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Artikel von Stefan Freimark
Filmkritik: Sixth Sense
Der sechste Sinn wurde mit reichlich Vorschuss-Lorbeeren bedacht
und je weiter man den Kinobesuch hinauszögerte, um so größer
wurde die Gefahr, das Ende verraten zu bekommen.
Aber nicht nur der Schluss hat es in sich, der ganze Streifen ist ein Geniestreich.
Das Drum-Herum
Nicht leicht, einen Termin zu finden. Bei zwei Wehrpflichtigen und zwei
Studenten wird das nicht so schwer sein, könnte man meinen. Am
vergangenen Freitag hat es dann doch geklappt, Olli hat Urlaub vom Bund,
Klaus (Informatik) hat sein selbstständiges Geschäft mal ein
paar Stunden ruhen lassen, Micha (Physik) hat ebenso Zeit gefunden wie
ich (Zivi).
Rechtzeitig vorher hatte ich mittige Plätze im größten
Kinosaal der Stadt reserviert (Kino 2 im Erlanger CineStar, 464 Plätze,
THX-Zertifikat für Dolby Digital, SDDS und dts, 19×9 Meter
Leinwand).
Die zweitbeste Lasershow (mit Alan-Parsons-Project) stimmte uns gut ein und das Kind mit dem Laserpointer gab zum Hauptfilm
auch Ruhe, der Film konnte nach dem Dolby Digital-Trailer »City« beginnen.
Der Film
Die Geschichte dreht sich um einen 10-jährigen Jungen namens Cole
(Haley Joel Osment), der in sich zurückgezogen ist, von seinen
Mitschülern verachtet wird (»Psycho«) und auch von
seiner Mutter nicht verstanden wird. Nur dem Kinderpsychologen Malcolm
(Bruce Willis) gelingt es, einen Zugang zu dem verschlossenen Jungen
zu finden.
Mehr darf man über diesen Film nicht verraten, alles andere wäre eine Sünde!
Meine Meinung dazu
Angesichts dieser Story (kleines Kind, erwachsener Psychologe, gespielt von Bruce Willis) kommen unweigerlich längst
verdrängte Erinnerungen an den Ausrutscher »Das Mercury-Puzzle« (»Mercury Rising«) hoch. Aber
keine Angst, dieser Film ist anders, dieser Film ist genial.
M. Night Shyamalan versteht es, Spannung aufzubauen, trotz der ruhigen
Gangart, die er mit »Sixth Sense« an den Tag legt: Szenen
ohne Filmmusik, nur mit dem Ticken einer Uhr, Standbilder mit falem
Licht -- man weiß sofort: sechs Uhr morgens. Die Schockmomente
kommen überraschend und wohldosiert, ein eher subtiler Horrer,
keine bluttriefenden Bilder.
»Sixth Sense« ist kein Film, mit dem man sich nach Feierabend
berieseln lässt, etwas Mitdenken ist angebracht, da einem nicht
-- wie in manch anderem Werk -- jede Kleinigkeit erklärt wird.
Haley Joel Osment (Nebenrolle als Forrest Junior in »Forrest Gump«) spielt den Schuljungen sehr überzeugend,
wenn er mit leiser Stimme erzählt; auch Bruce Willis kann offensichtlich stille Rollen spielen und stellt damit sein
schauspielerisches Talent abseits von »Die Hard«, »Twelve Monkeys« und »The Fith Element«
unter Beweis.
Kurze Informationen
| Titel |
Sixth Sense, The |
| Land und Jahr |
USA, 1999 |
| Studio |
Spyglass Entertainment, Hollywood Pictures |
| Genre |
Thriller, Grusel |
| Regie |
M. Night Shyamalan |
| Produzent |
Sam Mercer (ausführender Produzent) |
| Buch |
M. Night Shyamalan |
| Hauptdarsteller |
Bruce Willis, Haley Joel Osment |
| Bildformat |
1:1,85 |
| Tonsystem |
Dolby Digital (alternativ: dts, SDDS) |
| Freigabe: |
USA: PG13; Deutschland: FSK16 |
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