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In dieser Ausgabe:
freimark's favorites
Willkommen zur dritten Ausgabe meiner favorites!
Diesmal geht es
um amüsante, interessante und nützliche Seiten: Auf
der Speisekarte stehen die Darwin Awards (diesen Award will
niemand wirklich gewinnen), der Frustclub, die wissenschaftlichen
Arbeiten zur Gummibären-Forschung, die »Stimmt's?«-Rubrik
der Wochenzeitung Die Zeit und die wahrscheinlich weltgrößte
Rezeptsammlung.
Es ist angerichtet, guten Appetit!
Dumm ist der, der Dummes tut
Die Darwin-Preise sind benannt nach Charles Darwin (1809-1882),
auf den Zitate wie »natürliche Selektion« und
»nur die Stärksten überleben« zurückgehen.
Ein Darwin Award wird an Leute verliehen, die den menschlichen
Genpool durch außergewöhnliche Dummheit von ihren
eigenen Genen befreit haben, entweder durch Tod oder Sterilisation.
Wenn jemand eine unfassbare Dummheit begeht und trotzdem weiterlebt
und sich fortpflanzt, kommt er/sie somit nicht für eine
Auszeichnung in Betracht.
Beispiele gefällig?
Im Mai 1999 starb ein deutsches Ehepaar in einem spanischen
Wildtierpark. Trotz Warnschildern und mehrsprachigen Hinweisen
auf den Eintrittskarten verließen sie nicht nur ihr Auto,
sie sperrten es außerdem ab und entfernten sich einige
Meter. Die Tiger im Park sorgten für einen qualvollen Tod.
Nach Angaben der Parkleitung gab es in den zwanzig Jahren des
Bestehens noch keine ernsten Zwischenfälle.
1998 starb eine 67-jährige Frau aus Texas bei dem Versuch,
ihre Schuhe zu putzen. Sie behielt die Schuhe an, während
sie diese mit Benzin reinigte; die danebenstehende Kerze machte
der Prozedur schnell ein Ende.
Tod durch Urinieren von Brücken auf die Oberleitungen von
Schienenfahrzeugen gilt inzwischen nicht mehr als außergewöhnlich,
mit solch einer Aktion sichert man sich bestenfalls einen Platz
im Lokalteil der regionalen Zeitung, für einen Darwin-Award
reicht das schon lange nicht mehr.
>> Darwin Awards (Hauptseite)
>> Darwin Awards (Hauptseite, europäischer Mirror)
>> Darwin Awards (deutsch)
»Morgen kommt der Nikolaus
und meckert rum«
Der Frustclub ist ein gefährlicher Ort: Wer schlechte Laune
hat und diese Seiten ansteuert, wird womöglich aufgeheitert,
vielleicht wird die Laune aber noch schlechter.
Auf jeder der in verschiedenen Grau-Tönen gehaltenen Seiten
schwebt in der rechten oberen Ecke eine schwarze Regenwolke
(endlich mal ein sinnvoller Einsatz von Animated GIFs), außer
auf den Seiten des Adventskalenders 1999: da werden wir von
einem ausgetrocknetem, schwarzen Nadelbaum aufgemuntert.
Der Frustclub hat verschiedene Aktionen im Programm, zum Beispiel
die Wahl zu Mr. und Mrs. Mißmut (Kandidaten unter anderem:
Marvin, Garfield, Peppi), erste Ideen zur Gründung der
Frust-Partei (»Einheitlicher Steuersatz von 90% für
alle.«) oder der Verpackungs-Frust. »Wenn Sie wirklich
Frischmilch brauchen: Kaufen Sie sich eine Kuh. Die ist wenigstens
griffig.« Daran schließt ein Wehklagen über
die kleinen Portionsdöschen an und mit welchen Konsequenzen
man rechnen muss, wenn man versucht diese zu öffnen.
Wenn schlechte Laune um sich greift, helfen die Texte des Frustclub.
Und wenn alle Stricke reißen, kann man sich im Forum immer
noch ausheulen.
>> Frustclub
Und so weich!
Ernstzunehmende Wissenschaftler und Gummibären-Forschung?
Freilich, wenn man aus Langeweile in eine Tüte dieser
Tierchen greift, kann man auf die unglaublichsten Ideen kommen,
wenn man die Gedanken schweifen lässt.
Von diversen Leuten gibt es seit 1995
wissenschaftliche Beiträge, die sich mit Gummibärchen
befassen, beispielsweise »Einfluss der
Tütenzugehörigkeit auf das Sozialverhalten der
Gummibärchen« (je kleiner die Tüte, desto
aggressiver die Bärchen) oder »Die sexuellen
Phantasien der Gummibärchen« (für diesen Aufsatz
hat sich jemand sehr viel Zeit genommen).
Reich bebildert ist die Arbeit »Krafttraining für
Gummibärchen« mit interessanten Ergebnissen
(»Morphologische Veränderungen einer VP der
Versuchsgruppe (vor und nach der Trainingsphase)«).
Andere Artikel treten etwas ernster an die Thematik heran: Die
erste Fragestellung, die laut »Neurochirurgische Eingriffe
am lebenden Gummibärchen« geklärt werden muss,
ist die Krankenkassenzugehörigkeit (die Arbeit des
Neurochirurgen muss natürlich angemessen entlohnt werden).
Einem anderen ernsten Thema widmet sich der Beitrag
»Gummibären, Behinderung und Integration«.
Fazit: Wenn die Vorlesung mal wieder nichts hergibt, gehe direkt
in den Computerraum, gehe nicht über Los, ziehe keine
Klausurpunkte ein.
>> Gummibären-Forschung
»Kind, zieh' dich warm an,
du holst dir ja den Tod!«
Der Zeit-Redakteur Christoph Drösser beantwortet jede Woche
eine Leserfrage, die alle eines gemeinsam haben: im englisch-sprachigen
Raum bezeichnet man sie als »urban legends«, als
(etwas ungenau übersetzt) moderne Legenden.
Dazu zählt beispielsweise die Frage, ob es ratsam ist,
vor einem Urlaub außer Haus die Stecker an allen elektrischen
Geräten zu ziehen, um sie vor den Schäden eines Gewitters
zu bewahren (das sollte man allerdings, nicht nur das Stromkabel,
auch die Netzwerkverbindung oder das Telefonkabel am Computer
oder das Antennenkabel am Fernseher; das sollte man bei der
Gefriertruhe mit dem Fleisch vor dem dreiwöchigen Karibik-Urlaub
aber lieber bleiben lassen). Oder die Legende, dass eine vom
Empire State Building geworfene Münze Schädel von
untenstehenden Passanten zertrümmern kann (stimmt nicht,
nur in einem Vakuum würde bei einer Fallhöhe von etwa
380 Metern eine Geschwindigkeit von 310 km/h entstehen, in Wirklichkeit
dürften es etwa nur 40 km/h sein).
Das es in den USA teilweise sehr kuriose Gesetze gibt, kann
jetzt auch Christoph Drösser bestätigen: so ist (nehmen
wir ein Beispiel aus dem Leben) Oralverkehr in sechzehn Bundesstaaten
verboten, in Michigan droht sogar lebenslängliche Haft.
Praktisch werden diese Gesetze aber kaum angewendet.
Auch im Film »The Truman Show« beging man diesen
Fehler: Die Chinesische Mauer kann man nicht aus dem Weltraum
sehen.
Zwei empfehlenswerte Artikel im Stimmt's?-Archiv, für alle
die sich von ihren Eltern Predigten über spätes Essen
und Erkältungen haben anhören müssen: Vom Mitternachts-Imbiss
wird man nicht dick, nur weil man ihn zu später Stunde aufnimmt. Außerdem bekommt man vom Frieren und Nasswerden
keine Erkältung.
Christoph Drösser hat bisher ein Buch mit gesammelten Stimmt's?-Rubriken
herausgebracht, ein weiteres Buch ist geplant. Beide Werke werden
im Rowohlt-Taschenbuchverlag aufgelegt.
>> Die Zeit: Stimmt's?
This must be Heaven
Ich selbst bin ja Mikrowellen-Junkie. Es muss schnell gehen
und am besten von selbst. So schmeckt's dann aber auch. Allen,
die selbst den Kochlöffel schwingen, möchte ich dennoch
das Kochbuch Online System ans Herz legen (und spätestens
in der eigenen Wohnung ohne Mikrowelle wird diese Seite auch
für mich wichtig).
KOS ist ein Internet-Angebot wie ich es liebe: Eindrucksvoller
kann man die Überlegenheit der neuen Medien gegenüber
dem Althergebrachten nicht zur Schau stellen. Oder hast Du schonmal
ein Kochbuch mit fast 190.000 Rezepten gesehen? KOS hat Rezepte
in drei Sprachen: deutsch (circa 53.000), englisch (etwa 136.000)
und französisch (im Aufbau, 176 Stück). Der Einwand,
man hätte in der Küche keinen Computer zählt
daher nicht, außerdem kann man sich das Rezept zum Wunschgericht
natürlich ausdrucken. Für alle interessierten gibt
es übrigens Seiten zur Geschichte dieser Datenbank (läuft
seit Oktober 1999 auf Oracle 8i) und zum Betreiber, weiterhin
im Angebot sind Nährwert-Tabellen, Beschreibungen zu Kräutern
und Gewürzen, ein Küchenlexikon und eine Liste von
Lebensmittelzusatzstoffen (E-Nummern). Unter jedem Rezept steht
ein Link, der zu einer Seite mit englischen Abkürzungen
führt, da alle Rezepte (ich hab' das nicht überprüft,
aber ich gehe davon aus) im Meal-Master-Format vorliegen.
Kurz zur Erklärung: Meal-Master ist eine amerikanische
Rezeptverwaltungssoftware von Scott Welliver und de facto Standard,
was Rezepte im Internet anbelangt.
Der Datenbestand ist gigantisch, Garfield wäre über
313 deutschsprachige und 138 englischsprachige Rezepte zu Lasagne
begeistert. Das Rezept für Lasagne 'al forno' (#703979)
enthält freilich eine Liste der Zutaten, Hinweise für
die Zubereitung von Nudelteig und Saucen.
Leider hakt's noch mit einigen Datenbank-Funktionalitäten,
aber das bringt einen kaum vom Vorhaben ab, eine Lasagne (um
dabei zu bleiben) zuzubereiten.
>> Kochbuch Online System
>> FAQ (Frequently Asked Questions) zu Meal-Master
>> Meal-Master (Freeware)
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