anderem Werk -- jede Kleinigkeit erklärt wird.

Haley Joel Osment (Nebenrolle als Forrest Junior in »Forrest Gump«) spielt den Schuljungen sehr überzeugend, wenn er mit leiser Stimme erzählt; auch Bruce Willis kann offensichtlich stille Rollen spielen und stellt damit sein schauspielerisches Talent abseits von »Die Hard«, »Twelve Monkeys« und »The Fith Element« unter Beweis.

Kurze Informationen

Titel Sixth Sense, The
Land und Jahr USA, 1999
Studio Spyglass Entertainment, Hollywood Pictures
Genre Thriller, Grusel
Regie M. Night Shyamalan
Produzent Sam Mercer (ausführender Produzent)
Buch M. Night Shyamalan
Hauptdarsteller Bruce Willis, Haley Joel Osment
Bildformat 1:1,85
Tonsystem Dolby Digital (alternativ: dts, SDDS)
Freigabe: USA: PG13; Deutschland: FSK16

 

 

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