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»It's okay. I wouldn't remember me either.«
Lester Burnham (Kevin Spacey), American Beauty

19. Februar 2000

Artikel von Stefan Freimark

Filmkritik: American Beauty

Nach Sixth Sense ein weiterer außergewöhnlicher Film, den zu sehen sich lohnt.

Das Drum-Herum
Wie immer nicht leicht, mit den Freunden aus München einen Termin zu finden, aber in der zweiten Woche nach der Premiere fanden sich an einem Wochenende wieder alle in Erlangen ein. Mit einer hohen Erwartungshaltung (gute Kritiken so weit das Auge blickt, in den Top3 der besten Filme aller Zeiten der IMDB) sind wir zu viert am Samstag um 20 Uhr in die nahezu ausverkaufte Vorstellung des zweitgrößten Kinosaals des örtlichen CineStar gegangen (Kino 9, 259 Plätze, 126 m2 Leinwand (14×9 Meter), Dolby Spectral Recording, Dolby Digital und dts als Tonsysteme).

Der Film
erzählt von der Geschichte einer durchschnittlichen amerikanischen Familie, der Familienvater ist seit über einem Jahrzehnt bei einer Zeitung beschäftigt, die Frau im Haus ist Immobilienmaklerin und die Teenie-Tochter geht zur High School. Zwischen den beiden Eheleuten passiert schon seit langem nichts Prickelndes mehr, der Alltag ist dröge Routine. Der Erzähler, Lester Burnham (Kevin Spacey) erzählt, sich morgens unter der Dusche einen runter zu holen wäre der einzige Höhepunkt des Tages, danach ginge es nur noch abwärts.
Das ändert sich, als er Angela Hayes kennenlernt, eine Schulfreundin seiner Tochter. Von da an krempelt er sein ganzes Leben um: Lester trainiert, kündigt seinen Job und verhält sich gegenüber seinen Mitmenschen gänzlich anders, denn jetzt macht er auch mal den Mund auf und verkündet selbstbewusst seine Meinung. Allerdings geht das nicht lange gut, denn Lester wird sterben, wie der Zuschauer bereits zu Beginn des Films erfährt.

Meine Meinung dazu
Mit Platz zwei oder drei in der all time Hall of Fame der Internet Movie Database (IMDB) halte ich American Beauty zwar für etwas überbewertet, aber Sam Mendes' Werk sorgt trotzdem für einen guten Abend im Kino und auch beim zweiten Mal wird man sich nicht langweilen.
American Beauty wartet trotz der eher tragischen Geschichte mit einigen humoristischen Einlagen auf, die Geschichte ist sehr schön umgesetzt (die Rosenblüten in den Traumszenen sind ein Beispiel dafür) und die Schauspieler leisten durch die Bank überzeugende Arbeit, jedem nimmt man seine Rolle ab, sei es der gefrustete Familienvater (Kevin Spacey), die Ehefrau und ihr Immobilien-Konkurrent (Peter Gallagher), der etwas verschlossene Nachbarsjunge (Wes Bentley) und dessen Vater (Chris Cooper), die Göre im Haus (Thora Birch) oder die Schulschönheit (Mena Suvari). Mancher mag dem Film vorwerfen, ein Klischee nach dem anderen zu bedienen, ich finde die Rollen nicht nur optimal besetzt, sondern im Großen und Ganzen auch glaubwürdig.
Wer in die Abgründe einer durchschnittlichen amerikanischen Familie sehen will und keine Aversion dagegen hat, bei einem Film auch mal ein bisschen mitzudenken, dem kann ich American Beauty nur empfehlen. Wer auf die einfachere Unterhaltung steht und sein Gehirn beim Konsum von Filmen lieber abschaltet, sollte sich lieber Armageddon ansehen.

Kurze Informationen

Titel American Beauty
Land und Jahr USA, 1999
Studio Dreamworks
Genre Komödie, Drama, Lebensgeschichte
Regie Sam Mendes
Produzent Bruce Cohen, Dan Jinks
Buch Alan Ball
Hauptdarsteller Kevin Spacey, Annette Benning, Thora Birch, Wes Bentley, Mena Suvari
Bildformat 1:2,35
Tonsystem dts (alternativ: Dolby Digital, SDDS)
Freigabe: USA: R; Deutschland: FSK12

 

 

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